Aas italienisch-jugoslawische Vertragswert unterzeichnet
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Jesu, die im Frühlicht des Ostermorgens sich wieder zusan'.menfanden, waren eine kleine, stille Schar, aber weil sie reinen Herzens das Gottesland ihres Meisters suchten, nicht glückshungrige Egoisten, sondern Kämpfer um ein gottdurchglutetes Leben, haben sie die Welt erobert, daß diese Welt noch heute, mag sie's noch so oft vergessen oder bestreiten, vom Atemzug des Gekreuzigten und Auferstandenen durchweht ist und ihr eigentliches Leben doch von seinen leuchtenden Gedanken hat.
Ostern — es' liegt so viel Wonne und Schönheit in diesem Wort, es zaubert so viele Erinnerungen heraus an sonnenfrohe Tage, möchten in seinem Glanz viel Menschen im deutschen Land einander grüßen, die seine Botschaft in beglückendem Herzen tragen, um von ihr beseelt und durchglüht ihr Werk zu tun für deutsches Land und Volk.
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„Sicherheitsring" um Deutschland mit einbezoac werden sollte. Dazu mußte sein Verhältnis zu Ji goslawien gebessert werden. Man weiß, welche Mühe sich Frankreich darum gab und mit welcher Vor-
©ofia, 26. März. (DNB.) Das Abkommen zwischen Jugoslawien und Italien ist in Bulgarien m i t freudiger Zustimmung ausgenommen worden. Die politischen Kreise sehen in den Abmachungen einen neuen Beweis dafür, daß eine
London, 26. März. (DNB.) Das Hofmarschallamt hat jetzt bekanntgegeben, welche Persönlichkeiten die wichtigsten Königsinsignien tragen werden. Der Stab St. Eduards, das Zeichen der geistlichen Gewalt, wird danach von Lord Halifax, das Szepter mit dem Kreuz vom Herzog von Somerset, die goldenen Sporen von Lord H a st i n g s und Lord Cho fton, das zweite Schwert von Lord M i l n e, das dritte Schwert von Lord Trenchard, das Schwertgehänge vom Grafen von Cork und Orrery, das
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Dienst des Quai d'Orsay einzufangen und einen Kontinent nach den Befehlen des französischen Ge-
Eine neue Aera an der Adria.
Oie italienische presse zum Belgrader Abkommen.
Vorbereitungen zur Krönungske'er in London
ihren jetzigen Handelsaustausch zu verstärken und zu erweitern und die Voraussetzungen für eine umfassendere wirtschaftliche Zusammenarbeit zu prüfen. Zu diesem Zweck werden in kürzester Zeit Sonderabkommen abgeschlossen.
Ein zwischen Dr. Stojadinowitsch und Graf Ciano unterfertigtes Wirtschaftsabkommen trägt den Charakter eines Zusatzabkommens zu den bestehenden jugoslawisch-italienischen Handelsabmachungen. Es bestimmt: Italien billigt Jugoslawien Zusatzkontingente außerhalb der schon in den Handelsabmachungen vorgesehenen Kontingente zu. Die Zusatzkontingente werden nachträglich festgelegt. Beide Dertragsteile verpflichten sich,
e r k s a m k e i t zugewandt werden.
Vefriedigung in Bulgarien
Laufenden gehalten worden seien. Die Protokolle von Rom und die Achse Rom-Berlin, die sich als fest verankerte politische Instrumente erwiesen hätten, fänden durch das neue italienisch-jugoslawische Abkommen eine außerordentlich nütz-
Frankreich und Sowjetrußland und durch die stille Begünstigung, die Frankreich der Idee einer Wiederherstellung der Habsburger zuteil werden läßt. Jugoslawien hat die Bolschewistenregierung im Kreml bis heute nicht anerkannt und schreckt vor jeder Verpflichtung zurück, die es in die Lage bringen könnte, Seite an Seite mit Franzosen und Bolschewisten zu marschieren, und die Rückkehr der Habsburger ist ein Gegenstand der Sorge auch wegen der Kroaten, denen man Sympathien nach dieser Richtung hin zutraut.
