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höhte Opferbereitschaft im Kampfe um ihr Volkstum zur Seite zu stehen.
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** Seinen 86. Geburtstag begeht am heutigen Montag, 25. Januar, Herr Christian W e i= big, Dammstraße 22, in körperlicher und geistiger Frische.
** Preußisch-Süddeutsche Staats- lotterte. Die Ziehung der 5. Klasse der laufenden (48.Z274.) Lotterie findet vom 9. Februar bis 15. März statt. Schluß der Erneuerung 2. Februar.
nicht den geringsten Vorwurf gemacht hatte. Im Gegenteil, es war sogar eigentlich beinah enttäu- chend, wie geringen Eindruck ihre Mitteilung auf den Chef zu machen schien Er sah zerstreut an ihr vorbei und sagte mit einer gleichgültigen Hand- bewegung:
„Da ist offenbar nichts zu machen. Und wenn Sie auch wirklich vor seiner Tür sitzenblieben, dann würde er sich eben die Flaschen durchs Fenster Heraufziehen. Richtige Alkoholiker sind erfinderisch."
„Aber die Narben werden dabei auch nicht gerade schöner", gab die Schwester in spitzem Ton zu bedenken.
Alland schien den versteckten Vorwurf zu überhören. „Ich weiß schon" — ein Zug von gequälter Müdigkeit traf in sein Gesicht — „ich habe es ihm mehr als einmal gesagt. Aber schließlich können wir hier keine Entziehungskuren machen. Sowie die Narbe einigermaßen verheilt ist, ganz gleich, ob gut oder schlecht, setze ich den Mann sowieso raus, und damit basta!"
Alland wollte schon weitergehen, aber Schwester Martha ließ sich nicht so rasch abfertigen. Sie muhte offenbar noch etwas Wichtiges auf dem Herzen haben. „Ja — und dann noch etwas, Herr Doktor" — sie holte aus ihrer Schürzentasche einen schmalen Notizblock hervor, den sie ihm mit einer triumphierenden Bewegung vor die Augen hielt.
„Ah, habe ich irgendwo einen Rezeptblock verloren? Gut, daß Sie ihn gefunden haben, Schwester. Danke."
Er streckte die Hand danach aus, aber Schwester Martha schien nicht gesonnen, den Block so ohne weiteres herzugeben.
„Wissen Sie, wo ich ihn gefunden habe, Herr Doktor?" fragte sie mit geheimnisvoll gedämpfter Stimme. „Auf Nummer 7 bei dem Bertrand!"
„So?" Alland verzog keine Miene. — „Dann hab' ich ihn wohl bei der Visite dort liegen lassen, oder er ist mir aus der Tasche gefallen."
Schwester Martha zog mit überlegenem Lächeln die Brauen bis fast unter den Haubenrand. „Zwischen den Bettmatratzen haben Sie den Block bestimmt nicht liegen lassen, Herr Doktor — denn da habe ich ihn nämlich gefunden. Ich glaube eher" — ihr Blick wurde durchbohrend, als gälte es, einen Verbrecher zu entlarven — „ich glaube eher, dieser Herr Bertrand hat Ihnen den Block gestohlen, Herr
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Nundfunkprogramm.
Dienstag, 26. Januar.
6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.30: Virtuose Unterhaltungsmusik. 10: Schulfunk. 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musica zu Gast! 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Das deutsche Lied. Deutschösterreichische Komponisten. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: „Frische Fische, gute Fische..." Ein Funkbericht. 18: Konzert. 19: „So machen wir's." Pimpfe arbeiten für das WHW. Hörfolge. 19.30: Kampf dem Verderb! 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Wir bitten zum Tanz. Melodien aus Nord und Süd. Als Einlage: Internationale Wintersportwoche in Garmisch-Partenkirchen. Funkbericht vom Nachtspringen an der kleinen Olympia-Schanze und Bericht vom Dierländer- Turnier im Eishockey. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), Sportbericht, Nachrichten der DAF. 22.30: Tanz- und Volksmusik. 24 bis 2: | Nachtmusik.
3m Juli Sunderl-Mrseier »es Realgymnasiums und der Obenealschule.
