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Reichssportfeld. Die an der Kundgebung teilnehmen­den schaffenden Männer und Frauen der Reichs- hauvtstadt werden in Sonderzügen der Berliner Staotbahn, Untergrundbahn und Straßenbahn so­wie Sonderomnibussen zum Maifeld gebracht. Durch den Gauleiter der Reichshauptstadt Reicksminister D r. Goebbels ist über die Aufmarschorganisa­tion der Deutschen Arbeitsfront hinaus die ge­samte Bevölkerung Berlins a u f ge­rufen, Zeuge des geschichtlichen Ereignisses zu

sein. Die gesamte Strecke vom Brandenburger Tor bis zum Maifeld wird mit einer Lautsprecher­anlage versehen, so daß alle Berliner, wie auch die von auswärts Kommenden, dieser Auffahrt des Führers und des Duce beiwohnen, die Reden auf dem Maifeld sowie das große Konzert der Wehr­macht mit anschließendem großen Zapfenstreich hören können. r

Das schöne Wetter des ersten Herbstsonntags lockte eine Unzahl schaulustiger Berliner nach der

Feststraße, die sich in einer Farbensymphonie son­dergleichen zeigte. Besonders in den späten Nach­mittagsstunden war der Andrang in der Straße Unter den Linden so groß, daß man eine Völker­wanderung vor sich zu haben glaubte. Der starke Verkehr auf den Fernbahnhöfen und die überaus große Nachfrage in den Hotels läßt erkennen, daß für die Besuchstage ein besonders starker Zustrom von Fremden eingesetzt hat.

Oer Abschluß der Wehrmachlsmauöver.

Oie Entscheidungsschlacht durch den Einsatz von Panzertruppen und Luststreitkräfien für Blau gewonnen.

ßaage (Mecklenburg), 26. Sept. (DNB.) Die großen Wehrmachtsmanöver haben Sonn­tag unter den Augen des Führers und seines ho­hen italienischen Gastes sowie in Gegenwart der militärischen Delegationen aus Italien, England und Ungarn, der Mitglieder der Reichsregierung und der Spitzen von Staat und Partei ihren A b - s ch l u h gefunden. Am 25 September richteten sich die Truppen des roten X. Armeekorps in der befohlenen Linie zur Verteidigung ein und waren mit dem Ausbau ihrer Stellungen beschäf­tigt. Die am Feind verbliebenen schwachen Nach­truppen wichen befehlsgemäß aus. Die blaue I. Armee gliederte nun ihre Kräfte um, mit der Absicht, am 26 September die in allgemeiner Linie WalkendorfRensowSwiesselSchlieffen­berg vermuteten roten Verteidigungsstellen anzu­greifen und dadurch die Schlachtentschei­dung herbeizuführen. Die stellenweise verloren- gegangene Fühlung mit dem Feind war in den späten Abendstunden auf der ganzen Front wie­der hergestellt.