Eine neue Aera des Vertrauens.
Italienisches Entgegenkommen gegenüber der slowenischen Minderheit.
B e l g r a d , 25. März. (DNB.) Auf einem Presseempfang führte Graf Ciano u. a. aus: Ich bin überzeugt, daß dies Abkommen von den günsttg- sten Auswirkungen auf die G r e n z b e v ö l k e - rung der beiden Staaten sein wird. Ich habe den Ministerpräsidenten Dr. Stojadinowitsch von den entgegenkommenden Anweisungen in Kenntnis gesetzt, die den italienischen Behörden hinsichttich des Unterrichtes und des Gebrauchs der serbo-kroatisch-slowenischen Sprache sowie hinsichtlich des Gottesdienstes in dieser Sprache gegeben wurden. Graf Ciano verlas darauf ein Telegramm Mussolinis, in dem dieser mitteilt, daß die letzten 28 politischen Häftlinge slowenischer Nationalität frei- gelassen wurden, so daß sich keine Angehörigen der jugoslawischen Minderheit in Italien mehr in polittscher Haft befinden.
Die faschistische Regierung ist tief davon überzeugt, daß es für Sicherstellung einer langen Friedens periode für Europa, die dieses absolut nötig hat, vor allem unumgänglich ist, daß sich die Staaten, die gemeinsame Grenzen haben, untereinander verständigen, Beziehungen gegenseitigen Vertrauens und der Sicherheit Herstellen, alle Konfliktursachen be- seittgen und die tatsächlichen Vorbedingungen des Vertrauens und der Zusammenarbeit schaffen. Die faschistische Regierung ist überzeugt, daß die Entwicklung guter und herzlicher Beziehungen zwischen Jugoslawien und Italien für ganz Europa von Nutzen sein wird. Wir wünschen, daß unsere Abkommen auch auf andere Völker als Beispiel des guten Willens und des gegenseitigen Verständnisses sowie der Solidarität einwirken, die es Jugoslawien und Italien möglich gemacht haben, sich zu verständigen.
Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch betonte bann, daß der Vertrag gegen niemanden gerichtet ist. Er ist ein Instrument des Friedens zwischen Nachbarn und der friedlichen Zusammenarbeit zwischen zwei befreundeten Völkern. Er eröffnet neue Perspektiven, ohne dabei an unsere alten traditionellen Freundschaften ober an unsere internationalen Verpflichtungen zu rühren. Er solle jedes gegenseitige Mißtrauen beseitigen, das bisher leider von Zeit zu Zeit sowohl in Jugoslawien als auch in Italien auf- tauchte. Mit Rücksicht auf die Bedeutung der gegenseitigen Handelsbeziehungen mußte dem wirtschaftlichen Moment besondere Auf-
Berlin, 25. erüehungsminisl lassen die fünft wesens vordere
anderen Seite die Grundlagen einer wahren internatonalen Eintracht schafft, die ein annehmbares Zusammenleben der Volker gewährleistet.
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liche Ergänzung.
