Zeug! Schuft, Schuft. überhaupt her erste
(Nachdruck verboten.)
30 Fortsetzung.
\ Die öeutfche Arbeitsfront
't* n.0.=6cmeinfchaft „firaft durch freuöc"
mando IV zum Frühjahr 1938 Freiwillige für die Fliegertruppe und Luftnachrichtentruppe annimmt. Es ist zu erwarten, daß bei dem zahlreichen Eingang von Gesuchen, die bereits für die Frühjahrs- einstellung 1938 vorliegen, nach kurzer Zeit die Annahme von Freiwilligen beendet fein wird. Als Abschlußmeldetermin ist endgültig der 15. August 1937 festgesetzt, weil die Freiwilligen der Geburtsjahrgänge 1915 und jünger vor der Einstellung d. h. ab 1. Oktober ihrer Arbei^sdienstpflicht noch genügen müssen. Zur Vermeidung verspäteter Anmeldungen und dadurch bedingter Ablehnung und
„Jetzt lasse mich aber aus mit deinem hysterischen ■ - ■ ..? Wer weiß denn, ob ich
rste war!?" Er lachte roh uni
Für nachstehende Urlaubsfahrten sind durch Ummeldungen einige Plätze frei geworden.
U. F. 32 Cuxhaven vom 4. bis 15. Juli. 46 RM.
U. F. 38 Eckernförde vom 10. bis 19. Juli. 37 RM.
S.F. 103 Norwegen (nur für Männer) vom 5. bis 13. Juli. 57 RM.
S. F. 104 Norwegen (nur für Männer) vom 26. Juli bis 3. August. 57 RM.
Ferner machen wir darauf aufmerksam, daß noch für 25 Urlaubsfahrten in diesem Sommer Anmel-
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Nach den An- und 35 öfter «„lagen oen Mark, i 1913 entspk ich auf 95,1 (91,81), Zin M D>e 1152 (12,59 8980 (753?) iiDon aus! W (6,94) in den 2,15 (2,20) in der Ein 3n hesfei quote au Mark gegei Anzahl 1 auf 629381 Siro« uni 13032 (33 Wie ein (12,32). Di 161,97 (151 Depositen Mark.
düngen entgegengenommen werden. Näheres hierüber ist aus dem Jahresprogramm (für 20 Pf auf der Kreisdienststelle erhältlich) zu ersehen. 4301D
Freiwillige der Flieger- und Lustnachrichtentruppe.
Lpd. Das Luftkreiskommando IV Münster gibt bekannt: .
In Ergänzung der durch das Reichsluftfahrtminlste- rium wiederholt in Presse und Rundfunk gegebenen Aufrufe wird veröffentlicht, daß das Luftkreiskom-
Am kommenden Sonntag, 27. Juni, steht Gießen im Zeichen des SA.-Sports. Die oberhessischen Standarten und zwei Brigaden werden sich in den A u s s ch e i d u n g s k ä m p f e n im Kampfball und Handball auf dem Sportplatz der Spieloereinigung 1900 auf dem Trieb gegenüber» lehen.
Um 8.30 Uhr werden die K a m p f b a l l m a n n- schaften der Standarten 145 (Büdingen) und 222 (Friedberg) einander gegenübertreten. Um 9.30 Uhr folgen Die Kampfballmannschaften der Standarten 116 (Gießen) und 254 (Alsfeld) mit ihrem Wettspiel. Um 10.30 werden die H and - b allmannschaf ten der Brigaden 147 (Ober- Hessen) und 46 (Fulda) zum Wettspiel antreten. Damit werden die Spiele am Vormittag ihren Ab- chluß finden.
Nachmittags um 15 Uhr werden sich im Kampf ballspiel die beiden besten M a n n-
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Prof. Küster:
Lieber die Morphologie der pflanzenM
Neue Probleme und offene Fragen.
SA.-Gporttag in Gießen.
Kampfballmannschasten und HandbaNmannschast der oberhessischen SA. im Ausscheidungskampf um den Wanderpreis des Gruppenführers.
Und wenn er nicht mag?
Ja, dann natürlich ...
