Ausgabe 
24.7.1937
 
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Wehrsteuer ein Akt der Gerechtigkeit.

Vor dem 1. Januar 1914 Geborene nicht wehrsteuerpflichtig

vor dem Ausland, und was er zeigt, ist das Erbe des guten deutschen Geschmacks, der guten deutschen Technik, das Erbe des Gewerbefleißes deutscher Bürger, der Präzision deutscher Techniker, der Werktüchtigkeit deutscher Arbeiter. Im Wettbewerb der Völker kann das deutsche Volk bestehen aber der Nationalsozialismus fürchtet in diesem Wett­bewerb sein eigenes Gesicht zu zeigen."

Wie groß muß doch bei den Gesinnungsgenossen ves kümmerlichen Schreibers dieser Sätze das Ent­setzen gewesen sein, als unter den Augen der Pariser Bevölkerung das deutsche Haus e m p o r w u ch s , als die Präzision deutscher Tech­niker und die Werktüchtigkeit deutscher Arbeiter sich vereinigte, um ein Werk zu schaffen, das seither die Bewunderung aller Besucher der Weltausstellung hervorrief. Und die Männer, die das stolze Werk schufen, kamen aus dem n a - tionalsozialistischen Deutschland. Ebenso wie das Material, das sie verarbeiteten, und die edlen Erzeugnisse, die sie ausstellten, von dorther stammten, wo angeblich alles vernichtet war: die Freiheit des Schaffens, der gute Geschmack, jegliche Kultur. Die um milde Gaben bettelnden Repräsen­tanten derdeutschen Volksfront in der E m i g r a t i o n", wie sie sich, um überhaupt etwas darzustellen, selbst gerne betiteln, waren nicht müde geworden, bei ihrenGastgebern" mit diesen Lügen hausieren zu gehen. Und nun entstand auf der Pariser Weltausstellung dieses wunderbare deutsche Haus!

Irgendetwas mußte also geschehen. Und da ver­fiel einer auf den Gedanken zu sagen: Alle die aus­gestellten Spitzenleistungen der deutschen Technik und Meisterwerke der deutschen Kunst sind deutsch; was nicht gezeigt wird, das ist natio­nalsozialistisch

Allerdings, einensehr kleinen nationalsozialisti­schen Teil des großen deutschen Pavillons" hat der schäbige Emigrant doch entdeckt. Da sind die künstlichen deutschen Rohstoffe, die ihm zwar offensichtlich gewaltig imponieren, aber auch zu folgenderUeberlegung" inspirierten: Warum erzeugt Deutschland künstliche Rohstoffe? Weil es keine natürlichen hat? Aber auch das vor- hitlerische Deutschland hatte nicht mehr natürliche Rohstoffe; es führte die fehlenden eben ein."

Wer keine Rohstoffe besitzt, der führt sie eben ein. Wirklich offenbar die einfachste Sache der Welt, beinahe das Ei des Columbus! Und warum kann das nationalsozialistische Deutschland dieses Patentrezept nicht anwenden? Weil, so meint der Sachverständige aus der Zeit der I n f l a t i o n und der T r i b u t v e r s k l a v u n g , der Nationalsozia­lismusalle natürlichen Kraftquellen des deutschen Volkes" seinen Goldschatz, seine Ersparnisse ... ver­geudet hat" Natürlich ist das schon kein bloßer Haß mehr, sondern einfach und schlicht: Dumm­heit. Unfaßbar nur, daß große Teile des deutschen Volkes einst auf solchePropheten" gehört haben. Vor kaum mehr als vier Jahren noch!

Und während dieser vier Jahre begingen die an­deren Völker den gleichen Fehler, indem sie vieles von dem glaubten, was ihnen Juden und verbre­cherische L a n d f l ü ch t i g e, die ein Chaos h i n- t e r s i ch ließen, über das nationalsozialistische Deutschland vorschwatzten; und was sie nicht glaub­ten, war ihnen wenigstens willkommen als Stich­wort für immer neue Verdächtigungen gegen Deutschland. So stellte erst kürzlich derPetit Pa- rifien" die groteske Behauptung auf, daß die neuenKd F." -Schiffe in Wirklichkeit eine ganz andere Zweckbestimmung hätten, sie würden nämlich als Truppentransporter für den Kriegs­fall gebaut. Bevor aber das französische Blatt mit dieser Entdeckung herauskam, war in einem der erwähnten Artikel des Pariser E m i g r a n t en> blattes folgendes zu lesen:Welcher ausländische Besucher des deutschen Pavillons ahnt, daß die schönen neuenKraft-durch-Freude"-Dampfer, von denen ein Modell die Besucher entzückt, nichts an­deres sind als Truppentransportdampfer?"