Der „T e v e r e" polemisiert bereits scharf gegen ;d)o, baß bie Belgraber Zusammenkunft in französischen Presse ausgelöst hat. Die französischen Illusionen, halb Europa in ben
behalte angenommen und zeige dadurch in konkreter Weise, daß es gewillt ist, den Frieden zu Derlei* digen, zu organisieren und zu fördern. Der „M es- l a g g e r o" nennt bie italienisch-jugoslawische Adria- Derstänblgung einen unschätzbaren Beitrag für ben europäischen Frieden, der bestimmt wichtige Entwicklungen in der Einflußzone der beiden Länder mit sich bringen werde. Das ausgesprochene kriegs- tüchtige und bäuerliche Volk Jugoslawiens wolle um jeden Preis dem verhängnisvollen b o l s ch e w i sti-
Rom, 26. März. (DNB.) „G i o r n a l e d ' I t a- lia" unterzieht das italienisch-jugoslawische Abkommen einer ausführlichen Würdigung. Man könne von einem Adria-Pakt sprechen, der zum Teil dem italienisch-englischen gentlemens agreement für bas Mittelmeer entspreche, aber mit Bezug auf ben Inhalt viel beftimmter sei. Dieses politische Abkommen sei ohne jede Bezugnahme auf den Völkerbund abgeschlossen worden, stehe also außerhalb des Völkerbundes, obwohl es mit seinem ausgesprochenen Geist des Friedens jene Grundsätze verwirklichen, die in Genf so oft mißverstanden wurden. Die beratende Verpflichtung im Falle internationaler Wirren sei der Beginn einer gemeinsamen politischen Front, so daß die Beziehungen beider Länder nicht mehr den Wechselfällen des politischen Krieges ausgesetzt seien. Die Belgrader Verträge würden auch die Stellung ber Nachbarstaaten bes Donau- raumes und des Balkans festigen. Das gelte vor allem für Albanien, das eine Verstärkung seiner Sicherheit und eine internationale Bekräftigung feiner politischen Unabhängigkeit feststellen könne. Die italienisch-jugoslawische Verständigung stelle eine natürliche Ergänzung der vorausgegangenen jugoslawisch-bulgarischen Verständigung bar, beren Zu- standekommen Italien seinerzeit geförbert habe, während ber Gebankenaustausch zwischen Rom und Ankara seinen Fortgang nehme.
Der „Popolo di Roma" schreibt, Italien beweise ber ganzen Welt, daß es aufrichtig unb entschlossen bie Auswirkungen der Achse Rom-Berlin zu verbreitern gewillt sei. Mussolini habe bereits erklärt, baß biefe Achse keine Scheidewand sei, fonbern alle diejenigen Völker anziehen und sammeln solle, die ben aufrichtigen Willen besitzen, am europäischen Friebenswerk mitzuarbeiten und Europa von ber bolschewistischen Pest zu befreien. Jugoslawien habe bas Anerbieten Roms ohne Vor-
dieGleichheitberBehanblung auch außer, halb ber normalen Meistbegünstigungsklausel sich zuzugestehen, so baß es keinerlei unterschiedliche Be« hanblung zum Schaben bes einen ober bes anbereit Staates im Verhältnis zu irgend einem dritten Staat geben darf. Weiter verpflichten sie sich, einen Wirtschaftsausschuß zu bilden, der die Kon, trolle über die Anwendung der Bestimmungen durchführen und für eine Erweiteruna der Wut, schaftsbeziehungen sorgen soll. Dieses Zusatzabkom« men schafft nur die vorläufigen Grundlagen für eine breite wirtschaftliche Zusammen, arbeit, die die Form eines regionalen Abkommens erhalten kann.
Heuer Mud au der Adria.
Von Dr. Paul Rohrbach.
Der Aufsatz, der vor Abschluß des Belgrader Abkommens geschrieben wurde, skizziert die Vorgeschichte des Vertragswerts und seine politischen Perspektiven.
Graf C i a n o s Besuch in Belgrad fordert dazu auf, sich das Verhältnis zwifchen Italien und Jugoslawien seit der Gründung des jugoslawischen Staats zu vergegenwärtigen. Nachdem Tunis, auf dessen Besitz die Italiener vergebens gehofft hatten, von Frankreich annektiert war, und nachdem die afrikanischen Kolonialpläne durch die unglückliche Schlacht bei Adua ein vorläufiges Ende genommen hatten, wandte die italienische Politik ihr Gesicht dem jenseitigen, östlichen Ufer bes Abriatischen Meeres zu. Der Zustand bauernber Spannung mit Oesterreich-Ungarn hatte seinen Grunb nicht nur in ber „Unerlöstheit" von Triest unb Trient, fonbern auch in ber Konkurrenz ber Interessen auf der Balkanhalbinsel. Da die übrige Welt versperrt schien, würbe bie Abria als bas „mare nostro“ proklamiert. Auch bie Heirat Viktor Emanuels III. mit einer montenegrinischen Prinzessin war ein Stück italienischer Balkanpolitik.
