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N.I74 Drittes Blatt
Donnerstag, 29. Zuli 1937
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Aus der Stad« Gießen. 800 heimische Sänger lmlerwegs nach Breslau
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Pech am Abend.
5Qn9 ^runter.
■ am Db?rS Kte, erlöst atmeten wir auf, am Fenster; mit lieht r.x Tj „uhestützten Armen. Wir stellten ihm den Fall klar.
1 1 QUei §r versicherte, daß er uns gern Helse, aber es sei
Sine Bahnstation hatte Tintenhausen nicht.
Als
am Ende immer.
ng ein
sind For-
Das Schicksal der Pygmäen im afrikanischen Urwald.
nur neun Uhr und am andern Morgen müsse er pifl fünf an feiner Arbeitsstelle stehen. Wir baten uii bettelten. Er blieb kalt. Wir gingen zerknirscht.
. Schlage brei- | ifdjine und bie | vergessen. Bchl tart wird man
ie: „Gleich noj ar sauber. Beim
| $,n)ei von uns machten sich auf. Das Dorf lag im Mndfrieden. Diele Läden waren schon geschlossen, Ljel; Leute schliefen schon. Wir fragten uns weiter. Dam kam die Gasse des Mechanikers. Er selber
Der Tausch.
Von Peter Mattheus.
Dodson hatte es außerordentlich eilig. Er sauste in 60-Kilometer-Tempo durch die Kurve, ohne das 6lls wegzunehmen. Die Pneus quietschen auf der
im Häuschen und ließ sich auf eine Zehndollarnote herausgeben. Er nahm sich reichlich Zeit. Nach seiner Schätzung konnte der Ford noch längst nicht die nächste Ortschaft erreicht haben. Als er aus der Türe trat, befand er sich plötzlich mitten zwischen den Polizisten. Auf der anderen Seite der Straße befand sich ein langes, graues Polizeiquto.
„Ihr Wagen?" fragte einer der Polizisten und deutete auf das blaue Kabriolett. Der Rothaarige antwortete nicht. Er machte ein völlig entgeistertes Gesicht. „Na also, geben Sie's schon zu, es hat keinen Zweck, zu schwindeln", sagte der Polizist. „Sie haben den Wagen vor einer Stunde in Rosario gestohlen. Zu Ihrem Pech hat's der Besitzer gleich gemerkt und uns mobil gemacht. Wir waren Ihnen die ganze Zeit dicht auf den Fersen."
Mit einem Schlage wurde der Rothaarige wieder lebendig. „Was?!" schrie er entrüstet. „Ich? — Gestohlen? — In Rosario? Den Wagen hat mir ein fremder Kerl auf der Chaussee angedreht — geradezu aufgedrängt.hat er ihn mir, der Schuft!"
Alle vier Polizisten, die um den Rothaarigen herumstanden, brachen in schallendes Gelächter aus. Es half nichts — inmitten der vier Polizisten mußte der Rothaarige die Fahrt nach Rosario antreten.
Dodson hielt um diese Zeit auf einem einsamen Feldweg. Er stieg aus, ging dreimal um den alten Ford herum und betrachtete ihn von allen Seiten.
„Schön bist du ja nicht", brummte er schließlich kopfschüttelnd, „aber — hm — sozusagen ehrlich erworben.^
Und dann streichelte er sachte die Kühlerhaube.
oartet ruhig ab, eflogen ist, unb ?ge ich nun h ganz allein unb mußte noch an „Dein Flug m ig unten staub, D.
ausschließlich Eisenbahnformationen befinden sich beim Heeresarchiv Dresden bzw. Heeresarchiv Stuttgart. t
Hessische ^orstverwaltung und Winterhilfswerk.
Lpd. Zur tatkräftigen Unterstützung des Winterhilfswerks waren die hessischen Forstämter durch die Forstabteilung der Landesregierung angewiesen worden, wie in den vorhergegangenen Jahren auch im letzten Winter der Belieferung von bedürftigen Volksgenossen mit Brennholz erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Zufolge dieser Anordnung wurden aus den hessischen Staats- und Gemeindewaldungen gegen mäßiges Entgelt insgesamt 40 300 Raummeter Brennholz an rund 11 800 minderbemittelte, erwerbslose, kinderreiche und bedürftige kriegsbeschädigte Volksgenossen abgegeben. Während sich die Menge des abgegebenen Brennholzes etwa auf derselben Höhe gehalten hat wie im Winter 1935 36, ist die Zahl der belieferten bedürftigen Volksgenossen im Vergleich zum Vorjahre um rund 3000 gesunken.