Nun, in dieser Weise Stichworte zu liefern für Hetzereien gegen Deutschland, ist das einzige, was diesen staatenlosen Para- fiten möglich ist, solange ihnen nicht auch draußen das Handwerk gelegt ist. Das Ausland gibt sich aber einer verhängnisvollen Täuschung hin, wenn es aus politischen oder weltanschaulichen Gründen nicht die Identität von deutsch und n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch in Rechnung stellt. Mag diese begriffliche Einheit im Innern Deutschlands auch erst nach Jahrzehnten ganz verwirklicht werden, weil sie organisch wachsen muß; nach außen ist diese Einheit eine inzwischen unerschütterlich gewor- dene Tatsache! So wie es auch für uns nur ein Frankreich und ein England gibt, ohne Rück­sicht auf die Regierungsform, so wird es in alle Zukunft nur geben: ein einziges und eini­ges Deutschland, das die innere Zwietracht, auf die die anderen Völker feit Jahrhunderten im- mer wieder mit Erfolg spekuliert haben, für im­mer überwunden hat durch den National­sozialismus!

Mussolini dankt dem Führer.

Berlin, 23. Juli. (DNB.) Der italienische Re­gierungschef Mussolini hat das Beileidstele- gramm des Führers und Reichskanzlers zum Ableben des italienischen Erfinders Marconi telegraphisch wje folgt beantwortet:

Tief beeindruckt durch den Beweis der Anteil- nähme, den Eure Exzellenz dem italienischen Volk und mir aus dem traurigen Anlaß des Ablebens unseres berühmten Wissenschaftlers gegeben haben mochte ich Eurer Exzellenz hierfür meinen tief- empfundenen Dank zum Ausdruck bringen.

Mussolini .

Wieder französische Generalstabs- besprechunaen.

London, 24. Juli. (DNB. Funkspruch.)Daily Telegraph" berichtet, der französische General­stabschef G a m e I i n beabsichtige, an den britischen Herbstmanovem im September teilzunehmen Das Blatt vermutet, daß Gamelin diese Gelegenheit be- nutzen werde, um die Besprechungen mit den führenden englischen Generalen, die er im Sommer 1934 erstmalig ausgenommen hatte, fortzusetzen.

Helium-Verkauf au das Ausland.

Washington, 23. Juli. (DNB.) Der Militär- ausschuß des Senats hat am Freitag die Gesetzes- Vorlage gebilligt, die einen Verkauf von He- lium zur Verwendung in ausländischen Verkehrsluftschiffen gestattet. Die Dor- läge, die eine indirekte Folge desHindenburg". Unglücks ist, sieht ferner ein Regierung's - monopol für Helium vor. In einem Minder- heitsbericht ist sowohl hinsichtlich des Verkaufes nach dem Ausland, als auch der Errichtung eines Regierungsmonopols Widerspruch erhoben worden.

Berlin, 23. Juli. (DNB.) Ein Wehrsteuer- gesetz vom 20. Juli 1937 (RGBl. I S. 821) ist er­lassen worden.

Der Begriff der allgemeinen Wehr­pflicht gebietet danach, diejenigen deutschen Staatsangehörigen, die nicht zur Erfüllung der zweijährigen aktiven Dienstpflicht einberufen werden, mit einer besonderen Steuer zu belegen.

Die Volksgenossen, die zum akttven Wehrdienst einberufen werden, müssen ihre Berufsausbildung unterbrechen, oder wenn sie die Berufsausbildung schon vollendet haben, ihre Stellung im bürger­lichen Beruf aufgeben. Diejenigen, die nicht aktiv dienen, können ihre Berufsausbildung ohne Unter­brechung vollenden. Sie können früher als die­jenigen, die aktiv dienen, ihren erlernten Beruf ausüben aber sich sonst im bürgerlichen Erwerbs­leben betätigen. Zum Ausgleich hierfür wird die Wehrsteuer durch das Wehrsteuergefetz eingeführt.

