Mittwoch. 25. August W3Z
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Sietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Japanischer Vormarsch an der Aordfront
im Fernen Osten be
sprechen. Voraussichtlich wird Eden die englische
Hauptstadt am Donnerstag wieder verlassen. Cham-1
apans stammen
fahrene Auto, druck. Und ab
an
Der nationale Vormarsch ans Santander
eine fahrbare
befinden sich drei Kampfwagen, eine Rundfunkstation und ein Munitionsdepot.
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eintrifft, und einigen an Mitgliedern die Lage
die in Pauillac mit einem sowetspanischen Dampfer ankamen, zum ersten Male nicht in Frankrsich craf- genommen wurden, sondern über Toulouse wieder nach S o w j e t s p a n i e n abgeschoben werden sollen.
Franco baut ein gesundes Landvolk auf.
Salamanca, 24. Aug. (DNB.) Je weiter die Befteiung Spaniens von der bolschewistischen Schreckensherrschaft vorschreitet, desto umfangreicher wird der Aufbau des Landes in Angriff genommen. Der spanische Staatschef hat ein Dekret unterzeichnet, das die Bildung einer national»
Wusung in japanischen Händen.
Eine Fahrt durch das Kampfgebiet um Schanghai.
Bolschewistische Maffenflucht aus Santander.
nannt worden.
Zur Klärung der Lage an den verschiedenen Fronten des Schanghaier Kampfgebietes unternahm der DNB.-Dertteter am Dienstag eine Erkundungsfahrt durch den am heißesten umkämpften Hongkiu- Bezirk. Die Fahrt führte zunächst durch die stark beschädigte N o r t h - S z e ch u a n - R o a d , wo zahlreiche Barrikaden und Unterstände von der
Adjutant erscheint. .
Zwei Minuten später im „Arbeitszimmer des Generals. Dieses chinesische Schulzimmer könnte auch im fernstesten Polen liegen und braucht daher den „alten Kriegern" nicht näher beschrieben zu werden. Riesenkarten an den Wänden, irgendwo ein Feldbett, Uniformstücke, ein großer Kartentisch ... dahinter der General. Zu Ehren des Besuchers hat er sich — 45 Grad Zimmertemperatur! — seinen Waffenrock angezogen, aber er bittet sofort nach der Vorstellung in fast fließendem Deut ch.
Paris, 25. Aug. (DNB. Funkspruch.) Bayonne sind fünf sowjetspani Schiffe von Larredo kommend mit über Flüchtlingen, die meisten davon „Miliz"solda- ten, eingelaufen. Bei einer Anzahl Milizleuten wurden große Geldsummen vorgefunden bis zu 30 000 Peseten, während der Kassierer des Postamtes von Larredo fast eine Million Peseten bei sich trug. In Arcachon trafen aus Santander mit zwei Dämpfern 7 0 sowjetspanische Flücht- finge ein, darunter mehrere Anführer der bolschewistischen Milizen. Sie hatten Santander Sonntag- nacht in aller Heimlichkeit verlassen. Weitere 2000 Flüchtlinge aus Santander befinden sich auf dem Wege nach der Provinz Katalonien. Der „Sour" meldet, daß spanische Flüchtlinge aus (Santa nu er,
Japan und der britische Neutralitäisvorschlag.
T o k i o , 25. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Sprecher des Auswärtigen Amtes teilte mit, daß Japan bisher den britischen Vorschlag auf Neutralisierung Schanghais nicht beantwortet habe. Der Sprecher fügte hinzu, daß er überzeugt sei, Japan könne nicht sein selbstverständliches Recht, die japanischen Einwohner in Schanghai mit eigenen Machtmitteln zu schützen, aufgeben. — In japanischen Kreisen in London wird die Meinung vertreten, daß die japanischen Truppen doch in
nicht ... immerhin: wenn die Truppe so verpflegt wird, kann sie den Krieg noch lange aushalten! Vor jeden wurde ein Lackbrett gestellt, daraus drei Porzellanschüsseln und zwei Eßstäbchen. Schüssel Nr. 1 enthielt eine sehr schmackhafte Suppe, in die ganz dick Zwiebeln und grüne Bohnen eingekocht waren. Den zweiten Gang bildete eine Schale Reis mit hineingekochten Haferflocken, der das Kommißbrot ersetzt, das der japanische Soldat nicht bekommt, dazu gab es ein paar saure eingelegte Rettiche und andere „Pickels" . . das war alles. Um ein übriges zu tun, stiftete der General eine Flasche lauwarmes Bier dazu, eine Zigarette und ein Glas herber grüner Blättertee beschloß das
S ch a n g h a i, 24. Aug. (Ostasiendienst des DNB.) Der Yangtfe-Hafen Wusung befindet sich seit Dienstag in den Händen der japanischen Truppen. Die nördlich der Internationalen Niederlassung in Schanghai gelandeten japanischen Verstärkungen konnten ihre Operationsbasis um 2 Kilometer erweitern, so daß das Marinelandungskorps im Jangtsepuh-Gebiet entlastet wurde. Dabei mußten die Truppen fast bis an die Brust durchs Wasser waten, nachdem sie durch Boote und Flöße in die Nähe des Landes gebracht worden waren. Bei ihrer Landung stießen die Japaner vielfach auf chinesische Maschinengewehrnester und Schützengräben, die stellenweise lyis auf 50 Meter ans Ufer heranreichten. Trotzdem ind die Verluste der Landungstruppen nach Mit-
berlain wird voraussichtlich bereits am Mittwochabend nach Schottland zurückreisen.
