tikel itellt.
gkeit
e
-1.25
H.BO d.6O
:1Ä
S 1.95
J.95 "2.15
d
fe
•!.I5 'iUi cm 3,85
billig’
16
«.-.18 in 2.15 m •*
Itt. 171 Erstes Blatt
187. Jahrgang
Montag. 26. Juli 1957
Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags
Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr.
Ermäßigte Grundpreise:
Stellen-. Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- gen. Bäder-. Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B
Oie wledererstandene GM.
-DU unserem ständigen Dr. E. Sch.-Bericht- erstatier.
lapbrucf, auch mit Quellenangabe, verboten!
Oer neue englische Kragebogen zugestelli.
Sieben Kragen auf 26 Seiten. — England sucht Italien mit dem Hinweis auf Abessinien
|(rfdtint täglich, außer Homtags und Feiertags wistgen: Die Illustrierte Meftner Familienblätter Jtinat im BUd ■ DieScholle
Mmatr-Bezugsprels:
Im 4 Beilagen RM. 1.95 ^illustrierte „ 1.80 kstügebühr. . „ -.25 U) bei Nichterscheinen Ln einzelnen Nummern |ol|< höherer Gewalt
Msprechanschlüffe izPöammelnummer 2251 inlcrift für Drahtnach- -jiti Anzeiger Gießen
Postscheckkonto:
^Ifurt am Main 11686
Siegener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Verlag: Srühlsche Univerfitättdruckerei R. Lange in Gietzen. §christleitung und Geschaftrftelle: Schulstratze 7
ei
r o n a r b e i t verrichtete. Die kürzlich beworbene Nachricht von der „Begnadigung" 5 000 Zwangsarbeitern, die sich analbau besonders durch „Stoßarbeit" aus-
Moskau, 20. Juli 1937.
I geraumer Zeit erscheinen in der Sowjet- mmer wieder lange, auf den ersten Blick lisvolle Listen von Persönlichkeiten, die „für roorragenben Verdienste bei der Erfüllung :er Regierungsaufgaben" mit den h ö ch st e n e t o r d e n ausgezeichnet werden. Erst bei i Zusehen entdeckt man unter den neuge- i Ordensrittern vom „Roten Stern" oder eninorden" bekannte Namen, die von Korn- i der Staatssicherheit, gefürchteten Unter« rricktern, von Mitgliedern jener geheimen en, die in diesen Monaten die Aufgabe )ie plötzlich verhafteten bisheri- Spitzen des bolschewistischen es zu verhören und abzuurtei- nter den so ausgezeichneten Funktionären menkommissariates" (so lautet die amtliche ,ung jetzt für die GPU.) zählt man weiter veihundert solche, die sich beim Bau des Noskwakanals besonders hervorgetan haben, er typischen „Bravourleistung" des Stalin- sipotismus, wo ähnlich den Sklaven, die die den der ägyptischen Pharaonen errichteten, ;r Au sticht der GPU. eine ganze Armee von t politischen! — Strafgefangenen jahrelang
czMnet hätten, bestätigte nur die bisherigen Ber- luiunten, daß für die Zahl der dort fronenden Wlinge eine fünfstellige Ziffer bei weitem nicht iSL-eidjt! Natürlich finden sich — wie dies gerade 1 AM.-Apparat nicht anders zu erwarten ist — romPunter den Fronvögten vom Wolgakanal, wie ttfl| unter den Funktionären des Geheim- und pi.mazedienstes, die nunmehr zu Rittern aller DOBjek rben wurden, über ein Viertel einwandfrei imifh e Namen.
