o
U
X
M s
Donnerstag, 29.3uli 1957
llr.174 Zweites Blatt
Gietzener Anzeiger iGenerai-Anzeiger für Oberhessen)
5eierli6e Slblüsielübergabe für
aus
;: Wolkig mit , auf SiidM
zu lassen. Im November 1935 geschah es dann, daß die neun Oberrichter als die bestellten Hüter der uralten Verfassung einen großen Teil der Roose- oeltschen Gesetze verwarfen.
So entbrannte der Kampf um die Justizre-
lung zu bereiten."
Zum Schluß sagt der brasilianische Verfasser ganz offen, was die eigentlichen Gründe dafür sind, das Verrechnungsabkommen anzugreifen: Es gibt Leute, die allein die Baumwolle nach Deutschland ver- kaufen möchten. Ihnen ist Brasilien ein unangenehmer Konkurrent. Diese amerikanischen Kreise wollen Deutschland in Brasilien ausschalten, sie wol- len selbst den südamerikanischen Markt gewinnen und sich Preise sichern, die höher sind als diejenigen, die heute für deutsche Lieferungen verrechnet werden.
Der Kampf gegen das angebliche deutsche „Dumping" konnte sicherlich nicht treffender beleuchtet werden, als es hier von einem Fachmann der beteiligten brasilianischen Wirtschaft geschehen ist. Li.
letzten ÜJorJ -eu anders J 1 nisten zch westlicher 'enn auch M 1 rechnen. U ausnahmswch doch meiftens °ge - Nied«, verden fchwG re Werte (5. annehmen. ZeitraM wcJ
land getroffenen Vorkehrungen zur Folge haben, daß wir seine Waren billiger kaufen können, sehen wir keinen Grund, zu protestieren. Wir haben auch nicht protestiert, als zuerst England, dann die Vereinigten Staaten und schließlich Frankreich von der Goldwährung abgingen, um auf dem Weltmarkt ihren Produkten eine vorteilhaftere Stel-
Alona-palast: „ZumTanzen geboren".
Ein Film der Metro-Goldwyn-Mayer, zur Hälfte deutsch nachsynchronisiert, zur anderen Hälfte englisch mit einkopierter Uebersetzung. Das Ganze eine etwas abenteuerliche Mischung aus Lustspiel, Schwank und großer Revue, aus „Broadway- Melodie" und dem international beliebten Thema „Liebe der Matrosen". Die Schauplätze verteilen sich im wesentlichen sinngemäß auf ein nach langer Auslandsfahrt heimkehrendes U-Boot der USA.= Marine, Revuetheater und nächtlichen Centralpark mit vielen einladenden Bänken. Die Handlung zu erzählen ist so schwierig wie etwa bei Pat und Patachon; das Generalmotiv ist der Aufstieg einer begabten Provinzlerin zum gefeierten Revuestar von Neuyork: eine Paraderolle für Eleanor P o w e l l; sie ist brillant gewachsen, hübsch, auch darstellerisch nicht unsympathisch, vor allem aber eine blendend durchtrainierte Steptanzerin, deren große Nummer schon akrobatische Qualitäten aufweist. Regie führte Roy d e l R u t h , der die Sache in einem verschwenderischen Stil mit großen Mitteln ausgestattet hat. (Ein Kriegsschiffdeck mit riesigen Drillingstürmen als Tanzfläche und Kulisse für eine Revue zu nehmen, bringen sie übrigens wahrscheinlich nur drüben fertig.) Von den übrigen, hier kaum bekannten Darstellern fallen James Stewart als Partner der Powell, Virginia Bruce,
>rl Mffurt. !
>e Zufuhr H t sich heute von nach Südwefl- , dos eine von lge haben wird, i uns noch aus nperaturen iin- eg erfahren.
: Bewölkt, ab Hauern, trocken, nng wechselnde
\ Elektrotechnik 1 Masch.-, Auto- ' u,Flugzeugbau
Deutsche und italienische Musik
Von Dr. Erwin Kroll
Sochschulnacbncbten
Professor Dr.-Jng. e. h. Friedrich Schwerd, Ordinarius für Werkzeugmaschinenkunde an der Technischen Hochschule Hannover, ist wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Schwerd ist durch die Erfindung des Stahlhelms über seinen akademischen Wirkungskreis hinaus bekannt geworden. .
ilhelm Lange.
