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Zreitag, 25. Juni 1957

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Overhesien-

[lrJ45 Zweites Blatt

Seit 2S Jahren Llebertandzentrale Oberheffen

Ein Achtzigjähriger

der Zeit von zwei Stunden nicht weni- Einschläge in Maste und Kabel zählen

der

rungen gelobte Oberingenieur Keil im Namen

ganzen Gefolgschaft der neuen' Verwaltung, dem Zweckoerbano also, Treue und stetige Förderung

aller Belange des Werkes.

Direktor von Stadler

Im Anschluß an die Feier wurde von vielen

an­der von

wird i den

ier, - iichel,

en echer. Helfer

den Schwierigkeiten, die sich bei der Leitungsfüh­rung ergaben, und von den Störungen, die durch die verschiedensten Ursachen heroorgerufen wurden. Er schilderte hier insbesondere, wie die Unmasse der Stare, die sich zu Tausenden die Leitungen zum Sitzplatz ausersahen, manche Störung hervorriefen. Er schilderte ferner die mächtigsten Störungsquellen, den Rauhreif und die Gewitter, gegen die ein steti­ger und zäher Kampf geführt werden mußte. Die Gewitter in Oberhessen und insbesondere über dem Vogelsberg, seien nicht von schlechten Eltern! Habe doch da die Zentrale bei einem einzigen tüchtigen Gewitter in k n - -:j-£ 1

der Hanauer Straße besichtigt, das tn jeder Hin­sicht als vorbildlich angesprochen werden darf. Der stattliche Komplex birgt nicht nur Derwaltungs- räume, sondern auch das Zählerprüfamt, Material­lager, Garagen und Werkstätten für den umfang­reichen Fuhrpark der Ueberlandzentrale Oberhessen.

Am morgigen Samstag kann in einer über­raschenden geistigen und körperlichen Frische Herr Otto Ettel, Gnauthstr. 1, seinen 8 0. G e b u r t s- t a g feiern. Der Jubilar kam als junger Setzer aus Landsberg an der Warthe nach Gießen und hat in unserer Stadt seine zweite Heimat gefunden. Er war hier zunächst in der Kellerschen Buchdruckerei tätig und trat dann in die Brühlsche Universitäts- Buch- und Steindruckerei ein, der er 53 Jahre lang die Treue hielt. Seiner treuen Mitarbeiterschaft blieb die Anerkennung nicht versagt. Zu seinem gol­denen Arbeitsjubiläum wurde ihm im Betrieb eine würdige Feier veranstaltet. Seine Treue wurde ferner durch eine Ehrenurkunde ausgezeichnet, die die Unterschrift des Reichspräsidenten von Hinden­burg trug. Betriebsleitung und Gefolgschaft der Brühlschen Universitäts-Buch- und Steindruckerei entbieten dem Jubilar auf diesem Wege die herz­lichsten Glückwünsche.

Das neue Verwaltungsgebäude .der Ueberlandzentrale in Friedberg. ^Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)

Bruno: Wenn dir aber die Kaulquappen besser gefallen? Schließlich mußt du das Kleid tragen, nicht ich.

Camilla, empört: Kaulquappen!

Bruno betrachtet belustigt das Muster: Sieht es nicht so aus? Nur daß Kaulquappen im allgemeinen nicht bunt sind.

Camilla reißt ihm das Muster aus der Hand: Ach, du verstehst überhaupt nichts.

Bruno vertieft sich wieder in die Zeitung, Camilla macht sich erbost im Zimmer zu schaffen.

Bruno gähnt laut und unverhohlen: Sag mal, willst du nicht endlich zu Bett gehen? Ich bin recht­schaffen müde.

Camilla, aufgebracht: Den ganzen Tag hat man nichts von dir, und abends bist du müde!

Bruno: Das liegt in der Natur der Sache.

Camilla: Wann kann man eigentlich etwas mit dir besprechen, wenn ich fragen darf?

Bruno: Möglichst nicht zu nachtschlafender Zeit.

