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Nr. 198 Erster Blatt

187. Jahrgang

Donnerstag, 26. August 1<)57

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Siebener Anzeiger

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Santander begrüßt seine Befreier.

Heute Einmarsch der nationalen Truppen in die Hauptstadt Kantabriens.

Salamanca, 25. Aug. (DNB.) Der nationale Rundfunksender an der Madrider Front teilt mit, daß am Mittwoch um 18 Uhr mehrere natio­nale Bataillone in Santander ein­marschiert sind. In den letzten Stunden vor dem Einmarsch hatte sich ein Teil der Bevölke­rung Santanders unter Hilfe der Guardia Civil und eines Teiles der Milizen gegen die Bolsche- w ist en erhoben. Nach schweren Straßenkämp­fen hatte die Stadt um Uebergabe nachge­sucht. DerPräsident" der sogenannten baskischen Regierung", A g u i r r e, der die Flucht ergriffen

SANTANDER

I50LAMJ

0 o 20 km

hat, ist mit seinem früherenFinanzminister" und Justizminister" bereits am Mittwochnachmittag in Bayonne eingetroffen, während der frühereAr­beitsminister" und derJndustrieminister" i n Paris angekommen sind. Die nationalen Kreise in Santander haben mit General Davila Füh­lung genommen und die Ordnung in der Stadt bis zum feierlichen Einmarsch garantiert. Daran werden die Brigaden von Navarra und die Le­gionärtruppen beteiligt sein, die in diesem Feldzuge viele große Erfolge zu verzeichnen hatten.

In militärischen Kreisen wird die Zahl der in der Provinz Santander ab geschnittenen bol­schewistischen Milizen auf etwas über 4 0 0 0 0 geschätzt, ohne Berücksichtigung der Tau­sende, die sich bereits den Nationalen ergeben haben. Der größte Teil der marxistischen Führer ist be­reits gefangen genommen worden. Mili­tärische Kreise weisen darauf hin, daß die Provinz in elf Tagen erobert wurde. Das für Spa­nien zurückgewonnene Gelände hat eine Ausdeh­nung von 5460 Quadratkilometer. Auf dieser Fläche wohnen 400 000 Menschen. Die Provinzhauptstadt Santander hat 90000 Einwohner. An Land­straßen sind 1450 Kilometer, an Eisenbahnen 491 Kilometer erobert worden.

Der nationale Heeresbericht.

Salamanca, 26. Aug. (DNB. Funtspruch.) Der nationale Heeresbericht schildert ausführlich das Vordringen der nationalspanischen Heeressäulen auf Santander und die Ueberwindung der letzten Hindernisse. Er erklärt: Die am 14. August be­gonnenen Operationen mit dem darauffolgenden Zusammenbruch der feindlichen Linien wurden von den Legionärstruppen in enger Zusammenarbeit mit den nationalen Streitkräften fortgeführt, ohne daß der Feind überhaupt zur Besinnung gekommen wäre. Seine Verbindungen sind sowohl mit Astu­rien als auch nach dem Osten hirr völlig unter­brochen, so daß den Bolschewisten jetzt keine andere Möglichkeit bleibt, als sich zu er­geben. Die Navarra-Brigaden und die Legionärs­truppen werden am Donnerstag ihren sieg­reichen Einzug in Santander halten.

An der Aragon-Front übte der Feind auf unsere Stellungen einen Druck aus; seine Angriffs­versuche wurden jedoch von unseren Streitkräften vereitelt. Einige bolschewistische Abteilungen, welche in unsere Front eingebrochen waren, sind voll­kommen eingeschlossen worden. An der Front von Estremadura haben wir durch einen glänzenden Angriff wichtige Stellungen des Gegners erobert. Dieser hatte starke Verluste. Die Material­beute ist sehr bedeutend.

Die letzteuStuuden iuSantander.

Unvorstellbarer Zustand der Anarchie.

London, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) Ein bri­tischer Leutnant, der von einem englischen Kriegs- schiff in letzter Minute mit anderen britischen Staats­angehörigen aus Santander gerettet worden war, schildert die letzten Stunden in Santander. Der Leut­nant hatte auf feiten der Bolschewisten gekämpft. Er erklärte, daß es in der Nacht zum .Mittwoch in Santander weder Wasser noch Licht gegeben habe. In jeder Straße seien Schie­ßereien an der Tagesordnung gewesen, ohne daß auch nur eine Spur vonOrdnungsdienst" undPolizei" zu bemerken gewesen sei. Die schlimm­sten Szenen von Räuberei und Plünderei habe man beobachten können. Das Ganze sei ein unvorstellbarer Zu st and der Anarchie und des Grauens gewesen. In der Morgen­dämmerung habe der Kampf der Flüchtenden um Boote und Schiffe begonnen. Der britische Leutnant meinte, daß bei dem überaus schnellen Fall der Ver­teidigungslinie von Santander die Disziplinlosigkeit und die Unordnung der bolschewistischen Heerhaufen eine große Rolle gespielt hätten.

Der Eindruck in Hom.

Rom, 25 Aug. (DNB.) Die Uebergabe der Stadt Santander ist in Rom mit lebhafter Freude ausgenommen worden. Die römische Presse, die seit

dem Beginn der Offensive die täglichen Fortschritte mit großem Interesse verfolgt hatte, sieht in dem Fall von Santander ein bedeutsames Ereignis, da hierdurch die c antabrische Küste mit ihrer arbeitsamen Bevölkerung an Franco gefal­len ist, der so nicht nur die Erzgruben, an denen auch England interessiert ist, im Besitz hat, sondern von jetzt ab nur an ein er Front zu kämpfen hyben wird. Man glaubt, daß mit die­

ser erfolgreichen Aktion die Lösung im Sinne der nationalspanischen Regierung einen großen Fort­schritt gemacht hat und nicht nur in London, son­dern auch in Paris auf die Haltung der Regierun­gen einen Einfluß ausüben dürfte, um so mehr, als es sich zugleich um einen gewaltigen mora­lischen Erfolg handele, da die bolschewistischen Machthaber von der Bevölkerung zur Kapitulation gezwungen wurden.

Chamberlains Besprechungen.

Oie Lage im Kernen Osten und der Schuh der Handelsschiffahrt im Mittelmeer.

Baldige Einberufung des Kabinetts.

London, 25. Aug. (DNB.) Die Besprechungen des Ministerpräsidenten Chamberlain mit dem Außenminister Eden, dem Lordsiegelbewahrer Lord Halifax und dem Unterstaatssekretär Van- s i t t a r t waren gegen 19 Uhr beendet. Amtlich wird darauf hingewiesen, daß die Lage im Fernen Osten und die Frage des Schutzes der H a n d e l s s ch i f f a h r t im Mittelmeer im Vordergrund der Besprechungen standen. Mini­sterpräsident Chamberlain reifte abends noch nach Schottland zurück, wo er zum Wochenende Gast des Königs sein wird.

Die Londoner Morgenblätter betonen, daß bei den Beratungen keine neuen Beschlüsse gefaßt worden sind.Times" erklärt, daß man in London die Lage in China jeden Tag ernster be­trachte. Die Aussicht auf eine friedliche Bereinigung schwinde stündlich mehr. In britischen Re­gierungskreisen und in der Londoner Finanz habe man die stärksten Befürchtungen. AuchDaily Tele­graph" meint, daß die Gefahren für die inter­nationale Niederlassung in Schanghai gestiegen seien. Der Kommandierende der britischen Truppen in Schanghai habe jetzt Artillerie aus Hon­kong eingesetzt.Morning Post" schreibt, man sei Übereingekommen, die Zusammenarbeit zwischen England und den Vereinig­ten Staaten fortzusetzen. Außenminister Eden habe jetzt die Leitung des Außenamtes wieder übernommen. Er werde zwar Ende der Woche noch einmal aufs Land gehen, aber schon Anfang nächster Woche nach London zurückkehren.Daily Expreß" berichtet, daß man mit einer baldigen Einberufung des englischen Kabinetts rechnen könne. Es soll energische Maßnahmen zum Schutze der britischen Belange im Fernen Osten gutheißen. Im wesentlichen werde es sich darum

bandeln, Verstärkungen an Land- und See­streitkräften nach Schanghai zu entsenden und gleichzeitig die Zivilbevölkerung aufzu­fordern, soweit das nur eben möglich sei, d i e Gefahrenzone zu räumen.