Im Weltkrieg bedang sich Italien als einen Teil der alliierten Gegenleistung für seine Parteinahme gegem Deutschland den Besitz von Dalmatien aus, aber während der Friedensverhandlungen in Versailles war es nicht imstande, den ihm zugesagten Anspruch durchzusetzen. Frankreich, besten Politik schon seit Napoleon III. darauf gerichtet war, Italien nicht stark werben zu lassen, wünschte das neu errichtete Königreich ber Serben, Kroaten und Slowenen, bas jetzige Jugoslawien, so stark wie möglich zu machen, um bann Italien durch ein festes französisch-jugoslawisches Bündnis von Westen und Osten her in der Zange zu halten. Daher mußte Dalmatien jugoslawisch werden, unb die Italiener hatten sich brüben auf bem Festland mit ber winzigen Enklave von Zara unb nahe bem jenseitigen Adriauser mit dem Inselchen Lagosta zu begnügen. Ihr Gegenzug war, daß sie Albanien in ein politisch-finanzielles Abhängigkeitsverhältnis brachten und zwei andere Nachbarn Jugoslawiens, Bulgarien und besonders Ungarn, möglichst nahe an sich heranzuziehen suchten.
Mit der Zeit entwickelte sich aber der Spannungs- Rustand zwifchen Italien und Jugoslawien zu einer Unbequemlichkeit für Frankreich, befonberns, nachdem Deutschland unter ber Führung Abolf Hitlers erstarkte unb Italien nun in bem französischen
Belgrad, 25. März. (DNB.) Zwischen bem jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr. Stoja- ) inowi 1 sch unb bem italienischen Außenminister Graf Ciano würbe in Belgrad ein Abkommen unterfertigt, das den Titel „Politischer Vertrag" trägt. In der Einleitung heißt es, die Vertragschließenden seien der Ansicht, daß es im Interesse ihrer Staaten sowie des allgemeinen Friedens ei, wenn sie unter sich die Beziehungen einer aufrichtigen und dauernden Freundschaft befestigen. Sie feien von dem Wunsche geleitet, die- er Freundschaft eine neue Grundlage zu geben unb eine neue Aera in ben politischen unb wirtschaftlichen Beziehungen zwischen ben beiben Staaten einzuleiten. Auch seien sie bavon überzeugt, baß bie Erhaltung unb die Konsolidierung eines dauerhaften Friedens zwischen ihren Staaten auch eine wichtige Vorbedingung für ben Frieben Europas ist Daher hätten sie be- chlossen, ein Abkommen abzuschließen.
Artikel 1: Die hohen Verlragsteile verpflichten ich, ihre gemeinsamen Grenzen sowie auch die Seegrenzen ber beiden Staaten an der Adria zu achten. Für den Fall, daß einer von ihnen Gegenstand eines nichtprovosterten Angriffes eilens einer oder mehrerer Mächte wird, verpflichtet sich ber andere Teil, sich jeder Aktion zu enthalten, die dem Angreifer von Nutzen sein könnte.
Artikel 2: Die Vertragschließenden verpflichten sich, im Falle internationaler Komplikationen und wenn sie darin übereinstimmen, daß ihre gemeinsamen Interessen bedroht sind oder daß sie bedroht werden könnten, sich über die Maßnahmen ins Einvernehmen zu sehen, die sie unternehmen werden, um diese Interessen zu wahren.