Jahreshauptversammlung der Bereinigung ehemaliger Angehöriger des Realgymnasiums Gießen.
gehen wird. Für den Nachmittag sind eine gemeinsame oder aufeinanderfolgende Feierstunden für jede Anstalt in der Universitätsaula vorgesehen. Je nach Lage der Dinge wird der Tag gemeinsam oder getrennt durch eine Abendfeier beschlossen. Am Montag finden Jugendfeste aus dem Gleiberg und dem Schiffenberg statt. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung soll diese Hunderjahrfeier zu einer Großveranstaltung ausgebaut werden, durch die die ehem. Schüler der Stadt Gießen ihren Dank bezeugen wollen.
Weiterhin gab Oberstudiendirektor Angelberger einen Ueberblick über die für Ostern 1937 vorgesehene Schulreform. Es wird von diesem Zeitpunkt ab nur noch zwei Formen höherer Schulen geben, die sich in der Hauptsache durch die Verteilung der Fremdsprachen unterscheiden. Als künftige Hauptform wird das Realgymnasium seine seitherigen Klassen nach dem alten Plan zur Hochschulreife führen; die neu eintretenden Sextaner werden zunächst Englisch und späterhin als zweites Hauptfach Latein lernen. Das Realgymnasium braucht bei der Resorm also nichts grundsätzlich Neues, ihm Wesensfremdes in seinen Plan aufzunehmen, es muß nur die Reihenfolge seiner Pflichtsprachen ändern. Aehnlich wird bei der Nebenform, dem Gymnasium, Griechisch zur zweiten Fremdsprache, statt des seitherigen Französisch. In welcher Form noch eine dritte Fremdsprache einsetzt, ist noch unbekannt. Aendern wird das Realgymnasium ferner, wie auch die Oberrealschule, seinen Namen in die gut deutsch klingende Bezeichnung „O b e r s ch u l e". Diese neue Bezeichnung entspricht einem ideellen Ziel, das über Aeußerlichkeiten organisatorischer und verwaltungstechnischer Art,,weit hinausgeht und die künftigen höheren Schulen fest im Völkischen begründet. . .
Nach diesen Darlegungen des Schulleiters, die in dem Dank an den Führer und in dem Gesang der Nationallieder ausklangen, hielt Stabsjägermeister Studienrat Holzel einen fesselnden Vortrag mit Lichtbildern über das Thema „Von Wisent und Elch, Wildpferd und Falken",den er mit einem Bericht über die großzügigen Arbeiten des Reichsjägermeisters, Ministerpräsidenten Göring auf dem Gebiete des Naturschutzes unter besonderer Berücksichtigung des Naturschutzparkes Schorfheide einleitete und der reichen Beifall fand.
Oberstudienrat Seiler als Mitbegründer der Vereinigung stattete Rechtsanwalt Dr. Möller, dem Vorstand und den Vortragenden den Dank der Mitglieder ab. Der Abend endete, durch Rezitationen von cand. med. Kiefer und frohes Tanztreiben verschönt, mit einem heiteren Beisammensein.
Die Vereinigung ehem. Angehöriger des Realgymnasiums Gießen hielt am Samstagabend im Gasthaus Hindenburg eine gut besuchte Veranstaltung ab.
Bei der Jahreshauptversammlung hieß der Vorsitzende der Gießener Ortsgruppe der Vereinigung, Rechtsanwalt Dr. Möller, besonders den Vorsitzenden und Gründer der Vereinigung, San.-Rat Dr. Becker-Sprendlingen, den Leiter des Realgymnasiums, Oberstudiendirektor A n g e I b e r g e r, und die Freunde und Schüler der Anstalt willkommen. Nach einem kurzen Ueberblick auf das abgelaufene Jahr dankte er dem Rechner und Schriftführer, Studienrat Sch ar- mann, herzlich für feine Mühewaltung. In der Aussprache wurde außer einigen wertvollen Anregungen auch der Wunsch nach dem Jahresbericht, dem evtl, die Mitteilungen der Vereinigung beige- ügt werden sollen, als beste Empfehlung für die Anstalt und geeignete Verbindung mit den ehem. Angehörigen laut. Auf Anregung von Oberstudienrat Seiler wurde beschlossen, den gemeinnützigen Charakter der Vereinigung durch die Unterstützung bedürftiger Schüler mit "praktischen Gegenständen und die Aussetzung einer Prämie für gute Leistungen sichtbar zu bekunden. Oberstudiendirektor Angelberger fand für seine praktischen Anregungen und den Entwurf für die Veranstaltung anläßlich des 100jährigen Bestehens des Realgymna- iums ungeteilten Beifall.
