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Donnerstag, 29.3uli 1957

llr.174 Zweites Blatt

Gietzener Anzeiger iGenerai-Anzeiger für Oberhessen)

5eierli6e Slblüsielübergabe für

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zu lassen. Im November 1935 geschah es dann, daß die neun Oberrichter als die bestellten Hüter der uralten Verfassung einen großen Teil der Roose- oeltschen Gesetze verwarfen.

So entbrannte der Kampf um die Justizre-

lung zu bereiten."

Zum Schluß sagt der brasilianische Verfasser ganz offen, was die eigentlichen Gründe dafür sind, das Verrechnungsabkommen anzugreifen: Es gibt Leute, die allein die Baumwolle nach Deutschland ver- kaufen möchten. Ihnen ist Brasilien ein unangeneh­mer Konkurrent. Diese amerikanischen Kreise wol­len Deutschland in Brasilien ausschalten, sie wol- len selbst den südamerikanischen Markt gewinnen und sich Preise sichern, die höher sind als diejeni­gen, die heute für deutsche Lieferungen verrechnet werden.

Der Kampf gegen das angebliche deutscheDum­ping" konnte sicherlich nicht treffender beleuchtet werden, als es hier von einem Fachmann der be­teiligten brasilianischen Wirtschaft geschehen ist. Li.

letzten ÜJorJ -eu anders J 1 nisten zch westlicher 'enn auch M 1 rechnen. U ausnahmswch doch meiftens °ge - Nied«, verden fchwG re Werte (5. annehmen. ZeitraM wcJ

land getroffenen Vorkehrungen zur Folge haben, daß wir seine Waren billiger kaufen können, sehen wir keinen Grund, zu protestieren. Wir haben auch nicht protestiert, als zuerst England, dann die Vereinigten Staaten und schließlich Frank­reich von der Goldwährung abgingen, um auf dem Weltmarkt ihren Produkten eine vorteilhaftere Stel-

Alona-palast:ZumTanzen geboren".

Ein Film der Metro-Goldwyn-Mayer, zur Hälfte deutsch nachsynchronisiert, zur anderen Hälfte eng­lisch mit einkopierter Uebersetzung. Das Ganze eine etwas abenteuerliche Mischung aus Lustspiel, Schwank und großer Revue, ausBroadway- Melodie" und dem international beliebten Thema Liebe der Matrosen". Die Schauplätze verteilen sich im wesentlichen sinngemäß auf ein nach langer Auslandsfahrt heimkehrendes U-Boot der USA.= Marine, Revuetheater und nächtlichen Centralpark mit vielen einladenden Bänken. Die Handlung zu erzählen ist so schwierig wie etwa bei Pat und Patachon; das Generalmotiv ist der Aufstieg einer begabten Provinzlerin zum gefeierten Revuestar von Neuyork: eine Paraderolle für Eleanor P o w e l l; sie ist brillant gewachsen, hübsch, auch darstellerisch nicht unsympathisch, vor allem aber eine blendend durchtrainierte Steptanzerin, deren große Nummer schon akrobatische Qualitäten auf­weist. Regie führte Roy d e l R u t h , der die Sache in einem verschwenderischen Stil mit großen Mitteln ausgestattet hat. (Ein Kriegsschiffdeck mit riesigen Drillingstürmen als Tanzfläche und Kulisse für eine Revue zu nehmen, bringen sie übrigens wahr­scheinlich nur drüben fertig.) Von den übrigen, hier kaum bekannten Darstellern fallen James Ste­wart als Partner der Powell, Virginia Bruce,

>rl Mffurt. !

>e Zufuhr H t sich heute von nach Südwefl- , dos eine von lge haben wird, i uns noch aus nperaturen iin- eg erfahren.

: Bewölkt, ab Hauern, trocken, nng wechselnde

\ Elektrotechnik 1 Masch.-, Auto- ' u,Flugzeugbau

Deutsche und italienische Musik

Von Dr. Erwin Kroll

Sochschulnacbncbten

Professor Dr.-Jng. e. h. Friedrich Schwerd, Ordinarius für Werkzeugmaschinenkunde an der Technischen Hochschule Hannover, ist wegen Er­reichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Schwerd ist durch die Erfindung des Stahlhelms über seinen akademischen Wirkungskreis hinaus be­kannt geworden. .

ilhelm Lange.