Die Urlaubsmarkenregelung.
Lpd. Es hat sich herausgestellt, daß vielfach Betriebe, die der Urlaubsmarkenregelung nicht unterliegen und Arbeiter einstellen, die aus urlaubsmarkenpflichtigen Betrieben des Bau- oder Baunebengewerbes kommen, diesen Arbeitern die im § 10 der Urlaubsmarkenregelung vorgesehenen Bescheinigungen nicht ausstellen. Vielfach sind diese Betriebe über die einschlägigen Bestimmungen im unklaren. Von zuständiger Stelle wird deshalb auf folgendes hingewiesen:
Wenn ein Arbeiter, der im Besitz einer Urlaubs»
Vornotizen.
Tageskalender für Donnerstag.
Aoria-Palast (Seltersweg): „Zum Tanzen ge- toren".
Polizei im Kampf gegen Verkehrssünder
Das Kommando der Schutzpolizei Gießen teilt
Gewitter Über der heimischenLandschast.
Der gestrige Mittwoch brachte unserer Landschaft — etwas unerwartet, weil es eigentlich gar nicht schwül und auch nicht sehr warm war — ein heftiges Gewitter. Blitze und Donnerschläge waren dabei von heftigen Regengüssen begleitet, die im übrigen nicht unwillkommen waren. Die Gartenbesitzer insbesondere mögen sich darüber sehr gefreut haben, denn für einige Zeit wurden sie dadurch des mühseligen Gießens überhoben. Der Regen hat den Gartenkulturen unb den Feldern gut getan.
In unserer Stadt waren zwei Blitzeinschläge zu verzeichnen. Im Hause Bleichstraße 7 schlug der Blitz in das Dach und zündete. Glücklicherweise wurde der Brandgeruch im Hause bald bemerkt unb die Feuerwehr alarmiert. Mit einer transportablen Kübelspritze gingen die Feuerwehrmänner vor unb vermochten die Brandgefahr rasch zu beseitigen. Ein weiterer Blitzschlag traf einen Straßenbahnwagen der grünen Linie, als sich der Wagen gerade zwischen Gießen und Wieseck unterwegs befand. Der durch den Blitzschlag am Wagen angerichtete Schaden war nicht beträchtlich. Der Wagen mußte allerdings abgeschleppt werden. Das Gewitter, das in mächtig breiter Front heraufgezogen war, hatte nach etwa einer Stunde ausgetobt unb zog in östlicher Richtung weiter. Balb barauf schien die Sonne. Wunderbar frische Luft machte in den Abendstunden den Aufenthalt in den Grünanlagen unserer Stadt besonders angenehm.
Frauenschasten.
Die Ernteferien sind da. In dieser Zeit ruhen die Zusammenkünfte und die offiziellen Pflichtabende in der Frauenschaft. Aber die Arbeit und Sorge um das Allgemeinwohl geht weiter. Da gilt es immer daran zu denken, daß die Vorräte der NSV. für das Winterhilfswerk wieder aufgefüllt werden müssen. Die Beerenernte hat einen reichen Ertrag ergeben, und manches Glas Gelee oder Marmelade wandert nun in die Vorratsräume der NSV. Außer den Heidelberen, die es in diesem Sommer in so reichen Mengen gab, reisen jetzt die wohlschmeckenden Brombeeren heran, die ein köstliches Fruchtmus ergeben. Auch bei diesen Wildfrüchten läßt sich die in den Kurzlehrgängen der Bäuerlichen Werkschule erlernte Saftverwertung erproben und ausnutzen. _________
Die Pygmäen des tropischen Innerafrika Gegenstand langjähriger anthropologischer schungen des Missionars Pater S ch e b e st a gewesen. Nach zwei früheren längeren Aufenthalten m ihrem Lande hat er sie jetzt zum dritten Mal aufgesucht und seine neuen Erfahrungen in einem Buche ausgesprochen, daß jetzt in englischer Ausgabe vorliegt. Er kam von der Ostküste und widmete seine Studien hauptsächlich den Pygmäen westlich des Albert-Nyanza, ungefähr 45 Kilometer von da, wo der Urwald beginnt. Nach fünf Jahren der Abwesenheit fand Pater Schebesta wesentliche Veränderungen in dem Lande vor: nach allen Richtungen durchschneiden jetzt große Autostraßen den Wald und lassen sogar das Zwergenvolk nicht unberührt. Es gibt einen guten Grund, die Jagdge
