Einzelbild herunterladen

können diese Ermäßigungen auch in den anaegede- nen Sperrzeiten gewährt'werden. Für Gesellschafts­reisen von Deutschland nach dem Auslande ist da­gegen eine besondere Genehmigung einzuholen. Bei den Schul- und Jugendpflegefahrten treten Be­schränkungen nicht ein.

** Prüfungen der Technischen Lehre­rinnen. In diesen Tagen finden wieder die Prü­fungen der Technischen Lehrerinnen in Gießen unter dem Vorsitz von Schulrat N e b e l i n g als Regierungsvertreter statt. Zuerst werden die Lehr­übungen in der Berufsschule und in der Fachschule der Aliceschule gehalten, dann wird eine schriftliche Klausurarbeit geschrieben, darauf folgt die prak­tische Prüfung in Hauswirtschaft, zuletzt wird die mündliche Prüfung abgenommen. Das Technische Seminar in Gießen wird nach Entscheidung der Abteilung VII der Landesregierung in der seit­herigen Form weitergeführt.

** Der Kleingärtnerverein Post Gie­ßen hielt im Gasthaus ,Lum Schipkapaß" seine

Generalversammlung ab'. Im Anschluß an die rasch erledigte Tagesordnung hielt Dr. G o e r r e s von der städtischen Betriebsverwaltung einen Vortrag über die Herstellung und Verwendungsart des HumusdüngersBiohum". Ein weiterer Vortrag wurde vom Vereinsführer gehalten, der über das ThemaDer Beamte als Kleingärtner im Rahmen des Dierjahresplanes" sprach. Der Redner schilderte hier besonders die Möglichkeiten, durch eine Steige­rung und Verbesserung des Beerensträucheranbaues zur Stützung unserer Dolksernährung beizutragen. Eine Filmvorführung und eine Gratisoerlosung be­schlossen die Versammlung.

** Kein Ehepaar, sondern Mutter und Sohn. Zu der am 17. Februar gemeldeten Verurteilung zweier Angeklagten namens Schrei tz in Friedberg wegen Kuppelei durch die Gießener Große Strafkammer ist berichtigend festzustellen, daß es sich dabei nicht um ein Ehepaar Wilhelm Schreitz handelt, sondern die Verurteilten sind Mutter und Sohn namens Schreitz aus Friedberg.

Ortsgruppenabend in Gießen-Süd.

Oberbürgermeister Ritter spricht über die Neuordnung der deutschen Fremdenverkehrswerbung.

Im vollbesetzten Saale des Studentenhauses am Leihgesterner Weg fand am gestrigen Mittwoch­abend eine Ortsgruppenoersammlung der Orts­gruppe Gießen-Süd statt. Im Anschluß an den Einmarsch der Fahnengruppen wurde die Ver­sammlung an den Todestag Horst Wessels erinnert und dabei mit einem stimmungsvollen Gedicht die­ses Freiheitskämpfers der Bewegung und feiner im Kampfe für Deutschland ermordeten Kamera­den gedacht.

Oberbürgermeister Ritter

betonte zu Beginn seines Vortrages die Größe un­serer Zeit, in der es gilt, unter der Führung Adolf Hitlers alle Kräfte und alle deutschen Men­schen einzusetzen für den Wiederaufbau unseres Volkes. Er wies dabei auf die besondere Verpflich­tung der Parteigenossen hin, die sie als Angehörige des'Ordens der Partei, der Träger des Staates und ständiger Künder der Idee des Führers ist, zu er­füllen haben.

Sodann erinnerte er in großen Zügen an die Hetze und den Lügenfeldzug, die auch heute noch vom Auslande her gegen unser in Frieden arbei­tendes und vorwärtsstrebendes Drittes Reich im Gange sind. Er kennzeichnete in diesem Zusammen­hänge die am häufigsten von den Lügnern und Hetzern vorgebrachten Behauptungen in ihrer gan­zen Hohlheit und Verlogenheit, stellte ihnen aber auch die vollkommene Hoffnungslosigkeit gegenüber da das deutsche Volk unter der zielbewußten, klaren und aufbauenden Führung Adolf Hitlers auf der­artige Schwindeleien nicht hereinfallen wird. Wei­ter machte er die wahre Bedeutung des auf das Wohl aller Volksgenossen hinzielenden deutschen Sozialismus Adolf Hitlers klar und stellte dem­gegenüber die Unwahrhastigkeit und Hohlheit des von den Marxisten verkündetenSozialismus" heraus. In großen Zügen wies der Redner dann noch auf die Bedeutung des zweiten Vierjahres- planes und die in diesem Rahmen zu lösenden Aufgaben unserer Rohstoffversorgung hin. Er be­tonte auch hierbei, daß