< Ernst Nm- für die Wr.

ertreter: M ilhyrio/,' Jutta .genleiter: Hän­den Inhalt der 1. VI. 37: 9101 lerfitätsdrucketti MonatsbeM i. Zuftellgebühl, Emzelverkach Pf., mit der

Juni 1935 gültig.

Die amerikanischen Dumping"-Gerüchte und ihre Hintergründe.

Vor einigen Tagen wurde berichtet, daß die Ver­einigten Staaten von Amerika neue Wirtschafts­verhandlungen mit Brasilien führen und daß dabei als der leitende Gesichtspunkt bezeichnet wurde, solche Länder auszuschalten, die angeblich einDumping" betreiben. Es war dabei in unmiß­verständlicher Weise auf Deutschland angespielt worden. Niemand nimmt es der amerikanischen Wirtschaftspolitik übel, wenn sie nach Wegen zur Verbesserung ihrer Handelsbilanz sucht. Ebenso aber muß man dem Deutschen Reich das Recht lassen, sich seine Lieferanten dort zu suchen, wo seine Kun­den wohnen, damit der Ausgleich der Zahlungen durch Warenlieferungen ermöglicht wird.

Nun hat der frühere Leiter der Bank von Bra­silien, Marcos de Souza D a n t a s , in einem Ar­tikel zu den Handelsbeziehungen zwi­schen Deutschland und Brasilien Stel-

Aeue Filme für die kommende Spielzeit

40 von der Ufa, 40 von der Tobis, 30 von der Terra.

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r. 58); V* * ihnahmen.

Sid Silvers und Buddy E b s e n durch drastisch­komische und steptänzerische Begabung auf. Vor­her sieht man die neue Ufa-Wochenschau und einen interessanten KulturfilmSchwarze Kunst".

Hans Thyriot.

I* für ij RetchsweA - °m 28.3m

gleich, einige wenige Nachzügler des 19. Jahrhun­derts, wie z. B. den Ostpreußen O. Nicol ai ab­gerechnet, der letzte große Jtalienfahrer der Musik.

Es war nicht mehr ein im Musikalischen unbe­stritten führendes Land, das der junge Mozart jenseits der Alpen antraf. Denn Deutschland schickte sich an, Italien die musikalische Führerrolle ab­zunehmen. Der reife Mozart selbst im Verein Haydn und Beethoven begründete die Welt­herrschaft der Wiener Klassik. Sie ist eine Herr­schaft vorwiegend des Instrumentalen, amer sinso- nischen Kunst, die bis heute von der Jdeenhaftlg- keit des germanischen Geistes zeugt und uberml aus der Welt Anerkennung gefunden hat Auch Die Alleinherrschaft der italienischen Oper, deren letzte Hochburgen (wie Dresden) noch ms 19. Jahrhun­dert hineinragen, wurde in Deutschland gebrochen. Aber selbst Weber, dem hier das Hauptverdienst zukommt, konnte sich, als er seiner "Emyanthe halber in Wien weilte, nicht dem Zauber der Me­lodien Rossinis entziehen, und erst die Riesen­erscheinung Richard Wagners entschied den deut schen Sieg endgültig. Doch vermochte Wagners Kunst, so umwälzend sie auch m der ganzen Welt wirkte, die Grundrichtung der ^ahemschen Musik nicht eigentlich zu verändern. Dazu kam, daß dem deutschen Meister in Verdi em eben­bürtiger Gegenspieler erstand.

Wagner und Verdi wieder sind es die Gegen­sätze des Nordens, die sich in ihrem Schaffen be­gegnen Der Deutsche, ein faufh ti) getriebener Mensch, umspannt mit seiner Klangwelt alles hintergründige, Symbolhafte, Mythische des We­sens seiner Nation. Der Italiener aber würze t fest im Diesseits. Er ist Realist - der naive Kunst- er Si Sinne Schillers. Dabe, waltete zwischen beiden eine geheime Anziehungskraft Wagner war von jener Sehnsucht nach dem Süden bestell, die d°e Künstler nördlicher Romantik von Anfang an nn^Hrfmete Mehr als einmal nannte er Italien i E Ste Wat' «erb? aber hat sich ge- : Lauer mit Warner- Werken besaßt, ata gemein- hin hpfannt ist: das verraten zum mindesten ; ine OpernOthello" und .Falstaff". Ja, der i Italiener fiirchtete geradezu eine Germamsierung