Das Sitzen wurde mit der Zeit unerträglich. Anna erhob sich und ging auf und ab. Sie streifte im Vorübergehen die Plätter von einem Zweig, nahm eins zwischen die Zähne und zerbiß es. Ihr Hirn war jetzt, dicht vor der Gefahr, ungeheuer wach und beschäftigt. Diele Bilder flüchteten vorbei — der sehr Helle Strand von Hamelskoog, Gorch Pitters zerrunzeltes Altmännergesicht, die Mutter in ihrer letzten Stunde, und der Mann Fogg, der mit ihrer Zärtlichkeit nichts anzufangen wußte. „Das kommt nur davon, weil ihr mich immer allein laßt. Wenn es schief ausgeht, werdet ihr schon ehen", murmelte Anna und zog eine gekränkte Unterlippe. „Vor allem geht es dich an, Jost! Du hättest das damals im Wohnzimmer nicht tun sollen."
Als sie aus dieser Betrachtung hochkam, waren auch schon Schritte zu hören und das leise Geklingel von Sporen. Da viel Unterholz und Buschwerk zwischen den Buchen stand, unterschied ihr Ohr eher als ihr Auge die Annäherung des Verwalters, der nichtsahnend und summend daherkam.
„Basil!"
„Ach du! Wie du mich erschreckt hast! Was willst du denn? Ich habe doch alles geschrieben", meinte er unfreundlich.
„Hör' mal, Basil! Du kannst mich doch nicht so einfach wegschieben, wenn es dir paßt! Das kannst du doch nicht!" Oh, sie ist ganz ruhig: sie wird ihn nicht reizen. Sie hat sich das fest vorgenommen.
„Das hat doch alles keinen Zweck!" brauste er auf. Er war sehr ärgerlich über diese neue Art von Wegelagerei. „Nun, wenn du es ganz deutlich hören willst — ich empfinde nichts mehr für dich!"
„So? Du empfindest nichts mehr für mich? Schön ausgedrückt! Aber damit kommst du nicht durch bei mir. Schließlich war allerhand zwischen uns, nicht?"
Tutschek lachte nervös.
„Du mit deinem Theater —V*
„Du mußt mich heiraten, Basil!" sagte sie, ihm starr in die Augen sehend.
„Heiraten auch noch!? Bist du denn ganz verrückt!?" schrie er.
„Du wirst doch kein Schuft sein wollen, Basll..?"
s ch a f t e n des Vormittags auf dem 1900-Sportplatz gegenübertreten und in diesem Kampf um den Wanderpreis des SA. - Gruppenführers wetteifern.
Die an den Spielen beteiligten SA.-Manner wer- den in der „Germania" gemeinsam zu Mittag essen.
Wegen der hohen sportlichen Bedeutung dieser Spiele, aber auch im Hinblick darauf, daß der größte Teil der Wettkämpfer der Gi e ß e n e r Standarte 116 angehört, wird am nächsten Sonntag jeder Dienst für die Stürme der Standarte 116 ausfallen. Dadurch sollen die SA.-Kameraden von Gießen und Umgebung Gelegenheit erhalten, den Spielen als Zuschauer beiwohnen zu können. Selbstverständlich sind aber auch alle übrigen Volksgenossen, insbesondere die Sportinteressenten, als Zuschauer willkommen.
Ans her Stahl Gießen.
Mützer Broiauftrich ist Dimmer.
NSG. Marmelade und Fruchtmus sind so gesund uno preiswert, daß sie in der Volksernährung in noch viel größerem Maße als bisher verwendet werden müßten. Gewiß ist ein großer Teil der Hausfrauen schon längst hinter die Nahrhaftigkeit und Billigkeit dieses Brotaufstriches gekommen und er fehlt bei ihnen nicht am täglichen Kaffeetisch. Aber da sind viele, leider noch zu viele, die Marmelade, Apfel- und Pflaumenmus leider geringschätzend als zu unbedeutend und gewöhnlich ansehen. Allenfalls kommt für sie eines der teuren, dafür aber mit dem feineren Namen, „Konfitüre" bezeichneten Produkte in Frage. Freilich klingt es ganz anders, wenn man sagt: „Darf ich um die Konfitüre bitten?" als: „reicht mir doch, bitte, mal das Pflaumenmus"!