Nach Artikel 3 bestätigen beide Vertragstelle erneut ihren Willen, in ihren gegenseitigen Beziehungen n i ch t z u m Krieg als Instrument ihrer nationalen Politik Zuflucht zu nehmen und alle Streitigkeiten sowie Konflikte, die zwischen ihnen entstehen konnten, durch friedliche Mittel zu regeln.
In Artikel 4 verpflichten sich die Vertragsteile, auf ihren Gebieten keinerlei Tätigkeit zu dulden, noch irgendwie zu unlerslühen, die gegen die territoriale Unverletzlichkeit ober gegen die bestehende Ordnung des anderen Vertragsteiles gerichtet ober die solcher Natur wäre, daß sie den freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten schaden würde.
Artikel 5 besagt: Um ihren bestehenden Handelsbeziehungen einen neuen Aufschwung zu geben, der den freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten entspricht, kommen beide Teile überein,
sicht Mussolini diese französischen Wünsche behandelte.
Durch die unerwartete unb glänzende Wendung Italiens zu einer imperialen Politik in Afrika hat nun das ungleich kleine ostadriatifche Objekt feine Bedeutung verloren. Gegenüber dem afrikanischen Imperium sind Dalmatien und das „mare nostro“ relativ bedeutungslos geworden. Dagegen tritt eine andere Rücksicht in den Vordergrund. Es ist noch nicht lange her, daß Eduard VIII von England auf feiner großen Orientfahrt zweimal Jugoslawien besuchte, mit den maßgebenden Männern dort nahe Beratungen pflog und der Belgrader Regierung englische Kredite für eine Aufbesserung ihres Rüstungsstandes verschaffte. Jugoslawien sollte ein Glied ber politischen Gruppierung werden, die England in den Ost-Mittelmeerländern aufzubauen suchte, um damit einen Gegenzug gegen den gefährlichen Machtzuwachs Italiens zu tun. Man las damals in der englischen Presse Andeutungen der Art, die Adria sei ein schmales Gewässer und könne ebenso gut von Ost nach West überflogen werden, wie umgekehrt!
Wenn jetzt Graf Ciano nach Belgrad fährt, so ist es selbstverständlich, daß die entscheidenden A b - reden mit Rom schon getroffen sind, und daß ihrer Unterzeichnung nur noch eine besonders eindrucksvolle Form gegeben werden soll. Jugoslawien hat durch seine Teilnahme an den Sanktionen, die der Völkerbund während des abessinischen Krieges über Italien verhängte, starke wirt chaftliche Verluste erlitten. Vor allen Dingen muß es seine Holz- und Viehausfuhr nach Italien wiederherstellen. Das ist aber nicht die Hauptrücksicht. In Belgrad wie in Rom zielt man auf mehr, nämlich auf einen G a - rantieoertrag, der die endgültige gegenseitige Anerkennung der bestehenden Grenzverhältnisse bringen soll. Darüber hinaus richten sich die Belgrader Wünsche dahin, es möge speziell U n = garn keine weitere italienische Ermutigung für feinen Revisionismus erhalten, es möge den Kroaten das Gefühl genommen werden, als ob bie von ihnen gewünschte verfassungsrechtliche Aenberung ihrer Stellung im jugoslawischen Staat von Italien begünstigt werde, und es möge schließlich noch eine Milderung in der scharfen Jtaliani- sierungspolitik gegenüber den dreihunderttausend Slowenen auf italienischem Gebiet eintreten.
Das entscheidende Moment ist die Garantie bes territorialen Besitzstands. Sie würde die Liquidierung ber Jahrzehnte hindurch verfolgten Adria-Politik Italiens bedeuten und den dauernden Druck aufheben, unter dem Jugoslawien bisher gegenüber feinem westlichen Nachbar gelebt hat. Italien kann dies Zugeständnis leicht machen, nachdem es sich ungleich größere überseeisch imperiale Ziele gesetzt hat. Mißvergnügen wird allerdings in Paris herrschen, wo man Jugoslawien als Stein in einem etwa gegen Italien gerichteten Spiel verlieren würde.
