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phantastischeGeständnisse" im neuen Moskauer Schauprozeß

oewarnt hatte Der neue Dschingiskhan des Bolsche- Schicksal Bedrohten, sind einander wert, xne mtemus vernichtet alle Widersacher mit unbarm- Kämpfe um die Macht im Bolschewismus über herxiaer Faust Das ist der Hintergrund auch des I deren blutige Grausamkeit ganz Europa sich ent= neu?n Prozeßes, das die Tragödie der jetzt ange- setzt sind Giftfruchte jenes Badens, aus dem der klagten Bolschewistenhäuptlinge, die während ihrer Bolschewismus entsproß, des Hasses und der An- Machtfülle soviel Einzeltragodien hervorriefen und larchie.

Die ersten Tage der Justizkomödie

zügigkeit in allerncn

Berkchrserziehungsdien-

Die

Das große Lügenspiel.

Das Echo der Londoner Presse.

London, 25. Jan. (DNB. Funkspruch.)

Abstoppen der Verkehrsunfalls-Kurve

Oer Michsführer SS. zum Einsatz des 7!SKK.-Verkehrserziehungsdienf!.

Die rote Revolution verschlingt nicht nur ihre eigenen Kinder, sondern auch ihre Väter. Zum zweiten Mal innerhalb eines knappen halben Jah­res läßt Stalin eine Garnitur der alten Bolsche­wisten in einem Schauprozeß in Moskau verurtei­len. Was ist von der alten Leningarde übrig ge­blieben? Trotzki wurde verbannt, im Oktober 1936 wurde Sinowjew-Apfelbaum erschossen, ebenso Ka- menew-Rosenfeld und vierzehn andere Bolschewisten­führer. Jetzt stehen wieder einmal zwanzig Bol­schewistenhäuptlinge vor Gericht, wegen angeblicher Verschwörung gegen das Leben Stalins, konter­revolutionärer Umtriebe, Parteibildungen und we­gen Verdachtes, mit auswärtigen Mächten Spio­nagebeziehungen unterhalten zu haben. Und weitere Prozesse scheinen bevorzustehen, denn nach neuesten Meldungen aus Moskau ist auch Nikolaus Bu­charin, einer der Schriftleiter derJstwestija", unter dem gleichen Verdacht verhaftet worden, mit Trotzki konspiriert zu haben. Bucharin war bereits Bolschewist bei Ausbruch des Aufstandes im Jahre 1905/06 gegen das zaristische Regime.

Bei dem neuesten Prozeß handelt es sich vor allem darum, daß Stalin allein herrschen will und daß die eine jüdische Gruppe der Machthaber die andere vernichtet. Der Georgier Stalin, jüdisch ver­sippt, trägt seit vielen Jahren einen gewaltigen Haß gegen die Altbolschewisten zur Schau. Er hat niemals für die bolschewistische Revolution gekämpft, sondern ist auf rein bürokratische Art und Weise von Posten zu Posten gestiegen und nach dem Tode Lenins Oberhaupt des Bolschewismus geworden, obgleich Lenin-Uljanoff vor Stalins Ränken seine Getreuen in den letzten Lebenstagen nachdrücklich

all kurve anzuzeigen beginnt. Der Durchschnitt der letzten Wochen des neuen Jahres verzeichnet 80 Tote und rund 200 Verletzte als Opfer von Ver­kehrsunfällen. Obwohl sich also der Kraft- fahrzeugbestand des Deutschen Reiches im letzten Jahre um mehr als 450 000 neue Kraftfahr­zeuge vermehrte, hat sich demnach die Zahl der Verkehrsopfer gegenüber dem Winter

leisten vermöge. Um direkte berufliche Arl Lr die Arbeit ui Deutschland, zu ermc eines vielleicht zmei Kurses erwogen, der möglichen würde, n vertraut zu werden.

Der Einsatz des ______ , v , y

tes erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem wir fest­stellen können, daß die Unfallstatistik, die in den (Sommermonaten des vorigen Jahres durchschnitt­lich 145 Verkehrstote und 4200 Verletzte in der Woche verzeichnete, in den letzten Wochen des Jah­res 1936 bereits ein Ab st oppen der U n -

des Vorjahres mindestens etwa auf bec gleichen Stand halten lassen.

