Einzelbild herunterladen

Hausfrauenpflichten zur Einmachzeit

Aus der engeren Heimat

Ortenberg, Gedern und Birstein haben wohl nach

der Juli

Straße nach Lich wegen der Reichsautobahn abge­rissen werden mußte, Richtfest seines Neubaues ge­halten. Auch der Neubau des Karl Schneider HL,

stungsfähigkeit zugeführt werden.

Prüfung der Anwärter auf die Bühnenlaufbahn.

Laut einer Anordnung des Präsidenten

Reichstheaterkammer finden am 28. und 29.

1937 in Frankfurt a. M. für den Gau Hessen-

AVI II VI l y, LI UV 4JlL|LClll l/UUCIl LUUL^l liuuy

freundnachbarlicher Vereinbarung für ihre Lande vt,tuvuu JVUn t

einen Buh- und Bet-, Fast- und Danktag eingesetzt,! dessen Haus ebenfalls abgerissen werden muhte, ist

Lpd. Wenn in der heißen Jahreszeit die Haus­rau bei ihren täglichen Einkäufen in Läden oder auf den Mvrkt kommt, immer wieder werden die appetitlich aufgeschichteten Obst- und Gemüseberge ihre Aufmerksamkeit erwecken, und ihr Hausfrauen­herz lacht, denn jetzt hat sie in Hülle und Fülle alle Arten in Obst und Gemüse zur Verfügung. Da macht sie gern mit, denn es gibt ja für warme Tage kein bekömmlicheres und besser schmeckendes Mittagsmahl als Frischobst oder Gemüse. Sie kann nun bei der Zubereitung eines solchen Mit­tagsmahles ihre ganze Geschicklichkeit und Vielseitig­keit entfalten.

Gerade aber jetzt, wo die Hausfrau die Möglich­keit hat und in den kommenden Monaten noch viel mehr Obst, vor allem Erdbeeren, Kirschen, Blaubeeren, Stachelbeeren, Himbeeren usw. einzu­kaufen, muß sie an ihre Vorratskammer denken. Sie soll einwecken und einkochen! Jetzt ist der rich­tige Augenblick dazu.

"Die Notwendigkeit, das deutsche Volk soweit als möglich aus eigener Scholle zu ernähren, zwingt besonders die Hausfrau zu umsichtiger Verbrauchs­lenkung. Denn wenn der lange Winter kommt und es kaum frisches Obst gibt, greift eine umsichtige und tüchtige Hausfrau in ihre Speisekammer nach

eine besonders reizvolle Veranstaltung vorgesehen. Unter der BezeichnungL i ch t w u n d e r a m Wasser" findet bei eintretender Dunkelheit eine Illumination am großen Teich statt. Am Mittwoch, 30. Juni, gastiert im Großen Bühnensaal des Kur­hauses die Kölner Oper mit der OperetteDie Fledermaus" von Johann Strauß. Für Donners­tag, 1. Juli, ist im Konzertgarten des Kurhauses eine Modenschau vorgesehen, die eine Reihe von Gebrauchsschöpfungen der deutschen Modezentrale bringen wird. Der Freitag, 2. Juli, bringt m der Trinkkuranlage die1. Bad-Nauheimer S e - r e n a d e", bei der das Kurorchester Werke von Schubert zur Aufführung bringen wird. Am Sams­tag, 3. Juli, findet dannEin F e st in Silber" statt, bei dem ein hervorragendes Ballett, sowie be­kannte Künstler und Filmstars mitwirken Den Ab­schluß der Bad-Nauheimer Woche bildet ein Doppel­konzert des Musikkorps des J.-R. 15 Kassel und des Stabsmusikkorps Rothweften am Nachmittag. Am Abend findet ferner ein Großkonzert der Wehrmacht mit hundert Musikern statt.

Der Siebenschläfertag.

