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muh nicht nur allein die Volksführung stellen, sondern auch die volksbetreuung vornehmen. Nun war auch ich, so fuhr der Gauleiter fort, gezwungen, mich zu dem Entschluß durchzuringen, den bewährten stellvertretenden Gauleiter R einer vor die Frage zu stellen, ob er allein in Partei« diensten oder im Staate weiter wirken walle. Ich weiß, daß auch dem Parteigenossen Reiner der Entschluß sehr schwer geworden ist, hat er doch als einer der tapfersten Kämpfer der Partei in schwer« sten Tagen beigestanden. Aber er scheidet ja nicht van uns, er bleibt trotzdem als Parteigenosse mit in unseren Reihen und jn meinem engsten Mit­arbeiterstab.

So ist es mir denn auch eine Freude, führte der Gauleiter seine Rede unter der Zustimmung der Anwesenden weiter, Ihnen, lieber Parteigenosse Reiner, für ihre unermüdliche und von reichen Kenntnissen und Erfahrungen geleitete Arbeit in Partei und Staat herzlich zu danken. Sic sind ein Manu an meiner Seite gewesen, der nicht viel Worte um Mühe und Arbeit gemacht, sondern durch die Tat Großes geleistet und mitgebaut hat. Als bescheidener und treuer Kämpfer Haden Sie mir auch in schwerer Zeit zur Seite gestanden und werden es ond) weiterhin in Ihrer Eigenschaft als mein Stellvertreter in der hessischen Landesregierung sein, dessen bin ich ganz gewiß.

Nun aber, so fuhr der Gauleiter fort, habe ich zum stellvertretenden Gauleiter Parteigenossen Linder berufen. Auch er ist ein alter Kämpfer des Führers in unserem Gau. Ich weiß, daß auch Sie sich, Parteigenosse Linder, mit der Ihnen eigenen Kampfkraft hinter den Führer und mich stellen.

Zum Abschluß seiner Ausführungen rief Gau­leiter Sprenger Staatsrat N einer und stellver­tretendem Gauleiter Linder ein Wort zu, wel­ches er bei seiner Ernennung zum Reichsstatthalter dem Führer telegraphierte und was er beiden als Richtschnur für vic weitere Arbeit mit auf den Weg gab:

..Der Gefolgsmann hat feine Treue täglich durch die Tat zu beiveifen".

Nachdem Gauleiter Sprenger geendet hatte, er­griff

Staatsrat Heiner

das Wort. Er gab zunächst eine feine und von großer Herzensbildung zeugende Schilderung feines Werdeganges und feiner gefunden, natürlichen Ein­stellung zum Leben. Unter dem Beifall seiner Mit­arbeiter aus dem Gau Hessen-Nassau dankte er dann in herzlichen Worten dem Gauleiter für das Vertrauen, das er ihm stets entgegengebracht habe. Allein durch Treue und Leistung will ich Ihnen, Gauleiter", so fuhr Parteigenosse Reiner wörtlich fort,für das mir geschenkte Vertrauen danken und in Zukunft weiterhin in diesem Sinne an Ihrer Seite stehen." Allen übrigen Partei- und Volksgenossen rief Staatsrat Reiner zum Ende seiner Rede zu:Haltet stets Kameradschaft, seid gerecht, treu und wahr, ordnet Euch ein, denn das allein ist der Weg zur wahren Freiheit eines Volkes.

Als Staatsrat Reiner feine eindrucksvolle An­sprache geschlossen hatte, gingen Gauleiter Spreu- ger und sein neuer Stellvertreter Linder auf ihn zu und schüttelten ihm in innigster Verbunden­heit nach deutscher Mannesart dankbar die Hand. Dann sprach

Stellvertr. Gauleiter Linder,

der auch zunächst die Jahre der Kampfzeit, die er (in vorderster Stelle mitgemacht hat, schilderte. Auch er dankte für all das Vertrauen, das der Gauleiter ihm in den langen Jahren der Vergangenheit be­reits bezeugte 1111b das nun durch seine Berufung zum Stellvertretenden Gauleiter die Krönung er« fahren hat.In der NSDAP, erblickte ich", so fuhr Parteigenosse L in der fort,als Organisation die alleinige Möglichkeit zur Perwirklichung der neuen Weltanschauung. Sie hat dieses Volk erobert und wird es zu einem wahren Volksganzen zusam- menschmieden. Hier sehe ich die große Aufgabe der nationalsozialistischen Bewegung.