Nach diesem Gesetz haben die nicht zum zwei­jährigen aktiven Wehrdienst eingezogenen männ­lichen Deutschen mit Ausnahme der im Ausland lebenden Deutschen eine besondere Steuer (Wehr­steuer) zu entrichten. Befreit von der Wehrsteuer sind nur d i e Männer, die bei der Erfüllung der Arbeitsdienstpflicht ober der zweijährigen aktiven Dienstpflicht für den Wehrdienst untauglich ge­worden sind.

Keine Wehrsteuer haben d i e Steuerpflich­tigen zu entrichten, die ein Einkommen von weniger als 224 Mark jährlich ober einen Arbeitslohn von weniger als 52 Mark monatlich bezogen haben.

Die Wehrsteuer erfaßt mit Wirkung vom 1. September 1937 erstmalig die Angehörigen der Jahrgänge 1914, 1915 und 1916, wenn über ihre Nichtheranziehung zur aktiven Dienstpflicht be­reits eine endgültige Entscheidung vorliegt. Männer, die vor dem 1. Januar 1914 geboren sind, sind nicht wehrsteuerpflichtig.

Die Steuerpflicht endet am Schluß des Kalender­jahres, in dem der Steuerpflichtige das 45. Lebens­jahr vollendet hat.

Die Wehrsteuer wird beim Arbeitslohn zum Steuerabzug erhoben, im übrigen veranlagt.

Die Wehrsteuer wird nach dem Einkommen be­messen. Der Begriff des Einkommens im Sinn des

Berlin, 23. Juli. (DNB.) Die W e l t k i r ch e n- Konferenz in Oxford hat eine Botschaft an d i e Deutsche Evangelische Kirche beschlossen, zu deren Einführung der Üord- bischof von Chichester das Wort ergriff. Er hob zunächst die furchtbare Lage der Kirche in Ruß­land hervor. Bei seinen Darlegungen über die Ab­wesenheit der Delegation der Deutschen Evangeli- chen Kirche gedachte er des Heimganges des Reichs- Gerichtspräsidenten Dr. S i m o n s und des General- uperintenbenten v. Zöllner. Er betonte die Tatsache, daß Dr. Simons im Kampf gegen Ver­sailles gestanden habe; er machte auf die Unter­lassungssünden gegenüber den Nöten Deutschlands aufmerksam und wies auf die wertvollen B e - ft r e b u n g e n hin, die das deutsche Volk während der vergangenen vier Jahre unternommen fjabe und auf die Hingabe, mit der es an der Neuordnung seines Lebens arbeite. Der Lordbischof sprach den dringenden Wunsch aus, daß der Kirchenkonflikt beendet werde, und forderte eine Verkündigung in voller Freiheit. Diese Botschaft solle lediglich kirchlichen Charakter tragen. In der Erklä­rung wird die Abwesenheit der Delegation der Deutschen Evangelischen Kirche bedauert und auf die angeblichen Schwierigkeiten der Kirche bei ihrer Verkündigung (!) hingewiesen. Cs wird dabei auch der römisch-katholischen Kirche gedacht und der Hindernisse, die angeblich der christlichen Jugend­erziehung entgegenftünben (1). Die Botschaft schließt mit einem feierlichen Gelöbnis der Glaubensver- bundenheit. Es wurde beschlossen, diese Botschaft der Deutschen Evangelischen Kirche durch eine De­legation zu überbringen und über die Fortschritte der Oxforder Konferenz Bericht zu erstatten.

*

Während es eine Zeitlang schien, als ob man in Oxford größere Schärfe gegenüber Deutschland ver­meiden würde, haben sich nun doch in den vor­liegenden Resolutionen Tendenzen bemerkbar ge­macht, die eine deutliche Spitze gegenüber dem Deutschen Reich enthalten. Dem Be­schluß, eine Delegation nach Deutschland zu ent­senden, stehen wir gelassen gegenüber und enthal­ten uns vorerst einer Stellungnahme, da noch nicht ersichtlich ist, wie die Kommission ausgewählt wird und welche festumrissenen Aufgaben sie erhält. Allerdings ist uns das Auftreten und das System ber internationalen Kontrollen aus ber politischen Vergangenheit so deutlich in Erinnerung, daß wir ein derartiges Unternehmen sehr skeptisch beurteilen.