< Ernst Nm- für die Wr.
ertreter: M ilhyrio/,' Jutta .genleiter: Händen Inhalt der 1. VI. 37: 9101 lerfitätsdrucketti MonatsbeM i. Zuftellgebühl, Emzelverkach । Pf., mit der
Juni 1935 gültig.
Die amerikanischen „Dumping"-Gerüchte — und ihre Hintergründe.
Vor einigen Tagen wurde berichtet, daß die Vereinigten Staaten von Amerika neue Wirtschaftsverhandlungen mit Brasilien führen und daß dabei als der leitende Gesichtspunkt bezeichnet wurde, solche Länder auszuschalten, die angeblich ein „Dumping" betreiben. Es war dabei in unmißverständlicher Weise auf Deutschland angespielt worden. Niemand nimmt es der amerikanischen Wirtschaftspolitik übel, wenn sie nach Wegen zur Verbesserung ihrer Handelsbilanz sucht. Ebenso aber muß man dem Deutschen Reich das Recht lassen, sich seine Lieferanten dort zu suchen, wo seine Kunden wohnen, damit der Ausgleich der Zahlungen durch Warenlieferungen ermöglicht wird.
Nun hat der frühere Leiter der Bank von Brasilien, Marcos de Souza D a n t a s , in einem Artikel zu den Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Brasilien Stel-
Aeue Filme für die kommende Spielzeit
40 von der Ufa, 40 von der Tobis, 30 von der Terra.
rchunM
inunn«®*
r. 58); V* * ihnahmen.
Sid Silvers und Buddy E b s e n durch drastischkomische und steptänzerische Begabung auf. — Vorher sieht man die neue Ufa-Wochenschau und einen interessanten Kulturfilm „Schwarze Kunst".
Hans Thyriot.
I* für ij RetchsweA - °m 28.3m
gleich, einige wenige Nachzügler des 19. Jahrhunderts, wie z. B. den Ostpreußen O. Nicol ai abgerechnet, der letzte große Jtalienfahrer der Musik.
Es war nicht mehr ein im Musikalischen unbestritten führendes Land, das der junge Mozart jenseits der Alpen antraf. Denn Deutschland schickte sich an, Italien die musikalische Führerrolle abzunehmen. Der reife Mozart selbst im Verein mü Haydn und Beethoven begründete die Weltherrschaft der Wiener Klassik. Sie ist eine Herrschaft vorwiegend des Instrumentalen, amer sinso- nischen Kunst, die bis heute von der Jdeenhaftlg- keit des germanischen Geistes zeugt und uberml aus der Welt Anerkennung gefunden hat Auch Die Alleinherrschaft der italienischen Oper, deren letzte Hochburgen (wie Dresden) noch ms 19. Jahrhundert hineinragen, wurde in Deutschland gebrochen. Aber selbst Weber, dem hier das Hauptverdienst zukommt, konnte sich, als er seiner "Emyanthe halber in Wien weilte, nicht dem Zauber der Melodien Rossinis entziehen, und erst die Riesenerscheinung Richard Wagners entschied den deut schen Sieg endgültig. Doch vermochte Wagners Kunst, so umwälzend sie auch m der ganzen Welt wirkte, die Grundrichtung der ^ahemschen Musik nicht eigentlich zu verändern. Dazu kam, daß dem deutschen Meister in Verdi em ebenbürtiger Gegenspieler erstand.
Wagner und Verdi — wieder sind es die Gegensätze des Nordens, die sich in ihrem Schaffen begegnen Der Deutsche, ein faufh ti) getriebener Mensch, umspannt mit seiner Klangwelt alles hintergründige, Symbolhafte, Mythische des Wesens seiner Nation. Der Italiener aber würze t fest im Diesseits. Er ist Realist - der naive Kunst- er Si Sinne Schillers. Dabe, waltete zwischen beiden eine geheime Anziehungskraft Wagner war von jener Sehnsucht nach dem Süden bestell, die d°e Künstler nördlicher Romantik von Anfang an nn^Hrfmete Mehr als einmal nannte er Italien i E Ste Wat' «erb? aber hat sich ge- : Lauer mit Warner- Werken besaßt, ata gemein- hin hpfannt ist: das verraten zum mindesten ; ine Opern „Othello" und . „Falstaff". Ja, der i Italiener fiirchtete geradezu eine Germamsierung
her Tonkunst seines Landes, und wenn er hierin nurfi au schwarz gesehen hat, so war doch zu seiner ! Zell der Einfluß der deutschen Musik jenseits der - Alpen groß. Liszts Besuche m Rom brachten der italienischen Kammermusik und DratonenFunft neue Anregungen. Das beweisen Namen wie Ma r - tucci Sgambati und P e r o s i. In Wagners Spuren wandeln die Opernkomponisten Boito und Ponchielli, und auch der „Ve-
Zeitschnffen.
