Donnerstag, 2§. Juni 1957
187. Jahrgang
Hr. 144 Erstes Blatt
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
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Sran^urt am Main 11688 Druck und Verlag: vrühl'sche Unwerfitatsvuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschiusse Staffel b
SeuWands Entscheidung.
Dem Ueberwachungsausschuß ist mitgeteilt worden, daß Deutschland sich nun endgültig von der Ueberwachung der Sperrzone um Spanien z u - rückzieht. Italien hat ebenfalls den Entschluß gefaßt, angesichts des wiederholt bekundeten Mangels jeder Gemeinsamkeit der Ueberwachungsmächte den spanischen Bolschewisten gegenüber an der weiteren Teilnahme der Ueberwachung zu v e r z i ch - t e n. Was England und Frankreich weiter tun, um den Bürgerkrieg in Spanien auf seinen Herd zu beschränken, ist ihre Sache. Der Entschluß der Reichsregierung ist für die Oefsentlichkeit mit einer Begründung versehen worden, die so klar und deutlich den Sachverhalt erschöpft und daraus so klare und deutliche Folgerungen zieht, daß sie überall verstanden werden können und müssen.
Es ist kaum faßbar, daß ein Teil der erratischen Presse das Versagen des Ueberwachungsausschusses in einer Weise zu einer Hetze gegen Deutschland benutzt hat, die sich nicht einmal dadurch erklären läßt, daß diesen Blättern jedes Verantwortungsgefühl fehlen muß. So dreht die liberale „N e w s Chronicle" einfach den Spieß um, indem sie schreibt, die britische Regierung habe durch ihre Festigkeit und Mäßigung und dadurch, daß sie die deutsche Forderung nach einer Flottendemonstration abgelehnt habe, die heftigen Forderungen Hitlers in ein Nichts verwandelt. Es sei zu hoffen, daß Berlin diese Lehre zu Herzen nehmen werde, nachdem es in 48 Stunden einen großen Teil der britischen Freundschaft, deren Erzielung es so sehr an- aestrebt habe, ganz willkürlich weggeworfen habe. Wenn Deutschland nicht einen baldigen und überzeugenden Beweis dafür liefere, daß es das spanische Abenteuer nicht fortsetzen wolle, müsse die britische Regierung erklären, daß die Nichteinmischung zusammengebrochen sei, und das Waffenausfuhrverbot nach Spanien aufheben. Andernfalls würde die Nichteinmischung tatsächlich eine Einmischung zugunsten Francos sein und könnte dessen Sieg und eine faschistische Oberhoheit über Spanien und das weiche Mittelmeer herbeiführen. Das fei eine Aussicht, die weder England noch Frankreich dulden könnten. .
Selbst die „Time s" entblödet sich nicht, zu bezweifeln, daß die deutschen Mitteilungen über den Angriff auf die „Leipzig" schlüssig seien. Die Möglichkeit, daß die deutschen Flottenofsiziere sich geirrt hätten, könne nicht ausgeschlossen bleiben. Vor der Ergreifung der Maßnahmen hätte das spanische Dementi der deutschen Beschuldigung offensichtlich geprüft werden müssen, was keine große Verzögerung erfordert hätte. Die gegenwärtige Beschuldigung gegen die Valencia-Behörden rechtfertige aber keine 'sofortige Blockade der spanischen Häfen oder die anderen von Berlin geforderten extremen Maßnahmen. Selbst wenn man die durch den „Deutsch- land"-Zwischenfall natürlicherweise verursachte Entrüstung und Verdächtigung in Deutschland berücksichtige, sei die deutsche Forderung überraschend. Es sei ein seltsamer Augenblick gewesen, um an England und Frankreich Forderungen zu stellen, denen sie vernünftigerweise nicht entsprechen konnten, und um den Besuch des Außenministers plötzlich abzusagen. Unter den gegebenen Hmftänben, hätte man erwarten können, das Deutschland aus irgendeinem Zwischenfall in den spanischen Gewässern so wenig wie möglich machen würde. Es zeige, um das wenigste zu sagen, einen außerordentlichen Mangel an Perspektive und habe zugelassen, daß die „Leip- zig"-Angelegenheft das vermutliche Ziel der kürzlichen Rückkehr Deutschlands in den Nichteinmischungsausschuß zunichte mache und den Weg nach London und zu Besprechungen Über Angelegenheiten von größerer und ständiger Bedeutung ver- fperre.