2)tu Höhepunkt erreichte der Wiederaufttteg des '-Ws der GPU., das durch die Jagoda-Affäre pMSch gesunken war, mit der Verleihung des nürMens an den „Jnnenkommissar" Jeshow,
luneuen Chef der GPU. Die kriecherischen Huldi- Uk^bkzeugungen für die GPU. und ihren Leiter, »Saui diesem Anlaß in der Sowjetpresse er- fjiehit, übertrafen das - bisher Dagewesene noch m itin Vielfaches. Sämtliche Blätter brachten das MZeshows (das beispielsweise in der „Prawda" Hern ein Viertel einer Seite einnahm) und machten h z- natürlich auf entsprechende höhere Weisung - Bliran, dieses Ereignis in einer Weise zu form ernenn, die für die gegenwärtig in der Sowjet- iiiom herrschende Atmosphäre ein geradezu er= Wenides Zeugnis ablegt. So kennzeichnete die stkchvda" den GPU.-Chef, dem sie das entschei- M Verdienst an den fortdauernden „Säube- iNMoktionen" und „Entlarvungen" (ließ Ver ° Hu n g e n oder Erschießungen) aller der Sowjetunion" zusprach, als den vor- Wtfyii Bolschewiken schlechthin, dessen „revolu- onettre Wachsamkeit", dessen „scharfes bolschewisti- bes Auge", dessen „untrüglicher proletarischer nftrhlt* als in jeder Hinsicht beispielhaft gepriesen jurice. Unter seiner Leitung seien die „Spione, ierrikr und Trotzkisten", von Sinowjew und atweiw angefangen über Radek und Pjatakow 15 .'luben „Banditen vom Schlage Tuchatschewskis nd -lloorewitschs", zerschmettert worden, er habe ach! A Ausbootung des „Verräters" Jagoda auch u 'typirate der GPU. selbst schonungslos aufge- aui^i Den Gipfel der Infamie aber erreichen die " wii mmer ad hoc bestellten — „Resolutionen -k ’Drktätigen", die den kleinen Mann mit dem °le|l|i Aick, an dessen Händen das Blut von ;auliiDi'n erschossener Opfer klebt, der „innigen b(3 Sowjetvolkes" zu versichern haben und er ’^ahrung für feine „große Meisterschaft" bei ^-Marvung" des inneres Feindes!
. Ä oürbe jedoch mit der Annahme irren, daß 'le’eä ^szeichnungen und Huldigungen in erster -mut jer Persönlichkeit Jeshows gelten, über 'clp bkschränkte Fähigkeiten und bedingungslose We’-Hirfung unter den Willen seines Meisters sich n. Wiu alle klar sind, die darüber unterrichtet ’irisen. Das bedeutet freilich auch, daß ein 9hnn, ohne gesunden eigenen politischen Wil- •n» Jjfaf jegliches eigene Verantwortungsgefühl, 15 ™ ti f3 e u g ei ne s Despoten von geradezu utyNir Gefährlichkeit sein kann. Es handelt sich e' Ijtl erwähnten, erschütternden „Stimmen des r"*5’, wie gesagt, nicht darum, nunmehr der ^erb*;i:dteit Jeshows Weihrauch zu streuen. Die 5ro^cirba gilt vielmehr der wiedererstande- ,en' U. als dem blindlings dem Willen des M unterworfenen Werkzeug. Der schimpfliche jagodas und die darauf einsetzende Der- artiL.ig=oetion im Kreise seiner engsten Mitarbel- ;r b' Eh -unächst für den bisher allmächttgen GPU.- ppa'iai eine schwere Kompromittierung bedeutet.
‘fyh’r die Ausmerzung Jagodas und der „Ja- ?9ift?irr innerhalb der GPU. das bestehende Ge- ü’-es Sowjetstaates belastet hat, geht schon allein Wtth teroor, daß der wegen „Amtsvergehen •ilamelleii Charakters" vor vier Monaten ver- nähere GPU.-Kommissar bis heute noch cht ')cr Gericht gestellt worden ist! Erst anläßlich k, !.^e,sverleihung an Jeshow erwähnen die ätter überhaupt feinen Namen wieder, wobei er gWsills erstmalig — als „feiger Verräter , 3 o' ftrb des Sozialismus" und „Gesinnungsge- 'ffe «de Spione, Schädlinge und trotzkistifchen Ban- ten"t j^jchnet wird. Vielleicht hat man in dieser
zu gewinnen.
London, 26. Juli. (DNB. Funkspruch.) Sämtliche Londoner Morgenblätter befassen sich eingehend mit dem Fragebogen der britischen Regierung in der Nichteinmischungsfrage und drücken die Hoffnung aus, daß dieser neue Dermittlungsvorschlag Erfolg haben möge.