filde der Zwerge zu durchsuchen, denn die Pygmäen sind vor allen Dingen Jäger und Fallensteller. Dies ist es, was das seltsame Band Zwischen ihnen unb den Negern schafft, die keine ursprünglichen Waldmenschen sind, sondern aus der sonnigen Steppe draußen gekommen sind und Ackerbau und Viehzucht mitgebracht haben, wovon die Pygmäen nichts verstehen. Die Pygmäen lieben Bananen und Korn, die nur der Neger zu züchten versteht. Der Neger wiederum will Fleisch haben. Die Jagdkunst der Pygmäen versteht sogar den Elefanten zu erlegen. So braucht einer den anderen. Jeder Negerhäuptling ist Beschützer oder Beherrscher einer Pygmäengruppe. Aber die Abhängigkeit des Pygmäen vom Neger ist die größere und macht diesen zum Herrn.
Bei seinem ersten Aufenthalt hat Pater Schebesta die Pygmäen gelehrt, selber Bananen zu ziehen und in festen Dörfern zu wohnen. Jetzt fand er, daß seine Lehre Früchte getragen hat, wenn ckuch natürlich nur in geringem Umfang. Damit ist der erste Schritt dazu getan, die Abhängigkeit des Pygmäen vom Neger zu brechen. Das ist die einzige Möglichkeit,, das Zwergenvolk vor der allmählichen Ausrottung zu schützen, die ihnen durch die mitleidlose Erschließung ihres Gebietes und den fortschreitenden Druck der Minen und anderer Industrien droht. Um dieses Schicksal abzuwenden, schlägt Pater Schebesta einen großzügigen Plan vor: die Pygmäen müßten von den großen Autostraßen fort und an den alten Karawanenstraßen wieder angesiedelt werden, während die Negerdörfer an den neuen Autostraßen angesetzt werden könnten. So würden die Tiefen des Urwaldes wenigstens streckenweise den Pygmäen vorbehalten bleiben. Dies setzt jedoch voraus, daß die Pygmäen sich von der Vorhererschaft der Neger lösen und zuvor lernen, selber Viehzucht und Ackerbau zu treiben. Vielleicht liegt in diesem Plan die einzige Möglichkeit, die Pygmäen ober „Bambuti", wie sie sich selber nennen.' und die manche Forscher für eine der ätte« ften lebenden Menschenrasse halten, vor der Ausrottung zu beroanren
Hochschulnachrichten.
Dem Dozenten Dr. phil. habil. Eberhardt Hopf an der Universität Berlin ist unter Ernennung zum ordentlichen Professor der Lehrstuhl für angewandte Mathematik an der Universität Leipzig übertragen worden.
Professor Dr. Emil H a n n i g, Ordinarius für Botanik an der Universität M ü n st e r, ist wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Ver, pflichtungen entbunden worden.
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muß verwendet oder sorgfältig haltbar gemacht werden. Das ist der Beitrag, den die Hausfrauen zum Vierjahresplan liefern. Wie gut schmecken im Winter die Faßbohnen, wie erfrischend sind die sauren Gurken zum Abendbrot!
Die Frauenschaft greift auch zu, wo es gilt, im Nachbarhaushalt zu helfen, und ein Ehrenamt für die Frauen ist die Betreuung der Flachsfelder der Gemeinde.
Die von der NSV. in vielen Orten eingerichteten Erntekindergärten haben sich als Hilfe für die mit Arbeit belastete Mutter bewährt, die Kinder sind gut aufgehoben und lernen sich beschäftigen.
Das Beispiel der Frauenschaft, überall da, wo es Not tut, zu helfen und uneigennützig sich für jede Arbeit bereitzufinden, ist die stärkste Werbung für das Deutsche Frauenwerk, denn Helfen und Sorgen, Schaffen und Wirken, das ist die Lebensaufgabe jeder echten deutschen Frau! F. K.