Wir alle, die wir an irgendeiner Stelle unse­res Volkes berufen find, an diesem Werke mit- zuarbeilen. sind dabei beseelt vom Vertrauen zum Führer, der uns den Glanben gab. daß die deutsche Ration niemals untergehen kann. Wit diesem Glanben, (Bauleiter, trete ich mein neues Amt an und schließe mit dem gleichen Säße, mit dem ich heute früh meine an dieser Stelle gesprochenen Worte schloß:Ich war. bin und bleibe Zeit meines Lebens ein Soldat Adolf Hitlers!"

Nochmals betrat der Gauleiter das Redner­pult um den Versammelten zuzurufen:Die Wege sind uns vom Führer gezeichnet, gemeinsam werden wir sie gehen." Mit einem Gelöbnis auf Führer und Volk und dem Gesang der Nationalhymnen schloß die eindnuksvolle Kundgebung.

-Die Plakette

des Reichsportettages.

Bersittnbildlichuttg butt Kampf und Erfolg.

München, 26.Juli. (DNB.) Die diesjährige, von Professor Richard Klei n geschaffene Reich s- p a r t e i t a g s p l a k e t t e, die bereits in zahl- rachen Gauen zum Verkauf gelangt, zeigt, wie die R^K. meldet, drei nationalsozialistische, das Reich tragende Männerfiguren. Die drei Männer, die das Hoheitszeichen der Bewegung tragen, versinnbild­lichen jene Kämpfer der Partei, die einst den Kampf um den Aufbau des Dritten Reichs auf sich nahmen. Sie wachsen aus dem Nichts, wie auch die Be­wegung aus dem Nichts geschaffen wurde. Daß nun nach vier Jahren der kämpferische Einsaß seine reifen Fruchte zum Wohle der Nation gebracht hat wird dargestcllt durch die Aehre und durch die Mein- traube So smnbolisiert die künstlerisch ausdrucks- volle Plakette des Reichsparteitags 1937, daß nur stnudigen Einsatz und durch nimmermüde Arbeit und Bereitschaft etwas geschaffen, erhalten und gefordert werden kann.

kleine voliiische Aacdrichien

Die Nürburgring-Sieger Rudolf Caracciola und Manfred von Braucht tsch besuchten am Montag auf »hier Reise noch Stuttgart Bayreuth und winden dort vom F ii h r e r empfangen

K önip E a r 0 l v 0 n R u in ä n i e n ist gestern in Brüssel zu einem Privatbesuch eingetrosfen Er wurde am Bahnhof vom belgischen K ö n i q dessen Bruder, sowie den Mitgliedern der rumäni-' scheu Gesandtschaft empfangen und begab sich sofort in das Königliche Palais.

Gowjetrußland versucht den britischen plan zu töten.

Mckfragenüberdenursprünglichenplanandie^egierungen.-AntwortbisOonnerstagmittag

London. 27. Juli. (DNB.) Der Unter­ausschuß des Vorsitzenden des Nichtein­mischungs-Ausschusses beschloß am Wontag nach vierstündiger Sitzung, daß die neun Punkte des britischen planes den Regierungen zur Stellung­nahme unterbreitet werden sollen mit dem Ersuchen, zu jedem einzelnen Punkt in klarer und kurzer Form b i s Donnerstag um 12 Uhr Stellung zu nehmen. Die nächste Sitzung des Ausschusses soll sodann am Freitag um 16 Uhr slattfinden. Sowohl der Entwurf eines britischen Fragebogens, der der Sitzung vorgelegt wor­den war, wie auch ein italienischer Gegen­vorschlag zu dem britischen Fragebogen und einige deutsche Er g ä n z u n g s v 0 r s ch l ä g e sanden nicht die Zustimmung dieses Ausschusses.

