Ausgabe 
28.12.1937
 
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Ir. 502 Erstes Matt

187. Zahrgang

Dienstag, 28 Dezember 1057

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MsdeutscherMMiillyZ?

Von Dr Dr. Friedrich Lange.

f in Jahr ist ein kleiner Zeitraum im Schicksal tiits Hundertmillionenvolkes, und doch manchmal streichend, um die große Linie der Entwicklung til nnen zu lassen. So ist es auch beim Jahre 1937. 8s fehlen ihm große Entscheidungen nach Art sei- ite- unmittelbaren Vorgänger, welche die Selbst­hemmung des Deutschtums im Reich und die ersten iluk'auleistungen nationalsozialistischer Dolksfüh- urg sahen. Allein das zur Neige gehende Jahr irvlhte genug Ereignisse, die als bezeichnend für Mi ren Weg zwischen den Völkern gelten können. JTimer bekannter und beachteter wurde drinnen ttl> draußen die Grundtatsache unseres Lebens, xjf jeder dritte Deutsche eine fremde Duatsangehörigkeit hat. Die, Sehnsucht Mj res allein in Mitteleuropa auf 15 verschiedene -»jäten 'aufgeteilten deutschen Volkstums, aber auch es Streudeutschtums im Osten und Uebersee nach aeiigstens geistiger und seelischer Einheit über alle 0 Ist geänderten Staatsgrenzen hinweg erfaßte zu- chnds immer mehr Köpfe und Herzen; noch nie» nds zuvor hat um nur ein Kennzeichen zu jenen an so vielen Weihnachtsbäumen das )la e volksdeutsche Licht der Treue ge- tonnt, in der alten deutschen Heimat wie unter er Sternkreuz des Südens, von den Amerikadeut- hin bis zu den deutschen Dörfern des australischen Mandes und zum friedlos gewordenen Oftafien. In der anderen Seite hat 1937 der Enkdeutschungs- : 'arr>f so vieler fremder Gegner ein Ausmaß an- ijftwnmen, das in Zeiten sogenannten Friedens 'chrrr zu überbieten ist.

Lis der FMe der Erscheinungen sei des Ausrot- 'Un sfeldzuges des nur 1,3 Millionen Köpfe zäh- 1 mim Slowenentums gegen das Deutschtum im untersteirischen Dreieck und in Krain, besonders Ur »Gottscheer Lande, gedacht. Wie eine Dampf- iMe geht der berüchtigte slowenische Druck über l ie letzten Spuren deutschen Lebens in der früheren Irmarf. Marburg an der Drau, Pettau, Cilli sind

Lnsstädte geworden, wo nach dem Willen der rth Herren nur noch Steine von den Deutschen n sollen. Selbst in G 0 ttschee , wo die Slo» n behaupten, etwasduldsamer" zu fein, wur- «ocht. und neunjährige Kinder in das Gefäng- Bebracht und tagelang dort behalten, weil sie paar, an sich erlaubte deutsche Volkslieder rhalb des Hauses gesungen hatten... Die deutsche Zeitung der Untersteiermark, die rutsche Zeitung" in Ci11i, mußte ihr r einen einstellen, ähnlich verhängnisvoll, wie zu c feioier Zeit die tapfereDeutscheBeski'den- jrtunfl* im tschechischen Anteil des Teschcner Mafien dem Druck der Entdeutschung erlag.

Illberschwemmungen richteten Schaden an volks- P!e'u:°chem Besitz in der Untersteiermark und IM Wx sch gewordenen Weichselkorridor an, das von Sku^en bewohnte Dorf Toportz in der Zips Marnte ab. Enteignet wurden deutsche Liegen- s ha en im Memelland, in Polen und mehreren astSren europäischen Staaten, .weiteres deutsches $:to(:urgut, vor allem in Lettland, dessen Staats- aerailt seit der berüchtigten Ankündigung vom Mai Kfiis zugestandenermaßen darauf ausgeht, inner- tztzb von zehn Jahren jede Spur des 700 Jahre iJrc n deutschen Kulturschaffens zu zerstören.