das Dirken des Führers und die gemeinsame Arbeit aller Volksgenossen darauf gerichtet sind, unserem Volke auch in wirtschaftlicher Hinsicht die Freiheit gegenüber dem Auslande zu er­ringen und sicherzustellen, dann aber auch in weiterer aufbauender Arbeit den Lebensstan­dard aller Volksgenossen durch die Steigerung des Arbeitsertrages zu heben.

Nachdrücklich nahm er ferner gegen die unsinnigen Lügen des Auslandes über unsere Rüstungsmaß­

nahmen Stellung, wobei er hervorhob, daß unsere Aufrüstung nur eine Folge des Wortbruches der anderen ist, die, obwohl Deutschland ab- gerüstet hatte und sie zu gleichem Vorgehen ver­pflichtet waren, nicht im geringsten danach han­delten, sondern mit aller Kraft aufrüsteten und schließlich über unser Volk hergefallen wären, wenn wir nicht endlich selbst durch die Verstärkung unse­rer Wehr für unsere Sicherheit gesorgt hätten. Die deutsche Aufrüstung ist also nur ein Akt der Not­wehr und des Selbstschutzes gegenüber der mißgün­stigen Welt um uns herum. Wie im Auslande uns als Urheber des Wettrüstens hinstellt, ist wie der Redner unter dem starken Beifall der Ver­sammlung betonte entweder ein Idiot oder ein Jude.

Hierauf wandte sich der Redner seinem Vortrag über die Neuordnung der deutschen Fremdenverkehrswerbung zu. Er wies dabei einleitend auf die Zersplitterung und das vielfache Gegeneinander der in der Fremdenver­kehrswerbung tätigen Kräfte vor der Machtüber­nahme hin und stellte jenem Durcheinander die einheitliche Ausrichtung und klare Zielsetzung gegen­über, die durch die gesetzliche Regelung der Frem­denverkehrswerbung im Reiche Adolf Hitlers ge­schaffen wurde.

Als oberffen Gesichtspunkt dieser ordnungs­mäßigen Gestaltung im Fremdenverkehr be­zeichnete er den Dienst am ganzen deutschen Vaterland mit dem Ziel, Deutschland zum gast­lichsten Land der Welt zu gestalten.

Zur Erreichung dieses Zweckes ist die gesamte Fremdenverkehrswerbung von Grund auf unter neue Gesichtspunkte gestellt worden, insbesondere ist dafür Sorge getragen, daß eine gradlinige, vom nationalsozialistischen Geist erfüllte Fremdenoer- kehrspolitik wirksam ist. Hierbei wird besonderes Gewicht darauf gelegt, daß der Auslands­reiseverkehr von Deutschland aus ins­besondere den Ländern zugute kommt, die in wirt­schaftlicher und politischer Hinsicht auch uns gegen­über eine freundliche und verständnisvolle Haltung einnehmen und das Lebensrecht des deutschen Vol­kes achten.

Dagegen haben wir keinerlei Anlaß, durch den Reiseverkehr von Deutschland aus diejenigen Staaten zu begünstigen, die politisch und wirl- schaftlich feindselig gegen uns eingestellt sind, alle deutschfeindlichen Bestrebungen unterstützen und ihnen Tür und Tor öffnen. (Starker

Beifall!)

Das Mädchen mit dem Silberhaar.

Roman von Anny von panhuys.

13. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Er hatte sie wieder eingestellt, ihr eine Stellung gegeben, die ihn oft mit ihr zusammenbrachte, und er hatte immer eine stille eigenartige Freude emp­funden, wenn sie hier in sein Büro getreten.

Ihre wundervollen klugen Augen hatten schon eine gewisse Macht über ihn gewonnen, das gab er sich zu.

Aber diese Macht ärgerte ihn jetzt, machte ihn zornig. Er hörte immer noch die Helle, scharfe Stimme der Komtesse etwas sagen, was ihm wey- tat wie ein körperlicher Schmerz.

