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Vertretern der NSB. (Mufsertbewegung) in Utrecht beglaubigen zu lassen. Hiervon sei die Ausreise des jungen Mädchens aus Deutschland ab­hängig gemacht worden. Obgleich es ein leichtes ge­wesen wäre durch Anfrage bei der Reichsvertretung in Holland die Unrichtigkeit dieses Berichtes festzu­stellen, der offenbar nur dazu dienen sollte, durch die Unterstellung, deutsche Behörden arbeiteten mit einer ausländischen politischen Partei zusammen, das deutsch-holländische Verhältnis zu vergiften, rich­tete ein marxistischer Abgeordneter eine Anfrage an die Regierung. Die Untersuchung hat erwiesen, daß die Presseberichte auf freier Phantasie be­ruhen. Es ist gewiß zu begrüßen, daß durch die schnelle Arbeit der holländischen Behörden die ge­hässige Falschmeldung als solche gebrandmarkt wer­den konnte, es muß jedoch im höchsten Grade be­fremdlich wirken, daß ein großer Teil der holländi­schen Presse kritiklos diese Falschmeldung verbrei­tete, deren Lügenhaftigkeit jedem sofort erkennbar sein mußte.

10 Jahre Bethel.

Am 27. Juni gedenkt die Anstalt Bethel Ihre Siebzigjahrfeier zu halten. Als Anstalt für E p i l e p t i s ch.e 1867 gegründet, entwickelte sich dieses Werk unter der segensreichen Tätigkeit Pa­stor Friedrich von Bodelschwinghs sen., der im Jahre 1872 ihr Leiter wurde, aus kleinen Anfängen zur größten Anstalt christlicher Liebestä­tigkeit. Schon zwei Jahre nach ihrer Gründung ge­sellte sich zu ihr das Betheler Schwestern- haus Sarepta, das mit seinen 2000 Diakonis­sen zum größten Diakonissenhaus des Kaiserswerther Verbandes emporwuchs. 1877 folgte die Gründung des Diakonenhauses Nazareth, das mit seinen annähernd 700 Brüdern und freien Helfern in gleicher Weise zum größten Brüderhaus Deutsch­lands wurde. 1882 entstand mit der ersten Ar­beiter-Kolonie Wilhelmsdorf der zweite Hauptarbeitszweig Bethels, nämlich die Fürsorge für die Wanderarmen und Heimatlosen, die der Vater Bethels seineBrüder von der Landstraße" nannte. Diese Arbeit empfing ihre weite Ausdeh­nung zumal in den Betheler Zweiganstalten: in Eckardtsheim in der Senne (zwölf Kilometer südlich von Bielefeld)), in F r e i st a t t im Wiettings moor zwischen Osnabrück und Bremen (1899) und in der Her mannsheide (unweit des Her­mannsdenkmals) (1927). Zu diesen gehören auch die Hoffnungstaler An st alten rund um Ber­lin (1905), die den Obdachlosen der Reichshaupt­stadt dienen.

Jüngere und weitere Arbeitszweige der Betheler Anstalten sind dann die Theologische Schule (1905), ferner die Bethel-Mission, die ur­sprünglich im Jahre 1886 als Evangelische Missions­gesellschaft für Deutsch-Ostafrika, in Berlin gegrün­det wurde und 1906 ihren Sitz nach Bethel verlegte. Als letzter Arbeitszweig gewann der Dienst an der gesunden Jugend an Ausdehnung, wie die Um­schulung jugendlicher Erwerbsloser zur Landwirtschaft (seit 1927), # a u s l)aU tungsschulen verschiedenster Art für junge Mädchen, sowie ein Lyzeum und eine Ober­schule in Aufbauform.

