Einzelbild herunterladen

Tannenberg

Vor 23

ange-

Die französische Regierung hat der Bitte der tschechoslowakischen Regierung stattgegeben und nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwi- schenPortugal und der Tschechoslowakei die Ver­tretung der tschechoslowakischen Belange in Lissabon übernommen.

beteiligen, die der Führer und Reichskanzler ordnet hat.

(Sin Tagesbefehl Stabschef Lutzes.

verwundet in den Händen der Sieger, 300 Geschütze und unermeßliches Material wurden erbeutet. Mag der Ausgang des Weltkrieges für die Ration und für den deutschen Osten noch so schmerzlich gewesen sein immer werden die Tage von Tannenberg im Glanze des Ruhmes erstrahlen.

Am 31. August 1924, dem zehnten Gedenktage der beendeten Schlacht, wurde der Grundstein zu einem Rational denkmal bei Tapnenberg, unweit von Hohenstein, gelegt. Hindenburg selbst war bei dieser Feier anwesend. Das Denkmal mit feinen acht gewalttgen Türmen und seiner impo­santen Ringmauer erinnert an eine altgermanische Festung. Die Einweihung erfolgte am 18. Septem­ber 1927 durch den Reichspräsidenten und General­feldmarschall, in einer Rede in der er sick mann­haft und feierlich gegen die Kriegsschuld­lüge wandte. Jene Worte sind am Portal des Reichsehrenmals in Erz gegossen und lauten: Reinen Herzens sind wir zur Verteidigung des Vaterlandes ausgezogen, und mit reinen Händen hat das deutsche Heer das Schwert ge­führt."

Das Denkmal von Tannenberg ist die Gruft des großen Feldherrn geworden, dessen Name mit dieser Schlacht verbunden ist. Der Füh­rer selbst geleitete ihn an der Spitze der Nation an dieser Stelle zur letzten Ruhe. Am 2. Oktober 1935 erklärte der Führer und Reichskanzler dann das Nationaldenkmal zum Reichsehrenmal und damit zum Heiligtum der Nation. Der Bau der Grabstätte für Hindenburg hat eine grundlegende Umgestaltung des inneren Hofes des Denkmals er­fordert. Seitdem find auch in der Umgebung des Ehrenmals Ausbauten erfolgt, die äußerlich die Wirkung des gewaltigen Baues noch steigern. Der Denkmalsturm, der sich über der Gruft der Grab­stätte erhebt, bildet eine hohe Halle mit einem Standbild Hindenburgs, das vier Meter groß ist. Für die Gefallenen des Weltkrieges sind zwei Ehrenhallen zu beiden Seiten der Gruft des Mar­schalls errichtet. Zwanzig unbekannte deutsche Sol­daten ruhen hier, große Heldenfriedhöfe liegen ver­streut in der Landschaft.

Der Gedenktag von Tannenberg und der nahende 90. Geburtstag des Marschalls wird für viele Deutsche die Mahnung sein, sich freudig an der Er­neuerung ber Hindenburgspende zu

Alljährliche Wiederholung der Reichs­wettkämpfe der SA.

M ü n ä) e n , 23. Aua. (DRB.) Die NSK. bringt folgenden Tagesbefehl des Stabschefs nach Schluß oer Reichswettkämpfe der SA. im Reichssportfeld zu Berlin:

SA.-Führer und SA.-Männer!

In Verfolg der Verfügung des Führers vom 27. November 1936 an die SA., .Träger in Vor­bereitung und Durchführung der Nationalsoziali­stischen Kampfspiele zu sein', wurde unverzüglich diese Aufgabe auf breitester Grundlage in Angriff genommen. Wenn es trotz der verhältnismäßig kurzen Zeit gelungen ist, Ausscheidungswettkämpfe bei den Stürmen, Standarten und Gruppen bis zu den Reichswettkämpfen auf dem Reichssportfeld in Berlin durchzuführen, so ist dieses dem Ein­satz jedes einzelnen zu verdanken. Die ersten Reichswettkämpfe der SA. find weit über den Rahmen einer bloßen Ausscheidung hinaus- gegangen und zur Leistungsschau der Mil- honenorganifation ber SA. geworden, die nunmehr in Nürnberg bei den NS.-Kampfspielen ihren höchsten Ausdruck finben soll.