W eviele fremde Völker sich mit deutschen Federn hh-iäcken, zeigte vor allem die PariserWelt- lr:,ssst e 11 u n g , die deutsche Spitzenleistungen nicht nur in dem bekannten reichsdeutschen Prachtbau s.Ü ^,Kein Erdteil, wo nicht Deutsche bodenständig gen rrben sind, kaum ein Land, zu dessen Gedeihen nid Deutsche beigetygen haben!", das wurde jiiri Besucher der Weltstadt an der Seine gewiß, de 2iese Wahrheit sehen «und hören wollte. Da nur ein fremder Pavillon einen der größten ost- d'Ätchen Forscher für sich in Anspruch, die T sch e - ttOlllowakei prunkte mit deutschböhmischen Man gläsern, die Erzeugnisse der Siebenbürger Mhien erschienen unter rumänischer Bezeich­net die von Deutschen errichteten schönsten Bau­ten Iber ungarländischen Hauptstadt O f e n p e st irrten für den Besuch ihres Standortes, der rings VW oeutschen Dörfern umgeben ist. Hunderte von 9^cn?n in aller Welt legten Zeugnis ab für ihre blei: f cf,n Erbauer, aber fast durchweg unter Heimern Gewände, entdeutscher Bezeichnung und Q,jii in oft zur Beweisführung gegen das Deutsch­

en hohem Alter starb Thomas M a s a r n k Win einer deutschen Mutter und Begründer des tschä ischen Staates, in den mehr Deutsche hinem- nqt wurden als Norweger in Norwegen woh- mr der Letten in Lettland. Der Sprecher des so schm- ringenden altbelgischen Deutschtum, Heinrich LZkschosf vollendete das 70. Lebensjahr, für den r.ntirbcnen ersten Führer des ungarlandifchen Tkckrhtums Jakob B l e y e r , wurde das erste Dklnal (an seinem Grab) enthüllt. Aber über das Eir l hinaus geht dort wie anderwärts fremde Geg- nncjaft, sind doch in so vielen Städten, die seit änderten bis über den Weltkrieg hinaus d'üüishsprachig waren, heute selbst deutsche Grab- iiüstr ften verboten.

I [lii Lebenden wurden auch 1937 vielerorts nicht gipj)-:ger behandelt. Noch immer sitzen Verurteilte oiuf »em traurigen Memelprozeß von 1934 hilnlii Kerkermauern. In der vormals freien deut- schii Bergstadt Tarnow itz erging ein über- rcchlnd hartes Massenurteil gegen deutsche Jüng- (ihf', bald darauf ein ähnliches in Könitz gegen 22 bdüicie Dolksangehörige. Aufsehen erregte die Kette dättkifeindlicher "Maßnahmen in dem vom Woje- wra! Graczynski geleiteten Ostoberschlesien ndid Ablauf des Genfer Abkommens (15. Juli 1937), bile (Lbft mit dem reichsdeutsch-polnischen Minder-

Bauernnot im österreichischen Alpenland.

Folgen derpreisschere.Bodenständiges deutsches Bauerntum von Haus und Hof vertrieben.

Wien, 27. Dez. (DNB.) Bei der Aussprache über den Voranschlag des Bundeslandes Nieder» öfter re ich führte ein Abgeordneter- Klage über die Entvölkerung vieler niederöfterreichischer Gebirgsgegenden. Er wies darauf hin, daß sich der Grundbesitz die schwierige Lage der Gebitgsbauern zunutze mache und bei Zwangsversteigerungen für geringes Geld Bauernhöfe und Boden erwerbe. Die Bauern müßten die Scholle verlassen, und die neuen Grundherren, denen es hauptsächlich um Jagden au tun sei, ließen die Höfe verfallen.

