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- keit und Verständnislosigkeit der großen Deiyvtrw |t 1 tien zusammengebrochen.

8. Um aber das Aeuherste für die herbei- führung einer Einigung zu tun, hat die deutsche Reichsregierung im Verlaufe der Londoner Be­ratungen ihre ursprünglichen Vorschläge der­art herabgemindert, daß sie nicht nur auf jede praktische Vergeltung, sondern auch auf die Internierung der rotspanischen U-Boote verzichtete, und nur mehr diesofortige gemeinsame A l o t t en k u n d g e b u n g und Verwarnung der roten Machthaber for­derte. Darüber hinaus aber hat sie sich außer­dem, wie schon erwähnt, noch einverstanden er­klärt, daß neben dieser sofortigen Maßnahme alsbald auch das von englischer und französi­scher Seite geforderte Untersuchungsver­fahren eingeleitet werden könnte!

englische Zeitungen davon sprechen, daß Verhand­lungen nicht möglich seien, sofern jeder einzelne Teilnehmer auf seinen Positionen beharre, so müsse erklärt werden, daß diese Anklage gegen Deutsch­land nicht erhoben werden könnte. Die ursprüng­liche Forderung, daß die bolschewistisch-spanischen U-Boote aus den spanischen Gewässern zurückge­nommen werden, sei von Deutschland während der Verhandlungen aufgegeben worden, das sich nur noch auf die Forderung einer Flottende­mo n st rat io n aller vier Großmächte beschränkte. Als Gegenleistung für diese versöhnliche Haltung, die Deutschland in vollem Einvernehmen mit Italien zeigte, sei aber von England und Frankreich nichts angeboten worden. Weder Italien noch Deutschland würden jemals zulassen, daß ihre Söhne und ihre Schiffe von bolschewistischen Piraten überfallen werden, um sich dann mit einer pa- piernenGenugtuung", der Versendung von Noten, zu begnügen, die von Valencia oft genug über­haupt nicht beantwortet werden. Diese elementaren Wahrheiten müßten endlich von London und Paris ein für allemal verstanden werden.

Tribuna" erklärt, die Torpedos der Bol­schewisten hätten ihr wahres Ziel, das nicht in spa­nischen Gewässern, sondern in London lag, ge­troffen. Der französisch-englische Vorschlag einer Untersuchung sei beleidigend für Deutschland und unannehmbar, und er stehe überdies im Widerspruch zum Wesen des Kontrollausschus­ses, wo jeder bei den anderen ein Mindestmaß von gutem Glauben vyraussetzen müsse. Berlin habe sich mit einer Demonstration begnügt. Wäre Deutschland von anderen Gefühlen beseelt ge­wesen, so hätte es den Anschlag in ganz anderer Weise beantwortet. In London habe man den Zwischenfall ganz einfachbegraben" wollen.

AuchLavoro Fascista" hebt u. a. hervor, daß Vie Haltung Deutschlands, unnachgiebig in dem Schutz seiner Ehre und der Sicherheit seiner Schiffe, bis zur äußersten Grenze des Mög­lichen versöhnlich gewesen ist. Wenn jetzt

Das heißt mit anderen Worten: Der kon- trollausschuß zieht trotz aller anderslautenden Erklärungen durch die Untersuchung die Richtig­keit der Angaben einer am Kontrollausschuß beteiligten Macht deren Behauptungen in Zweifel und macht sich damit von vorn­herein die Argumente des roten An­greifers zu eigen! Denn die Absicht, alle weiteren Schritte erst von einer internationalen Untersuchung abhängig zu machen, steht zu dem Zweck der Vereinbarung vom 12. Juni im krassesten Widerspruch.

Ein solches Verfahren könnte unter den gegebenen Umständen nur eine Folge haben, nämlich: die roten Piraten zur Fortsetzung ihrer verbre­cherischen .Anschläge zu ermutigen! Denn der Sachverhalt an sich ist durch die Meldung des Kommandanten eindeutig und klar s e st g e st e l l t. Er wird verbürgt durch die deutsche Marinebehörde und damit durch die deutsche Reichs­regierung. Darüber hinaus kann durch die von Deutschland zugegebene nachträgliche Unter­suchung noch die Richtigkeit dieser Angaben be­stätigt werden.

