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unserem Realkreditsystem die einzige wirkliche Real­kreditorganisation" seien. In der Tat hat sich der Pfandbrief von jeher einer besonderen Beliebtheit als Kapitalanlage erfreut, da er zugleich dingliche Sicherung bietet. Findet der Sparer den Weg des Pfandbriefes versperrt, io sucht er leichtAnlagen im Grundbesitz, die. wie die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, vom Interesse der Allgemeinheit aus gesehen, vielfach Irrwege sind. Je mehr sie aber auf verschlossene Wege stoßen, desto mehr steigt dieNei- gung, das Sparkapital brachliegen zu lassen oder überhaupt nicht mehr zu sparen" Der Vorrang der Konsolidierungsbedürfnisse des Reiches hat es mög. lich gemacht, den Kapitalmarkt hauptsächlich für die R e i ch s a n l e i h e n zu reservieren. Da für den Kleinwohnungsbau, der nach wie vor weitergeführt wird, auch eine Anzahl von anderen Finanzierungs­möglichkeiten besteht, könnte man vielleicht vorüber­gehend auf die Finanzierung durch Pfandbriefe ver- zichten. Damit würde man aber die Erfahrung der Pfandbriefanstalten aus dem schwierigen Wohnbau­geschäft nicht nur vorübergehend ausschalten, sondern für spätere Zeiten einer stärkeren Bautätigkeit eine unersetzliche Finanzierungsquelle lahmlegen. Da die Wohnbaupolitik des Reiches grundsätzlich die pri­vate Finanzierung anstrebt, wird man die Pfand- briefanstalten einsatzfähig erhalten müssen. Aus sol­chen Gründen hat die Reichsregierung dem Spar­kapital den Weg über den Pfandbrief auch heute in gewissen Grenzen offen gelassen, ein Verfahren, das wohl noch stärker zur Anwendung kommen wird, wenn das Konsolidierungsbedürfnis des Reiches nicht mehr so stark wie heute ist

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Eine der ganz großen Aktionen der national­sozialistischen Staatsführung war die U m s ch u l - Dung der Gemeinden wenige Monate nach der Machtübernahme. Sie wurde durchgeführt auf Grund des Gemeindeumschuldungsgesetzes vom 21. September 1933. Die Finanzgebarung der deutschen Gemeinden war vielfach schon in den Jahren 1926 bis 1930 mißlich oder gar anstößig. Die unerläßliche Voraussicht für eine vielleicht schlimmere Zukunft ließ sehr viel zu wünschen übrig. Eine Reservebildung in fetten Jahren er­folgte nicht. Dafür wurden im In- und Ausland teure Anleihen ausgenommen. Als dann magere Jahre kamen, wuchsen die schwebenden Schulden ins Riesige. Viele Gemeinden wurden zahlungs­unfähig. An der Spitze der Sünder standen auch zahlreiche Großgemeinden, nicht zuletzt Berlin oder Köln. Diese schwebenden Schulden wurden 1933 allmählich durch die Umschuldungsanleihe abgelöst. Sie ist nur mit 4 v. H. verzinslich und ihre Tilgung hat vom 1. Oktober 1937 mit dem verhältnismäßig hohen Satz von jährlich 3 v. Sy begonnen. Es war das sozusagen die Flurbereini­gung der Gemeindefinanzen, für deren weitere strenge Kontrolle und Reservebildungen energische Mmisterialerlässe sorgen. Das Ergebnis ist erfreu­lich. Die gemeindliche Umschuldungsanleihe, die im Freiverkehr der Börsen vor vier Jahren mit etwa 86 oder 87 v. Sy genannt wurde, ist trotz der niedri­gen Verzinsung von 4 v. Sy in den letzten Tagen auf 95 gestiegen. Der Betrag der Anleihe belief sich ursprünglich auf 3 Milliarden; ihr jetziger Umlauf ward auf 2,8 Milliarden geschätzt. Die Gemeinden, deren Finanzen durch den wirtschaftlichen Auftrieb der letzten Jahre gesundeten, haben vielfach außer­planmäßig Umschuldungsanleihe zurückgekaust, weil die Kurssteigerung erwartet wurde und vorsorgliche Gemeindehäupter die außerplanmäßige Tilgung zum Ausgleich der kostspieligeren planmäßigen Til­gung rechtzeitig vornahm.