Für den bisherigen Einsatz und die dabei ge­zeigten Leistungen spreche ich der gesamten SA. vom letzten SA.-Mann bis zum letzten Aus- schcidungskämpfer in Berlin meine ganz b e - sondere Anerkennung aus. Ich bin dabei überzeugt, daß diese Anerkennung den Siegern von Berlin eine neue Verpflichtung fein wird zum Einsatz bei den NS.-Kampfspielen in Nürn­berg und jedem SA.-Mann zugleich ein neuer An­sporn für die weitere Arbeit an ber vom Führer gestellten Aufgabe. Ich weiß, wie schwer es für den einzelnen war, die persönlichen und sachlichen Opfer zu bringen, um an den Tagen in Berlin teilnehmen zu können. Ich weiß aber auch, daß die freiwilligen Opfer an Zeit und Geld in dem Bewußtsein gebracht worden sind, durch die SA. der Gemeinschaft des Volkes zu dienen. Darüber hinaus haben die Reichswett­kämpfe mit dem Führerappell dazu beigetragen, die Kameradschaft und innere Ge- schlossenheitdesFührerkorpsber SA. jn weitgehendstem Maße zu festigen und zu for­dern und für den kämpferischen Einsatz ber ge­samten SA. die bisher geschaffene Grundlage zu erweitern. Ich ordne daher an, daß die Reichswett­kämpfe der SA. alljährlich stattfinden als Generalappell für die NS.-Kampsspiele in Nürn­berg und als Ausdruck eines neuen, der SA. eige­nen Gestaltungswillens zur Hebung der W e h r- fraft und Stärkung des Wehrwrllens durch den SA.-Sport."

kleine politische Nachrichten

Der chinesische Finanzminister K u n ist mit zwölf Herren feiner Begleitung am Samstagnach­mittag in Bad-Nauheim zu einem sechswöchi­gen Kuraufenthalt eingetroffen

Der deutsche Botschafter in Santiago be Chile, von Schoen, flog nach Neuyork, um von bort aus mit dem DampferEuropa" nach Deutschlanb zur Teilnahme am R ei ch s p a r t e i t a g weiter- zufahren.

Jahren errang das deutsche Ostheer in den Tagen vom 24. bis 31. August den weltgeschicht­lichen Sieg über die Russenheere auf den ostpreu- ßischen Feldern bei Tannechierg. Am 2. Oktober dieses Jahres würde ber verewigte Generalfeld- marfchall von Hindenburg, ber Sieger ber Tannenberg-Schlacht, feinen 90. Geburtstag feiern können. Daher wird in biefen Tagen bas Gedenken der Natton an die ruhmreichen Leistungen Hinden­burgs, Ludendorffs und aller ihrer Mitkämpfer be­sonders innig und dankbar sein. Tannenberg war die Umfassungsschlacht einer kleineren Armee gegen eine große Uebermacht. Hier ist das gelungen, was seit Cannae das Ziel aller Feldherren war, in offener Feldschlacht den überlegenen Gegner zu stellen, zu schlagen und einzukreisen. Den Deutschen ist das damals gelungen, der Russeneinfall wurde zerschlagen, 150 000 Mann verlor ber Feind an Toten und Verwundeten, 93 000 Mann ließ er un-

Der amerikanische Bunbessenat unb bas Reprä­sentantenhaus vertagten sich nachbem bie britte Vorlage für Nachtragsbewilligungen von beiben Häusern von 140 Millionen auf weniger als 100 Millionen Dollar herabgesetzt unb in dieser Form angenommen worben war. Der Senat nahm bie Helium-Verkaufsvorlage an unb leitete sie an bas Weiße Haus weiter.

Eine amtliche Mitteilung bestätiat ben Mißerfolg ber französisch-belgischen Wirtschaftsverhandlungen, bie ber Aufteilung des Tranfithanbels aus Elsaß - Lothringen auf bie Häfen von Dün­kirchen, Antwerpen unb Gent gemibmet werben.