Allein wegen des bloßen Dementis der bol­schewistischen Machthaber in Valencia, die sich nicht ohne Grund nach dem Luftangriff von Ibiza nunmehr unter die See zurückgezogen hatten, irgendeinen Zweifel in die Richtigkeit des Tatbestandes auskommen zu lassen, ist für die deutsche Reichsregierung unerträglich.

Denn die verlogene Ableugnung war nicht nur zu erwarten, sondern sie war geradezu selbstver­ständlich. Die Durchführung einer solchen internatio­nalen Untersuchung aber würde im roten Spanien praktisch vollkommen unmöglich sein, und außerdem, wie sich aus den Prozeduren ge­wisser anderer Körperschaften, z. B. des Völker­bundes, in analogen Fällen ergeben hat, eine so lange Zeit in Anspruch nehmen, daß unter solchen Umständen ein weiteres Zusammen­wirken der Mächte nicht nur illusorisch würde, sondern in den Augen der bolschewistischen Machthaber geradezu den Charakter des Lächerlichen erhalten müßte.

tänden die Abmachungen des 12. Juni nicht nur - innlos, sondern geradezu schädlich find. Denn die neuartige Auslegung, die diese Verein­barung nunmehr gefunden hat, würde nur be­deuten, daß in Zukunft bei jedem neuen rotspani­schen Angriff erst eine nicht nur monatelang dauernde, sondern im Ergebnis auch gänzlich aus­sichtslose Untersuchung stattfinden müßte. Es würde außerdem natürlich ein leichtes sein wie dies in einem empörend verletzenden Artikel

beiden Länder ergeben hat, die im Dienste der Auf­rechterhaltung geordneter Zustände in Europa und damit im Dienst des Friedens notwendig ist.

Die Wahrheit über Spanien.

Daily Mail" geiselt die Beschönigungs- taktik englischer Marxisten.

London, 24. Juni. (DNB. Funkspruch.) Das NothermereblattDaily Mail" greift die Politik der englischen Linksparteien in der spanischen Frage scharf an. Diese hätten dauernd versucht, die bol­schewistischen Greueltaten in Spanien zu beschö­nigen. Aber das englische Publikum lasse sich diese Machenschaften nicht gefallen. Das Blatt nennt als neuestes Beispiel marxistischer Verdrehungskunst die Tatsache, daß die Kämpfe in Nordspanien von der englischen Linken als ein Krieg zwischen Franco und den Basken hingeftellt worden seien, während tatsächlich die große Mehrheit der Basken auf nationalspanischer Seite ge­gen die Bolschewisten kämpfte. Was aber die Roten, rosaroten und Pazifisten in England am meisten in Mißkredit gebracht, sei die Lüge, daß die Bolschewisten in Spanien für die Demo­kratie kämpften. Der fürchterliche Despotismus von Moskau habe die Demokratischen" Einrichtun­gen, die man von dieser blutbefleckten Stadt aus den anderen Völkern aufzuzwingen versuche, erst jüngst in ihrem wahren Lichte gezeigt.

Kanadische Getreidesilos in England als Reserve für den Kriegsfall.

London, 24. Juni (DNB. Funkspruch.) Der kanadische Getreideausschuß befindet sich in Lon­don, um eine Erhöhung der kanadischen Weizenausfuhr nach England durchzu­setzen. LautMorning Post" wird der Ausschuß mit den englischen Behörden den Plan erörtern, große Getreidesilos in England zu er­richten, die mit kanadischem Getreide an gefüllt werden, um als Nahrungsmit- telreferve für den Kriegsfall zu dienen. Damit, so schreibt das Blatt, waren die Schwierig­keiten Englands bei der Bereitstellung seiner Le­bensmittelreserven für einen Krieg größtenteils be­seitigt.

