wurde des Führers gedacht und ein Rundgang durch die Räume des Museums unternommen.
Gutenberg-Bibel
in London für 100 000 Mark versteigert.
In dem bekannten Londoner Versteigerungshaus Sotherby kam eine der er st en Gutenberg- Bibeln, und zwar eine Ausgabe aus dem Jahre 1455, die auf einem englischen Bauernaehöst in guterhaltenem Zustande aufgefunden worden war, zur Versteigerung. Ein amerikanischer Liebhaber erwarb den seltenen Fund für rund 100 000 Mark.
Das Reichstreffen der Deutschen Chemiker in Frankfurt.
Das Reichstreffen derDeutschenChe- mi k er in Frankfurt a. M. 1937 umfaßt eine größere Anzahl in sich geschlossener Tagungen. Den Mittelpunkt bildet die 50-Jahr-Jubiläumsversamm- luna des Vereins Deutscher Chemiker, die am 6. Juli beginnt. Die Fachsitzungen umfassen nicht weniger als 16 verschiedene Gebiete mit insgesamt etwa 90 Vorträgen. Kurz vor dem Reichstreffen, in der Zeit vom 1. bis 6. Juli, tagen eine Reihe von Verbänden aus dem Arbeitsgebiet der Chemie, der chemischen Technik und des chemischen Apparatebaues, sowie einzelne Fachgruppen des Vereins Deutscher Chemiker.
75. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure.
Der Verein Deutscher Ingenieure im Nationalsozialistischen Bund deutscher Technik hält vom 28. Juni bis 2. Juli in Kiel seine 7 5. Hauptversammlung ab. Sie soll ein Bild geben von dem weitreichenden Arbeitsgebiet des Vereins und von seinem Streben, den Einsatz wertvoller Ergebnisse der technischen Arbeit auf allen Gebieten der Technik und des Gebrauchs zu fördern. In den drei Hauptvorträgen, elf Fachsitzungen und zahlreichen Besichtigungen, die die eigentliche Hauptversammlung umrahmen, wird die große Verflechtung des Schiffsbaues mit der gesamten Technik sinnfällig zum Ausdruck kommen. Von den dem VDJ. angeschlossenen Vereinigungen haben der Verein deutscher Heizungsingenieure im VDJ. und der Deutsche Kälteverein im VDJ. ihre diesjährigen Hauptversammlungen zeitlich und örtlich so gelegt, daß die Teilnehmer auch die Veranstaltungen der DDJ.-Haupt- versammlung besuchen können. Im Mittelpunkt der Tagung stehen die Vorträge von Oberst F. Löb, Berlin, der die Bedeutung und den Einsatz der Gemeinschaftsarbeit im Rahmen des Vierjahresplanes aufzeigen wird, während Ministerialrat H. Burkhardt, VDJ., besonders auf den Einfluß Hinweisen wird, den der Kriegsschiffsbau auf die Entwicklung der Technik ausgeübt hat.
Aus aller Welt.
Britisches Beileid zum Ranga-Parbat - Unglück.
Der Reichssportführer von Tschammer und O st e n hat zu dem Unglück am Nanga-Parbat von dem britischen Botschafter, Sir Neville Henderson, folgendes Telegramm erhalten: „Zum furchtbaren Unglück, das die deutsche Nanga-Parbat-Ex- pedition betroffen und die Opfer von so vielen Menschenleben gekostet hat, will ich Ihnen mein tief st es Verleid zum Ausdruck bringen. Ich bitte Sie, meine Anteilnahme auch an die Angehörigen der verunglückten Mitglieder der Expedition weiterzuleiten."
Wagner-Begeisterung in Sofia.
Eines der größten Ereignisse der Opernsaison in Sofia war ein Konzert mit teilweise bisher in Bulgarien noch nicht gespielten Werken Richard Wagners. So hörte man beispielsweise in Sofia das Siegfried-Idyll und den Walkürenritt zum ersten Male. Dem auch in Deutschland bekannten Dirigenten des Opernorchesters Adam D o l z y s k i gelang es durch feinsinnige Interpretation der Werke des deutschen Meisters die Zuhörer in Bann zu schlagen, so daß sich das Konzert, das mit großem Beifall ausgenommen wurde, zu einem ungewöhnlichen künstlerischen Erlebnis gestaltete.
Vergebliche Hebungsversuche am Wrack des Walfangschiffes „Rau IIP.