Camilla: Nachtschlafende Zeit! Um halb elf! An deinen Kegelabenden ist halb elf noch keine nacht­schlafende Zeit, nicht wahr?

Bruno: Das ist etwas anderes.

Camilla: So, das ist etwas anderes! Du willst wohl sagen, daß du dich zu Hause langweilst?

Bruno, mit einem schwachen Versuch, den Spieß umzudrehen: Siehst du, du bist auch müde! Dann brichst du nämlich gerne Streit vom Zaun

Camilla: Ich bin durchaus nicht müde.

Bruno: Aber vielleicht gehst du trotzdem zu Bett, damit ich endlich schlafen kann.

Camilla beginnt sich auszuziehen: Das Fraulein reserviert mir den Stoff nur bis morgen mittag.

Bruno: Was für'n Stoff?

Camilla: Den Jmprime natürlich. Was sonst?

Bruno: Du lieber Gott! Bist du noch immer dabei?

Camilla, nachdenklich: Jede dritte Frau tragt Blümchen.

Bruno: Dann nimm die Kaulquappen.

Camilla: Wenn dir aber die Blümchen besser ge­fallen? ... ... _ _

Bruno stöhnt laut auf. Er legt sich auf die Seite und zieht die Decke über den Kopf. Camilla knecht ihrerseits ins Bett. Sie verhängt die Nachttisch­lampe mit einem Tuch und vertieft sich in die Muster.

Eine Viertelstunde spater.

Camilla, leise: Bruno?

Bruno: Chrrr... Chrrr...

Camilla: Bruno, bitte, höre nur eilten kleinen Augenblick.

Am nächsten Mittag bei Tisch.

Bruno, freundlich: Nun, wie ist es denn geworden mit deinem wie hieß doch das Zeugs?

Camilla, hoheitsvoll: Ich weiß nicht, wovon du sprichst. .. ,

Bruno: Na, die Kaulquappen und Blümchen.

Camilla: Ich werde mir ein einfarbiges Kleid machen lassen.

Bruno, verwundert: Ein einfarbiges?

Camilla: Glaubst du, ich habe Lust, wie eine Giraffe oder ein Zebra herumzulaufen?

Bruno: Aber Kind, so war das doch nicht ge­meint.

Camilla, argwöhnisch: Willst du damit sagen, daß ich doch Jmprime nehmen sollte?

Bruno, angstvoll: Um Gotteswillen, nein!

Camilla: Du findest einfarbig schöner, nicht wahr?

Bruno, scheinheilig: Viel schöner!

Camilla, mit düsterer Befriedigung: Na also! Wenn du nur deinen Willen hast!

durch weitschauende Behörden möglich gemacht wor­den.

In seinen weiteren Darlegungen rotes der Redner darauf hin, daß das Wasserwerk Inheiden in seiner Leistung an fünfter Stelle aller deutscher Quell- wasserwerke stehe, nach der Menge des über­haupt geförderten Wassers aber an 35. Stelle im Reich. Das'Werk erscheine, so ungeheuer bedeu­tungsvoll es sei, wenig volkstümlich da von ihm an sich wenig zu sehen sei. Die hauptsächlichsten Teile lägen ja auch in der Erde. So sei es mit dem Werke nicht anders, als mit einem Menschen, der still seine Pflicht tue. Die Arbeit aller im Werk Beschäftigten erhalte seinen Wert durch das hohe Maß an Verantwortungsbewußtsein der Volks­gemeinschaft- gegenüber. Zum Schluß seiner Ausfüh-

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Kochschulnachrichten.

Die Preußische Akademie der Wissen­schaften hat den o. Professor Dr. Franz Koß- m a t (Geologie und Paläontologie) an der Universi­tät Leipzig und den o. Professor Dr. Hans C l o o s (Geologie und Paläontologie) an der Uni­versität Bonn zu korrespondierenden Mitgliedern ihrer physikalisch-mathematischen Klasse gewählt.

Dem Dr. Hans G r u n s k y m München ist un­ter Ernennung zum ordentlichen Professor ein Lehr­stuhl für Philosophie an der Universität München übertragen worden.

Zeitschristen.

