Von der Urahne bis zum Enkel
.Vertrag",
auch „Ehevertrag" bedeutet, denn das vurde vor der Volksgemeinde geschlos-
Verwandter" zukommt, ebenfalls ein uraltes
ger-
weiter. In älterer Zeit wird Buhle in diesem Sinn manisches Wort, ist durch Richard Wagner neu auch männlich gebraucht. Das Volkslied vom „lieb- belebt worden, ohne daß es in den Wortschatz der sten Buhlen im Keller" wird ja von einem Manne I Umgangssprache ausgenommen worden wäre.
Aus aller Welt
Verlöbnis wurde *,*,* — —o.......... ,
sen. Auch „Mahl" oder „Mahlschatz" als Bezeich-
Die aus den
Besatzungen der beiden Flugzeuge, bestehend sieben Mann, haben bei dem Zusammenstoß Tod gefunden.
Vermißtes polnisches Verkehrsflugzeug zertrümmert aufgefunden.
junge Mädchen. Alt ist nur die erste Bedeutung, und erst durch Luchers Bibel verbreitet sich die zweite. Das Wort, das damit verdrängt wird, ist „Gemahl". In diesem Wort und in „vermählen" ist das alte Wort „mahal“ enthalten, das „Versammlung",
Ein seit fünf Tagen vermißtes Verkehrsflugzeug der polnischen Gesellschaft Lot wurde von einer Suchkolonne zerschellt aufgefunden. Man fand es auf einem der Grate des in Bulgarisch-Mazedonien gelegenen Pirin-Gebirges in 2600 Meter Höhe.
Verurteilte Schwarzhörer.
Von Juli bis September 1937 sind 245 Fälle der Errichtung und des Betriebs nichtgenehmigter Funkempfangsanlagen strafrechtlich verfolgt worden. Verurteilt wurden 164 Personen, davon 5 zu Gefängnisstrafen von 8 Tagen bis zu 4 Monaten, 159 zu Geldstrafen von 5 bis 150 Mark. In vielen Fällen wurde außerdem auf Einziehung der benutzten Empfangsapparate erkannt.
Aljechin — Euwe 13:9.
Die 22. Partie im Schachweltmeisterschaftskampf Euwe — Aljechin wurde von Euwe nach 62 Zügen aufgegeben. Der Stand lautet nunmehr: Aljechin 13, Euwe 9 Punkte. Bei diesem Stande ist es unwahrscheinlich, daß es dem bisherigen Weltmeister noch gelingen könnte, den Vorsprung seines Gegners einzuholen, da Aljechin nur noch 2V2 Punkte zum Siege benötigt.
Zwei italienische Wasserflugzeuge abgestürzt.
Ein schweres Flugzeugunglück ereignete sich in der Nähe des Wasserflughafens Augusta (Sizilien) durch den Zusammen st oß zweier Wasserflugzeuge, die zu einem Erkundungsflug über dem Jonischen Meer aufgestiegen waren.
Als Kinder haben wir uns gewundert, daß Gustav Schwab der Reihe „Großmutter, Mutter und Kind" noch die Urahne vorangestellt, die doch eine ururalte Frau sein muß, wenn sie mit der alten Großmutter noch zusammensitzt.
Niemand hat uns damals gesagt, daß der Dichter nichts Unmögliches von unserer Phantasie verlangt, denn die eigentliche Bedeutung von „Ahn" und „Ahne" ist „Großvater" und „Großmutter", die „Urahne" ist also die Urgroßmutter". Die Benennungen „Großvater" und „Großmutter" kommen erst rm 12. Jahrhundert am Mkttelrhein auf. Sie sind nach dem französischen grand-pöre und grande- mdre gebildet und verbreiten sich langsam über Deutschland. Am Ende des 17. Jahrhunderts haben sie sich soweit durchgesetzt, daß „Ahn" auf die Bedeutung „Vorfahr" eingeschränkt werden kann. Im Alemannischen freilich hat sich die alte Bedeutung in „Aehni" oder „Ehni" = „Großvater" erhalten. Goethe kennt beide Bedeutungen; er spricht von den „Gefilden hoher Ahnen", schreibt aber auch: „Was dem Enkel wie dem Ahn frommt."