her Tonkunst seines Landes, und wenn er hierin nurfi au schwarz gesehen hat, so war doch zu seiner ! Zell der Einfluß der deutschen Musik jenseits der - Alpen groß. Liszts Besuche m Rom brachten der italienischen Kammermusik und DratonenFunft neue Anregungen. Das beweisen Namen wie Ma r - tucci Sgambati und P e r o s i. In Wag­ners Spuren wandeln die Opernkomponisten Boito und Ponchielli, und auch derVe-

Zeitschnffen.

Die schönsten Aufnahmen von Knut Hamsun wurden kürzlich im Auftrag derneuen l i n i e" gemacht, als zwei ihrer Mitarbeiter bei dem großen norwegischen Dichter in Nörholmen zu Besuch waren. Weder Sensationslust noch Neugier veran­laßte sie, Hamsun, dessen Person bisher in fast mystischem Dunkel blieb, aufzusuchen. Es galt ledig­lich, den 78jährigen Dichter zu sehen, unter die Augen dessen zu treten, dessen Menschengroll in seinem letzten Werk viele seiner Anhänger erschreckte. In der Begegnung mit Hamsun, von der das August-Heft berichtet, erkennen wir die Größe seines Menschen- und Dichtertums. Aus dem Nachbar­land Schweden brachte ein Malerehepaar farbige sommerliche Impressionen heim, die verbunden mit einem Text von Andr6 Baron Foelckersam im gleichen Heft erscheinen. Ein sinnvolles Traktat han­delt überUnfug und Weisheit der Erholung". Der Modeteil des August-Heftes derneuen linke" (Verlag Otto Beyer, Leipzig) bringt sommerliche Nachmittags-, Abend-, Sport- und Jackenkleider.

Englische und französische Sprachkenntnisse zu erweitern, bereitet Freude, wenn hierfür fesselnder und unterhaltender Lesestoff zur Verfügung steht. Diese Voraussetzungen erfüllen Langenscheidts E n gl i sh Monthly Magazine und L e Journal fran<?ais Langenscheidt. Der Inhalt der Augustnummern ist überaus anregend und unterhaltend. Neben interessanten Berichten enthalten sie Erzählungen, Witze, Rätsel und eine Uebersetzungsaufgabe. Auch die Sprache des Han­dels ist nicht vergessen. Das Verständnis der ftemd- sprachigen Texte wird erleichtert durch Vokabel­übersetzungen am Rande der Seite. Jedes Heft 50 Pfennig, vierteljährlich 1,35 Mark.

Die großen deutschen Filmgesellschaften geben jetzt ihre Produktionsprogramme für hiß Spielzeit 1937/38 bekannt. Danach wird allein bei der Ufa, der Tobis und der Terra- Filmkunst mit 110 Spielfilmen zu rechnen sein, ein Angebot, zu dem noch die Filme kleinerer Gesellschaften kommen.

Die Ufa wird 40 abendfüllende Spielfilme (da­von vier ausländischen Ursprungs), 40 zweiaktige Kurzfilme, 40 Kulturfilme und je 52 Folgen der Ufa-, Deulig- und Ufa-Auslandswoche liefern. Die­ses Programm ist zahlenmäßig das stärkste seit dem Uebergang zum Tonfilm in Deutschland. Da mit den Vorbereitungen für die neuen Filme, ent­sprechend der von Reichsminister Dr. Goebbels gegebenen Anregung, die Produktion auf das ganze Jahr zu verteilen, Ende des Jahres 1936 begonnen wurde, sind von den angekündigten Filmen heute bereits elf f e r t i g g e st e l l t und vorführungs- bereit, weitere drei zum größten Teil fertig oder im Schnitt. An der Spitze des Programms stehen fünf große, von ethischen und nationalen Problemen unserer Zeit getragene Filme. Musik und Gesang in einer stark dramatischen Handlung sind wesent­lich für fünf weitere Filme. Gegenwartsfragen ver­schiedener Art behandeln drei Filme, deren Stoffe bekannten Romanen entnommen sind. Drei Filme

rismus" eines M a s c a g n i und Leoncavallo sowie die ihn ablösende Opernkunst eines Puc- cini ist, so sehr sie sich von ihm abwenden möchten, letzthin ohne Wagner nicht denkbar.

