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Bomber gehörte zu den modernsten Maschinen der Luftflotte, von denen jede mit einem Kostenaufwand von 150 000 Dollar gebaut wurde. Flugzeuge seiner Art unternahmen in diesem Jahr die erfolgreichen Massenflüge nach Panama und Hawai.

Kongreß des Internationalen Studentenverbandes.

Vom 6. bis zum 19. August tagte in Paris der Jahres-Kongreß des Internationalen Studentenver­bandes (OJE.), an dem eine Abordnung der Reichs­studentenführung mit dem Leiter der Ausländsab­teilung Dr. Sonnenhol teilnahm. Von beson­derem Interesse war die Frage der Erwerbs­losigkeit unter den jungen Akademikern uhö die Zusammenarbeit zwischen Kopf- und Handarbeitern. Bei der Behandlung dieser Frage wurde von den französischen Vertretern der Deutsche Arbeitsdienst als vorbildlich an­geführt. Da anschließend an den Kongreß die 7. akademischen Wettspiele stattfinden, zu denen Deutschland eine Auswahlmannschaft von 220 Wettkämpfern nach Paris entsandte, fanden die Arbeiten der Sportkommission besonderes Interesse. Don deutscher Seite gehört dieser Kommission als Vizepräsident der Leiter des Amtes für körperliche Ertüchtigung der Reichsstudentenführung Georg Fischer an, der die Goldene Ehrenmedaille für Leibesertüchtigung vom französischen Unterrichts­minister eichalten hat. Die deutschen Vertreter konn­ten feststellen, daß auf dem Kongreß ein Geist gegen­seitiger Verständigung, Sachlichkeit und Unvorein­genommenheit herrschte, der bewies, daß die stu­

dentische Jugend unabhängig von den Ereignissen der Tagespolitik sich über Dinge von gemeinsamem Interesse unterhalten kann. Ausdruck der guten Be­ziehungen zwischen der deutschen Studentenschaft und der französischen studierenden Jugend war der Besuch eines deutschen Kriegerfriedhofes in der Nähe von Reims, zu dem sich die deutschen, französischen und österreichischen Delegierten zusam­mengefunden hatten. Im Spätherbst wird dieses gute Einvernehmen von neuem seinen Ausdruck finden, wenn in der Nähe der französischen Stadt Avallon ein deutsch-französisches Stu­dentenlager durchgeführt wird. Der nächste Internationale Studentenkongreß wird im Septem­ber 1938 in Athen stattfinden.

Meuterei

an Bord eines sowjetrussischen Kriegsschiffes.

Nach einem Bericht derEvening News" kam es auf dem sowjetrussischen KriegsschiffM a r a t", das anläßlich der englischen Krönungsfeierlichkeiten an der Flottenparade auf der Höhe von Spithead teil­nahm, nach dessen Rückkehr aus den britischen Ge­wässern zu Meutereien, bei deren Niederschla­gung acht Matrosen als Anführer eines Trotzki-Komplotts" erschossen worden seien. Die Offiziere derMarat" feien bestraft worden, weil sie der Mannschaft, während das Schiff in britischen Gewässern lag, Landurlaub gewährt hätten. 38 von ihnen seien verhaftet worden. Zwölf der Verhafteten seien degradiert worden.

Kampf mit

.U:

alen in der Antarktis.

Als Oeckjunge auf einem norwegischen Walfänger.

Knirschend frißt sich der Steven durch das Neu­eis der Antarktis. Die tiefstehende Sonne wirft ihre schwachen Strahlen über die glitzernde Einöde der weißen Schollen. Müde hängen die schweren Wol­ken am Himmel. Sechs Wochen sind mir jetzt unter­wegs und immer nur Meer, Meer und Meer. An­fang Oktober lichteten wir oben in Toensberg am Oslofjord die Anker. Und dann ginge südlich, wo­chenlang. Unser Brennöl hatten wir bereits bei der letzten Heimreise in Le Havre gebunkert. Seit St. Quessant grüßte noch einmal deralte Preuße" von der französischen Küste herüber, der schon so manches Schiff in den Sturm der Biskaja geschickt hatte.

Wärmer wird es allmählich. Die Kanarischen In­seln kommen auf. Und wenige Tage später erleben dann die beiden neuen Decksjungen ihre Aequa- to r t a u f e.