Das Verhältnis zwischen Belgrad und Paris war innerlich schon gelockert durch das Bündnis zwischen
Politik betreibe.
Der „Excelsior" stellt fest, daß Frankreich sich zu dieser Entspannung nur beglückwünschen könne. Obgleich das Abkommen sehr viel weiter gehe, als man ursprünglich angenommen habe, glaube man nicht, daß es in Frankreich ober in England zu irgendwelchen Einwänden Anlaß geben könnte. Die Tatsache, daß die Unterzeichnung bie« -ses Abkommens nur wenige Tage vor ber Zusammenkunft ber Kleinen Entente in Belgrad ftattgefunben habe, beweise ferner, daß es die Solidarität der Kleinen Entente nicht beeinträchtige. — Das Regierungsorgan „Le Popu 1 aire" springt eigentümlicherweise aus ber Rühe unb sieht in bem Abkommen lediglich eine ^rtsetzung ber italienischen Politik, die herauf hinausgehe, bie regionalen Pakte zu sprengen unb den Mechanismus bes gegenseitigen Beistandes zu zerstören. Die Ziele Mussolinis seien gana klar, und seine Politik sei sehr zu* sammenfassend.
Die Stellung derKleinenMenle.
Nach Tatarescus Besuch in Prag.
Prag, 25. März. (DNB.) Das über den Besuch des rumänischen Ministerpräsidenten Tatarescu ausgegebene Kommunique besagt u. a.: Es wurde ein ins einzelne gehendes Abkommen über die finanzielle Seite der tschechoslowakischen Lieferungen für die rumänische Armee abgeschlossen. In den Beratungen wurde ferner fest- gestellt, daß die Entwicklung in den beiden Staaten eine absolute Einheitlichkeit in den Bestrebungen unb Zielen sichert. In gleich herzlicher Weise würdigten bie beiben Vorsitzenden der Regierung die brüderlichen Beziehungen ihrer Länder zu Jugoslawien, mit bem sie in ihren Anschauungen auf allen Gebieten bes internationalen Lebens voll überein stimmen. In den Verhandlungen Jugoslawiens mit Italien sehen sie einen sehr wertvollen Beitrag zur Konsolidierung gerade in jenem Abschnitt, in dem alle Teile der Kleinen Entente eine Konsolidierung aufrichtig gewünscht haben. Die beiden Vorsitzenden ber Regierungen stellten die volle Uebereinftimmung ber Anschauungen fest, die im Rahmen ber Politik der Kleinen Entente eine fruchtbare Zusammenarbeit aller Staaten im Donauraum wünschen. Sie betonten gleichzeitig, baß bie Staaten der Kleinen Entente mit aller Entschiedenheit an ihrem Wiberstande gegen jebroeben Versuch einer Restauration ber Habsburger festhalten.
säßen befreundete Staaten, denen bie neue Lage gewiß nur zugutekommen werde unb bie 7. übrigens mit vollkommener Offenheit! ein
über den Gang ber Verhanblungen auf bem SLüdlie^n-
neralftabes zu mobilisieren, seien nunmehr e h b«; gültig zerstört. Frankreich habe bie Freundschaft der Kleinen Entente durch sein Bündnis mit Sowjetrußland verscherzt, da es die Inte roen« tion Sowjetrußlands in Europa begünstige. Der französische Hegemonieplan und die eng- lischen Kombinationen sind im Begriff, in sich zusammenzubrechen, während man auf ber
wirkliche Friedenssicherung in Europa nur auf dem Wege zweiseitiger Verträge erreicht werden kann, die von gegenseitigem Vertrauen und festem Verständigungswillen getragen sind. „Mir" schreibt, burch bie Beseitigung ber gefährlichen Spannung an ber Adria sei der Frieden gefestigt worden. Stojadinowitsch habe sich wiederum als tüchtiger Diplomat erwiesen, indem er die Außenpolitik seines Landes immer unabhängiger gestalte unb sie bem früheren starken Einfluß gewisser Mächte immer mehr entziehe Auch „Slowo" betont, baß Jugoslawien seinen eigenen Weg ber selbstänbigen Politik unentwegt weitergehe. Italien wie Jugoslawien könnten beide von der angebahnten Verständigung politisch wie wirtschaftlich nur gewinnen.
