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Anzeigevflicht möglich ist. Zweifelsfragen, ob em Bauvorhaben als öf,entlich oder privat anzusehen ist, oder wie sich die Löhne an der Baustelle er­rechnen, sind wiederholt ausgetaucht. Deshalb hat der Beauftragte für den Vierjahresplan mit Wir- kung vom 1. August 1937 die Anzeigepflicht ein­heitlich für alle öffentlichen und privaten Bauvor­haben vorgeschrieben, bei denen mehr als zwei Tonnen Baueisen verwendet werden. Damit wer­den Reparaturen, die häufig kein oder nur wenig Eisen verbrauchen, von der Anzeigepflicht befreit, so daß unnötige Verzögerungen vermieden werden.

Sas (Sommerfell

der Gießener Arbeitsdienst-Abteilung

Zelte, an denen man in Ballwurf und Schießen seine Kunst zeigen konnte, freundlich einladende Gir­landen, frohe Menschen das war das Bild, das der Philosophenwald in der Umgebung des RAD.- Laaers am vorigen Sonntag bot.

Schon am frühen Nachmittag hatte der Zustrom der Bevölkerung begonnen, die für einige Stunden auf dem Sommerfest ihrer Arbeitsmänner Ent­spannung von den Mühen und Sorgen des Tages suchten. Angehöriae der Abteilung, mit weihen Jacken bekleidet, sorgten für das leibliche Wohl ihrer Gäste, und muntere Weisen der Gießener SA.-Kapelle, die schon am Vormittag mit einem Frühkonzert das Sommerfest eingeleitet hatte, führten bald alt und jung auf den Tanzboden. In den Pausen lud ein geschmackvoll ausgestatteter Likörausschank zu einem Gläschen Kirsch oder Stein­häger ein. Man konnte auch die Unterkunftsräume der Abteilung besichtigen. Aber auch die Kleinsten sollten auf ihre Kosten kommen. Lustige Spiele, wie Würstchenschnappen, Sackhüpfen und Eier­laufen, nahmen die Kinder lebhaft in Anspruch. Unterdessen hatte dasDarietä" mit seinen Dar­bietungen begonnen, die den Zuschauern in bunter Folge manches Interessante und Wunderliche zeig­ten. Hier seien nur die Künste des Feuerschluckers, der Exzentric-Tanzgruppe und Henrys, des Flohes, erwähnt. Durch die unsichere Witterung stillte sich jedoch verhältnismäßig früh der airlanden- und fahnepgeschmückte Saal, so daß die Hauskapelle der Abteilung schon eher als vorgesehen mit leicht be­schwingter Tanzmusik aufwartete. Aber noch eine andere Ueberraschung harrte der Gäste. In der Abteilungskantine war eine gemütliche Weinstube nach rheinischer Art mit Nischen aus frischem Grün hergerichtet, die von Anfang an bis zum Ende des Festes stets gut besucht war.

So kann man sagen, daß Führer und Arbeits­männer der Abteilung alles getan haben, um der Bevölkerung zu zeigen, daß der Arbeitsdienst nicht nur für das Volk, sondern auch im Volke lebt. Keine Stunde der Freizeit war den Arbeitskame­raden zu schade, um ihr Teil zu diesem Fest bei- Anträgen, das so recht die Verbundenheit zwischen Arbeitsdienst und Bevölkerung zeigte. E. G.

Gießener Dochenmarktpreise.

* Gießen, 27. Juli. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, Vi kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, vollfrische Klasse C 9^, holländische Klasse C 9, Wirsing, V» kg 8, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 11, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 9, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 8 bis 18, gelb 15 bis 18, Erbsen 15 bis 21, Tomaten 18 bis 30, Zwiebeln 10 bis 12, Pilze 40 bis 45, Kartoffeln, neue, % kg 5% bis 7 Pf., 5 kg 55 Pf., 50 kg 5 bis 6,50 Mark, Frühäpfel, % kg 30 bis 40 Pf., Falläpfel 5 bis 7, Pfirsiche 35 bis 38, Him­beeren 30, Brombeeren 35 bis 40, Birnen bis 40, Heidelbeeren 32 bis 34, Stachelbeeren 15 bis 27, Johannisbeeren 15 bis 21, Pflaumen 35 bis 40, Mirabellen 40 bis 45, Renekloden 30 bis 35 Pf., Hähne 1,20 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Blumenkohl 10 bis 44, Salat 6 bis 8, Salatgurken 4 bis 25, Einmachgurken 1 bis 2, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.