Hitler-llrlauber-Kameradschast in Gießen.
NSG. Wie verschiedene größere Städte unseres Gaues wird auch die Stadt Gießen eine Hit - ler - Urlauber - Kameradschaft eröffnen. SA.-Kameraden werden in Zusammenarbeit mit der NSV. für bedürftige Volksgenossen aus allen Teilen des Reiches Freiplätze besorgen. Am 1. August treffen die ersten Hitler-Urlauber in Gießen ein. Sie werden hier feierlich empfangen.
Oie Aufbewahrung der Stammrollen.
Dorn Oberkommando des Heeres wird bekanntgegeben: Die Kriegsranglisten und -stammrollen 1914—1918 der preußischen Formationen, aller Eisenbahnformationen und der Freiwilligen- und llebergangsformationen lagern auch weiterhin beim Zentralnachweisamt für Kriegerverluste und Kriegergräber Berlin SW 68, Lindenstraße 37, die der bayerischen Formationen beim Zentralnachweisamt für Kriegerverluste und Kriegergräber Zweigstelle München. Anfragen sind unmittelbar an diese Dienststellen zu richten. Nur die Kriegerranglisten und -stammrollen der sächsischen und der württem- bergischen und badischen (XIv. A. K.) Formationen
während der Rothaarige sich keuchend die> Stirn vfHte, stellte Dodson, ohne lange zu fragen, d e |hbung ein, ging nach vorn, beugte sch Sn bei, ein Ruck — knatternd und fauchend sprang ÄX®. eigentlich? E- ist doch in SH-nung!" sagte er und richtete sich auf. Ms er tae Antwort bekam, drehte er sich um. Sem G - sh nahm einen maßlos überraschten Au
roei Schritt von ihm entfernt stand er * Vorige und grinste unverschämt. In der H '■ «ine Pistole, deren Mündung genau auf D 'rs dritten Westenknopf gerichtet war.
trijis ausmacht, können Sie ein bißchen helfen.
Qt ergriff mit der einen Hand das Steuer und tarnte tief) mit der anderen gegen Öen Kotflügel, ki Ford ruckte ein paarmal und jefcte fu$J?"9- ta in Bewegung. Dodson Zögerte einen Augenbllck, tan faßte er entschlossen zu und schob mit.. ® Alnsam brachten sie den Wagen an den Straßen-
„Was soll das?" fragte Dodson heiser.
Das Grinsen des Rothaarigen verstärkte sich. „Ihr Wagen gefällt mir", erklärte er freimütig und wies mit einer Kopfbewegung auf Dodsons blaues Kabriolett. Dann deutete er — wiederum mit einer Kopsbewegung — auf den verbeulten Ford und fragte: „Wollen wir tauschen?"
Dodsons Antwort war im Grunde genommen weder eine klare Absage, noch eine klare Zusage. Er beschränkte sich darauf, mit lauter Stimme eine Reihe landesüblicher Kraftworte zu äußern.
„Na, na — regen Sie sich nicht auf, es könnte Ihnen schaden", meinte der Rothaarige väterlich. „Wo haben Sie die Papiere?"
Dodson schwieg verbissen.
Hallo! Wo Sie die Papiere haben?" Der Ton, in' dem der Rothaarige das wiederholte, klang unangenehm scharf. Die Pistole in feiner Hand wackelte bedrohlich hin und her
Mürrisch zeigte Dodson auf seinen Wagen. „In der linken Tasche", knurrte er.
Der Roothaarige öffnete die Tür des Kabrioletts und überzeugte sich mit einem raschen Blick, daß die Papiere wirklich in der Tasche waren. In der nac^ ften Sekunde saß er hinter dem Steuer. „Was ich noch sagen wollte — der Ford ist bester, als er ->u-si°h?, rief er Dodson zu. »BL°ndeln S. , ihn gut, dann macht er’s noch eine Weile. Addw.
