Mann, dem seit langem ihre heimliche Liebe galt, und schließt mit ihm den Bund für immer. Nicht allein die sympathische Gestalt der Maria gewinnt den Leser, Petersland, für das so viele Deutsche ihr Bestes hergNben, lebt mit seinem ganzen zauberhaften Reiz in diesem Buch.
— Wilhelm Dzialas: Die grünen Kronen. Roman. Wilh Gottl. Korn, Verlag, Breslau. Preis steif drosch. 4,50, Leinen 5,80 RM. — (397) — Unter den Wipfelkronen des Waldtals liegt die Glashütte. Jahrhundertelang haben ihr die Glasmeister oorgeftanüen. Schließlich ist nur noch ein einziger, kaum mündiger Nachkomme übriggeblieben. Unrast des Herzens treibt ihn hinaus. Frankreich macht den jungen Mann mit dem lateinischen Wesen bekannt. Der Aufbau von Staat und Gesellschaft, auf die von Rom überlieferten Gesetze gegründet, läßt das Land auch den Angriffen einer entwurzelten Generation trotzen; im mer bleiben Elemente wach, dem Schiff wieder den rechten Kurs zu geben. Freundschaft und Liebe begegnen dem jungen Deutschen: doch was sich zu verbinden bereit scheint, scheidet sich wieder wie Wasser und Del. Aus der Fremde zurückgerufen verspürt der Heimgekehrte nur Trübsal und Dunkel. Allmählich erst begreift er die Aufgabe, die ihm gestellt ist, langsam nur das Gesetz, das hier im Vaterlande gilt, im Kleinen des eigenen Bezirks wie im großen Verbände. Dzialas schildert uns einen Mann, der vor den Erschütterungen seiner Seele in ein knabenhaftes Pathos flüchtet und der geistigen Auseinandersetzung nicht ausweicht. Dadurch wird gerade die Begegnung mit der romanischen Welt für ihn entscheidend, dadurch tritt seine deutsche Wesensart so klar und lebendig hervor.
— Robert Walser, Große kleine Welt. Eine Auswahl herausgegeben von Carl Seelig. Leinen 4 RM. Eugen Rentsch Verlag, Leipzig. — (430) — Robert Walser begeht demnächst feinen 60. Geburtstag. Aus diesem Anlaß hat Carl Seelig diesen Band geformt, der in reizvoller und sinnreicher Gruppierung die in vielen Bänden zerstreuten meisterlichen Kurzgeschichten des Dichters vorlegt. Einige der schönsten Beiträge wurden bisher noch nicht gedruckt, andere wieder,
Tbie zu feinen anmutigsten und originellsten Leistungen gehören, sind in alten Zeitungen und Zeitschriften in unverdiente Vergessenheit geraten. So ist dieser reizvoll ausgestattete Band ein'wesentlicher Zeuge für Robert Walsers poetische Wirksamkeit.
— Feuer und Blut. Ein kleiner Ausschnitt aus einer großen Schlacht. Von Ernst Jünger. (Verlag von Phil. Reclam jun., Leipzig. Kart. 70 Pfennig, gebt). 1,10 Mark.) — (379) — Jünger schildert mit außerordentlich packender Kraft die große Schlacht vor Amiens im März 1918. Er erzählt von einem kleinen Ausschnitt aus einer breiten Front, aber in dieser Darstellung ist die furchtbare Wucht und Härte jener Schlacht zusammengeballt, der elementare Ausbruch des gewaltig gesteigerten Angriffs- und Siegeswillens der deutschen Truppen. Insbesondere der Mitkämpfer der Schlacht wird mit fiebernd-heißem Herzen dieses Buch erleben, das auch allen anderen Lesern ein starkes Erlebnis sein wird.