*

** Die Militärversorgungsgebühr- nisse für August 1937 werden beim Postamt I (Bahnhofstraße) am 29 Juli, die Sozialren­te n am 31. Juli gezahlt.

** Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die Intendanz des Stadttheaters ver­anstaltet einen großen Bunten Abend unter der Devise:Triumph der Heiterkeit". Es wirken mit: Cläre Schlichting,die jüngste komische Alte"

Susannes Tochter.

Vornan von Hedda Westenberger.

Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin W 35

8 Fortfetzung. (Nachdruck verboten.)

Warum? Ach, Igor, weil man sich, wenn man ein so schlechtes Gewissen hat, wie ich, leider immer« au einbildet, die Leute könnten in einen hinein­sehen."

Michailows Stimme klingt auf einmal trocken und gelangweilt:Und ist es unbedingt nötig, daß du immer ein schlechtes Gewissen hast? Was gehen dich die Leute an?"

Die Antwort, die Irina geben möchte, hält sie zurück, weil sie sieht, wie die Heiterkeit aus Michai- lows braunen Augen und aus den Winkeln seines stark geschwungenen Mundes langsam schwindet. Ungeduld und Nervosität gehen von ihm aus. Sie lenkt hastig ab:Und wie steht es mit den Füchsen, Igor? Frißt die kranke Fee wieder?"

Michailow ist über den Gesprächswechsel erstaunt, aber Irina spürt mit schmerzlicher Deutlichkeit, wie gern er darauf eingeht. Die bösen Falten auf feiner Stirn lichten sich wieder, er steckt die Hände in die Hosentaschen und läßt sich träge auf die Stein­stufen nieder, auf denen er schon zuvor gesessen hat. Ja, danke, den Füchsen gehe es gut. Aoer die kranke Fee sei inzwischen eingegangen.

Irina hebt erschrocken die Hände:(Singegangen, 3gor? Und das sagst du so leicht heraus? Ich denke, es war ein so wertvolles Tier?"

Michailow schlägt mit der flachen Hand auf die glänzenden Reiterstiefel, erst auf den einen, dann auf den anderen das sieht ein wenig verlegen aus:War es auch, Irina. Aber was soll man machen? Und diesmal konnte ich doch wirklich nichts dafür."

Ach, das hast du das letztemal auch gesagt!"

Na, ja, um dich zu beruhigen. Aber wenn du es genau wissen willst, Liebste das letztemal lag's doch ein bißchen an mir, weil ich von der Trinkerei am Abend vorher noch ein bißchen be­nebelt war und keine sichere Hand hatte. An solchem Tag sollte man eben lieber feine Füchse pillen, aber der Joseph hatte schon alles vorbereitet, als

Deutschlands, Oskar Albrecht, einer der besten deut­schen Humoristen und Ansager, Emel6 und William Blocker, das komische Tanzpaar, Kurt Engel, der aus Rundfunksendungen bekannte virtuose lylopho- nift des Staatsopernorchesters Berlin und viele andere.

NSG NS.-Schwesterfchülerinnen nicht oersicherungspflichtig. Nach Auffassung des Reichsversicherungsamtes, der sich der Reichs­arbeitsminister anschließt, sind auch die Lernschwe­stern der NS.-Schwesternschaft, sofern sie mit dem Ziele auf Eintritt in die NS.-Schwesternschaft aus­gebildet werden, ähnliche Personen wie die Zuge­hörigen der in der Reichsoersicherungsordnung be­sonders aufgeführten Personenkreise und unter denselben Voraussetzungen wie diese versicherungs­frei.