Heute umfaßt Bethel in seinen Zweiganstalten eine Anstaltsgemeinde von etwa 12 000 Personen, die Hauptanstalt Bethel allein hat etwa 6500 Ein­wohner. 1936 gingen durch ihre Häuser 2522 Fall­süchtige (Epileptische) und 1870 Geistes-, Nerven- und Gemütskranke. An Wanderern und Heimat­losen wurden 4229 Personen in acht Betheler Ar­beiter-Kolonien gezählt, zu denen noch die etwa 1500 Plätze der-sechs Kolonien der Hoffnungstaler Anstalten kommen. Hinzu kommen noch 1100 er­ziehungsbedürftige Jugendliche und Erwachsene so­wie Alokoholiker. In der Ausbildung zur Landwirt­schaft standen 407 Jugendliche: die Schulinternate beherbergten 548 Schüler und Schülerinnen. In den Altersheimen weilten 290 Personen. 8031 körperlich Kranke fanden in den Krankenhäusern Bethels Auf­nahme. Die Fremdenheime und Hospize nahmen 8744 erholungsuchende Gäste auf. Ungerechnet die Hoffnungstaler Anstalten gingen somit durch die Bethelanstalten im Jahre 1936 27 741 Personen. Am 2. April 1910 ging 'der Schöpfer der Anstalten Pastor Friedrich von Bodelschwingh sen., heim: seitdem leitet sie sein jüngster Sohn Pastor D. Fritz von B o d e l s ch w i n gh. Erwähnt sei noch, daß während des Krieges etwa 39 000 Ver­wendete in den Betheler Pflege- und Kranken­häusern Aufnahme fanden.

festere naüonalspaniscbe Krfolge.

Salamanca, 24. Juni. (DNB.) Wie der nationale Heeresbericht von der Front von Biskaya meldet, haben trotz des schlechten Wetters die natio­nalen Truppen ihren Vormarsch weiter fortgesetzt. Sie haben Punta Lucero, den westlichsten Punkt des Hafens von Bilbao, besetzt und beherrschen somit den Hafen ganz. Ferner wurden die Höhen von Arena, der Cerranti-Berg und die Höhen westlich davon besetzt. Es wurde sehr viel Kriegsmaterial erbeutet, u. a. ein Panzerabwehrgeschütz, mehrere Feldgeschütze, 127 000 Liter Benzin, große Mengen Schweröl, 400 Flugzeugbomben und eine größere Anzahl Granaten. Die nationalen Truppen haben über 500 Gefangene gemacht. 48 bolschewistische Miliz- leute sind mit den Waffen übergelaufen. Der natio­nale KreuzerAlmirante Cervera" hat d a s sow­jetrussische SchiffKuban" an geh al­ten und nach Malaga eingebracht. Die für die spanischen Bolschewisten bestimmte Ladung soll aus 20 Flugzeugen, 44 Tanks, 9000 Gewehren, 1100 Maschinengewehren, zwei Millionen Patronen und 4500 Tonnen sonstigen Kriegsmatenals bestanden haben.

Kleine politische Nachrichten.

Botschafter von Ribbentrop hat sich auf einige Tage nach Berlin begeben.

Das deutsche Konsulat in Bilbao, das seit Beginn der Bolschewistenherrschaft in der Pro­vinz Biskaya geschlossen war, hat seine Tätigkeit wieder ausgenommen. * *

Der Führer und Reichskanzler hat den bisherigen Regierenden Bürgermeister Otto H e i d e r aus dem bremischen Landesdienst entlassen und den derzeiti­gen kommissarischen Regierenden Bürgermeister, Re­gierungspräsidenten i. e. R. SA.-Gruppenführer Jo­hann Heinrich B ö h m ck e r, zum Regierenden Bürgermeister in Bremen ernannt.

Nach'mehrwöchigen Verhandlungen hat der nach den Wahlen zurückaetretene holländische Minister­präsident Dr. C o l i i n die neue Regierung gebildet. Es handelt sich um ein Kabinett der drei konfessto-

Zusammenstöße beiZronikämpferdellionstraiionen in VMel.

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In Brüssel demonstrierten 8000 Mitglieder verschiedener Frontkämpferverbände aus Brüssel und der Wallonei gegen das Amnestiegesetz. Als der Demonstrationszug die Gegend um das Parla­ment erreichte, versuchte berittene Polizei, die Demonstranten am Vordringen in das Regierungsviertel zu hindern, wobei es zu Zusammenstößen kam, bei denen 35 Personen verletzt wurden. (Scherl-Bilderdienst.)

