Ausgabe 
29.9.1937
 
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llr.227 Zweites Blatt

Kteßener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheften)

Mittwoch, 29. September |937

Aus dem Reiche der Krau

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

MODISCHES -

PIIZ UND LEDER!

Meisterinnen der Hauswirtschaft.

NSG. Der Nationalsozialismus hat die Frauen vor mancherlei große neue Ausgaben gestellt, eine der entscheidendsten aber haben sie im Haushalt zu vollbringen. Die Zeit, in der man hauswirtschaft- liche Leistungen gegenüber jeder primitivsten außer- häuslichen Berufsarbeit minderbewertete, ist vor­bei. Wenn wir heute eine breite Schicht von Frauen brauchen, die Hauswirtschastsmeisterin- n e n sind, so bedeutet das mehr als Meisterin auf irgend einem anderen Gebiet. Das Meisterin-Sein soll sich hier nicht nur in meisterhaftem fachlichen Können erweisen, sondern es umfaßt die ganze frauliche Persönlichkeit.

Die Ausbildung zur Meisterin der Hauswirt­schaft strebt eine Bildungsvertiefung für d i e Hausfrau an, die sie in die Lage versetzt, haus- und volkswirtschaftlich richtig zu handeln. Zwei Jahre hindurch wird in fünf Wochenstunden (an einem Nachmittag) folgendes behandelt: Nadel- arbeit und Heimgeftaltung (100 Stunden). Nah­rungsmittel- und Ernährungslehre mit praktischem Kochen (140 Stunden), Hauspflege, Wohnungs- und Wäschebehandlung (60 Stunden), Gesundheitspflege (40 Stunden), Erziehungslehre (20 Stunden), haus­wirtschaftliche Berufs- und Erziehungsfragen (30 Stunden), nationalpolitische Schulung (10 Stun­den)

Als Voraussetzungen für die Teilnahme sind ein Mindestalter von 24 Fahren festgesetzt und eine lei­tende praktische Tätigkeit im eignen oder fremden Haushalt. Für geprüfte Hausgehilfinnen ist außer der zweijährigen Lehrlingsausbildung eine weitere fünfjährige selbständige hauswirtschaftliche Tätigkeit und ein Mindestalter von 28 Fahren erforderlich.

goldenen Tönen. Die kleinen Kugelknöpfe am Kleide sind aus gelbem Metall.

Die Mütze ist wie ihre Schlaufengarnitur aus braunem Filz mit einem Paspel aus farbigem Leder.

Hut, Tasche und Handschuhe sind aus dunkelblauem Filz mit aufgesteppten Blenden (und Monogramm) aus dunkelblauem Kalb­leder. Die Tasche ist mit einem schottisch-karierten Baumwollstoff gefüttert. H.

Die in der Ausbildung gewonnenen cheoretischen Erkenntnisse bekommen aber erst in der praktischen Anwendung ihren Sinn. So ist es undenkbar, daß eine nationalsozialistische Meisterin der Hauswirt­schaft auf allen Gebieten des Ernährungswesens oder der Gesundheitspflege beschlagen ist und dabei ihren eigenen Haushalt nicht in Ordnung hat. Nein, sie muß durch ihre vorbildliche Haus­haltsführung beispielgebend sein für ihre Umgebung und insbesondere für den hauswirtschaftlichen Nach­wuchs Die gesamte Ausbildung ist darauf ausge­richtet, die Frauen über ihren häuslichen Kreis hin­aus zum Verantwortungsbewußtsein gegenüber Volksgesundheit und Volkswirtschaft zu erziehen. So wird man von der Meisterin der Hauswirt­schaft in Notzeiten den Beweis ihrer Einsatzbereit­schaft fordern und erwarten müssen, daß sie jeder­zeit in der Lage ist, anderen beratend zur Seite zu stehen.

Die Frauen aber, die sich freiwillig noch einmal zwei Jahre auf die Schulbank setzen, um im Inter­esse des Volksganzen ihren Blick zu weiten, werden von der breiten Masse der deutschen Hausfrauen als Führerinnen anerkannt werden müssen. Aus ihnen wird der hauswirtschaftliche Führerinnen­nachwuchs erwartet für alle die großen Aufgaben, die der deutschen Frau heute innerhalb der Volks­gemeinschaft über den Rahmen ihrer Familie hin­aus gestellt sind.