*

DasOstbeutfche Volksbla11" in Lem­berg, bas Organ der beutschen Minberheit in Ga­lizien, kann soeben auf ein 30jähriges Bestehen zu­rückblicken. Das Blatt hat aus biefem Anlaß eine Sonbernummer herausgegeben, bie einen interessan­ten Ueberblitf nicht nur über bie Geschichte ber Zei­tung, sondern auch über bie ber beutschen Minber­heit in Galizien gibt.

Der Mitchwirtschasttiche Weltkongreß.

Berlin, 24. Aua. (DRB.) Am Montag begann bie wissenschaftliche Arbeit bes XI. Milchwirtschaft­lichen Weltkongresses in ben Krollfestsälen. Den Generalbericht zu der Frage berFütterischen unb futtertechnischen Auswertung ber Milchleistungsprü- fungen" gab Dr. Weis für ben erkrankten Reichs­hauptabteilungsleiter Dr. Brunnenbaum. Die Welt­erzeugung an Milch könne auf runb 60 Milliarben Goldmark veranschlagt werden. Deutschland allein weist jährlich 25 Milliarden Liefermilch nach, was einem Erzeugerwert von 3 Milliarden Mark gleich­komme. Bei einem so wertvollen Produkt kommt den Bedingungen, unter denen es erzeugt werde, ganz besondere Bedeutung zu. Seit dem November 1935 bestehe in Deutschland eine Anordnung über die pflichtgemäße Durchführung von Milchleiftungs- prüfungen. lieber das ThemaDie Fütterung des Milchviehs auf wirtschaftlicher Grundlage", für bie in 29 Berichten aus 13 ßänbern bas Material vor­lag, sprach Prof. Jünger (Kiel). Grundsätzliche Fragen über Hygiene und Wirtschaftlichkeit des Viehstalles schnitt Prof. Dr. Staff e an. Die Sek­tion 2 des Milchwirtschaftlichen Weltkongresses be­faßte sich mit wichtigen Fragen der Be- und Ver­arbeitung der Milch. Dr. O. F. H u n z i k e r (USA.) eröffnete die Berichterstattung mit einem General­referat über die Verwertung überschüssiger Milch. Der deutsche Generalberichterstatter Prof. Dr. K i e- f e r I e befaßte sich besonders mit der entrahmten Milch, an deren richtiger Verwertung in Deutsch­land mit Nachdruck gearbeitet werde. Anschließend ging Prof. Dr. Mohr (Kiel) auf die Frage der Aromabildung bei der Butter ein. Mit der Frage der Haltbarkeit der Butter setzten sich Staatskonsu­lent Jensen (Dänemark) unb Dr. Ritter (Schweiz) auseinanber. Am Schluß referierte Joses Csiszar (Ungarn) über fehlerhafte Milch unb bie Möglichkeiten zur Beseitigung bieser Fehler.

Die Teilnehmer bes XI. Milchwirtschaftlichen Weltkongresses versammelten sich am Sonntag zu einem Begrüß ungsabenb in ben Festräu­men ber Krolloper. Den Auftakt bilbete bie Ur­aufführung bes FilmsQuellenbes Lebe n", beffen hervorragend durchdachte Bilbfolge ben Gästen einen aufschlußreichen Einblick in bie Haupt­gebiete ber beutschen Milchversorgung gab. Dann hieß ber Geschäftsführende Präsibent Reichsobmann Behrens bie Kongreßteilnehmer willkommen. Der Ehrenpräsibent bes Kongresses, Minister a. D. Dr. Posthuma, bankte namens der ausländischen Gäste herzlich für ben Empfang.

Die internationale Butterprüfung.

Berlin, 23. Aug. (DRB.) Auf ber ersten inter­nationalen Butterprüfung innerhalb ber Ausstel­lung am Kaiserbamm nahmen bei ber Prüfung für Lagerbutter 15 verfchiebene ßänber teil. Dabei erzielten bie nachstehend alphabetisch geordne­ten Länder die besten Ergebnisse: Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Niederlande, Norwegen, Oesterreich unb USA. An ber Frisch­butterprüfung nahmen insgesamt 17 verschie­dene ßänber teil, von benen Dänemark, Deutsch­lanb, Estlanb, Finnlanb, ßitauen, Nieberlanbe, Oesterreich, Polen unb Schweben bie besten Ergeb­nisse erreichten. Ausbrücklich sei bemerkt, baß bie alphabetische Reihenfolge ber aufgeführ­ten ßänber nid) t maßgebenb ist für bie f e ft g e ft eII te n $ u11 e r q u a li t ät e n aus ben einzelnen Staaten, ba eine rangmäßige Festlegung ber Prüfungsergebnisse roeber vorgesehen war noch erfolgt ist.