Am Sonntagmorgen liegt ein dichter Dunst über dem Manöverfeld, so daß man nur auf Minuten einmal einen Blick über die nächste Um­gebung hinaus hat. Die Wolkendecke hängt kaum in über 100 Meter Höhe über der stark eingeschnitte­nen Landschaft, in der kleinere und größere Seen­flächen und versteckte Dörfer mit Waldstücken und kahle Höhenzüge abwechseln. Bereits bei Morgen­grauen hat sich Blau an die roten Gefechtsvor­posten herangetastet und zum Teil auch schon die im hinhaltenden Widerstand auf die Hauptkampf­linie ausweichenden Gefechtsvorposten zurückge- drängt. Wir befinden uns auf bem Sonnen­berg, acht Kilometer südostwärts von ßaage. Man hat von hier, soweit das die dunstige Sicht zuläßt, einen Ueberblick über einen großen Teil des Manöverfeldes. Wir sind in der Mitte der ro­ten Verteidigung und zwar im Abschnitt der 3 0. Division, an deren rechten Flügel das In­fanterie-Regiment 26 eingesetzt ist. ßinks davon ist die 22. Division. Die Verteidigungsfront dehnt sich etwa 30 Kilometer aus. Sie ist ungefähr nach Ostsüdost orientiert, die Hauptkampflinie verläuft beiderseits Rvettig, das von Pionierkräf- ten als starker Stützpunkt ausgebaut ist. Die Ver­teidigungsstellung ist unter sorgfältiger Benutzung des Geländes so angelegt, daß auf einen großen Teil der Front Panzerwaffen nicht zu erwarten sind. Das Rfervevregiment ist so bereitgestellt, daß eine Gegenwehr, falls sie bei einem am rechten Flügel möglichen Panzerangriff nötig wird, gegen die nachfolgende Infanterie vorgehen kann. Es ist auch Vorsorge getroffen, daß sich die Truppen bei einem beiderseits erfolgenden Durchbruch als Re­gimentsblock zu halten vermögen. Die in der Nähe des Sonnenbergs eingesetzten Batterien befinden sich in ständigem Feuer gegen den blauen Angreifer, als aus dem Dunst blaue Aufklärungsflugzeuge auftauchen, die in schneidigem Fluge die Batterien mit Bomben be­legen. Wenig später zeigen die Einschläge schwerer Granaten bei den Batteriestellungen, daß die blauen Aufklärer ihrer Artillerie genaue Zielbe­zeichnungen gegeben haben.

Nachdem es gegen 11 Uhr begonnen hat, sich auf­zuklären, wird der Sonnenberg mit den umliegen­den Höhen eingenebelt. Der blaue Angreifer hat Nebelgranaten geschossen, um den Verteidi­gungstruppen in der Flanke des eigenen Angriffs­abschnittes die Uebersicht zu nehmen und die Mög­lichkeit des Angreifens zu erschweren. Blaue Flieger gehen immer wieder tief über das Kampfgelände beiderseits Warnkenhagen. Eine Gruppe von Sturzkampffliegern folgt der anderen. Kette auf Kette, Staffel auf Staffel, Gruppe auf Gruppe von schweren Kampfmaschinen müssen über den Höhenrücken bei Ziesenow.

Da steigen drüben Leuchtraketen auf. Dorf er­folgt also ein blauer p a n ) e r a n g r i f f, der in dör Hauptsache südlich Sfriefenoiv zur Auswirkung kommt. Man sieht, wie die Artil­lerie zwischen die Panzer schlügt. Die Ein­nebelung der flankierenden höhen hört nach geraumer Zeit auf und nun kann die rote Ab­wehr von hier aus starker wirksam werden. Die Panzer, die nach Norden zu weiter aus­geholt haben, bleiben liegen. Die rote Ver­teidigung holt leichte ^eldhaubihen auf die höhen, die in direktem Schuß loslegen. Weiter unten, im Grunde, spielt sich ein Duell zwischen Panzer und schwerer Ar­tillerie ab. Während der Panzerangriff selbst schon langst tief durchgestoßen ist und be­reits die ersten 3nfanterieroeUen den letzten langsam aufräumenben Panzern folgen, beseht das in der Verteidigung befindliche Infanterie­regiment 26 die flankierenden hänge, wahrend indessen von den höhen herunter SMG. Ham­mern. Die Verteidigung hat im Schuh des vom Angreifer geschossenen Nebels Kraftrad- schützen zum Einsatz bringen können, aber der blaue Angreifer läßt, nun schon mehr als eine Stunde nach Beginn des Panzerangriffes, der in geschlossener Formation von Hunderten von Panzerwagen gefahren wird, eine Welle der anderen folgen. Ebenso stoßen immer neue Wellen blauer Infanterie vor, die nun in die Flanke einschwenken. Wah­rend der ganzen Zeit beherrscht die blaue Luft­waffe die Luft, bis schließlich rote Jäger sich zeigen. So haben wir in einem kleinen Ab- schnitt einen großartigen Eindruck der modernen Waffenwirkung in Angrift und Verteidigung miterlebt, bis kurz vor 14 Uhr Flugzeuge mit dem Abblasen von Rauchfahnen den Schluß der Wehrmachtsmanöver anzeigen.