Dabei ist gerade Pflaumenmus einer der wohlschmeckendsten und gesündesten Brotaufstriche. Nicht umsonst haben ihn schon unsere Ahnmutter waschkesselweise eingekocht, für die vielköpfige Familie ein willkommener und billiger Wintervorrat. Er wurde gern gegessen, und nicht nur auf dem Brot. In verschiedener Form, als Füllung für Pfannkuchen, zu Klößen oder Brei, ja sogar — aber bas ist absolute Geschmackssache — zu Pellkartoffeln läßt sich Pflaumenmus verwenden. Ganz abgesehen von den vielen Möglichkeiten, die für Backzwecke noch anzuführen wären.
Dann ist da das Kapitel „Syrup", auch „Rübensaft" genannt. Man sollte es ja nicht glauben, aber es gibt tatsächlich noch unendlich viele Leute und auch Hausfrauen, die da weltfremd fragen: „Syrup, was ist denn das?" Syrup, vorzüglich, billig und gesund ist ein idealer Brotaufstrich, wie er — besonders nach dem Herzen unserer Kinder — nicht besser denkbar ist. Schon allein, weil er so wunderbar süß ist und man solch herrliche Ornamente damit auf sein Brot träufeln kann. Nur, wenn man dabei nicht flink ist und aufpaßt, laufen sie auseinander und davon! Und dann — noch etroas be» achtliches dabei: wie großartig schmeckt er den Klei- nen (und auch den Großen!) in warmer Milch. Je- der kennt Honig in Milch. Wohlschmeckend, und — bei Erkältung — heilsam: aber Syrup tut es ebenfalls und ist billiger. Bei Sirup wird die rechnerische Hausfrau nicht sogleich traurig ausseuszen, wenn einmal der Löffel eines Leckermaulchens etwas zu tief in den braunen Brei gerät und zu voll wieder herauskommt. Denn Syrup ist preis- wert.
Wir müssen mit Butter und Fett sparen, und wir wollen sparen! Für die Durchführung unserer Ernährungssicherung und für unseren höchsteigenen Geldbeutel. Und zu dem Thema „Brotaufstrich ist bei diesen Sparbestrebungen nur immer wieder zu sagen: eßt Marmelade, Mus und Syrup!
Dornotizen.
Tageskalender für Freitag:
Gloria-Palast (Seltersweg): „Drei Kaiserjäger". — Oberhess. Kunstverein: Skagerrak - Ausstellung, 17 bis 19 Uhr, Gesellschaftshaus, Sonnenstraße.
Stadtheater Gießen.
Am morgigen Samstag, 26. Juni, bringt bas Stadttheater im Rahmen seiner Sommerspielzeit das Gastspiel der Filmschauspielerin Ada Tschechowa mit einem Ensemble Berliner Schauspieler. Zur Aufführung kommt ein heiteres Gesellschaftsstück: „Laß uns träuemn ...r von Stimmer. Wegen anderweitiger Verpflichtungen des Ensembles kann nur eine einmalige Aufführung in diesem Sommer stattfinden. Beginn 20 Uhr, Ende 22 Uhr.
MWMWWM
Roman von Walther Moepffer
Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H„ Berlin.
Tutschek teilte ihr in wohlaesetzten Worten mit, er sei sich darüber klargeworden, sie paßten nicht zusammen, und er bäte sie, daraus die Folgerungen zu ziehen. Es tue ihm leid, sie betrüben zu müssen, sehr sogar. Anna möge auch nicht versuchen, sich ihm noch mal zu nähern: denn es sei zwecklos. Sie würde bestimmt einen anderen Mann finden, mit dem sie glücklich zu werden vermöge. „Mit guten Wünschen Basil Tutschek."
Anna überlas noch einmal dieses gewundene und wohlüberlegte Deutsch, obwohl das Wesentliche bereits in ihr festgespießt war wie ein schmerzhafter Pfahl, dann dachte sie: Also so ist das, wenn man einen Fußtritt bekommt! Warum sagt er es denn nicht offen heraus, daß er mich überhat und daß ich ihm lästig bin wegen dem Techtelmechtel mit der Zofe? Eigentlich ist dieser Brief schon lange fällig.