Um die Ruhestätte pilsudskis.

Oer Erzbischof von Krakau widersetzt sich den Wünschen des Staatspräsidenten. Äroße Erregung in Polen.

Warschau, 23. Juni. (DNB.) Der polnische Staatspräsident empfing den Ministerpräsidenten General Skladkowski, der dem Staatspräsi­denten sein Rücktrittsgesuch übergab. Der Staatspräsident hat den Rücktritt jedoch nicht an­genommen. Skladkowski sah sich zu diesem Schritt genötigt, weilein polnischer Staatsbürger den Willen des Staatspräsidenten in der Frage der Verehrung des Marschalls Pil­sudskis durch die Natiott nicht erfüllt habe". Da er diese Beleidigung der Republik Polen nicht ver­hindern konnte, bat er um die Genehmigüng zu­rückzutreten. Der Grund war ein Brief des Erz­bischofs Fürst Sapieha von Krakau an den Staatspräsidenten, der zum Ausdruck bringt, daß der Erzbischof nicht in der Lage sei, den Wunsch des Staatspräsidenten in der Frage der Ruhe­stätte des Marschalls Bilfudski zu er­füllen. Der Erzbischof hatte verlangt, daß der Sarg des Marschalls in eine andere Gruft der Wawel-Kathedrale übergeführt werde. Das Komitee zur Ehrung des Andenkens des Marschalls hatte dagegen eine Erfüllung dieses Wunsches des Erz- bifchofes nicht in Betracht gezogen und der Staats­präsident hatte sich der Auffassung des Komitees angeschlossen. Am Donnerstag hat Außenminister Beck den päpstlichen Nuntius besucht. Gleich­zeitig ist der polnische Botschafter beim Vatikan, Graf Skrzynski, beim päpstlichen Stuhl emp­fangen worden.

Der Streit hat die lebhafte Anteilnahme der Be­völkerung gefunden. Die Legionärsverbände von Warschau und Lodz sowie die Union der Ver­bände der V a t e r l a n d s v e r t ei d i g e r haben in Protesten ihrer Entrüstung über das Ver­halten des Erzbischofs Luft gemacht. In der Ent­schließung der Vaterlandsverteidiger wird gefordert, daß die Wawel-Grüfte, die ein Nationalheiligtum seien, unverzüglich der Verwaltung des Krakauer Erzbischofs entzogen würden. Auch in der Presse wird hervorgehoben, wie unbegreiflich das Verhalten des Erzbischofs sei. Gazetta Polska nimmt gegen eine Verlautbarung des Krakauer Ordinariats Stellung, die zum Ausdruck bringt, daß die Ueberführung des Sarges des Marschalls Pilfudski in die Kapelle der Silbernen Glocken, die unter Beteiligung von Künstlern aus ganz Polen und mit einem Aufwand von Hunderttausenden von Zloty aufgebaut worden sei, nicht aus eine unbestimmte Zeit vertagt werden könne, da die Ueberreste des Marschalls in der feuchten St. Leonhardsgruft zu zerfallen drohten. Demgegenüber weist Gazetta Polska darauf hin, daß sowohl die Gruft der Silbernen Glocken wie auch der für die Aufnahme der sterb­lichen Ueberreste des Marschalls bestimmte Sarko-1