** Großer Neubau anderMarburger Straße. In der oberen Marburger Straße läßt gegenroärtig eine große Autofirma ein umfangrei­

ches Gebäude als Autoreparaturwerkstätte mit Tankanlage und Lagerräumen errichten. Auch Ecke Marburger Straße und Wiesecker Weg hat eine hiesige Firma mit Herstellung der gleichen Geschäfts­räume die Bauarbeiten in Angriff nehmen lassen. Ferner werden in der abzweigenden Menzel- und Thomastraße je ein Wohnhaus zur Ausführung gebracht. *

** Unfälle. Der auf einer hiesigen Arbeits­stätte beschäftigte 30jährige Johann Jung aus Fronhausen (Lahn) erlitt bei seiner Arbeit an einem eisernen Kippwagen eine schwere Hand- quetschung. Der Arbeiter Hofmann aus Ge­dern, der bei der Reichsautobahn beschäftigt ist, erlitt durch ein stürzendes Gerüst erhebliche Prel­lungen. In der Nacht zum Montag wurde in unserer Stadt ein junger Mann aus Grüningen von einem Auto angefahren und zog sich dabei schwere Gesichtsverletzui'gcn zu. Die Verunglückten mußten in die Chirurgische Klinik gebracht werden.

Handwerksarbeit mit dentschenWerkstoffen

Die AusstellungDeutsche Werkstoffe im Hand- werk", die demnächst auch in unserer Stadt gezeigt wird, ist eine Wanderschau, die vom Reichsstand des deutschen Handwerks in Berlin in enger Verbin­dung mit dem Amt für Roh- und Werkstoffe ge­schaffen wurde Sinn und Zweck der Ausstellung Deutsche Werkstoffe in Handwerk" ist es, die Handwerker auf die vorhandenen neuen deutschen Werkstoffe aufmerksam zu machen, und ihnen An­leitung für deren Behandlung zu geben. Ferner soll sie dem Kundenkreis des Handwerks darüber Aufschluß geben, daß die neuen deutschen Werkstoffe von Meisterhand gearbeitet nicht allein hoch- und vollwertige Umstellstoffe gegenüber den bisher ver­wendeten devisengebundenen Werkstoffen, sondern in vielen Fällen qualitativ besser sind.

Da gerade der Handwerker in Dingen der Werk­stoffverwendung der nächste Berater des Kunden ist, ist diese Ausstellung für ihn von ganz beson­derer Wichtigkeit. Die Schau bildet eine anschau­liche Ergänzung zu allen Maßnahmen auf dem Ge­biet der Roh- und Werkstoff-Erklärung. Die im Handwerk gebräuchlichen deutschen Werkstoffe sind in der Ausstellung für jeden einzelnen B e - ruf zusammen getragen, so daß eine leichte Uedersicht gegeben ist.

Der einzelne Handwerker wird sich natürlich zu­nächst für die Werkstoffe in seinem Beruf inter­essieren. Er wird darüber hinaus auch Gelegenheit nehmen, sich auf dem Gebiet seines Nachbarn um­zusehen und wird auch dort vieles finden, was für ihn und seine Arbeit von Vorteil ist.

Das Spengler-Handwerk

ist von der augenblicklichen Rohstofflage besonders stark getroffen. Es wurde von ihm zur Hauptsache das Zinkblech verarbeitet, das devisengebunden ist. Außerdem verarbeitet es in großen Mengen Blei, Kupfer, Messing und andere unedle Metalle, deren Rohstoffe aus dem Ausland bezogen werden mußten, und die daher heute entweder nicht mehr verwendet

werden dürfen oder deren Verbrauch stärkstens ein­geschränkt werden muß. Dem Spenglerhandwerk steht heute eine Anzahl hochwertiger und qualita­tiv gleichwertiger Umstellstoffe zur Verfügung. Zur Herstellung von Dachrinnen, Abfallrohren, Sammel­kästen und dergleichen wird Eisenblech benutzt, das allerdings ohne schützenden Ueberzug leicht durch Rost zerstört wird. Um es gegen Witterungseinflüsse widerstandsfähig zu machen, wird es verzinkt und es erhält dadurch die Haltbarkeit des Zinkbleches.

In vielen Fällen ist man bei der Herstellung von derartigen Dachrinnen und Rohren usw. schon auf die Verwendung von Aluminium ober anderen Leichtmetall-Legierungen übergegangen.