Anna ließ die Hand mit dem bösartigen Brief sinken und sah verträumt vor sich hin. Ihr Gesicht war ausgeleert, blaß und ratlos. Eine von den geschälten Kartoffeln machte sich auf die Wanderschaft und rollte in den Sand. Eine Henne kam vorsichtig näher und pickte sie an. Die Männer sind große Schufte, dachte sie. Der Fernsprecher rasselte: mochte er... Plötzlich schnellte sie den Kopf nach hinten und sagte ganz laut und deutlich: „So einfach geht das nicht! Nein, so einfach geht das nicht! Sie stellen sich das zu einfach vor, Herr Tutschek!"
Anna stand auf, schob den Brief in die Tasche ihres Schürzchens und ging wie durch Nebel und Watte ins Haus, ins Wohnzimmer. Dor dem alten Schreibpult blieb sie stehen und Happte den Deckel zurück. Sie zog eine Schublade auf, nahm Foggs kleinen Colt heraus und wog ihn in der eiskalten Hand. War gar nicht schwer, so ein Ding, und ging bequem in die Tasche. Da mochten der Brief und der Revolver nun Kameradschaft schließen, wenn es ihnen behagte: dann schloß Anna das Pult, und es sah aus, als fei gar nichts geschehen.
von dem Formwechsel des Zelleninhaltes bet Plasmolyse, dem in der letzten Zeit wiederholt ftutnerten „Fadenziehen" lebendiger Flüssigkeiten, den Erscheinungen der Plasmaballung, der schwingenden Faden, der „Dakuolenfurchung" und der Entwicklung des intravakuolären Protoplasmas. Quellung des lebendigen Protoplasmas ist für die Erscheinungen der Dakuolenkontraktion verantwortlich zu machen, über die seit einigen Jahren eine umfangreiche Literatur entstanden ist. Wie durch Wirkungen der Oberflächenspannung der Zellenleib oder Teile von ihm zum Zerfall gebracht werden können, so können auch getrennte Protoplasten miteinander zur Verschmelzung gebracht werden.
Von größter Bedeutung ist die Verbindung zwischen Zellenlehre und Dererbungsiorschung seit ungefähr 40 Jahren für beide Wissenschaften geworden. Der Vortragende verweist in Kürze auf die Erscheinungen der Kernteilung, die uns für diploide und haploide Organismen die an Bastarden wahrnehmbaren Erscheinungen der Vererbung verständlich machen Alle Einzelheiten, die die zellenmorphologische Forschung über den Zellkern, über seine Teilung usw. zu ermitteln vermag, haben das größte Interesse für den Genetiker, oder können größte Bedeutung in naher Zukunft für ihn gewinnen. Der Vortragende sprach von der Struktur der Chromosomen, über ihre Form, ihre Trabanten, ihre Beziehung zu den Kernkörperchen. Eingehender behandelt wurden von ihm die Fragen, die sich mit dem Wachstum der Zellenkerne beschäftigen, die Erscheinungen der Polysomatie, die Wirkungen abnormer Bedingungen auf den Ablauf der Kernteilung und die Möglichkeit, durch abnorme Bedingungen abnorm ausgestaltete lebensfähige Kerne zu gewinnen. Die Vererbungsforschung wird nach Ansicht des Vortragenden in Zukunft nicht nur dem Kern ihre Aufmerksamkeit schenken, sondern auch an allem teilnehmen müssen, was über Protoplasma und Plastiden sich ermitteln läßt. Der Vortragende schloß mit einigen Mitteilungen über die Struktur des toten und lebendigen Protoplasmas und der lebenden Plastiden.
Im Anschluß an den aufschlußreichen Vortrag entwickelte sich eine angeregte Aussprache.