Die 700-Jahrfeier der Reichshauptstadt gab derI l l u st r i r t e n Zeitung Leipzig" Ver­anlassung, ihr letztes Heft in seinem Hauptinhalt dem Wachsen und Werden, der kulturellen Be­deutung und der wirtschaftlichen und bevölkerungs­politischen Entwicklung Berlins zu widmen. Hier ersteht ein umfassendes Bild dieser Stadt, deren geschichtlich interessanter Werdegang sie vom unbe­deutenden Marktflecken zur Hauptstadt des Dritten Reiches, zu einer der bedeutendsten Metropolen der Welt geführt hat. Zahlreiche Photographien und Vignetten geben dem umfangreichen Heft eine lebendige und fesselnde Gestalt.

Das dritte Heft derNeuen Modenwelt" (Verlag Ullstein, Berlin) bringt besonders viel prak­tische Modelle: Kleidung für die berufstätige Frau und für die Hausfrau, einfache, hübsche Kleider, Schürzen und Kittel, sommerliche Modelle und Strandanzüge für nicht ganz Schlanke und viele waschbare Kinderkleider, dazu schöne Sommerkleider, Komplets, Mäntel, Röcke, Jacken usw. Aus dem übrigen Inhalt des Heftes seien erwähnt: be­reiche Handarbeitsteil mit vielen Anregungen zu lustigen, bunten Stickereien, drei doppelseitige Schnittebogen, ein Bügelbogen undDie Kleine Zeitung" mit vielen praktischen Winken.

gab sodann einen ebenso unterhaltsamen, wie schaulichen Ueberblrck über die Entwicklung Ueberlandzentrale Oberhessen. Er ging dabei der technischen Seite des Werkes aus unter beson­derer Berücksichtigung der Betriebssicherheit und der Wirtschaftlichkeit. Er betonte dabei, daß Betriebs­sicherheit und Wirtschaftlichkeit in engstem Zusam­menhang miteinander stünden Die Entwicklung der Ueberlandzentrale sei eine organische gewesen und sie habe sich jeweils aus den Bedürfnissen der Be­völkerung und der Industrie ergeben.

Sodann erinnerte der Redner an den Bau des

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LuftschiffGraf Zeppelin" kann besichtigt werden.

LPD. Frankfurt a. M., 24. Juni. Wie die Deutsche Zeppelin-Reederei mitteilt, ist das Luft­schiffGraf Zeppelin" jetzt in seiner Halle auf dem Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main zur Besichti­gung freigegeben. Die Halle ist ab Samstag, 26. Juni, 13 Uhr, geöffnet.Graf Zeppelin" hat in fast neun Betriebsjahren im friedlichen Verkehr über Ozeanen und Kontinenten die deutsche Flagge in aller Welt gezeigt, in Wind und Wetter auf fast 600 Fahrten rund 1654 000 Kilometer zurückgelegt und 12 860 Fahrgäste befördert. Er hat mit bei­spielloser Zuverlässigkeit seine Verkehrsaufgabe er­füllt.

Brum) gibt unartikulierte Laute von sich. Camilla: Wie wäre es mit einem Tupfen? Bruno, schlaftrunken: Wer hat Tupfen? Camilla: Ich habe auch ein reizendes Muster mit Tupfen gesehen, bunt auf dunkelblauem Grund, wie Konfetti, weißt du

Bruno richtet sich steil und drohend auf: Und um mir das zu sagen, weckst du mich aus dem besten Schlaf? Von mir aus lauf getupft herum wie eine Giraffe oder gestreift wie ein Zebra, aber laß mich um Himmelswillen endlich schlafen!

Camilla, weinerlich: Schrei doch nicht so! Du hast überhaupt kein Interesse mehr an mir! Wenn ich das geahnt hätte, als ich dich heiratete

Bruno, pianissimo, dann langsam anschwellend: Chrrr... Chrrr ...

Camilla löscht das Licht und weint sich in Schlaf.

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Gloria-palast: »Drei Kaiserjäger".