Deutschland hat die meisten Hühner.

Unter ben europäischen Staaten fjat Deutschlanb die meisten Hühner: 88,3 Millionen! Ihm zunächst kommen England mit 74,9 und Frankreich mit 69,3 Millionen. Wenn gleichwohl England und Deutschland die stärksten Eiereinfuhrländer sind, so darum, daß die Hühner eben doch nicht fleißig genug find, den Eierhunaer der großen Bol- fer zu stillen. Andere Staaten haben zwar kleinere Bestände, aber einmal schon entfallen auf je-ben Volksangehörigen mehr Hühner, und weiter sind die Hühner auch legefreudiger. Auf 100 Deutsche kommen 134 Hühner, auf 100 Franzosen 166 und auf 100 Engländer 187 Hühner. Die meisten Staa­ten haben je Eiereffer mehr Eierleger als wir. Das geht hinauf bis zu den Dänen, deren jeöer fast acht (genau: 7,97) Hühner für sich hat. Aber dennoch müssen wir sagen: Mit 88,3 Millionen Hühnern, darunter rund 57 Millionen ßegehennen, haben wir an sich Hühner genug. Nur sichten die Tiere flei­ßiger fein! Der bei uns erreichte Durchschnitt von 90 (Siern im Jahre ist $u gmng. iBiele unferer Sülmer legen 180 und noch mehr Eier im Jahre. Aus den Bauernhöfen jedach. auf denen gut siebzig Millionen Hühner leben, legen die Tiere im Durch­schnitt nur 70 bis 80 Eier. Hier Wandel zu schaf­fen indem junge Tiere aus Öen aner­kannten ßeiftungsraffen statt der lege- müden und leistungsunsahigen, verbastardeten Huh- uermatronen gehalten werden, und zwar in lichten, warmen, trockenen Ställen, wird heute angestrebt l Wenn auch heute kein Brotgetreide mehr verfuttert ! werden darf, so geben doch Hinterkorn, Kleie, Kar- toffein, Magermilch und Abfalle em Futter, mit . hem wir ßeiftungstiere vorausgesetzt mehr Eier vom Huhn erzielen können als heute.

Kunst und Wissenschaft.

Hohe Anerkennung in Venedig für den IarbenfilmDeutschland".

Auf ber Filmkunstschau mürbe vor einem zahl­reichen Publikum ber nach bem Berthon-Siemens- Verfahren hergestellte FarbenfilmDeutsch­land mit starkem Erfolg uraufgeführt. Vorher wurde bas Farbenfilmverfahren in einem kurzen unter ber Regie von Weidemann, bem Vizepräsidenten der Reichsfilmkammer, gedrehten Vorfilm erläutert, ber mit einigen hervorragend) gelungenen Stubien abschloß. Der Hauptfilm zeigte in loser Aneinanderreihung Bilder aus der deut- chen ßandschaft, von Arbeit und Technik, vom ßeben und Schaffen des Volkes. Technisch bedeutet dieser unter der Leitung von Svend N o l d a n her­gestellte Film einen bedeutenden Fortschritt, weil bas angeroanbte nach bem Dreifarbensystem ar­beitende Verfahren bei ber Wiedergabe eine weit­aus größere Naturähnlichkeit als bisher ermöglicht. Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, daß die arbigen Bilder eine große Tiefenwirkung besitzen. Dom künstlerischen Standpunkt aus kann das Pro­blem des farbigen Films aber noch keineswegs als gelöst betrachtet werden; erst die über das Dersuchs- tadium hinausgehende Weiterentwicklung wird in tiefer Hinsicht Klarheit schaffen können. Der Präsi­dent der internationalen Filmkunstschau, Graf Dolpi, richtete an Reichsminister Dr. Goeb­bels unb an Carl Friedrich von Siemens Telegramme, in denen er feine große Anerkennung über den Erfolg des FilmesDeutschland" aus- P richt.