Uebrigens ist das Wort „Ahn" in „Enkel" enthalten, das eine alte Verkleinerungsform vvn „Aehni" ist. In früheren Formen beider Wörter ist die Beziehung deutlicher sichtbar als in heutigen. Hier trit eine Eigentümlichkeit hervor, die sich bei unseren Verwandtschaftsnamen öfter zeigt, das herzlich-freundliche Eingehen auf das Kind. Der Großvater nennt seinen Enkel scherzhaft: .Kleiner Großvater". Luther gebraucht Enkel selten, er verwendet meist dafür „Kindeskind" oder „Neffe".
„Neffe" ist der indogermanische Name für Enkel, der sich im lateinischen „nepos"-Enkel erhalten hat. Das für das Indogermanische zu erschließende Wort („nepot) hängt mit dem indogermanischen Wort für ,Herr" („potis") zusammen so daß seine eigentliche Bedeutung von „schutzlos" her zu fassen wäre. In den germanischen Sprachen schwankt seine Bedeutung zwischen Schwester-, Brudersohn, Enkel, Vetter und Oheim. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts gilt Neffe im heutigen Sinne nur in vornehmen Kreisen.
Nicht alle Verwandtschaftnamen sind so durchsichtig. Die Gliederung der Familie war natürlich bereits in uralter Zeit fest ausgebildet und so gehen auch die ursprünglichen Formen der Verwandtschaftsnamen auf sehr alte Wörter zurück. Von Vater und Mutter nimmt man an, daß ihre älteste Form ein uraltes Lallwort war, die Grundbedeutung von Schwester läßt sich ebensowenig ermitteln, wie die von Bruder. Die Bezeichnungen „Papa" und „Mama" für die Eltern sind allerjüngsten Datums: sie dringen erst seit dem Ende des 17. Jahrhunderts ins Deutsche ein und sind zunächst höfische Modewörter. Dieselbe Welle bringt auch „Onkel" und -,Tante" nach Deutschland. „Tante" verdrängt bar einheimische „Base", eigentlich die Schwester des Vaters, und „Muhme", die Schwester der Mutter. „Familie" ist schon im 16. Jahrhundert die gesamte Hausgemeinschaft, auch das Gesinde. Luther verwendet das Wort .Haus". Noch früher wird es durch die Formel „Weib und Kind" wiedergegeben. In der heute noch üblichen Formel „Kind und Kegel" bedeutet das gewöhnlich unerklärte „Kegel", im Gegensatz zu den ehelichen „Kindern", die unehelichen Nachkommen.
Eine eigentümliche Entwicklung hat sich auch mit der „Braut" vollzogen. Wir verwenden das Wort in doppelter Bedeutung, als Bezeichnung für die Frau am Tage der Hochzeit und für das verlobte
Die Trümmer der Maschine lagen in zwei Meter tiefem Schnee. Neben den Trümmern lagen die Leichen der drei Mann starken Besatzung und der drei Fluggäste. Etwas weiter fand man die Flagge. Alle Anzeigen sprechen dafür, daß das Flugzeug bei dichtem Nebel gegen den Berggrat geflogen und dabei explodiert ist.
Explosion in einem Bukarester Straßenbahnwagen.
In einem Bukarester Straßenbahnwagen ereignete sich eine starke Explosion, die anscheinend dadurch verursacht wurde, daß ein Fahrgast einen Benzinbehälter mit sich geführt hatte. Der Wagen war im Nu in eine dichte Rauchwolke gehüllt. Die Fahrgäste versuchten in wilder Panik durch die Fenster das Freie zu erreichen und verletzten sich dabei zum Teil erheblich. Insgesamt wurden 16 Personen verletzt.
Erste Deutsche Architektur- und kunsthandwerks- Ausstellung im Haus der Deutschen Kunst.