Und heute? Im italienischen Theater erfreuen sich Wagner und Richard Strauß lebhafter Förderung, während die Wiener Klassiker im Kon­zert beliebt sind. Die italienische Jugend aber strebt wie die deutsche zurück zu den Quellen ihrer großen musikalischen Vergangenheit, und dabei ist ihr auch I. S. Bach ein besonderer Begriff ge­worden. In Deutschland anderseits sind die Werke der italienischen Oper aus den Spielplänen über­haupt nicht mehr wegzudenken. Wenn Dirigenten wie Molinari und Panizza uns besuchen, wenn S a b a t a die ganze Mailänder Scala nach Berlin bringt, so ziehen dafür Furtwängler und andere deutsche Kapellmeister nach Italien, und auch Kammermusikvereinigungen und Solisten lassen sich im Austausch hüben und drüben hören. All das geht im Rahmen eines allgemeinen Kul­tur austausch s vor sich, der zwei schicksalhaft aufeinander angewiesene Völker lehrt, sich immer tiefer zu verstehen.

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beschäftigen sich mit Problemen, die entweder noch gar nicht oder lange nicht mehr behandelt wurden. Schließlich sollen zehn heitere Filme der Entspan­nung dienen und dem Humor Raum gewähren. Heimat und Brauchtum werden in vier zum Teil lunsttgen, zum Teil ernsteren Stoften im Mittel­punkt stehen. Hierzu kommen endlich drei Kriminal­filme, zwei Filmoperetten, ein großer Ausstattungs­film und einige Naturfilme.

Als Regisseure sind von der Ufa u. a. ver­pflichtet: Professor Carl Froelich, Karl Ritter, Her­bert Maisch, Detlef Sierck, Erich Waschneck, Georg Witt, Hasso Preiß, R. A. Stemmle, Paul Marttn, Fritz Kirchhoff, Dr. A. Elling, Hans Deppe, Georg Jacoby, E. v. Borsody. Unter den Schauspie­lern seien erwähnt: Alfred Abel, Wolf Albach- Retty, Georg Alexander, Annabella, Lida Baarova, Fita Benkhoff, Willy Birgel, Maria Cebotari, Lil Dagooer, Carl Ludwig Diehl, Gustav Diessl, Josef Eicyheim, Heli Finkenzeller, Willy Fritsch, Heinrich George, Karin Hardt, Lilian Harvey, Johannes Heesters, Paul Henckels, Trude Hesterberg, Carola Höhn, Brigitte Harney, Fritz Kämpers, Franziska Kinz, Hansi Knoteck, Hilde Körber, Zarah Leander, Gerda Maurus, Aribert Mog, Rudolf Platte, Maritta Rökk, Hans Adalbert von Schlettow, Leo Slezak, Hilde von Stolz, Maria von Tasnady,

form. Die Mitglieder des Obersten Bundesgerich­tes waren nach der Verfassung unabsetzbar; sie standen meist im höchsten Greisenalter und hatten deshalb für die neue Zeit und ihre Probleme nur geringes Verständnis. Roosevelt verlangte deshalb eine Vergrößerung dieses Gremiums um sechs neue Richter, die Einführung einer Altersgrenze und die Verpflichtung, bei der Entscheidung von Verfas­sungsproblemen vorher mit der Regierung Rück­sprache zu nehmen. Um diese Reformpläne ist seit­dem ununterbrochen gekämpft worden, wobei sich jedoch die Front der Widersacher des Präsidenten zusehends verstärkte. Es wirkten verschiedene Um­stände zusammen, um nicht nur Abgeordnete und Senatoren, sondern auch die Volksmeinung gegen das Experiment Roosevelts zu mobilisieren. Nach­klänge aus der Zeit vor 150 Jahren, als die Ver­fassung des Einheitsstaates nur durch schonendste Behandlung der um ihre Sonderrechte bangenden Einzelländer zustande kommen konnte, wirken bis heute nach und leben in der Eifersucht der Pro­vinzgouverneure wieder auf. Dazu kam die allge­meine Furcht vor einer diktaturähnlichen Entwicklung d e s Staatswesens, deren erste Stufe die Reform des über d e r Verfas­sung stehenden Obersten Bundesge­richtes hätte werden können. Alles, was an autoritäre Regierungsformen erinnert, wirkt aber auf den amerikanischen Durchschnittsbürger wie das bekannte rote Tuch.Gegen Zentralismus und Dik­tatur für Freiheit und Demokratie" wurde deshalb das Feldgeschrei der Roosevelt-Gegner. Außerdem sah man mit Unbehagen, daß der Präsident gegen die Seuche des Sitzstreiks nichts unternahm, weil er offenbar auf die politische Bundesgenossen-