Dieser Film, eine ältere Produktion der ABC.» Filrn, erweist sich als ein Tiroler Volksstück mit einer einfachen, übersichtlichen Handlung und einer Anzahl malerischer Landschaftsbilder: er schildert das Leben in einem der berühmten Kaiserjäger­regimenter kurz vor dem Ausbruch des Weltkrieges. Die große vaterländische Verpflichtung und das einigende Empfinden soldatischer Kameradschaft überwindet alle persönliche Konflikte: ein junger Oberleutnant, der wegen Spielschulden den Abschied nehmen mußte, kehrt aus Amerika heim, um als gemeiner Soldat im alten Regiment mitzufechten; zwei seiner früheren Kameraden, die ihren Streit um dasselbe Mädchen freundschaftlich begraben haben, werden seine besten Kameraden. In gefühl­voll ausaespielten, manchmal auch volkstümlich- humoristischen Szenen heben sich als die markan­testen Gestalten Fritz Kämpers, Paul Richter, Heinz Salfner und Else Elster hervor. Im Beiprogramm gibt es ein Lustspiel und einen inter­essanten KulturfilmKiel, die Stadt der. deutschen Kriegsmarine." Hans Thyriot.

wirkt schmerzstillend -1 erfrischend - beiebend

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gen der Ueberlandzentrale, den besonderen For­derungen des Denkmalpflegers nach einer Angleichung der Transforma­toren st ationen an Landschaft und bau­liche Umgebung gerecht zu nterden. An vielen Bildern konnte gezeigt werden, mit welch großem Erfolg diese Bemühungen betrieben wurden und jedermann konnte den Eindruck gewinnen, daß durch den Bau mancher neuen Transformatoren­station das Bild der Landschaft nicht nur nicht ge­stört, sondern sogar in vielen Fällen gehoben wer­den konnte. Schließlich hörte man noch von dem für die Stromversorgung Oberhessens so ungeheuer wichtigen Kraftwerk Lißberg, das von der Ueber­landzentrale für die Spitzendeckung vorbildlich aus­gebaut wurde. An Hand vieler Bilder konnte man charakteristische Bauabschnitte verfolgen, insbeson­dere vom Bau der Staumauern in Hirzenhain und im Hillersbachtal vom Bau der langen Stollen zum Kraftwerk, vom Bau des Wasserschlosses usw. Direktor von Stadler schloß seine Darlegungen mit dem Hinweis, daß sich die Wirtschaftsbelebung in den vergangenen vier Jahren des Dritten Reiches in einer steilansteigenden Entwicklung auch für die Ueberlandzentrale ausgewirkt habe.

Im Rückblick auf alle bisher geleistete Arbeit ge­dachte er noch all derjenigen Arbeitskameraden, die bei der Schaffung des Werkes ihr Leben ließen. Die Teilnehmer erhoben sich von ihren Plätzen, und während die Musik den ersten Vers des Liedes vom guten Kameraden spielte, verharrte man in einer Minute stillen Gedenkens. Schließlich gab Direktor von Stadler noch bekannt, daß die Ueberland­zentrale aus Anlaß ihres Jubiläums dem Poly­technikum der Stadt Friedberg eine Anzahl Appa­rate und Motore, außerdem auch einen Gleichrich­ter zugedacht habe, der für den Unterricht wert­volles Material darstellen möge.

Bürgermeister Liech

überbrachte dann noch die Glückwünsche der Stadt Friedberg und dankte gleichzeitig auf das herzlichste für die Geschehnisse an das Polytechnikum. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß den beiden Werken eine weitere gute Entwicklung befchieden fein möge und sie immerdar ihren Zwecken, der Volksgemein­schaft zu dienen, entsprechen möchten. Direktor von Stadler schloß die Festversammlung mit einem würdigen Gedenken des Führers und Reichskanz­lers Adolf Hitler.

Das neue Verwaltungsgebäude.

Zwiegespräch.

Don Ella Wendt.

Personen: Bruno, der Ehemann; Camilla, die fäjefrau.

Ort der Handlung: Das eheliche Schlafgemach. Zeit: Zwischen zehn und elf Uhr abends.