Times" berichtet, zum Schutze der britischen Handelschiffahrt im Mittelmeer wür­den mindestens eine Zerstörer-Flottille, und zwei Kriegsschiffe im Mittelmeer gelassen werden. Es würden also von nun ab wenig st ens elf Kriegsschiffe im Mittelmeer bereitstehen, ab­gesehen von den sich auf der Durchfahrt befindlichen britischen Kriegsschiffen.

Daily Expreß" meldet, zugunsten der britischen Handelsschiffahrt im Mittelmeer werde man eine Art Begleitsystem ausarbeiten. Ursprüng­lich sei ein Kabinettsrat für die dritte September­woche festgesetzt gewesen, doch sei es sehr gut mög­lich, daß ein solcher schon vorher einberufen werde, wenn die internationale Lage es notwen­dig mache.

Deutlichere Kennzeichnung britischer Handelsschiffe.

London, 25. Aug. (DNB.) Infolge der zahlrei­chen Angriffe auf Handelsschiffe im Mittelmeer hat das Handelsministerium neue Anweisungen an die britischen Schiffe gegeben, die in spanischen Gewäs­sern Handel treiben. Die Schiffe werden aufgefor­dert, die englischen Nationalfarben so auffällig wie möglich anzubringen, den S ch i f f n a m e n in möglichst großen. Buch­staben an Steuer- und Backbord aufzumalen und die sowjetspanischen Häfen nur vor Morgengrauen oder nach Eintritt der Dunkelheit anzulaufen oder zu ver­lassen. Dem britischen Botschafter in Hendaye sind durch einen Vertreter General Francos vor einigen Tagen Empfehlungen dieser Art gemacht worden.

Reibungsloser Ablransporl von Deutschen aus Schanghai.

SA. und RGKK. im Dienst bedrängter Volksgenossen.

Schanghai, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Abtransport von einigen hundert Deutschen und Deutschstämmigen aus Schanghai mit dem Dampfer Gneisenau" verlief dank der vom General­konsulat, der Ortsparteileitung und der Gemeinde­verwaltung der internationalen Niederlassung ge­troffenen Vorbereitungen reibungslos. Hervorra­genden Anteil an der glatten Abwicklung des Ab­transportes hatten auch die SA. und das NSKK., die ungeachtet der großen Hitze für das Sammeln der Flüchtlinge und ihres Gepäcks in vorbildlicher Weife sorgten, und überall selbst Hand anlegten, weil chinesische Kulis nicht zur Verfügung standen. Die Flüchtlinge wurden zuerst auf kleinere Schiffe gebracht, die ohne Zwischenfall sämtliche Fahrgäste insgesamt etwa 650 durch d i e Feuerlinie auf dem Huangpu-Fluß zum DampferGneisenau" leiteten, der auf der Außenreede von Wusung lag. Das NSKK. begab sich unbekümmert um alle Gefahren ins Kamvfaebiet, um deutsche Volksgenossen und deut­sche Werte aus der Tungchin-Universität und aus den bedrängten Hongkiu- und Jangtsepu-Vierteln herauszuholen.

Die zurückgebliebenen Deutschen nehmen an dem in der internationalen Niederlassung organisierten Sicherheitsdienst teil. Ihre Stimmung ist ruhig, wenn sie auch geschäftliche Sorgen um den Wiederaufbau ihrer Existenz haben. Unter ihnen, wie auch unter den anderen Ausländern, herrscht die Neigung, auf dem Posten auszuharren. Infolge der Jahreszeit befinden sich viele Frauen und Kin­der in Badeorten außerhalb der Ge­fahrenzone. Ein großer Teil der Hitler-Jugend der deutschen Kolonie ist derzeit in Tsingtau in einem Jugendlager untergebracht. Das. Befinden her verwundeten Deutschen Iakvby und Ahrens ist gut.

Französische und italienische Verstärkungen.