Durch den Versailler Vertrag hatten wir 33 bis 45 v. Sy unserer Eisen- und Stahlbetriebe, 80 v. Sy unserer Erzbasis und 25 v. Sy unserer Koh­lenförderung verloren. Im Laufe von zehn Jahren ist es uns gelungen, die frühere Leistungsfähigkeit unserer Roheisen-, Rohstahl- und Walzeisenerzeu- gung wieder zu erreichen, wir sind daher auch nicht mehr auf die Einfuhr ausländischen Eisens und Stahl angewiesen. Der Rückschlag in der inter­nationalen Eisenkonjunktur triff daher Deutschland nicht, aber wir sind der Jreg angeschlossen, die nach einer Sitzung in Paris die Aussprache Über die internationale Lage in London und sodann in Düsseldorf fortsetzen wird, denn die Amerikaner sind sowohl im Fernen Osten wie auch auf den euro­päischen Märkten als Konkürrenten aufgetreten, also in die Belieferung der Gebiete der Jreg eingebrochen; die amerikanischen Lieferungen für in Holland ge­baute Tankschiffe sind ein Warnungssignal. Wir haben bereits darauf hingewiesen, daß die Jreg Verhandlungen mit den Amerikanern pflegt, aber diese Verhandlungen sind noch nicht zum Abschluß gekommen. Während die belgischen Eisenwerke eine größere Nachfrage nach Stabeisen von England aus zu verzeichnen haben, sind in Luxemburg die Gie­ßereiroheisenerzeugungen der Konzerne Hadir und Rodinaen eingestellt worden. In Frankreich warten die Eisenwerke auf die Bestellungen der öffentlichen Hand. In der USA. ist in der letzten Woche die Be­schäftigung in der Eisenindustrie auf ein Drittel der Leistungsfähigkeit gesunken gegenüber 74,5 v. H. in der entsprechenden Woche des Vorjahres. Die Jreg sieht sich vor der Aufgabe, eine Entscheidung über den Abbau der Preisaufschläge der Listenpreise zu treffen, die anscheinend nur vorläufig noch gehalten werden.

Auf den internationalen Rohstoff- Märkten hat sich infolge der schlechten Konjunktur in den USA. nach einer Erholung in der letzten Woche der Preisverfall fortgesetzt. Der Londoner Kupferpreis ging auf 37°/ie Pfund je Tonne zurück, Zinn, Zink und Blei lagen ebenfalls schwächer, für Baumwolle war die Lage unein­heitlich, ebenso auf den Getreidemärkten. Am Kautschukmarkt wurde zum erstenmal in Lon­don die 7ci-Grenze unterschritten. Die Preisgestal­tung auf den Kaffee Märkten war unregelmäßig, und auch für Zucker und Kakao lag die Ten­denz schwächer.

Gegen die Teuerung in Frankreich.

Paris, 26. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Kam­mer hat in einer Nachtsitzung, die sich bis nach 5 Uhr morgens hinzog, mit 518 gegen 6 Stimmen die Regierungsvorlage über die Teuerungszulagen für d i e Beamten und öffentlichen Angestellten ange­nommen, nachdem Ministerpräsident Chautemps die Vertrauensfrage gestellt hatte. Die Kommu- n i ft e n hatten sich noch in letzter Stunde bereit- erklärt, für die Vorlage zu stimmen Nur au der äußer st en Rechten stimmte man d a - gegen oder enthielt sich der Stimme. Vor der Ab­stimmung ergriff Ministerpräsident Chautemps das Wort, um noch einmal die Gründe darzulegen, die es der Regierung im Interesse des Haus­haltsgleichgewichtes unmöglich machten, den Forderungen der Beamtenschaft in vollem Maße nachzukommen.

Großer deutscher Erfolg auf der pariser Weltausstellung. Höchste Auszeichnungen für die neuen deutschen Werkstoffe.

Paris. 25. Nov. (DNB.) Am Donnerstag fand aus Anlaß des Abschlusses der Weitaus- tellung im Neuen Theater des Trocadero-Pa- lastes in Anwesenheit des Präsidenten der Republik, mehrerer Mitglieder der Regierung, der Generalkommisfare sämtlicher an der Ausstel­lung beteiligter Länder, des Diplomatischen Korps, owie der Presse die Verkündung der p reisver­teil ung durch die internationale Jury der Welt­ausstellung statt, soweit diese bisher feststeht.

