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läge so zu seinen Gunsten ausgelegt werde, daß keines der in Betracht kommenden Länder sich für neutral erklären und die Waffenlieferungen nach China einftellen können. Die eigentlichen Fernost- Jnteressen der einzelnen Mächte werden in Genf kaum zur Sprache kommen. Es besteht aber der Plan, besonders in amerikanischen Kreisen, die Beratungen des Dreiundzwanziger-Ausschusses in den Beschluß ausmünden zu lassen, daß eine Konferenz der Teilnehmer des Neunmächtepaktes von 1922 und der anderen interessierten Länder, namentlich also Deutschlands, einberufen werden soll.
Erhebung gegen den Bolsche- wisienisrror in Madrid.
Ein Eingeständnis
des BolschewistenhäuPtlingS Miaja.
San S e b a st i a n , 28. Sept. (DNB.) Der Bolschewistenhäuptling Miaja sagte bei der Einreihung neuer Opfer der Zwangsaushebungen der Machthaber von Valencia in die bolschewistischen Horden von Madrid, daß es im „Dolksheer", wie er hochtönend die bolschewistischen Horden nannte, eine Protestbewegung gebe. Diese habe die Ursache „in den fortgesetzten Machenschaften faschistischer Elemente, die sich eingeschlichen hätten." „In Madrid ist versucht worden", so sagte Miaja dann wörtlich, „den Verrat von Bilbao und von Santander zu wiederholen und die Hauptstadt dem Feinde auszuliefern." An der Wachsamkeit der „Polizei" sei dieses Vorhaben aber gescheitert. Jeder, der für das bolschewistische Spanien kämpfe, müsse ein Wächter sein und jeden denunzieren (!), der nicht das nötige Vertrauen in Valen- c i a habe. Die „verräterische Bewegung" sei jetzt vollständig niedergerungen. Von den zahlreichen „Schuldigen", die verhaftet wurden, habe einige bereits die „verdiente Strafe" getroffen. Er wisse, daß viele von den „neuen Rekruten" Feinde der Bol- s ch e w i st e n seien und nur auf den Augenblick warteten, um überzulaufen. Diese mahne er zur Vorsicht, denn sie würden vorzüglich überwacht, und jeder Fluchtversuch oder Verrat werde unbarmherzig geahndet.
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Frau Margarete Brückel
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setpolitik hat die gegenwärtige Genfer Tagung st arte Spannungen innerhalb Europas und darüber hinaus heroortreten lassen, indem sie den Außenministern der Westmächte Veranlassung gab, ihre Auffassung in öffentlichen Reden zu entwickeln. Als das wichtigste europäische Ereignis stellte sich dabei das tatsächliche Ende der Nicht - I n - terventionspolitik heraus. Das Ende der Nicht-Intervention bedeutet allerdings nicht ohne weiteres den Uebergang zur offenen Einmischung. So bleibt z. B. die Oeffnung der Pyrenäengrenze durch Frankreich noch immer als große Möglichkeit im Hintergrund. Außerdem hat der englische Außenminister vor seiner Abreise mit seinem französischen Kollegen eine diplomatische Aktion vereinbart, deren Ziel es war, von Italien Zusicherungen hinsichtlich Spaniens, insbesondere eine öffentliche Zusage darüber zu erlangen, daß die Balearen nicht zum italienischen Flottenstützpunkt werden sollen. Der französische Außenminister Delbos, der hier unter dem starken Druck der französischen Volksfront steht, und in seiner eigenen Delegation eine Reihe marxistischer Aufpasser sitzen hat, hätte sehr gern eine solche Erklärung als Genfer Erfolg mit nach Hause gebracht, um nachweisen zu können, daß er tatkräftig für das republikanische Spanien eingetreten sei. Vielleicht genügt es ihm auch, d i e Forderung gestellt und damit seinen guten Willen bewiesen zu haben. Jedenfalls hat es der diplomatische Vertreter Italiens in Genf rundweg abgelehnt, die Verhandlungen der Marinesachoerständigen über die Beteiligung Italiens an der Mit- telmeerkontrolle mit Verhandlungen allgemeinpolitischen Charakters zu verquicken .Wenn die Zumutungen, die Delbos an den italienischen Vertreter richtet, der erste Schritt zu einer diplomatischen Intervention der Westmächte im spanischen Konflikt mit dem Ziele einer „Vermittlung" gewesen sein sollten, so kann diese Aktion schon selbst als mißlungen gelten. Für Italien ist die Niederwerfung des Bolschewismus am westlichen Mittelmeer ebenso vordringlich wie seine Stellung als Mittelmeer- Großmacht unverzichtbar ist. Daß derartige Zumutungen gerade am Vorabend der Reise Mussolinis nach Deutschland für richtig gehalten wurden, beweist nur, daß man sich in Paris und London immer noch gewissen Täuschungen über die Entschlossenheit, Energie und Folgerichtigkeit der italienischen Politik hingibt. Die Verständigung und Befriedung, die auf allen Seiten gewünscht wird, muß so lange auf sich warten lassen, wie einzelne Mächte immer nur ihre eigenen, nicht einmal lebenswichtigen Interessen und allgemeinen Ideale als die alleinberechtigten betrachten. — Don Spanien wird im politischen Ausschuß der Völkerbundsversammlung noch die Rede sein, doch rechnen die Valencia-Bolschewisten wohl selbst nicht auf die Erfüllung ihres absurden Wunsches, Deutschland und Italien als „Angreifer" erklären zu lassen. England und Frankreich werden jedoch bei dieser Gelegenheit erneut versuchen, eine Art internationales Mandat für die ihnen vorschwebende „Vermittlungsaktion" in Spanien zu erlangen, ähnlich demjenigen, das sie sich in Nyon für die Abwehr der „Piraterie" im Mittelmeer erwirkt haben.