Ueberaus merkwürdig berührt auch der in Ox­ford gefaßte Plan, einenWe11rat ber Kir­chen' 3U schaffen, ber alle fünf Jahre zusammen­treten soll. Wirb diesem Rat etwa die Aufgabe eines kirchlichen Völkerbundes zuteil wer­den, in dem die anglikanische und die amerikanische Gruppe dominieren? Soll hier das alte Spiel, das uns von Genf aus bekannt ist, wiederholt wer­den? Das würde ein eindeutiges Eindringen der politischen Sphäre in die Angelegenheiten der Kirche bedeuten. Damit wäre nur aus dem öku­menischen Gedanken einer geistigen Fühlungnahme tatsächlich eine organisatorische Angelegenheit ge­worden, ein internationaler kirchenpo 'li- tischer Apparat, der sich nur zum Schaden der einzelnen Kirchen auswirken kann. Hat man so wenig aus der unfruchtbaren politischen Arbeit des Genfer Völkerbundes gelernt, daß man ihn auf kirchlichem Gebiet nachzuahmen versucht?

Ls steht zu erwarten, daß sich alle kirchlichen Kreise in Deutschland diesem merkwürdigen Treiben fernhalten. Die Kirche des Landes Luthers kann unmöglich die Rolle einer Sektion einer internationalen Kirche spielen, die ihre Befehle von einer auswärtigen Stelle ent­gegennimmt.

Ebensowenig kann man Verständnis für das in der Entschließung zum Ausdruck kommende Lieb-

Wehrsteuergesetzes stimmt mit denjenigen des Ein­kommensteuergesetzes überein.

Die Wehrsteuer beträgt in den ersten zwei Jah­ren nach Beginn der Wehrsteuerpflicht (entsprechend den zwei Jahren, in denen der Jahrgang des Steuerpflichtigen die zweijährige aktive Dienstpflicht erfüllt) 50 v. H. der Einkommen ft e u e r (nicht des Einkommens, sondern nur der Einkommensteuer, die auf das Einkommen entfällt), in den folgenden Jahren bis zur Beendigung der Wehrsteuerpflicht 6 v. H. der Einkommensteuer, die für dasselbe Kalenderjahr erhoben wird.

Da diese Tarifbestimmungen bei Personen nicht ausreichen, die keine ober nur eine sehr geringe Einkommensteuer zu entrichten haben, ist eine Mindest st euer vorgesehen. Diese beträgt: 1. Soweit bie Wehrsteuer burch Abzug vom Arbeits­lohn^ erhoben wirb, in ben ersten zwei Kalender­jahren nach Beginn ber Wehrsteuerpflicht 4 v. H. des Arbeitslohnes, in ben folgenden Kalenderjahren 5 v. T. des Arbeitslohnes; 2. wenn die Wehrsteuer veranlagt wird, in ben ersten zwei Kalenderjahren nach Beginn der Wehrsteuerpflicht 5 v. H. des Ein­kommens, in den folgenden Kalenderjahren 6 v. T. des Einkommens.

Ausgleich gegenüber Staat und Volksgemeinschaft.

Mit Wirkung vom 1. September 1937 wird nun­mehr in Deutschland die Wehr st euer eingeführt, der alle nach dem 1. Januar 1914 geborenen Volks- genossen unterliegen, die ihrer militärischen Dienst­pflicht nicht zu genügen brauchen. Die Wehrsteuer ist also ein Ausgleich für eine Leistung, die Zwar in der Regel ohne eigenes Verschulden aus- fällt, die indessen im Geiste der allgemeinen Wehrpflicht von jedem Volksgenossen getragen werden muß.

In der Vorkriegszeit bestand in Deutschland keine Wehrsteuer, was wohl darauf zurückzuführen war, daß die Freisetzung von der Wehrpflicht häufig deshalb geschah, weil der an sich Taugliche über­zählig war. Nach der Reichsverfassung, hätte 1 v. H. der Bevölkerung zur allgemeinen Wehrpflicht heran­gezogen werden müssen. Aber dies Verhältnis

ugeln mit dem politischen Katholizismus aufbringen. Man glaubt in diesen Kreisen, die To­talität des modernen Staates bekämpfen zu müssen, ist aber andererseits entschlossen, sich dem T o ta- talitätsanspruch des politischen Ka­tholizismus stillschweigend zu fügen.

Scharf zurückgewiesen werben muß aber, daß im Zusammenhang mit einer Botschaft an bie Deutsche Evangelische Kirche von ber kirchlichen Lage in Sowjetruhlanb bie Rebe ist. TB o wären in Deutschlanb Kirchen zerstürt und Geistliche ermorbet worben, wie bas in tausenben Fäl­len in Sowjetrußlanb geschah? Wenn der Staat sich allerdings bagegen wehrt, baß bie Gottesbien st e zu politischen hehreben mißbraucht werben, so ist er sich bewußt, bamit die wahren Interessen ber Kirchen im Sinne einer reineren Reli­giosität zu vertreten.