Die gesamte Entwicklung an der rund 30 Kilometer langen Angriffsfront feit dem frühen Morgen ergibt sich aus der folgenden Zusam­menfassung: In den Morgenstunden des 26. September war die nächtliche Bereitstellung der ersten blauen Armee beendet. Die Divisionen des zweiten und dritten Armeekorps traten zum Ent­scheidung suchenden Angriff gegen die Stellungen des roten X. Armeekorps an, in der Ab­sicht, den Durchbruch über die Linie BelitzTol- zin in allgemeiner Richtung ßaage zu erzwingen. Rot, das die Uebergänge über den Recknitz-Abschnitt bei ßaage und Tessin befehlsgemäß für herankom­mende Verstärkungen offenhalten sollte, nahm die angebotene Schlachtentscheidung an. Auf der ganzen Front setzten daher äußerst heftige und wechselvolle Kämpfe ein.

Gegen 10 Uhr gelang es zunächst der blauen 3 2. Division, wirkungsvoll unterstützt von Pan­zern, Sturzkampffliegern und Jägern, sich trotz zähe­ster Gegenwehr der dort eingesetzten Teile der 30. Division in den Besitz des roten Stütz­punktes Hohe Heide bei Belitz zu setzen. Gegen einen etwa um 11 Uhr in die rote Stellung erfolgenden Einbruch von Teilen der blauen 12. Di­

vision südwestlichvonDalwitz traten verfüg­bare Reserven der roten 22. Division zum Gegenstoß an. Weiter südlich konnte der Angriff des blauen III. A r m e e k o r p s infolge des hier be­sonders zähen roten Widerstandes zunächst nur langsam vorwärts kommen. Ms in den Mit­tagsstunden mehrere Regimenter in wuchtigem Stoß beiderseits Warnkenhagen trotz verzweifelter Gegenwehr tief in die roten Stellungen einörangen, brachten ftarfe Fliegerkampf­kräfte, die auf Weisung des Oberbefehlshabers der Wehrmacht durch den Oberbefehlshaber der Luftwaffe in die Erdschlacht geworfen wurden, d i e Entscheidung zugunsten von B l a u. Auch das Eingreifen roter Jagdkräfte und stärkstes Ab­wehrfeuer der roten Flakartillerie konnte den Er­folg der blauen Luststreitkräfte nicht wesentlich ein­schränken. Die Masse der roten Luftwaffe griff bis­her verschonte Nachschubanlagen und Rüstungs­betriebe an. Ihre Erfolge waren zum Teil erheblich, da Flakartillerie nicht an allen Stellen in aus­reichendem Maße vorhanden war. Weitere Teile der blauen Luftwaffe griffen rote Flugplätze und Nach­schubanlagen an. Damit fanden die Wehrmachts­manöver 1937 ihren Abschluß.

Oie Wehrmacht beim Erntevanktag.

Berlin, 26. Sept. (DNB.) Die Mitwirkung der Wehrmacht bei dem Staatsakt auf dem Bücke- berg ist schon Tradition geworden. Die auf dem Berg versammelten Hunderttausende können sich hier von dem Können und den neuen Waffen un­serer Soldaten ein Bild machen. Selbstverständlich kann in der verhältnismäßig kurzen zur Verfügung stehenden Zeit und bei dem teilweise ungünstigem Gelände nur eine Schauübung gezeigt werden, die vieles nur anbeuten kann und die vor allem viel rascher ablaufen muß, als das in der Wirklichkeit der Fall wäre. Trotzdem gibt sie Gelegenheit, dem Beschauer die Stärke und Schlagkraft unserer jun­gen Wehrmacht vorzuführem

An der Uebung zu Füßen des Bückeberges sind ein Infanterieregiment, zwei Kavallerieregimenter, ein Artillerieregiment, eine schwere motorisierte Ar­tillerieabteilung, ein Kraftradschützenbataillon, eine Panzerwagenabteilung, eine Panzerabwehrabtei­lung, leichte und schwere Flakartillerie, zwei Jagd­staffeln, eine Sturzkampfstaffel und eine Fallschirm- Infanteriekompanie beteiligt. Insgesamt werden über 10 000 Soldaten der verschiedenen Truppenteile in den Kampf eingreifen.