LPD. Als Lostag steht der 27. Juni noch heute bei vielen Menschen in recht hohem Ansehen und wird von ihnen recht gefürchtet, entscheidet er doch angeblich über das Wetter der kommenden sieben Wochen, d. h. also über den Ausfall so mancher Ernten. Wehe Petrus! und ein Ach! über die Seelenruhe der Menschheit, wenn es an diesem Tage gar zu sehr regnet; aber auch bann, wenn heute die Sonne unbarmherzig heiß über den Lan­den brütet! Dann muß es fünfzig Tage lang ent­weder gießen aber gar keinen Reuen geben nach denen, die an die unbedingte .^oerlässigkeit der Lostags-Wettervoraussatze glaubet, beides aber wäre nicht gerade das richtige, weder für die Felder und ihre Ernten, noch für uns Menschen; beide würden eine so einseitige Behandlung während einer so langen Zeit wohl schlecht vertragen. Da ist es schon besser und angenehmer, wenn das Wetter an diesem Tage wechselnd ist: etwas Sonne und etwas Regen, von jedem etwas zu einem gut abgemessenen Teil. Wenn während der Ernten der künftigen Wochen Sonne und Regen immer gerade zu ihrer Zeit kommen, dann wird der Himmel es gewiß allen Menschen recht gemacht haben!

Auch die Körperbehinderten in Arbeit und Verdienst.

Lpd. Der verstärkte Arbeitseinsatz wirkt sich auch für einen großen Teil unserer leidenden Volksge­nossen, die Körperbehinderten, günstig aus. Nach dem Fürsorgebericht des Reichsbundes der Körper­behinderten konnten durch die zuständigen Arbeits­ämter im vergangenen Jahr 2632 Körperbehinderte in Arbeit vermittelt werden, und zwar über die Hälfte (1552) im letzten Vierteljahr 1936. Ferner wurden 2161 Körperbehinderte der Umschulung und Berufsschulung zugeführt, und zwar wiederum über die Hälfte im letzten Vierteljahr 1936. Ferner wur­den unter Berücksichtigung des verstärkten Arbeits­einsatzes für rund 2000 Körperbehinderte Behelfs­mittel beschafft. Noch größer ist der Erfolg in 1937. Bis 1. April tarnen 1018 Körperbehinderte (gegen nur 175 in der gleichen Vorjahreszeit) in Arbeit, zur Umschulung 1324 (gegen 80). An Sportkursen beteiligten sich in den ersten Monaten 1937 über 8000, das sind bereits sehr viel mehr als im gan­zen Vorjahr.

Der Reichsbund der Körperbehinderten sorgt in enger Zusammenarbeit mit den maßgebenden Stel­len des Staates, der Partei, sowie den Arbeits­ämtern dafür, daß die Körperbehinderten den ge­eigneten Einrichtungen zur Behebung ihrer Kör­perbehinderung und damit zur Hebung ihrer Lei­

dem Eingemachten, dem Eingekochten. Sie hat im Sommer daran gedacht, alle Früchte, die der Som­mer uns schenkt, in Dosen oder Gläsern für den langen Winter ihrer Familie zu erhalten. Vor al­lem, wenn sie weiß, daß das Einkochen die Vita­mine nicht tötet, sondern erhält, und im Zeichen der Fettersparnis der Zuckerverbrauch immer mehr in den Vorbergrund tritt. Denn Zucker ist für den menschlichen Körper ein billiger Kraftspender und sehr geeignet, die tägliche Beköstigung kohlehydrat- reicher zu gestalten. Er ist eben in der Lage, das nicht genügend vorhandene Fett weitgehend zu er­setzen. Durch seine leichte Verdaulichkeit und sei­nen hohen Nährwert eignet er sich sehr dazu, be­sonders in Verbindung mit Obst und Früchten, sättigende, nahrhafte und billige Gerichte herzu- stellen.

Die Hausfrau wird daher um so mehr auch dem Zucker in Verbindung mit Obst und Früchten Be­deutung zukommen lassen, wenn sie erfährt, daß Deutschland im Gegensatz zur Schweiz, Schweden, Dänemark und Großbritannien alles Länder, die ungefähr den gleichen Fettverbrauch wie Deutschland haben viel weniger Zucker ver­braucht.

Nassau Eignungsprüfungen für Schauspieler bzw. Schauspielerinnen, Sänger bzw. Sängerinnen und Tänzer bzw. Tänzerinnen statt. Diese Eig­nungsprüfungen sind Berufsberatungen und haben den Zweck, ungeeignete Anwärter von der Bühnen­laufbahn fernzuhalten, hoffnungsvolle Talente da­gegen zu fördern. Anmeldungen nimmt die Dienst­stelle für den Gau Hessen-Nassau in Frankfurt am Main, Marienstraße 17, entgegen.