Das Deutsche Reich hat auf dem Gebiet eines gewerblichen und künstlerischen Schaffens einen Beitrag zum Gelingen dieser großen inter­nationalen Ausstellung geleistet, der den Vergleich mit keinem anderen Lande zu scheuen braucht. Die orgfältige und umfassende Arbeit des internatio­nalen Preisgerichts, an dem fast 2000 Sachverstän­dige aus der ganzen Wett, darunter auch eine große Anzahl deutscher Fachleute teilnahm und deren achmännischem Urteil die ausgestellten Gegenstände und sonstigen Leistungen unterlagen, hat dies noch einmal bestätigt. Das vorläufige Ergebnis der preisvertellung für Deutschland ist:

278 Grand Prix (höchste Auszeichnung)

179 Diplomes dhonneur (Ehrenurkunden)

273 Medailles dor (Goldmedaillen)

172 Medailles dargent (Silbermedaillen)

31 Medailles de bronce (Bronzemedaillen)

insgesamt 933 Auszeichnungen.

In diesen Zahlen sind noch nicht berücksichtigt die Auszeichnungen für die Mitarbeiter der Ausstellung, die zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht wer­den sollen. Ls verdient hervorgehoben zu werden, daß die im Zuge des Vierjahresplanes zu besonderer Bedeutung gelangten neuen deut­schen werk stosse ohne Ausnahme den Grand Prix, also die höchste Auszeichnung erhalten haben, die das internationale Preisgericht vergeben konnte. Damit sind die von einer gewissen presse im Zusammenhang mit diesen neuen Werk­stoffen aus durchsichtigen Gründen verbreiteten Be­hauptungen in aller Oeffenllichkeit von inter­national anerkannten und unabhängigen Fachleu­ten widerlegt worden.

Albanien feiert den 2S.Zahresiag feiner Selbständigkeit.

Uon unterem Ac-Äerichterftaiier.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tirana, November 1937.

Die verschiedenen Fünfundzwanzigjahr - Feiern, die in diesen Monaten auf dem Balkan begangen wurden und begangen werden, rufen die Erinne­rung an jenes ereignisreiche Jahr 1912 wach. An jenes Jahr, das den Zusammenbruch des osmanischen Reiches auf europäischem Boden brachte. Erst feierte Griechenland die 25jährige Zugehörigkeit Salonikis zum grie­chischen Staate. Dann beging, vor wenigen Wochen, Jugoslawien unter großen Feierlichkeiten die 25jährige Wiederkehr des Tages der A-ngliede- r u n g Serbisch-Mazedoniens an den ser­bischen Staat. Und nun feiert Albanien den Tag, an dem vor 25 Jahren durch die albanische Nationalversammlung in Valona die Selbst än - digkeit Albaniens proklamiert wurde. Alle diese drei Ereignisse vollzogen sich in dem schicksalsschwe­ren Jahr 1912, in jenem Jahre, das einen Wende­punkt für die Geschichte der Balkanhalbinsel darstellt und in dem ein grundlegender Wandel des politi- chen Gesichtes Südosteuropas begann.

Ueberblitft man diese für die Geschichte eines Staates natürlich nur sehr kurze Spanne Zeit, so kann man unschwer feststellen, daß dieses kleine Ländchen, das in seinem Flächenumfange kaum so groß wie Belgien ist, und das nur wenig mehr als 1 Million Einwohner zählt, eine geradezu märchen­hafte Entwicklung durchgemacht hat. Man nannte Albanien mit einer gewissen Geringschätzigkeit gern bas Land ohne Eisenbahnen". Was machte dies aber den Führern dieses jungen Staats­wesens? Sie gingen, tatkräftig und entschlossen, wie sie waren, mit der Zeit mit und überspran­gen kurzerhand die Entwicklungsperiode der Eisen­bahn. Wozu in diesem schwer zugänglichen Gebirgs­land erst viele Millionen im Bau weniger Eisen­bahnlinien investieren, wo doch heute der Kraft­wagen beweglicher und die Schaffung der Voraus- etzungen für einen Kraftwagenverkehr leichter und rilliger ist? Und so ging denn Albanien, das noch vor 25 Jahren als das rückständigste Land Europas galt, mit einem einzigen Sprung sozusagen vom Maultier auf das Auto über.