Teufel! Teufel! Mit was quälte er sich denn eigentlich herum? Was kümmerte es ihn, was Franziska Karsten auf dem Maskenball getan. Sie war ja erwachsen, und es ging niemand etwas an, wenn sie sich von einem Manne hatte küssen lassen. Auch ihn ging es nichts an. Nein, auch ihn nicht. Ihn vielleicht am allerwenigsten.

Er brauchte sich wirklich nicht über die dumme Tratschgeschichte zu ärgern, und er durfte sich auch nicht einmischen. Er hatte der Komtesse zuviel ver­sprochen.

Er lief unruhig im Zimmer umher, brummte: Alberner Weibsleutekram! Er würde der Komtesse noch heute, am besten sofort, schreiben, er bedaure sehr, ihr in diesem Fall nicht dienen zu können, aber er hätte es sich überlegt, er besitze kein Recht dazu, sich in das Privatleben seiner Angestellten als Vormund einzumischen.

Es klopfte leicht. Er erschrak. So klopfte Fran­ziska Karsten an. Er kannte schon den Anschlag.

Er rief mechanisch herein und hatte das Gefühl einer starken Verlegenheit. Ihm war es, als müsse ihm das blonde Mädchen ansehen, mit welchen Ge­danken er sich herumschlug.

Franziska trat ein. Hatte er nicht vorhin, nach dem, was die Komtesse vorgebracht, im Geist fein häßliches, entstellendes Mal auf dem Gesicht Fran­ziska Karstens zu sehen geglaubt? Lächerlich! Schön und rein und klar wie immer war das weiche junae Gesicht. 9

Zorn stieg wieder in ihm auf, Zorn, den er doch hmunterschlucken mußte, weil ihn das alles, was ihn zornig machte, gar nichts anging.

Franziska hatte gegrüßt, aber keinen Gegengruß erhalten. Sie hatte nun stumm gewartet. Der Di­rektor schien so tief in Gedanken versunken, daß er, obwohl er herein gerufen, sich kaum ihrer Gegen­wart bewußt geworden. Sie mußte ihn wohl end­lich daran erinnern.

Sie sagte gedämpft:Verzeihung, Herr Direktor, Sie haben mich um elf Uhr hierher bestellt."

Er riß sich aus seinem zornigen Grübeln.

Natürlich, natürlich, setzen Sie sich. Ich habe geschäftlich den Kopf voll und es ganz vergessen."

Er sah sie an und zwinkerte mit den Lidern. Also, sie ahnte wohl etwas oder hatte die Komtesse hier im Haus gesehen, denn an den langen Wim­pern hingen ein paar Tränen. Warum brockte sie sich aber auch solchen Aerger ein. Ein anständiges Mädel drückt sich nicht mit einem Herrn auf einer dunklen Galerie herum und läßt sich a'bfüffen.

Es fiel ihm ein, daß er, wenn die Geküßte eine andere gewesen, sicher sehr gelacht hätte über den Klatsch. So zimperlich war man doch heutzutage nicht mehr. Wenn jeder Kuß einen Skandal zur Folge hätte, wäre die Welt wohl ein einziger gro­ßer Skandal.

Er wollte anfangen zu diktieren, statt dessen fragte er, allerdings klang es ein wenig barsch:Warum haben Sie geweint, Fräulein Karsten?"

Sie hob den Blick, und die klugen grauen Augen schimmerten von neuaufsteigenden Tränen.

Sie antwortete:Verzeihung, Herr Direktor, daß ich mich so wenig zusammennehmen kann. Ich be­gegnete vorhin auf der Treppe einem Arbeiter, na­mens Dieter, der entlassen worden ist, und er tut mir so leid. Ihn trifft die Entlassung ganz beson­ders schwer; seine Mutter, die er ernährt, ist seit Jahren gelähmt, seine Frau kränkelt, und er hat drei Kinder. Ich kenne ihn seit langem, er wohnt nur ein paar Häuser von mir entfernt."

Berthold Radix hatte mit solchem Grund zu Fran- ziska Karstens Tränen nicht gerechnet. Doch die Sache interessierte ihn. Er konnte sich nicht um jeden einzelnen kümmern, fand er. Es gingen und kamen immer einige.