„Brechen Sie sich den Hals, Sie Gauner, sagte
Der"'Rothaarige schwenkte lachend die Hand unb □ab Gas. Das letzte, was Dodson von ihm sah, war der rote Haarschopf, der über dem 3ufammenge.ab teten Verdeck leuchtete. *
Fünf Minuten später ratterte Dodson in dem alten Ford die Chaussee entlang. Wit einem Male hörte er Motorengeräusch hinter sich . -Em langes graues Polizeiauto mit vier Polizisten darin taufte an ihm vorüber und hielt fünfzig Schritt weiter an. Als er in seinem Ford herangeklappert tarn, beugte sich der eine Polizist aus dem Wagen. „Blaues Kabriolett gesehen? rief er.
" Dodson machte kreisrunde Augen und schnappte nach Luft. Stumm streckte er die Hand aus unb beu ete in bie Richtung, m ber der Bothaange verschwunden war. Mit einem Ruck setzte sich bas Volneiauto roieber in Bewegung. Dodson zog Den Kopf tief zwischen bie Schultern unb bog an ber ' nächsten Gabelung in einen Felbweg em.
(Fin gutes Stück weiter stanb bas blaue Kabriolett Dor einer Tankstelle. Der Rothaarige war drinnen
Auch im Garten bietet sich reichlich Arbeit durch die Verwertung des Gemüses, besonders von Bohnen und Gurken. Es darf nichts umkommen, alles
und das deutsche Lied werden. Er wünschte allen ein großes Erleben in ber Grenzhauptstabt Schlesiens unb bestimmte bann Kreissängerführer Mü 1 - l e r zum Transportführer.
Die Grüße ber Kreisleitung überbrachte Kreisschulungsleiter Bürgermeister M i ch e 1 (Großen- Linden), ber u. a. barauf hinwies, baß diese Kundgebung in Breslau nicht nur in Deutschland und bei den vielen Deutschen in aller Welt, sondern erst recht bei den anderen Nationen größte Beachtung finde. Als Ausdruck deutschen Wesens sei dieses Fest ein starker Anziehungspunkt für die deutschen Volksgenossen in den Ländern und Gebieten, in denen sie Deutsche sein wolltezi und sich nicht entsprechend ihren Neigungen betätigen dürsten. Ihnen zu zeigen, wie das Deutschland Adolf Hitlers ein anderes geworden fei, damit sie mit Vertrauen und Zuversicht wieder in ihre Heimat zurückkehren konnten, das sei Pflicht und Aufgabe auch der Sänger aus dem Gau XII. In diesem Sinne wünsche er den Sängern eine glückhafte Fahrt zu dieser großen Kundgebung für deutsche Art, deutsches Wesen und das deutsche Lied. Nachdem die altvertrauten Weisen, mit denen die Sänger die Reden begleiteten, verklungen waren, kam der Zug. Um 17 Uhr fuhren bie Sänger von Gießen ab.
Unter ben Teilnehmern befanden sich auch mehrere Schlesier aus Gießen und Wetzlar, die sich den Sängern zur Fahrt in die Heimat angeschlvssen hatten.
karte ist, in einen der Urlaubsmarkenregelung nicht unterliegenden Betrieb überwechselt und seine Urlaubskarte einlösen will, so hat ihm der neue Betrieb eine Bescheinigung darüber auszustellen, daß er in seinem der Urlaubsmarkenregelung nicht unterliegenden Betriebe tätig ist. Außerdem muß er die auf den Urlaubsmarkenbetrag entfallenden Lohnsteuerbeträge an das Finanzamt ab führen und auch darüber dem Arbeiter eine Bescheinigung aushändigen. Weitere Bescheinigungen braucht der Be- triebs'führer nicht auszustellen, insbesondere nicht eine Bescheinigung über die Erfüllung von Sozialversicherungspflichten. In der ursprünglichen Fassung der Urlaubsmarkenregelung war dies zwar vorgesehen, jedoch ist der Wortlaut der Urlaubsmarkenregelung insofern durch Tarifordnung vom 9. Dezember 1936 (R. A. Bl. v. 15. Dezember 1936) geändert worden, da sich herausgestellt hat, daß im Falle der außerregelmäßigen Auszahlung des Urlaubsgeldes in den Fällen des § 10 irgendwelche Sozialversicherungsbeiträge nicht fällig werden.