Die Versuche, das Wrack des gesunkenen Walfangschiffes „R a u IIP in der Wesermündung zu
heben, sind auch beim zweiten Male gescheitert. Man hatte erheblich stärkere Trossen als das erstemal unter dem Schiffsboden angebracht; als das Wrack gehoben werden sollte und die Bergungsarbeiten schon gute Fortschritte machten, rissen in der heftigen Dünung, die ein zu schnell vorbeifahrender Dampfer verursachte, die starken Trossen abermals, so daß das Wrack wieder aus den Grund zurücksank und die Arbeit von vielen Tagen zunichte gemacht war.
Schuh der Bezeichnung „Vaterland".
Ein Runderlaß des Reichsführers SS. und Chefs der deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern führt aus: Das Wort Vaterland ist dem deutschen Volk zu heilig, als daß es dem allgemeinen Empfinden nach als eine paffende Bezeichnung für Gast- oder Dergnügungsstät- t e n irgendwelcher Art angesehen werden könnte. Wenn auch gewisse wirtschaftliche Gesichtspunkte dagegen sprechen, diese Bezeichnungen allen wirtschaftlichen Unternehmungen, die sie bisher geführt haben, schon jetzt allgemein und grundsätzlich zu verbieten, so würde mit der Zulassung weiterer Vergnügungsstätten mit der Bezeichnung Vaterland doch ein Zustand geschaffen werden, der den berechtigten Unwillen weiter Kreise unserer Volksgenossen erregen würde und damit geeignet wäre, die öffentliche Ordnung zu bedrohen. Ich ersuche daher, die Führung der Bezeichnung Vaterland durch neuentstehende Gast- oder Vergnügungsstätten erforderlichenfalls mit polizeilichen Zwangsmitteln zu unterbinden.
Funde aus germanischer Zeit bei Bingen.
Nachdem erst vor 14 Tagen der Reichsarbeits- dienst bei Sponsheim eine Siedlung aus der La- Tsne-Zeit entdeckte, wurde jetzt ein germanisches Grab aus der Vangionen-Zeit bei Bingen freigelegt. Außer Knochenresten und Brandschutt wurden Gefäßscherben sichergestellt. Die Vangionen sind als erster Stamm der Germanen im ersten und zweiten Jahrhundert v. Chr. in die Binger Gegend gekommen. Funde aus dieser Zeit sind im Binger und im Bad Kreuznacher Heimatmuseum aufbewahrt.
Deutsche Rennwagen nach USA.
In Bremerhaven schifften sich zwei Expeditionen der deutschen Firmen Auto-Union und Mercedes-Benz mit je zwei Rennwagen auf dem Schnelldampfer „Bremen" nach Neuyork ein, wo sie Anfang Juli an dem Großen Preis von Amerika (Danderbilt-Preis) auf der neuen Roosevelt- Rennstrecke bei Neuyork teilnehmen werden. Die Wagen werden besetzt bei Auto-Union mit Bernd Rose meyer und von Delius, bei Mercedes- Benz mit Caracciola und dem Engländer Seaman. — Italien wird voraussichtlich durch A l f a - R o m e o ebenfalls zwei Wagen entsenden, die von Nuvolari und Graf Trossi oder Marino gesteuert werden sollen. Der gefährlichste Gegner der Deutschen dürfte Nuvolari sein, der das Rennen schon im vorigen Jahre gewonnen hat.
Betrunkener Autofahrer rast in eine Sotdatengruppe.
In Lingen (Hannover) fuhr ein Personenkraftwagen in eine Gruppe von 15 Soldaten, die auf dem Wege zur Kaserne waren. Der Fahrer, der angetrunken war, blendete nach dem Unglück ab und ergriff die Flucht. Von den vier Soldaten, die zu Boden gerissen wurden, erlag der Schütze Witte im Krankenhaus seinen Verletzungen. Ein zweiter Soldat befindet sich mit einem Schädelbruch in Lebensgefahr. Die übrigen Soldaten trugen Hautabschürfungen davon. Die Polizei konnte den Wagenlenker wenig später verhaften.
Verkehrssünder werden geschult.