Taufe" schon, aber frei von jeglicher christlicher Nächstenliebe. An Bord ist nur das gut, was hart macht. Knud hat nach feinem Fefttrünk drei Tage lang kaum etwas heruntergebracht, so brannte ihm die Kehle danach. Es war auch ein etwas starker Cocktail, den man ihm versetzte: Waltran, Bunker­öl, das Salzwasser, in dem unsere Heringe schwim­men und etwas Benzin. Die anderen Bestandteile hat er nicht mehr recht herausschmecken können. Und daß ergeschmeckt" hat, dafür sorgen schon ein paar derbe Seemannsfäuste.

In Kapstadt lagen wir neun Stunden vor Anker. Für uns hatte es wenig Zweck, an Land zu gehen. Die Zeit war ziemlich knapp, aber außerdem und das war wohl der Hauptgrund hatten wir uns oben in Norwegen alle vom kleinsten und gemein­sten Mann bis rauf zum Kapitän die Haare ein Zehntelmillimeter kurz schneiden lassen. In den sechs Monaten Seefahrtszeit haben sie ja Zeit genug, wieder zu wachsen. Uns machen sie nur unnötige Arbeit, und Wert auf äußerliche Schönheit wird an Bord nicht gelegt. Hier ist schön, was nützlich ist.

Und nun schwimmen wir hier unten im süd­lichen Eismeer. Vor vierzehn Tagen liefen wir unter der Tropensonne halbnackt herum. Heute hat jeder seinen derben blauen Sweater an, den Kragen hochgerollt.

Am 1. Dezember geht der Fang los. Er dauert dann bis zum 15. März. Diese Zeit ist von der norwegischen Regierung für alle Walfänger vor­geschrieben, um ein allzu schnelles Aussterben dieser Riesensäuger zu vermeiden wenn auch ihr end­gültiger Tod heute unabwendbar erscheint.

Während dieser dreieinhalb Monate heißt es ar­beiten, denn die Bunker und Tanks müssen mit Tran und Fleischmehl gefüllt werden. Und wir sind immerhin ein Achttausendtonner.

Auf den sechs kleinen Fangschiffen, die mit uns hier heruntergestampft sind über den halben Erd­ball, herrscht eifriges Leben. Das Geschütz wird auf der Back aufmontiert, die Probegranaten werden abgeschossen.

Plötzlich läutet der Maschinentelegraph. Wir stop­pen. Der Funker ruft in den Telephoniesender. Un­ser Käppen hat die ersten Wale ausgemacht. Jetzt sehen auch wir durchs Glas die meterhohen Wasser­säulen steuerbord voraus in die Luft schießen. Die sechsSkut" so heißen unsere Fangschiffe schießen mit voller Kraft durchs Eis; dicke Rauch­wolken ziehen sie hinter sich her.

Mit 14 Knoten durchschneidetSkut 4" das Was­ser. Der Alte wirft seine Mütze ins Kartenhaus. Sie stört ihn doch nur beim Zielen. Durch das Glas beobachtet er genau den großen Wal, der sich etwas abwärts vom Rudel im Wasser tummelt. Die Maschine stoppt. Das Schiff treibt aus. Käp­pen Nilson läuft über den Steg auf die Back. Ein kurzer Blick aufs Geschütz. Ja, die Leine ist richtig aufgeschossen. Die Granate steckt auf der zwei Meter langen Eifenharpune. Gezielt. Dann jagt das Ge­schoß durch die Luft, die Fangleine hinter sich her­ziehend. Gut getroffen tief frißt sich die Gra­nate ins Fett des Tieres. Mit letzter Kraft sucht der Wal sich loszureißen. Seine mächtige Schwanz­flosse peitscht das Wasser. Das Spill läuft ab. Fa­den auf Faden. Die Maschine arbeitet mit voller Kraft rückwärts. Aber sie kommt anfangs nicht gegen den Wal an. Er zieht das Schiff mit sich. Doch allmählich schwindet seine Kraft. Er treibt tot an der Oberfläche.