Freundliches Mo in Ungarn.
Budapest, 26. März. (DNB.) Das italienischjugoslawische Verttagswerk wird mit freudiaer Zustimmung und uneingeschränktem Beifall ausgenommen. Der „P e st e r L l o y d", der in außenpolitischen Fragen die Auffassung des Außenministeriums wiederzugeben pflegt, schreibt die italienisch-jugoslawische Aussöhnung fei ein lehrreiches Beispiel dafür, wie ernste und tief eingewurzelte politische Gegensätze beseitigt werden können, wenn nur der Wille zum Vertrauen und zum gegenseitigen Verständnis vorhanden ist. Ungarn erblicke in ber Aussöhnung zwischen Italien unb Jugoslawien bie Anknüpfung guter Beziehungen zwischen seinem bewährtesten Freunde und jenem ber brei Nachfolgestaaten, zu bem das politische Verhältnis Ungarns bisher am allerwenigsten getrübt war. Sie Freunde unserer Freunde, schreibt das Blatt, könnten nicht Ungarns Feinde sein. Ungarn hoffe, daß die seit einiger Zeit vorhandenen Ansätze zur Entwicklung eines befriedigenden, gutnachbarlichen Verhältnisses zu Jugoslawien durch die Abmachung von Belgrad gefördert würden. Das Regierungsblatt „B u b a p e ft i Hirlap" schreibt, bie Vereinbarung ber beiben Staaten schaffe Frieben an ber Abria unb trage zur Lösung bes europäischen Sicherheitsproblems bei. Italienisch-jugoslawische Be* Ziehungen im Zeichen ber Friedenspolitik würden durch ihre Auswirkungen auch für ganz Europa nützlich sein.
Der Widerhall in Paris.
„Ein neuer Sicherheitsfaktor in Europas,
Paris, 26. März. (DNB.) Abgesehen von ben beiden finfsrabifalen Blättern „Populaire" und „Humanile" begrüßt bie französische Presse bas Zustandekommen bes italienisch-jugoslawischen Abkommens, in dem man einen neuen Sicherheitsfaktor in Europa im allgemeinen unb auf bem Balkan im befonberen erblicken will. Die Pariser Presse unterstreicht insbesondere, daß dieses Abkommen in keiner Weise die französischjugoslawischen Abmachungen ober bie Zusammenarbeit ber Länder der Kleinen Entente behindere und daß im Gegenteil eine seit 18 Jahren bestehende Reibung nunmehr geglättet sei. Der „Petit Parisien" sagt, vor allem Artikel 6, wonach nichts in diesem Abkommen als im Widerspruch zu anderen internationalen Verpflichtungen der beiden Parteien stehend angesehen werden könne, fei für Frankreich von größter Bedeutung. Das neue Abkommen enthalte nichts, was sich zum Schaden für die alten Freunde Jugoslawiens auswirken könne. Es enthalte aber für Jugoslawien selbst wesentliche Vorteile. Auch Italien gewinne sicherlich einen bedeutungs-
gangsbeftimmur I Fchulwesen aus vollen Stützpunkt auf dem Balkan. Der neue Stütz« ^Aus"den^Ueb punkt aber werde von Belgrad kontrolliert. Die! erMen, wie die neue italienisch - jugoslawische Freundschaft könne | g^sehe auf feinen Fall Frankreich irgendwie jtQl(ung j» Dor hinderlich sein. Sie könne sich nur dann nach«! einheitlichen web teilig auswirken, wenn Frankreich eine ungeschickte y
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