Italiens SMantätserklärung.

Das Lleberwachungssystem unter den Schlägen des Bolschewismus und der Verständnislosigkeit der Demokratien zusammengebrochen.

Corriere della Sera" sagt, Frankreich und England, vor die Notwendigkeit einer kollek­tiven, schnellen und wirksamen Aktion gestellt, haben es vorgezogen, f i ch hinter Vorwänden zu verschanzen, deren Haltlosigkeit zu leicht zu erkennen sei. Dabei beachten sie nicht, daß ihr Fernbleiben einer Aufmunterung an die spanischen Bolschewiken und ihre Spießgesellen gleichkam, ihre Anschläge fortzusetzen. Die spanischen Bolschewisten suchen offensichtlich immer schwerere Zwischen- fälle heraufzubeschwören. Im Interesse des euro­päischen Friedens müssen die Verbrechen der spani­schen Bolschewiken verhindert werden.S t a m p a" erklärt, die französisch-englische Haltung bedeute einen klaren Schritt rückwärts. Wenn sich Italien von jeder Kontrolltätigkeit zurückziehe, so bedeute dies aber nicht, daß es sich an den Ereignissen im Mittelmeer desinteressiert. Zum Schutze seiner be­rechtigten Interessen und zum Schutze seiner Flagge lasse es seine Schiffe in jenen westlichen Gewässern.Gazetta bei Popolo" stellt fest, daß Valencia der Angreifer fei, London und Paris hätten dem Londoner Ausschuß den für den Völkerbund typischen Stempel auf­geprägt. Nach Ansicht der englischen und französi­schen Regierung hätten die mit der Überwachung beauftragten Schiffe den bolschewistischen Angriffen ausgesetzt bleiben müssen, ohne Vergeltungsmaß­nahmen ergreifen zu können. Italien bleibe im Ausschuß. Die Verbindungen blieben auf­recht, und es sei noch zu hoffen, daß jene Zuspitzung, die Valencia unter dem bolschewistischen Druck und als Vergeltung für den Verlust von Bilbao zu schaf­fen suchte, vermieden werden könne. Das inter­nationale Ueberwachungssystem sei unter den Schlä­gen des Bolschewismus und durch die Gleichgültig-

R o m, 23. Juni. (Agenzia Stefani.) Nach einer amtlichen Mitteilung hat sich die italienische Regie­rung endgültig vom See kontrollschema zu­rückgezogen. Die entsprechende Mitteilung hat folgenden Wortlaut:Nachdem die italienische Re­gierung infolge des Verlaufs der jüngsten Bespre­chungen, die in London zwischen den Vertretern der vier Mächte stattgefunden haben, das Fehlen der notwendigen Solidarität für ein gemeinsames Vorgehen betreffs der be­kannten Zwischenfülle festgestellt hat, die sich bei der internationalen Kontrollaktion ereignet haben, hat sie dem italienischen Botschafter Grandi Weisung gegeben, dem Nichteinmischungsausschuß mitzutei­len, daß Italien sich endgültig vom Kon­troll s y st e m z u r ü ck z i e h t. Der gleiche Be­schluß ist von der Reichsregierung gefaßt worden.

In politischen Kreisen Italiens wird betont, daß der Beschluß der beiden Länder lediglich ihre Zurückziehung aus dem Kontrollschema betrifft und daß es geradezu unlogisch wäre, wenn sich damit Italien auch aus dem westlichen Wittelmeer zurückziehen würde, wo heute nicht nur eine bemerkenswerte unklare Lage zu beobachten sei, sondern Italien auch besondere Interessen zu vertreten habe. Italien fühle sich daher auch in keiner Weise verpflichtet, nach feinem Austritt aus dem Kontrollschema seine Schiffe, die bisher mit der Durchführung der Kontrolle be­auftragt waren, zurückzurufen. Bei et­waigen neuen Angriffen werde Italien von Fall zu Fall die entsprechenden Ge­genmaßnahmen ergreifen. Italien sei, wie in den gleichen unterrichteten Kreisen erklärt wird, weiterhin zur Fortsetzung einer für alle Unterzeichnerstaaten geltenden Richt­einmischungspolitikbereit unter der Voraussetzung, daß die anderen Staaten diese Politik ebenfalls einhalten.