In dem anschließenden geselligen Teil begrüßte der Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Möller, den Gründer der Vereinigung San. Rat. Dr. Becker als Abiturient von 1883, die Frauen der Mitglieder und die feldgrauen Abiturienten. Oberstudiendirektor Angelberger gab einen interessanten Ueberblick über die Entwicklung des neben dem „Pädagog" und der „Klaß" in der damals 4000 Einwohner zählenden Stadt gegründeten neuen Realgymnasiums, das in dem Hause des Buchhändlers Heier in der Weidengasse, dem späteren Polizeiamt, und nachher in der jetzigen Bürgermeisterei Ecke Gartenstraße untergebracht war. Von dem Realgymnasium zweigte sich später die nachmalige Oberrealschule ab, die erst kurz vor dem Kriege durch den Einzug in ihr neuerbautes, jetziges Schulgebäude endgültig von der Vollanstalt getrennt wurde. Realgymnasium und Ober» realschule werden gemeinsam die Feier des 10 0jährigen B e st e h e n s in der Zeit vom Samstag, 3. bis zum Montag, 5. Juli, feiern. Der Zeit entsprechend wird die Feier mit einem schlichten Begrüßungsabend eröffnet werden. Arn Sonntag findet nach dem Kirchgang eine Totenehrung statt, die jede Anstalt für sich vor ihren Denkmälern be-
Landsmann Heinz F ö r st e r eröffnete mit einem Vortrag über „Schlesien, ein Land deutscher Kultur" die Aufklärungsarbeit im neuen Jahr. In einem gründlichen Ueberblick wies der Redner nach, daß Schlesien schon zur Zeit der Völkerwanderung von Lygiern und Vandalen bewohnt war und daß Si- linger und Opolonier, von denen die Namen Schlesien und Oppeln abgeleitet sind, hier angesiedelt blieben. Im Zuge der Zeit verlagerte sich der Schwerpunkt der deutschen Kultur vom Westen nach dem Osten (800 Aachen, 900 Niedersachsen, 1350 Böhmen, 1550 Mitteldeutschland, 1650 Schlesien, 1750 Ostpreußen). Einen großen Dienst erwies die hl. Hedwig, die Gemahlin Heinrichs I. und Tante der hl. Elisabeth, dem Schlesierland durch die stärkere Besiedlung mit Thüringern. Erst um 1500 begann Schlesien seine eigene Kultur zu formen. Als erster schlesischer Dichter kann Heinrich I. von Breslau angesprochen werden. 1268 entstand in Breslau die erste, nicht von der Kirche abhängige bürgerliche Ratsschule, die dann im Reiche Nachahmung fand. In der Goldberger Lateinschule von H. Gürtler von Wildenberg traten die Bestrebungen einer eigenen Kulturformung erneut hervor, lieber Tobias Kober, den Vater der deutschen Mystik, über Fabian, Frank,
sie mit ihrer Geige gut vertraut ist, gelangte der Film „Mit deutschen Jungen nach Südamerika" zur Vorführung, der ein anschauliches Bild von LarH und Leuten, insbesondere aber von den Lebensformen der deutschen Farmer in Brasilien, entwarf.
Der weitere Verlauf des Abends brachte noch verschiedene sportliche Darbietungen, wie sie aus dem Unterricht in den Leibesübungen herauswuchsen. Man sah Spiele mit dem Medizinball, Boxschule, lustiges Bodenturnen und schließlich noch das Pferdspringen. Das Schlußlied: „Auf hebt unsere Fahnen", und ein Gedenken an den Führer beschlossen den offiziellen Teil der Abends.
Schlesien/ ein Land deutscher Kultur.