Der diplomatische Korrespondent der „Time s" berichtet, daß der Fragebogen, der 261/2 Seiten umfaßt, sieben Fragen enthalte. Er sei am Donnerstag und Freitäg im Foreign Office ausgearbeitet und am Samstagabend in der Form einer Denkschrift den diplomatischen Vertretern der 26 Nichteinmischungsstaaten übermittelt worden mit der Bitte, daß die Regierungen ihre Antworten baldmöglich st einsenden sollten, damit der Hauptausschuh des Richteinmischungsausfchusses aufs neue zusammentreten könne. Die sieben Fragen der Denkschrift seien in möglichst einfacher Form gefaßt und gingen daraus aus, daß die Regierungen klar zu verstehen geben sollten, ob sie den wesentlichen Teilen des britischen Kom- promihplanes zustimmen oder nicht. 2Nan sei der Ansicht, daß dieses Vorgehen in unzweideutiger Form die wesentlichen Mei - nungsverschiedenheiten zwischen den Mächten zutage treten lassen würde.
Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" meint, England habe seine Meinung bezüglich der Wichtigkeit der Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen aus Spanien nicht geändert. In britischen Kreisen betone man, daß England entschlossen sei, seine Interessen im Mittelmeer zu wahren, daß man aber gleichzeitig warme und gute Beziehungen für Italien wünsche.
Man sei der Ansicht, daß, wenn der Völkerbund in sechs Wochen zufammentrete, er sein Einverständnis dazu geben werde, daß Abessi-» nien als unabhängiger und souveräner Staat verschwinden solle.
Der diplomatische Korrespondent der „Daily Mail" meint, Großbritannien unterstütze den Standpunkt Frankreichs und Sowjetrußlands, daß erst die ausländischen Freiwilligen in beträchtlichem Ausmaße zurückgezogen werden müssen, bevor eine Zugestehung der Krieg- führenden-Rechte möglich sei.
3n Londoner diplomatischen Kreisen habe man wenig Hoffnung, daß dieser neue Schritt die Verhandlungen aus der Sackgasse herausfüh- ren könnte. Man sei der Ansicht, daß der Fragebogen die zahlreichen Meinungsverschiedenheiten im Richteinmischungsausschuß lediglich stärker hervortreten lassen werde.
„Daily Herold" meint, daß keine der großen Regierungen die Fragen des englischen Dokuments ohne Einschränkung annehmen werde Alsdann werde die ganze Angelegenheit zwecks Beratung dem Hauptausschuß des Nichteinmischungsausschusses unterbreitet werden und dann werde alles wieder von neuem anfangen.
„News Chronicle" meint, in London und Paris fei man feit vielen Tagen bereits der Ansicht, daß es weitaus besser sei, klare Antworten zu erhalten, die unter Umständen zum Zusammenbruch führten, anstatt weitere neue Versuche zu unternehmen. Zur Unterredung Edens mit dem italienischen Botschafter will das Blatt berichten können, daß G r a n d i in sehr herzlicher Form auf die Wichtigkeit eines besseren Verstehens zwischen Italien und England hingewiesen habe.
„S u n d a y T i m e s" will wissen, daß Deutschland und Italien infolge des Besuches von Lord Plymouth bei Ribbentrop nicht die sofortige Beseitigung der Flottenpatrouille verlangen würden Was die Zurückziehung der italienischen Freiwilligen betreffe, so seien wenig Anzeichen vorhanden, daß Mussolini hierzu bereit sei. Wenn er sich weigere, dann halte man m London einen Zusammenbruch des Nichtemmischungs-
abkommens für unvermeidlich. Im englischen Fragebogen werde ausdrücklich erklärt, daß der britische Plan als Ganzes behandelt werden müsse und daß nicht der eine oder der andere Teil abgelehnt werden könne
Die der Korrespondent weiter berichtet, hat die englische Regierung wahrscheinlich die Absicht, den Italienern eine Neuregelung der e n g l i sch - i t a l i e n isch e n Beziehungen in Aussicht zu stellen, wenn sie den englischen Richleinmischungsplau annehmen. Falls der britische plan erfolgreich wäre, dann könne die Zeit für weitere englischitalienische Besprechungen gekommen sein, um festzuslellen, ob die Verständigung zwischen England und Italien vom Januar dieses Jahres nicht doch noch erfolgreich verwirklicht werden könnte.
