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Oer Tag des deutschen Handwerks.

Totenehrung.

Als Auftakt zumTag des Deutschen Handwerks" fand, wie in den Vorjahren, am Donnerstagmittag in Berlin eine feierliche Kranzniederle­gung am Ehrenmal Unter den Linden und am Grabe Hör ft Wessels durch Reichs­organisationsleiter Dr. Ley und den Leiter des Deutschen Handwerks in der DAF., Walter, statt. Vor dem Ehrenmal Unter den Linden hatten eine Ehrenkompanie der SS. - Verfügungs­truppe mit Musik, ein Ehrensturm der Werkscharen mit Musik- und Spielmannszug und Abordnungen einzelner Fachschaften des Handwerks in ihren Berufstrachten Aufstellung genommen. Nachdem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und der Leiter des Deutschen Handwerks in der

Frankfurt a. M., 28. Mai. (DNB.) DerTag des Deutschen Handwerks 1937" wurde heute vor­mittag mit einer A r^b e i t s t a g u n g in der Fest­halle eröffnet. Der Riesenraum, der 20 000 Per­sonen faßt, ist in Weiß und Rot gehalten und durch Golddekoration warm gestaltet worden. Die gesamte Eisqnkonstruktion ist mit Tüchern ausgeschlagen, so daß der Eindruck einer von einem Baldachin ge­krönten Ehrenhalle entsteht. Die Ränge sind mit großen gerafften Vorhängen zu Logen ausgebildet worden, Teppiche mit goldenen plastischen Haken­kreuzen hängen von den Rängen herab. Die Bühne ist weiß ausgeschlagen, in der Mitte erhebt sich ein großes Rad der Deutschen Arbeitsfront. Die erste Arbeitstagung wurde nach Begrüßungsworten des Frankfurter Oberbürgermeisters Staatsrat Dr. Krebs eingeleitet durch eine längere Rede des Leiters des Deutschen Handwerks in der DAF., Walter, über grundsätzliche und praktische Hand­werksfragen.

Die neue Staatsführung habe es sehr rasch ver­mocht, einen ungeahnten wirtschaftlichen Aufschwung herbeizuführen, der auch den breiten Schichten des Handwerks zugutekam. Binnen weniger Jahre seien seine Umsätze von 10,9 auf 16,5 Milliar­den gefliegen. Eine wichtige Aufgabe des Handwerks fei die Erziehung eines leistungsfähigen gewerblichen Nachwuchses. Es würden jetzt Maßnahmen durchgeführt, mit dem Ziel, durch eine rechtzeitige Berufsaufklärung für die Besetzung der Lehrstellen den in jeder Weise geeig­neten Nachwuchs zu erhalten. Nach wie vor bildet die Meister! ehre den Grundstock jeder hand­werklichen Berufserziehung. Die Meisterlehre ver­möge allerdings nur dann dem Ideal gerecht zu werden, wenn auch der handwerkliche Betriebs­führer den Anforderungen genügt, die der Na­tionalsozialismus an die Betreuer der Jugend stellt. Durch die Teilnahme am Reichsberufs­wettkampf solle bereits während der Meisterlehre der Ehrgeiz der Lehrlinge geweckt werden. Auf dem Gebiet der Berufserziehung von Gesel- lenundMeistern habe der Nationlasozialismus fast nichts Erwähnenswertes vorgefunden. Es sei dem Deutschen Handwerk in der DAF. vorbehalten Geblieben, durch die Wiedereinführung des Gesel­lenwanderns im In- und Ausland, durch die neue Art des Werkstattwanderns, durch die in Zukunft ständige Einrichtung eines Gesellen- und Meisterwettkarnpfes, durch Förder­lehrgänge und Umschulungskurse, vor allem aber durch die Errichtung von R e ich s - und Bezirksfachschulen eine wesentliche Lücke auszufüllen.