Jn Washington ist ein für die Zukunft der Ver­einigten Staaten entscheidender Beschluß gefaßt worden. Der Bundessenat hat mit 70 gegen 20 (Stimmen die Reformpläne Roosevelts für das Oberste Bundesgericht, wie auch für das übrige amerikanische Justizwesen abgelehnt. Damit ist das Schicksal der Gerichts- Ireform besiegelt, denn die Ersatzvorlage, deren Aus­arbeitung der Justizausschuß des Senats verlangt, i soll nur die unteren Gerichtsbehörden, nicht aber : das Oberste Bundesgericht reformieren. Die Niederlage Roosevelts ist also vollkommen. Es besteht auch keine Aussicht, daß der Präsident viel­leicht in einer späteren Sitzungsperiode mit seinen Vorschlägen durchdringen könnte. Es ist nun die Frage, ob dies nur eine parlamentarische Schlappe ist oder ob das Amerikanertum selbst gegen den

lung genommen. Er führt aus, daß Brasilien kein Geld habe, um Jndustriewaren zu kaufen, Deutsch­land über keine ausreichenden Devisen verfüge, um Kaffee, Gummi, Häute, Felle, Baumwolle, Mine­ralien usw. zu beziehen. Deutschland hat jährlich über eine Million Sack Kaffee aus Brasilien be­zogen. Die Hälfte des Tabaks aus den Hauptge­bieten des großen Landes geht nach Hamburg. Aehnlich ist es mit den Häuten, Getreide, Früchten und Gummi, für die Deutschland ein Hauptabneh­mer ist. Schließlich hatte Deutschland 40 Millionen Mark eingefrorener Guthaben in Brasilien, für die es Waren in Kauf nehmen konnte. Alle Voraus­setzungen für einen Verrechnungsverkehr waren da­mit zwischen beiden Staaten vorhanden. Der Aus­fuhrwert seit dem Beginn des Derrechnungsabkom- mens betrug 200 Millionen Mark und war für die brasilianischen Erzeuger sicher ein gutes Geschäft. Auch die Bank von Brasilien erzielte bedeutende Ueberschüsse durch die Verrechnung.

Der brasilianische Finanzmann setzt sich ferner sehr deutlich mit den Einwänden auseinander, die aus ganz privatwirtschaftlichen Gründen gegen das Abkommen erhoben wurden. Es wird behauptet, daß durch die Lieferungen Deutschlands die Einfuhr aus den Vereinigten Staaten zurückgehe. Die Zah­len lehren aber, daß auch die Einfuhr Brasiliens Amerika gestiegen ist.Wenn die durch Deutsch­getroffenen Vorkehrungen zur Folge haben,

wollte. Lewis hatte dem Präsidenten bei der letz­ten Wahl seine Unterstützung versprochen, wofür er jetzt den Lohn in Form seiner ungesetzlichen Streik­ausschreitungen entgegennehmen durfte.

Hier wird eine andere Gefahr sichtbar, die die Feinde Roosevelts auf jeden Fall vermeiden wol­len. Lewis hat nämlich den Ebrgeiz, selber einmal Präsident zu werden, und die Aussichten dafür sind nicht so gering. Für den Fall jedoch, daß ein­mal ein linksradikaler, halb k v m m u - nistischer Gewerkschaftsführer ins Weiße Haus einziehen sollte, will man eine letzte politische und staatsrechtliche Machtreserve behalten, welche die Stabilität und die verfassungsmäßige Grundlage der Union einigermaßen gewährleistet. Diese Machtreserve soll das Oberste Bundesgericht sein, und diese Ueberlegung ist auch der tiefere Grund für das Scheitern der Rvoseveltschen Justizreform. Amerika nimmt lieber die offensichtlichen Mängel des be­stehenden Systems in Kauf, als daß es sich den Zu­fälligkeiten einer ungewissen Zukunft aussetzt. Das Ringen um die innere Neuformung des amerika­nischen Lebens wird freilich durch einen Parlaments­beschluß nicht aufgehalten werden können. Ev.