Gleichzeitig sind miteinzusenden eine Geburts­urkunde, ein ärztliches Gesundheitszeugnis, ein selbstgeschriebener Lebenslauf, ein Postkarten- oder Paßbild, bei Minderjährigkeit die schriftliche Ein­willigung der Eltern bzw. des Vormundes, ferner eine Prüfungsgebühr von 5 Mark. Zur besonderen Beachtung wird darauf hingewiesen, daß die Schau­spiel- und Opernschulen keine Schüler aufnehmen, die nicht eine Eignungsprüfung abgelegt haben. An­meldeschluß ist der 8. Juli.

Gießener Wochenmarkipreise.

* G i e ß e n , 26. Juni. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: D. f. Molkereibutter, A kg, 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark. Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück, 4 bis 10, Eier, vollfrisch, S 11, A 10)4, B 10, C 9% D 9, Enteneier 10 bis 11, ungez. inländische 8, Tauben 50 bis 70, Suppen­hühner, XA kg, 80 bis 95, Wirsing (grün) 20, Weiß­kraut 15, Rotkraut 20 bis 25, Gelberüben (Bündel) 13 bis 18, Roterüben 12 bis 15. Spinat 20 bis 25, Römischkohl 12 bis 15, Bohnen (grün) 20 bis 30, Spargel, 1. Sorte 55, 2. Sorte 50, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 35 bis 45, Zwiebeln 15, Rhabarber 8 bis 12, Kartoffeln, alte, 5, 5 kg 46 Pf., 50 kg 3,85 bis 3,95 Mark, neue, A kg, 12 bis 16 Pf., Himbeeren 40 bis 50, Aepfel (ausländische) 40 bis 80, Kirschen 35 bis 50, Heidelbeeren 35 bis 40, Sta­chelbeeren 20 bis 30, Johannisbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 30 bis 50, Zwetschenhonig 45, Blumen­kohl, das Stück, 20 bis 60, Salat 8 bis 10, Salat­gurken 12 bis 35, Oberkohlrabi 7 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Radieschen (Bd.) 8 bis 10 Pfennig.

*

** Stromunterbrechung in einzelnen Stadtteilen. Die Direktion der Städtischen Betriebe gibt bekannt, daß am morgigen Sonntag in der Zeit von 5 bis 10 Uhr infolge dringender Arbeiten die Stromlieferung in folgenden Straßen­zügen unterbrochen werden muß: Seltersweg von Blockstraße bis Wolkengasse; Goethestraße von Seltersweg bis Johannesstraße sowie in der Löwen­gasse und im Teufelslustgärtchen.

** Dänische Reisegesellschaft in Gie­ßen. Gestern mittag hielten vor dem Hotel Vic­tore zwei große Omnibusse einer dänischen Reise­gesellschaft. Die Reisenden aus Kopenhagen und

Hadersleben, 53 an der Zahl, kamen von Koblenz und befanden sich unterwegs nach Paderborn. Die Gäste hielten sich zur Mittagspause in unserer Stadt aus.

** Der Philosophenweg, bzw. der Ver­bindungsweg zwischen Wieseck und Philosophenwald, ist am 28. und am 29. Juni wegen der Durchfüh­rung von Kanalarbeiten für jeden Verkehr gesperrt.

** ßob der Tomate. Als wir sie aus Peru übernahmen Tomate kommt von tomatl, einem mexikanischen Wort, waren ihre Früchte kaum kirschgroß. Inzwischen hat die Hand des Züchters ie Apfelgröße annehmen lassen. Es ist ein Glück, ) viele von uns noch gar nicht richtig zu schätzen wissen, daß die Tomate auck in unserem Klima gut gedeiht. Denn diese Frucht ist ebenso reich an Vitaminen wie an basischen Mineralsalzen. Mit anderen Worten, sie liefert die für den Ablauf der Lebensvorgänge besonders wichtigen Eraänzungs- toffse, vor allem des Vitamin C und außerdem wirkt ihr Genuß einer Ueberfäuerung des Blutes ent­gegen. Hofrat Roese schreibt in der Zeitschrift Kampf der Karies", solange es frische Tomaten

so daß er seitdem in etwa 20 Ortschaften gefeiert wird bis 3um heutigen Tag. W., Pfr. i. R. Waldschwimmbad-Weihe derGtadtLich