phag noch gar nicht fertiggestellt seien. Durch den Beschluß des Erzbischofs werde eine dreimalige Ueberführung des Sarges bis zur endgültigen Beisetzung in dem für ihn be­stimmten Sarkophag in der Kapelle der Silbernen Glocken notwendig. Im übrigen drohe dem Leich­nam des Marschalls in der St. Leonhardsgruft, wo er sich jetzt befinde, keineswegs der Verfall, da elektrische Oefen die Temperatur regelten. Es sei wirklich peinlich feststellen zu müssen, daß die Verlautbarung des Krakauer Ordinariats keines­wegs überzeugend sei, ganz abgesehen von der Widersetzlichkeit gegen den Wunsch des Staatsober­hauptes. Man könne sich das alles nur aus der Tatsache erklären, daß Erzbischof Fürst Sapieha in letzter Zeit krank gelegen habe. Das Militär­blatt Polska Zbrojna schreibt, es habe sich die unerhörte Tatsache ereignet, daß die jedem Polen teuersten Gefühle verletzt wor­den seien. Schon nach dem Tode des Marschalls sei darüber gesprochen worden, daß Erzbischof Sapieha Schwierigkeiten mache. D.amals habe er sich der einmütigen Sprache von Millionen Polen gebeugt. Jetzt aber habe sich der Erzbischof der höchsten weltlichen Gewalt in Polen entgegengestellt. Er habe die Gefühle der Nation gegen sich gelenkt. Diese Tatsache müsse jeden polnischen Katholiken mit großer Erbitterung erfüllen.

In einer Versammlung der Legionäre und der anderen nationalen Organisationen wurde gefordert, daß dem Erzbischof'Fürsten Sapie­ha sämtliche polnischen Ehrenzeichen entzogen wer­den (Sapieha hat unlängst den Weißen Adlerorden, die höchste polnische Auszeichnung, erhalten): der Senat und der Sejm sollten zusammentreten und be­schließen, daß der Wawel Nationaleigen­tum wird. Die Versammelten ehrten dann am Bel­vedere-Schloß, der Warschauer Gedächtnisstätte Marschall Pilsudskis, den Toten in einer spontanen Huldigung.

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Wie aus Krakau gemeldet wird, ist gestern der Sarg Pilsudskis auf Veranlassung des Erz­bischofs aus der St. Leonhardskapelle in Anwesenheit eines Vertreters des Komitees zur Ehrung des Andenkens des Marschalls Pilfudski in die Gruft der Silbernen Glocken gebracht worden. Für die weitere Entwicklung des Konfliktes, der sich durch diesen eigenmächtigen Schritt des Erzbischofs noch verschärft hat, wird das Verhalten der übrigen höchsten Würdenträger der Kirche maßgeblich sein, vor allem des Posener Erzbischofs Kardinal Hlond, der die Würde eines Primas von Polen bekleidet.

nellen Parteien Hollands. Dr. Colijn (Antirevo­lutionär) übernimmt außer dem Vorsitz im Mini­sterrat auch das neu geschaffene Ministerium für allgemeine Angelegenheiten und vorläufig auch das Außenministerium. Das Innenministerium über­nimmt van Boeijen (christlich-historisch), bisher Vorsitzender des holländischen Radiorates, das Fi­nanzministerium de Weide (antirevolutionär) bis­her Innenminister.

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Der belgische Ministerpräsident van Zeeland traf in Washington ein und fuhr mit Roose­velt, Frau Roosevelt und seiner Gattin zur Jacht des Präsidenten, auf der eine Fahrt auf dem Po- tamac unternommen wurde Am Abend gab Roose­velt ein Bankett.

In London ist ein Weißbuch erschienen, das sich mit den A u f st ä n d en an der N o r d w e st - grenze Indiens beschäftigt. Es geht daraus hervor, daß 40 000 Mann britische Truppen zur Unterdrückung der Aufständischen in Waziristan ein­gesetzt sind. Die britische Luftwaffe hat seit Aus­bruch der Unruhen zehn Dörfer bombardiert. Trotz aller Bemühungen ist es den Engländern noch immer nicht gelungen, des Fakirs von Jpi habhaft zu werden

In Trinidad ist es zu neuen blutigen Z u ° jammen st äßen zwischen streikenden Eingebo­renen und Militär gekommen. Eine Gruppe von Streikenden überfiel eine Zuckerplantage, setzte mehrere Zuckerfelder in Brand, beschädigte die Häu­

ser und durchschnitt die Telephonleitungen. Militär eröffnete das Feuer gegen den Mob, wodurch zwei Personen verletzt wurden

Aus aller Wett.

Reichsfestspiele Heidelberg 1937.

