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29.7.1937
 
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L-tung von zwei Kreuzern und einer Zerstörer- die irische Frage schiedttch und WlA zu° »sL' flottllle tn Belfast emtraf, wurde es von einer I Wer die Geschickte Irlands au* nur ^hn AK großen Menschenmenge begrüßt. Polizei und Mili- lang zurückverfolqt der weiß w^e feit ^ehr aP tar hatten weitgehende Sicherheitsmaßnahmen er-1 hundert Jahren die Grüne Jnse l der d^ü st ere

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Nun hat das englische Königspaar in Belfast er­leben müssen, daß es in der Hauptstadt Ulsters und in der Provinz Ulster selbst irische Nationalisten gibt, die gegen England noch ebenso unversöhnlich gestimmt sind, wie ihre Vorfahren. Diese Gegen­sätze hatten sich unmittelbar vor dem Kriege so scharf zugespitzt, daß, wenn der Krieg nicht dazwi­schengekommen wäre, die Provinz Ulster einen Bürgerkrieg über sich hätte ergehen lassen müssen, der wohl nicht weniger mörderisch gewesen wäre, als der spanische Bürgerkrieg. Damals war schon eine Verfassung für Irland geplant, von der Ulster nicht ausgenommen werden sollte, was den englisch denkenden und fühlenden Teil der Bevölkerung so empörte, daß er bereit war, zu den Waffen zu greifen. Als nach dem Kriege eine Lösung der irischen Frage gesucht werden mußte, waren es wohl die Ereignisse unmittelbar vor dem Kriege in englische Regierung veranlaßten, für Ulster eine eigene Ordnung zu finden. Wenn das englische Königspaar also Ulster aufsucht, so ist das schließlich eine englische Angelegenheit. Aber die Tatsache, daß irische Nationalisten sich gegen diesen Besuch auflehnen, ist ein Beweis dafür, daß es England nicht gelungen ist,

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Eine ähnliche Auffafsun! nete Ligon, f

genommen.

3n der gleichen Sitzung wurden die Gesetzent­würfe über die Aufhebung der Fidel- kommifse des Fürsten Pleß und über die Erweiterung der Bestimmungen der Agrarreform in Ostoberschlesien eben­falls in zweiter und dritter Lesung angenom­men.

Der zweite Gesetzentwurf wurde in der ober« schlesischen Gruppe der Abgeordneten begrüßt. Der Referent erklärte, der Landwirtschaftsminister Po­njatowski habe versichert, daß die Parzellie- rung sofort durchgeführt werden würde, weshalb eine Entschließung des Ausschusses zurückgezogen worden sei, in der gegen die etappenweise Durch­führung der Reform in Ostoberschlesien im Verlaus mehrerer Jahre Stellung genommen worden war.

Der Abgeordnete P r z y k l i n g brachte zum Aus­druck, daß die Durchführung der Agrarreform im Ostoberschlesien zweifellos den polnischen Besitzstand« in den Westgebieten verstärken werde, denn in Ost­oberschlesien sei der Pole vvr allem Bauer unbi Arbeiter.

In beiden Fällen handelt es sich um k r i e rische Handlungen c, Aufgabe der japanischen 5 Sicherheit des Verkehrs auf un ^irue peiping Tientsin und gegen den berechtigten Versuch, die japanische Kolonie in Peiping zu schützen.

Die japanischeArmee sieht sich gezwungen, Maßnahmen zum Selbstschutz und zur Ab­wehr zu ergreifen und die Forderungen durchzu- setzen, die zur Erfüllung des Waffenstillstandsab­kommens notwendig sind. Japan wird die gutge­sinnte Bevölkerung Chinas nicht als Hunde be­handeln, es hat nur den Wunsch und die Absicht, die Wiederholung ähnlicher Zwischenfälle unmög­lich zu machen.