Die im Bund heimattreuer Schlesier vereinigten Gießener Ostdeutschen hielten am Freitag im „Pfälzer Hof" ihre Monatsoersammlung ab. Landsmann Herbert Schmidt gab einen Ueberblick über die trostlose Lage der jenseits der Grenzen gebliebenen Deutschen, die, zur Arbeitslosigkeit verurteilt, einen schweren Kamps um ihr deutsches Volkstum auszu-
Auftrage des NS.-Lehrerbundes, der Landesregierung und des Stadtschulamtes Gießen sprach Schulrat Nebeling (Gießen) über die Verdienste des Verewigten als treuer Erzieher, der in großer Liebe, in unermüdlichem Fleiß und in ganzer Hingabe seinen Beruf erfüllt habe. Für die Stätte feiner letzten Wirksamkeit sprach Rektor Strauch von der Pestalozzischule. Er schilderte den Heimgegangenen als Mann von biederem Charakter, als eifrigen Mitarbeiter auf dem Gebiete der Jugenderziehung, der allzeit bemüht gewesen war, guten Samen in die Herzen der Kinder zu legen. Dann , nahmen die Schülerinnen Abschied von ihrem treuen j Lehrer. Zum Schluß gedachte Rektor Stroh von j der Schillerschule der großen Verdienste des Berufskameraden, der allen immer ein väterlicher Freund । gewesen fei. m
Lehrer Otto L i nd e n ft r u t h, 1873 m Beuern j gebaren, besuchte die Volksschule feiner Heimatge- ( meinde und verließ Ostern 1893 das Lehrerseminar : zu Friedberg, ftad) 14jähriger Tätigkeit als Lehrer < in Groß-Gerau kam er 1907 nach Gießen an die ; Schillerschule und nach Errichtung der neuen Pestalozzischule an diese. Schon als junger Lehrer war er ■ ein eifriger Förderer der Kirchenmusik, und er wirkte in seiner Heimatgemeinde Beuern öfters bei größeren Veranstaltungen des dortigen Kirchenchores mit. Nach dem Tode von Univ. Prof. Traut- mann übernahm er den Kirchenchor der Gesamtgemeinde Gießen und leitete ihn mit großem Ge- schick, bis er infolge eines Leidens fein Amt als Dirigent aufgeben muhte. Wegen feines freundlichen hilfsbereiten Wesens war er allgemein geachtet. Allen, die ihn gekannt, wird er unvergeßlich im Gedächtnis bleiben.
Die evangelische Gemeinde in Gießen im Jahre 1936.
In der evangelischen Gemeinde Gießen wurden im Jahre 1936 insgesamt 1043 Kinder getauft; es entfallen davon auf die Matthäusgemeinde 87, Markusgemeinde 92, Lukasgemeinde 57, Johannes- aemeinde 87 (einschließlich Eoang. Schwesternhaus), Luthergemeinde 43, Petrusgemeinde (einschließlich St. Josephs-Krankenhaus) 136, Ättlttärgemeinde 27, Anstaltspfarrei (Kliniken und Krankenanstalten) 514.
248 Paare wurden kirchlich getraut; davon entfallen auf die Matthäusgemeinde 36, Markusgemeinde 61, Lukasgemeinde 62, Johannesgemeinde 41, Luthergemeinde 16, Petrusgemeinde 22, Militärgemeinde 10.
Trauerfeiern bei Beerdigungen (einschl. Feiern bei Feuerbestattungen) fanden im ganzen 384 statt; davon entfallen auf die Matthäusgemeinde 64, Markusgemeinde 77, Lukasgemeinde 64, Johannesgemeinde 67, Luthergemeinde 40, Petrusgemeinde 23, Anstaltspfarrei (Kliniken, Krankenanstalten und Pflegeheime) 49.
Könfirmationsfeiern erfolgten insgesamt 495; es entfallen auf die Matthäusgemeinde 117, Markusgemeinde 89, Lukasgemeinde 115, Johannesgemeinde 60, Luthergemeinde 68, Petrusgemeinde 38, Militärgemeinde 8 Kinder.
Elternabend
der Höheren Privatschule Gießen.