Am Fuß des Bückeberges entsteht in diesen Tagen ein Zieldorf, von Pionieren erbaut, mit dem NamenBückedorf". Pioniere bauen auch mehrere Pontonbrücken über die Weser, die teil­weise in den Kampf der Truppen mit einbezogen werden und die vor allem auch den Anmarsch der vielen Tausende der Festgäste erleichtern sollen. Der genaue Verlaus der Schauübung ist aus dem P r.o- grammheft für den diesjährigen Erntedanktag zu ersehen und wird außerdem von einem Sprecher der Wehrmacht durch die Lautsprecher erklärt. Durch die inzwischen erfolgte Umgestaltung des Bückeberges ist die Uebung der Wehrmacht von allen Plätzen des Berges gut z u ver­folgen. Dem Führer werden bei feinem Ein­treffen am Fuß des Bückeberges durch ein Ehren­bataillon und eine Salutbatterie die Ehrenbezeu­gungen erwiesen. Den Ausklang des Erntedanktages 1937 bildet der Jäger-Zapfenstreich vor der Kaiserpfalz in Goslar nach dem Empfang der Bauernabordnunaen durch den Führer. Er wird ausgeführt vom Jägerbataillon Goslar.

Oer Ouce, ein Meister -er Rede.

Wir alle kennen die Bilder, auf denen wir den Chef des italienischen Staates zu Zehntausenden, ja Hunderttausenden sprechen sehen. Das Volk jubelt ihm zu, streckt die Arme zum Gruß empor, immer neuer Beifall wird laut, hingerissen lauschen die Massen den Worten des Redners. Und der Duce schleudert die Worte in dynamischer Steige­rung impulsiv heraus, unterstreicht sie durch kraft­volle Gesten, bringt jeden Gedanken knapp und bün­dig zum Ausdruck und versteht es durch diese Aus­drucksweise, seine Zuhörer in Bann zu schlagen. Eine Rede Mussolinis ist kein Vortrag schlechthin, sondern stellt ein Erlebnis politischer Natur dar, eine Kundgebung des Willens eines Man­nes, der sich eins weiß mit feiner Gefolgschaft, welche ihm genau so vertraut, wie er ihr, welche sich genau so auf ihn verläßt, wie er sich auf sie.

Wie mit magischen Mächten zwingt Mussolini die Hörer in seinen Bann. Es ist für uns interessant zu wissen, daß er nicht erst in den Jahren, da er aktiv in das politische Leben trat, sich als Meister des Wortes erwies, sondern bereits in seiner frühe­sten Jugend es verstand, seine Zuhörer zu begei­stern und fvrtzureißen. Es war im Jahre 1900, als er fick, 17 Jahre alt, die Sporen mit einer Gedächt­nisrede auf Giuseppe Verdi, den großen italie­nischen Komponisten, im Theater zu Forli erwarb. Und einige Zeit später hatte er erneut Gelegen­heit, seine Rednergabe vor einer großen Zuhörer­schaft ganz plötzlich und unvermutet zu zeigen. In Gualtieri sollte ein Garibaldi- Denkmal ein ge­weiht werden. Vergeblich wartete die Menge auf den angekündigten Redner, der nicht erschien. Schon machte sich Unruhe bemerkbar, schon drohte die Kundgebung ein unrühmliches Ende zu nehmen, da stand Mussolini auf und hielt aus dem Stegreif eine IVaftünbige Rede auf diesen italienischen Frei­heitskämpfer, die wie ein Fanal wirkte und in der Öffentlichkeit größtes Aufsehen erregte. Und im vorletzten Kriegsjahr, als in Italien sich mehr und mehr eine gedrückte Stimmung breit machte, da zog Mussolini, gerade von seiner schweren Kriegsver­letzung genesen, von Stadt zu Stadt und legte in gewaltigen Kundgebungen der Bevölkerung dar, daß man durchhalten müßte, durchhalten um jeden Preis, daß der Sieg errungen werden müßte, sollte die Nation nicht zugrunde gehen.