Wenn es auch verfehlt sein mag, aus den men.;

Berlin, 23. Jan. (DNB.) Der Reichsführer SS. und Chef der Polizei veröffentlicht folgende Verlautbarung über den augenblicklichen Stand der Verkehrsunfallkurve:

Nachdem ich am 1. Oktober 1936 die zentrale Leitung des Kampfes gegen den Verkehrsunfall auf den deutschen Straßen übernommen habe, tritt als eine der ersten umfassenden Maßnahmen der Ver ° kehrserziehungsdienst des National- ozi a l isti sch e n Kraftfahrkorps am 23. Januar zunächst in den Großstädten des Reiches zum ersten Mal in Erscheinung. Ich betone: Als eine der ersten umfassenden Maßnahmen, denn es werden weitere von derartiger Groß-

lismus die s ch ö p fe r i s ch e I n i t i a t i v e. fordert aber die Bindung an d i e Gemein­schaft. Wir stellen über alle Dinge die Politik, b.t Führung des Lebenskampfes unseres Volkes. Unsen Wirtschaftspolitik richtet sich nach dem Gedanken bw gegenseitigen Ergänzens anstatt noch Konkurrm,- fragen. So ist auch die Kokonialfrage für uns ei.ne Rohstofffrage.

Die Sozialpolitik kann nicht für das garn^ Reichsgebiet einheitlich gestaltet werden. Jeder N- trieb hat eine andere Gestaltung und andere D- bingungen; deshalb soll er seine Angelegenheiten p nächst selbst organisieren. Die Existenz des eni- zelnen hängt nicht von seinem Beruf, sondern io Betriebe ab. Der Betrieb ist eine Einheit und tarn nicht nach Berufen aufgeteilt werden. Die Menschei- fiihrung muß a r t g e m ä ß sein. Der deutsche Ar­beiter will selbstverantwortlich sein und nicht innnir kontrolliert werden. Absolut selbständig in scinrr Meinung soll der Dertrauensrat gegenü&r Betriebsführer und Gefolgschaft die Dinge zua Ausdruck bringen, wie er es für richtig hält, 'üi gilt, die Voraussetzung zu schaffen, daß jeder Tlemi an der Stelle steht, an der er zufrieden ist. Die E» zialpolitik geht weit über die Lohnfrage hinmr Auch im Betrieb muß anerkannt werden, daß b-i< kinderreiche Familie wertvoller ist. Mm Dinge lassen sich im Betrieb nicht regeln. Es m-'1 naheliegend, in diesen Fallen die Beteiligten an eim Tisch zu holen. So wurden die A r b e i t scu*1 schüsse geschaffen, in denen alle Fragen befp chen werden sollen, an deren Regelung eine grob«1 Zahl von Betrieben interessiert ist. Dabei entstchs aus dem praktischen Leben die Vorschläge für bii Gesetzgebung des Staates, die nicht vom grün Tisch aus geschaffen werden. So werden heute K Menschen an der Gestaltung ihres Schicksals bei ligt. Mit Wahrheit und Offenheit läßt sich dcck oft viel mehr erreichen; denn nicht eine einzelne laftung bildet das Urteil des deutschen Arbeit w sondern das Vertrauen zum Führers- zu seinem Volk.

Verkehrsunfälle nach sich zieht.

Diese Feststellung ist uns ein Beweis, daß ß möglich ist, durch die Zusammenarbeit aller sich willig in die Derkehrsgemeinschaft ein fügenden Volksgenossen die Unfallkurve auf bu durch die Unzulänglichkeiten der menschlichen tur bedingte Mindestmaß herabzudrücken uri damit Verluste an Leib und Leben für viele dm sche Volksgenossen und Verluste an wirtschaftlichsi Werten von der deutschen Volkswirtschaft fernen- halten. In dieser hoffnungsvollen Erwartung be­grüße ich die ehrenamtliche Tätigkeit des NSKK- Verkehrserziehungsdienstes als ein sichtbares Ze­chen des Einsatzwillens der Bewegung.

Neugettattung des Lugendstrafvollzugs.