Japan zieht die für die Olympischen Spiele 1940 gemeldeten Reiter- Offiziere zurück.
Tokio, 25. Aug. (DNB. Funkspruch.) Wie das japanische Kriegsministerium mitteilt, erfolgte wegen des Ernstes der Lage die Zurückziehung der zur Teilnahme an der Reitkonkurrenz für die Olympischen Spiele in Tokio 1940 ausgewählten Offiziere. Als Führer der japanischen Reiteroffiziere war Hauptmann N i s ch i genannt worden.
Salamanca, 25. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht vom 24. August meldet, daß an der Front von Santander die Legionärtruppen auf ihrem Vormarsch längs der Straße Burgos—Santander die wichtigen Positionen C a n- tera und Piedra Llana besetzt haben. Die Truppen kamen bis an die Einmündung des Flusses Pisuen in den Fluß Pas und besetzten den Verkehrsknotenpunkt Vargas sowie drei weitere Ortschaften und mehrere Höhenzüge. Die Navarra- Brigaden haben die Stadt T o r r e o l a v e g a besetzt, wo sie von der Bevölkerung mit überschwänglicher Begeisterung empfangen wurden. UeberaU wehten nationale Fahnen, die Frauen fielen auf die Knie und küßten unseren Soldaten die Hände. Die Kriegsbeute ist außerordentlich groß. Die Navarra- Brigaden besetzten außerdem Barruera, wodurch die Verbindung Santander—Asturien abgeschnitten wurde. Auf dieser Straße wurden mehrere Personenautos abgefangen, in denen sich marxistische Anführer aus der Fl u ch t nach Asturien befanden. Andere Kolonnen der Navarra-Brigaden haben die Höhen im Osten von Leocin erstürmt. Im östlichen Kampfgebiet von Santander haben die „Schwarzen Pfeile" drei Ortschaften besetzten. Die im Südosten von Santander operierenden Truppen haben fünf Ortschaften eingenommen. Die Brigaden von Castilien haben den oberen Gebirgspaß von San Bartolome und mehrere kleinere Ortschaften eingenommen. Die Zahl der Gefangenen und Ueberlaufer belauft sich auf über. 500. Die meisten wurden mit Waffen gefangen genommen. Unter den Gefangenen befindet sich auch eine ganze Kompanie mit ihrem Hauptmann. Unter dem erbeuteten Kriegsmaterial
Kürze «die Chinesen aus Schanghai vertreiben würden, und daß nach Verlegung des Kriegsschauplatzes keine Notwendigkeit mehr für die Schaffung einer neutralen Zone in Schanghai bestehe.
Ministerbesprechung in London.
suchers hat er fii sonach de/Dorstellung'm fast fließendem Deutsch, ihn wieder ausziehen zu dürfen, "weil selbst für uns Japaner diese Hitze kaum zum Aushalten ist! Also macht man es sich beiderseits bequem, Jacke und Uniformrock wandern an den Nagel, man krempelt die Hemdsärmel auf, und der „Knegsrat — so muß man beinahe sagen — beginnt.
Ich kenne eine ganze Anzahl japanischer Gene- ' rate und habe festgeftellt, daß man bei militärischen Gesprächen mit japanischen Ofslzieren aller Grade immer am weitesten kommt, wenn man sich selbst auf den klaren, fachlichen dem Laren o schwer zu definierenden „militärischen Standpunkt stellt, der in seiner Art international ist. Man weiß z.B. als gewesener Soldat ganz genau was man für Fragen stellen kann und darf und der andere weiß sofort, was man dem Ausfrager Zumuten darf und was nicht. Für den neutralen Beobachter find deswegen z.B. auch Unterhaltungen zwischen unbeschwerten jungen amerikanischen Journalisten und japanischen Offizieren so ungeheuer erheiternd: Fragen stellen diese oft, deren Harmlosigkeit jeden Rekruten zum Erbleichen bringen müssen und me infolgedessen genau so „dumm" beantwortet werden, wie sie gestellt worden sind.