London, 23. Juli. (DNB.) Die Vertreter der deutschen F r e i k i r ch e n auf der Weltkirchen­konferenz haben eine Erklärung an den Ge­schäftsausschuß abgegeben, in der es u. a. heißt:

Die evangelischen Freikirchen in Deutschland sind dankbar für die uneingeschränkte Freiheit der Verkündung des Evangeliums von Christo und für bie Gelegenheit, bie sie in Deulsch- l a n b haben, ihren Dienst in Evangelisation, Seelsorge, sozialer Fürsorge unb Gemeinbe- aufbau tun zu können.

Dem In der Deutschen Evangelischen Kirche aus­gebrochenen Kirchenstreit gegenüber haben sich die evangelischen Freikirchen von Anfang an neutral gehalten. Sie leiden aber selbstver­ständlich innerlich mit unter den Folgen des Kon­flikts.

Wir find mit der großen Hoffnung nach Oxford gekommen, daß die Weltkirchenkonferenz ein Wort der Liebe sinden werde und in der Welt Verständ­nis für die Oefamtlage in Deutschland hätten und den Weg zu dem langersehnten Frieden bahnen werde.

Wir sind aber ber Ueberzeugung, baß die Botschaft an bie Deutsche Evangelische Kirche" in ber von ber Konferenz angenommenen Form einen solchen Wiltlerbienst nicht leisten kann, baß sie im Gegenteil geeignet ist, Gegen­sätze zu verschärfen, zumal in einer uns befrembenben weise auch bie römisch- katholische Kirche in bie Botschaft ein- bezogen würbe.

Insbesondere sehen wir uns nach sorgfältiger Prüfung des Textes, ber uns leider erst während der Sitzung zugänglich gemacht wurde, genötigt, ZU erklären, daß wir nicht zu stimmen kön- n e n."

Auf ber Weltkirchenkonferenz in Oxford hielt der deutsche Methodistenbischof Melle

am Donnerstag eine Rede, in der er energisch den deutschen Standpunkt in der Kirchenfrage Zum Ausdruck brachte. Bischof Melle führte u. a. aus:

Viele waren erstaunt, Vertreter deutscher Kirchen hier zu finden, da am ersten Tag unserer Konferenz der Eindruck entstanden war, als hätte überhaupt niemand von Deutschland kommen können. Nun sie haben gesehen, daß w i r h i e r sind, und viel-

wurde nicht entfernt erreicht, denn es fehlte dafür an den sogenannten Kadres. In anderen Ländern gab es allerdings eine Wehrsteuer, so in Frank, reich, mit einer gewissen Abänderung auch in ber Schweiz.

Finanzwissenschast und Finanzpolitik haben sich von jeher für diese Wehrsteuer eingesetzt, denn es gibt im Sinne steuerlicher Gerechtigkeit wohl kaum eine Steuer, die s o gerechtfertigt ist, als gerade die Wehrsteuer Nun trifft es an sich zu, daß die Erfüllung der Wehrpflicht doch ein ganz anderes Opfer darstellt, als. eine Abgeltung durch Steuern. An und für sich, wenn nur rein steuertechnische Erwägungen maßgebend wären, könnte also die Wehrsteuer gar nicht hoch genug ge» griffen sein. Aber die Dinge liegen in der Regel so, daß der Wehrpflichtige, der wegen mangelnder Tauglichkeit nicht eingezogen werden kann, daran nicht immer eine Schuld trägt. Die Anforderungen, die heute für die militärische Tauglichkeit gestellt werden, sind sehr beträchtlich, gehen weit darüber hinaus, was vor dem Kriege üblich war. Die all­gemeine Wehrpflicht als solche läßt nicht zu, daß, wer seine militärische Dienstpflicht nicht abzuleisten braucht, einfach frei ausgehen kann. Wer nicht zu dienen braucht, kann in den Jahren, in denen die militärtauglichen Volksgenossen ihrer Dienstpflicht genügen, seinem Beruf nachgehen oder sich für einen Beruf vorbereiten. Das gibt einen gewissen Vorsprung, der unbedingt dazu verpflichtet, ber Vo l ksgemeinschaft und dem Staat gegenüber einen Ausgleich zu schaf. f e n. Nach Lage der Sache kann dies nur in Form von Steuern geschehen, die so bemessen sein müs­sen, daß sie bei aller Tragfähigkeit auch an ben Sinn des Opfers herankommen. Es rechtfertigt sich deshalb auch, die Pflicht zur Wehrsteuer mit dem wehrpflichtigen Alter beginnen zu lassen, um sie so lange fortzufetzen, als Die Verpflichtung zum Wehrdienst überhaupt dauert. Mit der Er- reichung des 45. Lebensjahres hört die allgemeine Wehrpflicht auf, damit auch die Pflicht zur Leistung einer Wehrsteuer, die deshalb auch kein Volksgenosse als ungerecht ober auch nur ungebührlich empfin­den kann. Ev.