Berlin, 23. Jan. (DNB.) Reichsminister Justiz Dr. Gärtner hat eine Verfügung & den Jugendstrafvollzug erlassen. Bis auf roei1"^ sind zehn Jugendgefängnisse für men liche Verurteilte und sechs JugenbgefäP ni f f e für weibliche Verurteilte bestimmt roorW Den Jugendgefängnifsen weist die Verfügung $ nahmslos dl e Verurteilten von 14 b; zu 18 Jahren, die Verurteilten von 18 bi' zu 21 Jahren, mit Ausnahme ber H*' verbessern chen, und ausnahmsweise Verurteilte von 21 bis z u 25 Jahren Zv . nach dem Stande ihrer ganzen Entwicklung ® besser zur Unterbringung im Jugendgefängnis J nen und bei denen mit einer nachhaltigen ®et rung gerechnet werden kann. . ,t

Das Ziel des Jugendstrafvollzuges ist, die A tige Haltung des jungen Gefangenen entscheid

den sei? Das Blatt meint, daß Sowfetrußland ch Medikament entwickelt habe, durch das der iI[e vom Verstand getrennt werde und so dazu zwinge, die geheimnisvollsten Gedanken ohne Riilk, sicht zu enthüllen.

Wangtschingwei warnt Chino vor dem Kommunismus.

Nanking, 23. Jan. (DNB.) In einer Rund, funkrede erklärte der frühere Mimfterprasident und jetzige Vorsitzende des Zentralpolitifchen Ausschusses der Kuomintang, Wangtschingwei, daß Chino in keiner Weise mit Sowjetrußland zu vergleichen sei und daß der Kommunismus für sein Land unmöglich sei. Das Schicksal einiger Län. der beweise, daß jedes Land, das mit dem Konvnu- nismus liebäugelt, feine Unabhängigkeit verliere. Ein deutliches Beispiel für die un­heimlichen Folgen des Kommunismus fei Spa­nien. Die Sympathie für den Komunismus, du Madrid einmal gezeigt habe, habe eine fürchterlich Krise heraufbeschworen, und Madrid läge heut, in Trümmern. Auch China werde untergehen wenn es den Kommunismus annähme. Ebenso fei die Idee einer sog.Volksfro n t" völlig ab­wegig. Wangtschingwei schloß seine Rede, bai. nur b i e Kuomintang den Wiederaufbau durchführen könne. Die Kommunisten wollten nui den Kiasfenkampf, um jede Einigkeit zu zerstören Es käme heute darauf an, sich im Innern des Lan­des zufammenzu schließen, um es naj außen ,zu verteidigen. Nur dies sei die Lösung, bi- Krise zu überwinden und die Unabhängigkeji der Nation zu erhalten.

Londoner Presse ist sich einig, daß das Moskauer Sowjetgericht der Welt und dem russischen Volk ein großes Lügenspiel darbietet, damit die Sowjetregierung ihr unbequeme Leute beseitigen könne. Den angeblichen, geradezu phantastischenGeständnissen" der Angeklagten wird kaum Glauben geschenkt.Daily Expreß" sagt, die Möglichkeit, daß sämtliche Angeklagten sich in einer Hypnoseschuldig" bekannt hät­ten, sei nicht von der Hand zu weisen. Londoner Gerichtsbehörden hätten demDaily Expreß" aus

R o m m , bisher Korrespondent derJswestija" in Washington,gesteht" als Zeuge angebliche K u - Verdienste zwischen Trotzki und Radek ein, unter Ausnutzung feiner dienstlichen Stellung im Auslande. Der dritte Hauptangeklagte, der frühere sowjetrusfische Botschafter in London Sokol- n i k o w, soll als Mittelsmann zwischen der im Vorjahr abgeurteilten Sinowjew-Kamenew-Gruppe und der Pjatakow-Radek-Gruppe erscheinen. Er hat, so wünscht es der Staatsanwalt, gleich­falls hoch- und landesverräterische Pläneeinzu­gestehen". Das tut er auch, und zwar genau nach den entsprechenden Punkten der Anklageschrift. Er gibt zu, landesoerräterische Gespräche mit einem Vertreter einer fernöstlichen Großmacht" im Auf­trage Trotzkis geführt zu haben.