Im Saale des Cafe Leib vereinigte am Samstag die höhere Privcttfchule die Elternschaft und die Schüler zu einer unterhaltsamen Veranstaltung. Der größte Teil der Darbietungen, die der Abend brachte, wurde von den Schülern und Schülerinnen bestritten. Das Lied „Wir Jungen", vom Chor und der Spielschar miebergeqeben, leitete die Stunden der Gemeinsamkeit ein. An Stelle des verhinderten Schulleiters Dr. Fuchs hielt Lehrer Walter eine kurze Begrüßungsansprache, in der er auf den Sinn des Abends hinwies, der die Eltern und die Schule in herzliche innere Verbindung bringen solle. Er erinnerte dann an einige Ereignisse innerhalb des Schuljahres 1936, an den schönen Erfolg auf dem Gebiete der Leichtathletik, an die im Vogelsberg verbrachte Landschulheimwoche und an eine achttägige Radfahrt nach Weimar. In seinen weiteren Worten wies der Redner darauf hin, daß der Abend insbesondere einem Leitgedanken dienen sollte und zwar dem Gedanken des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland, der durch eine Filmvorführung besondere Unterstützung auch im Kreis der Schule und der Elternschaft Unterstützung erfahren solle.
Nachdem die Schülerin Irene von Lappo-Danil- wes-Danilewsky (U III) zwei Sätze der 3. Sonate in F-dur für Violine und Klavier (G. F. Händel) zum Vortrag gebracht hatte und dabei bewies, daß
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Doktor, um irgendwelchen Mißbrauch damit zu treiben. Wom hätte er ihn sonst versteckt?"
Alland fühlte zu feinem Aerger, wie er unter den stechenden Auaen der Sd)wester ein wenig errötete. Um so mehr bemühte er sich, einen harmlos heiteren Ton anzuschlagen. „An Ihnen ist ein Sherlock Holmes verlorengegangen, Schwester Martha. Wenn Sie jemand guf dem Strich haben, dann wittern Sie gleich hinter jeder Kleinigkeit ein Verbrechen. Aber Sie können ganz ruhig sein, wir werden den Mann ja sowieso bald los. Ist er übrigens in feinem Zimmer? Ja? Na gut, dann kann ich ja nachher noch mal mit ihm reden. Sonst gibts nichts Neues, wie? Also —"
Mit einem flüchtigen Nicken wandte sich der Arzt zum Gehen. Die Schwester blickte ihm erstaunt und etwas verärgert nach. Seltsam, wie verändert der Chef in der letzten Zeit war. Früher hätte er sich über so was mächtig aufgeregt. Neulich noch machte er dem Bertrand einen Mordskrach des Saufens wegen, und jetzt tut er plötzlich, als ginge ihn die ganze Geschichte nichts an — sogar diese verdächtige Sache mit dem Rezeptbuch. Weiß der Himmel, was ihm ihm Kopf herumgingl Vielleicht machte ihm seine Frau Sorgen, diese viel schöne Frau Dr. Alland ... Tja, so ging es den Männern, die bloß aufs Aeußere sehen, geschah ihnen eigentlich ganz recht ... Schwester Martha zuckte die Achseln. Ein bitter resigniertes Lächeln um die zusammengepreßten Lippen, verschwand sie in das kleine Schwesternzimmer. Bei der Nachmittagsvisite wünschte der Chef ja allein zu bleiben.
Er schien es heute übrigens besonders eilig zu haben, schon nach zehn Minuten hörte sie seinen raschen, energischen Schritt den Gang wieder heraufkommen.
Dr. Alland hatte diesmal die Visite wirklich möglichst abgekürzt. Er fühlte sich unruhig und nervös. Die Mitteilung der Schwester hatte ihn viel heftiger erregt, als sie ahnen konnte. Nicht aus ärztlichen Gründen freilich — mochte der Kerl aussehen, wie er wollte, das war jetzt gleich — aber die Sache mit den Rezepten — eine böse Sache! Ihm war sofort eingefallen, was Evelyn ihm erzählt hatte. Da sie darauf nicht eingegangen war, hatte der Halunke sich inzwischen einfach einen Block gestohlen. Eine beunruhigende Vorstellung! Und zu alledem zeigte das Verhalten der Schwester
deutlich genug, wie unhaltbar die ganze Situation war. Man mußte diesen Menschen irgendwie loswerden, so rasch wie möglich. Schon damit Evelyn zunächst einmal Ruhe vor ihm bekam ... Jetzt im Augenblick sah sich dieser Bertrand natürlich noch etwas vor, vermutlich weil sein Auftraggeber ihm das so vorgeschrieben hatte. Sie hofften eben zunächst noch immer, durch Evelyns freundliche Vermittlung eine feste Geschäftsverbindung mit der soliden Firma „Prioatklinik Dr. Alland" anzuknüp- sen, und wahrscheinlich wollten sie ihn doch lieber gütlich als durch Erpressung für sich gewinnen. Sie "konnten ja nicht wissen, daß er durch einen Zufall der Sache auf die Spur gekommen war. Sie hielten ihn noch immer für guten Glaubens oder meinten wenigstens, so tun zu müssen, als glaubten sie an seinen guten Glauben ...