'Bruno liegt im Bett und liest Zeitung. Camilla fat gedankenvoll am Toilettetisch.

'Camilla: Soll ich nun ein Phantasiemuster ney- Itsn oder lieber eins mit Blumen?

Bruno, aufgescheucht: Wieso?

'Camilla: Was würde dir besser gefallen?

'Bruno: Das kann ich dir erst sagen, wenn ich v-, wovon du sprichst.

'Camilla: Aber ich habe dir doch schon beim stack erzählt, daß ich mir ein Nachmittagskleid mchen lassen will. Aus Jmprime.

Bruno: Jmprime? Was ist Jmprime?

'Camilla wirft einen Blick gen Himmel, dann Itgt sie zwei Stückchen bedruckter Seide von fünf Z ntimeter Durchmesser vor Bruno hin Das eine 's mit bunten Blümchen bestreut, wahrend das a dere eine verwirrende Fülle kaulquappenahn- l'-)er Gebilde aufweist. .

Bruno: Das nennt man also Jmpnm6? Warum eigentlich?

Camilla, ungeduldig: Darum handelt es sich jetzt ficht. Aus welchem soll ich mir das Kleid machen feien? ...

Bruno: Aber Kind, das reicht ja nicht mal sur eil Taschentuch! . f. ,

Camilla: Sei nicht albern! Sag mir lieber, wel- t-s Muster dir am besten gefällt.

Bruno, greift wieder zur Zeitung: Das mit den kiümchen. . L., ,

^Camilla: Findest du es nicht ein bißchen au-

Bruno: Warum hast du es ausgesucht, wenn du f£ alltäglich findest?

Camilla: Blümchen find so jugendlich.

Bruno: Na also. ., _

Camilla empört: Du tust gerade, als hatte ich es üttig!

Bruno: Nein, aber wenn du meinst

Camilla: Das andere gefällt dir also nicht?

Camilla,^verzweifelt: Welches soll ich denn nun 'Omen?

Bruno: Das andere. , .. ,

Camilla: Aber dir gefallen doch die Blümchen ieffer?

ger denn 62 Einschläge in Maste und Kabel zählen müssen. Der Rauhreif, der im Vogelsberg fast in jedem Winter so heftig in Erscheinung trete, wie sonst nur in den Alpen, habe schon oft Kabel reißen lassen. Es sei praktisch schon vorgekommen, daß im hohen Vogelsberg eine Arbeitskolonne vierzehn Tage lang an einem Platze stationiert werden mußte, um an jedem Morgen die über Nacht unter der Last des Rauhreifs gerissenen Kabel wie­der in Ordnung zu bringen. In sehr feiner Weise und ax\ Hand von zahlreichen Lichtbildern sprach Direktor von Stadler über die ernsten Bemühun-

Fried berg, 25. Juni. (Eigener Bericht des (ießener Anzeigers.) In Anwesenheit zahlreicher füirengäste und im Beisein vieler Gefolgschastsmit- ,'ieber der Verwaltung und des technischen Be- i [iebs fand gestern nachmittag eine Jubiläums- Her statt, die der Erinnerung an das 25jährige ^stehen der Ueberlandzentrale gewidmet mar. Un- ,.r den Teilnehmern sah man auch Staatsrat -einer als den Vertreter des Gauleiters und xeichsstatthalters. Staatsrat Reiner nahm aber auch ^eichzeitig als Vorsitzender desZweckverbandes Ueberlandzentrale Oberhessen" teil. Seit der 2Iuf= [»jung der Provinzialdirektion Oberhessen, die bis- |2r die.Verwaltung der oberhessischen Versorgungs- Triebe innehatte, war am 1. April 1937 ein Zweck- prbanb gebildet worden, dem die sechs oberhessischen ['reise a'ngehören. Als Gäste der Feier nahmen iiid) Kreisdirektor Dr. Lotz, Provinzialrat Vogt, : iberregierungsrat Dr. Schönhals und der Di- i-ttor des Arbeitsamtes, Oberregierungsrat Dr.