Oie Handelspolitik der Oslo-Gtaaten.

Von unserem Str.-Äerichterstaiier.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)

Den Haag, Juni 1937.

Es war einer jener sonnig-herben holländischen Frühsommertage, eine frische Brise von der Nordsee fand ihren Weg selbst durch die engen Portale und (Säulengänge des historischen Haager Binnenhofes, als die Vertreter der Oslo-Staaten im Rittersaal die Unterzeichnung des Vertrages zur Förde­rung des gegenseitigen Handelsver­kehrs vornehmen konnten. Schon durch die Wahl des Unterzeichnungsortes, der in vielfältiger Be­ziehung mit der Tradition Hollands als Land der Seefahrer, Kaufleute und Kolonialpioniere verbun­den ist sollten die Hoffnungen zum Ausdruck ge­bracht werden, die man holländischerseits an diesen Wirtschaftsvertrag der kleine Mächte knüpft. Es waren schwierige Verhandlungen, die dieser Unter­zeichnung vorausgegangen sind. Unter dem Druck der Krisenjahre hat nicht nur die ganze Welt Mau­ern und Schranken zum Schutz des eigenen Handels und zur Abwehr fremder Einfuhr aufgerichtet, die verschiedenen Schranken und Mauern, mit denen sich die Staaten in Handelsdingen umgeben haben, sind zudem so verschiedenartig, daß man bei der Bemühung, diese Schranken wenigstens teil­weise zu beseitigen, zu allererst auf die Schwierig­keit stößt, bei fast jedem Staate anders zu Werke gehen zu müssen, da bei jedem Land besondere Voraussetzungen bestehen.

Das galt natürlich auch für die Oslo-Länder. Holland und Belgien - Luxemburg re­geln ihren Außenhandel mit Hilfe von Einfuhr­kontingentierungen, d. h. sie lassen bestimmte Wa­rengattungen nur in einem ganz bestimmten Um­fang zur Einfuhr zu, während die skandinavischen Staaten Dänemark, Norwegen, Schwe- den und Finnland, die gleichfalls zur Oslo­gruppe gehören, den Umfang ihrer Einfuhr mit Hilfe von Zollmauern beschränken und eine Reihe von Zollsätzen haben, die praktisch gesprochen, Ein­fuhrverboten gleichkommen. Eine weitere Schwie­rigkeit besteht darin, daß Dänemark zudem noch Devisenbeschränkungen kennt. Unter solchen Um­ständen mußten von vornherein die Aussichten der Haager Beratungen nicht allzu hoch eingeschätzt werden. Und es ist von vornherein darauf verzich­tet worden, die schwierigsten Probleme des gegen­seitigen Handels dieser Staaten zu lösen, die viel­leicht einer Lösung besonders bedurft hätten, die aber andererseits die Gefahr in sich bargen, daß bei ihrer Behandlung die Konferenz ein vorzeitiges Ende finden könnte. Man ist daher vom Grundsatz des geringsten Widerstandes ausgegangen und hat auf die besonderen Schwierigkeiten der einzelnen Vertragsstaaten gegenseitig weitgehend Rücksicht ge­nommen. Das gilt im besonderen hinsichtlich Däne- marks. Im übrigen scheint wohl Holland, das aus verschiedenerlei Gründen am Zustandekommen des Vertrages besonders interessiert ist, das größte Entgegenkommen gezeigt zu haben.

einbad, daß von jehk ab wettere Angriffe auf die konlrollfchiffe dieser Mächte als ihre gemeinsame Sache angesehen würde, und daß über die dann gemeinsam zu ergreifen­den Maßnahmen fofod eine Versländi- gung herbeigeführt werden sollte. Zugleich wurde dabei aber sestgestellt, daß bei der Be­schlußfassung dieser Maßnahmen natürlich die (

unmittelbar betroffene Macht in ,

er st er Linie berücksichtigt werden i mühte.