So sei z. B. die Bevölkerung der Gebirgs­gemeinde Schwarzau im Gebiet des Schnee- berges innerhalb der letzten 25 Jahre von 2800 Einwohnern auf knapp 1500 zurückgegangen. Kürz­lich habe man den Hof einer Bäuerin, die 26 Kin­dern das Leben geschenkt habe und infolge der großen Kinderzahl in Not geraten sei, zwangs- oerfteigert, wobei wegen einer Schuld von 24 000 Schilling eine so lebenskräftige Familie von Haus und Hof gejagt worden fei. Der Ab­geordnete verlangte eine sofortige und grundsätz­liche Aenderung des Grundverkehrsgesetzes, um der bedrohlichen Entvölkerung der österreichischen Ge­birgsgegenden entgegen zu wirken. Es ist übrigens bekannt, daß der durch Zwangsversteigerungen frei- werdende Grund und Boden hauptsächlichi n s Eigentum jüdischer Spekulanten über« geht. *

Man kann sich bei uns im Reich nur sehr schwer eine Vorstellung von dem Ausmaß des Leidens machen, das die bäuerliche Bevölkerung Oesterreichs nach dem Kriege und besonders in den letzten Jah­ren zu erdulden hatte. Die Verschlechterung der wirt­schaftlichen Daseinsbedingungen geht wohl am deut­lichsten aus dem Unterschied zwischen Verkaufsprei­sen und Einkaufspreisen gegenüber dem Stande von 1914 hervor. Während der Gesamtindex der Jndü- ftfieftoffe gegenüber der Vorkriegszeit um 27,4 v. H. gestiegen ist, fiel der Gefamtindex für Agrarpreise im gleichen Zeitraum um 27,5 v. H. Das heißt also mit anderen Worten, daß der österreichische Bauer heute für die von ihm verkauften Agrarprodukte um so viel weniger Geld befofnmt, als er für

die pon ihm benötigten Jndustrieerzeugnisse m e h r bezahlen muß. Aber nicht nur die Maschinen, die der österreichische Bauer gebraucht, sind sehr viel teurer geworden, sondern auch zahlreiche Nah­rungsmittel, auf die er angewiesen ist. So,ift z. B. Zucker gegenüber dem Jahre 1929 allein um 64 0. H. und Kaffee um 30 v. H. im Preise gestiegen. Der Preis für Baumwollwaren erhöhte sich in der gleichen Zeit um 33 v. H. Wenn heute durchschnitt­lich.zwischen den agrarischen Bedarfs- und Verkaufs- gegenftänoen eine Preisspanne von etwa 5 5 v. H. klafft, so erweitert sich diese bei einzelnen Produkten bis zu 350 v. H. Besonders schlimm ha­ben sich die Verhältnisse für den Bergbauern aus­gewirkt, da die Holzpreise etwa 40 v. H. unter dem Vorkriegsstand liegen.

Der Zwangslage, in die der österreichische Bauer durch' diese Preisentwicklung getrieben ist, könnte er entweder durch einen vermehrten Absatz seiner Er­zeugnisse oder durch entsprechende Senkung der Steuern und Sozialabgaben entgehen. Beide Aus­wege sind ihm jedoch versperrt. Denn auch die B e I a ft u n g durch Real steuern und Umla­gen ist um etwa 40 v. H., durch soziale Leistungen um rund das Fünffache g e ft i e g e n. Die andere Ausweichmöglichkeit Produktionsoermehrung und Produktionsumstellung auf Jndustriepflanzen usw. besteht im beschränkten Umfange höchstens für einige Flachlandgebiete, nicht aber für die alpenländische Wirtschaft. Sie wird im übrigen auch dadurch ver­baut, daß die österreichische Gesamtbevölkerung in einem ungeahnten Maße ihren Lebensmittelver­brauch eingeschränkt hat, und daher als zu­sätzlicher Abnehmer für die Bauernprodukte nicht mehr.in Frage kommt. Das österreichische Institut für Konjunkturforschung errechnete beispielsweise in seinem letzten Halbjahresbericht, daß der Nahrungs­mittelkonsum allein von 1930 bis 1934 um etwa 18 v. H. zurückge gangen ist. Der Rückgang gegenüber der Vorkriegszeit ist natürlich noch, viel stärker, er beträgt in Wien bei einzelnen Fleisch- (orten 50 0. H. Die Gründe für die Einschränkung des Nahrungsmittelverbrauchs sind einesteils in der großen Arbeitslosigkeit, anderenteils in dem niedri­gen Stand der Löhne und Gehälter zu suchen. Ist

doch seit 1931 eine durchschnittliche Herabsetzung des Verdienstes um 25 bis 30 0. H. erfolgt, wobei die gleichhohe Kaufkraftentwertung der Währung noch gar nicht in Betracht gezogen ist.

