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Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bild«:: Dr. Fr. W Lange (beurlaubt). Vertreter: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr.Hans Thyriot; für dem übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hem; Beck (beurlaubt). Verantwortlich für den Inhalt den Anzeigen: i. V. Hans Thein. D. A. VI. 37: 9104.. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei: R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr,, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs>> preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit ber

Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

den Fronten von Asturien und Leon Gewehr- und Geschützfeuer.

An der Front von Aragon wurde der Vor­marsch der nationalen Trupven im Ab­schnitt von Albarricin fortgesetzt und sechs wichtige Stellungen besetzt. Der Feind, der auf der Flucht viele Gefallenen und Kriegsmaterial zurückließ, wurde weiter verfolgt.

Front von Madrid: 3m Abschnitt von Vrunete (das die nationalen Truppen am Samstag eroberten und samt allen bolschewi­stischen Befestigungen besetzten) beabsichtigte der Feind, die gestern (Samstag) durch unsere Truppen eingenommenen Stellun­gen wieder zu erobern. Diese verzweifelten Gegenangriffe wurden zurückge­schlagen. wobei er große Verluste hatte. Der Feind wurde weiter verfolgt, unsere Frontlinie beträchtlich vorgescho­ben und Stellungen des Gegners beseht. 3n einem der Teilkämpfe wurde eine b o l f ch e - wistische Truppen - Abteilung in Stärke von etwa 6 0 0 0 211 a n n in d i e Flucht geschlagen und von unseren Flie­gern und Artilleriefeuer verfolgt, wobei der

Feind große Verluste hatte. Umfangreiches Kriegsmaterial fiel in unsere Hände. Samstag und Sonntag verlor der Gegner 2 4 sowjet- russische Tanks. 3n einem einzigen Schützengraben wurden über 40 INaschi- nengewehre gefunden. 58 Milizen mit Waffen sind zu uns übergegangen, und die Zahl der Gefangenen wächst unaufhörlich.

Fliegerei: In mehreren Luftkämpfen haben nationale Flieger 15 bolschewistische Flugzeuge ab­geschossen. Seit Beginn der Offensive verlor der Gegner insgesamt 10 6 Flugzeuge.

Bildung einer neuen spanischen Nationalregierung.

St Jean de Luz, 25. Juli. (DNB.) Augen­blicklich wird eine neue spanische National­regierung, die denTechnischen Ausschuß" er­setzen soll, gebildet. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, ist General Graf I o r d a n a , der Vor­sitzende des Technischen Ausschusses, zum Minister­präsidenten ausersehen. Als Innenminister nennt man General Martinez Anido, der diesen Posten schon in der Regierung Primo de Riveras bekleidet hatte.

Aus aller Welt.

und wegen eines Vergehens der Verführung, beide verübt in Tateinheit, zu drei Jahren Ge­fängnis und Fasel wegen eines fortgesetzten Verbrechens der Unzucht mit Kindern zu andert­halb Jahren Gefängnis. Die Untersu­chungshaft wurde beiden Angeklagten in Anrech­nung gebracht. Der Haftbefehl wurde aufrechterhal­ten.

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Ein ähnlicher Fall, der ebenso wie der Nürn­berger Prozeß ein Schlaglicht auf die Moral ge­wisser Kreise der römisch-katholischen Kirche wirft, wurde vor der Großen Strafkammer in Lands- Hut verhandelt. Der Kooperator Thomas Härtl war seit 1. Mai 1934 in Rottenburg und hatte den Religionsunterricht in den Volksschulen Pattendorf und Münster wahrzunehmen. Während des Unter­richts verübte er in vier Fällen an Schülerinnen im Alter von 8 bis 12 Jahren fortgesetzt unsittliche Berührungen. Der Staatsanwalt beantragte eine Zuchthausstrafe von einem Jahr neun Monaten. Das Urteil lautete unter Zubilligung mildernder Umstände auf ein Jahr sechs Monate Ge­fängnis.

Hans H. Zerlett zum Produktionschef der Tobis berufen.

Mit Zustimmung des Reichsministers für Volks­aufklärung und Propaganda Dr. Goebbels wurde der Regisseur und Schriftsteller Hans H. Zerlett zum Prodüktionschef der Tobis berufen.

Aemlerweltflreit der Deutschen Reichspost.

3itm Kapkäne als SittWkeits- verbrecher vor Gericht

Nürnberg, 23.Juli. (DNB.) Der seit Anfang dieser Woche in Nürnberg vor der Ersten Großen Strafkammer des Landgerichts gegen zwei Ka plän e der römisch-katholischen Kirche durch- aeführte Sittlichkeitsprozeß kam Donnerstag zum Abschluß. Die beiden Angeklagten, der Kaplan Jo­hann Schmitt, der zuletzt Pfarroerweser in Alt­mannshausen war, und der jetzt 38jährige Kaplan August Fasel haben sich während ihrer Tätigkeit an der Sankt Elisabeth-Kirche in Nürnberg schwere sittliche Verfehlungen an ein und demselben Mädchen zuschulden kommen lassen.