* Li ch, 25. Juni. Das Waldschwimmbad unserer Stadt, idyllisch aelegen am großen Albacher Teich, geht feiner Vollendung entgegen. Die Einweihung des Schwimmbades findet bereits am Sonntag, 4. Juli, statt. Am frühen Nachmittag werden sich die Teilnehmer an dieser Fieer im Festzug bürd) die Stadt nach dem Schwimmbad begeben, wo dann die feierliche Eröffnung stattfinden wird. An­schließend werden verschiedene Schwimmwettkämpfe durchgeführt, unter anderem wird auch eine 4X50- Meter-Bruststaffel für Formationen und Vereine um den Wanderpreis der Stadt Lich geschwommen. Gchwererllnfall auf derReichsautobahn

* Bad-Nauheim, 26. Juni. Auf der Strecke zwischen Bad Homburg und Bad-Nauheim der Reichsautobahn ereignete sich in der Nacht zum Freitag ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Personenkraftwagen, der in der Richtung nach Bad-Nauheim fuhr, war von der Fahrbahn abge­kommen und im weichen Erdreich neben der Bahn steckengeblieben. Hur Hilfeleistung war ein Ab­schleppwagen herbeigerufen worden. Während man damit beschäftigt war, den Personenkraftwagen auf die Bahn zurückzubringen, fuhr plötzlich von hinten her mit großer Gewalt ein schwerer Frankfurter Personenkraftwagen auf das Fahrzeug des Ab­schleppdienstes auf. Die drei Kraftwagen wurden dabei förmlich ineinander geschoben und schwer beschädigt. Einer der Monteure, der sich gerade zwi­schen dem Schleppwagen und dem zuerst verun­glückten Auto befand, erlitt dabei schwere Quetschwunden und innere Verletzun­gen. Auch zwei andere Personen wurden bei dem Zusammenstoß verletzt, erlitten Knochenbrüche, Schnittwunden und ebenfalls innere Verletzungen. Die Verunglückten wurden in zwei Wagen der Sa­nitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in Bad Homburg zur ärztlichen Behandlung nach Bad Homburg gebracht. Der am schwersten verunglückte Monteur des Abschleppdienstes befindet sich in hoffnungslosem Zustande.

Landkreis Gießen.

* Klein-Linden, 24. Juni. Hier begann der Reichsmütterdienst einen Lehrgang in Säug­lingspflege, den Schwester Elisabeth Mül­le r ' durchführt. Trotz der vielen Arbeit in Feld und Garten haben sich zwanzig Teilnehmerinnen gemeldet, die mit Pflichteifer und Freude bei der Sache sind. gfs.

Steinbach, 26. Juni. Die Arbeiten an der Reichsautobahn sind in den letzten Wochen rüstig vorgeschritten. Die Brücke über die Straße SteinbachLich geht nach halbjähriger Bauzeit ihrer Vollendung entgegen. Seit einer Woche ist sie teilweise befahrbar und die Kleinbahn, welche Erde befördert, kann die Brücke benutzen. Ferner ist die Unterführung des Feldweges, der die Verbindung mit dem Felde, das durch Die Autobahn vom Dorfe abgeschnitten wurde, fast vollendet. Bei der Ernte­einbringung wird sie den Bauern aur Verfügung stehen. Am Wiebel, dem Berge, der links der Straße SteinbachLich direkt neben der Brücke beginnt, sind seit vielen Wochen zwei große Bagger eingesetzt. Hier entsteht ein mächtiger Einschnitt, durch welchen die Reichsautobahn gehen wird. Die Anlagen der Firma Kögel zur Herstellung des Betons für die Autobahn sind soweit fertiggestellt, daß in Kürze die Betonierungsarbeiten beginnen werden. Im Dorfe wurden in dem Saalbau des Paulus Gerhard und des Heinrich G ö r l a ch Arbeiterlager errichtet; zusammen werden hier rund 100 Arbeiter der Firma Amstütz untergebracht.