Noch ganz in Gedanken öffnete Dr. Alland die weiß lackierte Tür mit der Nummer sieben. Es sah wieder mal ziemlich wüst aus bei Herrn Bertrand. Menschen seiner Art besitzen das Geheimnis, auch ein noch so tad'ellos aufgeräumtes Zimmer binnen weniger Minuten in eine Räuberhöhle zu verwandeln. Sie bedürfen dazu kaum besonderer Requisiten, es genügen einige zerflederte Zeitungen, umhergestreute Kleidungsstücke oder Toilettengegenstände, dazwischen noch ein paar Aschenhäufchen und Zigarettenstummel — schon mit so einfachen Mitteln kann man die eindrucksvollsten Wirkungen hervor- bringen. Die Luft war so blau von Zigarettenrauch, daß Alland im ersten Augenblick Mühe hatte, den Patienten zu finden, dessen „Herein" doch eben aus der Gegend des Bettes gekommen war. Richtig, da lag er, halb angezogen, ein nasses Handtuch auf der Stirn, und murmelte etwas von Migräne.
Alland zog die Luft durch die Nase und sagte bann etwas spöttisch: „Nach dem Geruch zu schließen, dürfte es sich bei Ihnen wohl mehr um einen sogenannten „Kater" handeln — die Folgen übermäßigen Alkoholgenusses, falls Ihnen der deutsche Terminus technicus nicht geläufig fein sollte."
Bertrand gab irgendein protestierendes Gemurmel von sich und schüttelte mit einer wehleidigen Grimasse den schmerzenden Kopf.
Keine Rede — er war seit Tagen nicht ausgegangen, wie die Schwester bezeugen konnte!
(Fortsetzung folgt!)
ichen Metrik, zur Liedertafel Görlitz (1570) die selbst geschaffene Lieder fang, zu dem größten deutschen Mystiker Jakob Böhme aus Alt-Seidenberg führt eine gerade Linie zu einer Reihe deutscher Kulturschöpfer bis in die Jetztzeit (Hauptmann von Polenz, Stehr, Eberh. König, Paul Keller, Bischof), die den eindeutigen Beweis des reichen Anteils Schlesiens an der deutschen Kultur liefern.
Im Anschluß an den mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag erinnerte Landsmann Kost o r z an die beliebige Fortsetzung dieser Auszahlung großer ostdeutscher Männer auf militärischem, wissenschaftlichem, kulturellem, musikalischem, technischen und anderen Gebieten, wie sie schon öfters geführt wurde. Er gab bann einen Bericht über Danzig und forderte zur Werbung für die Teilnahme am Deutschen Sängerbundesfest in Breslau aus, zu dem ein Sonderzug fahren wird.
