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5reitag,28.Mm 1957

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187. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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Srantfurt am main 11686 druck und Verlag: vrühl'fche Univerfiläts Such- und Steinörudcrci «.Lange in Sietzen. Schristlettung und SefchäfiLftelle: Schulstratze 7 M-ng-nab!chiuff-Staffel 8

Wie sieht es in der Wirtschaft aus.

Die deutschen Banken und Sparkassen ver­zeichnen eine sehr starke Zunahme der Liqui­dität, und zwar vor allem durch Vermehrung der Wechselbestände, die im wesentlichen aus Solawech­seln bestehen. Der Ausweis der Banken für April weist allein bei den Solawechseln eine' Zunahme von 274 Millionen Reichsmark auf, weiter haben die Schatzwechsel und die unverzinslichen Schatzanwei­sungen zugenommen. Bei den Sparkassen ergab sich eine Spareinlagensteigerung um rund 93 Millionen Mark. Die regionalen Girozentralen erfuhren im Monat April eine Erhöhung der Kreditoren um ins­gesamt 88,7 Millionen Mark. Geld ist also in der deutschen gelenkten Wirtschaft, die mit einem festen Wertmesser, im Gegensatz zu Ländern mit Wäh­rungsentwertung, arbeitet und deren Ausfuhrziffern steigen, bei gleichbleibenden Preisen, genügend vor­handen. Es sucht Anlage. Und aus diesem Grunde hat sich die Reichsregierung genötigt gesehen, die zweite Reichsanleihe von 600 Millionen Mark, von der bereits 100 Millionen Mark vorher fest gezeichnet waren, um 200 Millionen auf 800 Millione wR eichsmarkzuerhöhen. Wäh­rend die ersten Reichsanleihen, die der Umwandlung kurzfristiger Schulden in langfristige dienen sollen, angesichts der damaligen Lage des deutschen Geld­marktes eben untergebracht wurden und die Reichs­finanzpolitik erst eine geraume Zeit durchweg ein halbes Jahr warten mußte, bis sich wieder ge­nügend überflüssiges Kapital gesammelt hatte, ist in diesem Jahre bereits die zweite erhöhte Anleihe fällig und ihre Unterbringung ist um so leichter, je reicher aus den Ueberschüssen des immer mehr in Gang gekommenen Wirtschaftsapparates das Geld in die Banken und Sparkassen fließt und Anlage sucht. Hinzu kommt, daß die pflegliche Kurs­behandlung gesichert ist durch die sogenannte offene Marktpolitik" der Reichsbank, daß die Reichsschatzanweisungen ferner l o m b a r d - fähig und mündelsicher find und die ganze Struktur der nationalsozialistischen Wirtschaft eine Gewähr dafür bietet, daß bis 1951 diese Anleihen auch a u s g e l ö ft werden. Der Kurs der bisherigen Reichsschatzanweisungen lag am 24. Mai auf 99,12 bzw. 99, er ist durchweg höher als die Hypotheken­pfandbriefe. Die neue Anleihe bietet aus allen diesen Gründen die denkbar sicherste Anlage von Kapitalien und Spargeldern, zumal bei einem Emissionskurs von 98,75 v. H. sich die Reichsschatzanweisungen immer noch mit 4,63 v. H. verzinsen. Hinzu kommt die Auslosung von jährlich 100 Millionen RM., die bereits 1947 beginnt, wodurch die Durschnittsrendite erhöht wird, wenn man gleich beim erstenmal aus- gelost werden sollte. Die Ratenzahlungen ermög­lichen es übrigens auch dem Kleinkapitaliften, feine Anlage in Reichsanleihe zu tätigen. Durch die Reichs­anleihe werden ja keine neuen Schulden ausgenom­men, sondern die kurzfristigen Schulden werden m langfristige Form umgewandelt, also gesichert, way- rend aus den zunehmenden Steuererträgen die Rück­zahlung unserer langfristigen Schulden gesichert ist.

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Auflockerung der Weltwirtschaft.

Botschafter Dr.Oteckhoff über die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen.