Die Erklärung zugunsten der sogenannten Be­kenntnisfront wird somit nicht nur als eine Sym- pathieerklärung für eine einzelne kirchenpolitische Gruppe, sondern stellt auch eine tendenziöse und u n w a hr hastige Verzerrung der Tatsachen dar. Dabei muß betont werden, daß die Dom Lordbischof erwähnten Dr. Simons und Dr. Zöller dieser Gruppe nicht angehörten.

Bei ber Abfassung ber vorliegenden Resolu­tionen haben sich bie Kirchenvertreter in Ox­ford sehr weit von ber Aufgabe ihrer Kirchen entfernt. Die Beschlüsse von Oxforb haben ben Gebanken einer ökumenischen Zu­sammenarbeit schwer geschädigt.

Daran kann auch die Tatsache nichts ändern, daß sie auch in manchen Punkten, z. B. in der Würdi­gung der Aufbauarbeit des deutschen Volkes, ein leider unvollkommenes Bemühen um das Ver­ständnis für die Lage Deutschlands erkennen lassen.

leicht ist schon diese Tatsache ein Beitrag zu dem KapitelKirche und Staat" in Deutschland.

Oft wurde ich in diesen Tagen gefragt:Wie ist benn eure ber Freikirchen Stellung zum na­tionalsozialistischen Staat?" Darauf kann ich nur antworten, baß die in der Vereinigung evangelischer Freikirchen zufammengeschlosfenen Kirchen (Bap­tisten, Methodisten, Evangelische Gemeinschaft und den Bund freier Evangelischer Gemeinden)

dankbar sind für die volle Freiheit der Ver­kündigung des Evangeliums Ehristo und für den Dienst in Evangelisation. Seelsorge, sozialer Fürsorge und Gemeindeaufbau. Wir haben die nationale Erhebung des deutschen Volkes als eine Tat göttlicher Vorsehung betrachtet, die Gemeinde in den kritischen Tagen des Um­bruches auf die grundlegenden Werke des Apo­stels Paulus über die Stellung der Christen zum Staat in Römer 13 hingewiesen und sie ersucht, in treuer Fürbitte für die Obrigkeit an­zuhalten. 2HU der Fürbitte haben wir den Dank verbunden, daß Gott in demFüh- rer einen Wann gesandt hat. dem es gegeben war. die Gefahr des Bolsche­wismus in Deutschland zu bannen und ein 67-Millionenvolk vom Abgrund ber Verzweiflung, an ben es burch Weltkrieg. Ver­trag von Versailles unb besten Folgen geführt worben war. zurückzureißen und ihm an Stelle der Verzweiflung einen neuen Glauben, eine Sendung und Zukunft zu geben. Ich wünschte

ZU Gott, die Kirchen hätten nicht versagt!

In dem Konflikt, der in ben deutschen Volks- kirchen selbst ausbrach, in ber Frage, wie man die 2 7 Volkskirchen in eine Reichskirche zusammenschließen könnte, blieben wir neutral, auch als der Konflikt später eine andere Richtung an- uahm. Wir stellten uns auf keine Seite der streiten­den Parteien. Wir litten unb leiben aber selbstver- stündlich innerlich mit unter ben Folgen des Kon- flikts unb beugen uns mit ben Brüdern anderer Kirchen und allen ernsten Christen wegen der Ver­säumnisse ber Christen, die zu solch einem Gericht

Oie Weltkirchen-Konfereuz

auf falschem Wege.

Befremdlicher Versuch der Einmischung in deutsche Angelegenheiten.

Energische Abwehr der deutschen Freikirchen.

Dank an Sott, daß er dem deutschen Volk den Führer gesandt hat.