Der Angeklagte Johann Schmitt war von 1930 bis März 1935 Präses des zur Pfarrei St. Elisa­beth gehörenden JungmädchenoereinsWeiße Rose". Seine Aufgabe als Vereinspräses bestand in der Hauptsache darin, den Mitgliedern, volksschul- und fortbildungsschulpflichtigen Mädchen, religiösen Un­terricht zu erteilen und erzieherisch auf sie einzu­wirken. Zu diesen Vereinsmitgliedern zählte auch das Opfer des Schmitt, die am 3. November 1919 geborene Metha W. Schmitt fand an dem Mäd­chen, das bisher unbescholten war, Gefallen, und benutzte seine Stellung als Präses dazu, es auf ein Zimmer im Pfarrhaus einzuladen und unzüchtige Berührungen an ihm vorzunehmen. Das Wider­streben und die moralischen Bedenken der noch nicht 14jährigen wußte er durch den Hinweis zu be­schwichtigen, daß ihr Tun keine Sünde sei. Die vollständige Verführung des Mädchens nahm Schmitt vor seiner im März 1935 erfolgten Abreise nach Tübingen vor. Später übernachtete der Ka­plan mit dem Mädchen im Hotel in Aachen, Crails­heim und Tübingen. Dabei war Schmitt das Alter der Verführten bekannt.

Zu gleicher Zeit begann Montag das Verhör ge­gen den mitangeklagten Kaplan August F a s e l, der im März 1935 als Präses des Mädchenvereins Weiße Rose" die Nachfolgerschaft Schmitts antrat und an dem Mädchen in seinem im Pfarrhaus ge­legenen Zimmer unzüchtige Berührungen vorgenom­men hat.

In der Beweisaufnahme legte Schmitt ein um­fassendes Geständnis ad. Als Entschuldigung führte er an, daß er von dem Mädchen verführt worden sei.

Im Verlauf der Zeugenvernehmung wurde der Weihbischof Kolb von Bamberg vernommen. Er sei zuerst im Juni 1935 von den Verfehlungen des Schmitt durch Kaplan Fasel unterrichtet worden. Daraufhin habe er Schmitt nach einer Besprechung in Nürnberg, um einenVersuch zur Besserung" des Angeklagten zu machen, nach Schlüsselfeldver­setzt". Der Zeuge will klar machen, daß diese Ver­setzung als eineStrafversetzung" zu werten sei, muß aber schließlich auf den Borhalt des Vor­sitzenden zugeben, daß der Fall leider von der kirch­lichen Seite nicht völlig geklärt worden sei.

Der Schlußtag der Verhandlung, zu dessen Be­ginn der Vorsitzende Mitteilung davon machte, daß der Vater der Zeugin Strafantrag gegen Schmitt und Fasel gestellt habe, brachte das Plädoyer des Staatsanwaltes. Es müsse gesagt werden, daß der Kaplan seine Sinneslust in zügelloser Weise an dem Mädchen befriedigt hat. Schmitt habe dabei nach dem Grundsatz gehandelt,du darfst sündigen, wenn du dich nicht erwischen läßt". Dieser Satz sei ein Spiegelbild der Moralauffassung, die anschei­nend in gewissen Kreisen der römisch-katholischen Geistlichkeit herrsche. Es handele sich, so fuhr der Staatsanwalt fort, hier um eine symptomatische Verfallserscheinung. Weihbischof Kolb habe als Zeuge auf eine diesbezügliche Frage geantwortet: Es ist nicht Brauch der Kirche, ihre Angehörigen dem Staatsanwalt auszuliefern". Aus dieser sehr seltsamen Moralauffassung erklärten sich auch die übrigen schlechten Charaktereigenschaften, die wäh­rend dieses Prozesses bei Schmitt und Fasel in Er­scheinung getreten seien. Der Staatsanwalt ging dann auf die schweren Verfehlungen ein, die Fasel sich an dem Mädchen zuschulden kommen ließ. Wenn Fasel seine Verfehlungen dadurch verschleiern wolle, daß er sagte, daß er bedauere, seine Gefühle an ein solch verdorbenes Mädchen geworfen zu haben, so setze das seiner Gemeinheit die Krone auf.

Nach längerer Beratung verkündete der Vor­sitzende das Urteil der Strafkammer. Es wurden verurteilt: Schmitt wegen eines fortgesetzten Verbrechens der Unzucht mit Kindern nach § 176

Nach einer Verfügung des Reichspostministers werden sich auch die Postämter usw alljährlich an dem Wettstreit um höchste Leistungs- fähigkeit und nationalsozialistische Ausrichtung beteiligen. In Anlehnung an den Wettkampf der deutschen Betriebe nach dem Aufruf des Reichs­organisationsleiters Dr. Ley wird der Wettstreit der örtlichen Dienststellen der Deutschen Reichspost dazu mithelfen, nicht nur die schnellste und zuver­lässigste Nachrichtenübermittlung sicherzustellen, son­dern auch Gefolgschaft, Diensträume und Betriebs­mittel für diese Aufgabe auf das beste auszu­rüsten.