In dem vom NSKK. vorbildlich ausgestalteten Verkehrsgarten in Chemnitz-Furth, dem ersten in Deutschland, wurde dieser Tage erstmalig eine Schulung von Verkehrssündern durchgeführt. Ein Polizeihauptwachtmeister richtete an die zahlreichen Verkehrssünder, die in der letztenWoche in Chemnitz festgestellt und zu der Verkehrserziehung geladen worden waren, eine Ansprache, in der er sagte, diese Schulung sei keine Strafe, sondern habe den Zweck, die Verkehrssünder mit dem vertraut zu machen, was sie im Verkehr zu tun und
zu lassen hätten. Zwei Drittel der zu Belehrenden feien Radfahrer, die übrigen Kraftfahrer. Es folgte eine Belehrung hinsichtlich des Nebeneinanderfahrens, des Kurvenschneidens, der Nichtbeachtung der Fahrtrichtung und des Freihändigfahrens der Radfahrer, ebenso eine Belehrung und Aufklärung der Kraftrad- und Kraftwagenführer. Zum Schluß wurde den Verkehrssündern an praktischen Beispielen gezeigt, wie sie sich richtig verhalten müssen.
Schweres Lastkraftwagenunglück in Frankreich.
In der Nähe von Tremblois bei Charleoille stürzte ein Lastkraftwagen um und begrub zehn Arbeit unter sich. Drei von ihnen wurden auf der Stelle getötet. Fünf weitere wurden im schwerverletzten Zustande in das Krankenhaus von Charleoille gebracht.
Unbekannter Toter bei Speyer gelandet.
Die Polizei ist mit der Aufklärung eines Leichenfundes bei Speyer beschäftigt, bei dem es sich vermutlich um ein Verbrechen handelt. Am 19. Juni wurde bei Speyer eine männliche Leiche aus dem Rhein geländet, die eine lange Schnur um den Hals hatte. Es handelt sich um einen etwa 20 Jahre alten Mann. Die Sektion ergab, daß der Unbekannte bereits tot ins Wasser geworfen wurde. Es handelt sich um einen schlanken Menschen mit dunkelblondem Haar und kleinen Ohren. Das linke Ohr steht etwas ab. Die Kleidung besteht aus blau-weiß karierter Sportjoppe, langer Hose, weißem Hemd und schwarzen Halbschuhen. Bei der Leiche wurde ein Taschentuch gefunden, das die Zeichen H. M. trägt. Im Hemd ist das Firmenzeichen Paul Noack, Frankfurt a. M. Die Polizei bittet alle Personen, die nähere Auskunft über den Toten geben können, sich bei der nächsten Polizeistelle zu melden.
Gattenmörder zum Tode verurteilt.
Das Schwurgericht in Hannover verurteilte den zwölfmal vorbestraften Hans Zimmermann aus Hannover wegen Mordes zum Tode. Zimmermann hatte seine Frau erdrosselt und die Leiche in einem Kleiberschrank verborgen. Zwei Tage später stellte er sich völlig mittellos der Polizei, da er sich den Fahndungen nicht länger entziehen konnte.
Brand im größten Goldbergwerk der Welt.
Durch einen verheerenden Grubenbrand im südafrikanischen Golübergwerksgebiet wird, einer Meldung aus Johannesburg zufolge, die Crown- Mine, das größte Goldbergwerk der Welt, mit der Stillegung bedroht. Das Feuer hat einen so gewaltigen Umfang angenommen, daß die emporschlagenden Flammen und Rauchwolken hundert Kilometer im Umkreis sichtbar sind. Die Bewohner der auf dem Bergwerksgelände liegenden Gebäude mußten vor den Flammen flüchten.
Beruhigung im amerikanischen Stahlstreik.
Im amerikanischen S t a h l st r e i k ist eine B e - ruhigung eingetreten. Von den vier bestreikten Stahlwerken in Poungstown wurden die Streikposten zurückgezogen. In Marren (Ohio), wo bereits der Generalstreik angedroht wurde, rückten 800 Nationalgardisten ein. Vielfach erwartet man eine baldige Beilegung des Stahlstreiks. Die Pittsburger Steel Co. schloß mit dem Stahlarbeiter- Organisationskomitee einen Vertrag, in dem sie ihm das Alleinrecht zu Kollekttvoerhandlungen einräumt. Es handelt sich hier um rund 6000 Arbeiter.
Schwere Streikunruhen auf Trinidad.