Angesichts dieser völligen Verkennung der tatsächlichen Vorgänge in einem ernst zu nehmenden Blatt wie die „Times" wundernehmen, wenn das als notorisches Hetzblatt berüchtigte Organ der Labourpartei, der „D a i l y H e r a l d" schreibt: Wieder einmal sei die Ursache des Zusammenbruches die klare Weigerung Deutschlands, seine Forderungen einer unabhängigen Untersuchung zu unterziehen. Wieder einmal bestehe Deutschland auf dem ausschließlichen Recht, seine eigene Sache zu richten, und wieder einmal lehne es die Beurteilung einer Streitfrage durch eine dritte Partei uitö den Schiedsrichtergrundsatz in den internationalen Beziehungen ab. Es könne nicht klar und nicht oft genug gesagt werden, daß dieses Verhalten, diese fundamentale anarchische und primitive Forderung Deutschland ungeeignet mache, irgendeine nützliche oder überhaupt mögliche Rolle beim Aufbau einer neuen internationalen Ordnung zu spielen. Deutschland und Italien hätten die Nichteinmischung m eine heuchlerische Farce verwandelt, die weder England noch Frankreich noch die Sowjetunion ernst nehmen könnten. Entweder müsse die faschsitische Intervention aufhören, oder es müsse den Behörden von Valencia das Recht zum Wasfenkauf sofort wieder gegeben werden. ,, ,
Gegenüber diesen heuchlerischen Verdrehungen eines klaren Tatbestandes in einem großen Teil der englischen Presse muß festgestellt werden: Es handelt sich darum, daß mit Hilfe der Ueberwachung der Versuch gemacht werden sollte, den Herd des Bürgerkrieges einzukreisen und damit zum Erloschen zu bringen. Es ist ohne weiteres klar, daß die Ueberwachung nur bann möglich und durchfuhroar war, wenn die Gemeinsamkeit der Ueberwachungsmächte nicht sich durch nichts erschüttern ließ So mußte erwartet werden, daß auf die Mitteilung der Reichsregierung, daß ein deutsches Ueberwa- chunasschiff von roten Banditen angegriffen worden sei eine wirksame M a ß n a h m e geschehen mußte, um jede Wiederkehr eines ähnlichen Angriffs unmöglich zu machen. Die englischen Zei-
Deutschland und Italien ziehen sich von der Geekontrolle zurück.
Die deutsche INitteilung.
Berlin. 23. Juni. (DNB.) Der Botschafter von Ribbentrop ist heute beauftragt worden, den im Kontrollausschuß in London vertretenen Regierungen folgende INitteilung zu machen:
„Die Reichsregierung hat nach Bekanntwerden der Angriffe auf den Kreuzer „Leipzig" am 15. und 18. Juni d. I. alsbald den anderen an der See- kontrolle in den spanischen Gewässern beteiligten Mächten mitgeteilt, daß sie nicht gewillt sei, ihre mit einer internationalen Aufgabe betrauten Seestreitkräfle weiteren Schiehversuchen Rot-Spaniens auszusehen.
Sie hat sich hinsichtlich der von ihr zu fordernden Garantien für die Sicherheit ihrer Schiffe auf ein Minimum beschränkt, nämlich auf eine sofort auszuführende Flottendemon- stration der vier Kontrollmächte, um auf diese Weise eine deutlich sichtbare solida- rische Warnung zum Ausdruck zu bringen. Da die englische und französische Regierung s i ch nicht einmal zu dieser Minimalforderung haben bereitsinden lassen, muh die deutsche Regierung zu ihrem Bedauern feststellen, daß es an derjenigen Solidarität der Kontrollmächte fehlt, die für die Durchführung der gemeinsam übernommenen internationalen Aufgabe die unerläßliche Voraussetzung bildet. Die Reichsregierung hat deshalb beschlossen, sich endgültig aus dem Kontra llsy ft em zurück- z u z i e h e n."
Die Königlich - Italienische Regierung hat der Reichsregierung mitgeteilt, daß sie sich deren Vorgehen a n s ch l i e ß t und sich ebenfalls aus dem Konlrollfyfkem zurückzieht.
Die Vegrimdung des deutschen Schritts.
Diese Vorgänge verpflichten uns, so bemerkt das Deutsche Nachrichtenbüro hierzu ergänzend, zu folgender grundsätzlicher Stellungnahme :
1. Das Deutsche Reich hat — zum Unterschied anderer Völker und Staaten — weder früher noch jetzt mit dem spanischen Volk Differenzen, die in irgendwelchen territorialen oder sonstigen besonderen politischen deutschen Absichten begründet liegen. Deutschland hat daher — ebenfalls zum Unterschied der anderen Staaten — an keiner d e r geschichtlichen Beraubungen Spaniens teilgenommen. Dies gilt auch für die heutige Zeit, in der das deutsche Volk im tiefsten Mitempfinden ein Leiden des spanischen Volkes verfolgt, das uns Deutschen — aus ähnlichen Erfahrungen — selbst nicht unbekannt ist.