Fn Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden werden in den nächsten Wochen neue Meisterinnen- kurse begonnen. Anmeldungen dazu ,und Aus­künfte über die Ausbildung geben die Dienststellen der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauen­werkes.

am Abendkleid dagegen mit funkelndem Straß be­setzt, der Reißverschluß

Der neue Hut zeigt im allgemeinen erhöhte Formen. Vielfach im Fockey- oder Tschakostil. Man hat die Wahl zwischen Barett mit langem Visier, dem Toque. zugespitzten Hüten und einer Reihe von Zwischenformen. Für den Nachmittag erfreut sich der H a l b s ch l e i e r wieder großer Beliebt­heit.

Einige Modehäuler erregen durch ihre extra­vaganten Kleider- und Hutmodelle besondere Auf­merksamkeit. Sichtlich waren diese Modelle weniaer aus den nationalen als aus den internationalen Geschmack abgestimmi Es wäre interessant zu er­fahren, für welche dieser Modeschöpfungen die Ver­treter der einzelnen Nationen das größere Inter­esse zeigten, welchen nationalen Geschmacksrichtun­gen insbesondere die einzelnen Farben und Formen am meisten entsprachen Die 5. Deutsche Export­modeschau der Industrie und die Ulmer Schau des Damenschneiderhandwerks, auf denen dies alles zu sehen war, boten jedenfalls eine Vielseitigkeit aus der das absolut Neue nur mit einiger Aufmerk­samkeit herauszufinden war.

Was bringt die Wintermode?

Von Inge Blutt).

V. A. Eine grundsätzlicheUmwälzung" hat Frau Mode uns auch in diesem Jahr nicht gebracht Tut sie das überhaupt, oder immer nur so allmählich mit kleinen Einzelheiten, so daß wir es im Augenblick gar nicht so bemerken? DieNeuheiten" fügen sich jedenfalls harmonisch dem bereits Vorhandenen ein, ohne die bisherigen Modeschöpfungen als unmodern zu verdrängen.

Bedeutet z. B der nicht unwesentlich kürzere R o ck am Vor- und Nachmittagskleid etwas sensa­tionell Neues? Erweckt er nicht die (Erinnerung an jene sackartigen kniefreien Kleider vor zehn Jah­ren, die die weibliche Anmut gar zu sehr verge­waltigten und die man beim Durchblättern unseres Photoalbums am liebsten überschlägt? Wie konnte man nur .. ? Das kurze Kleid von heute ist jedoch keine Wiederholung, denn es wirkt weiblicher und hebt nur das Mädchenhafte der Frau dezent hervor.

Für den Vormittag werden uns vor allem die modernen Woll- und Fersenstoffe zu schlickten Kleid­chen mit glatten, faltigen ober glockigen Röcken vor­geführt. Der glatte Aerme! mit der kaum verbrei­terten Schulter überwiegt. Stärker als je zuvor spielen Biesen, Säume und Kurbeln eine Rolle, ohne die glatte Linie eigentlich zu stören; ein Zeichen fleißiger Handarbeit. Die Kostüme wer­den ie nach Belieben mit kurzer ober längerer Jacke getragen. Der starke Farbenkontrast von Rock und Jacke ist fast ganz verwischt. (In der Herrenmode ist dieser Kontrast von Jackett und Hose bekanntlich noch verschärft) Die neue Farbenskala ist: braun, rot, mattgrün und pflaumenblau. Die Ko­stüme zeigen zum Teil neuartige kleine Pelzver- zier ungen.

Als Lieblingsfarbe für Komplets, Nachmittags­und Abendkleider wird schwarz bevorzugt, dessen Herbheit jedoch durch eine interessante Neuheit: die Drapierung um die Brust gemildert wird, die in ihrer (meist) geschmackvollen Anordnung die Anmut des weiblichen Stils noch unterstreicht. Für den Abend haben die Stoffschöpfer auch aus den neuen Stoffen eine Fülle von bezauberndem Material geschaffen, das der Frau die Auswahl wirklich schwer macht. Viel Gold- und Silberlarne- stoffe ziehen die Blicke auf sich und besonderer Vorliebe erfreuen sich die spinnwebfeinen, duftigen, blumen- und blätterdurchrankten Spitzenstoffe. Im Ballsaal hat das hals- und rückenfreie Kleid den Sieg errungen. Dieser Schnitt in Verbindung mit der vorn hochgeführten Brust- und Halspartie er­innert sehr an die bekannte Strandmode der Brust­tücher. Viele Abendkleider zeigen aber auch an Stelle der Dekolletes eine Tüllspitzengar- n i e r u n g, wie sie zu Großmutters Zeiten allerdings in neuzeitlicher Form auch schon mal dagewesen ist. Der tiefe Halsausschnitt ist aus der

Endlich sind sie da, die Piste!