5. Nachdem durch den erfolgten deutschen Befehl, von jetzt ab auf alle sich annähernden roten See- oder Luftstrettkräfte sofort das Feuer zu eröffnen, solche Angriffe für die Zukunft ersichtlich unmöglich gemacht worden waren, entschlossen sich die bolsche­wistischen Brandstifter in Valencia, den Kontroll- fchiffen nunmehr mit Unterseebooten zu Leibe zu gehen. Sie haben diesen neuen Feldzug auch unverschämt offen angetünöigt. Am 15. und am 18. Juni erfolgten nun mindestens vier klar und eindeutig feftgefteilte rote Untersee- boot-Angrifte auf den KreuzerLeipzi g". Auch dieses Schiff stand im Dienst der interna­tionalen See tont rolle. Nur durch einen glücklichen Zufall oder durch, die schlechte Schieß­übung der roten Piraten sind die abgefeuerten Torpedos an dem Kreuzer vorbeigegangen. Dieser selbst hatte beim letzten Angriff einen Zusam­menstoß mit dem roten Unterseeboot. Em Zweifel an der Richtigkeit dieser Feststellungen kann von keiner Seite erhoben werden, es sei denn, man wollte den einzig gültigen Beweis in der gelunge­nen Vernichtung eines der Kontrollschiffe sehen.

Run ist es klar, daß dieses Mal vielleicht nur durch ein Wunder eine Katastrophe ver­mieden worden ist, die noch unendlich viel schlimmer hätte ausgehen können als der Angriff auf die Schiffe von Palma ober der auf dieDeutschland" vor Ibiza. Denn es ist eine wahrhaft teufliche Idee, die im Dienste der internationalen Seekontrolle stehen­den Schiffe nach der Erschwerung oder Un­möglichmachung weiterer Luftangriffe nunmehr durch U-Boote torpedieren und dadurch, wenn möglich, ganz vernichten zu lassen. Ein be­sonders unglücklicher Schuh auf dieLeipzig" hätte dann dieses Mal nicht 31, sondern 500 oder mehr Menschen den Tod bringen können, und zwar lauter Männern, die n i ch t s taten als ihre Pflicht im Dienste der internationalen Aufgabe zu erfüllen!

6. Entsprechend der erst am 12. Juni getroffenen Vereinbarungen hat die Reichsregierung diese neuen rotspanischen Angrife auf den KreuzerLeipzig nunmehr unverzüglich den drei anderen an der See- kontrolle beteiligten Mächte notifiziert und sie um eine sofortige Entscheidung über die vorgesehe­nen aemeinfamen Gegenmaßnahmen ersuchti Tatsächlich sind auch die Beratungen dar­über zwischen den einzelnen Mächten in London unverzüglich ausgenommen worden. Deutschland hat bei diesen Beratungen zunächst den Vor­schlag gemacht, eine Wiederholung derartig infamer und bedrohlicher Angriffe auf die Kontroll- schisfe von feiten der Valencia-Machthaber in Zu­kunft einfach dadurch zu unterbinden, daß deren U-Boote in einem noch zu bestimmen- denHafen interniert würden. Ferner wurde von deutscher Seite vorgeschlagen, als direkte Ant­wort auf den neuen Angriff eine sofortige ge­meinsame Flottendemonstration vor Valencia durchzuführen und an die roten Machthaber in Valencia eine Warnung zu rich­ten, daß von nun jeder weitere Angriff auf Or­gane der internationalen Seekontrolle sofortige schärfste Gegenmaßnahmen der vier beteiligten Kon- trollmächte zur Folge haben würde.