IHarconi in seiner Heimatstadt Bologna beigesehk.

In seiner Heimatstadt Bologna ist Guglielmo M a r c o n i nach einem feierlichen Totenamt in San Petronio zur letzten Ruhe getragen worden. Ganz Bologna hatte für seinen großen Toten Trauer angelegt; und eine unübersehbare Menge erwies in tiefer Ehrfurcht dem ruhmreichen italie­nischen Erfinder die letzte Ehre. Im Trauerzug und bei dem Totenamt waren nochmals Staat und Par­tei, Kunst und Wissenschaft durch zahlreiche führende Persönlichkeiten vertreten.'

Dr. Euwe führt im Schachmeister-Turnier.

Im Schachturnier der vier Mei st er in Stuttgart wurden die beiden Hängepartien aus der dritten Runde beendet. Aljechin konnte seine Stellung gegen Dr. Euwe nicht behaupten und gab nach dem 37. Zuge auf. Auch Bogoljubow verzich­tete bald auf die Fortsetzung seiner Partie gegen Sämisch. Nach dem 38. Zuge streckte er die Waffen, Das Turnier wurde mit der Hängepartie aus der vierten Runde zwischen Weltmeister Dr. Euwe und Sämisch abgeschlossen. Euwe konnte den bei der Eröffnung errungenen Vorteil noch weiter aus­bauen, während Sämisch bei der Verteidigung in Zeitverlust geriet und im 44. Zuge die Zeit über­schritt. In der Gesamtwertung führt Dr. Euwe klar mit 3% Punkte vor Dr. Aljechin mit 2, Bogolju­bow mit 1A und Sämisch mit 1 Punkt. Das Tur­nier wird in Garmisch-Partenkirchen fortgesetzt.

Um die deutsche Schachmeisterschaft.

In Bad Oeynhausen wurde die 7. Runde des Turniers um die deutsche Schachmeister- schäft gespielt. Als erster gewann Ernst gegen

Heinrich mit einem Mattangriff. Eine Gla^ leistung vollbrachte Richter mit einem Budapests Gambit gegen Engels. Kieninger erlitt ssirj erste Niederlage gegen R e l l st a b, der einen nigsangriff des Kölners im kraftvollen Gegenoi. griff zum Scheitern brachte. Dr. L a ch m a n n fdjlut Zöllner in einem Endspiel. Reinhardt füh^ gegen R o d a tz ein Turmendspiel durch ein feine; Bauernopfer zum Siege. Schmitt gewann geget Kohler nach gutem Stellungsspiel die Quality und nach verzweifelter Gegenwehr die Partie. Caro-Kann-Partie Michel gegen Krankt wuch nach ruhigem Kampfverlauf remis. Stand nach d<- 7. Runde.: Kieninger, Schmitt 5 Punkte, Richly Michel, Rellstab, Dr. Lachmann VA Punkte, Eriy 4 Punkte, Engels, Reinhardt, Zöllner 3lA Punkte Krankt 3 Punkte, Kohler, Rodatz IV2 Punkte, Heir' rich V2 Punkt. Im Ländertreffen Niedersachse, gegen Westfalen siegten die Westfalen mit 42:26.

Schweres Unwetter über Bamberg.

Am Samstagabend wurde Bamberg und Uir. gebung von einem überaus heftigen Gewitter, sturm mit Hagelschlag heimgesucht. Kj Blitz und Donner setzte ein gewaltiger Wolkenbrucj ein. Der Sturm hauste stellenweise verheerend. 2k dem Bamberger Friedhof wurden Grabsteine uit geworfen und Bäume entwurzelt. Bei dem Um spannwerk des Bayernwerkes wurden drei Haupi, leitungen zerstört, so daß die betreffenden Gebiet: ohne Licht waren.

Runvfunkproaramm.

Montag, 26. Juli.

13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezich 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Musi kalischer Plumpudding. 15: Volk und Wirtschaft 15.15: Für unsere Kinder. Wir basteln uns Garte» spiele aus Bällen. 16: Bunter Funk. 18: Zeitge­schehen im Funk. 19: Stuttgart spielt ayf. Heilen Feierabendmusik. 21: Nachrichten. 21.15: Johanne! Brahms. Sinfonie Nr. 2 D-dur, Werk 73. 22: Nach­richten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezick 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 1: Nachtkon- zert. Die Berliner Philharmoniker spielen.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Die Zufuhr kühlerer Meeresluft auf der Rück» feite des jetzt mit seinem Kern über Südschwedr« liegenden Tiefs hält noch weiter an. Die Nieder­schläge bleiben dabei aber hauptsächlich auf Nock» deutschland beschränkt und nur der Norden unsere Bezirks wird stellenweise leicht gestreift. Im allgr meinen kann für die nächsten Tage mit zwar leich: unbeständigem, aber dennoch meist freundlichem Wetter gerechnet werden.

Aussichten für Dienstag: Wolkig uck nur in den nördlichen Teilen unseres Gebietes stel­lenweise leichte Schauer, mäßig warm, westlichr: Winde.

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