Statt der bisher verwendeten Bleirohre werden heute verzinkte Eisenrohre, Glasleitungen und Kunststoffleitungen verwendet. Glas ist leicht zu biegen, ist elastisch und verhältnismäßig widerstands­fähig. Die Kunharzrohre eignen sich zwar vorläufig erst für Leistungen, die höchstens eine Betriebswärme von 60 Grad aufweisen, da bei 80 Grad dieser Stoff plastisch wird und sich verformt. Für chemische Zwecke sind sie sehr gut geeignet, insbesondere, da sie vollkommen säurebeständig sind. Rohre von IV« Millimeter Wandstärke springen erst bei einem Wasserdruck von 70 Atmosphären Ueberdruck, sie sind also gegen Druck außerordentlich widerstands­fähig.

Zum Verbinden der Metalle wurde im Spengler- Handwerk früher zur Hauptsache das Lötzinn ver­wendet. Bei Bauarbeiten benutzte man normaler­weise ein 40prozentiges Lot, d. h. also ein Lot mit 40 o. H. Zinn-Gehalt. Da heute für derartige Ar- beiten nur noch ein 15prozentiges Lot zugelassen ist, sind verschiedene neue Lote ausgebildet worden, die durch Zusatz die gleichen Eigenschaften wie die alten Lote erhalten haben. (Fließfähigkeit und Haltbar­keit). Bei Beschlägen, Armaturen, für deren Her­stellung früher zur Hauptsache Kupfer und Messing verwendet wurde, werden heute Leichtmetall und seine Legierungen, Kupfer und Glas verwendet.

Aus der engeren Heimat.

Himbeer-Rekordernte im Vogelsberg.

LPD. Aus Oberhessen, 25. Juli. Aus zahl­reichen Gegenden des Vogelsberges wird be­lichtet, daß dort überall eine ganz außerordentlich reiche, ja geradezu eine Rekordernte an Him­beeren festzustellen ist. Es ist keine Seltenheit, daß im Verlaufe eines Tages Familien mit einer Pflückernte von etwa dreiviertel Zentner Himbeeren aus den Wäldern in ihre Dörfer zurückkehren. Schü­ler in Groß-Felda haben an einem einzigen Nachmittag 90 Pfund Himbeeren gesammelt.

Oorfversctönerung

zur!?remdenverkehrswerbung.

LPD. Büdingen, 25. Juli. Eine Tagung der Bürgermeister des Kreises Büdingen beschäftigte sich u. a. auch mit der für das Vogels« berggebiet wichtigen Angelegenheit der Frem­denverkehrswerbung durch würdige Dorfoerschön erung. Einen richtungweisenden Vortrag über diese Aufgaben hielt der Vertreter von KdF. bei der Gauwaltung der DAF. Frankfurt, Schwab, der über die Grundsätze und Ziel­

setzung einer zeitgemäßen Dorfverschönerung zwecks Steigerung des Fremdenverkehrs sprach. Er hob die Bedeutung hervor, die dem Dorfteich, dem Dorf­brunnen, dem Blumenschmuck, der Freizeitgestal- tung, der Verschönerung der Häuser und der Be­seitigung von üblen Reklameschikdern bei der Neu­gestaltung des Dorfbildes zukommen. Seine Aus- ührungen wurden von Kreisleiter G ö r n e r nach- irücklich unterstrichen, der betonte, daß von einer chöneren Gestaltung des Dorfbildes auch ein An­reiz für den Fremdenverkehr zu erwarten fei.

Landkreis Gießen.

<£ Lollar, 26. Juli. Die Firma B. Nuhn A G., Dampfsägewerk, veranstaltete im Garten der GastwirtschaftZur Traube" eine Betriebs- feier, die von dem Betriebsführer H. Schelm mit einer Begrüßung der Gefolgschaft und ihrer Angehörigen eröffnet wurde. Verwaltungsstellen­leiter Schmidt überbrachte die Grüße und beste Wünsche für den Verlauf der Feier der DAF. für den dienstlich verhinderten Kreisobmann Wag­ner. Drei Gefolgschaftsmitglieder, die auf eine 25- jährige ununterbrochene Tätigkeit bei der Firma zurückblicken können, wurden geehrt. Eine Urkunde,

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Nundfunkprogramm.