Territoriale Absichten hat Japan nicht, und es ist selbstverständlich, daß es sein Bestes tun wird, um auch direkte auslän­dische Interessen zu schützen. Japan, das die Sicherheit und den Frieden im lernen O st e n als eine Hauptaufgabe be­trachtet, wünscht nichts dringender, als daß die jetzigen Konflikte durch Selbstbesinnung auf chinesischer Seite auf einen möglichst engen Kaum beschränkt werden können, und daß baldmöglichst eine friedliche Lösung gelingen möge.

sn die japanischen Militärmaßnahmen in ^U^a .erforderliche Zusatzbudget in Höhe von 9 7 -Millionen Yen das sind rund 70 Mil- lionen Mark wurde Mittwoch im Unterhaus

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Warschau, 28. Juli. (DNB.) In der zweiten Sitzung der außerordentlichen Sejmta- gung am Dienstag wurde über die o stöbe r- 'chle fisch en Gesetzentwürfe nochmals nach ihrer Bearbeitung in den zuständigen Aus­schüssen beraten.

Der Referent für den Gesetzentwurf über die

Sprache an den ostoberschlesischen Gerichten erklärte, daß die Regierung beschlossen habe, der deutschen Minderheit in Ostoberschlesien auf diesem Gebiet dieselben Rechte zuzugestehen, die die deutsche Bevölkerung in Posen und Pomerellen ge­nieße. Der Rechtsausschuß habe den Regierungs­entwurf mit unwesentlichen redaktionellen Aende- rungen angenommen.

Ein Minderheitenantrag des Abgeordneten Ka­minski forderte die Ablehnung des Gesetzent­wurfes unter der Begründung, daß die deutsche Minderheit in ' Polen nicht mehr Rechte haben solle, als die polnische Minder­heit in Deutschland. Deswegen müsse zunächst ab­gewartet werden, welche Haltung Deutschland ge­genüber seiner polnischen Minderheit in Oberschle­ien einnehmen werde. Der Ausschuß habe diesen Standpunkt n i ch t geteilt, weil er diese Ange­legenheit als eine rein innere Angelegen­heit des polnischen Staates betrachte, zu dem die Grundsätze und Vorschriften der Verfassung ver­pflichten. Wenn die Bestimmungen, die sich auf die Genfer Konvention stützten, in Kraft blieben, so würde die deutsche Bevölkerung in Ostoberschlesien bevorrechtigt werden, was nicht in der Absicht des Antragsstellers liegen könne.

Dieser Auffassung trat der Kattowitzer Abgeord­nete N o w a ck entgegen. Er erklärte, das Erloschen der Genfer Konvention sei seitens der ostoberschle­sischen Bevölkerung mit großer Befriedigung be­grüßt worden, und mit Dankbarkeit nehme sie von

der Erweiterung des Gesetzes über die Agrar­reform auf Östoberschlesien Kenntnis. Was das Gesetz über die Aussprache in den Berichten be­treffe, so schaffe es für die deutsche Bevölkerung in Ostoberschlesien tatsächliche einen neuen privilegier­ten Zustand. Er werde für das Gesetz nur dann stimmen, wenn die polnische Minderheit in Deutsch­land gleiche Rechte erhalte.

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Grandi, die irgendwelche dunklen Machenschaf­ten oorbereite. (!) Als Eden seinen Plan unter­breitet habe, habe man erklärt, es handle sich um einen letzten Versuch, mit offenen Karten zu spie­len, in Wirklichkeit versuchten Eden und Lord Plymouth seit 14 Tagen einen Schleier über die italienische Haltung zu werfen. Das offizielle England habe jetzt seine Maske abgeworfen. Man stehe am Vorabend eines neuen Gentleman- Abkommens, das noch verbrecherischer fei, als das vom letzten Dezember. (!)

SowjettuMes Kriegsmaterial für Sowieisyanieli?

Frankreich als Nmzchlagplatz geheimnis­vollen Waffenhandels.