7. Während alle diese deutschen Vorschläge die sofortige und entschlossene Unterstützung des italie­nischen Vertreters fanden, wurden von engli­scher und französischer Seite Ein­wendungen dagegen erhoben. Der englische und französische Vertreter erklärten, daß der von der deutschen Regierung angegebene Sachverhalt von der roten Regierung in Valencia in Abrede gestellt würde, und daß deshalb zunächst eine Untersuchung des Tatbestandes statt­finden müßte, und daß danach erst die Frage entschieden werden könne, ob und welche Maßnah­men getroffen würden.

9. Aber auch diese soweit abgemilderten Vor­schläge sind von englischer und französischer Seite a b g e l e h n t worden. Unter Viesen Umständen blieb den Vertretern der vier Mächte nichts ande­res übrig, als festzustellen, daß die Versuche einer gemeinsamen Einigung als mißlungen anzu- ehen seien. Denn es ist klar, daß unter solchen Um­

einer englischen Zeitung schon geschehen ist zu behaupten, daß ein in die Luft gesprengtes deutsches Schift nicht von den roten Machthabern in Valen­cia, sondern von Italienern, und ein von den Bol­schewisten torpediertes italienisches Schiff einfach von Deutschen angegriffen wurde!

Unter solchen Voraussetzungen ist aber auch die deutsche Kontrolle unmöglich, und die Beteiligung darum für eine Macht von Ehrgefühl und Verantwortungsbewuhlsein u n - erträglich. Denn wenn die kontrollierenden Schiffe nicht den unbedingten Schuh und Bei­stand aller Kontrollmächte geniehen, und wenn vor allem unter den Kontrollmächten selbst nicht das Vertrauen in die Wahr­haftigkeit gegebener Angaben herrscht, ist es zweckmäßiger für die einzelnen Mächte, den Schuh ihrer Interessen so wahrzunehmen, wie dies normal auch der Fall zu sein pflegt. Die deutsche Regierung hat sich daher entschlossen, an der internatio­nalen Kontrolle nicht mehr teilzuneh­men und von jetzt ab endgültig den Schuh ihrer Interessen und damit ihrer Schiffe vor den bolschewistischen Brandstiftern in Valencia selbst und mit jenen Mitteln wahr­zunehmen, die allein geeignet sind, diese Ver­brecher von ähnlichen Anschlägen zurückzuhalten.

Es erfüllt die deutsche Reichsregierung dabei mit tiefster Befriedigung, feftfteUen zu können, daß sich diese ihre Auffassungen vollkommen decken mit den Auffassungen der italienischen Regierung, wie sich überhaupt auch in diesem Falle in dankens­werter Weise jene praktische Zusammenarbeit der

Der im Haag unterzeichnete Vertrag scheidet die Oslo-Staaten nach der Art ihrer Außenhandels­politik in zwei Gruppen. Holland und Bel­gien-Luxemburg verpflichten sich, für eine Reihe von Waren, die in einer besonderen Liste auf­geführt werden, praktisch gesprochen, die Kontin­gente aufzuheben, soweit diese Waren aus den Vertragsländern stammen. Die skandina­vischen Staaten und Holland hinsichtlich Niederländisch-Jndiens verpflichten sich ihrerseits für eine Reihe von Waren, die in einer zweiten Liste verzeichnet sind, die bestehenden Zollsätze nicht zu erhöhen, wenn die betreffenden Waren aus den Dertragsländern stammen. In diesen erwähnten Warenlisten erscheint jeder Staat gesondert, und die Warengattungen, für die diese Verpflichtungen gel­ten, sind höchst verschiedenartig. Aber noch in ande­rer Beziehung sind die Verpflichtungen, die hier eingegangen werden, uneinheitlich. Nach dem allge­mein geltenden Grundsatz der Meistbegünsti­gung gelten die Abmachungen hinsichtlich der Zollsätze, die jetzt zwischen den Oslo-Staaten er­folgt sind, auch für jeden anderen Staat, der nicht am Vertrag^ beteiligt ist, wo­hingegen das bei den Kontingentterungsbestimmun- gen nicht ohne weiteres der Fall zu fein braucht. Hieraus ergibt sich, daß der Vertrag als Ganzes keine Einheit bildet. Fügt man dann noch hinzu, daß die Warengattungen, die durch den Vertrag er­saßt werden, gemessen am Gesamtaußenhandel die­ser Länder, doch recht beschränkt genannt werden müssen, so liegt die Frage nahe, ob dieser Vertrag wirklich greifbare Erfolge in der Bekämpfung der Handelsschranken aufzuweisen hat.