= Steinbach, 26. Juni. Die Bautätig­keit ist hier dieses Jahr s e h r r e g e. In der letzten Woche hat Wilhelm Weber, dessen Haus an der

Noch einmal: der Hagelfeiertag.

In der Ausgabe vom Donnerstag, 24. Juni, be­richteten wir über die Erinnerungsfeier des Hagel­tages, der in vielen Gemeinden des südlichen Vagels- berges begangen wird. Die nachfolgende Zuschrift teilt ergänzend noch einige interessante Einzelheiten über das Hagelunwetter im Jahre 1767 mit.

Das Wetter sammelte sich an einem Samstag am westlichen Himmel und wird zuerst gemeldet von Gonterskirchen bei Laubach, wo es nach der Chronikdie ganze Frucht vernichtete, daß die armen Bauern auch nicht ein Körnchen ernteten und in große Not und Mangel gerieten", von dort zog es verheerend über Michelnau nach Fauer­bach bei Nidda und Ober-Lais, großen Scha­den anrichtend, nach Hirzenhain, etwa 2 Uhr, um 5 Uhr nach Gedern, wo es nach mündlicher Ueberlieferung so dunkel gewesen sein soll, daß man im Schloß die Lichter anzündete. Von Gedern zog es um 6 Uhr nach Ober-Seemen, wo es den Turm der erneuerten Kirche mit seinen drei Glocken umstürzte, Häuser abdeckte, Bäume entwurzelte und ärmlich abdrehte, Saaten und Früchte zerschlug und die Herden zerstreute. Das Wetter zog weiter nach Kirchbracht ins Amt Birstein, wo es eine Reihe von Gemeinden heimsuchte.

Don Kammerrat W a r 11 i ch von Oder-Seemen liegt folgender bis jetzt unbekannter Bericht vor: ... daß bei all unsren sonstigen betrübten Um- tänden Gott der Allmächtige uns nämlich die tolbergischen und die benachbarten darmstädti- chen und isenburgischen Orte verwichenen Samstag mit einem entsetzlichen Hagelwetter heimgesucht, wobei Schloßen wie Welschnüsse gefallen. Im Gedernschen wurde hart getroffen der Ort G e - dem, und zwar dergestalt, daß die reiche Korn­ernte und der Wintersamen völlig ruiniert, das Gerste- und Haferfeld, zumal was schon Halme hatte, sehr beschädigt, Kraut, Gartengemüse, Kar­toffel, viele Obst- und Waldbäume, im Gederner Wald zu 3000 Klafter, umgerissen worden, viele Wagen dürr Heu auf den Wiesen mit in die Luft durch den Sturm fortgeführt, die Fenster einge­schmissen, viele Häuser abgedeckt und einige Scheunen über Haufen geworfen, mithin ein groß Verderben in einem Strich von 9 Stunden von Nidda bis Steinau angerichtet wurde.

In V o l k a r t s h a i n ist das Karn- und Sommer­feld nur zum Teil betroffen worden In der Herr­schaft Ortenberg steht es also: In Ober- und Mittel-Seemen sieht es ja so kläglich nach allen Stücken aus, wie bei Gedern, wozu noch kommt, daß in Ober-Seemen bei dem Sturm der Kirchturm mit den drei Glocken zur Erde geworfen, zu allem Glück aber keine der letzteren unbrauch­bar geworden, außer daß an der großen alten ein schmal Stückchen abgesprungen, daher jetzo ad interim die Leute auf gut militärisch unter Trommel­schlag zur Kirche gerufen werden.

In Nieder-Seemen hat es, Gott sei Dank, nur etwas, aber nicht viel betroffen, hingegen ist in Steinberg, wie zu Gedern, Ober- und Mittel- Seemen, alles Korn zerschmettert, auch die Som­mer-, desgl. die übrigen Feld- und Gartenfrüchte sehr beschädigt und das Gras in den noch nicht ge­mähten Wiesen größtenteils verderbt wurde.