Paris, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) In H o n f t e u r, einem nordfranzösischem Hasen am Aermelkanal, ist der lettländische Dampfer Salazar" aus Riga kommend eingetroffen, der mehrere tausend Tonnen sowjet­russisches Kriegsmaterial an Bord hat. Obgleich dieses Material angeblich für Grie­chenland bestimmt ist, hat die Polizei, einem Be­richt desJournal" zufolge, umfangreiche Sicher- heits- und A b s p e r r u n g s m a ß n a h m e n für die Dauer der Umladung vorgenommen. Das gesamte Material wird von Honfleur aus nach M a k s e i l l e befördert, von wo aus es auf dem Wasserwege weitergeleitet wird. Dem Berichterstat­ter desI o u r n a l" ist es nicht möglich gewesen, die verbotene Zone, die durch dicke Taue abge­sperrt ist, zu betreten. Auch weigerten sich die mit der Ueberwachung beauftragten höhen Beamten, ihm irgendeine Auskunft zu erteilen. Er habe lediglich in Erfahrung bringen können, daß die Hafenarbei­ter für die Umladung, die etwa 12 Tage dauern werde, 65 Franken pro Tag erhalten, was über der Durchschnittslöhnung liegt. Die Ladung fetzt sich aus einer großen Anzahl von Geschützen, Tausenden von Granaten, Minenwerfern, Mör­sern und mehreren Tonnen Pulver zusammen. Das Journal" spricht sich über den Bestimmungsort dieses Kriegsmaterials recht skeptisch aus und er­innert daran, daß bereits Mitte Juni ein letti­scher Dampfer mit mehreren tausend Tonnen sowjetrussischen Kriegsmaterials in Honfleur einge­troffen war, das ebenfalls angeblich für Athen be­stimmt gewesen sei und über Marseille weiterbeför­dert wurde.

800 Quadratkilometer im Abschnitt Albarracin erobert.

San Sebastian, 28. Juli. (DNB.) In den späten Nachmittagsstunden des Dienstag sind im Abschnitt von Albarracin die Orte' Villar del C o b o und F r i a s an den Abhängen des

Sicherheit und Frieden im Fernen Offen" (Srflärung der japanischen Regierung.

Die Neuordnung in Östoberschlesien ^e^chlüsie des ostoberschlesischen Sejm.

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was Irland zurückblieb, das war immer von ben starken Willen erfüllt, Freiheit und Unat, I'- höngigkeit für Irland zurückzugewiniD

Auf dem Wege nach Belfast sind Brücken utj Straßen z e r st ö r t worden, offenbar deshoi, um die Teile der Bevölkerung, die das englij^ Königspaar sehen und begrüßen wollten, an biefc Reise zu hindern. An den Kleinkrieg ist die Bevr!? kerung Irlands gewöhnt, denn Jahrzehnte hinburtz waren es irische Landleute und Pächter, die biehi Kleinkrieg gegen die englischen Gutsherren und geg(, die englische Verwaltung führten. Die englische U gierung blieb nichts schuldig. Ob auch diesmal?

einstimmig angenommen. Wie der Spre«> cher des Auswärtigen Amtes im Verlauf der' Sitzung mitteilte, Haden der Geschäftsträger Eng' l a n d s und der Botschafter Amerikas Außen« minifter 5) i r o t a aufgesucht, um im Auftrage ihrer Regierung die Absichten und den Umfang der Ak« tion in Nordchina sestzustellen.

Größere Uottenoperationen?

Ein japanischer Kreuzer an der Spitze von Schantung.

Schanghai, 29. Juli. (Ostasiendienst des DNB. Funkspruch.) Chinesischen Meldungen zufolge sind ein japanischer Kreuzer und sieben Zerstörer in der Yungtschöng-Bucht an der Nordostküste der Halbinsel Schantung ein­getroffen. In hiesigen chinesischen Kreisen nimmt man an, daß das japanische Geschwader nicht nur die am Mittwoch an der Taku - Barre ins Ge­fecht gekommenen japanischen Zerstörer unterstützen, sondern auch größere F l o t t e n o p e r a Ü o nen gegen die Häfen Schantungs durch­führen soll.