In der Sitzung erklärte der italienische Ver­treter

Gras Grand»,

daß der britische Plan in der Reihen­folge erörtert werden müsse, in der er an« gen 0 m m e n worden sei. Der Streit um die Frage, welcher Punkt zuerst behandelt werden müsse, sei keineswegs lediglich eine Verfahrensfrage, sondern von materieller Bedeutung.

Er müsse sich mit Schärfe gegen die franzö­sische Pressepolemik wenden, die ihn wegen seiner Stellungnahme in der letzten Sitzung des Ausschusses angegriffen habe, was er um so er­staunlicher finde, als er lediglich den Vorschlag gemacht habe, sich an den britischen Plan z u h a l t e n.

Grandi hob sodann ausdrücklich hervor, daß die italienische Regierung nach wie vor bereit fei. die Frage der Zurückziehung der Freiwilligen zu erörtern, und zwar fei sie ausdrücklich be­reit, einem Beschluß zuzustimmen, der sich für die Zurückziehung der Freiwilli­gen ausspreche. Ferner sei Italien bereit, den Bericht des technischen Unterausschusses über die Freiwilligenfrage anzunehmen und weiter sich an der geplanten Kommis­sion für dleAuskämmungderFrei- willigen zu beteiligen. Die italienische Regierung nehme also den punkt 7 des briti­schen planes (Zurückziehung der Freiwilligen) ausdrücklich an, unter der Vorausset­zung, daß auch die vorhergehenden punkte von den anderen Wachten an­genommen würden.

Der italienische Vertreter wandte sich darauf g e - gen den britischen Fragebogen und wies darauf hin, daß dieser etwas anderes, als der ursprüngliche Plan sei. Das erwecke Mißtrauen und sei lediglich ba^u geeignet, die Kräfte der Gegner der Nichteinmischung zu stärken.

Wenn man überhaupt einen Fragebogen Vor­schläge, so müsse dieser sich eng an den ursprüng- lichen englischen Plan halten. Er bringe daher einen Gegenvorschlag ein, der sich eng an den bri­tischen Vorschlag halte.Ich fordere jedermann in­nerhalb und außcrl>alb des Komitees auf", so er­klärte Grandi wörtlich,zu beweisen, daß der Frage­bogen, den ich unterbreite, nicht dem Geiste und dem Buchstaben nach, der Form und dem materiellen Inhalt nach Punkt f ii r P u n k t dem briti­schen Plan e n t s p r i ck, t, wie er von jeder­mann als Grundlage der Aussprache angenommen worden ist."

Botschafter von Ribbentrop begrüßte es hierauf, daß Großbritannien eine neue Initiative ergriffen habe, und erklärte sich gründ- sätzlich bereit, die Idee der Stellung von Fragen grundsätzlich anzunehmen. Er hob sodann hervor, daß nach seiner Auffassung der b r i t i s ch e F r a ge­bogen l e d i g I i d) eine Anregung der britischen Regierung darstellc und daß der A u s s ch u ß den endgültigen Fragebogen s e l b- st ä n d i g aufstellen müsse. Die von den britifd)cn Vertretern ausgearbeitcten Fragen des Fragebogens erschienen nicht in vollem Umfange geeignet, den derzeitigen Erfordernissen Rechnung zu tragen. Er schlage daher vor, daß an der Reihenfolge des b r i t i s d; e n Plaues festgchalten werde.

Der Botschafter wies sodann darauf hin, daß im britischen Fragebogen der gesamte Punkt D des britischen Planes, der bezwecke, die Kontrolle inj- r f f a m zu gestalten, nicht berücksichtigt sei. Der Punkt D sehe ausdrücklich vor, daß die Gewährung der Kriegsführende-Rechte erfolgen solle, mn die Kontrolle wirksam zu gestalten. Seiner Auffassung und) gliedere sich der britische Plan in drei Hauptfragen:

n) Wiederherstellung der Kontrolle,

b) Gewährung der Rechte Kriegsführender zur Vervollständigung der Kontrolle und

c) die Zuriickziehung der Freiwilligen.