— Die schönsten Aufnahmen von Knut Hamsun wurden kürzlich im Auftrag der „neuen l i n i e" gemacht, als zwei ihrer Mitarbeiter bei dem großen norwegischen Dichter in Nörholmen zu Besuch waren. Weder Sensationslust noch Neugier veranlaßte sie, Hamsun, dessen Person bisher in fast mystischem Dunkel blieb, aufzusuchen. Es galt lediglich, den 78jährigen Dichter zu sehen, unter die Augen dessen zu treten, dessen Menschengroll in seinem letzten Werk viele seiner Anhänger erschreckte. In der Begegnung mit Hamsun, von der das August-Heft berichtet, erkennen wir die Größe seines Menschen- und Dichtertums. — Aus dem Nachbarland Schweden brachte ein Malerehepaar farbige sommerliche Impressionen heim, die verbunden mit einem Text von Andr6 Baron Foelckersam im gleichen Heft erscheinen. Ein sinnvolles Traktat handelt über „Unfug und Weisheit der Erholung". — Der Modeteil des August-Heftes der „neuen linke" (Verlag Otto Beyer, Leipzig) bringt sommerliche Nachmittags-, Abend-, Sport- und Jackenkleider.
— Englische und französische Sprachkenntnisse zu erweitern, bereitet Freude, wenn hierfür fesselnder und unterhaltender Lesestoff zur Verfügung steht. Diese Voraussetzungen erfüllen Langenscheidts E n gl i sh Monthly Magazine und L e Journal fran<?ais Langenscheidt. Der Inhalt der Augustnummern ist überaus anregend und unterhaltend. Neben interessanten Berichten enthalten sie Erzählungen, Witze, Rätsel und eine Uebersetzungsaufgabe. Auch die Sprache des Handels ist nicht vergessen. Das Verständnis der ftemd- sprachigen Texte wird erleichtert durch Vokabelübersetzungen am Rande der Seite. Jedes Heft 50 Pfennig, vierteljährlich 1,35 Mark.
Die großen deutschen Filmgesellschaften geben jetzt ihre Produktionsprogramme für hiß Spielzeit 1937/38 bekannt. Danach wird allein bei der Ufa, der Tobis und der Terra- Filmkunst mit 110 Spielfilmen zu rechnen sein, ein Angebot, zu dem noch die Filme kleinerer Gesellschaften kommen.
Die Ufa wird 40 abendfüllende Spielfilme (davon vier ausländischen Ursprungs), 40 zweiaktige Kurzfilme, 40 Kulturfilme und je 52 Folgen der Ufa-, Deulig- und Ufa-Auslandswoche liefern. Dieses Programm ist zahlenmäßig das stärkste seit dem Uebergang zum Tonfilm in Deutschland. Da mit den Vorbereitungen für die neuen Filme, entsprechend der von Reichsminister Dr. Goebbels gegebenen Anregung, die Produktion auf das ganze Jahr zu verteilen, Ende des Jahres 1936 begonnen wurde, sind von den angekündigten Filmen heute bereits elf f e r t i g g e st e l l t und vorführungs- bereit, weitere drei zum größten Teil fertig oder im Schnitt. An der Spitze des Programms stehen fünf große, von ethischen und nationalen Problemen unserer Zeit getragene Filme. Musik und Gesang in einer stark dramatischen Handlung sind wesentlich für fünf weitere Filme. Gegenwartsfragen verschiedener Art behandeln drei Filme, deren Stoffe bekannten Romanen entnommen sind. Drei Filme
rismus" eines M a s c a g n i und Leoncavallo sowie die ihn ablösende Opernkunst eines Puc- cini ist, so sehr sie sich von ihm abwenden möchten, letzthin ohne Wagner nicht denkbar.