Von der Kampffront.

Tokio, 28. Juli. (Ostasiendienst des DNB.) Wie die japanische Nachrichtenagentur Domei aus dem Kriegsministerium erfährt, kam es Mittwoch ZU heftigen Kämpfen bei Schanghotfchen und Tschinghotschen nördlich von Peiping und bei den Ortschaften Nanyuan und Hsiyuan imSüd- o st e n der S t ack> t. Die Kämpfe führten zur Be­setzung der strategisch bedeutungsvollen Bahnlinien PeipingTientsin durch die japanischen Truppen. Aus dem Hauptquartier der Nordchinagarnison wer­den Gegenangriffe chinesischer Trup­pen bei Langfang gemeldet, die aber nach Einsatz starker Gegenkräfte abgewehrt werden konnten. Bei allen Gefechten wurden Artillerie, wie auch Bombengeschwader in hohem Maße eingesetzt. Bei der Beschießung von Nanyuan wurde die chine­sische Militärkaserne zerstört. Die japanische Nord- chma-Garnison gibt ihre bisherigen Verluste mit 150 Toten und Verletzten an.

Nach Meldung, aus Tientsin waren an den Kämpfen bei den Kasernen der 29. Armee in Na­nyuan und bei Schiyuan japanische Flügge- schwader beteiligt. Die Flugzeuge übten hierbei, L wie weiter berichtet wird, besondere Vorsicht, um

Störungen beim Königsbesuch in Nordirland.

<Zrandstistungen.-Sprengungen von Eisenbahnstrecken.-Diele Verhaftungen.

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Nach einem weiteren Redner, der darauf gewiesen hatte, daß die Lage der jetzigen Verhüt nisse in Ostoberschlesien keineswegs die Möglich^ ausschließe, die Sprachenfrage vor den Gericht für ganz Polen neu zu erheben, nahm der Jusch vizeminister C h e l m o n s k i das Wort. Er führ; aus: Den vorliegenden Gesetzentwurf könne men nicht mit der Gesamtfrage der Polen im Ausland, insbesondere der Polen in Deutschland, verbinden' Die Sprachenfrage liege jedem Polen besonders o, Herzen, und er behandele sie mit besonderer $o:. £

sicht und Pietät. Der polnische Standpunkt sei aij * diesem Gebiet vollkommen klar. Polen regele b(

Frage des Gebrauches der Sprache der Minder heit so, wie es das für angebracht halte, wie bei der Würde eines großen Staates und einer gr& ßen Nation gebühre. Polen gewähre allen ba; was mit den Interessen des Staates und der No tion unter gleichzeitiger Berücksichtigung der bered, tigten Forderungen der Minderheit im Einklang stehe. Die Sorge um die Interessen der' Polen i Deutschland sei der Regierung nicht fremd. Es f)ar? dele sich hierbei aber um eine ganz andere Anpi« legenheit, die grundlegend behandelt werden muss; Wenn es nötig werde, das Gesetz über die Sprc- chenfrage zu ändern, so bestehe hierfür jedenfalls die Möglichkeit. Aus Prestigegründen sollte dich Angelegenheit so schnell wie möglich auf dem Weg! der eigenen Gesetzgebung geregelt und dann per«

London, 28. Juli. (DNB.) Anläßlich des Be­suches des englischen Königspaares am Mittwoch zu den Krönungsfeierlichkeiten in Belfast kam es an der Grenze zwischen dem irischen Freistaat und Nordirland zu außerordentlichen Vorfällen, die größtes Aufsehen erregt haben.