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In keiner Kunst offenbart sich das Wesen eines | Volkes so tief wie in der Musik. Nord und Sud, j Ost und West spiegeln hier ihre Gegensätze wider, und am Beispiele der deutschen und. der ttalie- < Nischen Musik läßt sich zeigen, wie diese Gegen- . sätze immer wieder zum Ausgleich streben.

In Italien gibt der schöne Schein der Musik, in Deutschland ihr tieferer Sinn den Ausschlag, dort lebt die Musik vor allem im Einzelklang der Menschenstimme, in der schonen Melodie, h er wendet sie sich mehr an die Instrumente und ihr Zusammenklingen. So bildete der Norden die Mehrstimmigkeit aus, und erst als die g^ße Epoche der nieedrlssndischen Meister mit ihrer mehrstim- miaen Kunst ausklang, trat Italien um 1550 mir Palestr Ina die Weltherrschaft in der Musik an

Damals wuchs die Zahl der Deutschen, dl- sud- wärts xum gelobten Lande der Musik pilgerten. Damal? entstanden in Italien die Hauptformen der europäischen Kunstmusik. Oper. Oratonum, Suck. Sonate. Konzert. Sinfonie. Von den großen deut schen Italienfahrern. die bei den Schöpfern dies» Formen Anregungen gft'Lieli

Haßler zu nennen, der 1584 zu 21. nach Venedig reifte und hier zu em ff««'««

State sssie -« L Sun ooStaLschemu'nb germanischem Uten » Mpe?°g7°hen das Wundermeer feines allumfasi eingemündet, doch auch die italienischen Strome emgemim Das zeigt uns besonders feine Konz schon

mermufit Händel anderseits lernte Italien l^. als Jüngling kennen, und als er^ Anmut glücklichen Jahren verließ, nahm , emer= und Klarheit des Südens nut um Mi ^r- manifchen Wesen emzuverleibem seben-

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bigen Opern, Oratorien b3er deutsche und

erstand noch einmal em MeUter Der pfcfpunft italienische Art verschmelzend einen musikalischer Kunst erreichte: Mozart. Ur q: 3

In der Schvrsheide wurde der Waldhvf K a r i n h a l l fertiggestellt, der in den Sommer­monaten die Dienststelle des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring und seiner engsten Mitarbeiter darstellt. An der Schlüsselübergabe beteiligten sich sämtliche am Bau beschäftigt gewesenen Arbeiter, denen der Ministerpräsident seinen Dank aussprach.

(Presse-Bild-Zentrale-M.)

Gescheiterte Zustizreform in Amerika

Präsidenten entschieden hat

Die für amerikanische Verhältnisse revolutionäre Idee Roosevelts bestand darin, dem hemmungs­losen Individualismus, der in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht bislang das Leben in USA. bestimmte, gewisse Zügel anzulegen und die Staatsleitung planend und ordnend in den Gang der Dinge einzuschalten. Diese Bemühungen, das Staatsleben auf eine neue, moderne Grund­lage zu stellen, fanden ihren weithin sichtbaren Aus­druck in dem New-Deal-System, mit dessen Hilfe sowohl die Jndustriewirtschaft (Nira-Gesetze), als auch die Landwirtschaft (AAA.-Gesetze) gerettet und gesichert werden sollte. Aber sehr bald zeigte sich, daß Amerika für solch eine neue A r b e i t s - und Wirtschaftsordnung offenbar noch nicht reif ist. Große Teile der Bevölkerung, vor allem der arbeitenden Bevölkerung, stimmten den Pla­nen Roosevelts zwar zu, aber die Gegner aus dem republikanischen und privatwirtschaftlichen La­ger, die auch die öffentliche Meinung sehr stark be­herrschen, wandten sich an den Ober ft en Ge - R ?o feVe U f cfren M a ß^a hme nachprüfen schäft der Lewis und^Genoffen^mcht^v^^