Die diesjährigen Reichsfe st spiele in Hei­delberg, die vom 20. Juli bis 22. August statt­finden und unter der künstlerischen Leitung von Intendant Ingolf Kuntze stehen, sehen 34 Auf­führungen vor. Der am 20. Juli als Eröffnungs­veranstaltung gegebeneAmphitryon" wird sechs Aufführungen erleben Für ..Romeo und Julia" sind 16 Aufführungen vorgesehen Paul Ernsts Pantalon und seine Söhne" wird zweimal gege­ben. DerGötz von Berlichingen" wird zehnmal gespielt werden.

Deutsche Kriegsschiffe auf dem Rhein.

Aus Anlaß des Bundestages des National­sozialistischen Deutschen Marine-Bundes am 17 und 1 18. Juli in Düsseldorf hat der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine die Entsendung von Flotten- streitkräften auf den Rhein angeordnet. Es werden daher zum erstenmal seit 25 Jahren deutsche Kriegsschiffe wieder den Rhein befahren und ihre Flagge voraussichtlich bis Mainz rhein­aufwärts tragen. Es kommen für diese Rheinreise nur die kleinsten Einheiten der Flotte, die der ersten Schnellbootsflottille und der ersten Räum­bootsflottille, in Frage da bereits Torpedoboote, die noch 1912 den Rhein besucht haben, die vielen Rheinbrücken nicht mehr würden passieren können.

Beide Flottillen werden von ihrem Hauptliegehafen Kiel aus durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal die Nord­see erreichen und dann die offene See bis zur Rheinmündung durchlaufend durch holländisches Ge­biet den Rhein aufwärts fahren. Die erste Schnell­bootsflottille wird mit acht Schnellbooten vertreten fein, während die erste Räumbootsflottille mit sieben Räumbooten und dem BegleitschiffZiethen" an der Fahrt teilnimmt. Die erste Schnellboots­flottille ist eine Torpedobootsflottille, die erste Räumbootsflotte eine Minensuchflottille.

Hur noch drei Tage Ausstellung Gebt mir vier Jahre Zeit".

Die große AusstellungGebt mir vier Jahre Zeit" am Kaiserdamm in Berlin, die be­reits von über einer Million Volksgenossen besucht wurde, wird am Sonntag, den 27. Juni, ihre Pforten schließen. Trotz des anhaltend starken Be­sucherandranges ist eine weitere Verlängerung der Ausstellung aus technischen Gründen nicht möglich, so daß nur noch drei Tage für den Besuch zur Ver­fügung stehen.

Gauturnier der Deutschen Schachgemeinschaft.

NSG. Am Sonntag, 27. Juni, findet von 9 bis 13 Uhr im Volksbildungsheim zu Frankfurt ein Paul-Morphy ° Gedächtnis-Turnier der Deutschen Schachgemeinschaft, der Zusammen­fassung aller deutschen Schachspieler innerhalb der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude", statt. An diesem Turnier können alle Schachspieler unseres Gaues teilnehmen. Es handelt sich um ein Schnell­partieturnier, das in drei Stärkegruppen durchge- kührt wird. Die Bedenkzeit pro Spieler beträgt drei Minuten. Innerhalb der einzelnen Stärke­gruppen spielt jeder gegen jeden Spieler. Dabei hat jeder pro Stunde 8 bis 9, d. h. von 9 bis 13 Uhr 32 bis 36 Partien zu spielen. Zur Eröffnung des Turniers spricht der Leiter der Deutschen Schach- aemeinschaft, Chefdramaturg Bethge. Als Preise sind'KdF."-Urlaubsfahrten und anderes ausgesetzt. Meldeschluß ist eine halbe Stunde vor Beginn.

Scharfer Endkampf im Internationalen Schachturnier.