Man kann an die Beantwortung dieser Frage von zwei Seiten Herangehen. Zweifellos ist der Haager Vertrag kein Enderfolg. Dazu ist schon die Rolle der beteiligten Staaten im Welthandel zu gering. Aber er ist doch ein sehr beachtlicher Schritt und ein ernst zu nehmender Versuch, Schwierig­keiten, unter denen die ganze Welt zu leiden hat, zu beseitigen.

In den amtlichen holländischen Erklärungen zum Vertrage wird gerade dieser Gedanke deutlich in den Vordergrund gerückt, und die Tatsache, daß im Oktober d. I. in Kopenhagen eine neue Besprechung der Oslo-Staaten stattfinden soll, deutet ebenfalls darauf hin, daß man auf der im Haag erreichten vorläufig schmalen Grundlage Wei­terarbeiten will. Für die Zukunft dieser Arbeit wird es wohl in erster Linie davon abhängen, wie sich die wichtigsten Lieferanten und Abnehmer der Oslo-Staaten Deutschland und England zu diesen Bemühungen stellen werden. Von den Oslo-Staaten ist wiederholt darauf hingewiesen wor­den,daß dieser Vertrag sich gegen niemanden richte und keinerlei Spitze gegen Staaten habe, die nicht zur Oslo-Gruppe gehören. An der Aufrichtigkeit dieser Erklärungen braucht nicht gezweifelt zu wer­den. Es liegt anscheinend bei keinem der Vertrags« floaten der Wunsch vor, zugunsten des Oslogedan­kens wichtige Handelsbeziehungen mit dritten Län­dern zu gefährden. Vielmehr kann man aus all diesen Erklärungen die Hoffnung lesen, daß sich noch weitere Staaten anschließen und daß die Groß­mächte eine freundliche Haltung dieser wirtschaft­lichen Zusammenarbeit der Oslo-Staaten gegenüber zeigen. Daher ist Mißtrauen hier nicht am Platze. Auch Deutschland wird die hier zutage getretenen Bestrebungen mit Wohlwollen beobachten können, denn gerade vom Reich aus ist in den letzten Jah­ren immer wieder auf die Notwendigkit der Be­kämpfung der schier unerträglichen Handelsschran­ken hingewiesen worden.

Für Holland hat das Abkommen aber zwei­fellos auch eine innerpolitische Bedeutung, und die liegt darin, daß die Wiederaufnahme der jahrelang ruhenden Oslc»Bestrebungen durch den holländi-

Früchte marxistischer Streikhehe in der französischen Textilindustrie.

Paris, 24. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Streik in der Seidenindustrie von Lyon verursachte der französischen Textilwirtschaft Mil­li o n e n v e r l u st e. Die marxistischen Gewerk­schaftler halten die Unternehmer gewaltsam davon ab, zu den Warenlagern zu gelangen. 300 Tonnen Seide und andere Stoffe, die einen annähernden Wert von 40 Millionen Franken darstellen, fin­den keinen Absatz. Zahlreiche Fabriken sind nicht mehr in der Lage, die Bestellungen ihrer Kunden auszuführen, wobei die letzteren sich ge­zwungen sehen, sich in anderen Seidenindustrie­gebieten zu bedienen ober ihre Einkäufe im Aus­lande zu tätiaen. Sehr schwierig ist auch die Lage für eine Anzahl von Versandgeschäften, die eben­falls nicht über ihre Waren verfügen können.