[ist von Gießen teil. Der Saal im Hotel Trapp, Ist die Versammlung festlich vereinigte, war mit - jschem Grün und Silberkränzen prächtig geschmückt, [in Musikzug des NSKK trug zur Verschönerung l?r Feier bei. Direktor von Stadler sprach ein- [itenb herzliche Worte der Begrüßung.

Staatsrat Leiner

verbrachte die Glückwünsche des Gauleiters zum jwbiläum der Ueberlandzentrale Oberhessen. Er er- liuterte kurz die neue Rechtsform für die ober- [»ssischen Versorgungsbetriebe (Ueberlandzentrale Lberhessen und Wasserwerk Inheiden) und sprach ^schließend über die glückliche Entwicklung, die die i .eberlandzentrale trotz schlechter Konjunktur, trotz

Schwierigkeiten der Kriegs- und Nachkriegszeit [=nommen habe. Der Erfolg sei der bisherigen iitEräftigen Leitung zu danken. Eine günstige Wei- ttentwicklung sei auch für die Zukunft sicher, wenn- . i eich dafür eine sorgsame Sparsamkeit die Voraus- itzung sei. In seinen weiteren Darlegungen sprach itaatsrat Reiner kurz über die sinnvolle Verwen- : Ling der Uederschüsse, die nicht nur der Erhaltung,

I nbern auch dem Ausbau des Werkes dienen sollen, fr schloß mit herzlichen Worten des Dankes, auch in Namen des Gauleiters, an Direktor von ttabler und seine Mitarbeiter, an Kreisdirek- t r Dr. Lotz, an Provinzialrat Vogt und den siiiheren Prooinzialdirektor Klo st ermann, für | ttige und eifrige Förderung.

Im weiteren Verlauf der Festversammlung sprach

Oberingenieur Keil

om Wasserwerk Inheiden über das Wasserwerk uib gab dabei, weit zurückgreifend in die urzeit- lche Geschichte unserer Heimat, einen tiefen Einblick i- den geologischen Aufbau des Quellgebietes, das dirch das Wasserwerk Inheiden ausgenützt und der ^völkerung dienstbar gemacht wird. Er schilderte mr allem die großen Veränderungen, die vor hun- dirttausenden von Jahren in der engeren Heimat um den Vogelsberg herum vor sich gegangen sind. C- stellte heraus, daß das Aufkommen an Süß- nnffer unabhängig fei von den Niederschlägen einer- sccks und von der Aufnahmefähigkeit des Bodens (pbererjeits. Der stärkste Wasserträger unseres Ge- Ssts sei der sehr aufnahmefähige Basalt-Tuff des hgelsberges, der eine konstante Wasserlieferung schere. Größere Niederschlagsunterschiede im Ge- b-?t des Vogelsberges äußerten sich deshalb erst je- u-ils nach Jahresfrist. Die Quellen von Queckborn in b Lauter, die die, Städte Gießen und Bad-Nau- him speisten, seien Tuffquellen. Das Wafser des ^heidener Quellgebietes komme dagegen aus grö- ß rer Tiefe, es fei auch um etliche Grade wärmer. Lährend das Wasser aus den Tuffquellen 9 Grad 6»lsius habe, verzeichne das Wasser der Jnheidener (Lieben konstant 12,5 Grad. Die Nutzbarmachung der flirten Quellen sei vor nunmehr dreißig Jahren

Kraftwerkes Wölfersheim, das im Jahre feiner Gründung in einer wahren Rekordzeit gebaut wor­den sei. Es sei in der Zeit vom 14. Mai bis Weih­nachten fertiggestellt worden! Bei der Errichtung des Stromnetzes habe es allerdings mancherlei Schwierigkeiten gegeben, Schwierigkeiten von der Bevölkerung her, die sich teilweise schwer bereit fand, die Masten errichten zu lassen. In einem gro­tesken Fall sei den verantwortlichen Technikern so­gar mit dem Erschießen gedroht worden. In sehr ------- ~

interessanter Weise berichtete der Redner bann von Gästen bas neuerrichtete Verwaltungsgebäude in