In der Nacht zum Mittwoch verübten Personen, die anscheinend der Irischen Republikanischen Par­tei angehören, zahlreiche Anschläge an der Grenze. Telegraphen- und Telephonverbindungen wurden unterbrochen. Die Eisenbahnlinie bei Dundalk wurde in die Luft gesprengt, so daß der Verkehr auf der Nordbahn zwischen dem Frei­staat und Ulster eingestellt werden mußte. Fünf Zollhütten an wichtigen Verkehrsstrecken wur­den von kleinen bewaffneten Gruppen nieder- gebrannt, die anscheinend aus dem Freistaat kamen. Ein Trupp von etwa sieben Mann, die mit Maschinengewehren, Gewehren und Pistolen be­waffnet waren, überfiel ein Zollhaus an der Haupt­strecke von Belfast nach Dublin und zerstörte das Gebäude mit einer Brandbombe. Die Bewaff­neten griffen mehrere Polizisten an und schlugen ße in die Flucht. Auch bei Straba ne an der West­grenze Ulsters wurde ein Zollposten von bewaff­neten Männern überfallen. Nach einer gründlichen Polizeistreife wurden am Mittwoch früh fünf Männer in Omagh verhaftet. Insgesamt wurden 24 Zollpostenhäuser durch Explosion oder Feuer durch organisierte und bewaffnete Gruppen z e r st ö r t. In Clontierm setzten bewaffnete Elemente die Zollbaracken in Brand. Hierauf feuerten sie mehrere Schüsse auf die nahegelegene Polizeistation ab und flüchteten dann über die Grenze nach dem Freistaat. Bei Tullndonnell wurde aus einem Maschinengewehr von der Seite des Frei- ftaates, her über d i e Grenze gefeuert. N.smdmsiche Polizisten, die sich in einem Kraftwagen näherten mußten sich schleunigst zurückziehen. In Newry hielten mehrere Leute eine Polizeipatrouille mit einem Maschinengewehr in Schach. Sie zwan­gen die Polizisten, die P o l i z e i st a ti o n mit Benzin zu übergießen und in Brand zu setzen. Die Anwohner der Grenzstadt Clones wurden in den frühen Morgenstunden des Mittwochs durch Gewehr- und Revoloerfeuer aus dem Schlaf geweckt. Auch hier wurden mehrere Zollbaracken zerstört.

Die Eisen bahn brücke bei Faushart, über die die wichtigste Eisenbahnverbindung von Dublin nach Belfast führt, wurde durch eine Mine teil­weise zerstört. Drei nicht explodierte Minen fand man spater unter den Gleisen.. Infolge des Atten­tats wurden die Züge mehrere Stunden aufgehalten

Wie erst jetzt bekannt wird, wurde die Regierung von Ulster schon in der vergangenen Woche unter­richtet, daß anläßlich des Königsbesuches Un­ruhen geplant feien. Die Behörden hatten hierauf zahlreiche Verhaftungen von ver­dächtigen Personen vorgenommen und weitgehende Vorsichtsmaßnahmen für den königlichen Besuch ae° troffen. 4 0 0 0 Mitalieder ber nordiri­schen Sonderpolizei wurden aus allen Landesteilen nach Belfast herbeigeholt. Durch diese Maßnahme wurde jedoch die Grenze nach dem Freistaat durch die Polizei entblößt, so daß die Anschläge in der letzten Nacht fast ohne Ausnahme erfolgreich durchgeführt werden konnten.

Als das Königspaar auf der Kgl. JachtVictoria and Albert" von Schottland kommend in Be­

griffen. Auf den Hausdächern in den Straßen, durch die sich das Königspaar bewegte, waren b e - roaffnete Polizisten aufgestellt. Nach der Landung fuhr das Königspaar in feierlichem Zuge zu der Stadthalle, wo es vom Lordmayor und den nordirischen Würdenträgern unter großem Zeremoniell begrüßt wurde und eine Parade der Frontkämpferorganisation und anderer Verbände abnahm. Die Zehntausende von Schaulustigen, die sich an dem Weg des Königspaares aufgestellt hatten, waren sehr überrascht, als mehrere Pan­zerwagen die Straßen entlang rasten. Wie später bekannt wurde, fuhren sie nach der Peel- Street, wo die irisch-republikanische Armee eine Protestkundgebunggegen den Königs­besuch abhalten wollte. In zahlreichen Straßen waren von unbekannter Hand Plakate angeschlagen worden, in denen zur Teilnahme an der Protest­kundgebung aufgefordert wurde. Große Polizei­aufgebote begaben sich nach den Bezirken und durch­suchten die Häuser nach Waffen.