Er fragte:Wissen Sie, weshalb dieser Dieter entlassen worden ist?"

Sie bejahte.Wegen Arbeitsmangel! Aber er sagt auch, an seine Stelle würde wieder ein Mann ein­treten, der es gar nicht nötig hätte, andern die Ar­beit wegzunehmen, weil er kürzlich ein Häuschen und etwas Geld erbte."

Sie dachte: Nur mutig drauflos, vielleicht konnte sie dem armen Menschen, der arbeitslos geworden, helfen.

Sie fuhr fort:Es kommt doch heutzutage darauf an, besonders die zu halten, die eine große Familie erhalten müssen. Da beginnt also die Ungerechtig­keit. Die Zeit ist so schwer, der arme Mensch ist ganz verzweifelt. Er redete irres Zeug. Ich will heute mittag zu ihm gehen, ich habe Angst, er stellt irgend etwas Schlimmes an."

Er sah sie an, und da trat ganz jäh wieder das Bild vor ihn hin, das ihm zufetzte wie eine böse brennende Wunde.

Er sagte höhnisch:Ich habe gehört, alle leicht­sinnigen Frauen sind besonders mitleidig."

Kaum hatte er den Satz gesprochen, empfand er

!!

5. fllal (274 Ohne Gewähr

ihn selbst wie eine Schande. Wie hatte er sich von seinen Gefühlen nur soweit hinreißen lassen dürfen!

Franziska hatte die Worte gehört, und es war ihr im ersten Augenblick, als müsse sie sich verhört haben, als könnten sie nicht für sie bestimmt ge­wesen sein. Aber es war niemand weiter in dem mollig geheizte» behaglichen Büro, als Berthold Radix und sie.

Ganz langsam lösten sich ein paar Tränen unter ihren Wimpern los und rannen die weichen Wan­gen hinunter, ohne daß die schmale Mädchenhand den Versuch machte, die Tropfen mit dem Taschen­tuch aufzuhalten.

Es war sehr häßlich, was Sie mir eben gesagt haben, Herr Direktor, und ich ,id)me an, daß hinter dem irgendwie die Komtesse Monchsgut steht. Ich kann natürlich nun nicht mehr hierbleiben und gehe sofort."

Er trat etwas zurück, sonst, weiß der Himmel, hätte er seine Arme ausgestreckt und das schlanke Mädel mit dem schimmernden Haar an sich gerissen.

Er fuhr sich über die Stirn. Verrückt war er, verrückt, verrückt.

Er sagte kalt:Ja, gehen Sie sofort, Ihr Gehalt wird Ihnen ausgezahlt werden."

Sie sah sich nicht um, wie eine Schlafwandlerin entfernte sie sich. Eben wollte sie die Tür öffnen, da war er mit raschen Schritten bei ihr, riß sie am Arm zurück.

Nein, bleiben Sie noch, Fräulein Karsten, ich mochte Ihnen wenigstens genau erklären, was mir die Komtesse gesagt hat, die hiergewesen ist. Ich soll Sie zu einer Annonce veranlassen. Nun, Sie wissen da ja schon Bescheid, sie forderte das ja auch selbst von Ihnen."

Franziska blickte ihn ernst an.

Ich lasse so eine alberne Annonce nicht ein­rücken, weil ich mich lächerlich machen würde."

Er trat ans Fenster, begann langsam, etwas zögernd:Die Komtesse behauptet, sie hätte viel Aerger durch die Verwechslung im .Einhorn', weil Sie, mit der sie verwechselt wurde, mit einem Do­mino abseits Sekt getrunken hätten. Auch wäre be­obachtet worden, daß Sie sich auf der spärlich er­hellten Galerie von dem Herrn im Domino hätten küssen lassen. Es heißt nun, sie sei die Dame im blauen Kleid gewesen. Das ist ihr peinlich."

Franziskas eben noch sehr bleiches Gesicht färbte sich mit glühendem Rot. Sie blickte wie suchend umher und sann erregt: Also auch das mengte sich schon in den Klatsch! Ganz unbeobachtet hatte sie sich auf der Galerie geglaubt und nicht geahnt, daß die Küsse des Fremden beobachtet worden waren. Wie abscheulich war das alles! Und keinen Men­schen besaß sie, zu dem sie flüchten konnte und sich aussprechen und ausweinen.

Sie antwortete leise:Die Komtesse hat die volle Wahrheit gesagt, aber ich glaube nicht, Herr Direk­tor, daß diese Wahrheit Sie berechtigte, mich vor­hin so zu beleidigen."

Aus jede gt w Eeivini °°s die Lose

W 3ief)ungsta( dn heutige in $e®.inne r

Spinnt i

i 17695®®."'I I 83788 ffi, te N I 3® 23819

3S I Ä$nD)inne i 8 P S W 3644% 339fr

I 47469

Ä B !!İ & 67 U° U 16® 507

N I tzß M 26li « 277; Ä 284c M 296' W 320; M 33fr

I ÄP

Sie wollte wieder zur Tür, und wieder hielt er sie zurück, fragte rauh:Wer ist der Herr im Do­mino gewesen? Werden Sie seine Frau werden?"

Franziskas Augen sahen ihn groß an.

Ich kenne ihn nicht, ich weiß nichts von ihm. als das eine, er befand sich hier auf der Durch­reise."

Er erwiderte:Es geht mich ja nichts an, aber Sie müssen doch zugeben, daß sich ein Mädchen wi< Sie einem völlig fremden Mann nicht gleich ar den Hals werfen darf."

Sie zitterte plötzlich vor Aufregung.

Ah, was wissen denn Sie, wie dürfen Sie ur« teilen und gar verurteilen!" Sie holte tief Atem. Ich lebte nur ganz still und zurückgezogen, nichts hatte ich bisher mitgemacht, weil ich meine Groß­mutter nicht allein lassen mochte. Ich wußte audj, sie sah es nicht gern, daß ich zu Vergnügungen ging. Nur ein paarmal war ich im Kino, doch nir im Theater, auch nie auf einem Ball. Aber viel gelesen habe ich wahllos alles, was mir unter hie Finger kam. Und da las ich immer wieder von Liebe und Glück. Und als mir Großmutter erlaubte*, den Maskenball imEinhorn" mitzumachen, knüpfte ich gleich eine Menge romantische Erwartungen daran. Das Tanzen hat mir Eva Zoll beigebracht', und mein Kostüm, das funkelnde Diadem stammten aus dem Nachlaß meiner Mutter. Auf dem Ball tanzte ich mit dem Fremden, und er war anders als alle Männer, die ich bisher hier gesehen. Er er­zählte von dem Leben in der großen Welt, und mit war es, als ob ich einen spannenden Roman auf3 geschlagen hätte. Seine Art zu sprechen, seine Ant sich zu bewegen war ebenso, wie der Sekt schmeckte, den er mir zu trinken gab, und ich hatte noch nie­mals vorher Sekt getrunken. Er lockte mich aus die Galerie, meinte, wir sollten von dort einmal! dem Maskengewoge zusehen." Sie stockte, und nach neuem lautem Atemholen schloß sie:Da oben riß er mir die Maske ab, da oben küßte er mich. Ich habe mich nicht gewehrt, gar nicht ein bißchen ge­wehrt. Es war in dem Augenblick das Glück, das kurz ist, und von dem man eine wundervolle Er­innerung zurückbehalt." Sie zuckte die Achseln, in ihrer Stimme war Bitternis.So dachte ich wenig­stens. Aber es kam anders. Ich mußte plötzlich heim, kaum, daß ich dem Fremden noch die Hand geben konnte. Man rief mich nach Hause, Groß­mutter war gestorben. Das wußte ich allerdings noch nicht, das erfuhr ich erst daheim. Und nun ifn alles häßlich geworden. Großmutter starb, während ich mich auf dem Maskenball amüsierte, und del Fremde reifte ab. Ich verlor auf dem Ball außer­dem das Diadem, ein Andenken an meine frühver- ftorbene Mutter, das wunderhübsch aussah, und nun kommt noch der Klatsch dazu, und möchte ml® an den Pranger reißen." Sie seufzte.Sagen Sie selbst, Herr Direktor, hat sich die .Glücksstunde' ge» lohnt?"

(Fortsetzung folgt 1)

schlaf er, Eidechsen, Blindschleichen, Ringelnatter eM5 Feuersalamander, Kröten, Unken, Laubfrosch, Apollo L® falter, Hirschkäfer, Rote Waldameise usw. zu nen» :i

nen. Die ergangenen Bestimmungen seien gerade feines «W . für die Schule von einschneidender Bedeutung, den, ijis) nm " (

die Schule werde vorläufig auf lebendes Anschau«

Ljer Stelle aus-

Sa/ft IkaMAHM-chen

ßeuteß und 30^

Heimlver

»Staufen!

.Mann (N 1 Fleische ®ut5 L Spitzenpreis

Reinigung bald ch erfüllt. Infi ;127. Februar «anftaltet werd triberg (Lieder) äje) haben ihr 'n Mittelpunkt

ungsmateriat verzichten müssen. Wichtig sei, dah die Natur in ihren seltenen Erscheinungen geschützt werde, damit der gegenwärtig verantwortlichen Oe, neration von kommenden Generationen nicht die be> , schuldigende Frage gestellt werden könne:Was habt ihr aus unserer Heimatnatur gemacht?"

Schulrat Nebeling

nst Klein­en Frauen ier bie 3u[am wes hausha! fegen, über die .35. Sie versti tuen zu fesse! pg für die ' feswirtschastlict M.

nsi. Leihge fenb vereinte

ilbernortr -chwarz (Gir Ändschasr steh gen Blatte.

Gestern nachmittag vereinigte der Nationalsozia­listische Lehrerbund im Kreis Gießen seine Mit­glieder aus Stadt und Land zu einer Kreisver­sammlung im Cafä Leib zu Gießen. Schulrat N e - b e I i n g hieß die Teilnehmer willkommen.

Anschließend gab der Sachbearbeiter für Schul­funk, Dr. Walther, einen kurzen Bericht über eine Tagung, in der eingehend die Fragen von Schule und Rundfunk" erörtert roorben waren. Er wies besonders darauf hin, daß der Schulfunk nicht etwa ein Unterrichtsfach ersetzen, sondern Eharakterschulung darstellen solle. Wichtig sei, daß sich jede Schule ein Empfangsgerät verschaffe. Don den Lehrkräften werde erwartet, daß sie dem Schul­funk Aufmerksamkeit schenken und sich dazu in auf­bauender Kritik äußern, Vorschläge für seine Aus­gestaltung machen und Mitarbeiten.

Nachdem Schulrat N e b e I i n g auf die Erzieher­tagung des Gaues im April oder Mai, ferner auf die Reichstagung 1938 in Köln aufmerksam ge­macht hatte, spielte das Orchester des NSLB. unter Leitung von Musiklehrer N e b e I i n g eine Kir­chensonate von Mozart. Einige Kameraden brach­ten dann noch beschwingte Worte von Lons und Dwinger über den deutschen Wald zum Vortrag, die die Ueberkihmg zum ersten Vortrag der Ta­gung bildeten.

Studienrat Holzel, Gießen,

sprach sodann über das ThemaNaturschutz und Schul e". Er schickte seinen Ausführungen zunächst einige grundsätzliche Gedanken über den Naturschutz voraus und ging auch kurz auf die Geschichte des Naturschutzes ein. Er vermittelte einen Ueberblick über eine Reihe gesetzlicher Be­stimmungen und gab dann von einer Reihe von Maßnahmen Kenntnis, die besonders für den Er­zieher von großem Interesse sein dürften. So konnte der Redner mitteilen, daß Bemühungen im Gange sind, einen Teil des Hange l st ein zum Naturschutzgebiet zu erklären. Eine Landschaftsschutz-Karte sei im Entstehen begriffen, und die Lehrer seien berufen, aus ihrer Kenntnis der heimatlichen Gemarkung daran mit­zuarbeiten. Nachdem er die Organisation der Na­turschutzbehörde erläutert und ihre Rechte umrissen hatte, wies er darauf hin, daß der Schule viel Gelegenheit gegeben sei, für den Naturschutz zu wirken und das Wissen um die Werte und Beson­derheiten unserer heimischen Natur zu fordern. Jedes Rödgener Schulkind müsse ganz selbstver­ständlich um den Enzian auf einer der Wiesen der Gemarkung wissen, das Vorkommen der Küchen­schelle müsse allen Kindern aus der Gegend von Birklar bekannt sein, die Salzpflanzen von Ober- Hörgern, als besonders seltene Erscheinung in unse­rer Heimat, verdienten alle Aufmerksamkeit und allen Schutz. In der Schulbücherei seien naturkund-

Zugenderzieher vor großen Aufgaben

Kreisversammlung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes.