Es sei selbstverständlich, daß zu einer wahren Betriebsgemeinschaft in allererster Linie ein gegen­seitiges soziales Verständnis gehört. Unter Mitwirkung aller Beteiligten hätten Zehntausende uneinheitlicher Verträge und Abmachungen zwischen Betriebsführern und Gefolgschaften außer Kraft gesetzt werden können. An ihre Stelle seien runb 400 einheitliche Tarifordnungen ge­treten. Auch die Unterkunfts- und Ur­laubsfrage habe eine vernünftige Regelung gefunden. Durch Bereitstellung von Mitteln für junge Meister, die sich selbständig machen wollen, solle begabten, fleißigen und sparsamen Jung- Handwerkern der Weg nach oben geöffnet werden. 1938 werden 4 Millionen Reichsmark für Existenzgründungen zur Verteilung gelangen. Diese

DAF., Walter, unter den Klängen des Präsentier­marsches die Front der Ehrenformationen abge­schritten hatten, begaben sie sich in das Innere des Ehrenmals, wo ein Doppelposten der Wachtruppe aufgezogen war. Und während drinnen der Kranz niedergelegt wurde, klang draußen, wo Taufende von Volksgenossen der Ehrung beiwohnten, das Lied vom guten Kameraden in die feierlich ernste Stille, die dem Gedächtnis unserer toten Helden ge­widmet war. Ein Vorbeimarsch der Ehrenforma­tton bildete den eindrucksvollen Abschluß des wür­digen Gedenkaktes. Anschließend erfolgte die Kranz­niederlegung am Grabe Horst Wessels auf dem Alten Nicolai-Friedhofe. Gleichzeitig wurde aus An­laß des Reichshandwerkstages auch am Natio­naldenkmal des deutschen Volkes in Tannenberg ein Kranz niedergelegt.

Mittel würden sich in den folgenden Jahren ständig erhöhen.

Im Vordergrund der Arbeit der Wirtschafts­gruppe ständen naturgemäß die Aufgaben, die sich aus der Mitarbeit am Vierjahresplan ergeben. Die besondere Verpflichtung des Hand­werks gelte im Hinblick auf das Rohstoff- und das P r e i s p r o b l e m. Sparsame Wirtschaft sei oberstes Gebot. Meister, Gesellen und Lehrlinge müßten mit neuen Werkstoffen ebensogut umzu­gehen verstehen wie mit alten. Die regionale wie die fachliche Gliederung des Handwerkes in der Deutschen Arbeitsfront fei in einem schnellen Tempo einsatzbereit geworden. In Zukunft würden dem Handwerk fremde Bezeichnungen verschwinden und an Stelle der Fachgruppen und Fachschaften die Gewerke und Gewerkegruppen treten. Während es zu den wesentlichen Aufgaben dieser Gewerke gehöre, den Berufserziehungs­gedanken vorwärts zu treiben, die Gesellen-, und Meisterwettkämpfe zu betreuen und für die Leistungssteigerung ihres Hand­werks zu sorgen, bleibe den regionalen Gliederun­gen die Pflicht, dem Handwerk die großen Auf­gaben und weitgesteckten Ziele klarzumachen, die es der Volksgemeinschaft gegenüber zu erfüllen habe. Wenn das Handwerk es verlernt hätte, im gleichen Schritt und Tritt mit den übrigen Berufsständen zu marschieren, wenn es durch eine Abkapselung der Gefahr einer Entfremdung gegen­über dem Volk anheimgefallen wäre, dann wäre ihm kein endgültiger Erfolg beschieden gewesen. Weg und Entwicklung des Handwerks feien durch den Nationalsozialismus sichergestellt, aber nur dann, wenn es sich zur Arbeit und Ehre bekenne, wenn es durch treue Kameradschaft und ein geschlossenes Auftreten, vor allem aber durch bewußte Herausstellung handwerk­licher Wertarbeit selbst dort Vertrauen er­

zwinge, wo man es für eine absterbende und völlig überlebte Berufsgruppe halte. Wenn das Wort Handwerk" heute in der Öffentlichkeit wieder eine ganz andere Bedeutung habe als noch vor roenigen Jahren, dann fei dies das Ergebnis einer müh­samen, zähen und glaubensstarken Arbeit, die vom Handwerk in den letzten Jahren geleistet worden sei.

Der AMommengruß des Gauleiters.

NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Spren­ger hat zum Reichshandwerkertag folgendes G e - leitmort gegeben: Der Verfall des deutschen Staates und Volkes zog den Verfall der deutschen Wirtschaft nach sich. Das deutsche Handwerk ist ein Bestandteil der deutschen Wirtschaft. Wenn damals alles Not litt, hatte der Handwerker feine besondere Not; nicht nur, daß der größte Teil der Geschäfts­auflösung nahe war, «nein, der Handwerker war aus nichts gestellt. In jener Notzeit war es aber auch, als die ersten Handwerker in größerer Zahl d i e Botschaft des Führers nicht nur ver­nahmen, sondern sich auch in die Gefolgschaft ein­fügten. So lernten sie in der Kampfzeit, nicht nach besonderen Interessen und Standesgewohnheiten zu handeln, sondern sie waren Soldaten Adolf Hitlers geworben, gewillt, mit allen gemeinsam den Sieg zu erringen und am Wiederaufbau von Volk und Vaterland mitzuarbeiten. Das Genie des Führers hat die Partei aufgebaut. Damit hat der Führer im letzten Augenblick Volk und Staat vom Abgrund zuruckgerissen, den Boden zum Wieder­aufbau bereitet uni) das Werk begonnen. Wenn wir heute zurückblicken, bestaunen wir das Wunderwerk des Führers. Vier Jahre hat er sich erneut vorgenommen, um Notstände zu bereinigen, deren Behebung früher niemand für möglich ge­halten hat.

Deutscher Handwerker! In diesem kämpferischen Arbeitsheer hast du deinen besonderen Platz erhalten; nicht nur Arbeit hast du be­kommen, sondern die Möglichkeit wurde dir ge­geben, dein Werk wieder als ein Teil dem Ganzen voll einzufügen. Auch du, deutscher Handwerker, hast die Möglichkeit, durch Heranbildung der Jugend dem Handwerkerstand den Ewig­keitswert zu geben, den das ganze deutsche Volk in seiner Jugend besitzt. Die Volksführung hat der Führer der Partei übertragen. Vielgestaltig wie die Partei organisch vernunftgemäß geworden ist, hat jeder Deutsche die Möglichkeit, seiner Pflicht an irgendeiner Stelle, sei es aktiv oder passiv, zu ge­nügen. Der deutsche Handwerker hat den Vorzug, daß ihm seitens der Arbeitsfront ein beson­derer Auftrag zuteil wurde durch Eingliederung in Das deutsche Handwerk in der Deutschen Arbeits­front"; außerdem betreut das Amt der Partei für Handel und Handwerk" den gesamten Handwerker­stand politisch. Deutsche Handwerker, seid will­kommen in der Stadt des Deutschen

Reichsorganisationsleiter Dr. Ley während des Vorbeimarsches eines Ehrensturms der SS. vor dem Ehrenmal in Berlin; rechts neben ihm der Leiter des Deutschen Handwerks in der DAF., Walter. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Die erste Arbeitstagung in derZrankfurterZesthalle

Oer gute Arzt.

Von Werner Schumann.

Wir lernten ''uns kennen, als wir in einer kleinen, ländlichen Pension auf Capri zierliche Maden­leichen aus der sonst vorzüglich schmeckenden Suppe fischten.Da schaun's her", rief fröhlich Herr Xa­ver G. aus Bamberg,schon wieder so an Mords- viech!" Und mit volltönendem fränkischen Lachen, in das wir allesamt seine rundliche, hübsche Frau Resi, deren vierjähriger, ein wenig blasser Bub und ich belustigt einstimmten, schwenkte er den Sup­penlöffel, um die kleine Made neben dem Teller zu bestatten. In einem Mailänder Hotel oder einer römischen Pension hätten wir zweifellos, wäre uns eine ähnliche Suppen-Einlage beschieden gewesen, mit dem Wirt Fraktur geredet. Aber unter diesem Himmel kam kein Unmut auf. Das Licht hatte etwas Beschwichtigendes und zudem Urkräfttges, das unsere Sinne ganz auf die ewigen Dinge lenkte. Die Herrlichkeit des Tiberius er hatte von diesen Höhen einst der Welt geboten war verweht wie der Duft des Mimosenbaums, den des tiefblauen Thyrrhenischen Meeres warmer Salzwind ent­führte; doch das Silberrauschen der Oliven, der Pfauen Schrei und der betörende Geruch des Oleanders, das Getön der Zykaden im glühenden Mittag und der lautlos feierliche Flug unwahr­scheinlich schöner Schmetterlinge über Stein und Strauch ach, nichts hat sich verwandelt, und die Augen der Imperatoren, wenn sie durch die Gär­ten ihrer Villen da oben lustwandelten, sahen nichts anderes als Herrn Xaver und Frau nebst Bub aus Bamberg, die wie ich erhaben waren über ab­geschiedene und also völlig harmlose Mädchen.