Von inneren Krisen und Unruhen geschüttelt ist das Italien der Nachkriegszeit. Ueberall flammen Aufstände auf, wird geplündert und geraubt, die staatlichen Machtmittel vermögen dieser Umtriebe nicht Herr zu werden. Und als im Jahre 1921 in den Straßen bereits Barrikadenkämpfe stattfinden, als die Kommunisten glauben, ihrem Ziel, der Er- oberung Italiens für den Bolschewismus, nahe zu fein, da ruft Mussolini ihnen Worte entgegen, welche wie mit einem Schlag der Bevölkerung ins Gewissen hämmern, worum es geht:Diese Bri- gantt, die sich vor nichts scheuen, sollen wissen, die letzte Stunde hat für sie geschlagen. Auf Gewalt gibt es nur eine Antwort: Gewalt!" Diese Gewalt setzte Mussolini mit feinen Schwarzhemden dem verbrecherischen Treiben der Söldlinge Moskaus entgegen. Er brach die rote Faust auf, entriß ihr die Waffen, entriß ihr Stadt für Stadt und Dorf

für Dorf, trat den Marsch auf Rom an. An oiefem großen Tag der italienischen Gesckichte, da eine neue Nation entstand, hielt er an seine Ge­treuen eine Ansprache, in der er u. a. folgendes ausführte:Schwarzhemden! Der Faszio zieht das Schwert, um den gordischen Knoten zu lösen, der das nationale Leben und die freie Entwicklung Italiens gebunden hielt. Gott den Allmächttgen und den Geist unserer 500 000 Toten rufen wir zu Zeugen an, daß uns nur der eine Gedanke die Waffen ergreifen ließ: das Vaterland zu retten, um es zur Größe zu führen. Faschisten! Wir wollen siegen! Wir werden sie­ge n !" Das war Mussolinis Fanfare für den Marsch nach Rom in seinen Reden zur Erinne­rung an die faschistische Revolution klingen diese Gedanken jedes Jahr wieder an.

Fast alle Reden Mussolinis, die er als Chef des italienischen Staates gehalten hat, find nicht nur für die Menge bestimmt, zu der er gerade spricht, nein, sie sind viel mehr, sie sind die Stimme der Nation, auf die die ganze Welt horcht. Seine sogenannten Kriegsreden, welche nach seinen eigenen Worten sämtliche Gänse zum Schnattern bringen sollten, die Europas Metropolen schützen möchten, haben tatsächlich stets ein gewaltiges Echo in der Welt gefunden.Worte sind gut. Maschinen­gewehre und Kanonen sind besser!" So sprach er, und die Öffentlichkeit wußte, daß das nicht nur Worte, sondern Willenskundgebungen einer großen Nation waren. Und klingt es nicht, als ob Musso­lini den bevorstehenden Krieg gegen Abessinien ahnt, wenn er 1932 in Mailand ausführt, er fühle, daß an dem Tage, an dem es notwendig wäre, das ganze italienische Volk ihm in noch entschlossenerer Weise folgen würde? Und wörtlich fährt er fort: Ich weiß, daß Ihr zu den äußeften Opfern bereit sein werdet! Ich fühle es, daß Ihr mit Euren Lei­stungen nicht zurückhalten werdet!" Und in der gleichen Rede findet er wieder Worte an die I u - gend, der feine ganze Liebe gilt,- an die Ju­gend, von der er weiß, daß sie das Erbe der Vä­ter wohl zu hüten imstande fein wird:Eines Ta­ges, der noch nicht sehr nahe ist, man braucht wenigstens dreißig Jahre, um den Geist eines Vol­kes so zu stählen, wie ich es wünsche eines Tages werden mir mit Stolz unsere ruhmvollen Banner der Jugend übergeben, die unter unseren Augen heranwächst und herrlich erftarft. Dann werden wir sagen: Das sind die Banner der Re­volution, die durch das Blut de? Sturmscharen ge­weiht sind! Haltet sie hoch und verteidigt sie, wenn es notwendig sein sollte, mit Eurem Leben! Macht, daß sie in den künftigen Dezennien von dem Glanze neuer und herrlicherer Siege bestrahlt wer­den!"