Nein, Herr Tutschek, das ist wirklich nicht so einfach... Sie kommen daher, setzen einem Flausen in den Kopf... nehmen einem Mädchen das bißchen, was es zu verschenken hat, und dann schütteln Sie es ab... Sie täuschen sich, Herr Tutschek...! Sie kennen die Anna aus Hamelskoog immer noch nicht ganz — ich kann Ihnen versichern, Sie werden es bereuen... Aber zuvor — nicht wahr? — wollen wir in aller Güte noch einmal darüber reden...
Anna verschloß das Haus, ging zum Fenzl hinüber, gab der Regine den Schlüssel ab und bat das halbwüchsige Ding, sie zu vertreten, wie schon oft. Fogg war zum Glück wieder einmal auswärts; von dieser Seite gab es also keine Schwierigkeiten, Anna schlenderte aus dem Dorf gegen das Mühl- hölzel zu, einem kleinen Laubwald, der zum Schloß gehörte und zwischen der Kuhleiten und der Büchl- kamer Straße lag. Dort wird sie Basil stellen und dort wird sich das mit dem Revolver entscheiden. Sie weiß, daß Tutschek heute zwischen halb vier und vier Uhr auf seinem Reviergang durch das Mühlholzel muß, und sie weiß, daß sie sich in einem gewissen Falle mit dem kleinen Colt vor seinen Augen etwas antun wird, damit er sein ganzes Leben lang nimmer froh wird und bereuen muß.
Es war schwül; die Mücken schwirrten, und die Schnaken gaben keine Ruhe, die Grillen zirpten unablässig und lustvoll, und der Himmel wies verdächtige gelbe Flecken auf, die auf ein Gewitter hindeuteten. Anna schritt mit Gummiknien und wunderlich ausgehöhlt, gar nicht sie selbst, eine Anhöhe hinan und auf den Wald zu, in dem die Entscheidung fallen sollte. Ihre Schläfen brausten, und das linke Ohr brauste ebenfalls. Doch über all dem Unbehaglichen und Beklemmenden gaukelte die große Hoffnung: Der Basil ist gar nicht so schlecht; er nimmt den Brief zurück, und alles ist in Ordnung.
Nun war sie angelangt. Auf diesem schmalen Waldpfad mußte er kommen, der Basil. Anna setzte sich auf einen abgesägten Stamm, der schon trocken und entrindet war. Sie zog den Rock züchtig über die Knie und nahm mit leichtem Erstaunen wahr, daß ihr Strumpf ein Loch hatte. Dann betrachtete sie aufmerksam ihre geflickten kleinen Schuhe. Sie bedauerte, daß sie sich nicht schon gemacht und um» I gezogen hatte, aber jetzt war es zu spät.
häßlich. _ .
Jetzt ist alles aus! dachte sie. Dieser letzte Satz hatte ganz tief getroffen. Sie riß den Revolver aus der Tasche und rief: „Nun kenne ich wenigstens deinen Charakter —!"
„Mach doch keine Dummheiten!" stotterte er blafr „Du? Nein, du bist keine Kugel wert. Und wegen so einem habe ich mir etwas antun wollen. Da!' Sie spuckte ihm ins Gesicht und lief wie eine Wah»' finnige davon. Sie blieb unterwegs mit dem 2D' zugsbügel der Waffe an einem Zweig hängen, btt kleine Revolver wurde ihr aus Der Hand gerissen und fiel mitten auf den Weg. Sie merkte es acr nicht. Sie hetzte weiter und immer weiter, bis M Wald zu Ende war. Dann sank sie zu Boden, In einen Kümmelbusch hinein, und xveinte haltlos unaufhörliche, dicke, ausschwemmende Tränen. Uiw als der ganze Vorrat versiegt war, schleppte sie R langsam und mit schweren Gliedern heim.
*
Viktoria spazierte die Landstraße entlang. hatte es daheim nicht mehr ausgehalten. Ihr Mann schnitt Gesichter, peinigte sie mit Stummheit uiiö war gereizt und mürrisch in einem. Einigemal hakte sie versucht, Klarheit zu schaffen.
„Was ist denn los, Gottlieb?"
„Was soll sein; nichts."
„Bist du mir böse? Wegen was? Sag doch!"
„Laß mich in Frieden."