Die amerikanische Selznick-Produktion führte einen großen farbigen Spielfilm vor mit dem Titel Ein Stern ist a u f g e g a n g e n" (A Star

is born), ber ein Thema bes Filmlebens zum Gegenstand hat. Mit dem Stern ist ein Filmstern gemeint, der von Janet G a y n o r sehr interessant dargestellt wird. Die Filmhandlung erhält einen eigenen Reiz dadurch, daß sich gleichzeitig mit bem romantischen Aufstieg eines kleinen Mädchens zum berühmten Filmstar Der recht unromantische Nieder­gang eines weltbekannten Filmschauspielers voll­zieht, den Frederic March mit großem Können verkörpert. Als dritter Schauspieler ist Adolphe M e n j o u heroorzuheben. In den Farben zeigt der Film eine ziemliche Vollkommenheit. Auffällig ist, daß die Farben in den Jnnenszenen weitaus besser geglückt sind, als in den immer noch recht unnatür­lich wirkenden Außenaufnahmen.

Reichstagung der Deutschen Geologischen Gesellschaft.

In Aachen begann eine Tagung der Deutschen Geologischen Gesellschaft. Auf einer Kundgebung der Fachgliederung Bodenkunde im Reichs­forschungsrat wurde ein Ueberblitf über bie bis­herigen Arbeiten ber Erschließung und Erforschung heimatlicher Bodenschätze gegeben. Prof. Dr. K. Beurlen sprach über Zusammenarbeit und Planung zwischen Geologie, Mineralogie und Geo­physik. Prof. Dr. R a m d o h r (Berlin) machte Aus­führungen über die Aufgaben der Mineralogie, und Prof. Dr. R o e f f i g e r (Potsdam) erläuterte die Aufgaben der Geophysik. Dann fand ein ßehraus- flug in die Bleierzlagerstätte von Mechernich und zur Talsperre Schwammenauel statt. Ferner wur­den ßehrausflüge in die Eifel und das Hohe Denn (Neubelgien) unternommen. Der Hauptversammlung schließen sich weitere Fahrten an nach Düren, Höngen, in das Eschweiler Gebiet sowie nach Hol- ländisch-ßimburg und zur Gileppe-Talsperre in Neubelgien.

Aus aller Welt.

Schweres Unwetter in Südbayern.

München, 24. Aug. (DRV. Funkspruch.) Die Riederschläge am Wochenende und im Laufe des Montag haben im Alpengebiete große Ausmaße angenommen und namentlich im Werden­elfer Land zu Aeberfchwemmungen geführt. Die Bahn ft recke München Garmisch ist an drei Stellen auf größere Strecken bis zu 30 Zentimeter hoch vom Wasser überflutet, o daß am Montag um 23 Uhr der Zugver­kehr ab Murnau eingestellt werden mußte. Auch die Fernverkehrs st raße München Garmisch ist teilweise von den Fluten überspült, so daß jeder Autover­kehr unmöglich ist. Zwischen Garmisch- und Mittenwald ist die Straße sowohl auf bayrischem Gebiet zwischen Kaltenbrunn und Klais wie auch auf österreichischem Gebiet bei Scharnih durch Hochwasser und Vermurrungen unterbro­chen. Ebenso ist die Straße Garmisch-Reutte mehrfach verlegt. Da auch die Arlberg-Bahn wegen Bergsturzes und Vermurrungen gesperrt wurde, muß der gesamte Zugverkehr über Salz­burgMünchenLindau umgeleitel werden.

100-Iahrfeier der Stadt Elbing.