Das -englische Königspaar reiste nach kurzem Be­such in Belfast wieder nach Schottland zu­rück. Soweit bisher bekannt ist, wurde der weitere Verlauf des Tages durch keine neuen Zwischenfälle gestört.

Der düstere Schatten Englands.

Es wird auch in London peinliches Aufsehen er­regt haben, daß die Fahrt des englischen- ntgspaares nach Nord-Irland in Bel­fast auf Hindernisse gestoßen ist. Nord-Irland wird in der Hauptsache aus der Provinz Ulster ge­bildet, die nicht zum Freistaat gehört, son­dern dem Vereinigten Königreich ange­gliedert ist. Die Ausnahme von Ulster ist von Eng­land immer damit begründet worden, daß die Be­völkerung Ulsters überwiegend britisch denkt und fühlt, was damit zusammenhängt, daß diese Be­völkerung mittelbar oder unmittelbar aus England eingewandert ist. In religiöser Hinsicht gehört sie der englischen Hochkirche an, ist also protestantisch, nicht katholisch, was ebenso dazu beigetragen hat und beiträgt, Ulster und den Freistaat von einander zu trennen.

Schatten Englands gewesen ist. Die englische Presse, die manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, hat sich oft in die innerpolitischen An­gelegenheiten anderer Länder, auch Deutschlands eingemischt, dabei aber immer gern vergessen, daß es für England eine viel größere i n - nerpolitische Streitfrage gab und gibt, als etwa für Deutschland oder Italien. Was sich alles in Irland seit hundert Jahren ereignet t)at, das geht schon aus den nüchternen Zahlen hervor, die bartun, daß Irland Mitte des 19. Jahrhunderts rund acht Millionen Einwohner besaß, heute aber nur noch vier Millionen. Unablässig ging ein Aus­wandererstrom nach den Vereinigten Staaten, aber

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e Auffassung vertrat der Abgeord- Der Abgeordnete Kaminski begrün­dete sodann seinen Minderheitsantrag. Man müsse einen Schlußstrich unter die Epoche setzen, in der die polnische Bevölkerung keinerlei Schutz von pol­nischer Seite hatte. Die Genfsr Konvention habe die polnische Souveränität und zumindest auch theo­retisch die deutsche Souveränität in Oberschlesien eingeschränkt. Jetzt sei die Lage so, daß man aus freiem Willen der deutschen Bevölkerung gewisse sprachliche Vorrechte gewähre, ohne daß eine Ga­rantie dafür bestehe, daß analoge Rechte den Po­len jenseits der Grenze gewährt werden. Er er­kenne an, daß die Erweiterung des Gesetzes über die Agrarreform auf Oberschlesien und die Aufhebung der Fideikommisse dringende Angelegen­heiten seien, könne aber nicht anerkennen, daß die Sprachenfrage ebenfalls dringlich sei.

Tokio, 28.Juli. (Ostasiendienst des DNB.) In der gestern von der japanischen Regierung veröffentlichten Erklärung herßt es u. a.:

Japan ist immer noch bemüht, den Frie­den zu erhalten und eine friedliche Lösung für die gegenwärtigen Konflikte zu finden. Inzwi­schen haben chinesische Truppen in Lansang auf eine japanische Abteilung, die am 26. Juli mit der Wiederherstellung der unterbrochenen Tele­graphenlinie beschäftigt war, einen völlig unbe­gründeten Angriff unternommen. Am selben Abend sind japanische Truppen, die mit ausdrück­licher Genehmigung der Tschachar-Verwaltung in die innere Stadt Peiping zum Schutze der dortigen japanischen Kolonie einmarschieren wollten, von den Chinesen durch das äußere Stadttor eingelas­sen, bann aber von Öen Chinesen unter Feuer genommen worben.