So ähnlich waren diese Gespräche verlausen. hatte sie es aufgegeben und sein kränkendes baren mit einem hochmütigen, abweisenden beaiit' wartet. Zustand für eine Frau, die so gern offen und fröhlich war wie sie! Sie hatte die Vermutung, daß ihr Mann auf Fogg eifersüchtig war; beftimnH wußte sie es nicht.
Hineingestellt in diese maiengrüne Landschaft zwischen brausende Wälder und smaragdene Wiest«, zwischen Amselschlag und Drosselgesang — fa0 m° erst, wie rank und schlank, wie jung und federe diese Viktoria war, deren blaue Augen von ar mutigen Brauenbögen überdacht waren.
Fortsetzung folgt
Zurückstellung ergeht daher die Aufforderung zur baldigen Vorlage von Gesuchen an folgende An- ! nabmefteüen:
a) Fliegertruppe : Flieger - Ersatzabteilung 14 Detmold;
b) Luftnachrichtentruppe: Luftnachrrch. ten-Ers.-Kompanie 5/14 Gütersloh.
Die Verpflichtung geht über 4% Jahre und kann bei besonderer Eignung auf 12 Jahre ausgedehnt werden. Eine begrenzte Anzahl von Freiwilligen kann auch auf zwei Jahre eingestellt werden, wenn sie für die Flieger- und Luftnachrichtentruppe be. sonders wertvoll sind, aber aus Berufsgründen nicht länger dienen können.
Bevorzugt eingestellt werden die Angehörigen des NSFK. und die sonstigen im zivilen Flugwesen tätigen Personen. Ferner sind bevorzugt alle techmsch- vörqebildeten Freiwilligen. Weitere Auskünfte erteilen das für den Wohnsitz zuständige Wehrbezirkskommando oder Wehrmeldeamt, alle Truppenteile der Luftwaffe und die Ortsgruppen des NSFK.
Hitler-Zugend Bann 116 Gießen.
Am Sonntag, 27. Juni, 9.30 Uhr, findet auf der Burg Gleiberg eine Sozialarbeitstaguna des Bann- bereidjes 116 statt. Zu erscheinen haben sämtliche Ge- folgschafts-Sozialwarte, Fähnlein-Sozialwarte und Gruppensozialreferentinnen des BDM.
Oie Organisation der Landsmann- schaffen und Trachtenvereine.
Georg heß-Leihgestern Fachgruppenleiter für den Gau Hessen-Tlassau.
LPD. Die Bestrebungen zur Heimat- und Trachtenpflege haben im ganzen Gaugebiet Hessen-Nassau unter der nationalsozialistischen Regierung.--eine starke Forderung erfahren. Nach der Machtübernahme 1933 schlössen sich zahlreiche Vereine zu dem Reichsbund für Volkstum und Heimat zusammen, j Eine einheitliche Zusammenfassung aber wurde erst erzielt, als diese Organisation am 14. Marz 1935 in die NS.-Kulturgemeinde aufging und von dieser eine besondere Abteilung „Volkstum und Heimat' gebildet wurde, die sich wiederum in die verschiedensten Reichsfachstellen gliedert. Eine davon hecht .Reichs fach st eile für T r a ch t e n p f 1 e ge und Landsmannfchaften" und besitzt tn allen Gauen eine besonders große Verbreitung. Der Gau Hessen-Nassau umfaßt jetzt unter Gaufachstellenlei. ter Georg Heß- Leihgestern 60 Vereine, Die je nach ihrer Art den Volkstumsgedanken fordern. In den größeren Städten find Arbeitsgemeinschaften gebildet. Nur ganz wenige Vereine stehen noch außerhalb der großen Organisation der Lands- mannschaften und Trachtenvereine der NS.-Kultur- gemeinde, die so in der Lage ist, nützliche Volkstumsarbeit zu leisten.
Jetzt kommt die Zeit des Hennqs!