Auch der vierte Hauptangeklagte, der frühere Verkehrskommifsar Serebrjakow, fällt nicht aus der Reihe. Ergesteht" die angebliche Schäd­lingsarbeit im Transportwesen. Dabei erwähnt er auch die Eisenbahnkatastrophen, falsche Berechnung technischer Normen für Lokomotiven usw., alles Mißstände, die zu den Krebsschäden des sowjetrusfischen Eisenbahnwesens gehören. Wieder­um hat man das Gefühl, daß damit an die Hinter­gründe des Prozesses gerührt wird. Ferner hat sich Serebrjakow ebenso wie die übrigen bisher ver­nommenen Angeklagten zu der angeblichen Vor­bereitung von Terrorakten auf bolsche­wistische Parteigewaltige zu bekennen. Serebrjakow will besonders kaukasische Trotzkisten und Menschewiken zu Terrorakten auf den Häupt­ling der bolschewistischen Partei in Georgien, B e - rija, und auf Stalin angeftiftet haben. Dabei kommt zur Sprache, daß Oppositionelle in Geor­gien angeblich ein unabhängiges Georgien anstreb­ten.

Die Wege -es Führers zur Freiheit

Vorträge auf der Schulungsburg Kestenhöhe.

berffuW Gilt Aufftch beb Der fäidrftubtntti äußert sich in hem Z wchnbunLesDeutfd nung des deutschen 61 bewährten Grundsatz« - ratiansstudente Gemeinschastsp bensprinzip", sc ; wirb der deutsche 61 soldatische Schule o i durchlaufen haben n rungszwang u s im aktivistischen Sim k Volksgenosse zu r ! tung und kämp ; gleich aus Grund se zu sachlich-wis leistung erzogen: dentenbund, sowie c Mitglieder oerpsllcht, milderWasse e chend den geltenden E AM. und Wehrnio ei'' Dabei wird du nahmen dafür Sorge 1 "eue studentische ®Q 1 W alstödliche W I Zusehen ist.

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gen vorliegenden Vergleichsziffern der amtlichni Erhebungen des neuen Jahres und des Vorjahr« voreilige Schlüffe zu ziehen, und etwa gewisse son­stige Einflüsse außer Betracht zu lassen, so ergibt! sich bei Berücksichtigung aller Momente die Fest­stellung, daß es gelungen ist, trotz der fortschreitev- den Motorisierung nicht nur ein weiteres Anwach» sen der Verkehrsunfälle zu verhindern, sondern fit gar ihre Zahl bereits etwas herabzudrücken. Dies', Feststellung ist besonders wichtig, um den Bewei- zu liefern," daß die vom Führer befohlene Molw rifierung des allgemeinen Verkehrs durchaus nicht zwangsläufig eine Vermehrung bn:

ebenso unbarmherzig das russische Volk zerstampf­ten, wie sie jetzt zerstampft werden...

Unter den Angeklagten des jetzigen Prozesses be­findet sich zunächst der Leiter der Abteilung Schwer­industrie des Fünfjahresplanes, P j a t a k o w , fer­ner S o k o l n i k o w - B r i ll i a n t, der ehemals die Geschäfte Moskaus bei der englischen Regierung wahrnahm, des weiteren Radek-Sobelsohn, der Außenpolitiker der offiziösenPrawda". Fer­ner sind Angeklagte von Rang Tschlenow, einst Verbindungsmann des sowjetrussischen Außenmini­sters Litwinow-Finkelstein zu den französischen Kom­munisten. Weiter Rajewski, einst Bevollmäch­tigter für die Ukraine.

Radek-Söbelsohn gehört zu deninteressantesten Personen dieses Kreises. Er stammt aus dem pol­nischen Ghetto, tauchte 1909 in Bremen auf, nach­dem er als Kassierer der polnischen Sozialdemokra­tie Parteigelder unterschlagen hatte, trieb dort in Bremen mit dem aus der holländischen Sozialdemo­kratie ausgeschlossenen Dr. Pannekok einträgliche Propaganda für den anarcho-syndikalistischen, also antiparlamentarischen Flügel der Sozialdemokratie, wurde auf dem Parteitag in Chemnitz aus der Par­tei ausgeschlossen, weil er niemals Mitgliederbei­träge gezahlt hatte, hetzte von der Schweiz aus während des Krieges im Sinne Liebknechts und Rosa Luxemburgs, wurde nach der Oktoberrevolu­tion des Jahres 1917 Leibjournalist Lenins, gehörte zu den eifrigsten Bekämpfern des alten und des neuen Deutschlands und trat bis Dezember 1936 für einen Kreuzzua des Bolschewismus gegen Deutschland nachdrücklichst ein. Stalin, die Erschos­senen vom Oktober 1936 und die jetzt vom gleichen Schicksal Bedrohten, sind einander wert. Die