Staaten nach Deutschland sei auch heute noch wesentlich größer als die deutsche Ausfuhr nach Nordamerika. Deutschland sei stets bereit ge­wesen, alle Fragen der gegenseitigen Wirtschafts­beziehungen mit der nordamerikanischen Regierung in offener freundschaftlicher Zusam­menarbeit zu erörtern.Wenn wir auch zur Zeit in der Handelspolitik verschiedene Wege ein­schlagen, so sind doch die Endziele der Regierungen

beider Länder die gleichen, nämlich Auflocke­rung der Weltwirtschaf t." Das Werk werde gelingen, wenn alle stets darauf bedacht seien, das Trennende zurückzustellen und Kränkun­gen zu vermeiden.Wenn wir uns zum G e i st gegenseitiger Hilfe und einem Verhalten bekennen, wie kürzlich und vorbildlich in den tra­gischen Stunden desHindenburg"-Unglücks, dann wird unsere Arbeit von Erfolg gekrönt sein."

Für wirtschastliche Zusammenarbeit

Der französische Wirlschastsminister fordert eine Arbeitsgemeinschaft der europäischen Nationen.

Boden und den Fähigkeiten entsprechen, die eine lange Arbeitserfahrung bei seinen Ingenieuren und Arbeitern entwickelt hat.

Aber zeigt die Ausstellung 1937 nicht auch die Anstrengung aller unserer Länder auf die Kunst und Technik hin, d. h. auf die hochwertige Er­zeugung? Im Innern dieser doppelten geogra­phischen und technischen Grenze bewahren die west­lichen Großmächte indessen ein weites B e - t ä t i g u n g s f e l d von der Nordsee bis nach Süd­afrika. Ist es denn nicht ausreichend klar, daß sie es sich angelegen sein lassen müssen, unterein­ander enge Verbindungen wirtschaftlicher und finanzieller Art für die Ausnutzung vorhande­ner Kapitalien, vorhandener Absatzgebiete und vorhandener Naturreichtümer in den Länderstrichen herzustellen, die noch ihrer gemeinsamen Ausbrei­tung Vorbehalten sind?

Ist es möglich, eine solche Arbeitsgemein- schast zwischen den Völkern des alten Europas zu schaffen und aus ihr eine wahre Wirtschafts­gemeinschaft zu machen? Ich für meinen Teil glaube es mit Bestimmtheit. Ein H a n d e l s a b- ko m m e n zwischen unseren beiden Ländern läßt die Hoffnung aufkommen, daß ein Geist des Ver­ständnisses und ein gegenseitiger guter Wille, ver­bunden mit dem klaren Bewußtsein unserer lebens- wichtigen Bedürfnisse, zu allgemeineren und zwei­fellos noch wirksameren Abmachungen führen könne. Unsere Generation hat Fehler be­gangen. Sie hat schwer dafür gebüßt. Die Hauptsache ist für sie, die erhaltene Lehre zu begrei­fen und, so schwer die Anstrengung auch sein mag, d i e Jnteressenkonflikte zu lösen, die sie noch trennen, um den jungen Generationen, deren Schritte hinter uns widerhallen, ein Leben zu sichern, das von unseren Nöten und unseren Schreck­nissen befreit ist. In dieser Hoffnung trinke ich auf die Zusammenarbeit unserer beiden Völker."

P a r i s , 28. Mai. (DNB.) Die Deutsche Handels­kammer in Paris gab zu Ehren des Reichsbank-1 Präsidenten Dr. Schacht ein Essen, bei dem Dr. Schacht eine Rede hielt, auf die der französische Wirtschaftsminister S p i n a s s e antwortete. Er er­klärte, die Aussprache von heute abend beweist, daß Sie ebenso wie wir die Wirksamkeit Der in­ternationalen Zusammenarbeit aner­kennen, nicht nur in technischer Hinsicht, sondern auf allen Gebieten der Betätigung. Unter Hinweis auf Bemerkungen Dr. Schachts über die Schwierig­keiten, auf die Deutschland bei der Ausfuhr seiner Fertigwaren stoße, um die Mittel zum Kauf not­wendiger Rohstoffe für die Industrie zu erlangen, meinte der französische Wirtschaftsminister, dies seien Schwierigkeiten, die alle Völker in verschie­denem Grade kennten. Während die Erzeugung m den großen Industrieländern steige, stelle man fest, daß die Ausfuhrmenge nicht im gleichen Maße wachse.Dieses Zurückbleiben der Warenbewegung hinter der industriellen Bewegung", so fuhr Spi- nasse fort,geht zweifelsohne auf die Maßnahmen zurück, die ein selbständiger instinktiver Reflex in allen Ländern zur Zeit des Höhepunktes der Krise hervorrief, ferner auf die Befürchtung, die eine u n- ^ewisse Zukunft jedem einflöht, und auf jene Lebensnotwendigkeiten, auf die Sie angespielt haben. Aber dieses Zurückbleiben ist auch auf die Form zurückzuführen, die die Welt unter der Aus­wirkung des Fortschrittes der Wissen­schaften und der wirtschaftlichen Umwandlungen genommen hat. Unsere kapitalistische und industrielle Zivilisation hat sich zuerst in der U n e r m e ß l l ch - k e i t der ihn offenstehenden Landstriche entfaltet. Heute trifft sie überall auf Wettbewerber, denen unsere Fachkenntnisse den Arm erst gerichtet haben. Unser altes Europa muß sich also auf die Ausfuhr von E i g e n e r z e u g n i s s e n be­schränken, weil sie am besten seinem Klima, seinem