Die deutsche Heringsfischerei kommt von Tag zu Tag mehr in Fahrt. Die Fangmeldungen der Logger, die den Hering sofort an Bord kehlen und salzen, künden die ersten Zufuhren von Matjesheringen an, und inzwischen erfolgen auch schon einigermaßen regelmäßige Anlandungen der Dampfer, bie den mit dem Schleppnetz gefangenen „grünen" Hering heranbringen. Wenn sich auch dieser Frühfanq der Dampfer bisher noch wenig zum Räuchern und zum Grünverkauf eignet, so ist eine stetige Besserung der Heringsfischerei unverkennbar, und es wird nur noch kurze Zeit dauern, bis die deutschc Heringssaisvn und damit auch die deutsche Bück!' lingssaison in voller Blüte steht.
Da der Fang in diesem Jahr besonders intensiv betrieben wird und die Flotte auch in technischer Hinsicht bestens gerüstet ist, dürste der Fischmartt bald mehr denn je im Zeichen des Herings stehen, der nicht nur von den Verbrauchern, sondern auch von der gesamten Fischindustrie sehnlichst erwartet wird.
*
** Steigende Frühkartoffelanlie-
। f e r u n g e n. Die Lage am deutschen Speisekar- toffe 1 markt ist gekennzeichnet durch den lieber« : gang von der alterntigen Speisekartoffel zur Frühkartoffel. Die Frühkartoffelernte hat bereits in ber . Landesbauernschaft Hessen-Nassau begonnen, . so daß die Anlieferungen in Verbindung mit bei ■ Restbeständen alter Ernte bei Ergänzung durch i ausländische Frühkartoffeln vollkommen ausreichen, t um den Bedarf zu decken. Entsprechend der Jahres- - zeit und der auch in der vergangenen Woche dct- ] hältnismäßig warmen Witterung hält sich der Bc- I darf in mäßigen Grenzen.
- ** Reiche Heidelbeerernte in S l ch t.
1 Die aus dem Odenwald vorliegenden Nachrichten
Die Oberhessische Gese 11 schaft fur Natur- und Heilkunde, Naturwissenschaftliche Abteilung, hielt gestern im Hörsaal des Botanischen Instituts unserer Universität in Gemeinschaft mit der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Biologen- verdandes einen Vortragsabend ab. Professor Dr. Küster sprach über das Thema: „Die Morphologie der Pslanzenzelle — Neue Probleme und Fragen". Dem Vortrag sei folgendes entnommen:
Den großen Aufschwung, den die Erforschung der Pflanzenzelle in den letzten Jahrzehnten genommen hat, führt der Vortragende auf die Beziehungen zu- rück, die sich zwischen der Zellenlehre und verschiedenen anderen naturwissenschafttichen Disziplinen haben knüpfen lassen. Zunächst kommen die Beziehungen in Betracht, welche zwischen Zellen- lehre und Protistenforschung bestehen. Die den einzelligen Lebewesen und überhaupt den Protophyten zugewandte Forschung hat mit einer Fülle von zellenmorphologischen Einzelheiten bekannt und zugleich den Zellenforscher darauf aufmerksam gemacht, daß selbst grundlegende Fragen seines Gebietes vielen Gruppen einzelliger Lebewesen gegenüber noch der Bearbeitung und der endgültigen Lösung harren. Der Vortragende erläuterte solche Beziehungen an den Kieselalgen, sprach von den Erscheinungen des Membranwachstums, der Dieb umkämpften Struktur ihrer Wand, ihren Bewegungserscheinungen, dem Phänomen der Schwarm- bildüng u. a. m. Andere Beispiele entnahm der Vortragende dem Formenkreis der Blaualgen oder Zyanophyzeen (Fehlen eines Zellenkernes, Auftreten von Gasvakuolen usw.) und dem Bereich der Bakterien.
Großen Einfluß auf die Entwicklung der Zellenforschung haben ihre Beziehungen zur Physik der Flüssigkeiten und besonders zur Physik der Kolloide gebracht. Von den Fragen, die sich mit der Phosik des lebenden Zelleninhaltes beschäftigen, sind wohl diejenigen mit besonderem Nachdruck und besonders reichem Erfolg behandelt worden, die der Durchlässigkeit des lebendigen Protoplasmas gelten. Zellenmorphologische Fragen kommen namentlich beim Studium derjenigen Erscheinungen in Betracht, die auf die Wirkungen der Oberflächenspannung zurückzuführen sind. Der Vortragende sprach
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