Aus Port of Spain (Trinidad, Britt sch-Südamerika) wird gemeldet, daß es in Eyzabad, dem Mittelpunkt eines ausgedehnten, in englischem Besitz befindlichen Erdölgebietes, zu schweren Zusam- m e n st ö ß e n zwischen Polizei und streikenden Eingeborenen, die auf den Oelfeldern beschäftigt waren, gekommen ist. Zwei britische Polizisten sind g e- t ö t et und mehrere andere zum Teil schwer verletzt worden, während die Zahl der Verletzten auf Seiten der Streikenden sehr hoch sein soll. Die 400 Angreifenden hatten sämtliche Fevnsprechleitungen der Gegend durchschnitten. Wie ernst die Lage beurteilt wird, geht daraus hervor, daß der britische Gouverneur um sofortige Entsendung eines Kriegsschiffes gebeten hat.
Nach einer neueren Meldung hat die Spannung weiter zugenommen. Die Polizei eröffnete das
Feuer auf Streikende, die die Arbeiter auf den brb tischen Oelfeldern in Point Fortin angriffen. Nach» dem zwei Arbeiter und ein Knabe getötet worden waren, ergriffen die übrigen die Flucht. In San Fernando marschierten 1000 Streikende durch die Straßen der Stadt und erzwangen die Schließung aller Betriebe. Die Laae ist so gespannt, daß ' die Frauen der europäischen Angestellten nach Port of Spain geflüchtet sind.
Tanzturnier um die Meisterschaft von Kurhessen.
Im Reichsoerband-Tanzturnier um die Meisterschaft von Kurhefsen, das in Bad Wildungen ausgetragen wurde, wurden Sieger: In der S-Klasse: Herr Dülfer und Frl. von Hol- wede (Kassel): in der 6-Klasse: Herr und Frau B u e s (Gleßen) ; in der A-Klasse: Herr und Frau Weidner (Berlin). Den größten Erfolg hatte das Berliner Sonderklassenpaar Herr Tey- p e l - Frau K r a a tz, das im vorigen Sommer in Bad Wildungen die Meisterschaft von Mitteldeutschland baoongetragen hatte. Jetzt errang es auch die Meisterschaft von Kurhessen. Die Tanzkapelle des Kurorchesters trug unter der Führung von Konzertmeister Kurt Schroter viel zum guten Gelingen des Turniers bei.
Internationaler Schach-Vierkampf in Deutschland.
Das Hauptereignis im Großdeutschen Schachbund bildet das Turnier um die Meisterschaft von Deutschland, das am 18. Juli in Bad Oeynhausen beginnt. Am gleichen Tage wird ein internationaler Vierkampf beginnen. Hierfür hat der Großdeutsche Schachbund den Weltmeister Euwe (Holland), den vorhergehenden Titelinhaber Aljechin (Frankreich), den 2maligen Weltmeisterschaftskämpfer Boguljubow (Deutschland) und den jungen Keres (Estland) gewonnen. Gespielt wird vom 18. bis 28. Juli in der Reihenfolge Bad Nauheim, Stuttgart und Garmisch-Partenkirchen.
*
Im Zonen-Turnier des Großdeutschen Schachbundes in Bad Saarow hat der Pfälzer 5) ein« r i ch 8V2 Punkte erreicht und ist nicht mehr einzuholen. Der zweite, der ebenfalls zum Turnier nach Bad Oeynhausen um die Meisterschaft von Deutschland kommt, wird wahrscheinlich der Breslauer Schmitt sein, der bisher 6V2 Punkte erreicht hat. Nur im Verlustfalle kann er von Grosser noch eingcholt werden, der 5V2 Punkte hat. Die weiteren Plätze verteilen sich auf Herrmann und Dr. Lachmann je 5 Punkte, d e Carbonnel und B a b e ft e i n je 4V- Punkte, V 0 rbank und I ü h e je 3V2 Punkte.
Wetterbericht
des Relchswetterdienftes. Ausgabeort Frankfurt.
Vom Südwesten her haben sich Tiefdruckstörungen nach Deutschland hin entwickelt. Sie brachten auch unserem Gebiet rasche Bewölkungszunahme und strichweise auch schon Regen. Im Laufe des Donnerstags sind weitere teilweise gewittrige Niederschläge zu erwarten. Auch bleibt anschließend leichte Unbeständigkeit erhalten.
Aussichten für Freitag: Zeitweise heiter, doch unbeständig und Auftreten einzelner, teilweise gewittriger Niederschläge, Tagestemperaturen um etwa 20 Grad, Winde meist um Nord.
Aussichten für Samstag: Mäßig warm und leicht unbeständiges Wetter, doch nicht unfreundlich.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange ; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 37: 9326. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr
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