N e u y o r k, 28. Mai. (DNB. Funkfpruch.) Am Donnerstagabend hielt der deutsche Botschaften Dr. Dieckhosf auf einem von über 300 amerika­nischen Wirtschaftsoertretern und Neuyorker Finanz­männern besuchten Empfang der deutfch- amerikanischen Handelskammer seine erste öffentliche Rede nach der Amtsübernahme. Nachdem Dr. Dieckhosf der Hoffnung Ausdruck ver­liehen hatte, daß das amerikanische Volk feinen wirtschaftlichen Aufstieg fortsetze, da dies der Wirt- chaft der ganzen Welt zugute kommen würde, schil­derte er den wirtschaftlichen 21 ufflieg D e^u t s ch l a n d s. Er ging dabei von dem fast beispiellosen moralischen und physiologischen Auf- chwung während der letzten vier Jahre aus.Das deutsche Volk arbeitet wieder und ist zufrieden; es hat Lebensfreude sowie berechtigten nationalen Stolz wieder gefunden und bringt der Zukunft Vertrauen entgegen. Wenn jeder Ame­rikaner in die strahlenden Augen unserer sauberen, portlichen, gesunden Jugend, und zwar der Jugend aller Schichten des Volkes schauen könnte, wenn er die anständigen, ruhigen Gesichter unserer Arbeits­dienstmänner, Soldaten und Seeleute, den Bauern hinter dem Pflug, den intelligenten Arbeiter in den Fabriken, den regen Kaufmann im Kontor, die ganze Bevölkerung in ihrem geordneten, reibungs­losen, durch keinen Klassenhatz und keinen Streik gestörten Zusammenleben, in ihrer fleißigen Arbeit und in ihrer fröhlichen Lebensfreude beobachten könnte, so würde er sich von falschen und schiefen Darstellungen des heutigen Deutsch­lands ab wend en. Wenn er überdies sehen könnte, wie begeistert alle dem Führer zujubeln, würde er klar erkennen, wie falsch es ist, von .Diktatur^ und ähnlichem zu reden. Unsere Regie­rung wird getragen von dem Willen des ganzen Volkes in einer Weise, wie es nicht überall der Fall ist. Wir sind stolz, daß der Führer dem Volk entstammt, daß er als einfacher Arbeiter gearbeitet, als einfacher Soldat gekämpft hat. Ge­rade deshalb trägt ihn die Liebe des ganzen Volkes.

Anhand nüchterner Zahlen schilderte Dr. Dieckhosf alsdann Deutschlands Wirtschaftslage. Er erwähnte den gewaltigen Rückgang der Arbeitslosig­keit, die Produktionssteigerung, sowie die an­nähernde Verdoppelung des Steueraufkommens. Da die in letzter Zeit gleichfalls beträchtlich gestie­gene Ausfuhr nicht ausreiche, um den durch die 'Wirtschaftsbelebung gesteigerten Rohstoffbedarf Deutschlands sicherzustellen, habe der V i er­sah r e s p l a n aufgestellt werden müssen. Bot­schafter Dieckhosf bedauerte, daß die deutsche Ausfuhr nach den Vereinigten Staa­ten sich noch nicht so habe entwickeln können, wie es dem Wirtschaftsaufschwung in beiden Ländern entspräche. Die Einfuhr aus den Vereinigten