Die Pflicht zur Abführung der Lohnsteuer unb zur Ausstellung ber genannten Bescheinigungen ergibt sich für ben nadjfolgenben, ber Urlaubsmarkenregelung nicht unterliegenben Betriebsführer aus ber allgemeinen Fürsorgepflicht bes Betriebsführers gegenüber seiner Gefolgschaft. Eine gelbliche Be- (aftunq bes Betriebes tritt baburch nicht ein, ba bie Abführung ber Lohnsteuer nur bann vorgenommen zu werden braucht, wenn der Gefolgsmann mit der Verrechnung des abgeführten Betrages als Vorschuß einverstanden ist ober ben Betrag zuvor erstattet hat.
Oie Hagebutte.
Die Frucht ber Milben Rose, die jetzt an Hängen unb Rainen, am Ranbe bes Waldes ihre zarten rosa Blütenblätter verstreut hat, ist ber Rvsen- apfel ober bie Hagebutte. Wie ein kleiner grüner Apfel formt sich ber Fruchtknoten, um sich langsam hochrot zu färben. Ueberall lockt uns dieses schöne frische Rot, und wir sammeln die aromatischen Wildfrüchte, wenn auch das Pflücken etwas schwierig ist, denn gleich ber Stachelbeere ist ber wilde Rosenstrauch mit Dornen besetzt unb verteibigt seinen Besitz.
Auch bas Reinigen und Zurechtmachen dec
tat einen kleinen Ruck. Der Wagen stand.
g.r2 halbe Stunde vor unserem Ziel. Er tat es nicht Lt. Keinen Zentimeter rückte er weiter.
fien ganzen heißen Tag war er willig über die Wen geschotterten Straßen geglitten, er hatte uns on ben Glasveranden kleiner Badestädtchen vor- t^dragen, an zurückhaltenden Schlossern, vorbei an den melancholischen friedlichen Kirchhöfen der Mser, er war brav die Höhen hinausgeklettert, Vie Näder hatten den weißen Sand schmaler Hö- ’fUjege durchmahlen und steile Abhänge war er tabgeglitten — in kühle, fächelnde Lindenalleen tan. Wir waren fonnenfatt und müde und sreu- L uns auf die Heimkehr. In einem kleinen Ort, L ich Tintenhausen nennen will, obwohl er nicht so hieß, stand der Wagen. Gute Nacht!
■ (r war durch'nichts zu bewegen, sich weiterzube- ni(cn. Er machte seinem Nämen Auto schreckliche ffchre. Die Einwohnerschaft des Ortes sammelte sich gelassen um das Gefährt. Es fehlte nicht an Munzelnden Gesichtern, und es fehlte auch E flflnjedjtem Mitleid nicht. Indessen fehlte es sehr an ■ * llnnm Mechaniker. Wir wollten es nicht glauben, ta ' 7 Lbr in unserer motorisierten Zeit gab es in diesem k 1iDörflcin einen einzigen Automechaniker unb dieser
An dem von Gießen ausgegangenen Sonderzug des Sängergaues XII zum Bundessängerfest in Breslau beteiligten sich die Kreise Rhein-Gau, Taunus, Vogelsberg, Wetterau, Wetzlar und Gießen mit zusammen 800 Mann. Schon frühzeitig säumten die Sänger den Bahnhofsvorplatz. Die Rheingauer waren mit ihren rebenumrankten Werbeschildern erschienen. Leider brachte der plötzlich eingetretene Gewitterregen die sehr zahlreich erschienenen Sangesfreunde um die angekündigte Kundgebung. Nur auf dem Bahnsteig ließen die Sänger ihre Lieder erschallen.
Kreissängerführer Müller (Gießen) begrüßte die zahlreich Erschienenen, besonders die Kameraden aus den weiter gelegenen Kreisen. Er sprach mit Freude davon, daß bas beutsche Lieb wieber bem Volke vertrauter geworben sei unb gab seiner Erwartung auf ein großes Erlebnis in der Grenz- Hauptstadt des Ostens Ausdruck. Freudig stimmten die sich in dichten Scharen um ihn drängenden Fahrteilnehmer und Gäste in das Treuegelöbnis zum Führer ein.
