Sozialismus und Eisen
Gießen (Bahnhofstraße 5), am rr.Zuli 1937
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Doe Entscheidende Ist nicht allein die veseitisuns oder übetölnöung der llot, entscheidend ist die gefügte Ge- meinschoft mit dem willen ium Kampf.
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Dieser Tage ging ein schweres Gewitter über ganz Tirol nieder. Die Bundesstrahe und der Bahnkörper zwischen Kitzbuehel und St. Johann wurden auf einer Strecke von 500 Meter überschwemmt und vermurt. Der Zug- und Straßenverkehr mußte eingestellt werden. Die Bundesstrahe und der Bahnkörperwaren einen halben Meter hoch mit Schlamm und Schotter bedeckt.
Erdbeben in Mexiko fordert zahlreiche Opfer.
In der mexikanischen Hauptstadt wurde ein Erdbeben wahrgenommen, dessen Zentrum etwa 180 Kilometer südöstlich von hier liegen dürfte. Während in der Hauptstadt kein Schaden zu verzeichnen ist, hat das Erdbeben in verschiedenen Landesteilen stärkere Ausmaße angenommen, so in Veracruz, Tierra Bianca und Puebla. In Veracruz wurden vier Menschen getötet und 20 verletzt, als während des Bebens in einem Krankenhaus die Decke eines Operationssaales einstürzte. In Jalapa wurden mehrere Häuser beschädigt. In Tierra Bianca sind mehrere Häuser eingestürzt. Hier ist die Zahl der Opfer noch nicht bekannt. Die Zeitung „Ultimos Noticias" meldet aus Orizawa im Staate Veracruz die fast völlige Zerstörung der Stadt Maltrata. Es wurden bisher 12 Tote sowie rund 60 Verletzte geborgen. In der bei Orizawa gelegenen Ortschaft Nogales stürzte der Kirchturm ein, in Rio Blanco, Orizawa und Nogales wurden zahlreiche Häuser zerstört. In der Stadt Veracruz droht der Einsturz des Turmes der Pfarrkirche. Auch die Hafenmolen find beschädigt worden.
sten der 18 verhafteten Personen sind, wie aus den Namen hervorgeht, Juden. Sie hatten seit den Beschlüssen des 7. Komintern-Kongresses eine besonders rege Propaganda in den verschiedenen polnischen Berufsorganisationen entwickelt und u. a. auch eine illegale Zeitschrift herausgegeben, die kostenlos unter der Bevölkerung verteilt werden sollte.
Wir haben uns daran gewöhnt, daß die großen Fragen der deutschen Wirtschaftspolitik nicht mehr allein in einem kleinen Kreise von Sachverständigen und Unternehmern erörtert und entschieden werden, sondern daß das ganze Volk, jeder einzelne von uns, sich mit ihnen beschäftigt und — was früher selten der Fall war — sie auch versteht. Die geniale Redekunst des Führers, der auch die verwickelsten Probleme in ihrer einfachsten und gültigsten Formulierung darzustellen vermag, hat diesen Wandel bewirkt.
So gibt es heute wohl kaum einen Volksgenossen, der die augenblickliche Eisenknappheit in seinem persönlichen Lebensbereich nicht schon gespürt, aber auch ihre Ursachen begriffen hätte. Als daher in der vorigen Woche bei einem Vortragsabend des Amtes für deutsche Roh- und Werkstoffe bekanntgegeben wurde, daß die Ausweitung der deutschen Eisenerz-Erzeugung aus der Grundlage einer innerdeutschen Basis auf das Vierfache des heutigen Zustandes bis zum Ende des zweiten Vierjahresplanes erreicht werden würde, da mag mancher deutsche Volksgenosse wohl gedacht haben: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube". Aber schon wenige Tage darauf erfuhren wir, wie dieses großartige Programm durchgeführt, wie unsere Eisennot beseitigt werden soll: Die Gründung der Reichswerke AG. für Erzbergbau und Eisenhütten „Hermann Göring" wird die Aufgabe übernehmen, zu deren Lösung die privatwirtschaftlichen Unternehmungen auf diesem Gebiet nicht fähig waren. Der Staat selber als Beauftragter des deutschen Volkes ergreift die Initiative, auf die das Volk hoffte.