Wie wenigwelthandelsfeindlich" (ein beliebtes Schlagwort des Auslandes) Deutschland eingestellt ist, das beweist auss Neue der in diesen Tagen ge­faßte Beschluß der Reichsregierung, 10 v. H. Der deutschen Z e l l w o l l e r z e u g u n g für Die Ausfuhr freizugeben. Diese junge Industrie, Die seit der Verkündung des zweiten Dierjahresplanes mit besonderem Nachdruck aufgebaut worden ist, hat damit auch im Ausland ihre Leistungsfähigkeit und ihrQualitätsftreben unter Beweis gestellt. Längst wußten eingeweihte Kreise in Deutschland, daß es sich bei der Zellwolle um ein hochwertiges synthetisches Erzeugnis handelt. Trotzdem hat es auch bei uns an Kleinmütigen nicht gefehlt, Die sich noch immer das Vorurteil zu eigen machen, Die Zellwolle fei nur ein Kind Der Not und sei als solches in der Reihe der übrigen natürlichen Roh­stoffe so etwas wie ein Stiefkind. Auch diesem Vor­urteil ist mit der neuen Bestimmung der Exportzu­lassung für Zellwolle der Garaus gemacht. Wenn unsere Zellwolle selbst im Ausland, wo sie jederzeit mit den natürlichen Rohstoffen in Wettbewerb steht, Furore macht, wenn sie von den Staaten, die zur Genüge natürliche Rohstoffe erzeugen oder lMPvr- tieren dank ihres Kolonialbesitzes, bezogen wird, so ist Das wohl Der beste Beweis für Die ungeahnten Möglichkeiten, Die sie Der Textilwirtschaft m aller Welt erschließt. Wenn DeutschlanD sich im Falle Zellwolle als Lieferant mieDerum auf einem ganz neuen Gebiet in Den WelthanDel einschaltet, so ge­winnt es umgekehrt Damit Die Möglichkeit, sich m der Einfuhr in Zukunft freier bewegen zu tonnen. Das Entwicklungstempo der modernen Rohstoffer­zeugung beweist deutlich, daß wir mitten Drin in dem chemisch-technischen Jahrhundert sinD, Das eine minDestens ebenso umstürzlerische Rolle im Wirt schaftsleben aller Völker spielen wirD wie es Das 19. JahrhunDert als Das stählerne einst tat.

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Auf Der GrunDlage einer gesunDen »innenmirb schäft vollzieht sich heute.der AußenhanDel, Der in unserer Schissahrt seine stärkste Stutze besitzt. Nicht immer war Das so. 2H5 oor nun 90 ^Wen Die Hamburg - Amerika - Paketfahrt - Aktien-Gesellschaft (Die Hapag) gegründet wurde trat sie als reine Hamburger ßoEalgrun- dung ins Leben und schickte ihre ersten Segler un­ter Hamburgischer Flagge in die Welt Der große Aufstieg dieses Unternehmens fiel in die Zeit der ReichsgrünDung, als Das ganze bßU%r.^rt5i5le. biet in seinen Seehäfen die Tore 5"r Wel erblicken durfte. Nun begann der Ausbau der Linien de Schiffsverkehrs in alle Welt ^ß^n die Ziffern der Passagiere neben denen der Gütermengen. So konnte zu Beginn des Jahrhunderts die deutsche

Handelsschiffahrt eine führende Bedeutung auf allen Gebieten erringen. Der Krieg hat diesem unD Den gleichgearteten Unternehmungen Die schwersten Wun­den geschlagen, daher aber wird der Wiederaufbau der deutschen Schiffahrt zu den größten wirtschaft­lichen Leistungen nach den Kriegsjahren gehören. Die Zeit Der Weltwirtschaftskrise hat noch einmal schwere Situationen für Die Hapag gebracht, aber Das Aufbauwerk Der nationalsozialistischen Führung hat auch hier Die Lösung geschaffen. Inmitten einer nicht immer freunDlich gesinnten auslanDischen Welt tragen 110 Seeschiffe unD 147 Hilfsfahrzeuge Der Hapag stolz Die Flagge Des neuen Reiches über die Meere unD sind Die Träger deutscher Arbeit so­wohl wie auch Die Boten zu anderen Volkern.