Außerdem kommt wohl hinzu, daß der deutsche Soldat der einzigste der Welt ist, der von den Japanern als „voll" angesehen wird, so daß diese javanischen Offiziere sich oft einem Deutschen gegen» über mit einer Offenheit selbst über die heikelsten
London, 24. Aug. (DNB.) Außenminister Eden kehrt am Dienstagnachmittag, seinen Urlaub in der Grafschaft Hampshire unterbrechend, nach London zurück. Er wird mit dem Ministerpräsi- deuten, der am Mittwochvormittag in London ’ en anderen Kabinetts
worden sind.
Soldaten in olivgrünen Uniformen mit roten Kragenspiegeln und dem braunen Stahlhelm auf dem Kopf stehen mit aufgepflanztem Seitengewehr Posten, und man ist jedesmal froh, wenn man unbehelligt an so einem Posten vorbeigekommen ist. Denn sie haben oft die seltsamsten Wünsche: sie verlangen z. B., daß der Zivilist sie durch Abnehmen der Kopfbedeckung grüßt, weil der Posten die Armee, und diese den Kaiser und damit Gott reprä- fentiert. Alle japanischen Zivilisten grüßen diese Posten, zum Teil mit einer tiefen Verbeugung, der Geschicklichkeit des Europäers bleibt es überlassen, sich von Fall zu Fall in geeigneter Form „aus der Affäre" zu ziehen. Was hatte doch das Oberkommando kürzlich bekanntgegeben? „Um unliebsame Zwischenfälle mit japanischen Posten zu vermeiden, wird gebeten, ihren Anordnungen Folge zu leisten und sich im Notfälle an einen Offizier zu wenden, da die meisten, aus dem Innern Japans stammenden Soldaten jetzt auf dem Festlande zum ersten Male einen Europäer sehen ..."--ein solcher
Offizier kommt gerade aus dem Tor hinaus, man spricht ihn an, legitimiert sich und wird in eine Wachstube geführt ... „Bitte, einen Augenblick zu warten!"
Das Thermometer zeigt 120 Grad Fahrenheit (etwa 48 Grad Celsius), wie halbtote Fische liegt die Wachmannschaft, nur mit der dicken olivgrünen Hofe bekleidet, auf Bambusmatten am Boden herum. Millionen von Fliegen, angebrochene Konservebüchsen, Waffen, Munition, Wasserkruge, Speisereste ... einer der Soldaten steht auf und überreicht mir einen Fächer, der als Taschentuch- ersatz unbezahlbar ist. Die übrigen Krieger richten sich auf und starren mich wortlos und verwundert an. Sie lachen verlegen und scheinen nicht zu wissen, wo sie mich unterbringen sollen. Gleich darauf wird die Matte vor der Tür zurückgeschlagen, ein
Dinge aussprechen, die sie im Gespräch mit anderen niemals berühren würden. Sache des Gefühls ist es, das annähernd Richtige aus den Gesprächen herauszuhören ...
General X gehört zu jenen Offizieren, von denen man den Eindruck hat, als gingen sie beinahe bis an die Grenze des militari ch Erlaubten und die herzlich lachen, wenn man rg end ei ne Behauptung unter Hinweis auf das selbst Gesehene höflich bezweifelt und auf „ganz ähnl che" Lagen oder Falle im Großen Kriege hinweift, wo ja „bekanntlich auch ..." — das ist dann meist der Augenblick, wo auf der Gegenseite das Eis zu schmelzen anfängt und eine „Fachsimpelei" beginnt, wie sie eben nur unter „Fachleuten" möglich ist.