Bedeutet das nun den Beginn einer „Sozialisierung", einer Staatswirtschaft nach marxistischem Muster? Nein, es bedeutet nur, daß der sozialistische Wille des Volkes, der in der Organisation des Dierjahresplanes Gestalt gefunden hat, dem großen Treibwerk der eisenschaffenden Industrie den nötigen Schwung und das nötige Tempo verleiht, damit das Ziel unseres wirtschaftlichen Freiheitskampfes erreicht wird. Denn der Betätigung des privaten Unternehmertums im gemeinwirtschaftlichen Sinne sind innerhalb der neuen Gesellschaft keine Schranken gesetzt, wie überhaupt die früher erworbenen Besitzrechte an
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senschande zu verantworten. An einem Mädchen, das nach der Schulentlassung bei ihm als Hausmädchen eingetreten war, hatte der Jude unzüchtige Handlungen vorgenommen und war auch später zu dem Mädchen in nähere Beziehungen getreten, als die Nürnberger Gesetze in Kraft getreten waren. Trotz der klaren Aussagen des Mädchens hatte der Jude die ihm zur Last gelegten Vergehen bestritten, war aber in der Hauptverhandlung im großen und ganzen geständig. Das Gericht erkannte auf eine Z u ch t h a u s st r a f e von 21/? Jahren.
Drei Schwerverbrecher aus dem Gefängnis in Avignon ausgebrochen.
Aus dem Gefängnis in Avignon brachen, vermutlich mit Hilfe von außen, drei Schwerverbrecher aus. Im Gang des Gefängnisses versteckt, schalteten sie das Licht aus, schlugen den Wächter bei seinem Rundgang nieder und warfen ihn gefesselt in eine leere Zelle, die sie von außen verschlossen. Auf Leitern überstiegen die Verbrecher schließlich die Gefängnismauer und entkamen. Die Verfolgung ist im Gange.
llnwetterschäden in der Steiermark und in Tirol.
lieber dem Murrtal und den Oberwölser Tauern in der Steiermark ging ein schweres Unwetter nieder. Mehrere Ortschaften wurden von den Wassermassen erheblich mitgenommen. Zahlreiches Vieh wurde vernichtet, viele Familien sind obdachlos. Don der Landeshauptmannschaft und den örtlichen Behörden sind Hilfsaktionen für das Notstandsgebiet eingeleitet worden.
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Lufttemperaturen am 26. Juli: mittags 22,3 Grad Celsius, abends 16,8 Grad: am 27. Juli: morgens 14,4 Grad. Maximum 22,8 Grad, Minimum heute nacht 13,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Juli: abends 21,9 Grad: am 27. Juli: morgens 17,8 Grad. — Sonnenscheindauer 6,4 Stunden.
den Erzlagern nicht angetaftet werden. Freilich müssen es sich diejenigen Firmen, welche die Ausbeutung der ihnen gehörenden Erzlager bisher versäumt haben, nun gefallen lassen, daß mit der Produktion begonnen wird. Uni) daran dürfen sie letzten Endes selber das größte Interesse haben. Eisen ist der wichtigste Grundstoff unserer Jndustriewirtschaft, er ist gewissermaßen das Kernstück des Vierjahresplanes, weil er für die Neubauten der deutschen Kunststoffindustrie meist unentbehrlich ist.
So bedeutet die Gründung der Reichswerke AG. keinen Bruch mit den bisher bewährten Grundsätzen, sondern eine konsequente Fortführung der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik. Das Gesetz unserer Wirtschaft aber heißt: Arbeit und Produktion. Ihr Ziel: Freiheit und Wohlstand. Gegen diese selbstverständlichen Grundsätze jeder gesunden Nationalwirtschaft hat die Vergangenheit immer wieder gesündigt. Obgleich durch den Verlust Elsaß- Lothringens die einheimische Rohstoffgrundlage der Eisenindustrie sich grundlegend verschoben hatte, stellten sich die deutschen Unternehmer nicht um, sondern blieben bei der bequemeren Minetteverhüttung. Die deutschen Eisenerzvorkommen, die zwar schwieriger zu erschließen, wenn auch durchaus abbauwürdig find, lagen unaus- genutzt unter der Erde. So kam es, daß beispielsweise noch im vorigen Jahre das von deutschen Hochöfen verarbeitete Erz nur zu einem Sechstel aus deutschen Förderanlagen gewonnen wurde. Anderseits waren die technischen Methoden der Erschließung und Verhüttung soweit erprobt, daß sich ein Abbau der deutschen Eisenerzlager, auch vom Rentabilitätsstandpunkt aus gesehen, durchaus gelohnt hätte. Diese Versäumnisse, die fast unbegreiflich sind, müssen nun nachgeholt werden. Die Tatsache, daß Hermann Göring diese Sache in die Hand genommen hat, gibt die Gewähr dafür, daß das mit der nötigen Gründlichkeit und Schnelligkeit geschieht.
Indem das Reich die Führung in der E i s e n p r o d u k t i o n übernimmt, spornt es aber nicht nur die deutsche Privatwirtschaft im Bereiche der Eisenerzeugung zu neuen Taten an, sondern gibt auch den ausländischen Eisenproduzenten die
Karl „angelll
lieue Kommuliisienverhafiuligen in polen.