Besonders wichtig sei die Frage der Durchfüh­rung.

Der Botschafter wies darauf hin. daß die Frage­stellung des vierten Punktes des Fragebogens, nämlich wie die Durchführung despla- n e v erfolgen soll, zu Unklarheiten Anlaß geben könnte. Seiner Auffassung nach müsse die Fragestellung heißen: Welches ist die Auf- f a f s u n g der Re g i e r 11 n g c 11 über die beste 2t r t, den britischen plan durchzuführen, um die Nichteinmischung baldigst wirksam zu gestalten? 3m übrigen wies der Botschafter darauf hin. daß Deutschland jederzeit bereit sei. die Frage der Zurückziehung der Freiwilligen zu behandeln, da dies ein ursprünglich deutscher plan sei. vorausgesetzt, daß der Zeitpunkt der Gewäh­rung der Kriegsführenden - Rechte befriedigend geregelt werde und daß die spanischen Parteien zustimmend geantwortet hätten.

Der Vertreter Sowjelrußlinds rief darauf starkes Aufsehen durch eine Erklärüng hervor, m der er einen der wichtigsten Punkte des vritischen planes als 11 n <1 n n e h mbar bezeich­nete.

(£r erklärte im Rainen feiner Regierung, daß

diese nicht in der Lage fei, anzunehmen, daß das Recht einer k r 1 e g s f ü h r e n d e n Wacht General Franco gegeben werde. Rach sowjetrussischer Auffassung sei der Ausschuß für die Frage der Gewährung der Kriegsfüh­renden - Rechte überhaupt nicht zu­ständig.

Der deutsche und der i t n l i e n i sch e Ver­treter wiesen darauf hin, daß diese Erklärung des sowjetrussischen Vertreters dazu geeignet fei, den britischen plan völlig zu töten, während Lord Plymouth im Ramen der englischen Regierung erklärte, daß dies eine außerordent­

lich peinliche Erklärung fei, die hoffentlich nicht das letzte wort der Sowjetregierung darstelle.

Nach längerer Aussprache wurde darauf beschlos. sen, weder den englischen Fragebogen, noch den 00« der italienischen Negierung vorgeschlagenen Fragen bogen, sondern stattdessen den ursprünglicher britischen Plan den Regierungen zur Steb lungnahme zu den einzelnen Punkten zu Überreifen) d. h. also, daß damit die Regierungen aufgeforbeq werden, zu jedem einzelnen Punkt bed britischen Plaues sich in klarer Form zu äußern. Das Ergebnis dieser Rückfrage soll fobanr erneut dem Unterausschuß des Vorsitzenden am Frei, tag vorgelegt werden.

Völkerbundstrabanten - die schlimmsten Feinde des Friedens.

,/Tlur die englischen politischen Gaukler.. /'

London, 27. Juli. (DNB. Funkspr.)Dail y M a i l" nimmt den letzten, der Feder M u s s 0 l i n i s zugeschriebenen Artikel desP 0 p 0 l 0 d ' I t a- l i a", in dem der Völkerbund sck-ars verurteilt wurde, zum Anlaß, um sich für den Gedanken einer starken englischen Außenpolitik einzusetzen. In Eng­land habe man die gleiche Einstellung gegenüber Genf, wie sie im Artikel desPopolo d Italia" zum Ausdruck komme.