Dienstag, 27.3ull

13 Uhr: Nachrichten, auch Sendebezirk. Offene Stel­len. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Volk und Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Badenixen und Strand-Seelöwen. Ab 20 Uhr: Bei Tanzmusik im Strandhotel. Dazwischen: Klein« Sommerbühne. 21: Nachrichten. 21.15: Von der edlen Musik. Eine unterhaltsame Sendung zua Abendstunde. 22: Nachrichten, auch aus dem Sende-- bezirk. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 dis 1: Nachtkonzert.

ein Bild des Werkes und ein Geldbetrag wurden ihnen als äußeres Zeichen der Anerkennung über, reicht. Bei Musik und Tanz nahm die Feier einer schönen Verlauf. Leider konnte der Seniorchef uni Gründer der Firma, Balthasar Nuhn, meger Krankheit an der Feier nicht teilnehmen.

* Daubringen, 26. Juli. Der Bezirk Lollar des NS. - Lehrerbundes hielt in der Gast­wirtschaft von Schäfer dahier eine Versammlung ab, bei der Lehrer Rabenau aus Staufenberg einen Vortrag über den Geschichtsunterricht hielt.

Allendorf (L a h n), 26. Juli. In der Den gangenen Woche waren unsere Schulkinder in Bel gleitung von zwei Lehrern im Landschulheim in Kesselbach zu Gast. Die Jungen und Mir dels verließen am Montagfrüh unter den Klänge eines Marschliedes unser Dorf. Ohne Ausnahme h es allen im Landschulheim gut gefallen. Nach beitfj Frühsport wurde Kaffee getrunken, der Ranzen ge> schnürt und dann wurden die umliegenden Ortschaf, ten, wie Homberg, Nordeck und der nicht sehr weil entfernte Totenstein mit seinen Sehenswürdigkeiten besucht. Alle waren begeistert von dem, was sie gesehen und gehört hatten.

Kirche und Schule.

Oekanatsmissionsfest in £on<;=<Sön6.

* Lang-Göns, 25. Juli. Heute fand hier bei günstigem Wetter das sehr gut besuchte Miss!, onsfest des evang. Dekanates Gießen statt. Im Vormittagsgottesdienst predigte Missionar Ruff (Frankfurt a. M.). Die Gaben für die Mis­sion betrugen 23 RM. Am Nachmittag versammelte sich eine große Gemeinde auf dem freien, schattigen Platze, unmittelbar vor der Kirche. Hier hiell Pfarrer D. Deidt (Frankfurt a. M.) über Evana. Joh. 4, 34 bis 37, die Festprediat. Er schloß mil einem Gebet. Der Posaunenchor Lang-Göns, sowie der Gemischte Chor Lang-Göns (Leiter beider Chöre Weißbindermeister Boller), trugen durch ihr Stücke sehr wesentlich zur Verschönerung' des Zu sammenseins bei. Nach der Kaffeepause, wo die oiti len Gäste von den Einwohnern in Lang-Göns iis bekannter Gastfreundschaft ausgenommen wurden fand die Nachversammlung, zu der vielleicht noch mehr Besucher gekommen waren, auf demselben Platze vor der Kirche statt. Nach Eröffnung durch den Posaunenchor und Gemeindegesang sprach Mis. sionar Ruff (Frankfurt a. M.) in interessant» Weise über die Mission auf Grund seiner Erfah­rungen. Pfarrer Rusch (Leihgestern), der Vertret» der Mission im Dekanat, war wegen Urlaubs ver­hindert zu erscheinen und zu berichten. Er hatte als seinen Vertreter den früheren Dekan im Dekanat« und langjährigen Missionshelfer, Dekan i. R. Guß>1 mann (Gießen) um Vertretung gebeten. Letzterer richtete eine kurze Ansprache an die Gemeinde, wo bei er auf die Wichtigkeit der Einführung der regelmäßigen Kollekte und die Erwerbung der Mit­gliedschaft hinwies. Missionar Ruff schloß mit einem Gebet. Die stattlichen Missionsgaben kommen der Basler Mission zugute.

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Mittwoch, 28. Juli.