Ja, noch mehr: Heute schon ist in Albanien das Fliegen eine fast selbstverständliche Sache. In einer Stunde kann man mit dem Flugzeug von Saloniki nach Tirana, der Hauptstadt des Landes gelangen. Vier Stunden nur braucht man für einen Flug von Tirana nach Rom. Und in jüngster Zeit wird Tirana sogar von den Flugzeugen der deut­schen Lufthansa, die zwischen Berlin und Afghanistan verkehren, angeflogen. Mit einem Male ist die Hauptstadt des Landes ohne Eisenbahn zu einem europäischen Verkehrsknotenpunkt geworden! Gewiß eine überraschende Entwicklung, besonders, wenn man berücksichtigt, daß noch vor 25 Jahren nomadisierende Hirtenstämme das Land durchzogen, in dem einige türkische Großgrundbesitzer und os­manische Verwaltungsbeamte mit orientalischer Selbstherrlichkiet ein Regiment der Unterdrückung und Ausbeutung führten.

Ungeheuer schwer war der Weg, den das alba­nische Volk gehen mußte, um schließlich zur natio­nalen Freiheit und staatlichen Selbständigkeit zu gelangen. War doch lange Zeit hindurch Albanien wegen seiner geopolitisch wichtigen Lage der Tum­melplatz der Jnteressenpolitik der einstigen Groß­

mächte. Besonders das zaristische Rußland suchte hier auf dem Wege über Belgrad Einfluß zu ge­winnen, um so mittelbar zu dem damaligen Ver­bündeten der Donaumonarchie, zu Italien vor­stoßen zu können. Rom und Wien versuchten wiederum ihrerseits, ihre Interessen auf diesem al­banischen Boden geltend zu machen, und so wurde Albanien gerade in den allerersten und allerschwer­sten Jahren seines selbständigen staatlichen Lebens hin- und hergerissen zwischen den Exponenten der großen europäischen Politik. Aber allen diesen Schwierigkeiten zum Trotz behauptete sich doch Albanien als selbständiger Nationalstaat. Zu stark war das nationale Bewußtsein, zu stark der Selb­ständigkeitswille dieses zähen Volkes. Schließlich waren ja gerade die Albaner es gewesen, die schon vor Jahrhunderten den türkischen Eroberern den entschiedensten Widerstand entgegengesetzt hatten und die immer wieder versucht hatten, das Joch der Fremdherrschaft abzuschütteln. Und nachdem in jener denkwürdigen ersten albanischen Nationalversamm­lung in Valona am 28. November 1912 die Selb­ständigkeit Albaniens verkündet worden war, seit­dem gab es keinen Albaner mehr, der sich diese Selbständigkeit wieder hätte nehmen lassen, wenn auch der erste Fürst des selbständigen Albaniens, der Prinz Wilhelm zu Wied mit seiner Mission scheiterte.

Auch der Weltkrieg, der dem Lande die Be­setzung durch deutsche und österreichische Truppen brachte, konnte den Willen des albanischen Volkes zur nationalen Freiheit nicht nehmen. Kaum hatten die Truppen der Mittelmächte nach dem Waffenstill­stand Albanien verlassen, da sammelten wiederum nationale Führer, an ihrer Spitze Achmed Bey Zogu, der heutige König der Albanier, die ein­zelnen albanischen Stämme um sich zur Kund­gebung ihres unbeugsamen Selbständigkeitswillens. Zwar hatten inzwischen italienische Trup­pen Valona besetzt und waren in den nördlichen Provinzen serbische Truppen einmarschiert. Trotz­dem sammelten sich die Führer des Volkes im Ja­nuar des Jahres 1920 in Lushnja zu einem neuen Nationalkongreß, der den unerschütterlichen Willen der albanischen Nation verkündete, an der im Jahre 1912 verkündeten Unabhängigkeit Albaniens festzu­halten und der gleichzeitig erklärte, daß das alba­nische Volk sich mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln allen Aufteilungsplänen Albaniens wider­setzen werde. Und in der Tat, was damals fast un­möglich schien, es gelang. Die italienischen Truppen verließen Valona. Auch Belgrad sah sich genötigt, kurz zu treten und schließlich fand das selbständige Albanien Aufnahme in den Völkerbund, was da­mals gleichbedeutend rom mit einer stillschweigen­den Anerkennung seiner staatlichen Selbstän­digkeit.