, -bon Frida Aisch, Bad-Naudeim - Lange genug habe sie auf sich warten lassen« ' Manch ein Pilzfreund hatte schon für dieses Jahr ' Abschied genommen von seinem Leibgericht. Aber jetzt sind sie desto reichlicher da und haben sich gleich mit einigen Riesen-Champignons von je mehr als einem Kilo eingeführt! Wenn wir von glück» licher Pilzjagd kommen, verlesen wir die Beute sofort. Alle müssen helfen, auch wenn sie noch fo müde sind. Aber dann kommt der Lohn.

Die allerwinzigsten Wickelkinder werden fein sauber gemacht. Wir wissen, daß wir nicht die Haut abziehen, denn sie enthält den meisten Duft. Sie werden sofort in leichtem Essigwasser gekocht, bis sie zusammenfallen, mit diesem Wasser in Glä­ser gefüllt und eine Stunde bei 100 Grad entkeimt. Am nächsten laae noch einmal bei 100 Grad eine halbe Stunde. Kann man nicht gleich von allen gekochten Pilzen das Wasser verwenden, geben wir alle gewachsenen Abfälle hinein faule und schlechte Stellen natürlich nicht tun Suppengrün dazu, was gerade da ist, kochen alles gut eine Stunde durch. Dann gibt man die Tunke durchs Sieb, kocht auf den dritten Teil ein, füllt in kleine Fla­schen, entkeimt 20 Minuten bei 90 Grad und hat eine prachtvolle Beigabe zur Verbesserung von Sup­pen und Tunken, die sich viele Jahre, auch im An­bruch hält.

Salat von Champignons: Junge feste Pilze schneidet man, nachdem sie gründlich gerei­nigt sind, in feine Scheiben und vermischt sie mit folgender Tunke: 50 Gramm Butter schwitzt man mit einem guten Eßlöffel Weizenmehl, Type 1050, gelb, kocht davon mit % Liter Milch eine sämige Tunke, die man mit Eigelb abzieht, mit Pfeffer, Salz, Zitronensäure abschmeckt und kalt mit den Pilzen anrichtet.

Gemüsenudeln mit Edelpilzen: V* Kilo frisches Kalbfleisch dreht man mit 500 Gramm säubern Pilzen und einer kleingeschnittenen Zwie­bel durch die Maschine. Hierzu verwendet man die Stiele, größere und unansehnliche Stücke der Pilze. Dieser Brei wird mit einem Ei, Salz, Pfeffer, ganz wenig abgeriebener Zitronenschale, einem Eßlöffel Grünkernmehl, und soviel geriebenem Weißbrot ver­mischt, daß man daraus gut kleine Klopse formen kann. In stark verdünntem Aepfelwein läßt man die Klößchen garziehn. Man kann auch den Wein mit Fleischbrühe verlängern. Nachdem die Klößchen herausgenvmmen sind, bindet man die Tunke mit Eigelb und Kartoffelmehl. Dazu reicht man in Wasser gekochte Gemüsenudeln, die mit einer We­nigkeit brauner Butter beträufelt und mit geriebe­nem deutschen Parmesankäse durchgeschwenkt sind.

Familienfreude: Eine Backform bereitet man gut vor mit Fett und Semmelkrümeln. Die Pilze schmort man mit wenig Fett, kleingewiegten Zwiebeln oder Schnittlauch, etwas Salz und ge­hackter Petersilie schnell durch. 250 Gramm ©rau» pen oder Reis werden in Fleischbrühe steif aus­gequollen. Abwechselnd gibt man Häufchen Pilze und Graupen in die Form. Hat man wenig Pilze gefunden, stellt man rohe Tomaten dazwischen, deren Deckel man abschneidet; die Früchte werden etwas ausgehöhlt und mit allen möglichen Fleischresten, die feingehackt und mit Gewürz abgeschmeckt sind, gefüllt. Auf alles kommt folgender Guß: Zwei Eß­löffel Butter und zwei Eßlöffel Mehl werden hell- gelb geschwitzt und mit zwei Tassen Fleischbrühe glatt gekocht. Abgekühlt quirlt man ein ganzes Ei und drei Eßlöffel geriebenen, deutschen Schwei» Zerkäse darunter. Bei guter Oberhitze 30 Minuten backen. Mit grünem Salat reichen.