— Skagerrak. Mit Schlachtkreuzer „Lützow" an der Spitze. Ein Erlebnisbericht von Hermann A. K. Jung, ehemals Turmkommandeur auf S. M. S. „Lützow", Kapitänleutnant a. D. (Perlag von Phil. Reclam jun., Leipzig. Kart. 35 Pfennig, gebd. 75 Pfennig.) — (382) — Vom Schlachtkreuzer „Lützow" aus erleben wir durch diesen Bericht das gewaltige Drama bis zum Untergang des heldenmütigen Schiffes. Der weitere Verlauf der Schlacht bis zum deutschen Endsieg wird in klarer Anschaulichkeit geschildert. Mehrere Kartenskizzen unterstützen das taktische Verständnis der großen Kampfhandlung.
— Gewitter am Morgen. Eine Liebesgeschichte von gestern. Von Rudolf N a u j o k. (Berg- stadtverlag, Breslau. Gebunden 3,75 RM. — 463 —) Der Dichter erzählt die ergreifende Liebesgeschichte eines jungen Studenten, der feinem Mädchen die Treue hält, auch als die zu erwartende Geburt eines Kindes alle feine Lebenspläne zerstört. Aus Liebe zu ihr verfeindet er sich mit den Eltern und vergeht sich gegen die Staatsgesetze. Ist dieses Erleben schon zu schwer für junge Schultern, so beginnt die eigentliche Tragödie erst mit der Erkenntnis, daß er nicht der Vater des Kindes ist, um deffentwillen er schuldig
wurde, daß er einer Täuschung zum Opfer gefallen ist. Auf diesem Irrwege hat er seinen Beruf und damit seinen Lebenssinn verloren, gleichzeitig lastet die schwere Schuld an dem Tode seines Vaters auf ihm. In einer seltsamen Derschlungenheit seines Schicksals wird er unschuldig doch zum Schuldigen und so zu einer wahrhaft tragischen Gestalt. Er geht seinem Schicksal nirgends feige aus dem Wege, sondern zeigt ein Heldentum des Herzens, das für ihn einnimmt. Mit feiner Hand zeichnete der Dichter das Bild eines faustich strebenden, aus vielen Irrungen und Erschütterungen geläutert hervorgehenden Menschen.
— Ernst ßeibl: Die Kette. Erzählungen. Verlag Ludwig 23oggenreiter, Potsdam. Kartoniert 1,80 RM., gebunden 2,50 RM. — (447) — Aus einer Beschwörung eigener Kindheitserlebnisse gestaltet der Sudetendeutsche Ernst Leibl ein Bild des jungen deutschen Menschen, wie wir es so rein, so zart, so verhalten und doch so kräftig selten geschenkt bekommen. Gerade die Zeit vor der erwachenden Männlichkeit ist es ja, die alles schon andeutend sichtbar macht, was später bestimmend auf den Schicksalsweg des Mannes wirken wird. Und das ist der Wert dieser Erzählungen: in ihnen wird ein zarter und doch nicht zu übersehender Faden gespannt von den ersten Mutproben bis zur Bewährung bei dem „Sturm auf die zweite Stellung".
— Ludwig Freiwald: Die verratene Flotte. Aus den letzten Tagen der deutschen Kriegsmarine. Preis Lwd. 4,60 RM. I. F. I Lehmanns Verlag, München. — 521 — Dieser Tatsachenbericht eines Mannes, der selbst als kriegsfreiwilliger Matrose auf dem Linienschiff „Nassau" Krieg und Revolution erlebt hat, zeigt eindringlich die verbrecherische Tätigkeit der internationalen Mächte, aber auch das zaudernde und unentschlossene Verhalten derer, die die Meuterei hätten unterdrücken können. Man lese in dem Buch, wie die großen Hafenstädte, wie Kiel und Wilhelmshaven in die Hände der Roten gefallen sind, wie die Feuer aus den Kesseln der großen Schiffe gerissen wurden, um das Auslaufen der Flotte zu verhindern, wie die einstmals so stolze Flotte ihre letzte Reise antrat nach Scapa Flow und bann, um die letzte
Ehre zu retten, mit wehenden Kriegsflaggen in bett Fluten versank. Wir wissen, baß so etwas nie roieber möglich sein wirb. Dieses Buch muß bent beutschen Volk für immer eine furchtbare Lehre fein.