Eine ähnliche Gelassenheit bekundete auch ein dick­licher und offenbar recht gemütlicher Herr am Ne­bentisch, dessen schwarze, vergnügt zwinkernde Aeug- lein der verdächtigen Suppe keinen Blick, aber un­zählige unserer lieben Frau Resi schenkten. Es war nicht schwer, zu bemerken, daß sie auf ihn Ein­druck machte. Nun, sie war üppig und kerngesund, das sah man, sie paßte in die Welt und hatte ein Herz im Leibe. So blieb es nicht aus, daß die beredten Augen ein zartes Gspusi spannen, hauch­

zart freilich wie die feinen Wasferdünste zwischen dieser homerischen Insel und Sorrent, wenn wir in der Morgenfrühe glücklich wie junge Götter auf den Felsen hockten und den schneeweißen Seglern nach­blickten. Das Familienoberhaupt drückte beide Augen zu. Er wollte, so malte es seine stets strahlende Miene aus, seiner Frau die gute Reiselaune nicht verder­ben. Die Resi, so mochte er das vielleicht beunruhigte Herz besänftigen, spricht kein Wort Italienisch, und dem Süßholzraspler da drüben scheint's nicht an­ders zu ergehen. Hatte er doch bereits einmal auf den Busch geklopft und nach dem Dessert, als wir zu Viert die weinumsponnene Terrasse verließen, einen urkräftigen und unmißverständlichen bayrischen Brocken fallen lassen, worauf der unternehmende Herr mit keiner Wimper reagierte.

Eilande sind klein, es gibt so leicht kein Ent­weichen und kein Entrinnen, und es war nur zu natürlich, daß man sich auf der paradiesischen Insel stets roiebertraf. Die siebentausend Capreser, oerftreut auf die heiter-winkligen Siedlungen von der Marina piccola bis hinauf nach Anacapri sind einem bald wohlvertraut. Wir begegneten unferm Tischnachbar in Ruinen und Schluchten, unten am Strand und in mancher finsteren Dfteria, und seine kullernden Aeuglein schienen nur immer das eine zu wiederholen: wie jammerschade, schöne Frau, euch stets nur an der Seite dieser beiden Leibwäch­ter zu sehen! Ich hätte ihm schon gern den Ge­fallen erwiesen und mich abseits gehalten. Aber da war noch der großmütige Ehemann. Und aus­gerechnet er mußte, als wir uns auf der Straße in Castiglione Weißbrot, Landkäse und dunklen, feurigen Wein munden ließen, mit einem behag­lichen Grunzen die Mahlzeit unterbrechen und uns mit der Nase auf ein vorüberwandelndes, recht ungleiches Paar stoßen: es war der dickliche Kava­lier und eine jener herrlichen, einen Fruchtkorb auf dem stolzen Haupte anmutig tragenden Römerinnen, wie sie schon seit der Cäsaren-Zeiten durch diese Landschaft schritten. Das gab der Freundschaft einen Knax, Resi blieb fortan unnahbar.

So kamen und schwanden die holden Tage und die sternüberglänzten Traumnächte und die Stunde der Abreise rückte bedrohlich nahe, als der Bud plötzlich an cheftigem Fieber erkrankte. . Es wich zwar bald wieder, aber eine allgemeine Mattigkeit