Aber Käppen Nilson will sich jetzt nicht mit dem einen Wal zufrieden geben. Ein Rohr wird in den

gewaltigen Körper gestoßen und dann pumpt man ihn mit Preßluft auf. So kann er tagelang schwim­men. Zur besseren Sicht aus der Ferne sticht man ihm eine Fahne in den Rücken. Quer über die Reedereifarben istSkut 4" geschrieben. Das Schiff geht wieder auf neue Beute aus. Der tote Wal aber schwimmt einsam zwischen den dünnen Eisschollen. Sein Wimpel flattert müde im Wind.

An der Trankocherei, dem großen Mutterschiff, sind inzwischen schon die ersten Wale abgeliefert worden. Mit Flaschenzügen werden die unförmigen Fleischklumpen an Deck gezogen. Jetzt geht es ans Abspecken. Eine 20 Zentimeter dicke Schicht wird rings um den Wal herum abgeschält. Sie hat eine Fläche von ungefähr 30 mal 18 Meter. Ein Speck­stückchen, so von Tennisplatzgröße.

In den Druckkesseln wird hieraus der Tran ge­wonnen. Nun kommt aber als nächster unser Smuttje", der Koch. Mit seinem großen Schlächter­messer schneidt er sich die besten Fleischteile heraus. Denn mindestens jeden zweiten Tag gibt es hier an Bord Walfleisch.

Ueberaü packen Hände zu. 250 Mann sind in Schichten damit beschäftigt, die Wale es sind ungefähr zwölf Stück zu verarbeiten. Wir haben uns nur schwer an den Trangestank gewohnt.

Ein Tag vergeht wie der andere. Arbeit und Arbeit. Nur wenn die See einmal besonders grob ist, gibt es eine Abwechslung. Die schönen Stunden an Land, in der Heimat, können wir nur erträu­men, und täglich sehnen wir uns nach jenem Tag, an dem unser Schiff roietfer in den Oslofjord ein­fährt umschwärmt von vierzig kleinen Motor­booten, mit denen die Angehörigen uns entgegen­kommen. Karl-Heinz Sievert.

Büchertisch.

Edwin Erich Dwinger: Spanische Silhouetten, Tagebuch einer Frontreise, Ver­lag Eugen Diederichs, Jena, Preis geb. 1,80 RM. (187.) Spanien ist das Schlachtfeld, auf dem der bewaffnete Bolschewismus seinen Angriff auf Europa vorträgt. Diese Feststellung ergibt sich mit unheimlicher Gewißheit aus dem schlichten Bericht, den Edwin Erich Dwinger von seiner Reise an die spanische Front vorlegt. Was Dwinger in seinen knappen Tagebuchnotizen berichtet, beweist wieder die Meisterschaft des Dichters, aus persönlichen Be­gegnungen, aus einer Fülle von Erlebnissen, aus vielen, scheinbar kleinen Wesenszügen ein farbiges Gesamtbild zu geben, in dem das Typische und Entscheidende des Freiheitskampfes des spanischen Volkes deutlich wird.

Jürgen Jürgensen: Die große Ex- p e ö i t i o n. Ein Kongo-Roman. Verlag Rütten & Loening, Potsdam. Preis geb. 4,80 RM. (189.) Diese Neuausgabe eines lange vergriffen gewesenen Werkes des dänischen Dichters wird be­sonders unserer Jugend willkommen sein. Es schil­dert wie ein kleines Expeditionsheer unter unsäg­lichen Strapazen und Entbehrungen, gefolgt von dem Verpflegungstroß und den Weibern der schwar­zen Soldaten, durch den Urwald in unerforschtes Kongo-Gebiet vordringt. Unmerklich wächst der Geist des Widerspruchs und der Widersetzlichkeit bis eines Tages unter den Schwarzen offene Meute­rei ausbricht. Die Weißen, einsam voneinander ge­trennt, unterliegen der Uebermacht. Nur einem ge­lingt es, die Expedition zu retten und die gefallenen Kameraden zu rächen. Mit großer künstlerischer Kraft schildert Jürgensen die geheimnisvolle farbige Welt des Urwaldes.