Moskau, 23. Jan. (DNB.) Dor dem Obersten Militärgericht begann der zweite jo genannte Tr o tz- kisten prozeß gegen Pjatakow, Radek Sokol- nikow und Genossen. Wie bei allen diesen Theater- prozessen wird der Zugang zum Gewerkschaftshaus und Gerichtsfaal durch das übliche aroße Aufgebot von Angehörigen der GPU. in Uniform und Zivil scharf bewacht. Die A u s l a n d s p r e f s e ist durch etwa 20 europäische und amerikanische Journalisten vertreten. Unter mehreren ausländischen Diplo­maten befinden sich die Botschafter Frankreichs und der Vereinigten Staaten.

Pünktlich 10 Uhr werden die Angeklagten van Angehörigen der GPU. mit aufgepflanztem Bajonett in den Saal geführt. In der ersten Reihe sitzen die , Hauptverbrecher" Pjatakow, Radek, Sokolnikow, Serebrjakow. Pjatakow war noch vor einem halben Jahre Vize-Volkskommissar der Schwer­industrie. Er hat die ganze bolschewistische Partei- laufbahn hinter sich. Im Testament Lenins wird er als einer der in Frage kommenden Nach­folger für die Parteiführung genannt. Jetzt sitzt er hinter Bajonetten auf der Anklage­bank in der Haltung eines gebrochenen Mannes. Radek hatte gleichfalls einmal Aussicht, der Nach­folger Lenins zu werden. Einst hatte ihm Moskau eine Rolle zugedacht als Diktator eines bolschewi­stischen Deutschlands. Nun scheint Radeks bekannter Zynismus und seine Spvttlust verflogen zu sein. Gesenkten Hauptes sitzt er auf der Anklagebank des Proletarischen Gerichtes". Auch die übrigen An­geklagten, unter denen mancher früher bekannte und gefürchtete Name ist, erwecken den Eindruck, daß alle ihre Widerstandskräfte zermürbt sind. Die GPU. hat sie für diesenProzeß" sachgemäß vor­bereitet.

Nach dem Erscheinen des Staatsanwalts Wy­schinski und des Gerichtes, das aus dem Vor­sitzenden, demArmeejuristen" Ulrich und zwei gleichfalls militärischen Beisitzern besteht, beginnt die

Verlesung der Anklageschrift.

Bergwerken und in der Rüstungsindustrie be­trieben und R ü st u n g s g e h e i m n i s s e a u s g e - liefert, Anschläge auf Stalin, Molotosf und andere Sowjetgewaltige verübt haben.

Die Vernehmung der Angeklagten

begann mit dem Verhör Pjatak 0 ws , der be­reitwilligst alles gestand, was er auf Grund der Anklageschrift gestehen sollte. Er wiederholte die törichsten Anschuldigungen gegen Deutschland und Japan und gab weiter reumütig zu, daß er sich durchfalsche" Planungen sowieFehlinve­stitionen" großer Kapitalien schuldig gemacht habe. Da die letzt genannten Selbstbezichtigungen offenbar den wirklichen Hintergründen des Pro­zesses allzu nahe tarnen, verwies der Gerichtsoor- fitzende Ulrich weitere Aussagen über dieses Thema auf eine nichtöffentliche Sitzung. Auch Radek hat, wie zu erwarten war, alle wesentlichen Anklage­punktee i n g e ft a n b e n", machte jedoch gewisse Vorbehalte und deutete gelegentlich durch ironische Bemerkungen auf die Hintergründe des Pro­zesses hin. Er gab die organisatorische Leitung ver­schiedener Terrorgruppen in so umfassendem Maße zu, daß er beispielsweise erklärte:Sie können mich verantwortlich machen für Terrorgruppen, die ich kannte und die ich nicht kannte!" Auch die Mitwisserschaft an dem Mord an Kirow ge­stand er mit bezeichnendem Eifer ein. Wieder tauch­ten angebliche Anweisungen Trotzkis auf, in denen dieser von der in der Sowjetunion befindlichen Trotzkistengruppe eine Ausdehnung der Schäd­lingsarbeit, der Diversionsakte, Spionage, ja so­gar Anknüpfung landesverräterischer Verbindungen zu in Moskau weilenden Vertretern auswärtiger Mächte forderte. Japan und Deutschland werden erwähnt. Der Gerichtsvorsitzende verbot jedoch dem Angeklagten (zur Wahrung internationaler An- standsgesetze!) ausdrücklich, Namen und Behörden zu nennen. Schließlich bekannte sich Radek, wie zu erwarten war, schuldig des Landesver­rates.