Während des Ausbaus der „Großen Deutschen Kunstausstellung 1937" im Haus der Deutschen Kunst in München ist bereits eine neue große Schau, die Erste Deutsche Architektur- und Kun st Handwerks -Aus st ellung, in Vorbereitung. Die neue Ausstellung wird mit Förderung des Staatskommissars des Hauses der Deutschen Kunst, Gauleiter und Staatsminister Adolf Wagner, vom Januar bis Ende März 1938 im Haus der Deutschen Kunst durchgeführt. Sie soll einen Ueberblick über die bedeutendsten Bauvorhaben und Bauten des Dritten Reiches vermitteln und in ihrem kunsthandwerklichen Teil eine Auswahl erlesener Meisterarbeiten zeigen, die den hohen Stand des deutschen kunsthandwerklichen Schaffens vor Augen führen.
nung für die Brautgabe hängt damit zusammen. Eigenartig ist die Bedeutungsentwicklung von „Hagestolz", das heute einen eingefleischten Junggesellen bedeutet.. Es hat mit Stolz nichts zu tun, vielmehr zeigt die ältere Form „hagustalt“, daß das Wort mit einem im Gotischen nachweisbaren „staldan“ = „besitzen" zusammenhängt. Ein Hagestolz war also jemand, der einen Hag besaß, ein kleines, durch eine Hecke eingehegtes Grundstück, das, im Gegensatz zu dem Hof, den der älteste Sohn erbte, so klein war, daß sein Besitzer mit ihm eine Familie nicht ernähren konnte. So blieb er „Junggeselle"; ein Wort, das erst seit dem 16. Jahrhundert bekannt ist.
„Buhle" heute eine archaisierend-poetische Bezeichnung für Geliebte, geht auf einen althochdeutschen Männernamen Buolo zurück. Er wird als eine kindliche Koseform für Bruder gebraucht. Dann geht die Entwicklung über die vertrauliche Anrede für andere männliche Verwandte zu der Bedeutung „Geliebter", „Liebhaber" und schließlich „Geliebte"
gesungen. Goethe hat tnt „König von Thule" schon die weibliche Form in gehobener Bedeutung, nachdem kurz vorher Gottsched verächtlich von „Buhldirnen" gesprochen hatte.
Ebensowenig wie „Hagestolz" zu „Stolz" gehört, „Eidam" zu „Eid". Vielmehr steckt in dem Wort eine alte Wurzel, die „Teil", „Anteil" und „anteil haben" bedeuten. „Eidam ist also der, der in die Familie einheiratet und damit am Erbe der Tochter teilnimmt.
Unfern „Detter" kam ursprünglich, wie aus seiner Beziehung zu „Vater" hervorgeht, anders als heute, die Bedeutung „Bruder des Vaters" zu, während „Oheim", heute als Verdeutschung von Onkel gebraucht, den „Bruder der Mutter" bezeichnete. Tacitus berichtet, daß bei den Germanen dem Oheim seine Schwestersöhne nicht minder wert als dem Vater gewesen wären, ja, daß dieses Blutsverhältnis von etlichen für noch heiliger und enger gehalten würde. Die bevorzugte Stellung des Oheims, die bei den im Familienrecht dem Vater das Vorrecht zuerkennenden Germanen befremdet, findet sich bei den Kelten wieder, so daß in ihr vielleicht mutterrechtliche Anschauungen unterworfener Völker durchschimmern.
Schließlich sei noch von „Schnur" und „Mage", zwei vergessenen Derwandtschaftsnamen, die Rede. Im Zeitalter Luthers war „Schnur" als Bezeichnung für „Schwiegertochter" noch allgemein bekannt. Es ist ein altes deutsches Wort, für das sich Entsprechungen auch in fast allen indogermanischen Sprachen finden. Heute lebt es nur in einigen Alpenmundarten und in mitteldeutschen Gegenden. „Mage", dem die Grundbedeutung, „angeheirateter
Kleine spracht che Umschau in der Verwandtschaft
Don Professor Dr. Erich Lenisch.
Düchertisch.