Zu Hirzenhain ist dem Pachter ein großes Kornfeld, der Kohlacker genannt, zuarundegerichtet und auch die Sommerfrüchte sehr beschädigt worden. In dem darmstädtischen Ort Fauerbach bei Nidda und in Betzenrod sieht es ebenfalls so aus, wie im vorigen gemeldet. Der Anblick von dem Gewitter war so entsetzlich, daß man meinte, es wäre ein Erdbeben oder gar der jüngste Tag vorhanden, wie denn das Unglück den Leuten viel Seufzen und Tränen ausgepreßt. Gott wolle sich der armen und notleidenden in allen Gnaden er­barmen und ihnen wieder aufhelfen. Im Usen- borner Wald wurden 200 Klafter Holz umgerissen." Soweit Kammerrat Warttich.

1 Die Standesherrn der Herrschaften Laubach,

gibt, sollte jeder gesundheitsliebende Deutsche min­destens ein Pfund davon täglich verzehren, lieber aber die doppelte Menge. Für die acht bis neun Monate, in denen es keine frische Tomaten gibt, müssen Dauererzeugnisse hergestellt werden. Von den Vitaminen der Tomate geht dabei allerdings ein großer Teil verloren, aber die Basen, die der Uebersäuerung des Blutes entgegentreten, bleiben unverkürzt. Daher kann für die Zeit, in der es keine frischen Tomaten gibt, das handelsübliche Tomatenmark durchaus empfohlen werden. Neuer­dings wird auch ein Tomatensaft hergestellt, dessen Genuß in der warmen Jahreszeit außerordentlich erfrischend ist. v

** Zur Richtigstellung. In dem Bericht über die 25-Jahrfeier der Ueberlantaentrale Ober­hessen ist in der Wiedergabe der Ausführungen von Oberingenieur Keil durch einen Setzfehler eine Sinnentstellung entstanden. Der Redner stellte her­aus, daß das Aufkommen an Süßwasser a b hängig (nicht u n abhängig) sei von den Niederschlägen einerseits und von der Aufnahmefähigkeit des Bodens andererseits.

schon gut hochgekommen. Außer diesen beiden Neu­bauten werden noch fünf neue Häuser, alle in der Ernst-Ludwig-Straße, gebaut. Ferner wurden ver­schiedene Umbauten vorgenommen.

= Main zlar, 25. Juni. Heute mittag fand in den hiesigen Didierwerken AG. ein Betriebs- appell statt. Die Gefolgschaft war fast bis auf den letzten Mann angetreten. Der Führer des Be­triebes, Direktor Schroth, gab die genauen Richt- linien bekannt für die am kommenden Samstag, den 26. Juni 1937, stattfindende Betriebsgemein­schaftsfahrt nach Heidelberg. KdF.-Wart Karl Bolte erläuterte hieran anschließend noch einige organisatorische Fragen.

= Mainzlar, 25. Juni. In unserer Gemar­kung wurden zwei Apfelbäume festgestellt, die je an einem Zweige Blüten tragen, während an den übrigen Aesten Früchte wachsen.

< Staufenberg, 25. Juni. Bei der hier durchgeführten Schweinezählung wurden 391 Schweine gezählt, gegenüber 428 Stück im Jahre 1936.

ch Daubringen, 25. Juni. In der jüngsten Gemeinderatssitzung beschäftigte man ficy mit dem Voranschlag für 1 93 7. Bürgermei- ter Deines gab hierzu die nötigen Erläuterun­gen. Der Voranschlag schließt ab in Gesamt-Ein­nahme und -Ausgabe mit 57 683 Mark gegenüber dem Vorjahre mit 50 998 Mark. Infolge der erst­maligen Erhebung der Kreisumlagen und der staat­lichen Gewerbesteuer ist die Umlage von 7000 Mk. im Jahre 1936 auf 10 800 Mark gestiegen. Borge- ehen sind an größeren Arbeiten die P f laste- u n g der Ortsdurchfahrt, eine Quellen- djürfung, Anschaffung eines Leichenwagens und )ie eventuelle Verlegung des Pumphäuschens. Die inanziellen Verhältnisse der Gemeinde sind gut.

Kreis Alsfeld.

cx) Deckenbach, 24. Juni. Am Samstag, 26. Juni, kann die hiesige Einwohnerin Margarete Müller bei voller Gesundheit ihren 7 8. Ge­burtstag begehen.

Kreis Biedenkopf.

