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Ostpolitik vornahm. Die klerikale Berichter­stattung des Mittelalters hat diese Abwendung von Rom mit einer haßerfüllten, verzerrten Geschichts­schreibung über Wesen und Werk dieses Mannes quittiert. Das Buch von Dr. Franz Lüdtke gibt nun ein völlig neues Bild der wahrhaft schöp­ferischen Persönlichkeit Kaiser Lothars. In diesem Buche steht er vor uns als kühner Staatslenker, sieggekrönter Kriegsmann, als Verteidiger deutschen Königrechts gegen eine politische Kirche, als Be- kämpfer des jüdischen Papstes, als Neuschöpfer des Reiches und wahrhaft nordischer Mensch. Es ist die­sem verdienstvollen Buch eine möglichst große Ver­breitung zu wünschen.

Oie Fakultät der Wehrtechnik.

Die lange Zeit der deutschen Waffenlosigkeit brachte die Gefahr mit sich, daß die W e h r t e ch - n i k, die einst in Deutschland einen hohen Stand erreicht hatte, zur Bedeutungslosigkeit zurücktrat. Die Wiederherstellung der Wehrwirtschaft hat sich auf diesem Gebiet neue Aufgaben geschaffen, die mit aller Energie verfolgt werden. Ihren wissenschaftlichen Mittelpunkt finden sie in der Wehrtechnischen Fakultät der Techni- s ch e n 5) o ch s ch l u e Berlin. Sie ist die einzige ihrer Art in Deutschland und steht unter der Leitung des General der Arttlleris Prof. Dr. Decker. Alle Fragen, die für die Landesverteidigung von un­mittelbarem Interesse sind, die bisher zum Teil in den einzelnen Fakultäten der Technischen Hochschule behandelt werden, sollen hier zusammenge- faßt werden. Man braucht nur an die großen Gebiete des Nachrichtenwesens, der angewandten Optik, der Ballistik, der Sprengstoffchemie, an den Fahrzeugbau und an den Gasschutz zu erinnern, um einen Begriff von dem Umfang und der Be­deutung dieser Probleme zu gewinnen. Der Neu­bau dieser Wehrtechnischen Fakultät ist nach Plänen von Prof. Dr. Speer, dem General- inspektor für die Bauten zur Neugestaltung Ber­lins, ausgeführt worden und befindet sich im Grüne­wald in der Nähe des Teufelsees. Die Grund­steinlegung, die am Samstag, dem 2 7. November, von 15 bis 16 Uhr stattfindet, wird von allen deutschen Sendern über­tragen.

Kleine politische Nachrichten.

Der Sprecher des japanischen Auswärtigen Am­tes erklärte auf Anfrage, daß Japan in nächster Zeit die Franco-Regierung anerken­nen werde.

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In London traf der Sarg mit den sterblichen Ueberresten des verstorbenen früheren englischen Premierministers Ramsay Macdonald ein. Er wurde in der Westminster Abtei aufge­bahrt, wo am Freitag ein öffentlicher Trauergot­tesdienst stattfindet.

andere Pflanze zu leiden hat, und 2. infolge ihres hohen Wassergehaltes ganz ohne Schwund und Fäul­nis kaum zu lagern ist. Den Verlust auf ein Mini­mum herunterzudrücken, ist jedenfalls erreichbar und wird auch erreicht werden.

Dom Standpunkt einer möglichst gesteigerten Er­zeugung landwirtschaftlicher Produkte aus muß ein verstärkter K a r t o f f e l b a u aus folgenden Gründen gefördert «erden. Das Getreide bringt durchschnittlich 12 bis 15 Doppelzentner Stärkewerte je Hektar, die Kartoffel jedoch 31 dz/ha, also mehr als das Doppelte! Es wäre jedoch verfehlt, den Ge­treidebau deshalb durch den intensiveren Kartoffel­bau zu ersetzen. Getreide, besonders Brotgetreide, hat für die Ernährung eine ebenso große Bedeutung und ist unentbehrlich. Die Ausdehnung der Kartoffel wird nicht auf Kosten des Brotgetreides gehen kön­nen, sondern auf Kosten derjenigen Pflanzen und Flächen, die noch geringere Ertrage bringen. So ist diese Ueberlegung mit ein Grund der Ein­schränkung der Wiesenfläche im Rahmen des Vier­jahresplanes. Er .