Sie ist zweifellos das ungeheuerlichste Dokument, das jemals von einem Sowjetgericht verfaßt wurde. Sie enthält die ungeheuerlichsten und unsinnigsten Anschuldigungen gegen ausländische Mächte, vor allem gegen das Deutsche Reich.

Die Angeklagten hätten, so heißt es, auf unmittel­baren Befehl des im Auslande befindlichen Trotzki ihre Verbrechen verübt in der Absicht, das bolsche­wistische Regime zu stürzen und diekapi­talistische Gesellschaftsordnung" mitHilfemili- tärischer Intervention ausländi­sch e r M ä ch t e wiederherzustellen. Zu diesem Zweck hätten sich die Angeklagten zum Ziel gesetzt, die Sowjetunion durch Spionage, Landesverrat und Terrorakte zu schwächen und in unmittelbare Verhandlungen mit denFeinden der Sowjetunion" einzutreten.

Wie der Hauptangeklagte Pjatakow gestanden haben soll, habe Trotzki in einer Unterredung mit Pjatakow im Dezember 1935 erklärt, daß er, Trotzki, ein Uebereinfommen mit dem Stell­vertreter des Führers Rudolf Heß unter folgenden Bedingungen abgeschlossen habe:

1. Ein Zusammengehen in den wichtigsten inter­nationalen Fragen.

2. Das Einverständnis zu territorialen Abtre­tungen.

3. Zulassung deutscher Konzessionen für Gewin­nung von Erzen, Erdöl, Gold usw. in der Sowjet­union.

4. Schaffung günstiger Niederlassungsbedingunben für deutsche Privatunternehmungen in der Sowjet­union.

5. Im Falle eines Krieges solle eineaktive Di­versionstätigkeit in Rüstungsbetrieben und an der Front im Einvernehmen, mit dem deutschen Gene* ralftab organisiert werden!

Diese Behauptungen sind so blödsinnig, daß kein halbwegs vernünftiger Mensch sie ernst nehmen wird, aber es scheint, daß Moskau sie selbst mit seinen eigenen dummdreisten Maß­stäben mißt, wenn es diesen Gipfelpunkt des Unsinns erklimmt.

In der Anklageschrift wird weiter versucht nach- z'/weisen, daß die Angeklagten auf jede Weise be­strebt gewesen seien, die Sowjetunion in einen Krieg hineinzuziehen unddem Gegner in seinem Kamps gegen die Sowjetunion mit allen Mitteln zu helfen". Die Angeklagten sollen Eisen- bahnkatastrophen, insbesondere bei Militär­transporten, organisiert haben, Sabotage in

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Moskau geschrieben, daß dieArznei" zur Erzeugung dieser Hypnose unter die Haut gespritzt werde. Dadurch werde der Mensch einer Willenskraft beraubt urtb zu einer Ma­rionette, die allen Wünschen folge. Das Blatt agt, die Berichte über derartige Vergiftungen klängen zwar phantastisch, man könne aber nicht glauben, daß die Angeklagten, die noch vor kurzem wichtige Posten imSowjet-Paradies" ein- nahmen, jetzi plötzlich aus freiem Willen sich so erbärmlich erniedrigen sollten. Auf einer Versammlung der unabhängigen La­bor-Party erklärte P a y n e, daß man den Ange­klagten durch die sattsam bekannten Methoden der Tscheka Geist und Körper gebrochen habe.