Das Internationale Meisterturnier des Groß deutschen Schachbundes in Bad Saarow brachte durch die 6. Runde einen scharfen Endkampf. Der an der Spitze liegende Kuppe führte in einem angenommenen Damen­gambit die schwarzen Steine gegen den Fürsten- walder Weichert. Die Partie endete unentschie­den. Richter und Engels gewannen ihre Par­tien. Richter, der Meister von Deutschland, schlug durch einen schönen Schlußangriff Dr. D ü h r s s e n, der sich französisch verteÄigt hatte. Engels ge­wann als Nachziehender mit der Aljechinfchen Ver­teidigung gegen Ernst. Bogoljubow kam in einem Damengambit zum Siege über den polni­schen Meister M a k a r c z y k. Die spanische Partie zwischen Czaya und Michel mußte abgebrochen werden. Die Führung hat nun drei Runden vor Schluß Kuppe mit 5 Punkten vor Richter mit 4V2 und Engels mit 4.

Anweller an der Riviera.

Die italienische Riviera wurde in diesen Tagen mehrfach von schweren Unwettern heimgefucht. In Savona richtete ein zweistündiges Gewitter grö­ßere Verheerungen an. In den tiefer gelegenen Stadtteilen wurden zahlreiche Fabrikräume, Lager­häuser und Geschäftsläden überschwemmt. Der Ver­kehr auf der Via Aurelia längs der Küste wurde westlich von Savona durch herabstürzende Schutt- und Gesteinsmassen stellenweise unterbrochen. Im Gebiet des Monte Rosa, des Monte Ossola und in der Umgebung von Turin ist bis tief her­unter Schnee gefallen.

Witterungsvoraussage für die Zeit vom 24. Juni bis 3. Juli.

Herausgegeben von der Forschungssielle für lang, scistige Willerungsvorherfage des Reichswetter- dienstes in Bad Homburg am 23. Juni 1937 abends.

Die feit etwa einer Woche in Deutschland herr­schende unbeständige und kühle Witte­rung ist von einer mitTemperaturzu- nähme verbundenen W e t t e r b e s s e r u n g ab­gelöst worden. In den nächsten Tagen etwa bis Zum Wochenende ist westlich der Sudeten und un­teren Oder mit im allgemeinen freundlichem, jedoch nicht regensicherem Wetter bei schwankenden, nicht hohen Temperaturen zu rechnen. Oestlich der Oder und in Schlesien wird überwiegend schönes und warmes, jedoch nicht extrem warmes Wetter herr­schen. Das Witterungsgepräge der nächsten Woche wird im ganzen nicht unfreundlich fein. Es werden aber schöne warme Tage mit kühleren bewölkten Tagen und Nieder- schlägen wechseln. In Ostpreußen wird das Wet­ter etwas besser sein als im übrigen Reich. Dort ist in dem Zehntagezeitraum mit einer Sonnenschein- dauer von mindestens 80 Stunden zu rechnen.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt

Begünstigt durch die unveränderte Lage des ost- atlantischen Hochdruckgebietes und die mit der Er­wärmung der letzten Tage verbundene Druck­erniedrigung über Mitteleuropa. kam ein neuer Vorstoß kalter Meeresluft in Gang Ihr Eindrin­gen in die vorgelagerte Warmluft gab am Don­nerstagabend bzw. in der Nacht zum Freitag Anlaß zu verbreiteter gewittriger Tätigkeit, die meist von sehr ergiebigen Regenfüllen begleitet war, worauf m extremen Fällen bis zu 60 Liter Wasser vro Quadratmeter fielen. Zunächst kommt wieder Be­ruhigung und Besserung in Gang, doch wird sich fein störungsfreies Schönwetter Herstellen.

Aussichten für Samstag: Wolkig bis heiter, unbeständig und auch einzelne Regenfälle, tagsüber leichte Wärmezunahme, Winde um West.

Aussichten für Sonntag: Häufig auf­heiternd, doch noch immer unbeständig, 'mäßig warm.

Lufttemperaturen am 24. Juni: mittags 25,3 Grad, am 24. Juni: abends 17,5 Grad, am 25. Juni: mor­gens 11,8 Grad, Maximum 25,6 Grad, Minimum 11,3 Grad Celsius.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot-, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: H L. Neuner Anzeigen- leiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D A. V 37: 9326. Druck und Verlag: Brühl'fche Unioerfitäts-Buch- und Steindruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monat-Bezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags

15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.