war zurückgeblieben. Der Kleine mochte nicht recht essen und trinken, er rannte keinem Ziegenbock, kei­nem Huhn oder Falter mehr nach und sagte nur immer, daß er nach Hause mochte. Da die Eltern jedoch begreiflicherweise mit dem kranken Kinde die weite Reise nicht antreten wollten, wurde beschlossen, einen einheimischen Arzt aufzusuchen. Der nächste, so wurde uns bedeutet, wohne nur wenige Häuser von unserer Pension entfernt. Wie eine weiße Flamme loderte die Arztvilla aus dem Grün des prächtigen Gartens, wo schwarze Cypressen die Wacht hielten. Das Haus selbst schien ausgestorben. Wir zogen die Glocke, traten ein, warteten. Aus den oberen Räu­men hörten wir einen leisen Frauengesang: Era di maggio. Dann öffnete sich die Tür. Und im glei­chen Augenblick verschlug es uns allen den Atem: in der Türöffnung stand, wohlbeleibt im hellen Arztkittel, unser Ritter aus der Pension! Nur lächelte er jetzt nicht, sondern starrte uns höchst verdutzt und verlegen an und auch wir hatten Mühe, unsere Fassung wiederzufinden. Flucht wäre in dieser Situation lächerlich gewesen; und so blieb nichts übrig, als der stumm einladenden Bewegung des überraschten Doktors Folge zu leisten und im Sprechzimmer Platz zu nehmen. Ob wir denn alle malad seien? fragte fein Blick. Nein, um Himmels­willen, lachte der Papa erlösend zuerst, nur der Bub da, der Kleine, den möge sich der Herr Doktor einmal gründlich anschauen, der esse nix, der trinke nix, ja, dem stecke etwas im Leibe! Der Arzt ver­stand zwar, wie wir schon früher belustigt feftgeftellt hatten, kein einziges Wort, aber er begriff sofort die Lage und machte sich wichtig daran, das Kind nach allen Regeln der Kunst zu untersuchen. Es atmete gehorsam ein und aus, streckte die Zunge heraus, sperrte den Mund weit auf: tante grazie, ja, er wußte nun genug. Eine Satz-Kavalkade nach der anderen rauschte an unfern Ohren vorüber, und das Nichtverstehen war nun unsererseits Doch damit ließ es der Doktor nicht genug sein. Er hatte offen­bar das Bedürfnis, wieder gutzumachen, über die nüchterne Untersuchung hinaus noch etwas Mensch­liches und Liebenswertes zu tun. Und fo begann er denn, während wir Großen als Zuschauer dabei saßen, mit dem Buben zu spielen und allerlei harm­lose Scherze zu treiben, wie sie eines Kindes Herz nun einmal höher schlagen lassen; er öffnete ein

Handwerks! Dieser Handwerkertag ist euer Ehrentag, er wird euch an Pflicht und Freude zusammengenommen so viel mitgeben, daß ihr auf ein weiteres Jahr euer Werk im Sinne des Füh­rers erfüllen könnt.

Gauleiter Sprenger spricht am Freitag von 19.30 bis 19.45 Uhr im Reichssender Frankfurt über den Tag des deutschen Hand­werks 1937.

Ein Institut für Handwerkswirtsckast an der Universität Frankfurt a. M.

LPD. Frankfurt a. M., 27. Mai. Die Zu­sammenarbeit zwischen Wissenschaft und Handwerk hat sich in den letzten Jahren immer enger gestaltet. Die Probleme des Handwerks, für deren Klärung die Wissenschaft eingesetzt wird, lie­gen vor allem auf den Gebieten der Technik und Wirtschaft. Der Reichsstand des Deutschen Handwerks hat mit der wissenschaftlichen Forderung des Handwerks das Deutsche Handwerks- inftitut beauftragt. Dieses führt in Gemein­schaftsarbeit mit feinen Außenstellen an den Hochschulen die ihm von der Handwerksführung gestellten Aufgaben so weit einer Losung entgegen, daß ihre Einführung in die Praxis des Handwerks­betriebes ermöglicht wird. Zu den bereits bestehen­den Einrichtungen an den Universitäten bzw. Hoch­schulen Berlin, Königsberg, Karlsruhe, Göttingen, Breslau, Bonn, die sich vor allem mit technischen, betriebswissenschaftlich-kaufmännischen, auch kulturel­len Fragen befassen, ist jetzt ein neues Institut in Frankfurt a. M. geschaffen worden. Zum Leiter ist Professor Dr. Wehrte ernannt. Die Tätigkeit des Instituts erstreckt sich auf volks­wirtschaftliche Aufgaben des Hand­werks, die zusammen mit der Handwersführung im Reichsstand oder mit dem Lanbeshandwerks- meifter zu bearbeiten sind. Hier kommen als vor­dringlich in Betracht: Exportfragen, das Handwerk im Ausland, Sozialpolitik, und zwar Entschuldung des Handwerks und Altersversorgung. Dazu kommen im Rah­men des Lehrbetriebs der Universität Vorlesungen über Handwerkswirtschaft. Das Institut hat feine Arbeiten bereits am 1. April d. I. in Angriff ge­nommen.

S0-Iahrfeier

der Hamburg-Ainerika-Linie.