Niemals hat Mussolini in feinen Reden vergeb­lich an die Nation appelliert, stets hat er eine gläubige Zuhörerschaft gefunden, welche ihm bedin­gungslos zu folgen gewillt war. Der Duce ist ein Mann des Volkes, er weiß, was das Volk fühlt und denkt, er weiß, daß das, was er zum Ausdruck bringt, im Herzen des Volkes freudige Zusttmmung findet. Er weiß auch weiter, daß man zum Volke jo sprechen muß, wie das Volk selbst spricht: ein­

fach und klar, jedem verständlich, so, daß auch der chlichteste Zuhörer, der Mann aus dem Volke, es versteht und begreift. Und da Mussolini über diese einzigartige Gabe in einer wahren Vollendung ver- ügt, hat er bei feinen Reden diesen Erfolg, auf Grund dessen wir ihm wohl den TitelMeister der Rede" zuerkennen können. D. S.

Der Rundfunk berichtet

Berlin, 24 Sept. (DNB.) Die Tage des ita- lienischen Staatsbesuches wird der Rundfunk nicht nur den Volksgenossen im Reich vermitteln, die ganze Welt wird mit Spannung die Ereignisse ver­folgen. Vor allem aber hat das italienische Volk den Wunsch, seinem Duce auf der glanzvollen Fahrt durch Deutschland so nahe wie möglich zu sein. Der Reichsintendant hat deshalb für die Tage vom 25. bis 29 September angeordnet, daß sämtliche Ereignisse von allen Reichssendern unmittel­bar und in allen Einzelheiten über­tragen werden. Die Berichte werden in ein gro­ßes musikalisches Rahmenprogramm eingespannt, das die wertvollsten deutschen und ita­lienischen Musikwerke vofieht.

Im Mittelpunkt steht das große Festkonzert aus Rom am 28. September 21.05 bis 22 Uhr unter der Stabführung von Exzellenz Pietro M a s c a g n i. Es wirken mit Benjamino Gig 1 i (Tenor), Pia T a s s i n a r i und Lina P a g l i g h i (Sopran) und Tancredi P a f e r o (Baß).

Hauptversammlung des VOA. in Köln.

Arn Sonntag hielt im Kölner Rathaus der Dolksbund für das Deutschtum im Auslande eine Hauptversammlung ab, zu der sich führende Persönlichkeiten der deutschen Volks­tumsarbeit im In- und Auslande eingefunden hat­ten. Nach den Berichten des DNB. sprach der Bundesletter Dr. Steinacher über den Stand der Volkstumsarbeit. Ausgangspunkt aller Volks- tumsarbeit sei das Gesetz der Wesenheit unseres Volkes, die Volksgenofsenschaft, in der wir das Ewige und Unvergängliche sähen. Diese Ganzheit, nicht die Staatszugehörigkeit, allein sei wesentlich für die Arbeit, deren Blick auf die Ge­samtlage des Volkes gerichtet fein müsse. In seinen weiteren Ausführungen kennzeichnete der Redner die Rolle des Rheinlandes als Musterland des Auslanddeutschtums und verfolgte die Geschichte des deutschen Westens vom volksdeutschen Gedanken her, wobei er die Erkenntnisse barlegte, die aus ihr für die Volksdeutsche Arbeit gewonnen wurden. Zum Schluß gab der Bundesleiter noch ins einzelne ge­hende Richtlinien. Nach Dr. Steinacher sprachen noch der Leiter der deutschen Volksgemeinschaft in Rumänien, Fabritius, und Prof. Dr. Herbert Cysarz, Professor für neuere deutsche Literatur­geschichte an der deutschen Universität in Prag.

Tagung des Martin-Luther-BundeS.