DerSunday Expreß" schreibt, es fei hart, trotz der Geständnisse, zu glauben, daß Kommu­nisten der alten Garde wie Radek gegen ihre Häupt­linge eine Verschwörung angezettelt haben sollen. Jedoch sei Radek ein brillanter Journalist. Man mache brillante Jornalisten nicht ohne weiteres einen Prozeß, der auf Leben und Tod gehe, wenn nichts vorliege. Dazu feien sie zu selten. Es müsse also in Sowjetrußland irgendetwas nicht ganz stimmen. Bereits im Sinowjew-Prozeß hätten alle Angeklagten sich für schuldig erklärt und das, obwohl dieseGeständnisse" Todesurteile so gut wie unvermeidlich machten. Benutze Stalin wieder einmal das geheimnisvolle und fürchterliche R e d e n a r k o t i k u m", das, wie die Wissen­schaftler glaubten, in Sowjetrußland entdeckt wor-

NSG. Auf einem Schulungskurs der Kreis- 1 fchulungsleiter und -Walter der Partei und der \ Deutschen Arbeitsfront auf der Schulungsburg Kestenhöhe bei Oberursel sprach der Leiter des Schu­lungsamtes der DAF., Reichsamtsleiter Wagner. Das deutsche Volk, so führt er u. a. aus, ist das - Volk der Mitte und zugleich das größte in Europa. Wenn es in Konfession und Klassen zerfiel, wenn es uneinig war, war es ein Spielball der anderen. Wenn aber die Deutschen einig sind, ist ihre Politik ausschlaggebend in Europa. Es war ein schwerer Weg, den der Führer gehen mußte, um eine Wende von der einen zu der anderen dieser Möglichkeiten zu erreichen. Das einzige Mittel, das dem Führer dagegen zur Verfügung stand, war der Appell an das Gewissen der Welt, und durch die Kraft sei­ner Persönlichkeit erreichte er sein Ziel.

In gleichlaufender Linie entwickelte sich die For­mung des wirtschaftlichen Geschehens. Der Führer riß in wenigen Monaten das Steuer herum. Libe- ralistischer Goldregen glaubte im Gold die Grund­lage der Kredite und damit des Wirtschaftslebens und die Wirtschaftsbeherrschung zu sehen. Bei uns aber ist die Grundlage das felsenfeste Vertrauen zum Führer. Wenn mir als Staat selbständig fein wol­len, dürfen wir von den Monopolmächten nicht ab­hängig fein. So ergab sich die Notwendigkeit der Schaffung von Ausgleichsstoffen, die oft noch besser sind, als das ursprüngliche Produkt. Aber es wächst nicht alles bei uns; deshalb müssen wir auch Kolo­nien haben.

Alles wirtschaftliche Emporblühen nützt aber nichts, wenn die alte Gesinnung der Menschen bleibt. Der Kommunismus konnte nur durch die bestehende Kiasfenkluft so stark emporsteigen. Die Klassenspaltung gilt es daher zu überwinden. Die ganze politische Kraft muß sich besonders auf dem Gebiet des Arbeitslebens durchsetzen. Drei wichtige Zellen nennt Dr, Ley, die es zu erneuern gilt: Familie, Gemeinde, Betrieb. Der Be­trieb ist die Ausgabe der Deutschen Arbeitsfront. Er soll eine Zelle des Vertrauens werden. Die Ge­sinnung des Vertrauens, des Anstandes, der Ka­meradschaft muß kommen und bas Sich-Kümmern des Betriebsführers um seine Gefolgsmänner zur Selbstverständlichkeit werden. Die innere Verbun­denheit der Betriebsführer mit ihren Gefolgsmän­nern tut not. Wir werden auch diese Aufgabe mei­stern. Diese Zuversicht erwächst uns aus der Kraft, die vom Führer ausgeht.

Der Leiter des Amtes für soziale Selbstverant­wortung der Deutschen Arbeitsfront, Reichsamts­leiter Textor, erfärte u. a.: Durch den Dawes- plan wurde eine künstliche Abhängigkeit unserer Währung geschaffen als eine letzte Auswirkung der liberalistischen Denkweise, daß bas Gold bie 1 Deckungsgrunbloge jeher Währung unb damit bie - Herrscherin im Wirtschaftsleben ist. Wir National- - sozialisten sehen bie Deckung ber Währung in den i geschaffenen Werten. Wir können in Deutschland [ alles bauen und schaffen, was uns ber Boben gibt, ' wenn wir nur kein Geld herausgeben müssen in i Form von Devisen. Der Führer will keine Autar- - kie Deutschlanbs, aber bie Maßnahmen ber ande- : ren haben uns oft zu einer Abschließung gezwun- > gen. Im Wirtschaftsleben bejaht ber Nationalsozia-

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