Fast zwei Stunden hat diese Unterhaltung mit dem General gedauert, während derer hinter unseren Stühlen ständig zwei Soldaten mit großen Fächern standen, die uns Kühlung zufächelten und eine eisgekühlte Limonade nach der andern auf den Kartentisch stellten. So eingehend war diese Aussprache und so natürlich und ungezwungen verlief sie, daß man manchmal schwer unterscheiden konnte: „Wer will sich hier eigentlich informieren? Der General oder der Journalist? Denn der @ene= ral wollte eine ganze Menge wissen: „Wie hoch schützen Sie di- Stärke unserer Nordchmatruppen -in? ... Glauben Sie. daß die chinchsche 37. Division ...?" — alles Fragen, die erklarücherweise einen ganz bestimmten Zweck verfolgten, alldieweil der unbefangene Neutrale manches anders sieht, als der im Brennpunkt der Ereignisse Mrkende. „Japam- sche Truppenstärken" — das ist z. B. ein solches Problem, über das sich alle Welt den Kopf zerbricht. Nirgends sieht man —
Hinterland - gesoffene
es besteht für das Auge nicht einmal ^s, was man im landläufigen Sinne des Wortes mit dem BegNff .Etappe" zu bezeichnen Pflegt — kein Wunder, wenn die Schätzungen über die japanischen Trup- v/nüärken sich zwischen 4000 und 20 000 Mann beweaen D e Frage des Generals nach der Stärke de^ japanischen Truppen bezweckt vielleicht nur die Kontrolle oder Feststellung, ob d-est Truppen auch für den fremden Beobachter unsichtbar bleiben ... eine Art Katze-und-Maus-Spiel der Unterhaltung
General, ..nun habe ich Ihnen aenua erMlt, jetzt werden mir er» mal zusammen ss-ldkllch- - Isen, damit Sie iehen. m,e unsere Soldaten leben, und dann wird Sie mein Adjutant an die sogenannte Front fahren. Einverstanden? Klingelzeichen. Die Burschen erscheinen mit dem Essen. Ob es ein „Generalsessen war, weiß ich
Schwere der Kämpfe berichteten, die sich in den letzten Tagen dort abgespielt haben. Die dortliegende japanische Kaserne, die nahezu unbeschädigt geblieben ist, erwies sich als im unbestrittenen Besitz der japanischen Ma. r i n e. Auch die hart umkämpfte P a t s u - B r ü d e ist fest in japanischen Händen. Da sich die japanischen Truppen in diesem Abschnitt im wesentlichen auf die Verteidigung beschränkt haben, sind nur wenige chinesische Gefangene gemacht worden. Ferner haben die Japaner dort drei Tanks erbeutet. Das Gebiet westlich des Hongkiu-Bezirks ist auf mehrere hundert Meter durch Feuer zer - ft o r t. UeberaU sieht man stark befestigte japanische Stellungen, die auffallend schwach besetzt find. Der Dienftbetrieb bei den japanischen Marinetruppen wickelt sich durchaus ruhig ab, die Stimmung ist allgemein zuversichtlich. Die „Gneisen au" hat am Dienstagmittag Schanghai mit 5 6 0 deutschen Flüchtlingen an Bord verlassen.
Japanische Militärstellen geben bekannt, daß außer im Bereich von Wusung noch an weiter von Schanghai entfernten Plätzen Truppen gelandet wurden, die zusammen mit den in Wusung stehenden Kontingenten die Einkreisung von Schanghai vornehmen, um dann bei Operationen gegen entferntere Ziele eingesetzt zu werden. Die Stärke der im Wusung-Gebiet gelandeten japanischen Truppen beträgt mindestens 10 000 Mann, während an anderen nicht bekannt- gegebenen Plätzen wesentlich stärkere Der- bände an Land gehen. Aus allen bisher vorlie- genden Einzelheiten muß geschlossen werden, daß die Landung der japanischen Truppen noch nicht abgeschlossen ist.
An die japanische Front!
Von unserem H.T.-Äerichierstatter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) P ei ping, 10. August 1937.
Es klopft. Auf leisen Filzsohlen betritt der chinesische Hotel-Boy unhörbar das Zimmer und überreicht einen Brief. Absender: „Oberkommando der Kaiserlich japanischen Streitkräfte in Nordchina.". — Inhalt: „Das Oberkommando hat alles Erforderliche für einen Frontbesuch in Gegend .....eingeleitet. Generalmajor 1 wird Sie morgen im Stabsquartier der P. Brigade empfangen und Ihnen Gelegenheit geben, die vorderste Linie zu besichtigen. Unterschrift xy. Leutnant und Adjutant.
Dieser Bries hat Hand und Fuß, feine preußische Klarheit und Kürze weckt Erinnerungen an jene ferne Zeiten, in denen man felber „an der Front" lag und dort allerlei Besuche und Besichtigungen über sich ergehen lassen mußte. Und da diese Besuche und Besichtigungen immer nur an ruhigen Frontabschnitten erfolgten, an denen militärisch „nichts" zu sehen war, liegt also der Schluß nahe, daß auch das japanische Oberkommando diesmal einen Frontabschnitt zur Besichtigung freigegeben hat, der an Geheimnissen nicht übermäßig reich ist..