Aber damit war die Zeit der Prüfungen noch lange nicht zu Ende. Noch immer gaben die ver­schiedenenInteressenten" ihr Spiel in und um Albanien nicht auf. Es gab Aufstände einzelner Grenzstämme, A 11 e n t a t s v e r s u ch e auf die politischen Führer und schließlich sogar unter Füh- rung Des orthodoxen Bischofs Van Noli eine Revolutionsregierung, die in engster Anlehnung an Sowjetrußland zu arbeiten begann. Alle diese Schwierigkeiten und Hindernisse ver­mochte aber die nationale Kraft des jungen alba­nischen Volkes zu überwinden. Und als dann der

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Vor 25 Jahren machte sich Albanien von der türkischen Regierung frei und gab durch Die Erklärung von Valona am 28. November 1912 feine Unabhängigkeit und Selbständigkeit bekannt. Unser Bild zeigt einen Blick auf die Hauptstadt Tirana, die Residenz des im Jahre 1925 zum Präsidenten gewählten und im Jahre 1928 zum Könige ausaeruferum Achmed Zog« Lj- (Scherl-Bilderdienst-M^

junge Achmed Zogu zum albanischen Staats« Präsidenten gewählt wurde. Da schien endlich eine ruhige Weiterentwicklung des Landes gesichert zu fein. Ein F r e u n d s ch a f t s v e r t r a g mit Ita­lien sicherte dem Lande die Unterstützung einer an der Entwicklung Albaniens auch unmittelbar interessierten Großmacht und gab dem Lande die wirtschaftlichen Möglichkeiten für eine solide unter­baute Weiterentwicklung

Wenn man heute Albanien besucht, so ist man überrascht über das Bild, das sich einem bietet. Wohl hat das albanische Volk und dies ist gewiß das Hauptoerdienst seines Führers, des Königs Zogu feine übernommenen Sitten und Ge­bräuche, feine Trachten und fein Brauchtum sich bis zum heutigen Tage erhalten. Aber daneben haben moderne Einrichtungen, Dort wo es notwen­dig und zweckmäßig erschien, Eingang gefunden, hat die Entwicklung des Landes zu einem" moder­nen Staatswesen schnelle Fortschritte gemacht. So» verfügt beispielsweise Albanien heute über einen gut organisierten, nach modernem europäischen Muster gegliederten Verwaltungsapparat. Die zehn Provinzen Albaniens, die von Präfekten geleitet werden, verfügen bis hinunter in das kleinste Dorf über ordentlich gewählte Gemeinde­vertretungen un6 Bürgermeister und sie verfügen ebenso über ein neuzeitliches Schulwesen, Das von König Zogu als eine Der wichtigsten Grund- lagen für Die weitere Gestaltung des gesamten staatlichen und politischen Lebens erkannt wurde. Die Durchführung einer Agrarreform schuf Albanien, das ja' ein vorwiegendes Agrarland ist, einen gesunden Bauernstand und damit eine feste und solide Grundlage überhaupt.

Mit seinen 25 Jahren des Bestehens ist Albanien eines der j ü n g ft e n Staatswesen Europas. Aber mag auch Albanien ein junger Staat fein, mag es klein und feine Bevölkerung wenig zahlreich sein, so darf es sich doch, was feine nationale Geschlossen­heit und was die Zielstrebigkeit seiner Führer an­langt, mit manchem anderem größeren Staat Eu­ropas messen. Und so kann man auch jetzt in diesen Tagen in Tirana, wie auch im ganzen Lande mit Stolz und Genugtuung das Jubiläum der 25jähri» gen staatlichen Selbständigkeit feiern. Hat doch das albanische Volk in diesen 25 Jahren gezeigt, daß es ein wertvolles und aufbauendes Mitglied der europäischen Dölkerfamilie ist.

EineRundfimkredeKöniaZogus.

Tirana, 25. Nov. (DNB.) Der Jahrestag der 25. Wiederkehr der Unabhängigkeit Albaniens wurde durch eine Rundfunkrede des Königs Zogu I. eingeleitet. Darin wandte sich der König vor allem an die Jugend, die demnächst staatlich organisiert werden soll, um die jungen Kräfte des albanischen Volkes in einem ein­heitlichen Block zusammenzufassen. Der König hob hervor, daß das völkische Gewissen eng verbunden sei mit den drei Grundlagen der albanischen Na­tionalität, Rasse, Sprache und Unteilbar­keit des Vaterlandes. 101 Kanonenschüsse schlossen die Rundfunkübertragung.