Zum Schluß soll noch eine gute Eigenschaft der Kartoffel erwähnt werden, deren Nutzen nicht zah­lenmäßig belegt werden kann. Er ist jedoch von an­erkannter Wichtigkeit. Die Kartoffelpflanze ist in­folge ihres Baues in der Lage, die in der Boden­masse vorhandenen Kräfte und Nährstoffe zu mobili­sieren und der nachfolgenden Frucht in günstigster Form zu überlassen. Dazu kommt noch, daß die vielen Triebe und Blätter den Boden weit­gehend beschatten und der Mikroflora des Bodens zu deren Wachstum die besten Lebensbedingungen schaffen. Die Kartoffel hinterläßt der folgenden Frucht weiterhin einen garen und auch unkrautfreien Boden. Diese Eigenschaften kommen zum Ausdruck in einem höheren Rohertrag des gesamten Betriebes. Das Ziel ist deshalb: Mit der Kartoffel und über die Kartoffel zur Intensivierung der deutschen Land­wirtschaft zum Nutzen der gesamten Volkswirtschaft!

Die Kartoffel in der Volkswirtschaft

Von Oiplomlandwiri 6. Hilb.

Die Kartoffel ist unser Hauptnahrungs­mittel: sie ist auf dem Mittags- und Abendtlsch einfach nicht mehr zu entbehren. Der Kartoffelver­zehr ist innerhalb des Reiches regional wohl ver­schieden: im Osten und Norden werden mehr Kar­toffeln verzehrt als im Süden, wo die Mehlspeisen sich einer größeren Beliebtheit erfreuen. Es mag dies an der traditionell gebundenen Geschmacks­richtung liegen. Fest steht jedoch, daß die Kartoffel ein ebenso nahrhaftes wie auch bekömmliches Nah­rungsmittel ist, das wie kein zweites in mannig­faltigster Form zubereitet aus unseren Tischen sich allgemeiner Beliebtheit erfreut. Es ist wohl bekannt, daß Friedrich der Große sich ausdrücklichst für den Anbau der Kartoffel eingesetzt hat und sie mit zum Teil recht originellen Mitteln eingeführt hat.

Ihr Anbau hat sich fowett verstärkt, daß die Anbaufläche des vorigen Jahres 2,8 Millionen Hektar betrug, also etwa 1 4 v. H. unserer ge­samten Ackerfläche. Davon waren 2,7 Mill. Hektar Spätkartoffeln und 134 000 Hektar Früh­kartoffeln. Auf dieser Fläche konnten 45,7 Mill. Tonnen Kartoffeln geerntet werden. 15 Mill. Ton­nen werden jährlich als Speisekartoffeln verbraucht: der Deutsche verzehrt also im Jahre rund 4,7 Zentner Kartoffeln. Der Verbrauch könnte zugunsten anderer Nahrungsmittel, an denen es uns mangelt, unbedenklich gesteigert werden zum Nutzen unserer Volkswirtschaft. Denn in den nächsten Jahren werden wir durch die Arbeit des Reichsnährstandes bei steigender Kartoffelfläche und bei erhöhtem Ertrag je Flächeneinheit noch mehr Kartoffeln erzeugen können.

Ebenso wichtig und unentbehrlich sind die 20 Mill. Tonnen, die in erster Linie in der Schweine­mast als Futtermittel verwandt werden. Wichtig deshalb, weil mit Hilfe dieser Kartoffeln tierisches Fett, wie Speck und Schmalz, erzeugt werden. Diese 20 Millionen Tonnen sind allerdings nur zum ge­ringeren Teil als Speisekartoffeln anzusehen, also als menschliches Nahrungsmittel nicht immer zu gebrauchen. Als Futtermittel sind sie aber infolge ihres höheren Stärkegehaltes besonders geeignet. Diese Wirtschaftskartoffeln, wie sie be­zeichnet werden, bringen auch die höchsten Erträge. Es ist deshalb im Interesse der Gesamtheit und des einzelnen anzustreben, nur soviel Speisekartoffeln zu erzeugen, wie wir auch tatsächlich zur menschlichen Ernährung brauchen, und die übrige Fläche mit er­tragreichen, stärkereichen Wirtschaftskartoffeln zu be­stellen. Diesem Ziel des gesteigerten Anbaues von Wirtschaftskartoffeln dient die Erhöhung der Preise für dieselben. Zur Stärke »und Spi­rituserzeugung werden 3 Millionen Tonnen gebraucht, zuSaatzweckenb Millionen Tonnen. Der Rest, also 4 Millionen Tonnen, geht durch Schwund und Verderb verloren. Diesen Verlust so klein wie möglich zu halten, ist u.a. auch eine Auf­gabe des Pflanzenschutzes. Sie ist bei der Kar­toffel besonders schwierig, weil 1. die Kartoffel unter pflanzlichen und sterischen Schädlingen wie keine

Aus aller Welt.

Aljechin Euwe 12:9.