Mit feierlichem Glockengeläut vom Turm der alten Marienkirche eröffnete Elbing, die Stadt lübischer Hanse unb deutschen Ordensgeistes, seine' Festtage zum 700jährigen Be stehen. Ober­bürgermeister Wölk begrüßte die Ehrengäste, ins­besondere die Vertreter ber Partei, bes Staates unb ber Wehrmacht. Er gedachte ber schicksalreichen Geschichte Elbings unb erstattete einen Rechenschafts­bericht über die in ben letzten vier Jahren unter nationalsozialistischer Führung geleistete Aufbau­arbeit. Er hob hervor, baß Elbing heute keine Arbeitslosen unb keine Schulden mehr habe. Mit Stolz zählt die Stadt den Führer zu ihren Ehrenbürgern. Zur 700-Iahrseier hat die Stadt in dankbarer Anerkennung ihrer Verdienste um Volk unb Staat vier der engsten Mitarbeiter des Füh­rers, Minifterpräsident Generaloberst Göring, Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsminister Dr. Frick und Reichsorganisationsleiter Dr. ße y, gleichfalls zu ihren Ehrenbürgern ernannt. Regie­rungspräsident von Keubell überreichte in An­erkennung der geleisteten Aufbauarbeit Oberbürger­meister Wölk bie Goldene Amtskette, welche die Siegel und Wappen der 700jährigen Stadt und das Hoheitszeichen der NSDAP, zeigt.

Die 700-Jahrfeier erreichte ihren Höhepunkt mit einem Appell unb einer Großkundgebung der NSDAP, auf bem neu geschaffenen Aufmarschplatz. Gauleiter Koch, ber mit ben Führern der ost- preußischen Parteigliederungen unb in Begleitung der Äommanbierenben Generale des Heeres unb ber ßuftroaffe von Küchler unb Schweick - Harb erschien, wies barauf hin, baß das Ver­sprechen, bas er nach der Machtübernahme ber Ardeiterlchaft gegeben habe, erfüllt sei. Damals fei die Hälfte der Eibinger Bevölkerung ohne Arbeit und Brot gewesen. Heute sei die alte deutsche Hanse­stadt wieder eine Stadt ber Arbeit und bes Auf­baues. Zum Hauptfesttag war als Vertreter bes Reichs- unb preußischen Innenministers Mini­sterialdirektor Suren erschienen, ber ber Stadt einen Betrag von 300 000 Mark zum Bau eines Hitler-Jugendheimes und einer Jugendherberge überreichte.

Kloster Eberbach wird erneuert.

Das Hochbauamt Wiesbaden hat vor einiger Zeit die Erneuerungsarbeiten im Kloster Eberbach im Rheingau begonnen. Die Abtei Eberbach wurde 1131 von Bernhard von Clairvaux gegründet. Die Zisterzienser benötigten rund ein Jahrhundert, um die Abtei zu dem Glanz zu bringen, wie wir sie kennen. Sowohl die Bauten für die Mönche, der weiträumige Schlaffaal mit herrlichen Kapitälen und Spitzbögen, die weiträumigen Speisesäle mit dem romanischen Rundbogen, wie auch die groß­artigen Kirchenräume erstanden in vollendeter Ar­chitektur, wie man sie in dieser künstlerischen Ge­schlossenheit selten sieht. Nach Aufhebung der Abtei durch Napoleon 1803 standen die Gebäude leer. Seit 1811 wurde ein Teil der Baulichkeiten als Irrenhaus, später als Strafanstalt benutzt. Als diese 1912 nach Freiendiez verlegt wurde, wurde von der Militärverwaltung ein Genesungsheim eingerichtet, das 1918 beim Einrücken der französischen Besat­zungstruppen aufgelöst wurde. Seit 1918 hat die Preußische Domänen-Weinbauverwaltung bie Ge- bäube in ihre Obhut genommen. Mit ßiebe unb Verstänbnis würbe an ber Wieberherstellung ber Abtei gearbeitet. Werkwohnungen mürben geschaf­

fen unb ein Teil ber historischen Räume renoviert, sowie Dachstühle und Dächer wieder in Stand ge­setzt. Gegenwärtig wird die Erneuerung der romani­schen Kirche durchgeführt. Bei den Arbeiten wurden zahlreiche Grabmäler freigelegt, auch die ber Gra­fen von Katzenellenbogen. Daneben sollen auch bie übrigen Baulichkeiten in einen Zustanb versetzt wer­ben, ber ihrem historischen Wert entspricht.

Internationaler Versicherungsbetrüger unschädlich gemacht.