Die britische Regierung sei ehrlich bemüht, die Verdächtigungen zu zerstreuen, daß ihr Aufrüstungsprogramm gegen Italien gerichtet sei.
Echo in Paris.
Paris, 25. Juli. (DNB.) In der Beurteilung der außenpolitischen Lage hinsichtlich der Erfolgsaussichten des neuen englischen Kompro- m iß plan es in der spanischen Nichteinmischungsfrage ist die französische Sonntagabendpresse sehr zurückhaltend. Im Zusammenhang'mit dem Besuch des Londoner französischen Botschafters Sorbin in Paris und feine Unterredungen mit den Leitern der französischen Politik verzeichnet der „Jntran- s i g e a n t" nur ganz kurz, daß (Sorbin nach Paris gekommen sei, um sich unmittelbare Anweisungen des französischen Außenministers zu holen. Frankreich, so schreibt der Jntransigeant, das stets mit England solidarisch sei, haben bereits wissen lassen, daß es das neue von London ins Auge ge
faßte Verfahren billige, und dieses Verfahren stelle, man müsse es laut und deutlich erklären, den letzten Versuch der Nichteinmischungspolitik dar.
Rom gegen Englands Fiklwn.
Rom, 26. Juli. (DNB.) Die starke Beachtung des am Samstag im „P o p o l o d ' I t a l i a" erschienenen Artikels wird von der römischen Presse am Sonntag mit lebhafter Genugtuung verzeichnet, wobei die Zustimmung Deutschlands zu dem Mahnruf Mussolinis und zu seiner realpolittschen Einstellung hervorgehoben wird. „P o p o l o di Roma" weist hauptsächlich auf die Fiktion hin, an der England immer noch festhalte, in dem es die Augen vor der völlig ein« heutigen Wirklichkeit schließe und sich vor der Anerkennung der Kriegsrechte Francos sträube, die überhaupt nicht von der praktisch unmöglichen Freiwilligenfrage abhängig gemacht werden könne.
England riskiere damit selbst, den Weg zu der wahren Nichteinmischung zu sperren.
Im „M e f f a g g e r o" wird der Artikel des „Popolo d'Jtalia" ebenfalls besonders mit der Haltung Englands und dem neuen Versuch der englischen Presse in Zusammenhang gebracht, die ganze Schuld für ein Scheitern der Verhandlungen über den englischen Kompromißvorschlag auf Italien abzuladen.
Im übrigen werden in den Pariser Korrespondenzen die Aussichten des neuen englischen Fragebogens ziemlich skeptisch besprochen. Sein Hauptverdienst werde vielleicht die Klärung einer undurchsichtigen Lage sein und daß mit seiner Beantwortung nach Ansicht des „Popolo di Roma" neue Gegenvorschläge erleichtert werden könnten.
Siegreich für Deutschland entschieden.
Caracciola gewinnt auf dem Nürburgring den preis des Führers.
Auf dem Nürburgring, 25. Juli. (DNB.) Zu einem der heftigsten Kämpfe, die je auf dem Nürburgring ausgetragen worden sind, gestaltete sich der 10. Große Preis von Deutschland, der am Sonntag vor 300 000 Zuschauern bei schönem, aber kühlen Wetter mit dem fünften Sieg Caracciolas auf Mercedes-Benz endete.
In 3:46:00:1 legte Earacciola die 501
Kilometer zurück, was einem Stunden- durchschnitt von 131,2 Kilometer gleichkam.
Hinter ihm landete sein Markengefährte Manfred oon Brauchitsch in 3:46:46:3 (132,7), auf dem zweiten Platz. Bernd R o s e rn e y e r, der mit 9:55 Minuten und 137,8 Kilometerstunden einen neuen Rundenrekord aufstellte, hatte Pech und verlor durch Reifenwechsel kostbare Minuten. Er arbeitete sich vom 11. auf den dritten Platz vor. Nuvolari (Alfa-Romeo), Hasse (Auto-Union) und Kautz (Mercedes-Benz) waren die Nächstplacierten. (Ausführlicher Bericht im heutigen Sportteil. Die Schriftleitung.)