Lpd. Biedenkopf, 25. Juni. Um seinem Kind eine Freude zu bereiten, ließ es ein Bauer in Wei­denhausen auf dem Pferd reiten, als er mit dem Heuwagen nach Haufe fuhr. Als das Gefährt auf der Straße plötzlich ins Rutschen kam, fiel das Kind vom Pferd und geriet unter den Wagen. Mit l e - bensgefährlichen Verletzungen wurde es in die Marburger Klinik übergefuhrt, wo es bald darauf starb.

Oie deutschen Botaniker tagen in Darmstadt.

Lpd. Darmstadt, 25. Juni. Die drei großen deutschen Botanikerverbände, die von Prof. Dr. Stocker (Darmstadt) geleitete Deutsche Botanische Gesellschaft, sowie die Freie Vereinigung für Pflan­zengeographie und systematische Botanik und die Vereinigung für angewandte Botanik haben als Ort ihrer diesjährigen vom 5. bis 8. Juli stattfin-

RUHL Seltersweg Nr. 67 HH

adiO Telephon Nr. 3170 |

eparaturen l897 D

denden Tagung Darmstadt gewählt. Die Vorträge, die in der Technischen Hochschule gehalten werden, behandeln Lebenserscheinungen der deutschen Wald­bäume und der deutschen Waldgebi 'e, sowie ver­schiedene ökologische Fragen. Eine Reihe von Exkur­sionen in die nähere Umgebung Darmstadts und an die Bergstraße sind vorgesehen. Mit einer Fahrt durch das Ried, Rheinhessen, das Nahegebiet und an den Altrhein bei Lampertheim findet die Ta­gung ihren Abschluß.

Lokomotive einen Abhang hinabgesttint

Lpd. Darmstadt, 24. Juni. Ein von Roßdorf nach Groß-Zimmern fahrender Personen zug geriet infolge falscher Weichenstellung kurz hinter dem Bahnhof in - ein totes Gleis und überfuhr den Prellbock. Dabei stürzte die Lokomotive die etwa sieben Meter hohe Böschung hin- a b. Der Lokomotivführer und der Heizer erlitten glücklicherweise nur leichte Verletzungen. Der Zug selbst, von dem sich die Lokomottve bei dem Sturz gelost hatte, blieb auf den Gleisen stehen, so daß keiner der Reisenden zu Schaden kam.

Hundfunkprogramm.

Sonntag, 27. Juni.

6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Deutsche Scholle. 8.45: Orgelmusik. 9: Christliche Morgenfeier. 10:Wir dienen stumm, am Pflug die Faust." 10.30: Chorgesang. 11.15:Leuchte, scheine, g old ne Sonne!" Eine Funksolge. 12: Musik am Mittag. Als Einlage um 13 (aus Kassel):Auf­marsch der 150 000". 14: Für unsere Kinder. 14.30: Zur gefl. Auswahl! Klingendes Kunterbunt. Als Einlage: Deutsche Meisterschaft im Handball. 16: Nachmittagskonzert. Als Einlagen: 1. Von Ham­burg: Deutsches Derby. 2. Deutsche Studenten­meisterschaften in Göttingen. 18: Sonntagabend vergnügt und froh, dafür sorgt Fidel & Co. Eine quietschvergnügte und feuchtfröhliche Angelegenheit. 19.30: Sportspiegel. 20: Großes Operetten-Konzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15:

IHonfag, 28. Juni.

6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. Denkt an den Zwischenfruchtbau. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten 14.10: 50 Minuten Landluft". 15: Für unsere Kinder. Was können wir im Freien spielen? 15.30: Volk und Wirtschaft. Wenn einer eine Reise tut ... Nachrichten. 16: Bunter Funk. 18. Zeitgeschehen im Funk. 19: Stutt­gart spielt auf. 19.30:Der Troubadour". Oper von G. Verdi. 21 bis 21.15: Nachrichten. 22: Nachrich-

Dienslag, 29. Juni.

6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzeri. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Morgenstund'. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.30: Sportfunk für die Jugend. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrich­ten (auch aus dem Sendeoezirk). Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Aller­lei von zwei bis drei. 15:Allweil luftig!" 15.30: Volk und Wirtschaft. Rund um eine Tasse Kaffee. 16: Unterhaltungskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Orchesterkonzert. Als Büblein klein. 21: Nachrichten. 21.15:Das Märchen." Heiteres Hör­spiel von Curt Goetz. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert.