Donnerstag, 25. Februar 1957
flr.47 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Gute Bahnverbindung Gießen-MtteldenWand
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aus München-Gladbach bzw. Köln kommenden v-Zug nach Leipzig überholt, dem kurze Zeit später der Eilzug folgen wird. Der Reisende hat also mit dem um 10.33 Uhr in Gießen nach Fulda abfahrenden Eilzug gute Tages Verbindungen nach Berlin und Leipzig.
In umgekehrter Richtung wird der Eilzug 15.51 Uhr in Fulda abfahren, nachdem er dort die Anschlüsse von D-Zügen aus Berlin und Leipzig, ferner eines Eilzuges von Bebra und eines D-Zuges von Frankfurt (letzterer Anschluß namentlich für Lauterbach und Alsfeld wichtig) ausgenommen hat. Der Eilzug wird um 18.15 Uhr in Gießen em- treffen und um 18.20 Uhr in Richtung Frankfurt weiterfahren. Durch diesen Eilzug wird in Gießen guter Anschluß an Fernzüge in Richtung Dillenburg—Siegen—Hagen—Dortmund, bzw. Siegen- Köln erreicht. Man darf wohl auch darauf hoffen, daß im Anschluß an diesen neuen Eilzug von Fulda her die Anschlußverbindung in Richtung Limburg— Koblenz günstig gestaltet wird.
behaupten vermag, der eine vollwertige Leistung aufzeigen kann.
Und so, wie in der Setzerei die Jungen mit allem angebrachten Eifer an der Arbeit waren, so waren auch die Druckerlehrlinge an den Maschinen bemüht, ihre Pflicht und möglichst einiges darüber hinaus zu tun. Unser Bild zeigt zwei Lehrlinge mit dem Winkelhaken in der Hand am Setzkasten. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)
Lieblingsmarsch oder Lieblingsstück. Schreiben Sie sofort an das Generalkommando — Abteilung Ic— Kassel, Friedrichsplatz 17, und überweisen Sie eine Spende für das WHW. auf das Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 4820 des Generalkommandos
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zusammen. Denn es wurden z. B. im Jahre 1595 im Dorfe Quilitz, dem heutigen Neuhardenberg, air einem einzigen Tage 500 Tonnen Fische gefangen, und über 100 Tonnen mußten in den Netzen bleiben, weil die Fischer sie nicht mehr bergen konnten. Und bei diesem Fange wurde auch ein Karpfen erbeutet, von dem der Chronist C 0 l e r u s berichtet: „Die Größe darf ich nit schreiben, denn man glaubets nit." In ganzen Kahnladungen wurden dann im Sommer die Aale gefangen und gleich kahnweise verkauft. Was man so nicht verwerten konnte, wurde gekocht und als Wagenschmiere gebraucht. Quappen wiederum dienten als Material für Kienfackeln, indem man das weiße, fettreiche Fleisch in Stränge schnitt, diese trocknete und dann statt des Kienes zum Leuchten und Brennen benutzte. Körbe voller Plötzen und Rotaugen aber schüttete man den Schweinen in die Tröge. Viele hundert Schock von Krebsen passierten Küstrin auf ihrem weiten Weg zu den Verbrauchsplätzen.
Im Jahre 1718 nahm die Stadt Küstrin über 32 Millionen Schock Oder- oder Warthe-Krebse allein aus dem Zoll ein, der ein Schock auf 100 Schock Durchfuhrware betrug Im darauffolgenden Jahre, in dem eine große Dürre herrschte, aber suchten die Krebse scharenweise an Land unter Gras und den Blättern der Weidenbäume Schatten. Damals wurden sie zu Tausenden wie Aepfel in die Körbe geschüttet. Zu den Aalen als Wagenschmiere, den Quappen als Kienfackeln und den Krebsen kam noch der gewaltige Reichtum an Wildgänsen, Löffelenten, Reihern, Kiebitzen und Störchen. — aber auch von gewaltigen Mückenschwärmen. Mücken schwärmten in solchen Mengen, „daß man, wie der Chronist B e k m o n n berichtet, in der Luft dicke Säulen beobachtete, und gaben ein solches Getöse von sich, daß es, wenn man nicht scharf darauf achtete, klang, als würden in der Ferne die Trommeln gerührt." Man sieht, es war kein reines Paradies, in dem die wenigen Fischer und Jäger damals lebten. Und wenn sie' auch mit dem Geflügel nicht wußten wohin, wenn sie mit kostbarem Fischfleisch Schweine mästeten, so hatte doch Friedrich Wilhelm I. recht, als er ihren Widerstand gegen die Urbarmachung mit den Worten zurückwies: „Lieber Menschen als Schweine." Auch heute ist das Leben der Menschen auf dem gewonnenen Land nicht leicht, aber wo einst Sumpf war, stehen heute Dörfer, und Jahr für Jahr tragen ihre Aecker und Weiden Nahrung für Hunderttausende.
Staatsangehöriger, 2. sittlich, geistig, körperlich einwandfrei und zuverlässig im Sinne des Nationalsozialismus, 3. 17 bis 23 Jahre alt, 4. ohne Schuhe mindestens 1,72 Meter groß sein.
Zur Musterung sind möglichst folgende Papiere mitzubringen: a) Selbstgeschriebener Lebenslauf; b) Lungentuberkuloseattest, von der zuständigen Lungenfursorgestelle ausgestellt; c) Geburtsurkunde; d) von minderjährigen Bewerbern Einoerftändnis- erklärung des Vaters bzw. des gesetzlichen Vertreters für'den Eintritt in die SS.-Verfügungstruppe; e) 2 Paßbilder. z
Ehem. Wehrmachtsangehörige werden nicht mehr in die SS.-Verfügungstruppe eingestellt, diese können jedoch in die SS.-Totenkopf-Verbände ausgenommen werden.
Die Dienstzeit in der SS.-Verfügungstruppe beträgt vier Jahre, einschließlich drei Monate Probezeit. Die beiden ersten Jahre gelten als Ableistung der allgemeinen Wehrpflicht.
Die Verpflichtungszeit für die SS.-Totenkopf- Verbände beträgt ein Jahr. ______________
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Vorstellungen der Oper „Carmen im Gießener S t a d t t h e at e r. Zu die|en Veranstaltungen ist folgendes zu bemerken: 1. Die Vorstellung am Samstag, 27. Februar, beginnt um 19.30 Uhr' 2. Die Vorstellung, die auf den 1. Marz festgesetzt war, ist aus technischen Gründen auf Montag, 8. März, verlegt worden. Beginn 20 Uhr. 3. Zu den Vorstellungen am 27. Februar und 8. März haben wir zirka 400 Bestellungen zuviel. Deshalb mußten die Karten zugeteilt werden, und es konnten leider nicht alle Bestellungen berücksichtigt werden. Für die Vorstellung am 4. März sind aber noch einige Karten zu haben, wir bitten deshalb die Arbeitskameraden, die bei den anderen Vorstellungen nicht berücksichtigt werden konnten, umgehend ihre Bestellung für diese Vorftellung
Püttschs schönster Ausspruch, der in Aeonen noch in unserer Sippe kursieren wird, ist die an die Mutter gerichtete Frage: „Mutti, muß der Vater rauchen '...?" Es war Püttschens letzter, großer Geistesblitz, bevor es sich endgültig und für immer aus einem „es" in ein Mädchen verwandelte. Jetzt marschiert Püttsch demnächst in die Schule — ein- neues Leben beginnt und langsam, langsam versinkt das Kinderland '... Christine Großmann.
Reichtum im Oderbruch.
Aus der Chronik preußischer Landgewinnung.
Im Oderbruch, im Mündungsgebiet der Warthe in die Oder, leben heute Tausende seßhafter Bauernfamilien, Landarbeiter und Landwirte, die dem Boden Nahrung abringen. Und doch hat dieses Land im Laufe der Jahrhunderte seinen Charakter von Grund auf geändert. Erst die Preußenkönige Friedrich Wilhelm I. und Friedrich der Große haben mit der Arbeit begonnen, aus einer unfruchtbaren Sumpfniederung nutzbaren Boden zu schaffen. Und auch hier waren gewaltige Widerstände zu überwinden, auch hier galt es zunächst, die beteiligten Menschen für das Werk zu gewinnen und ihnen zu zeigen, welche Werte in ihrem Boden schlummern. Gewiß ist es gerade für den bodenverbundenen Menschen schwer, sich von dem gewohnten Bild feiner Heimat zu trennen, auch wenn diese Heimat in ihrer bisherigen Gestalt ihm keine Reichtümer brachte.
Und wie Dr. Kurt Hinze vor kurzem aus alten Quellen feststellte, ist die Wandlung, die das Oderbruch seit Beginn seiner Meliorierung durchmachte, so grundlegend, daß wir rückblickend diese Leistung preußischer Tatkraft und Voraussicht nur bewundern können. Denn damals, als Friedrich Wilhelm I. die Urbarmachung des Oderbruches anordnete, lebten dort nur wenige Fischer und Jäger in armseligen Behausungen. Freilich klingt es wie ein Märchen, was die alten Chroniken aus dem Ende des 17. Jahrhunderts berichten. Damals wimmelte es von Flußfischen, von Hechten, Aalen, aber auch von Krebsen und Quappen in den Gewässern von Warthe und Oder; die zum Teil mit Gestrüpp bewachsenen Sümpfe waren ein Paradies für Wasserwild, für Gänse, Enten, ebenso wie für die Störche. Der Absatz jener ungeheuren Fänge von Fischen und Krebsen machte gleichwohl das Land nicht reich, weil die Tiere an den 'Verkaufsplätzen der näheren Umgebung auch keinen Wert hatten. Soweit berühmt auch die Kü- ftriner Fische waren — gingen sie doch nach Berlin und nach Böhmen und Bayern —, so wenig hatte davon der Fischer des Oderbruchs.
So mag es manchem unverständlich erscheinen, daß sich damals die einheimische Bevölkerung gegen das große Meliorierungswerk wehrte. Aber es kamen hier Zweifellos die Anhänglichkeit an das von Kind auf Gewohnte mit der Bequemlichkeit der Arbeit
Durch die am Samstag von uns bereits berichtete । Wiedereinrichtung des Eilzugverkehrs auf 1 der Strecke Gießen — Fulda werden für I den Reiseverkehr aus der Gegend von Gießen und 1 des nördlichen Oberhessens in Richtung Mitteldeutsch- j land, aber auch umgekehrt, gute Verbindungen her- 1 gestellt. Diese neue Zugeinrichtung bedeutet eine weit über den Gießener Bezirk hinausreichende Verbesserung der Fahrpläne der Reichsbahn.
Für den Reiseverkehr in Richtung Mitteldeutschland im Anschluß an den jetzt von Frankfurt um 9.23 Uhr abfahrenden Eilzug, der um 10.26 Uhr in Gießen ankommt, ist Gießen um 10.33 Uhr Abfahrtsbahnhof des E i l z u g s. Der Eilzug wird, wie nunmehr mit Sicherheit zu rechnen ist, in Grünberg, Mücke, Burg- und Nieder-Gemünden, Alsfeld, Lauterbach und Salzschlirf halten. Die Ankunft des Eilzugs in Fulda wird um 12.25 Uhr erfolgen. In Fulda wird der Anschluß hergestellt an einen Eilzug, der über Bebra—Erfurt—Sangerhausen—Dessau nach Berlin fährt. Dieser Eilzug wird in Bebra von einem
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Püttschs größte Seligkeit ist ein Ei zum Frühstück; aber das gibt's nicht alle Tage. Jeden Morgen dasselbe Theater: „Püttsch Ei haben! Bitte, bitte !" Eines Tages glaubt die Mutter ihren Sprößling alt genug, um ihm erklären zu können, weshalb 'es nicht jeden Tag ein Ei geben kann. „Schau, Püttsch, wenn du so viel Eier ißt, dann bekommst du später einen ganz schlimmen Aua-weh- Bauch!" Püttschs Antwort ist klassisch und kurz:
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Der Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend, jene große Leistungsprüfung in der Bemühung um den deutschen Facharbeiternachwuchs, ist auf breiter Front im Gange. In vielen Werkstätten, treten die Lehrlinge in den Wettbewerb, um sich mit anderen zu messen.
Am gestrigen Tage unterzogen sich in verschiedenen Betrieben des graphischen Gewerbes die Lehrlinge, etwa 50 an der Zahl, sowohl der praktischen wie auch der theoretischen Prüfung. Die Aufgaben, die für die Setzer und Drucker gegeben waren, waren dem Können und dem Ausbildungsgang angepaßt und konnten von jedem Jungen erfüllt werden, wenn
er durch eine tüchtige Anleitung aus seiner Lehrwerkstätte heraus die verlangten Voraussetzungen erfüllte.
So standen denn die Jungen am Setzkasten, studierten mit Aufmerksamkeit ihr Manuskript und waren bemüht, guten Satz zu liefern. Sie hatten ihr ganzes Können einzusetzen, und sie taten es sicherlich gerne, da ihnen allen bewußt ist, daß sich in der Zukunft nur derjenige in seinem Beruf zu
einstellen soll.
Darum ist der gern gesehene Konzertgeiger rchaus nicht immer zu beneiden. Aber er würde r keinen Preis sein Instrument vertauschen wol- n um einer anderen Tätigkeit willen. Denn er t glücklich in seinem Beruf, der ihm immer neue pulse schenkt und der in seinem fortwährenden echsel der Umwelt zugleich ein Stück modernen agantentums verkörpert. H. W. Sch.
Dornotizen.
Tageskalender für Donnerstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „I A in Oberbayern".
Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Sein bester reund" mit Harry Piel. — Oberhessischer Kunst- nein: Ausstellung „Forscher als Künstler" im urmhaus am Brandplatz; geöffnet von 17 bis ; Uhr.
Jochen Huth: „Die vier Gesellen".
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: er Intendant des Stadttheaters Gießen, Hermann chultze-Griesheim, erwarb das neue Lustspiel des letaniiten Autors Jochen Huth: „Die vier Ge- !»lkn" zur Aufführung. Die Erstaufführung des Lustspiels findet am 5. März 1937 statt. Die Spiel- iitung führt Wolfgang Kühne.
Goethebund — kaufmännischer Verein.
Dem Vorstand ist es gelungen, zum dritten dichter - Abend am Freitag, 26. Februar, den deutsch-österreichischen Dichter Karl Heinrich Baggerl zu gewinnen. Waggerl schildert in finen Romanen Arbeit und Schicksal erdverbunde- pier Menschen. Literaturfreunde seien auf die Ver- taltung hingewiesen. (Siehe heutige Anzeige.) ünschen Sie! Die Wehrmacht spielt!
NSG. In dem großen Wunschkonzert am 10. ärz, übertragen vom Reichssender Frankfurt, er- lllt die Wehrmacht Ihren Wunsch nach Ihrem
Manchmal spioniert das Püttsch auch in der Küche herum. So kommt es einmal dazu, wie Mutti Gurken sauer einmacht. Püttsch rümpft die Nase: „Pfui, das riecht! Was ist das?" „Das s Essig antwortet die beschäftigte Mutti kurz. Püttsch rümpft die Nase möglichst noch mehr und fragt völlig versteinert: „Was, das ißt d u?"
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Püttsch hängt an seinen Trainingshosen mit inbrünstiger Leidenschaft. Nur wenn Besuch da ist, gestattet es ungnädig, daß man es so anzieht, wie es sich für ein kleines Mädchen gehört! Einmal, in der größten Eile, will das Mädchen ihm die speckige Hose' über das Helle Sonntagsnachmitags-Kleidchen ziehen Püttsch bohrt nachdenklich mit dem Finger in der Stupsnase und fragt endlich mit einem tiefen Seufzer: „Minga. weshalb ziehst du mir den Jungen über das Mädchen?"
In der SS.-Verfügungstruppe besteht nach Ablauf der viejährigen Verpflichtungszeit die Möglich feit bevorzugter Uebernahme in die Polizei, nach zwölfjähriger Dienstzeit eine solche m die Genda- merie
Zur Musterung können auch Freiwillige erscheinen, die noch kein Bewerbungsschreiben eingereicht haben.
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Aus der provinzialyauptstaitt
Der Konzertgeiger.
Unter den Berufen unserer Zeit steht der Konzert- 'iqer nicht an letzter Stelle. Vor allem nicht der onzertgeiger des Kaffeehauses. Er ist der Reprä- utant einer guten Musikpflege an der neuzeitlichen nterhaltungsstätte. Konzertoeranstaltungen gibt es i-reits, so lange überhaupt von einer edlen Frau qufita die Rede sein kann. Aber Kaffeehäuser exilieren nach ihrem Wiener Vorbild erst seit dem vori- L Jahrhundert. Und das Konzertkaffee im heuti- IJti Sinne hat eine noch viel jüngere Vergangenheit, .'trabe deshalb aber läßt sich sagen, daß das Kon- ritkaffee die Kultur unserer Zeit einigermaßen spielt. Wie unser Geschmacksempfinden sich allgemein prfeinerte, so nahmen auch die großen Unterhal- jj tuigsstätten andere Formen an. Aus dem Bierpalast K Vergangenheit kultivierte sich das Kaffeehaus viferer Tage, und es ist unbestreitbar, daß es heute vitcr allen öffentlichen Gaststätten einen sehr be- Michen Rang einnimmt.
Gute Konzertgeiger mit vortrefflichen Kapellen sind Serail die Lieblinge des Publikums. Es schenkt ihnen ine Gunst großzügig und beifallsfreudig. Ein gelierter Konzertgeiger steht in der blendenden Lichter- flle des Kaffeehauses wie ein Märchenprinz inmitten euer festlich gekleideten Menge. Seine Geige ist die ^oße Zauberin, die alles um ihn her verwandelt, (ein Bogen, als Taktstock gebraucht, wirkt wie ein j:szinierender Stab, der frohe oder empfindsame Ge- fhlsregungen auslöst. Man könnte einen solchen Geier beneiden.
Und doch ist es nicht nur sein musikalisches Ta- Imt und seine elegante Erscheinung, die ihm die Zuneigung und am Abschiedsabend mancherlei Hrungen des Publikums eintragen. Wie die mei- r?n Berufe unserer Zeit erfordert der Beruf eines jonzertgeigers ein erhebliches Maß von ernster, viermüdlicher Arbeit. Was am Abend in fprü- nben Kaskaden oder im rhythmischen Walzertakt, getragener Weise oder in fröhlichem Jauchzen ctlingt und eben doch nur als Spiel erscheint, ist f Wirklichkeit das Ergebnis fleißigen Mühens und frtgesetzten Probens in immer wiederkehrenden K'bungsftunden. Wozu außerdem noch eine vor- teffliche Begabung und eine leidenschaftliche Liebe m Instrument kommen müssen, wenn der Erfolg
„Nas püttsch"
Stationen aus einem kleinen Leben.
Eigentlich heißt sie ... aber außer der Mutter hat wohl inzwischen die gesamte zahlreiche Familie rollig vergessen, wie sie nun wirklich heißt. Man uft halt kurz und bündig: „Püttsch!" Dann kräht 6 irgendwo silbern, und ein seltsames Etwas rollt, tigelt, schlingert und wackelt durch die Wohnung, «ngetan mit einer lächerlich winzigen, braunen rainingshofe, mit unsagbar dreckigen und unge- hickten Händchen. Ob es ein Mädel ist oder ein unge, das weiß man ebenfalls nicht so genau: er Vater behauptet, ein Junge, die Mutter — em Mdchen; Püttsch selbst, um seine Ansicht befragt, öhauptet strahlend: „Das Püttsch!" Womit wir 15 denn auch bewenden lassen ...
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Püttsch kennt noch keine Eitelkeit. Vorläufig sind tunbe seine ganze Seligkeit. Einmal komme ich pm Besuch und bringe einen kleinen Dackel mit, mb der „Wauwok" läßt mit bewundernswerter Geduld die stürmischen Zärtlichkeiten der ungelenken Kinderhände über sich ergehen. Ein paar Tage später komme ich wieder zu Püttschens Mutter, sie sagt das Kind: „Ist das Tante Christine...? liittschs kleines Hirn denkt eifrig nach, man hort •3 förmlich summen. Dann zieht ein strahlendes Röcheln über das runde Kindergesicht, und Püttsch lerfünbet laut: „Tante Wauwok ...!'
Wenn bei uns jemand etwas fallen läßt, dann laicht die ganze Familie unweigerlich in den Ruf cjs: „Wenn das aus Glas gewesen war...! Nittsch hat das hundertmal gehört, nach Monaten I <-ft macht es Gebrauch davon. Mühsam auf krum- I r en Beinchen durchs Zimmer marschierend, verliert | V-r Wurm in Trainingshosen plötzlich das Gleich- I <2mid)t und setzt sich reichlich unsanft auf den dazu [ l-stimmten Körperteil. Schon erwarten wir em I t'ilbes Schmerzensgeheul und sind bereit, dem I .armen Kind" tröstend zur Seite zu stehen. Püttsch I Ger, wie angeleimt auf dem Teppich sitzend, ver- I <>eht nur leise sein Gesicht und stellt schließlich mit Ichtlicher Befriedigung fest: das aus Glas
I !-wesen wär...!"
Einmal ist die Mutter auf einen Ball gegangen 3md Püttsch hat staunend zugesehen, wie sie sichi
für die GG.-Berfugungstruppe.
NSG. Auf viele Anfragen aus dem Gau Hessen- Nassau bei der SS.-Standarte „Germania" über Einstellung in die SS.-Verfügungstruppe wird darauf hingewiesen, daß am 12. März 1937, 10 Uhr, bei Sturmbann ll/SS. „Germania", Arolsen - Waldeck, Dienststelle SS.-Kaserne, eine Musterung für die Einstellungen zum 1. April bzw. 1. Oktober 1937 stattfindet.
Zur Musterung, die auch gleichzeitig für die SS.- Totenkopf-Verbände vorgenommen wird, können Freiwillige erscheinen, die nachfolgenden Bedingungen entsprechen: 1. Der Bewerber muß deutscher norm Spiegel mit dem Lippenstift den Mund nachzieht. Wochen später erwischt das Püttsch einen Topf mit roter Farbe, schmiert sich besinnungslos einen dicken Klecks ins runde Gesicht und marschiert, so geschmückt, stolz erhobenen Hauptes durch die Wohnung: „Püttsch schön-nemacht! Püttsch Ball
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Dichterabend Karl Heinrich Wag- gerl. Am Freitag, 26. d. M„ 20 Uhr, liest in der Neuen Aula der Universität der Dichter Karl Heinrich Waggerl aus eigenen Werken. Der Goethe- Bund hat uns zu diesem Abend verbilligte Eintrittskarten zum Preis von 50 Pfennig zur Verfügung gestellt, die auf der Kreisdienststelle erhältlich sind.
Gießener Wochenmarkkpreise.
* Gießen, 25. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, K- kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter, 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C 11X, Klasse D 10%, Wirsing, % kg 10 bis 15, Weißkraut 7 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat, 50 g 10 bis 12, % kg 80 Pf. bis 1 Mk., Zwiebeln 8 bis 10 Pf., Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,50 bis 3,70 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 45 Pf., Birnen 15 bis 25, Hähne 90 Pf. bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 30 bis 50, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf.
** Vorsorge f ü r den Reichsbahn- Osterverkehr. Um eine glatte Abwicklung des diesjährigen Oster- und Pfingstverkehrs der Reichsbahn sicherzustellen, werden an den Hauptverkehrs- tagen im innerdeutschen Bahnverkehr Fahrpreisermäßigungen für Gesellschaftsfahrten nicht gewährt. Dies gilt zu Ostern für den Gründonnerstag, 25. März, und den Ostermontag, 29. März, und zu Pfingsten für die Tage vom Pfingftsams- tag, 15. Mai, bis Pfingstmontag, 17. Mai. Für Reisen vom Ausland nach Deutschland und zurück sowie im Durchgangsverkehr durch Deutschland Grippe, Erkältung Verschwinden durch Klosterfrau-Melissengeist meist rasch, wenn man gleich die ersten Snmvtome, wie Frösteln, Husten, Kopfschmerzen, energisch bekämpft. Bor dem Schlafengeben riibre man ie einen Embnel Zucker und Klosterfrau-Melissengeist in einer TaCe gut um, gieße kochendes Waster hinzu und trinke möglichst beiß zwei dieser Portionen (Kinder ent- : sprechend weniger). Am anderen Morgen füblt man sich in der Regel besser. Grivve und Erkältung geben meist rasch zurück. Zur Nachkur nehme 1 man noch einige Tage die halbe Menge. Berlanoen Sie Klosterfrau-Melissengeist bei Ihrem Apotheker oder Drogisten in der blauen Packung mit den drei Nonnen. Flaschen zu NM. 2.95,1.75 u. 0.95. i#?v
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