Und heute? Im italienischen Theater erfreuen sich Wagner und Richard Strauß lebhafter Förderung, während die Wiener Klassiker im Konzert beliebt sind. Die italienische Jugend aber strebt wie die deutsche zurück zu den Quellen ihrer großen musikalischen Vergangenheit, und dabei ist ihr auch I. S. Bach ein besonderer Begriff geworden. In Deutschland anderseits sind die Werke der italienischen Oper aus den Spielplänen überhaupt nicht mehr wegzudenken. Wenn Dirigenten wie Molinari und Panizza uns besuchen, wenn S a b a t a die ganze Mailänder Scala nach Berlin bringt, so ziehen dafür Furtwängler und andere deutsche Kapellmeister nach Italien, und auch Kammermusikvereinigungen und Solisten lassen sich im Austausch hüben und drüben hören. All das geht im Rahmen eines allgemeinen Kultur austausch s vor sich, der zwei schicksalhaft aufeinander angewiesene Völker lehrt, sich immer tiefer zu verstehen.
n6Wits |
StelmtSl
et i"l rate, M ,Ns m‘1iI '» (SiiQM itl6 “*|
‘Wer M ■ Wohl 31
■W
An $
beschäftigen sich mit Problemen, die entweder noch gar nicht oder lange nicht mehr behandelt wurden. Schließlich sollen zehn heitere Filme der Entspannung dienen und dem Humor Raum gewähren. Heimat und Brauchtum werden in vier zum Teil lunsttgen, zum Teil ernsteren Stoften im Mittelpunkt stehen. Hierzu kommen endlich drei Kriminalfilme, zwei Filmoperetten, ein großer Ausstattungsfilm und einige Naturfilme.
Als Regisseure sind von der Ufa u. a. verpflichtet: Professor Carl Froelich, Karl Ritter, Herbert Maisch, Detlef Sierck, Erich Waschneck, Georg Witt, Hasso Preiß, R. A. Stemmle, Paul Marttn, Fritz Kirchhoff, Dr. A. Elling, Hans Deppe, Georg Jacoby, E. v. Borsody. Unter den Schauspielern seien erwähnt: Alfred Abel, Wolf Albach- Retty, Georg Alexander, Annabella, Lida Baarova, Fita Benkhoff, Willy Birgel, Maria Cebotari, Lil Dagooer, Carl Ludwig Diehl, Gustav Diessl, Josef Eicyheim, Heli Finkenzeller, Willy Fritsch, Heinrich George, Karin Hardt, Lilian Harvey, Johannes Heesters, Paul Henckels, Trude Hesterberg, Carola Höhn, Brigitte Harney, Fritz Kämpers, Franziska Kinz, Hansi Knoteck, Hilde Körber, Zarah Leander, Gerda Maurus, Aribert Mog, Rudolf Platte, Maritta Rökk, Hans Adalbert von Schlettow, Leo Slezak, Hilde von Stolz, Maria von Tasnady,
form. Die Mitglieder des Obersten Bundesgerichtes waren nach der Verfassung unabsetzbar; sie standen meist im höchsten Greisenalter und hatten deshalb für die neue Zeit und ihre Probleme nur geringes Verständnis. Roosevelt verlangte deshalb eine Vergrößerung dieses Gremiums um sechs neue Richter, die Einführung einer Altersgrenze und die Verpflichtung, bei der Entscheidung von Verfassungsproblemen vorher mit der Regierung Rücksprache zu nehmen. Um diese Reformpläne ist seitdem ununterbrochen gekämpft worden, wobei sich jedoch die Front der Widersacher des Präsidenten zusehends verstärkte. Es wirkten verschiedene Umstände zusammen, um nicht nur Abgeordnete und Senatoren, sondern auch die Volksmeinung gegen das Experiment Roosevelts zu mobilisieren. Nachklänge aus der Zeit vor 150 Jahren, als die Verfassung des Einheitsstaates nur durch schonendste Behandlung der um ihre Sonderrechte bangenden Einzelländer zustande kommen konnte, wirken bis heute nach und leben in der Eifersucht der Provinzgouverneure wieder auf. Dazu kam die allgemeine Furcht vor einer diktaturähnlichen Entwicklung d e s Staatswesens, deren erste Stufe die Reform des über d e r Verfassung stehenden Obersten Bundesgerichtes hätte werden können. Alles, was an autoritäre Regierungsformen erinnert, wirkt aber auf den amerikanischen Durchschnittsbürger wie das bekannte rote Tuch. „Gegen Zentralismus und Diktatur für Freiheit und Demokratie" wurde deshalb das Feldgeschrei der Roosevelt-Gegner. Außerdem sah man mit Unbehagen, daß der Präsident gegen die Seuche des Sitzstreiks nichts unternahm, weil er offenbar auf die politische Bundesgenossen-