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Bei Der Eröffnung Der Weltausstel­lung in Paris hat Dr. Schacht erklärt, es-sei noch nicht DurchgreifenDes geschehen, um Die Welt von Dem Druck untragbarer SchulDverpflichtungen, von Dem Prokrustesbett Der Clearingoertrage, von Dem Unsicherheitsfaktor labiler Währungen unD von Der Ungleichheit Der Rohstoffversorgungen zu be­freien. Dr. Schacht hat kategorisch Die Fabel, wir suchten eine neue AuslanDsanleche, abgelehnt. Im Gegenteil ist er stets gegen neue V er f ch u l - Düngen Dem Ausland gegenüber gewesen. Aber er befürwortet eine Zinssenkung für Die noch bestehenDen alten SchulDforDerungen Des Auslan­des an uns, Die vor Der Machtübernahme Durch Den Nationalsozialismus beftanDen Das ift wohl für jeDermann in Der Welt verstänDlich, Denn wir müs­sen heute noch Durchschnittlich dafür 7 v. H. Zin­sen zahlen, währenD in EnglcmD durchschnittlich Die Anleihen sich mit 2 v. H. unD in DeutschlanD selbst mit 4,50 v. H. verzinsen, wobei Diese DeriZinsung als Durchaus günstig angesehen wirD. Wir smD mit Frankreich überein gekommen, Die bestehenDen Bestimmungen Des Deutsch-französischen Derrech- nungsabkommens aufzulockern, Dadurch wird un­zweifelhaft Der HanDelsverkehr Mischen Den beiDen ßänDern von übermäßig bürokratischen Vorschriften befreit. Wenn Dr. Schacht sagte Der deutsch-sran- zosische HanDel müsse wieDer auf seine alte Hohe aebraüt roerDen, so liegt Das vor allem auch im Interesse Des französischen Ausfuhrkaufmanns der unter den bestehenden bürokratischen Weitläufigkei­ten ganz besonders zu leiden hatte. Wir hatten im Jahre 1929 eine Ausfuhr nach Frankreich von 934,6 Millionen Mark, eine Einfuhr von dort von 641,9 Millionen Mark, im Jahre 1930 verbesserte sich unser Saldo auf 629,9 Millionen Mark, da einer deutschen Ausfuhr von 1148,6 nur eine Ein­fuhr von 518,7 Millionen Mark gegenüberstand.

Die Ziffern sind immer weiter zurückgegangen, zu­mal das System, das wir in den Verrechnungs­abkommen mit Belgien und England angewandt haben, in Kreisen des französischen Ministeriums keine Gegenliebe fand. So kam es, daß wir im Vorjahre nach Frankreich nur für 254,5 Millionen Mark ausführten, gegen 98,9 Mil­lionen Mark Einfuhr. Die Verbesserungen sind also notwendig und es ist erfreulich, daß auf beiden Seiten die Lockerung der Handelshemmmsse jetzt befürwortet wird, um die alte Höhe des Wirt­schaftsaustausches nach und nach wieder zu er­reichen. *

Das Bestreben um die Erfüllung der den deutschen Bauern im Rahmen des Vierjahresplanes ge­stellten Aufgaben zieht sich wie ein roter Faden durch die am 30. Mai beginnende Reichsnähr- .st a n d s - A u s st e l l u n g in München. Ueberall stößt man auf diese Fragen und auf Versuche und Bemühungen um ihre Lösung, sei es nun auf dem Gebiete der Viehzucht oder des Acker- und Pflan­zenbaues, auf den Teilgebieten der Düngung, des Bauwesens, der Maschinenverwendung und vielen anderen mehr. Hierbei gewinnt die Maschinen- anwendung eine besondere Bedeutung nicht zu­letzt für den bäuerlichen Kleinbetrieb. Heute stehen wir in bezug auf Facharbeiter Landarbeiter einbegriffen einem empfindlichen Mangel an Arbeitskräften gegenüber. So sehr jeder Bauer und Landwirt heute angesichts dieses Man­gels einerseits und der steigenden Anforderungen in Ertragssteigerung anderseits geneigt sein wird, Maschinen zur Bewältigung der Mehrarbeit anzu- roenDen, so muß er doch sorgfältig prüfen, denn Die JnDustrie ist eben Durch Den erwähnten Facharbei­termangel unD zum Teil auch aus Gründen Der Rohstoffversorgung bekanntlich werben ja auch für manche LanDmaschinen bis zu gewissem GroDe ausländische Rohstoffe benötigt an einer belie­bigen AusDehnung Der ProDuktion verhindert. Auch aus volkswirtschaftlichen GrünDen erscheint es nicht am Platze, sich auf einen Höchstbedarf in der Pro­duktion von Landmaschnen einzustellen, zumal Diese stoßweise Nachfrage auch später wieder nachlassen dürfte. Um hier zwischen den Erfordernissen der in­dustriellen Erzeugung, der Fabrikation und Den BeDürfnissen Der LanDwirtschaft einen Ausgleich herbeizuführen, erscheint Der Weg Der gemein­schaftlichen Maschinennutzung eine aus­gezeichnete Lösung. Diese Organisation Der Maschi­nennutzung setzt Den LanDmaschinenbeDarf auf ein volkswirtschaftlich vernünftiges Maß herab unD er­möglicht-in kürzester Zeit Den höchsten Nutzeffekt Der vorhanDenen Maschinen. Umgekehrt wird eine