Rur d l e englischen politischen Gaukler beugten Ihre Häupter vor dem Völkerbund. Sie hätten er­staunliche Gedankengänge. Erst hätten sie Eng­land mit Japan wegen Wandschukuo in einen Streit hineingerissen, dann eine Spannung mit Italien durch den Sanktionsfeldzug hervor­gerufen. der ein Welsterstück an Propaganda von Scheinhelligkeit und Hysterie sei, jetzt ver­langten sie. daß Offiziere und Wannschaften der britischen Flotte für die fog. rote spanischeRe­gierung kämpfen follten, für jene Regierung, deren erster Akt war, den Befehl zu geben, daß die Offiziere der spanischen Flotte ermordet würden. Dps englische Volk sehe allmählich, daß der pölferbunb undseine schnatternden Trabanten" die schlimmsten Feinde des Friedens seien.

Nicht umsonst verliere die englische Völkerbundsliga jährlich 20 000 Anhänger. Es fei bedauerlich, daß gewisse Politiker immer noch von kollektiver Sicher­heit und Zusammenarbeit im Rahmen des Völker­bundes sprächen. England müsse ein Beil nehmen und sich aus diesem Rahmen einen Weg

berausschlagen, denn dieser Rahmen Habs seit Ende des Weltkrieges eine wirkliche Außenpoli- tik unmöglich gemacht. Erst wenn dies geschehe,' werde es möglick) fein, daß sich England aus den-! jenigen Streitereien heraus halten könne,! die es nichts angingen, und erst dann könne) siä) England ganz dem lebenswichtigen Werke ber Aufrüstung hingeben.

VoWewift Aegrin droht mit europäischem Krieg!

Berlin, 26. Juli. (DNB.) Der spanisch-bolschewi. stischeMinisterpräsident" Negrin sprach in einer öffentlichen Versammlung in Valencia erneut über den Vorschlag Edens und die Verhanblungeir des Londoner Nichteinmischungsausschusses.

Er drückte wie der Deutsche TelegraphendieE meldet die Hoffnung aus, daß das Kontrollfystenu nicht mehr zur Anwendung gelangen möge. Der ganze Plan sei zu kompliziert, als daß er die ein­ander widerstrebenden politischen Strömungen ii Europa überbrücken könnte. Sollte (9enerd Franco, so meinte Negrin, weiter Widerstanl leisten, so werde wohlnichts anderes übrig bleiben., als

den spanischen Konflikt in einen neuen euro­päischen Krieg urnzuwanbeln (!). Den Schlüssel dazu, so erklärte ber Bolfchewistenhäuptling

weiter, halte Valencia in ber hanb.

Das sollten die europäischen Politiker bedenken, bevor sie sich entschließen, in London nochmals bas« Kontrollproblem zu erörtern.

DasZieMoskaus:LrhöhungderSchwierigkeilen

Die Beurteilung in der Londoner presse.

London, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die ge­samte Presse berichtet über die gestrige vierstündige Sitzung des Hauptausschusses des Nichteinmischungs- ausschusses und unterstreicht, daß die Verhandlungen trotz der zunächst zutrage getretenen großen Meinungsverschiedenheiten schließlich dock) zu einem glücklichen Ende geführt werden konn­ten.

In einem Reuler-Berichl heißt es il a., die konstruktive Haltung, die die Vertreter Deutsch­lands und Italiens in ber gestrigen Sitzung eingenommen hätten, habe in Conbon große Beachtung gefunben. Sowohl ber beutsche, wie ber italienische Vertreter hätten erklärt, baß ihre Länber bereit feien, bie britischen Vorschläge anzunehmen, vorausgesetzt, bah bie anberen Wachte eine gleiche Haltung einnehmen.

Die Erklärung, die der Somjetbotschafter Maisky abgegeben habe, wonack) Sowjctrußland General Franco niemals die Rechte Kriegführender zuge­stehen werde, betrachte man in London nock) nicht als eine endgültige Stellungnahme der Sowjet­regierung. Man hoffe, daß 'beim Eintreffen der Antworten auf die britischen Vorschläge die sow­jetrussische Haltung dock) nock) weniger unnachgie- big sein werde.