ieu es iiaj um krieae- gegen bte vertragsmäßige Nordchinatruppe zur ber Linie Peiping

Gebirges Muela be San Juan von den Natio­nalen besetzt worben. Sie bieten den gleichen Anblick wie alle Ortschaften, die längere Zeit unter bolschewistischer Herrschaft gestanden haben. Die Häuser sind ausgeraubt, das Vieh ist verschleppt, die Kirche verbrannt. Nach der Besetzung Frias sind die nationalen Truppen im Laufe des Mittwoch noch weiter gegen Süden vorgedrungen. Während ber Offensive in den letzten 14 Tagen haben sie dem Gegner ein Gelände von über 800 Quadratkilometer Ausdehnung abgerungen und ihm Verluste zuge­fügt, die auf 2000 Mann beziffert werden.

lieber Toledo sind im Lause des Dienstag und Mittwoch bolschewistische Flugzeuge erschienen, di als neue Modelle sowjetrussi - scher und amerikanischer Herkunft erkannt wurden. Sie scheinen von sowjetrussischen Erport- schiffen nach Cartagena gebracht worden zu sein.

OieFenenpläne der engUsckenMinlster.

London, 29. Juli. (DNB.) Das englische Kabinett wird am Donnerstag noch einmal zu­sammentreten, um vor Beginn der Parlaments­ferien die noch ausstehenden Geschäfte zu erledigen.

Ministerpräsident Chamberlain wird sich am Samstag zunächst nach Chequers begeben und am Montag nach einem entlegenen Ort in Schott­land reifen, um sich dort mehrere Wochen seinem Lieblingssport, der Fischerei, zu widmen. Gegen Ende August wird er sich als Gast des Königs auf Schloß Balmoral aushalten und am 18. September nach London zurückkehren.

Außenminister Eden wird sich voraussichtlich an die englische Südküste begeben. Auch die meisten anderen Minister werden ihre Ferien in England oder Schottland verbringen. Lorbkanzler Lord Hail sh am wird jedoch am 31. Juli nach Süd­amerika reifen.

Die Ferienpläne der Kabinettsmitglieder werden hier dahin ausgelegt, daß in absehbarer Zeit nicht mit einer Krise gerechnet werde und daß zur Zeit eine Entspannung in der internationalen Lage eingetreten sei. In diesem Zusammenhänge verweist man auch darauf, daß die gestrige Unterredung Chamber- l a i nG ranbi zu Hoffnungen auf eine Ver­besserung der englisch-italienischen Beziehungen An­laß gebe.

Um Englands Luftschutz-Organisation

London, 29. Juli (DNB. Funkspruch.) Wie die Donnerstag-Moraenblätter berichten, wird sich das britische Kabinett in seiner heutigen letzten Sitzung vor den Parlamentsferien noch einmal mit Verteidigungsfragen beschäftigen, und zwar zunächst einmal mit den Unkosten einer großzügi­gen Luftschutz-Organisation für das eng­lische Jnselreich, sowie mit der bisher heiß umstrit­tenen Frage der M a r i n e l u f t st r e i t k r ä f t e.

tagt werden. Auch er sei der Auffassung, daß di- polnische Bevölkerung in Deutschland keine gerin­geren Rechte haben könne, als die deutsche Bevöl­kerung in Polen. Das vorliegende Gesetz regele abe: nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben bei Minderheit, und es sei nicht berechtigt, heute bii Gesamtlage zu entscheiden.

In der Abstimmung wurde sodann der Minder heitenantrag des Abgeordneten Kaminski abgelehi, und das Gesetz in zweiter und dritter Lesung in bet vom Ausschuß vorgeschlagenen Fassung gegen bh m Stimmen der ostoberschlesischen Abgeordneten an? JJ?, ?

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