6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 12: Mittagskonzert 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene I Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Volk unö Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Unser singendes, klingendes Frankfurt: 21: Nachrichten Witterungsoorhersage für die Zeil vom 29.7. bis 7.8. 1937. 21.15: Reihe 3, Stand 10«. Lustiges Hörspiel. 22: Nachrichten (auch aus dein Sendebezirk). 22.15: Kurzberichte von der Eröff­nungsfeier des 12. Deutschen Sängerbundesfestes in Breslau. 22.30: Hört ihr, wie es singt und klingt? Schöne Melodien und ein Tänzchen. 24 bis !:: Nachtmusik.

ich 'runterkam, und da wollte ich mich doch nicht lumpen lassen, na und bann ist die Pille eben in die Luftröhre gerutscht, statt in die Speiseröhre, und aus war's."

Zwei eingegangene Füchse in einem Monat, Igor..." sagt sie, und auf ihrem Gesicht liegt eine große Traurigkeit.

Michailow stößt mit dem Absatz gereizt gegen die weißen Stufen:Na ja, ich weiß, aber wes­halb mußt du mir das noch so gouvernantenhaft vorhalten? Beruhige dich, es wird jetzt sowieso alles anders, ich meine ich werde mich in der nächsten Zeit wieder mehr um alles kümmern müssen, den morgen kommt dieser Lyk aus Berlin, und es ist nicht nötig, daß er irgendwie den Ein­druck bekommt, ich ich wäre nicht der richtige Mann für den Posten. Er ist nicht nur der Guts­herr, weißt du, sondern mir ist mit Entsetzen ein­gefallen, daß mir der Tierarzt erzählt hat, er sei auch Aktionär der Fuchsfarmgesellschaft. Also wird er mir doch wahrscheinlich gehörig auf die Finger sehen."

Irina beugt sich ein wenig zu ihm hin und streicht ihm zärtlich eine Haarsträhne aus der Stirn:Wie kreuzunglücklich du jetzt aussiehst, Igor! Du solltest dich so einmal sehen können", sagt sie lachend. Aber ehrlich gesagt, ich bin diesem Herrn Lyk beinah dankbar, daß er auf der Bildfläche erscheint auf'diese Weise wirst du wenigstens einmal ein bißchen aufgepulvert. Und das ist nötig. Ich habe schon manchmal richtig Angst um dich gehabt."

Eine Stille entsteht. Irina bat sich wieder auf« gerichtet und einen scheuen Blick an der breiten Front des Hauses entlang wandern lassen. Michai- low sieht unsicher an ihr vorbei, den Weg entlang, dann betupft er mit dem Zeigefinger gedankenlos die kleinen Lichter, die die Sonne seinen Stiefeln aufaeseht hat.

Ja, weil wir gerade davon sprechen", sagt er endlich langsam,du wirst über den Besuch von diesem Lyk vielleicht noch am allerbetrübtesten fein, denn mit deinen Besuchen auf der Farm muß es ja nun vorläufig auch ein Ende haben."

Irina macht eine jähe Bewegung voll Wider­spruch und Empörung:Ader was fällt dir ein, Igor? Warum denn? Ich bin deine Kusine, wohne in deiner allernächsten Nachbarschaft, du gehst im Hause meiner Exzellenz aus und ein..."

Und gerade darum wird es einem Mann wie diesem Lyk, der doch bestimmt allerhand Menschen­kenntnis hat, äußerst komisch vorkommen, wenn meine sogenannte Kusine, die mich sowieso alle paar Tuge sieht, außerdem jede ihrer freien Minu­ten bei mir verbringt. Kusinen pflegen sonst kein so inniges Verhältnis mit ihren Vettern zu haben."

Er steht auf, und sein schönes braunes Gesicht ist fast kalt:Mach nicht so einen trotzigen Mund, Irina, und sei vernünftig. Ich habe ja auch nicht gesagt, daß du überhaupt nicht mehr kommen sollst. Uebrigens treffe ich diese Vorsorge weniger um meinet« als um deinetwillen. Es ist doch auch wahr­haftig nicht so wichtig, wir haben doch schon schlim- mere Sachen in unserem Leben mitgemacht, findest du nicht? Aber was hast du denn, Irina? Du wirst doch nicht weinen?"