Jn Washington ist ein für die Zukunft der Vereinigten Staaten entscheidender Beschluß gefaßt worden. Der Bundessenat hat mit 70 gegen 20 (Stimmen die Reformpläne Roosevelts für das Oberste Bundesgericht, wie auch für das übrige amerikanische Justizwesen abgelehnt. Damit ist das Schicksal der Gerichts- Ireform besiegelt, denn die Ersatzvorlage, deren Ausarbeitung der Justizausschuß des Senats verlangt, i soll nur die unteren Gerichtsbehörden, nicht aber : das Oberste Bundesgericht reformieren. Die Niederlage Roosevelts ist also vollkommen. Es besteht auch keine Aussicht, daß der Präsident vielleicht in einer späteren Sitzungsperiode mit seinen Vorschlägen durchdringen könnte. Es ist nun die Frage, ob dies nur eine parlamentarische Schlappe ist oder ob das Amerikanertum selbst gegen den
lung genommen. Er führt aus, daß Brasilien kein Geld habe, um Jndustriewaren zu kaufen, Deutschland über keine ausreichenden Devisen verfüge, um Kaffee, Gummi, Häute, Felle, Baumwolle, Mineralien usw. zu beziehen. Deutschland hat jährlich über eine Million Sack Kaffee aus Brasilien bezogen. Die Hälfte des Tabaks aus den Hauptgebieten des großen Landes geht nach Hamburg. Aehnlich ist es mit den Häuten, Getreide, Früchten und Gummi, für die Deutschland ein Hauptabnehmer ist. Schließlich hatte Deutschland 40 Millionen Mark eingefrorener Guthaben in Brasilien, für die es Waren in Kauf nehmen konnte. Alle Voraussetzungen für einen Verrechnungsverkehr waren damit zwischen beiden Staaten vorhanden. Der Ausfuhrwert seit dem Beginn des Derrechnungsabkom- mens betrug 200 Millionen Mark und war für die brasilianischen Erzeuger sicher ein gutes Geschäft. Auch die Bank von Brasilien erzielte bedeutende Ueberschüsse durch die Verrechnung.
Der brasilianische Finanzmann setzt sich ferner sehr deutlich mit den Einwänden auseinander, die aus ganz privatwirtschaftlichen Gründen gegen das Abkommen erhoben wurden. Es wird behauptet, daß durch die Lieferungen Deutschlands die Einfuhr aus den Vereinigten Staaten zurückgehe. Die Zahlen lehren aber, daß auch die Einfuhr Brasiliens Amerika gestiegen ist. „Wenn die durch Deutschgetroffenen Vorkehrungen zur Folge haben,
wollte. Lewis hatte dem Präsidenten bei der letzten Wahl seine Unterstützung versprochen, wofür er jetzt den Lohn in Form seiner ungesetzlichen Streikausschreitungen entgegennehmen durfte.
Hier wird eine andere Gefahr sichtbar, die die Feinde Roosevelts auf jeden Fall vermeiden wollen. Lewis hat nämlich den Ebrgeiz, selber einmal Präsident zu werden, und die Aussichten dafür sind nicht so gering. Für den Fall jedoch, daß einmal ein linksradikaler, halb k v m m u - nistischer Gewerkschaftsführer ins Weiße Haus einziehen sollte, will man eine letzte politische und staatsrechtliche Machtreserve behalten, welche die Stabilität und die verfassungsmäßige Grundlage der Union einigermaßen gewährleistet. Diese Machtreserve soll das Oberste Bundesgericht sein, und diese Ueberlegung ist auch der tiefere Grund für das Scheitern der Rvoseveltschen Justizreform. Amerika nimmt lieber die offensichtlichen Mängel des bestehenden Systems in Kauf, als daß es sich den Zufälligkeiten einer ungewissen Zukunft aussetzt. Das Ringen um die innere Neuformung des amerikanischen Lebens wird freilich durch einen Parlamentsbeschluß nicht aufgehalten werden können. Ev.