In der am Samstag hier veröffentlichten S5e« sprechung des Buches von Reinhold Schneider: Kaiser Lothars Krone (im Insel-Verlag Leipzig) sind einige sinnwidrige Fehler stehen geblieben. Lothar war wie schon sein Vater, der erbitterte Gegner der salischen (nicht sächsischen!) Kaiser Heinrich IV. und Heinrich V. und fühlte sich (weiter unten) als geistiger Erbe der (nicht des!) großen Sachsenkönige (gemeint sind Heinrich L und Otto I.).
— Frieda Hauswirth : D i e Lotosbraut. 408 Seiten. Geh. 3,60 Mark, Leinen 4,80 Mark. Rotapfel-Verlag, Erlenbach-Zürich und Leip, zig. — (429) — Im Lande von Bangalor, wo der Roman spielt, gehen die Frauen zwar unverschleiert, unterstehen aber strengen, von vielen Generationen geübten religiösen Sitten. Doch heute wendet sich eine erweckte Jugend dagegen. Was sich früher nie ereignen konnte, weil die kindlichen Brautleute rfon ihren Eltern zusammengegeben wurden, entfaltet sich in diesem Buche: zwischen der Tochter eines edlen Brahmanen und einem armen Studenten, dessen sich der Brahmane annimmt, keimt eine zarte Liebe auf. Die Liebe führt zur Vermählung, der Mann aber muß seine Studien beenden. Er fährt nach Bombay und läßt die junge Frau bei ihren Eltern zurück in dem Dorf, dessen reiches Leben den Hintergrund des Geschehens bildet. Unter den bescheidenen Dächern aber Hausen und lauern noch jene finstern Geister des Hergebrachten. Von ihnen geht eine Drohung aus, unter der das Leben der jungen Wimala steht, die heute noch glückliche Frau ist, schon morgen aber trostlose Witwe sein wird.
Wetterbericht
des Reichswetterdienfies. Ausgabeort Frankfurt.
lieber Frankreich hat sich ein kräftiges Hoch gebildet, das im wesentlichen auch unsere Wetterlage beherrscht. Da über der bei uns liegenden flachen Kaltluftschicht bereits wärmere Luftmassen Zuströmen, kommt es trotz des Hochdruckcharakters der Wetterlage zu Wolkenbildung und nach Norden hin auch vereinzelt zu leichten Niederschlägen.
Aussichten fürDienstag: Wolkig bis auf« heiternd, nördlich der Kammlinie Taunus und Rhön geringfügige Niederschläge, im Gebirge als Schnee, nachts leichter Frost, Tagestemperaturen um 5 Grad, veränderliche Winde.
Aussichten für Mittwoch: Bei veränderlicher Bewölkung aufheiternd, trocken, aber nicht ganz beständig.
Lufttemperaturen am 28. November: mittags 3,5 Grad Celsius, abends 2,2 Grad; am 29. November: morgens 2,8 Grad. Maximum 3,7 Grad, Minimum heute nacht 1,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. November: abends 1,5 Grad; am 29. November: morgens 1,9 Grad. — Sonnenscheindauer 0,9 Stunde.
Nauptschristleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschrtstleiters: Ernst Blum« schein Verantwortlich für Politik und für die Bilden Dr. Fr W. Lange; für Feuilleton: vr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A X. 37: 10031. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der
Illustrierten 5 Pf mehr
^ur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig
im Alter von 66 Jahren.
Pauline Steinbach, Kinder und Enkel.
Wiesbaden, Renterhof (Allgäu), den 25. November 1937.
7848 D
Nach kurzer Krankheit entschlief heute mein geliebter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater
In tiefer Trauer
im Namen der Hinterbliebenen t
Herr Heinrich Steinbach
Reg.-Baurat a. D.
Am Samstag ist unser lieber Sohn, Bruder, Enkel und Neffe
Willi Schreier
im Alter von fast 20 Jahren sanft entschlafen.
In tiefer Trauer:
Familie Wilhelm Schreier.
Gießen, den 29. November 1937.
Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 30. November, nachmittags 3l/2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.
_____________________________________05829
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