An der Vertretertagung des Martin-Luther-Bun­des nahmen die mit seiner Arbeit verwachsenen Glaubensgemeinschaften und Auslandskirchen teil. Neben Oberkirchenrat Breit und Präsident Dr. Fleisch, die den lutherischen Rat und das luthe­rische Einigungswerk und außerdem die brasilia­nische Landeskirche vertraten, waren das Deutsche Auslandsinstitut in Stuttgart, der deutsche Pfarrer­bund und kirchliche Abgeordnete aus Brasilien und Australien vertreten. Für die brasilianische Regie­rung überbrachte Oberst Gaelzer-Netto den Dank seines Landes für die hervorragende kultu­relle Arbeit des Bundes unter den lutherischen Deutschen in Brasilien. Vorträge von Sachkennern über die Lage des Protestantismus in Oesterreich und in Sowjetrußland schlossen sich an. Bei einem Gemeindeabend in der Kreuzkirchengemeinde hielt der Generalsekretär des lutherischen Weltkonvents, Dr. ß i l j e (Berlin) einen Vortrag über Amerika in kirchlicher Hinsicht.

Kleine politische Nachrichten.

Wenige Tage nach Ueberreichung feines Be­glaubigungsschreibens ist der Gesandte der Vereinigten Staaten in Wien Grenwille Emmet im Hotel Bristol, wo er vorläufig Woh­nung genommen hatte, an einer ßungenentzündung geftorben. Der Gesandte hatte erst vor kurzem den zum Staatssekretär ernannten Gesandten Messerschmidt abgelöst. Er stand im Alter von 52 Jahren.

König Georg II. von Griechenland besichtigte die Internationale Ausstellung i n Sa­lo n i k i und stattete dabei auch dem deutschen Pavillon einen Besuch ab. Der König hat sich außerordentlich anerkennend über die deutsche Schau geäußert.

Der belgische Ministerpräsident van Zeeland hat sich entschlossen, an der Spitze der Re­gierung zu bleiben. In einer amtlichen.Verlaut­barung über den Ministerrat heißt es, auf die ein­mütigen Bitten seiner Kollegen hin habe der Mini­sterpräsident seine Absicht, sich von den Regierungs­geschäften zurückzuziehen, aufgegeben.

Kunst und Wissenschaft.

Neuer Inlernalionaler Erfolg deutscher Verkehrswerbung.

Der zweite internationale F i l m w e 11 b e w e r b für Verkehrswerbe- und wissenschaftliche Filme in Como brachte auch in diesem Jahre dem deutschen Kulturfilmschaffen einen durchschlagenden Erfolg. Von den über 120 Filmen, die den Preisrichtern vorlagen, konnte der Bildstreifen der Reichsbahn­zentrale für den deutschen ReiseverkehrReisen im schönen Deutschland" die höchste Auszeichnung, den Pokal des Generaldirektors für den italienischen Fremdenverkehr, B o n o m i, erringen. Man bezeich­nete diesen Film als ein Musterbeispiel dafür, wie Verkehrswerbefilme zu gestalten seien. Von den zwei weiteren Preisen, die nach Deutschland fielen, erhielt der Tobis-FilmDurch Berlin fließt immer noch die Spree" den Pokal des Provinzial-Fremden- verkehrsverbandes Comos für die beste musikalische Vertonung und der Walter-Hege-Filmßebens- kampf im Schilf" den Pokal der Handelskammer von Como für die beste Photographie.

Erna Sack singt in Skandinavien und Amerika.

Kammersängerin Erna Sack begibt sich am 1. Oktober auf eine Skandinavien-Tournee, die sie durch die Städte Stockholm, Oslo und Kopenhagen führt. Im Anschluß hieran schifft sich Erna Sack mit derBremen" nach Amerika ein. Sie wirt, dort an der Oper von Chikago und von St. ßouis msh- rere Partien in italienischer Sprache singen. Außer­dem bereist sie die Hauptstädte der Ost- und West­küste um Konzerte zu veranstalten. Auch im ameri­kanischen Rundfunk wird Erna Sack zu hören sein. Anfang des nächsten Jahres wirt) die Künstlerin wieder in Europa eintreffen.