Hans Kloepfer:Ioahrlauf. Ge­dichte in steirischer Mundart." 267 Seiten, Leinen­band 5. RM. Verlag der Alpenlandbuchhandlung Südmark, Graz-Wien-Leipzig. (186.) Im Gießener Anzeiger" habe ich bereits auf dieGe­sammelten Werke" des steirischen Dichterarztes Dr. Hans Kloepfer, der Peter Roseggers poetische Sen­dung im edelsten Sinne fortsetzt, hingewiesen. Es liegt nun der vierte Band vor, der 'wie die drei früher erschienenen,Aus dem Bilderbuche meines Lebens",Hochdeutsche Gedichte",Sulmtal und

Kainachboden", für sich abgeschlossen und einzeln käuflich ist. Die weststeirische Mundart, ein Zweig der bayrischen, berührt angenehm durch ihren ge­mütvollen, herzerwärmenden Klang und durch eigen» artige, mitunter drollige, immer anschauliche Rede­wendungen und Ausdrücke. Ein flemes Wörterver­zeichnis gibt darüber die nähere Erklärung; störende Fußnoten fehlen. Kloepfers Dichtungen in der Sprechweise des Alpenvolkes, dem er als Arzt seit über vier Jahrzehnten hilfreich dient, werden als köstliche Wiedergabe echten bäuerlichen Denkens und Ringens allen Freunden der österreichischen Berg­welt, mit der Oberhessen durch seine Alpenvereins- sektion in enger Verbindung steht, besinnliche und frohe Stunden reinsten Genusses bereiten na­mentlich beim Vorlesen und auch zu Vergleichen mit dem Bauerntum im eigenen Lande anregen. Es werden sich manche gemeinsame Züge hier und dort am Ostrande des Alpenwalles finden lassen. Mr. Frido Kordon, Graz.

Armin O. Huber: Helga und der Hermelin. Roman. 245 Seiten. Geh. 2,40 Mark, Ganzleinen 3,50 Mark. Verlag Scherl, Berlin SW 68, 1937. (176) Ein interessantes, beweg­tes Leben hat der Verfasser dieses Romans, obwohl er noch jung ist, hinter sich Holzfäller, Pelzjäger, Klavierstimmer, Schnellmaler und auch Wurst­macher das sind so einige Berufe auf Hubers abenteuerlichen Fahrten durch die Welt. Mit zwan­zig Jahren, 25 Dollars und großen Hoffnungen war er nach Amerika gekommen. Hier zog chn das un­geheure Land Kanada bald in feinen Bann; hier schrieb er diesen packenden Roman einer kanadischen Liebe. Eine Unzahl von kleinen Hermelinfellen hat Fred Cooler unter unsäglichen Mühen in den Eiswüsten Kanadas erbeutet den fertigen Mantel legt er seiner Braut um die Schultern. Aber kleine Mißverständnisse werfen oft den Menschen aus dem Geleise so geht es auch ihm. Wieder zieht er über die Eisfelder, wo jeder Tag ein neuer Kampf um das Leden ist, haust mit den Indianern auf den Tundren, bis er dem alten Rivalen begegnet. Das gibt feinem Leben nochmals eine Wende; hiervon erzählt dieser männliche Roman.

Wetterbericht

des Reikhswellerdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Die Großwetterlage befindet sich in neuer Um­gestaltung; dabei wird sich zunächst nach der Ost­wärtsverlagerung der zentraleuropäischen Tiefdruck­störungen der Hochdruckeinfluß verstärken. Die außerordentlich starke Belebung der vom Atlantik ausgehenden Wirbeltätigkeit läßt jedoch ungestörtes Schönwetter auf längere Sicht nicht erwarten.

Aussichten für Mittwoch: Morgens viel­fach dunstig oder nebelig, sonst vielfach heiter, mit­tags warm, nachts recht frisch, späterhin bei nach West drehenden Winden Bewölkungszunahme.

Aussichten für Donnerstag: Bei Luft­zufuhr aus West wieder etwas unbeständiges Wetter.

Lufttemperaturen am 23. August: mittags 19,8 Grad Celsius, abends 16,1 Grad; am 24. August: morgens 13,9 Grad. Maximum 20 Grad, Minimum heute nacht 12,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. August: abends 17,3 Grad; am 24. August: morgens 15,1 Grad. Niederschläge 0,1 mm. Sonnenscheindauer 1,3 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. V.: Dr. Fr. W Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D A. VII. 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckeret R. Lange, K.-G., sämtlich m Gießen Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 gültig.

Nach langem, schwerem Leiden verschied am 18. August 1937 in ihrem 57. Lebensjahr meine liebe Frau, die Mutter meiner neun Kinder und Großmutter meiner drei Enkel

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geb. Prohme.

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