Tirana ist am Unabhängigkeitstage überfüllt. Ne­ben den in bunten Trachten gekleideten Bauern aus allen Teilen des Landes sind auch Abord­nungen Der im Ausland lebenden Al­baner in die Stadt gekommen, die mit den rot- schwarzen Landesfarben festlich geschmückt ist. Zu der offiziellen Feier ist auch der italienische Finanzmini st er eingetroffen. Am Abend inDet auf dem königlichen Schloß ein Empfang tatt, an dem Vertreter der Behörden, der Organi- ationen aus Stadt und Land, der Klerus und das Diplomatische Korps, darunter der deutsche Gesandte von Pannwitz und der bei Der albanischen Re­gierung beglaubigte Deutsche Militärattache in Rom, Oberst von Rintelen, eingelaDen sind.

DeuW-ttalienische Kulturpflege.

Weihe des neuen Heimes der deutsch- italienischen Kulturgesellschaft in Mailand.

In Mailand wurde die Weihe des neuen Heims der Deutsch-Italienischen Kulturgesell­schaft vollzogen. Der Feierstunde in den neuen scho­nen Räumen der Gesellschaft (in einem historischen Mailänder Palast) wohnte auch Seine König!. Hoheit Conte di Turino bei, ferner Santiesgruppen- leitet Ettel und die ßantiesletterin Italien der Arbeitsgemeinschaft Der deutschen Frauen im Aus­lande, Prinzessin z u Schaumburg- Lippe. Zur gleichen Stunde versammelte sich im Reichspostministerium in Berlin ein kleiner Kreis, voran der italienische Botschafter A11 o l i c o und Reichspostminister Ohnesorge. Die Berliner und Mailänder Veranstaltungen wurden im fernmünd« lichen Austausch übertragen.

Der deutsche Botschafter in Rom, v. H a f s e 1 l, eröffnete Die Kundgebung in Mailand. Dann nahm der Berliner Botschafter Attolico Das Wort. Don herzlichem Beifall begrüßt, betrat Dann in Mailand der Minister für Volkskultur, Alfieri, das Red­nerpult. Mit Ueberzeugung habe Die Kulturgesell­schaft feit vielen Jahren ein Ideal verfolgt. Das jetzt tiefen Widerhall in Den Seelen Der beiden Volker finde, Die durch aufrichtige und herzliche Gefühle mehr als je miteinander verbunden feien. Deutsch­land. Japan und Italien bildeten einen grani­tenen Block der Einheit und des Wil­lens mit dem Ziele, dem Bolschewismus endgültig den Weg zu versperren. Italien und Deutschland beseele der gleiche Glaube sowie die gleiche Treue und Dankbarkeit für ihre großen Führer Mussolini und Hitler. Der Präsident v. Winterfeld übermittelte Dann im Namen Der Deutsch-Italieni­schen Gesellschaft Den in MailanD Versammelten Die herzlichsten Grüße unD Glückwünsche.

Anschließend an die zwischen Berlin und Mai­land ausgetauschten Ansprachen hielt Prof. Alfredo di M a r f i c e einen Vortrag über Den Staatsge- danken im Faschismus und Nationalsozialismus Al- fieri gab zu Ehren der deutschen Kolonie einen Empfang, während die Hitler-Jugend gemeinsam mit Den faschistischen Jugendgruppen am Ehrenmal im faschistischen Parteihaus einen Kranz niederlegte. In Den Abendstunden veranstaltete Minister Alfieri im Mailänder Konservatorium ein Konzert, bei dem Werke von Bach, Schubert, Brahms und Mo­zart sowie italienischer Komponisten zum Vortrag gebracht wurden.

Die Studentenunruhen in Oesterreich.

Wien, 25. Nov. (DNB.) Im Zusammenhang mit den Studentenunruhen hat die Regierung einen Bundeskommissar für Die Äufrechterhal- hing Der Disziplin auf Den Hochschulen" in der Person des Ministerialrates S k r i b e n s k y er­nannt. Der Bundeskommissar wird anstelle einer Disziplinarkommission allein über alle Fälle, die ihm übergeben werden, entscheiden. Die Blätter melden, daß die Streikleitung der Studentenschaft