Bezirkssängerführer Wendler (Bad-Nauheim) überbrachte bie Grüße ber Gauführung unb gab ber Hoffnung Ausbruck, daß dieses Erlebnis in Breslau wieder neue Freunde dem deutschen Männergesang gewinnen helfen möge, damit sich der Sänger zum Verein, der Verein zum Kreis unb ber Kreis zum Gau schließen unb in ihrer Bundes- einheit ein starkes Bollwerk für deutsches Wesen
toeim man im iftreut unb bann oorbrängen unb rlepsch empfiehl! perlinge, bie be- >er Kehle M ! der weiblichen Etliche Verhäll- 1 überzeugt, W in dem die wt> •rart durch bie i sie ni» * ih (0 allmA liniicn tt* STA Wnchen ba D
üfellos mit A aber hier M Kinder ist. E- inn auch fln muß man stliche SperlmS smd J?
übrigen sehen F Uw?-; also unter»
Sperlinge ' sie als M "leflufouH Nester bannj .Die V Die öperl'”| «°4' Ä| ’w b-'A
. fM-W. bemerkt- Dodson besänftigt.
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■ u 8 1 fÄnnon Sit> ein bißchen helfen.
satten Chaussee.
Lis er in voller Fahrt aus ber Kurve heraus- ta, sah er plötzlich ein Hindernis vor stch- Er tapte so heftig, baß die Bremsen kreischten. Dicht ttr ihm hielt — quer auf der Fahrbahn - em titit, oermurfelter Ford von vorsintflutlichem Aus- !,bn. Der Fahrer stand daneben und schwenkte k Leibeskräften seine Mütze. Sein roter Haar- 1, on Wpf leuchtete in ber Sonne.
Dodson fluchte. Im letzten Augenblick gelang es M, seinen Wagen zum Halten zu bringen. Er Ipting heraus und ging mit finsterer gefurchter ^irn auf den Rothaarigen zu.
.Was fällt Ihnen denn em?" schnaubte er em= M „bauen Ihre Karre hier mitten m ben Weg! beinahe wäre ich hineingerasselt."
Der andere zuckte die Achseln. '.Tut mir leid, Nt meine Schuld", sagte er tuM. "MAn im &nben hat der Motor ausgesetzt. Kann schließlich jb<m passieren." ........
nit, daß in der Zeit vom 16. Juli bis einschließlich »2. Juli wiederum gegen zahlreiche Verkehrssünder sinzeschritten werden mußte. Führer von Fuhrwer- !en wurden in sechs Fällen verwarnt und belehrt: p,si Fuhrwerkslenker mußten zur Anzeige gebracht ntrDen. Zahlreiche Verwarnungen und Belehrungen irrten gegen Radfahrer ausgesprochen werden. Es mir in 132 Fällen notwendig. 40 Radfahrer wur- b-n zur Anzeige gebracht. Führern von Kraftfahr- jtugen mußten in 70 Fällen Verwarnungen und Llchrungen zuteilt werden. Auf Kraftfahrzeugfüh- rtr entfielen 55 Anzeigen. Fußgänger wurden in 216 Fällen verwarnt. Fünf Fußgänger wurden zur üazeige gebracht.
Die große Zahl der ausgesprochenen Verwarnun- zcn unb Belehrungen und die ebenfalls hohe Anzahl Don Anzeigen dürften jedem Volksgenossen eine Lehre sein und sollte ihn zu verkehrsgerechten Verheben auf der Straße veranlassen.
liftpn in t I ltne Baynfrailvn yaue xmienpauien nicyi. ziis ieiihpr J!"1! teil in die Nähe des Wagens kamen, sahen wir J.L „Wäla((f)enlampeh blitzen unb einen Mann unter der irtpn Ä ^Morhaube herumkrauchen. Der Zufall hatte ihn b-r ^Werbeigeführt. Als er die Sache soweit hatte, daß r Mot M 1 r^ststellte, so, nun sei alles in Ordnung, stellte m > Isich endgültig heraus, daß der Wagen eine schlim- ™ ^O'lmeie Störung hatte. Wir muhten ihn in eine nt ^teieune karren. Die Sterne leuchteten tröstlich. Das e wol le er luhllr^phon rief einen Taximann aus einem Nachbar- nLUtrer?fllBÄn.
I ■xnarl Dir trösteten uns damit, daß wir schlimmer aus- annie nicht ba-lg^ßn hätten, wäre uns das Malheur auf einem
(är?r flDfllöigen Höhenweg, zwei Stunden von jeder An- r'lung entfernt, passiert. Ein Mensch tröstet sich " r. k.