Der diplomatisck)e Korrespondent derTime s" schreibt, der Unterschied zwischen den Vorschlägen G r a n d i s und denjenigen von Lord Plymouth sei der gewesen, daß die Reihenfolge im Entwurf Grandis der des englischen Kompromißplanes ent­sprochen habe, während im Vorschlag von Lord Plymouth gewisse Aenderungen in der Reihenfolge vorgenommcn worden seien, so z. B. sei die Frage der Zurückziehung der Freiwilligen an zweiter Stelle gewesen, anstatt an siebenter, wie in dem Kompromißplan.

Jetzt stehe es den Regierungen frei, ihre Ein­stellung zum britischen Kompromihplan In ber ihnen beliebigen Reihenfolge zu beantworten, vorausgesetzt, bah biefe Antworten klar um­rissen seien.

Der diplomatische Korrespondent desDaily Telegraph" berichtet, im großen und ganzen hätten die gestrigen Beratungen den Eindruck hin- terlassen, daß die R e g i e r u n g c n auch weiter- hin m i ß t r a u i s ck) seien und daß sic dement- sprechend eindiplomatisches Spiel" der Taktik burd)führten. Das Blatt hebt dann die Worte G r a n d i s hervor, daß Italien die Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen aus Spanien be- günstige.

Der Sowjetbotschafter W a i s k y hingegen habe mit seiner plötzlichen Erklärung. Sowjetruhlanb werbe niemals General Franco bie Rechte Kriegführenber zugestehen, ben Ausschuh in

Gefahr gebracht.

Man müsse aber abwarten, ob diese Zurückweisung eines wesentlichen Teiles des cnglifd)en Kompromiß- planes auch in gleicher endgültiger Art und Weise von der ©omjetregierung f e I b ft erfolgen werde.

Der diplomatische Korrespondent berM 0 r - n i n g P 0 st" meint, da es sich jedesmal um die gleiche Sache gehandelt habe, sei es für den Laien nicht leicht erkennbar, warum schließlich der Vor­

sitzende einen Ausweg vorschlug, der dann auchi angenommen wurde. Der Grund liege vielleicht: darin, daß der englisä)e Fragebogen einer1 Schularbeit ähnlich gesehen habe, bei ber die Antworten in einer genauen Reihenfolge erteilt: werden sollten, während jetzt die Antworten n ach- frei e v Wahl gegeben werden könnten.

Der diplomatische Korrespondent derDaily Mail" bezeichnet die Erklärung Graf Grandi; als die wichtigste Entwicklung des geftri- gen Tages. Die Erklärung habe eine hoffnungsvolle Atmosphäre geschaffen, die allerdings schnell zer- .stört wurde, als der Sowjetbotschafter Maisky Die Erklärung abgab, seine Regierung könne nie­mals General Franco die Rechte Kriegführender zugestehen.

Wan sei sich darüber klar gewesen, bah ber Sowjetbotschafter bas Ziel verfolgt, eher bie Schwierigkeiten innerhalb bes Ausschusses noch zu erhöhen, als zu einer wirklichen Lösung ber augenblicklichen Schwierigkeiten beizutragen.

Jorbana Winisterpräslbent.

Gegenwärtig wird eine neue spanische National« regicrung, die denTechnischen Ausschuß" ersetzen soll, gebildet. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet ist General Graf Jorbana, der Vorsitzende des Technischen Ausschusses", zum Ministerpräsidenten ausersehen. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Der nationale spanische Heeres­bericht.

Salamanca, 27. Juli. (DNB.) Nach dem nationalen Heeresbericht vom Montag würben an der Front van Madrid in den vergangenen Kämpfen etwa 1 0 0 M a s ch i n e n g e w e h r e und zahlreiche Tankabwehrgesd)ütze er­beutet. Das Schlachtfeld von Brunete ist bedeckt mit gefallenen Femden. 50 samjetrussische Panzer« wagen wurden vernichtet. Am Montag wurden über 100 Gefangene gemacht. 600 Milizleute gingen ZU den Nationalen über. Ein Angriffsversuch des Geg- ners auf die von den nationalen Truppen cun Sonntag eroberten Stellungen wurde zurückgewie' sen. Die nationalen Streitkräfte P»1® , weiter vorgegangen.