„Mit 1000 PS in den F-sching/'
Einen guten Auftakt zur diesjährigen Gießener Fastnach'szeit brachte die Ortsgruppe Gießen im DDAC. mit ihrem Kostümball „Mit 1000 PS in den Fasching", der am Samstagabend in sämtlichen Räumen des „Klubs" abgehalten wurde. Bald herrschte in den reich ausgeschmückten Sälen ein buntes Treiben, und manch gutes Kostüm konnte schon bewundert werden. Leider waren nur wenige Paare „zünftig", d. h. in einer dem Motorsport gerecht werdenden Kleidung, erschienen. Dr. Kreger hieß im Namen der Ortsgruppe alle Gäste herzlich willkommen, besonders den Gauführer des DDAC. Dr. Stempel (Frankfurt a. M.) und die Vertreter der benachbarten Ortsgruppen. Auch in gesellschaftlicher Beziehung sei der DDAC. bemüht, seinen Mitgliedern etwas zu bieten, und daß die Veranstaltungen des DDAC. gerne besucht würden, zeige die große Zahl der Erschienenen. Nachdem Dr. Kreger kurz das Programm des Abends verkündet hatte, wünschte er allen Gästen einige frohe Stunden. Die durch den Rundfunk bekannte Tanzkapelle Burkart (Bad Homburg) spielte zum Tanze auf und mit den wvhltemporierten Weisen hatte sie sich bald die Sympathie der Tanzlustigen erobert. Aber nicht nur getanzt wurde an diesem Abend, sondern auch für stimmungsvolle Unterhaltung war bestens gesorgt. Bruno Eberhard plauderte und sagte an, Fräulein Garin Hasche (Wiesbaden) fang und das Tanzpaar Tamara und R e m o f zeigte verschiedene Akrobatik-Tänze. Gegen Mitternacht kam dann mit Cläre Schlich- ting noch einmal ein Großangriff auf die Lachmuskeln. Alle Künstler ernteten für ihre guten Leistungen wohlverdienten Beifall. Im Verlaufe des Abends fanden auch eine Tombola mit wertvollen Preisen und eine Prämiierung von Kostümen statt. Rasch waren die Stunden verflogen; gegen Morgen trennte sich die frohe Schar, und mit den übriggebliebenen „PS" ging es nach Hause.
Das fremde GeW.
Vornan von Garen.
25. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)
Frau Schnäbelt kehrte mit einem Lächeln der Befriedigung in die Wohnstube zurück, wo ihr Sproßling schon wieder über einem inzwischen neugefüllten Teller saß.
„Die spinnt ja, die alte Schachtel", äußerte er sich mit vollen Backen. Die Schnäbelt nickte bestätigend.
„Und ob! Aber wenn's keine Spinnigen gäbe, konnten wir unser Geschäft an den Nagel hängen. Morgen abend ist die wieder da. Das wird eine Dauerkundin. Die Sorte kenn' ich ...!"
Ja, die biedere Frau Schnäbeli verstand es, aus der Dummheit ihrer Mitmenschen Kapital zu schlagen! Welche Verheerungen sie anrichtete, bedachte sie nicht...
Als Dr. Alland die Treppe zum ersten Stock heraufkam, erwartete ihn die Stationsschwester schon auf dem Gang.
„Was gibt's denn wieder, Schwester Martha?" Alland sah mit freundlichem Gleichmut in das gelblichblasse, spitznasige Gesicht, das augenblicklich durch einen Zug von verhaltenem Aerger noch besonders unsympathisch wirkte. — Wahrscheinlich mal wieder Krach mit der Oberschwester, dachte er ein wenig gelangweilt. Wirklich schade, daß diese tüchttge und gewissenhafte Person so entsetzlich unverträglich war!
Aber nein, diesmal handelte es sich nicht um eine private Angelegenheit, über die Schwester Martha Klage zu führen hatte, sondern um den Pattenten auf Nr. 7, um diesen Herrn Bertrand.
„Ich weiß nicht", sagte sie achselzuckend, und ihre spröde Stimme klang noch etwas schärfer als sonst, „nun ist er doch wirklich in den letzten Tagen, rote Herr Doktor angeordnet haben, nicht ausgegangen, aber Alkohol muß er sich trotzdem irgendwie be» schasst haben, man riecht es ganz deutlich. Ich glaube, er hat den Gärtnerburschen bestochen — und immer kann ich ja auch nicht vor seiner Tür sitzen", schloß sie etwas pikiert, obwohl man ihr
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Bundesgruppenführer K o st o r z dankte Landsmann Schmidt für feine Ausführungen. In großen Zügen gab er dann eine Uebersicht über die Sage an der Ostgrenze. Der Redner stellte den Hörern oen zrnier uer oeuiiajen tvcvim, uuei uuuiuu, uluiu., die Aufgabe der Ostdeutschen vor Augen, ihren Brü- der zum erstenmal die deutsche Sprache forderte, und dern und Schwestern in den Grenzgebieten durch er-1 Martin Opitz aus Bundzlau, den Schöpfer der deut-