W ü r z p i 1 z e : In leichtem Salzwasser vorge­dämpfte kleine Pilzchen läßt man abtropfen, legt sie in Gläser mit kleinen Chalotten, Pfefferkörnern, ein klein wenig Senfkörnern, wenig gewürfeltem Meerrettig, einem Lorbeerblatt auf einen Liter, be- giefet sie mit gutem Weinessig und sterilisiert bei 100 Grad eine Stunde. Am andern Tag nochmals eine Stunde. Als Beigabe zu gebratenem Fleisch.

Junge, feste Champignons geben eine nette Ab» wechslung in unferm Brotbelag, wenn wir sie fein» aeschnitten a u f JB u 11 e r b r o t reichen. (Eine zweite Art ist dies: Die feingeschnittenen Pilzscheiben wer­den in heißem Schweinsfett oder Butter mit wenig Zwiebeln, leicht mit Pfeffer und Salz gewürzt, durchgebraten und kalt als Belag gegeben. Hält sich einige Tage, im Kühlen aufgehoben.

Ein einzelner Pilz gibt ein kleines, warmes Gericht, wenn er fein gewürfelt, in steigender (wenig!) Butter durchgeschwenkt, mit feiner Peter­silie bestreut, über ein weichgekochtes, ausgeschnit­tenes Ei gegossen wird. Daß er in feinen Scheib- chen allen Bratentunken veredelt, haben wir alle schon erfahren.

Große Pilzköpfe, denen die Lamellen ge­nommen sind, geben wir statt dessen eine Füllung von gehacktem, würzig abgeschmecktem Hackfleisch von Schwein, Rind, Kalb oder Fisch. Dann setzen wir sie nebeneinander in eine feuerfeste, gut vor- bereitete Form, gießen obenauf etwas mit Eigelb verrührte, leicht gesalzene Buttermilch und backen im Ofen fertig. Mit Kartoffelbrei als Mittagessen. Jetzt kommt zum Schluß aber noch etwas ganz be­sonders Gutes, was ich mir erst vor ein paar la­gen ausgeprobt habe:

Champignons in neuer Weintunke: Etwa 400 Gramm frische, ganz kleine Edelpilze wer- den gesäubert und in wenig dünnem Essigwasser mit ganz wenig Salz fast weich gekocht. Dann be- träufelt man sie mit dem Saft einer Zitrone, nach, dem sie abgetropft sind, und läßt sie zwei Stun­den durchziehn. In zwei Eßlöffeln von der Pilz, brühe verrührt man einen Eßlöffel Maiskernpuder und zwei Eigelb, gibt eine Tasse wenig süßen Trau- benmost dazu und schlägt alles im Wasserbad, bis es anfängt, dick zu werden. Es darf nicht kochen. Man gibt die Champignons mit dem neu entstan­denen Saft hinzu, läßt noch kurz im Wasserbad durchziehen und schmeckt die Tunke ab mit soviel Zucker, als man zwischen drei Fingern fassen kann, einem Hauch geriebener Zwiebel, einem Hauch Salz und etwas reichlicher weißem Pfeffer. Richs von allen Zutaten darf vorschmecken. Alle sollen nur den Pilzgeschmack heben und den Duft des Traubensüßmostes natürlich weißen recht zur Geltung bringen. Mit frisch gerösteten Weiß» brotscheiben reichen.

Ab^ndrobe deshalb nicht verschwunden, zeigt aber neuartige Durchbrechungen. Die zierliche Taille ist wieder hoch angesetzt, auch der Rock schwingt nach unten glockig aus. Noch vermochte der kurze Rock das Abendkleid nicht zu erobern. Einzelne Tanz- kleider sind jedoch nui knöchellang, eine von eifrigen Tänzern gewiß lebhaft begrüßte Neuerung. Die langen Abendkleider zeigen noch häufiger als früher Schlitze, teilweise noch länger als damals in den letzten Vorkriegsjahren.

Infolge des strandkleidartigen Zuschnittes der Abendkleider Morgenröcke und -kleider find durchweg hochgeschlossen wird der schlanke an­liegend gearbeitete Abendmantel aus Silber­oder Goldlame fast zur unvermeidlichen Notwendig­keit, oder es iehlt nicht der hauchzarte T ü 11 ü b e r- w u r f mit passenden Handschuhen, ferner auch nicht der winzige Muff Pelzcape ober -jacke sowie das Bolero, das uns schon gar nicht mehr sospanisch oorkommt" Erne neckische Neuheit ist übrigens der teilweise aus fantastischen Stoffen ge­arbeitete Abendmantel mit angeschnittener pelzver­brämter Kapuze Und dann noch eine originelle Ueberraschung: am Nachmittagskleid leicht verdeckt.