Alle diese Erscheinungen, deren politische und wirt- schaftliche Ursachen hier im einzelnen nicht untersucht werden können, haben dazu beigetragen, daß das österreichische Bauerntum eine Schuldenlast trägt, die es aus eigenen Kräften niemals wird be­seitigen können. Welche Folgen diese Bauernver- (chuldung hat, die mit einer starken Zinsaus- b e u t u n g Hand in Hand geht,« läßt sich daraus ersehen, daß im Jahre^ 1936 dreimal soviel Zwangs­versteigerungen als im Jahre 1932 stattfanden, und daß die Zahl der Exekutionsanträge sich von 1936 auf 1937 wiederum verdoppelt hat. Der österrei- chijche Staat hat zwar wiederholt durch Preis­senkungsaktionen für landwirtschaftliche Bedarfs­artikel und durch Entschuldungsmaßnahmen zu hel­fen versucht, jedoch keine nennenswerte Erleichte­rung des Bauernelends erreicht. Wie bedrohlich die Lage geworden ist, zeigt die Tatsache, daß der so­genannte Bergbauernhilfsfonds, der 1937 von Regierungsseite zu einer ständigen Einrichtung gemacht wurde, nicht mehr die Hauptaufgabe hat, Zwangsversteigerungen zu verhindern, sondern g e - eignete Bieter zu schaffen. Ja, im Gesetz ist offiziell schon vonEntsiedelungsgebieten" die Rede.

Vor solche Hintergründe muß man das Einzel- schicksal jener armen, tapferen Bäuerin stellen, das der Abgeordnete Niederösterreichs geschildert hat, denn diese Verelendung des österreichischen Berg­bauerntums bedeutet im letzten Grunde nichts an­deres als die Vertreibung des bodenstän­digen Deutschtums aus seinen bisherigen Wohngebieten und die Einsetzung jüdischer Grund Herren, die sich mit dem im Zwischen­handel von Land zu Stadt erwucherten (Selbe die verlassenen Bauernhöfe billig aneignen. Es geschieht hier also ein doppelter Betrug und es entsteht eine doppelte Gefahr. Denn enteignetes Bauernland ist nicht nur ein ungeheurer volkswirtschaftlicher Ver­lust, sondern der Beginn des Volkstodes. D. S.

heitenschutzabkommen vom 5. November 1937 nicht abgeschlossen ist; im Hinblick hierauf wurde Gra- czynjki selbst im Dezember 1937 zum Ehrendoktor von jener Universität Krakau ernannt, die einst als Zweitälteste deutsche Univexsität sogleich nach Prag gegründet worden war und mit der Ent- deutschung der Stadt Krakau selbst ein Mittelpunkt fremder Arbeit wurde. Dem neuen Jahre bleibt die Hoffnung, daß das Ausgleichsabkommen vom 5. November' allseitig so großzügig durchgeführt wird, wie Berlin und Warschau es überinstimmend in Aussicht genommen hatten >