— Alfreb Bogen: „Die Vorgeschichte bes Magbeburger ßanbe s". Erschienen in „Magdeburger Kultur- unb Wirtschaftsleben", Heft 12, herausgegeben von ber Stabt Magdeburg. Preis 1,80 Reichsmark. — 465
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Ein schwacher Vorstoß milber Meeresluft von Südwesten läßt über Westdeutschland vorübergehend eine leichte Unbeständigkeit aufkommen, die aber noch in dieser Woche erneut von einer Hochwetterlage abgelöst wird. ,
Aussichten für Donnerstag: Wolkig bis bedeckt, vereinzelt leichte Regenfälle, etwas milder, Winde um Süd.
Lufttemperaturen am 23. November: mittags 6,3 Grad Celsius, abends 1,6 Grad; am 24. November: morgens 1,2 Grad. Maximum 6,6 Grad, Minimum heute nacht 0,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. November: abends 3,7 Grad; am 24. November: morgens 2,8 Grad.
Haupttchriftlelter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschristleiters: Ernst Blumschein Verantwortlich für Politik unb für die Silber: vr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leitet: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 2L X. 37: 10 031. Druck unb Verlag: Brühlsche Unioerfitätsbrurferel R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufs- prets 10 Pf unb Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937 gültig.
Met Marke „Fifi*
500 Gramm
von
Meine treue Lebensgefährtin, unsere liebe Mutter und Großmutter
Frau Lina Zülch, geb. Haubach
ist am 20 November 1937 nach langem Leiden für immer von uns gegangen.
Auf Wunsch der Heben Entschlafenen fand die Beerdigung in aller Stille statt.
Beileidsbesuche dankend verbeten.
sofort gesucht.
05752
Für die erwiesene Anteilnahme herzlichen Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen;
Hermann Zülch.
Gießen im November 1937.
7703 D
Statt besonderer Anzeige.
Im Namen der Familie: Frau Emilie Strack.
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K. Keiner & Co.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am Dienstagvormittag 8% Uhr meinen innigstgeliebten Mann, unseren hoffnungsvollen lieben Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel
Herrn Karl Engelhardt
im 30. Lebensjahr plötzlich und unerwartet in die Ewigkeit abzurufen.
In tiefer Trauer:
Marie Engelhardt, geb. Euler Familie Ludwig Engelhardt Familie Ludwig Weber Familie Hermann Eulen
Gießen (Alicenstraße 35), den 24. November 1937.
Die Beerdigung findet in aller Stille statt.
Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen
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Heute entschlief sanft nach längerem Krankenlager meine treue Schwester,
unsere liebe Schwägerin und Tante
Gießen (Frankfurter Straße 12),
Darmstadt, Hirschberg i. Riesengebirge, Berlin, den 23. November 1937.
Die Beerdigung findet Freitag, den 26 November, 14 Uhr, auf dem Neuen
Friedhof statt.
— Von Beileidsbesuchen bittet man Abstand zu nehmen.
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Buchstabe A—G am Donnerstag, 25. November, „ H—Q am Freitag, 26. November, R—Z am Samstag, 27. November.
An Kinder werden Gutscheine nicht abgegeben.
Gießen, 24. November 1937. 77120
Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt.)
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Der Verfasser, der als Ornithologe und Tierphotograph begannt ist, hat mehrere Wochen auf zwei einsamen deutschen Nordsceinseln an der Eidermündung zusammen mit den eigenartigsten Vögeln unserer Heimat gelebt und die Herr- lichsten Naturaufnahmen von den Säbelschnäblern, Seeschwalben, Rotschenkeln, Austernfischern u. a. milgebracht. Er erzählt im Textteil unterhaltsam und spannend aus der Kraft eigenen Erlebens die sonderbarsten Begebenheiten, die er, im Zelt versteckt, aus nächster Nähe beobachten und im Bild festhalten konnte.
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HflttlldfiC vonZdis 20 v. S. erhalten Eie bet wiederholten Auf« nahmen einer Anreisi
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Heute | DonnerstagW
Stadttheater