Modisches aus Filz und Leder, für ge= chickte Hände auch zum Selbstanfertigen, zeigen wir heute.

Zu einem einfachen, sandfarbenen Woll­kleid, dessen Halsbändchen, Gürtel, Rocksaum und Manschetten aus braunem, aufge- t e p p t e m Filz bestehen, wird ein kurzes B o - lerojäckchen als Ergänzung getragen. Sein Material ist das des Kleides, die breiten Blenden ind wieder aus braunem Filz, die türkischen Or­namente aber aus weichem Leder in roten und

Es naht der Herbst.

Gesundheitspflege in der lleberganqszeit

Noch sind die Tage voll Sonne und Wärme, doch die Dunkelheit bricht früh herein und feuchte Nebel verkürzen den Aufenthalt im Freien Trotz sport­lichen Uebungen im Sommer, in Wind, Wasser und Sonne, die die Anfälligkeit für Krankheiten sehr vermindern, steigt im Herbst die Zahl der Erkran­kungen stets erheblich an, vom harmlosen Schnup­fen bis zur schweren fieberhaften Entzündung. Be­sonders empfindlich sind die Atmungsorgane. Hu­sten, Heiserkeit. Verschleimung und Entzündung der Lungen gehören zu den gefürchteten Krankheiten, die Die kalt-feuchte Witterung mit sich bringt Durch vernünftige vorbeugende Maßnahmen lassen sich manche Erkrankungen der Uebergangszeit ver­meiden.

Die ersten Anzeichen körperlicher Dersttmmung stellen sich mit Beginn der Heizperiode ein. Die trockene, warme Luft in den Zimmern, in der die feinsten Staubteilchen herumwirbeln, wirkt schädigend auf die Atmungswege und steigert die Empfindlichkeit der Schleimhäute, die dann dem Eindringen der Krankheitserreger zugänglich wer­den. Man muß beim Heizen für genügende Luft­feuchtigkeit sorgen, indem man an Zentralheizungs­körpern wassergefüllte Tongefäße an­bringt. Bei Ofenheizung ist besonders die Staub­entwicklung durch auffliegende Asche während des Reinigens störend. Man sollte über den Aschen­behälter beim Heraustragen ein altes feuchtes Tuch legen. Die Zimmertemperatur darf nie mehr als 18 Grad Celsius betragen; wenn man sich bewegt, genügen 17 Grad Celsius Für ausreichende Lüftung ist zu sorgen Verbrauchte Luft macht krank und anfällig Das Schlafen bei geöffnetem Fenster ist sehr gesund. In der Herbstzeit jedoch ist Vorsicht geboten Die naßkalten Nebel bringen in das Zimmer und können dem Bewohner nicht nur einen gehörigen Schnupfen, sondern auch hef­tige rheumatische Gliederschmerzen bringen Bei klarer Witteruna und bei Frost sollen die Fenster nachts geöffnet bleiben

Auch unzweckmäßige Kleidung kann an manch einer heftigen Erkältung Schuld tragen. Falsch ist es. beim Einsetzen der kühlen Witterung dick ver­mummt einherzulaufen. Meist gerät man dabei un­nötig ins Schwitzen und dann kann jeder gering­fügige Luftzug den empfindsamen Körper gefähr­den. Besonders die Kinder, die sich meist lebhaft im Freien bewegen, brauchen im Herbst noch keine dicken Wollsachen. Ein einfacher Trai­ningsanzug, der luftdurchlässig und gegen Wasser imprägniert ist, dürfte an kühlen Tagen die zweck­mäßigste Kinderkleidung sein. (Es ist auch nicht rich­tig, wenn man stets ohne Kopfbedeckung und ohne Mantel in Kälte und Regen herumläuft.

Wenn man trotz vernunftsgemäßer Lebenshal­tung eine (Erfüllung gepackt hat, so müssen wir dar­auf achten, unsere Mitmenschen vor einer A n - ft e cf u n g zu bewahren Beim Husten oder Niesen schütze man Mund und Nase stets durch Vorhalten eines Tuches Bei einem einzigen Niesstrahl werden über Millionen Batterien in die Luft geschleudert. Bei fieberhafter Erfranfung gehört jeder Patient ins Bett, denn er würde durch Ausübung des Be­rufes seinen Zustand nicht nur verschlimmern, son­dern auch andere Mitarbeiter durch Ansleckungs- möglichfeit gefährden Es gibt viele bewährte Haus­mittel, die eine Erfüllung bald beheben Bei ernsten Kranfheitserscheinungen jedoch muß man unverzüg­lich den Arzt rufen. Dr. L. H.'