Von wesentlich anderen Voraussetzungen geht die Dölkerbundspolitik, d. h. vor allem die Intervention Englands und Frankreichs im o ft asiatischen Konflikt aus. Hier bedeutet die Befassung des im Jahre 1933 eingesetzten, aber bisher nie aktiv gewordenen Dreiundzwanziger - Ausschusses von vornherein die Anerkennung der Tatsache, daß der Konflikt nicht allein die Dölkerbundsmächte angeht. Man möchte von Anfang an den Vereinigten Staaten eine möglichst große Mitverantwortung zuschieben. Allerdings weiß man gs- nau, daß nicht einmal China, sondern höchstens Lit-
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araber „Prawda" berichtet, wurden in Staraja- Russa (südlich von Nowgorod) acht Beamte des Getreidebeschaffungsbüros wegen an- aeblicher Sabotage zum Tode verurteilt. Der Prozeß gegen sieben angebliche Schädlinge aus Pudofh (Karelien), die der „planmäßigen Saatschädigung" sowie der „Diskreditierung der Sowjetmacht" beschuldigt wurden, endete mit sieben Todesurteilen. Weitere sechs Todesurteile werden aus Krasnowodfk (Turkmenistan) gemeldet. Die Verurteilten sollen beim Bau eines Jod - Chrom - Kombinats „gegenrevolutionäre S ch ä d li n g sa r b ei t" geleistet haben, nach Anweisung des mittlerweile erschossenen früheren stellvertretenden Volkskommissars für Schwerindustrie Pjatakow. Aus Gorki werden zwei Todesurteile weaen „Schädlinqsarbeit" in der MMchi- nentraktoren-Station Maresewo gemeldet. In B a - t u m am Schwarzen Meer läuft ein Prozeß gegen
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Mit der Abreise des englischen Außenministers ist das Interesse an der gegenwärtigen Tagung der Dölkerbundsversammlung stark abgeflaut und es ist sogar die Vermutung aufgetaucht, daß Eden dadurch einer allzu großen Entfaltung der Genfer Debatten rechtzeitig Vorbeugen wollte. Das Auftreten der russischen und spanischen Bolschewisten wurde nachgerade auch von den treuen Anhängern des Völkerbundes als provozierend und peinlich empfunden. Der Dalenccia-Dertreter Negrin konnte für sich immerhin den mildernden Umstand in Anspruch nehmen, daß er für eine verlorene Sache plädierte und deshalb keine Rücksichten mehr zu nehmen brauchte. Seinen Reden wurde demgemäß auch keine politische Tragweite beigemessen. Anders steht es mit L i t w i n o w - F i n k e l st e i n , dessen aggressive Reden zwar für Genf nichts Ungewöhnliches sind, den hier versammelten Diplomaten aber immer wieder vor Augen führen, welchen moralischen Verfall des Völkerbundes die Aufnahme der Sowjetunion als ständiges Ratsmitglied eingeleitet hat. Dabei ist man sich auch bewußt, daß der Graben zwischen Genf und den abwesenden Großmächten immer tiefer werden muß, je länger man es geschehen läßt, daß diese Abwesenheit von einem nur notdürftig als „Staatsmann" getarnten Komintern-Agitatoren beschimpft werden. Die Sowjets haben in Genf unstreitig eine billige Propagandatribüne gewonnen. Es fragt sich nur, ob diese Propaganda nicht auch für sie die unangenehme Nebenwirkung hat, daß immer mehr Politiker, die bisher gutgläubig den Kommunismus als eine in fortgeschrittener Verbürgerlichung begriffene Erscheinung betrachteten, durch eigene Anschauung eines Besseren belehrt werden.
Dazu kommt, daß die Sowjets, abgesehen von dieser, für sie selbst zweideutigen Stimmungsmache bisher keines der politischen Ziele erreichen konnten, um derentwillen sie vor nunmehr drei Jahren dem Völkerbund beiqetreten sind. Der bolschewistische Versuch, den Völkerbund auf dem Wege über die Paktreform in eine antifaschistische Koalition umzuwandeln, ist — wenigstens nach Moskauer Auffassung — so gründlich mißlungen, daß Litwinow selbst jetzt dafür eintritt, man solle das ganze Projekt fallen lassen. Desgleichen weiß man in Moskau so gut wie anderswo, daß dem roten Spanien auch von Genf aus nicht mehr geholfen werden kann. Eine Anwendung der Völkerbundsartikel zugunsten der bolschewistischen Umsturzvläne in Westeuropa kommt also nicht mehr in Frage. ES hat sich herausgestellt, daß der von der Sowjetunion so lebhaft begrüßte Sanktionsfeldzug gegen Italien von der Mehrheit der Völkerbundsmitglieder nicht als Generalprobe für ein solches Unternehmen, sondern als abschreckendes Beispiel eines Völkerbundsabenteuers aufgefaßt wurde. Auch das in letzter Zeit in den Vordergrund getretene Bestreben der Sowjetpolitik, in Ermangelung einer festen antifaschistischen Koalition, wenigstens die bestehenden Gegensätze zwischen den beiden autoritären Staaten und den Westmächten zu verschärfen, hatte in Genf keine Erfolge aufzuweisen. Die Sowjetunion hatte zwar durch ihre herausfordernden Noten die Beteiligung Italiens an der Konferenz in Nyon verhindert, sah sich aber dann selbst von der Mittelmeerkontrolle ausgeschlossen, während England und Frankreich sich bemühten, der italienischen Stellung als zentrale Mittelmeermacht noch nachträglich gerecht zu werden.
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