Irgendwo in irgendeinem kleinen chinesischen Städtchen südwestlich von Peiping ist der Stab der 9). Infanterie-Brigade untergebracht. Um ihn zu erreichen, muß man ein paar Stunden mit der Eisenbahn fahren, auf der Endstation hält ein Auto mit dem roten Sonnenball im weißen Feld, die Wache kontrolliert Pässe und Papiere, und in sausender Fahrt gehts zum Stabsquartier. Der Brigadekom- mandeur, General T, hat das feine in einer alten chinesischen Schule aufgeschlagen, das sich — rein militärisch gesehen — in nichts von jenen unzähligen Briaadestabsquartieren unterscheidet, die im Großen Kriege von Finnland bis Bagdad und vom Kanal bis zur Schweizer Grenze „aufgeschlagen"
von Tienffin noch an.
Die wochenlangen Kämpfe an der Nordfront hatten nach der Ueberroinbung der Großen Mauer am Nankau-Paß eine Unterbrechung der Eisenbahnlinie westlich und östlich von K a 1 - gan zur Folge. Die chinesischen Truppen ziehen sich in der Richtung auf die Schansi-Prooinz zurück, wodurch die japanischen Streitkräfte im Gebiet von Peiping und Tientsin Rückenjreiheit erlangen. Südlich von Peiping rücken die japanischen Truppen auf die chinesische Hauptstellung vor, die sich bei Pauting befindet. Südlich von Tientsin setzt die japanische Nordchina-Garnison ihren Vormarsch über Tschinghai auf M a - t f ch a n g fort. Mit den gemeldeten Erfolgen dehnt sich nunmehr die chinesisch-japanische Front im Norden Chinas auf eine zusammenhängende 300 Kilometer lange Linie zwischen Kalgan und Tschinghai aus.
Die japanische Kwanlungarmee meldet weitere japanische Erfolge an der Grenze der Provinzen T s ch a ch a r und S u i j a n. Drei chinesische Divisionen wurden südlich von Schangpei geschlagen. Japanische Flugzeuggeschwader griffen in den Kampf ein und belegten die Stadt T a t u n g (180 Kilometer südwestlich von Kalgan) mit Bomben.
Mahl, das an sich sehr schmackhaft war, das aber kaum ausgereicht haben dürfte, um einen euro- päifchen Soldaten-Magen auch nur für einige Stunden zu fälligen. Denn das Brot, das massive, sättigende Kommißbrot, das vermißte man noch ehr! Aber für den armen genügsamen japanischen Soldaten, der sich im Alltagsleben als Arbeiter oder Soldat kaum Reis leisten kann, muß es ein wirkliches Festessen gewesen fein ... Neues Klingel- Zeichen. Der Adjutant, feldmarschmäßig mit Ban- Öolier und Schärpe erscheint. Meldet das vorgefahrene Auto. Kurze Instruktion. Dank und Hände- die Front!
: eilung japanischer Kreise nur gering. In Schanghai chloß die Gefechlstätigkeit am Dienstag um Mitternacht mit einem AngriffchinesischerFlug- zeuge auf d i e japanischen Seestreit- fräfte an der Wusung-Reede ab, dem ein Angriff auf die japanischen Kriegsschiffe auf dem iffiangpuflufj voranging. Japanische Flugzeuge bombardierten Nanking, Ningpo und Anking. Der frühere Oberkommandierende der japanischen Streitkräfte auf der Insel Formosa, General Matsui, ist zum Oberbefehlshaber der japanischen Landungstruppen im Gebiet von Schanghai er-
Tientsin, 24. Aug. (DNB.) Die tagelangen schweren Kämpfe der japanischen Truppen am Nankau-Paß gegen fünf chinesische Divisionen haben am Dienstagfrüh, wie bereits kurz gemeldet, zur Eroberung dieses strategisch wichtigen Posses geführt. Fortgesetzte Wolkenbrüche, die mit Gluthitze wechselten, Hal en in dem bergigen Gelände bisher einen durch chlagenden Erfolg verhindert. Jetzt ist nach einer Mitteilung des japanischen Hauptquartiers ein Einbruch in die chinesischen Stellungen in breiter Front gelungen. Die japanischen Truppen rückten, weiterhin unter schwierigsten Witterungsverhältnissen, auf die Stadt Tschinghai, südwestlich von Tientsin, vor. Die feit Beginn der Kampfhandlungen unterbrochene Bahnstrecke Peiping — Tientsin wurde am Montag wieder hergeste111. Trotzdem dauert der Kleinkrieg zwischen chinesischen Freischärlern und den japanischen Truppen in der Gegend