Die Hamburg-Amerika-Linie begann ihren 90. Ge­burtstag mit einem Betriebsappell ihrer ge­samten Hamburger Betriebe. Der Vorsitzende des Vorstandes, Dr. Hoffmann, gab eine Reihe von sozialen Maßnahmen der Betriebsführung bekannt. Das Verwaltungsgebäude der Hapag am Alster- dämm hat festlichen Schmuck angelegt. Don den Dächern wehen die Fahnen des Reiches und des Betriebes, und große goldene Buchstaben verkünden das Ereignis des 90. Geburtstages. In der Halle des Hauses häufen sich die Angebinde der Hapag- Freunde, die sich mit Glückwünschen einfinden. Ebenso haben hier Schaustücke aus der frühesten Hapag-Zeit Platz gesunden, historische Wertstücke aus dem umfangreichenHapag-Museum", die stän­dig interessierte Betrachter finden. Der Reichsver­kehrsminister Dr. Dorpmüller bat an den Vor­stand ein Glückwunschschreiben gerichtet, in dem es heißt: Schwere Schicksalsschläge sind dem Unter­nehmen nicht erspart geblieben, doch sie waren nur Anlaß, mit um so größerer Energie an den Wieder­aufbau des Zerstörte« heranzugehen. Es wird im­mer ein Ruhmesblatt in der Geschichte der Ham- burg-Amerika-Linie bleiben, daß sie nach dem völligen Verlust ihrer Flotte durch den Krieg und den Versailler Vertrag in überraschend kurzer Zeit den Neuaufbau einer Flotte durchführte, die den Wettbewerb mit den Großreedereien des Auslandes aufnehmen konnte.

Argentinische Marineoffiziere beim Führer.

Berkin, 27. Mai. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing den Befehlshaber und die beiden Kommandanten der zur Zeit in den deut­schen Gewässern liegenden argentinischen LinienschiffeMoreno" undRivadavia", Konteradmiral Scasso, Kapitän z. S. Godoy und Kapitän z. S., C h i h i g a r e n. Die argenti­nischen Marineoffiziere wurden von dem argentini­schen Botschafter in Berlin, Exz. L a b o u g fe, dem Führer und Reichskanzler vorgestellt, der die ein­zelnen Herren herzlich begrüßte und in Deutschland

Nebengelaß, das er in ein kleines afrikanisches Mu­seum verwandelt hatte: da waren Schlangen m Spiritus, Elefantenzähne, Elfenbeinschnitzereien, blit­zende Dolche und kostbare Federn ah, wir ahn­ten, daß der interessante, ledige Mann einmal Mili­tärarzt in den Tropen gewesen sein müsse! Des Jungen Augen strahlten und die Krankheit schien gebannt, noch ehe er den ersten Löffel Medizin ge­schluckt hatte, was ihn ohnehin Ueberroinbung ge­kostet haben würde. Aber unser Freund ja, so dürfen wir ihn fortan nennen war noch nicht am Ende mit seiner Kunst der Krankenbehandlung. Er neigte plötzlich vor dem Kinde das kahle Haupt, spreizte die Finger der rechten Hand und begann, als seien da unsichtbare Tasten, auf dem Kopse eine Melodie zu spielen. Hier und dorthin sprangen die Kuppen seiner Finger und überall zauberten sie leise, aber doch deutlich vernehmbare Töne hervor, und die Tone ordneten sich zur Melodie. Frau Resi kam zuerst zu sich und rief:Mann, so höre doch nur! Hänschen klein geht allein in die weite Welt hinein...!" Wahrhaftig, das gute, alte, beut- fche Lied scholl aus dem musikalischen Kopf des Allerweltsmedikus, und erst als der Bub Anstalten machte, es mit feinen Patschhändchen dem gemüt­lichen Arzt auf dessen Kopf nachzutun und wir un­willkürlich im Takte mitsummten, reckte der sich wieder mit roten Backen von der Anstrengung auf und stimmte in unser aller herzliches Lachen schal' lend ein. So war alle Spannung, alle Verlegenheit einer höchst aufgeräumten, ja freundschaftlich-ver­trauten Stimmung gewichen, die denn auch der Doktor sofort wahrnahm, indem er Frau Resi zärt­lich anblinzelte:Musik sempre international, sagte er mit einer kleinen Verneigung vor der schönen Bambergerin. Und ihr Ehemann bekräftigte es durch die unleugbare Behauptung, daß man die Sprache der Musik auf der ganzen Welt verstehe, ob mit oder ohne Instrument; sei er nicht ein wan­delndes Xylophon, unser Freund? Von Stund ort kam der kranke Junge wieder auf die Beine, was der Herr Papa nicht zu Unrecht der ungewöhnlich sympathischen Behandlung zuschrieb: über den Lieb­haber, sagte er draußen unter den Cypressen, wolle er sich lieber nicht äußern; aber das eilt stehe fest: er sei ein guter, ein kluger Arzt.