Wieder die Mehrzahl: Juden.
Warschau, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) In B i a l y st o k wurde von der dortigen Polizei das Komitee der sog. „Kommuni st ischen Partei We st- Weißrußlands" aufgehoben. Die mei-
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Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum, schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), Vertreter: Ernst Blumschein: für Feuilleton: Dr.Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Hans Thein. D. A. VI. 37: 9104. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Ps. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs, preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
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nicht und wurde nach einer Opferkombination im 28. Zuge mattgesetzt. Aljechin wählte gegen Sämisch die slawische Verteidigung des Damengambits und bekam durch einen Bauernoorstoß eine überlegene Stellung. Der Exweltmeister versuchte, durch Gegenangriff im Damenflügel auszugleichen. Trotz höchster Zeitnot parierte der deutsche Großmeister alle Drohungen. Er stand beim Abbruch im 31. Zuge noch immer besser. Die Partie wird fortgesetzt.
Um die deutsche Schachmeisterschaft.
Um die deutsche Schachmeisterschaft in Bad Oeynhausen wurde die achte Runde ausgespielt. Die Partie Richter gegen Schmitt wurde nach einem Zeitnotfehler Richters remis. R e l l ft a b gewann im Mattangriff gegen Heinrich, dagegen verlor Ernst eine Damen-in-dische Partie gegen Reinhardt. Rodatz kam bei einem verfehlten Bauernoorstoß gegen Zöllner in Nachteil und gab auf. Dr. L a ch m a n n wurde von Kohler durch eine Mattkombination überrascht. Durch einen Sieg über Michel gelang es Kieninger, wieder die Führung im Turnier zu übernehmen. Die Partie Kranki — Engels ging unentschieden aus. — Der Stand nach der achten Runde: Kiemn- ger 6, Schmitt, Rellstab je 5V2, Richter 5, Michel, Dr. Lachmann, Reinhardt, Zöllner, je 4V2, Engels, Ernst je 4, Kranki 3V2, Kohler 2V2, Rodatz IV2, Heinrich V2 Punkt.
Deutsches Küstenrettungswerk 1936.
Der Jahresbericht der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger für das Jahr 1936 veranschaulicht den schweren Kampf, den die freiwilligen Retter an den Deutschen Küsten im vergangenen Jahr wiederum mit Sturm und Brandung um das Leben in Seenot befindlicher Menschen zu führen hatten. In 30 Fahrten 91 Menschenleben gerettet, dazu im laufenden Jahr bis zum Abschluß dieses Berichtes 45 weitere Schiffbrüchige aus Seenot geborgen: das ist eine stolze Bilanz heldenmütigen Einsatzes und selbstloser Aufopferung bei dem Werk, von dem der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß sagte, daß jede Rettungstat deutscher Ehre dient.
Zwei Münchener Bergsteiger abgestürzt.
Der Diplomfauftaenn Heinz Dal em und der Student Ulrich Timme, beide aus München, stürzten beim Abstieg vom Totenkirchl ab. Da- lem ist tot, er wurde durch die Rettungsstelle Kufstein noch am selben Tag zu Tal gebracht. Timme erlitt Kopf- und Rippenverletzungen und wurde ins Krankenhaus nach Kufstein übergeführt.
Bier Personen im Gebirgsbach ertrunken.
Als ein Kraftwagen bei einem Wolkenbruch über eine Gebirgsbachbrücke in der Nähe von Gosau im Salzkammergut fuhr, brach diese ein. Der Kraftwagen stürzte in den Bach. Seine vier Insassen, ein Herr und drei Damen aus Wien, fanden den T o d in den Wellen.
Eine Obstfrau bekommt ein Denkmal.
Seit kurzem besitzt die Stadt Göttingen ein originelles Denkmal: die Halbfigur einer Obstfrau auf einem Steinsockel. Die Inschrift auf dem Sockel lautet: „Dem Andenken an Frau Charlotte Müller, die älteste Straßenhändlerin der Welt." Ueber 50 Jahre hat die „alte Müller n" auf dem Bahnhofsplatze, an der Stelle, wo heute ihr Denkmal steht, den Studenten Obst verkauft und manche Redeschlacht mit ihnen siegreich bestanden.
Jüdische Rassenschänder.
Laut „Volksgemeinschaft" in Heidelberg wurden in Walldorf wegen fortgesetzter Raffenschande, begangen auch nach Inkrafttreten der Nürnberger Gesetze, die Juden Eduard Salomon und August Walter verhaftet. Die beiden Verhafteten, Salomon ist Inhaber der Zigarrenfabrik Menger & Co., Walter Angestellter in der gleichen Fabrik, haben in zahlreichen Fällen mit deutschblütigen Arbeiterinnen bc” Fabrik intimen Verkehr gepflogen.
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