Paris, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) In Schanghai sind zur Verstärkung der französischen Streitkräfte 650 Mann Kvlonia11ruppen

gelandet worden. Ein weiteres Bataillon wird er­wartet. Die Gesamtstärke der zur Zeit in Schang­hai liegenden französischen Truppen beträgt 2000 Mann. Zum Schutz der italienischen In­teressen in China wird das dort anwesende Ba­taillon italienischer Marinesoldaten demnächst durch ein Bataillon Grenadiere ver­stärkt werden. Das Bataillon ist bereits von Addis Abeba nach Massul unterwegs, um dort nach China eingeschifft zu werden.

Japan verhängt Blockade gegen chinesische Schiffe.

Tokio, 25. Aug. (DNB.) Der Kommandant des in den Gewässern von Schanghai operierenden japa­nischen Geschwaders hat gegen chinesische Schiffe, die sich in chinesischen Hoheits­gewässern befinden, die Blockade erklärt. Das japanische Auswärtige Amt hat zur Ver­hängung der Blockade erklärt, die Blockade werde gegen die chinesischen Schiffe lediglich durchgeführt, um den Konflikt mit China zu einem schnellen Abschluß zu bringen. Japan hoffe, daß die Blockade die Nanking-Regierung zur Revision ihres japanfeindlichen Standpunktes veranlasse. Die Blockade wolle die Rechte Drit­ter auf keinen Fall verletzen oder stören. Moskau und der Ehina-KonffM.

Paris, 25. Aug. (DNB.)Jour" beschäftigt sich Mittwoch früh mit der Rolle der Sowjetunion im chinesisch-japanischen Konflikt. Danach soll Ende Juni der Sowjetmarschall Blücher in Ulan-Ba­tor, der mongolischen Hauptstadt, Vertreter Nankings und der Provinz regierung von Tschachar zu Militär-, Wirtschafts- und Handelsvertragsverhandlungen empfangen haben. Obwohl Verträge noch nicht unterzeichnet seien, habe sich die Sowjetunion doch entschlossen, China militärisch und finanziell zu helfen. So sollen vor einigen Wochen von Ulan-Bator 54 schwere und 72 leichte Bomber nach China ge­

flogen sein. Ferner seien aus Ulan-Bator 12 schwere, 26 mittlere und 45 leichte Tanks neue­ster Konstruktion sowie 60 Geschütze verschiedener Kaliber und große Mengen Munition an China geliefert worden. Weiter weiß derJour" zu be­richten, daß die sowjetrussische Regierung aus ihre Kosten 700 Studenten nach China ge­schickt habe, die als politische Kommissare der regulären chinesischen Armee zugeteilt worden seien.

Zwischen den Messen.

Von Or. Carl Wellchor.

Die Königsberger O st m e s s e ist zu Ende gegangen, und nach einer Woche der Ruhe auf messepvlitischem Gebiete wird die Leipziger Herbstmesse eröffnet werden. Nach den Geleit­worten, die der Beauftragte des Führers für den Dierjahresplan, Ministerpräsident Göring, der Königsberger Messe widmete, gab es zwei ganz verschiedene Gebiete, auf denen die Messe Erfolg bringen sollte: ein sichtbares und ein unsichtbares. Das sichtbare Gebiet ist das des Messeumsatzes, das unsichtbare die Werbung für deutsche R o h- und Werkstoffe sowie für die daraus gefertig­ten Waren. Aber ganz sichtbar oder vielmehr meßbar wird auch das erstgenannte Gebiet erst nach einiger Zeit sein, wenn nämlich die in Königs­berg eingeleiteten gefchäftlichen Verhandlungen zu Bestellungen gediehen sein werden. Das dauert er­fahrungsgemäß mindestens einige Wochen. Es ver­lautet, daß in Königsberg gegenüber der vorjähri­gen Messe auf den verschiedenen Gebieten Mehr­umsätze in Höhe von 10 bis 30 v. H. erzielt worden seien. Jedenfalls besteht kein Zweifel, daß die Ost­messe diesmal ein schöner wirtschaftlicher Erfolg gewesen ist.