solche gemeinsame Nutzung Der LanDmaschinen Fehlleitungen von Kapital auf feiten Der JnDustrie sowohl als Der Landwirtschaft verhinDern. Die Jn­Dustrie wirD vor einer übermäßigen Expansion, Die vielleicht nur auf kurze Zeit Durchgehalten roerDen konnte, bewahrt. Die landwirtschaftlichen Betriebe Dagegen, insbesonDere Die bäuerlichen unD klein­bäuerlichen können sich Durch gemeinsame Maschi­nennutzung vor einer Uebermechanisierung, wie wir sie in Den Nachinflationsjahren erlebt haben, schützen. Die ve-heerenben Folgen, Die seinerzeit Durch Die Uebermechanisierung ausgelöst wurden, sinD noch heute überall in frischer Erinnerung. Aus Den ge­nannten Gründen wird es auch verstänDlich, daß die Zuschüsse zur Anschaffung von LanDmaschinen vorzugsweise für solche Fälle gegeben roerDen, in Denen Die Maschinen gemeinsam von mehreren Bauern unD Landwirten benutzt werden.

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Trotz Der gewaltigen Leistungen auf dem Gebiete des Wohnungsbaues in Den letzten Jahren ist es unmöglich, Den erhöhten WohnungsbeDarf in DeutschlanD von heute auf morgen voll zu befrie- Digen, Der nicht zuletzt auch Durch Die JnDustriever- lagerung beDingt ift. Einen neuen Vorschlag hat in Diesen Tagen Der PrasiDent des Zentralver- banDesdeutscher Haus-unD GrunDbe- sitzervereine, Tribius, gemacht. Er geht von Dem GeDanken aus, Daß eine ganze Reihe Volks­genossen, namentlich Pensionäre und Rentenempfän­ger usw. an ihren bisheren Wohnsitz nicht gebunDen ift. Er schlägt nun vor, daß in Den Orten, in Denen werktätige Volksgenossen Durch ihren Beruf ge­zwungen sind, in Der Nähe ihres Arbeitsplatzes zu wohnen und in Denen gleichzeitia ein entsprechen- Der Wohnungsmangel für Diese Arbeiter unD An­gestellten besteht. Die Pensionäre oDer Rentenemp­fänger ihren bisherigen Wohnort zugunsten Der

wohnungsuchenDen werktätigen Bevölkerung auf­geben unD in einen. anDeren Ort ziehen. Tribius verspricht sich von Diesem Vorschlag um so mehr Erfolg, als auf diese Weise zahlreiche umziehende Pensionäre nicht nur einen landschaftlich schöneren Ort zum Aufenthalt für ihren Lebensabend wählen könnten, sondern in kleineren Orten auch die Lebens­haltung oft bedeutend billiger als in großen Jndu- ftrieorten ist, so daß die kleine Rente künftig besser reichen würde. Zunächst erheben der Zentralverband und die interessierten Gemeinden genaue Statistiken über die Möglichkeiten, Die Dieser Plan für Die Praxis erschließt. Allen Aengstlichen übrigens zum Trost: Eine solche Umzugsaktion soll bestimmt nicht zwangs­weise betrieben werben.