Nach dem packenden Kampf um den 10. Großen Preis von Deutschland erstattete Korpsführer Hühnlein dem Führer mit folgendem Telegramm Meldung:
Wein Führer? Ich melde: 10. Großer preis von Deutschland auf dem Nürburgring nach überaus spannendem Kamps siegreich für Deutschland entschieden. Sieger wurde Rudolf Earacciola auf Dercedes-Benz und damit Gewinner Ihres Preises. Zweiter Manfred v.Brau- chitsch auf Mercedes-Benz, Dritter Bernd Rose- meyer auf Autounion, heil, mein Führer!
Korpsführer Hühnlein.
Der Preis des Führers. (Scherl-Bilderdienst-M.)
Aeußerung der parteiamtlichen „Prawda' den ersten Hinweis zu sehen auf einen neuen Monstre - prozeß, der logischerweise Jagoda neben den übrigen gestürzten Säulen des Regimes, Rud>utak, Krestinski, Salimow und den vielen andren auf einer Anklagebank vorführen mußte Wir jagen „logischerweise", denn noch scheint es nicht sestzu- stehen, ob der Kreml nochmals einen für das Prestige seines Staates so gefährlichen Einsatz wagt.
Wie dem auch sei, in dem Prozeß der Umbildung der bestehenden, weiterhin mit bestimmten Persönlichkeiten wie es schien unlösbar verbundenen Machtpositionen im Sowjetstaat, in dem Prozeß der neuen Verfolgung^, Terror, und Ausrottungsaktion imKreise der bisherigen Spitzen des Regimes hat sich bereits jetzt die Notwendigkeit geze-gt, die allmächtige politische Polizei, die GPU-, prestige- mäßig wieder zu rehabilitiere n. 2)ies ist der Sinn der Auszeichnung Jeshows und seiner Ge- treuen, nur so kann die für westeuropäische Begaffe geradezu infam anmutende Proskynesis der
Sowjetpresse und Oeffentlichkeit vor der GPU. gedeutet werden. Wenn man die Zeit des Machtkampfes im Staate, also gegen den Feind von außen und gegen die weißen Generale, als die erste Etappe der bolschewistischen Revolution bezeichnen will, und die zweite Etappe im Kampfe Stalins gegen Trotzki, sowie in der politischen Vernichtung des Bauerntums, der Kollektivisierung, sieht, [o wird man den gegenwärtigen, durchaus mit präventiven Schlägen Stalins gegen alle seine möglichen Gegner geführten Machtkampf, wobei die bolschewistische Revolution wie Saturn ihre eigenen Kinder wieder verschlingt, mit Fug und Recht als ihre dritte Phase bezeichnen dürfte. Aber auch in dieser dritten Etappe bedarf der bolschewistische Despotismus zur Aufrechterhaltung feiner Tyrannei über die Massen des russischen Volkes des „unerbittlichen strafenden Schwertes der proletarischen Diktatur" — wie die in ihrer neuen Machtstellung als gefügiges Instrument der Moskauer Machthaber wiedererstandene GPU. im Jargon der Sowjetpresse bezeichnet wird.
Patriarch Barnabas f-
Belgrad, 24. Juli. (DNB.) Das Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Barnabas (W a r n a w a), ist in der vergangenen Nacht nach längerer schwerer Krankheit verschieden. Barnabas wurde 1880 im Sandschak Novipasar geboren und 1930 zum Patriarchen gewählt. Er widmete seine ganze Arbeitskraft dem Aufbau der serbisch-orthodoxen Kirche, die sich in den Jahren, in denen er sie als Oberhaupt leitete, stark entwickelte. Dem neuen Deutschland brachte Patriarch Barnabas Verständnis und Sympathie entgegen.
Deutschlands Beileid.
Berlin, 25. Juli. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat der königlich-jugoslawischen Regierung zum Ableben des Oberhauptes der serbisch-orthodoxen Kirche, Patriarch W a r n a w a , sein und der Reichsregierung aufrichtiges Beileid durch den deutschen Gesandten in Belgrad übermitteln lassen.
iA.