Am schwierigsten gestattete sich die Lage der Deut­schen in den engverbundenen Staaten Sowjet­union und Tschechoslowakei. Hier wie dort ereigneten sich auch 1937 Häufungen von Deut» schenverfolgungen, welche die Worte der Verant­wortlichen von angeblicher nationaler Duldsamkeit aufs deutlichste widerlegten. Waren es in der Sow­jetunion vor allem die Maßnahmen der Regierung gegen Kulaken und zurReinigung" des Staats­apparates,' die unter dem deutschsprechenden Be- ' völkerungsteil ihre Opfer forderten, so ging die Prager Taktik dahin, die ganze Struktur der von Haus aus rein deutschen Grenzgebiete Böhmens und Mähren-Schlesiens von Grund aus umzuän­dern. Schon im Januar 1937 begannen Saal­schlachten gegen Sudetendeutsche. Im Mai wurden in Staab bei Pilsen 80 Versammlungsteilnehmer ohne Warnung durch Militär verletzt, kurz zuvor die wohl ausgewogenen vier Gesetzanträge Hen­leins zum Schutze der deutschen Volksgruppen ver­höhnt und praktisch eingesargt. Am 17. Oktober, an dem vom oberschlesischen Annaberg aus 58 reichsdeut­sche Jugendherbergen eingeweiht wurden, überfiel in Teplitz-Schönau tschechische Polizei sudetendeutsche Abgeordnete, und verfolgt wurden nicht die Prügel» Polizisten, (andern die unschuldig Mißhandelten. I Selbst Minister Machnik, der Vater des berüchtigtsten I aller Dertschechungs-Erlasse, mußte kurz vor Weih­nachten zugeben, daß seine Kreaturen im letzten Jahre weiter gegangen sind, als ein Rechtsstaat zulassen sollte. Das Jahr 1938 wird zeigen müssen, ob t(chechischer Rechtsbolschewismus weiterhin un­gestraft die europäische Volksgemeinschaft derart herausfordern darf.

Auch jenseits der Meere war Kampf. Die Deut­schen in Südwestafrika wurden Gegenstand von Ausnahmebestimmungen, ihx Deutscher Bund aufgelöst. Wo weltanschauliche Gegner draußen Macht haben, suchen sie ihr Mütchen an den deut­schen Volksgruppen zu kühlen. Aber alle Not und Beengung konnte den deutschen Sinn nicht beugen. So wie die Deutschen Sloweniens und Ungarns, Lettlands und des Memellavdes nur noch ent­schiedener sich zum Deutschtum bekennen, machten die Sudetendeutschen ihre Musikfesttage im Sep­tember zu ein-r großen Gemeinschaftskundgebung, wurde das zehnjährige Jubiläum karpathendeut- chen Erwachens in Preßburg ein Markstein zu neuem Aufstieg und das erste deutsche Schulfest in Neuyork ein weithin sichtbares Zeichen der Samm­lung. Trotz dem großen Elend in Böhmen und Mahren brachte die sudetendeutsche Volksgemein­schaft 16 Millionen Tschechenkronen zur Linderung der größten Not zusammen (die Kinderverschickung

in das Reich wurde durch die Tschechen verboten), einige Hundert sudetendeutscher Kinder fanden bei dem selbst bedrängten Deutschtum Nordschleswigs Stärkung. Elsässische Heimatstreue erzwang die Rücknahme der Blumschen Schul-Ausnahmeverord­nung.

Mit vielen Wunden, aber seelisch ungebro­chen, geht das deutsche Volkstum in aller Welt in ein neues Jahr des Kampfes, der uns aufge­zwungen worden ist und in dem es nur einVor­wärts !" geben kann, bis alle Gegner uns zuge» stehen das Recht auf Väterart, Muttersprache und Kinderseelen!

Rumänien nach den Wahlen.

AnfdemWege zu einerKoalitionsregierung

Bukarest, 27. Dez. (DNB.) Yim die durch die Kammerwahlen geschaffene Lage zu klären keine der Parteien hat die notwendigen 40 v. H. aller Stimmen erhalten, so daß ihr die Wahl- prämie von 50 v. H. der Sitze zugesprochen werden könnte tagte während der Weihnachtsfeiertage

Paris, 27. Dez. (DNB.) Pierre Dominique beschäftigt sich in der radikalsozialiftischenR £ - p u b l i q u e" noch einmal mit der Orientierung der (ranzösischen Politik. Jeder Franzose Und insbeson­dere die französischen Frontkämpfer, erklärt er, wür­den sich ehrlich über eine deptsch-französische Annäherung freuen. Moskau stehe selbstver­ständlich jeder deutsch - französischen Annäherung feindlich gegenüber. Man könne davon überzeugt (ein, daß die augenblickliche neue Streikwelle kommunistischen Ursprungs sei, d. h. unmittelbar von Moskau diktiert werde. Vielleicht wünsche man in Moskau eine Regierung zu stürzen, die sich wei­gere, sich von der sowjetrussischen Politik ins Schlepp­tau nehmen zu lassen. Vielleicht halte man auch den Augenblick für gekommen, b i e letzte Karte aus­zuspielen, um in eine neue Regierung zwei kom­munistische Mini st er zu setzen.