Und die Werbung für die deutschen Roh- und Werkstoffe? Den mehr als 200 000 deutschen und den fast 5000 ausländischen Messebesuchern läßt sich nicht ins Herz schauen. Nimmt man aber die Be­richte, die in deutschen und ausländischen Zeitungen etwa polnischen, litauischen und lettischen, ja auch schwedischen Blättern erschienen sind, als Maßstab für den Eindruck, so wird man auch auf diesemunsichtbaren" Gebiet von einem vollen Er­folg sprechen dürfen. Dabei hatte Staatssekretär Funk, der im Namen der Reichsregierung die Ostmesse mit einer längeren Rede eröffnete, keinen Zweifel darüber gelassen, daß auch die Königs­berger Ostmesse 1937 nichts Fertiges zeige, und daß man in den nächsten Jahren mindestens mit den gleichen Fortschritten in der Werkstoffqualität und der Werkstoffverwertung rechnen dürfe wie im ersten Jahre des Vierjahresplans. Und vielleicht wird gerade dieser Fortschritt, der wie Staats­sekretär Funk sagte die Messen und Ausstellun­gen als Meilensteine auf dem Wege der Entwick­lung erscheinen läßt, beweiskräftiger und über­zeugender fein als ein sensationeller Anfangserfolg.

Es ist symbolisch, daß diesmal ein hoher Beamter des Propagandaministeriums die Messe eröffnet hat. Staatssekretär Funk war vor Jahren leitender Wirtschaftsredakteur in einer Berliner Zeitung und ist damit wirtschaftspolitisch hoch qualifiziert. Ein großer Teil seiner Ausführungen war auch rein wirtschaftspolitisch. Aber was er über die gegen den deutfchen Vierjahresplan im Ausland verbreiteten Verdächtigungen sagte, war im besten Sinn Wer­bung für große nationalwirtschaftliche Interessen des deutschen Volkes. Wenn man gelegentlich den Einwand hort, das Gute werbe durch sein bloßes Vorhandensein für sich selbst und das Schlechte könne auch durch die beste Propaganda nicht vom Makel der Minderwertigkeit befreit werden, so geht eine solche Art der Beweisführung fehl. Der Mensch ist nun einmal gegen alles Neue mit Mißtrauen erfüllt und selbst das Streben nach dem Neuen ist meist nicht mehr als eine kurzlebige Eitelkeit. Auch die größten Könige haben ihre Herolde gehabt, die mit dem Stab auf den Boden stießen und den Rang und die Leistungen ihres Herrn priesen. Wir Deutfchen sind in der Vertretung unserer Inter­essen nach außen immer reichlich keusch und zurück­haltend gewesen; wir haben durchaus das Recht, das Gute und das Aussichtsvolle auch bei uns zu (oben.

Zwischen den beiden Messen, der Königsberger Ostmesfe und der Leipziger Herbstmesse, wird der milchwirtschaftliche Weltkongreß liegen. Es darf damit gerechnet werden, daß ein großer Teil der ausländischen Besucher dieser bedeutungs­vollen Fachveranstaltung auch nach Leipzig fahren wird. Im vorigen Jahre waren es die Olympischen Spiele, deren Besucherschaft die Gelegenheit be­nutzen wollte, Deutschland nicht nur von der sport­lichen und organisatorischen, sondern auch von der wirtschaftlichen Seite kennenzulernen. Alles hat feine Technik auch das Ausstellungs- und Messe­wesen. Man wird es dem Leipziger Messeamt ohne weiteres glauben, daß ihm in der Ausstellungs­technik reiche Erfahrungen zu Gebote stehen. Aber ausgelernt hat im vollen Sinne des Wortes noch nie ein Mensch. Wenn jetzt in Leipzig ein größeres Einfamilenhaus gezeigt wird mit allen Ein­richtungen und jedwedem Zubehör, das unter Verwendung der reichlich vorhandenen und unter fast völliger Vermeidung der knappen Baustoffe er­baut und ausgestattet worden ist, und wenn durch Lücken im Mauerwerk und Fußboden die neuartige Bauweise sichtbar und glaubhaft gemacht wird, so ist das beweiskräftiger für die Aussichten des Vier» jahresplans als lange Reden und dickleibige Druck­werke.

Es ist nicht leicht, aus den Erfahrungen der Ost­mesfe auf den voraussichtlichen Erfolg der Leipziger Muster- und Baumesje zu schließen. Nach Königs­berg tarnen außer oftpreußischen Interessenten und