Don der Kölner Kriminalpolizei wurde ein aus Köln stammender internationaler Versiche­rungsbetrüger und Devisenschieber größten Stils festgestellt, ber es barauf abgesehen hatte,

deutsche unb auslänbische Versicherungsgesellschaften durch fingierte Unfälle um Beträge zu schädigen, die eine Million Reichsmark überfteigen. Der Ver­brecher besaß in einem Kölner Vorort eine elegant eingerichtete Villa und lebte auf sehr großem Fuß. Bereits 1931 erlitt er einen merkwürdigen Unfall, der ihm die hohe Summe von 60 OOO Mark ein­brachte. Sein rechter Fuß war damals überfahren worden und hatte die Amputation einer Zehe zur Folge. Da ihm fein erster Erfolg offenbar auf ben Geschmack gebracht hatte, holte er vor kurzem zu einem zweiten großen Schlag aus, ber ihn für alle Zeitengesund" machen sollte. Er versicherte sich bei einer deutschen Gesellschaft mit 400 000 Mark unb bei einer englischen mit 59 000 englischen Pfunb, zusammen annähernb mit 1,1 Millionen Mark. Wie zu erwarten war, trat kurze Zeit danach derUn­fall" ein: ber Versicherteverunglückte" mit einem Küchenmesser unb stach sich babei ins Auge. Diese Verletzung hatte angeblich die operative (Entfernung des Auges zur Folge. Die englische Versicherungs­gesellschaft zählte etwa 30 000 Pfund (über 400 000 Mark) aus. Die deutsche Versicherungsgesellschaft dagegen setzte sich mit der Kriminalpolizei in Ver­bi nduna. Der Schwindler wurde f e ft g e n o m men. Auch feine Ehefrau, die dem Betrüger Bei­hilfe geleistet hatte, wurde in Hast genommen. Er­freulicherweise ist es gelungen, fast ben gesamten erschwinbelten Bettag, ber im Auslanb beponiert war, sicherzustellen.

Explosionsunglück in ber Rahe von Lelle.

In ber Nähe von Unterlueß ereignete sich aus bisher noch unbekannter Ursache in einem Pulver! a g e r eine kleine Detonation. Die an­grenzenden Werkschuppen wurden daraufhin um­gehend geräumt. Während der ßöfdjarbeiten der so­fort eingesetzten Werkfeuerwehr erfolgte eine zweite Explosion, die unter ber ßoschmannschaft zwölf Tobesopfer forberte. Außerbem trugen 67 Arbeiter Verletzungen bavon, die glücklicherweise meist leichter Natur sind. Ein Angehöriger der Werkfeuerwehr wird noch vermißt. Der Sachschaden ist, soweit bisher zu übersehen, nicht erheblich. Mit den Aufräumungsarbeiten wurde bereits begonnen.

Schwere Gewitterschäden in Oesterreich.

Schwere Gewitter haben in ben letzten Tagen in Oesterreich katastrophale Brandunglücke zur Folge gehabt. In Aigen in Niederösterreich brannte ein Bauerngehöft samt allen Wirtschaftsgebäuden nieder, wobei eine 15jährige Magd i n den Flammen den Tod fand. Bei F r e i st a d t in Oberösterreich brannte ein ganzer Weiler nieder. Der Schaden fit sehr groß. Auch in einer anderen Ortschaft in Oberöfterreich fielen Bauerngehöfte den Blitzschlägen zum Opfer.

Verkehrsmafchine in Argentinien am Felsmassiv zerschmettert.

Eine Panagra-Douglas-Maschine, die den regel­mäßigen Flugdienst zwischen Buenos Aires und Santiago versah, ist in der Provinz San ßuis gegen ein 800 Meter hohes Felsmassiv ge­stoßen und explodiert. Die Besatzung Passa- giere waren nicht an Bord war auf der Stelle tot.

Sechs Tote

beim Absturz eines amerikanischen Bombers.

Während der Nachtmanöver der Marine-ßuft- flotte stürzte in ber Bucht von San Diego (Kali­fornien) ein Bombenflugzeug mit acht Mann Be­satzung ab. Sechs von ben Insassen mürben g e tötet, zwei schwer verletzt von einem in ber Nähe befinblichen Zerstörer aufgefficht. Der abgestürzte