7m *’■
Sr*1 SN
In keiner Kunst offenbart sich das Wesen eines | Volkes so tief wie in der Musik. Nord und Sud, j Ost und West spiegeln hier ihre Gegensätze wider, und am Beispiele der deutschen und. der ttalie- < Nischen Musik läßt sich zeigen, wie diese Gegen- . sätze immer wieder zum Ausgleich streben.
In Italien gibt der schöne Schein der Musik, in Deutschland ihr tieferer Sinn den Ausschlag, dort lebt die Musik vor allem im Einzelklang der Menschenstimme, in der schonen Melodie, h er wendet sie sich mehr an die Instrumente und ihr Zusammenklingen. So bildete der Norden die Mehrstimmigkeit aus, und erst als die g^ße Epoche der nieedrlssndischen Meister mit ihrer mehrstim- miaen Kunst ausklang, trat Italien um 1550 mir Palestr Ina die Weltherrschaft in der Musik an
Damals wuchs die Zahl der Deutschen, dl- sud- wärts xum gelobten Lande der Musik pilgerten. Damal? entstanden in Italien die Hauptformen der europäischen Kunstmusik. Oper. Oratonum, Suck. Sonate. Konzert. Sinfonie. Von den großen deut schen Italienfahrern. die bei den Schöpfern dies» Formen Anregungen gft'Lieli
Haßler zu nennen, der 1584 zu 21. nach Venedig reifte und hier zu em™ ff««'««
State sssie -«Fä L Sun“ ooStaLschem ‘u'nb germanischem Uten SÄ »SÄ Mpe?°g7°hen das Wundermeer feines allumfasi eingemündet, doch auch die italienischen Strome emgemim Das zeigt uns besonders feine Konz schon
mermufit Händel anderseits lernte Italien l^. als Jüngling kennen, und als er^ Anmut glücklichen Jahren verließ, nahm , ■ em „er= und Klarheit des Südens nut um Mi“ ^r- manifchen Wesen emzuverleibem seben-
bindung beider schuf er seme H iI)m
bigen Opern, Oratorien b3er deutsche und
erstand noch einmal em MeUter Der pfcfpunft italienische Art verschmelzend einen musikalischer Kunst erreichte: Mozart. Ur q: 3
In der Schvrsheide wurde der Waldhvf K a r i n h a l l fertiggestellt, der in den Sommermonaten die Dienststelle des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring und seiner engsten Mitarbeiter darstellt. An der Schlüsselübergabe beteiligten sich sämtliche am Bau beschäftigt gewesenen Arbeiter, denen der Ministerpräsident seinen Dank aussprach.
(Presse-Bild-Zentrale-M.)
Gescheiterte Zustizreform in Amerika
Präsidenten entschieden hat
Die für amerikanische Verhältnisse revolutionäre Idee Roosevelts bestand darin, dem hemmungslosen Individualismus, der in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht bislang das Leben in USA. bestimmte, gewisse Zügel anzulegen und die Staatsleitung planend und ordnend in den Gang der Dinge einzuschalten. Diese Bemühungen, das Staatsleben auf eine neue, moderne Grundlage zu stellen, fanden ihren weithin sichtbaren Ausdruck in dem New-Deal-System, mit dessen Hilfe sowohl die Jndustriewirtschaft (Nira-Gesetze), als auch die Landwirtschaft (AAA.-Gesetze) gerettet und gesichert werden sollte. Aber sehr bald zeigte sich, daß Amerika für solch eine neue A r b e i t s - und Wirtschaftsordnung offenbar noch nicht reif ist. Große Teile der Bevölkerung, vor allem der arbeitenden Bevölkerung, stimmten den Planen Roosevelts zwar zu, aber die Gegner aus dem republikanischen und privatwirtschaftlichen Lager, die auch die öffentliche Meinung sehr stark beherrschen, wandten sich an den Ober ft en Ge - R ?o feVe U f cfren M a ß^a hme nachprüfen schäft der Lewis und^Genoffen^mcht^v^^