Weinen? D nein. Irina lächelt sogar, und die aufsteigenden Tränen zwingt sie gewaltsam zurück, indem sie für Sekunden fest die Lider schließt.Also bis heute abend", sagt sie dann leise und streckt Michailow die Hand hin.Und wenn ich nun also nicht mehr zu dir kommen darf, hoffe ich, daß du dich wenigstens recht ost hier bei uns einfindest. Denn sonst ich---"

Michailow ist aufgestanden und hält Irinas Hand zwischen seinen beiden. Sein Ausdruck ist jetzt wieder voll Zärtlichkeit.Sonst, Irina?" fragt er forschend.

Irina entzieht ihm die Hand und flüchtet die Stufen hinauf ins Haus.

Sie ist zu stolz, ihm zu sagen:Sonst weiß ich nicht, wie ich über die vielen leeren Tage und Stunden hinwegkommen soll...

Da wären wir also..." sagt Albert Lyk, der schon eine ganze Weile erwartungsvoll am Fenster des Eisenbahnabteils gestanden und nach den Häusern von Brunsbichel Ausschau gehalten hat: Da wären wir also, meine Damenr

Unb während sich der anderen Mitreisenden die übliche Unruhe bemädjtigt und alle, wie unter einem lautlosen Kommando, zu gleicher Zeit auf» stehen, um nach ihren Koffern, Paketen, Rucksäcken, Hüten und Mänteln zu greifen, läßt Lyk sich noch einmal auf seinen Platz nieder und beobachtet Sabine.

Sabine rückt ihr billiges Strvhhütchen zurecht, das etwas zu damenhaft über ihrer ernsten kind­

lichen Stirn thront und fühlt sich wie schon |o ost während dieser langen gemeinsamen Reise gehemmt unter Lyks überhellem Blick.

Ach, wenn doch diese Augen nicht wären! Sie hat Lyk in den letzten Wochen in Berlin näftfE tennengelernt, sie hat viel von der anfängliche Scheu und Unsicherheit ihm gegenüber verloren, sie hat auch schon gelernt, daß diese und jene Eigenhell feines Wesens gar nichts und eine andere seyr viel zu bedeuten hat aber seine Augen brachten sie immer wieder in Verwirrung. Vor allem während! der Fahrt. Sabine hat Herrn Lyk gegenüber ge­sessen es gab also vor seinem Blick kein Aus­weichen und kein Uebersehen und Herr Lyk W sie fast immerwährend und so unverhohlen angf sehen, daß sie manchmal aus reiner Verlegenheit aufgestanden und in den Gang hinaus getreten ist- und sie schließlich die Haushälterin, Frau M' mann, so lange bedrängt und mit Höflichkeiten überschüttet hat, bis diese den so dringlich ang<' botenen Fensterplatz Herrn Lyk gegenüber annahm.. Dann erst gab es ein wenig Ruhe für Sabine, ob­wohl sie sich auch beobachtet fühlte, wenn sie drau­ßen im Gang stand oder ihr Gegenüber sich hinter einer Zeitung zu verschanzen versuchte. Und immer wieder beschäftigten Sabine die Fragen: Was mW er nur? Was sucht er denn an mir? Warum sinh« seine Augen so aufdringlich, da er selbst es doch m gar keiner Weise ist?

Sabine wird nicht klug daraus. Und so sehr si« sich auch bemüht, ihre Hemmung und ihre ständig« Verlegenheit zu überwinden es gelingt ihr nichl-

Auch jetzt nicht, als Herr Lyk im allgemeinen Trubel des Aufbruchs dasitzt und nichts Besseres zu tun weiß, als interessiert zuzusehen, wie Sabine nervös an ihrem Hut herumrückt.

Das wird nun wohl für lange Zeit das letzte­mal fein", sagt er dun plötzlich,daß Sie einen Hut aufsetzen müssen, Fräulein Sabine. Und hoffe, Sie befreien sich da ober auch sonst noch von allerlei unnötigem Ballast."

Sabine lächelt ungewiß und läßt rasch von ihren« Hut ab, um aufzustehen und ihren Handkoffer aus dem Netz zu nehmen.

Lyk sieht ihr zu, wie sie sich auf die Fußspitzen stellt, sich aufreckt, wie sich dabei die Jacke hoch­zieht und das bunte Sommerblüschen aus dein Rock schiebt. (Fortsetzung folgt.)

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