Die 21. Partie im Schachweltmeisterschaftskampf Euwe Aljechin wurde nach 32 Zügen durch Aljechin, der die schwarzen Steine führte Mnd die indische Verteidigung anwandte, gewonnen. Der Stand lautet mithin: Aljechin 12, Euwe 9 Punkte.

Dandilenstück in Texas.

Zwei als Cowboy verkleidete Banditen überfielen auf der Strecke zwischen El Paso (Texas) nach Douglas (Arizona) einen Schnellzug der Southern Pacific-Eisenbahn. Sie töteten einen Schaffner, konnten aber von wütend gewordenen Passagieren, die aus den Betten sprangen, schließlich über­wältigt werden. Die Schießerei begann, als einer der Fahrgäste schlaftrunken der Aufforderung, sein Geld herauszurücken, nicht sofort nachkom. Der

Zug war mit 150 Reifenden besetzt. Die Banditen hatten den Zug kurz hinter El Paso in der Nahe der mexikanischen Grenze zum Stehen gebracht, offenbar in der Absicht, nach dem Ueberfall über die Grenze zu fliehen. Die Fahrgäste erklärtem, sie hätten von einem Lynchen der Banditen mit Rück­sicht auf die im Zuge anwesenden Frauen abgesehen^ Englischer Frachtdampfer untergegangen.

Der englische FrachtdampferNollington Court" ist i n d e r N ä h e v o n H a i t i in schwerem Sturm gesunken. Der ihm zu Hilfe eilende DampferCha- gres" konnte einen Teil der Mannschaft überneh­men. 17 Mann werden vermißt.

80 Tote bei den Ueberschwemmungen auf Jamaika.

Die Unwetter, die Über der Antillen-Insel Ja- m a i k a niedergegangen sind, haben einen Sach­schaden von mehreren Millionen Mark angerichtet. Durch die Hochwasser wurden Brücken fortgc- schwemmt und Eisenbahndämme völlig unterspult. Bisher zählte man 80 Tote.

Ein Trauring aus dem Jahre 1710 gefunden.

Auf einem Acker der Kirchengemeinde Baum­holder (Rheinprovinz) fand ein Landwirt aus Reichenbach beim Pflügen einen goldenen Trau­ring mit der Inschrift A. M. G. T. C. 1 71 0. Ein Altertumsforscher stellte fest, daß der alte Rmg dem Pfarrer Georg Caspar Tenner gehörte, der vor über 200 Jahren in Reichenbach amtierte.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Während die heftige Wirbeltätigkeit von Norden her nach Deutschland übergegriffen hat, verbleiben Süd- und Südwest-Deutschland unter Hochdruckem. fluß. Dabei kam es in der Nacht zu verbreiteten Frösten, die Werte bis zu minus 5 Grad erreichten. Der Hochdruckeinfluß wird sich zunächst wieder ver. stärken und nordostwärts wieder an Raum ge­winnen.

Aussichten für Samstag: Stellenweise Frühnebel, sonst heiter bis wolkig, trocken, nachts vielerorts Fröste, veränderliche Winde.

Lufttemperaturen am 25. November: mittags 4,8 Grad Celsius, abends0,2 Grad: am 26. November: morgens 0,4 Grad. Maximum 4,8 Grad, Minimum heute nacht1,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. November: abends 2 Grad: am 26. November: morgens 1,6 Grad. Sonnenschein­dauer 3,7 Stunden.____

Haupt,chrtftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptfchrtftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: vr. Fr W Lange: für Feuilleton: vr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- [eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 37: 10 031. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der

Illustrierten 5 Pf mehr

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

Statt besonderer Anzeige.

Der Herr über Leben und Tod nahm am 24. November unsere liebe Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester und Tante

Frau Pfarrer Emma Nies, geb. Strack

im 82. Lebensjahr zu sich in die ewige Heimat.

Im Namen aller Hinterbliebenen:

Meline Frank, geb. Nies.

Reiskirchen, den 25. November 1937.

7746D

Kranzspenden werden dankend abgelehnt.

Die Aussegnung findet am Sterbehaus in Reiskirchen am Samstag, 27-Nov., vorm. 11 Uhr statt, die Beerdigung in Melbach am selben Tag nachm. 2 Uhr.

Gießen, den 26. November 1937

7761 D

Am Donnerstag,dem 25.November,mittags um V21 Uhr verschied mitten aus ihrem arbeitsreichen Leben meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Großmutter, Schwieger­mutter, Schwester, Schwägerin und Tante

Die Beerdigung findet am Montag, dem 29. November, nachmittags um 1.30 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt

Im Namen der Hinterbliebenem Ludwig Bende

Emma Bende

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20-22.45 Uhr Der Wildschütz Komische Oper von Lortzing

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