Wenn man aber glaube, daß eine deutsch-franzö­sische Annäherung verhindert werde und Frankreich (ich noch enger an Sowjetrußland anlehnen würde, so irre man. Je gewaltsamer und brutaler die an­gewandten Mittel seien, um so größer sei das Inter­esse Frankreichs, die Politik zu verstärken, die man in die Formel kleiden könne:Jedem Volke steht es frei, sich das Regime zu geben, das ihm paßt, keinen ideologischen Kreuzzug und keine Einmischung, kein Mili'tärbündnis mit Sowjetrußland aber eine deutsch-französische A n - Näherung!" Es gebe keinen ehemaligen Front-

der Oberste Wahlausschuß. Er entschied da­hin, die Kammersitze im Verhältnis des von jeder Partei errungenen Hundertsatzes der Stimmen des ganzen Landes zu verteilen, wobei Parteien, die weniger als 2 v. H. aller Stimmen erhalten haben, unberücksichtigt bleiben.

Auf Grund dieser Entscheidung werden der R e gierungslifte, auf der neben der Liberalen Partei auch Anhänger Sorgas und der Rumäni­schen Front Vayda-Wojwod, sowie die Vertreter der Deutschen Volksgemeinschaft kandidierten, 15 0 bis 15 4 von insgesamt 387 Sitzen zu- gesprochen werden, den'Nationalzaranisten etwa 85, Der ParteiAlles für das Land" (Eiserne Garde) 66, den Christlich-Nationalen 38, Georg Bratianu 17, Junian 9 und der Ungarischen Partei etwa 18. Da der Regierung eine parlamentarische Mehrheit in der Kammer fehlt, rechnet man damit, daß die Liberalen eine Zusammen- arbeit ist i t einer anderen Partei ver­suchen werden. Zu diesem Zweck wird gegebenen« falls auch eine Umbildung der Regierung vorge­nommen werden. König Carol hat schon den Vorsitzenden der Christlich-Nationalen Partei, G 0 g a , in Audienz empfangen.

Kämpfer, dem es schwer falle, zwischen denjenigen zu wählen, die Frankreich geschlagen hätten und von Frankreich geschlagen worden seien, die aber durch jahrhundertelange gemeinsame Ueber- lieferungen verbunden seien und jenen, die Frankreich im Laufe der Geschichte schon drei­mal v e r r a t e n hätten. Die Sowjets forderten das automatische ^Bünbnis nur beshalb, um auto­matisch b e n Krieg vom Zaun brechen zu können. Wenn man aber zu einer deutsch-franzö­sischen Annäherung gelangen könnte, so würde nicht nur Frankreich glücklich sein.

Das Wirlschaffschaos.

Streiks und Preiserhöhungen an der Tagesordnung.

Paris, 28. Dez. (DNB. Funkspruch.) Ab 1.Ja­nuar werden in Paris d i e Fahrpreise auf den Autobussen und auf der O-Bahn um e t w a 10 v. H. erhöht. So wird der.Einheitstarif der O-Bahn künftig in der 2. Klasse statt 1 Franken 1,10 Fran­ken und in der 1. Klajse statt 1,50 1,60 Franken be­tragen. Die allgemeine Entrüstung, die die beabsich­tigte Preiserhöhung des Automobil- brenn ft offes in ganz Frankreich ausgelöst hat, veranlaßtenEpoque", die Lage in Deutsch­land einer genaueren Betrachtung zu unterziehen. Während man in Frankre ich auf dem besten

Moskau verhindert deutsch-französische Verständigung. Die Gefahren des Bündnisies mit dem Bolschewismus.