Im weiteren Verlaufe seines Vortrages machte Oberbürgermeister Ritter mit den wichtigsten Be­stimmungen des Gesetzes über den Fremdenverkehr bekannt, wobei er besonders darauf hinwies, daß auf Grund dieses Gesetzes alle Maßnahmen ge­troffen find, den aus dem Ausland zu uns kom­menden Gästen unser neues Deutschland der Ehre, der Freiheit und des Friedens in allen feinen Teilen und feinen landschaftlichen Schönheiten, wie auch in seinem friedliebenden und emsig schaffenden Volke rückhaltlos zu zeigen. Zu diesem Zwecke ist Wahrheit und Klarheit in die Frern- denverkehrswerbungund in die Frem- denführuna hineingebracht worden, ferner ist eine sinnvolle Abgrenzung der Aufgaben und Ar­beitsgebiete erfolgt, von der man sich guten Nutzen für die Fremdenverkehrswerbung und einen schonen Aufenthalt der Besucher in allen Teilen des Reiches versprechen kann.

sprach dann in grundsätzlichen Ausführungen über die Aufgaben des Erziehers für das deutsche Volk im Dritten Reich. Das deutsche Volk stehe gegen» wärtig, so führte er u. a. aus, in einem gigantische« j I'jes Fremden Freiheitskampf, für den der Ausgangspunkt die Ee- F ' fchloffenheit in der Volksgemeinschaft sei. Noch gellt es, Fesseln zu beseitigen und breitere Grundlage« für unsere Freiheit zu schaffen. Es gehe um Nah. rungs-, Raum-, Rohstoff- Finanz-, Gebiets- un) um Wehrfreiheit. Die Ziele einer absoluten Unab­hängigkeit bedeuteten für uns die absolute Freiheit

Gewaltiges werde im Einsatz für dieses Ziel von deutschen Volke gefordert und damit auch von her Schule und der Erzieherschaft. Der Erzieher mufft ein ringender und kämpfender Mensch sein. Die Schule müsse Schritt halten mit der Zeit und von unbändigem Leistungswillen erfüllt fein.Deutsche Erzieher an die Front" so laute die Parole de; j NSLB. Jeder Erzieher müsse sich bewußt sein, daß \ er Treuhänder der Jugend sei. Die Volkwerdunz |

W

IXS (e1Cl1J

11 qiiqerw

einher v> «ieher

liche Werke zu berücksichtigen. Erwünscht sei bit Mitarbeit der Ortsringleiter des Lackdschaftsbunde; Volkstum und Heimat in den Bemühungen um he« Naturschutz. Anregungen für die Landschaftsschutz, Karte sollten möglichst bald eingehen, denn die Karte soll Anfang Mai fertiggefteüt sein.

In seinen weiteren Ausführungen wies der Red. ner auf eine Reihe geschützter Pflanzen und Tier« hin und kennzeichnete dabei die Unterschiede zw, schen völligem und beschränktem Schutz. Von he« bekanntesten Pflanzen seien hier zu nennen: Tür« kenbundlilie, Wilde Akelei, Küchenschelle und Seidel, baft, Maiglöckchen, Schneeglöckchen und Schlüsse!« blumen. Von den unter völligen Schutz gestellte» Tieren seien Igel, Fledermaus, Haselmaus, Sieben

Die ganze Arbeit zielt darauf ab, den Mlleg des Führers auch auf diesem Gebiete zur Tat werden zu lassen: Deutschland zum gastlichsten

Land der Welt zu machen.

An dieser Aufgabe mitzuarbeiten und dabei imme* nach dem Vorbild des Führers zu streben und z« handeln, ist die Pflicht der in der Fremdenverkehrs. Werbung tätigen Volksgenossen, darüber hinaiü aber auch die Verpflichtung aller übrigen deutsche« Menschen.

Im Anschluß an den mit lebhaftem Beifall auf genommenen Vortrag wurde noch eine Anzot! Mitgliedsbücher ausgehändigt und dann nach em U gen kurzen Mitteilungen die Versammlung in her üblichen Weise geschlossen.

... 2anh^öcri p wuppe v gtf. kW? r irte mit ° feÄ

s$- M frW