Die gleiche von Moskau organisierte und bezahlte Verbrecherclique, die in Deutschland- anderthalb Jahrzehnte lang versucht hat, den Bolschewismus herbeizuführen und damit unser blühendes Land in ein Ruinenfeld zu verwandeln, bemüht sich seit Jahren, auch Spanien zu zerstören. Die Art der Methoden und Taten kennen wir. Hunderttausende abgeschlachtete Männer, Frauen und Kinder sind die Blutzeugen dieser bolschewistischen Betätigung. Daher stehen in diesem Kampf des nationalen Spaniens gegen feine Moskauer Unterdrücker und Zerstörer die Sympathien des deutschen Volkes und damit auch seiner Führer eindeutig auf Seiten der in Spanien von den Moskauer organisierten Banden gequälten Bevölkerung des nationalen Spa- " Das deutsche Volk und die deutsche Regierung haben dabei nur ein .Interesse, daß ein
wahrhaft unabhängiges und freies Spanien wieder erstehen, und daß es ihm gelingen möge, die schweren Wunden, die der bolschewistische Bürgerkrieg geschlagen hat, wieder zu heilen. Darüber hinaus hat Deutschland dann allerdings auch den verständlichen Wunsch, mit diesem national- geordneten, freien und unabhängigen Spanien alle jene kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zu pflegen, die nicht nur den Interessen dieser beiden Länder dienen, sondern die auch im höheren Sinne der internationalen Zusammenarbeit und Wohlfahrt Nutzen bringen.
Ueberhaupt find das deutsche Volk und seine Regierung darüber im klaren, daß es in Europa nur entweder ein Sy st em unabhängiger freier Rational st aaten oder ein kommuni st isches politisches und damit auch wirtschaftliches E h a o s geben kann. Deutschland ist daher der Ueberzeugung, daß es eine Pflicht aller europäischen Staaten wäre, gemeinsam gegen die von Moskau ausgehenden Versuche Stellung zu nehmen, die beabsichtigen, das System dieser
freien und unabhängigen Rationalstaaten zu zerstören, um an ihre Stelle ein von Revolutionen erschüttertes und von Moskau tyrannisiertes internationales Ehaos zu sehen.
Und dies ist das Entscheidende: Richt das nationalsozialistische Deutschland beabsichtigt oder versucht, aus Spanien eine Provinz des Deutschen Reiches oder einen Gau der nationalsozialistischen Bewegung zu machen, sondern das bolschewistische Moskau bemüht sich wie überall, so auch aus Spanien eine Sektion der Komintern zu machen! Dies zu verhindern läge aber ebenso im Interesse Europas, ja der Welt, wie es natürlich auch im Interesse Deutschlands liegt. Alle früheren Behauptungen über besondere Absichten in bezug auf Spanien, Marokko oder dessen sämtlichen Kolonialbesitz sind von den Helfershelfern und den leider besonders in unseren westlichen Staaten sitzenden Freunden der Bolschewisten erfundene Lügen.
Deutschland wird künftig seine Zntereffen mit den ihm geeignet erscheinenden Mein wahrnehmen
2. Deutschland hat daher, von diesen Auffassungen geleitet, von Anfang an versucht, dahin zu wirken, daß die bedauerliche innerspanische Auseinandersetzung ausschließlich Angelegenheit der Spanier selbst sein müßte. Das heißt, Deutschland hat genau so wie Italien gleich zu Beginn der spanischen Krise gegen jeden Versuch einer politischen, finanziellen, militärischen oder sonstigen Einmischung Stellung genommen. Gerade diese Auffassung aber wurde von den demokratischen und bolschewistischen Staaten abgelehnt. Sie begannen, Freiwillige anzuwerben, sie veranstalteten Geldsammlungen, sie lieferten Kriegsmaterialien und vor allem von ihnen kamen die Agenten, Instrukteure und Lehrmeister der bolschewistischen Schlächtereien. Und erst als sich im Verlauf der Entwicklung trotzdem — wie es nicht anders zu erwarten war — das nationale und damit allein wahrhaft unabhängige Spanien ge-ge nüber dem von Moskau und feinen Freunden organisierten und militärisch ausgehaltenen bolschewistischen Verbrechertum durchzu setzen begann, wuchs das Interesse auch in gewissen Kreisen der demokratischen Staaten für eine Aufnahme der deutschen und italienischen Ideen für eine wirkliche Nichteinmischung in dem Maße, in dem man zu glauben schien, dadurch der nationalen Seite Abbruch tun und der bolschewistischen Brandstiftung Vorschub leisten zu können.
3. Trotzdem Hal sich Deutschland bereit erklärt, soweit eine wirklich gerechte und allseitige Richteinmischung gewährleistet würde, zu deren Herbeiführung auch jetzt noch seinen Teil beizutragen. Im Zuge dieser Bestrebungen war Deutschland daher auch bereit, sich an den praktischen Maßnahmen einer Kontrolle zu beteiligen, die leider — dies muß heute wenigstens insoweit, als es sich um die Versorgung des bolschewistischen Teiles mit Kriegsmaterialien und Freiwilligen handelt, gesagt werden — nach den gemachten Erfahrungen ohnehin erfolglos geblieben ist.
4. Trotzdem wurde von den bolschewistischen Machthabern in Valencia immer wieder versucht, durch bestimmte Aktionen die den roten Teil betreffende Seekontrolle zu ftö r e n und die an ihr be
teiligten Schiffe mit allen Mitteln a n z u g r e i - f e n. Es erfolgte im Zuge dieser Absichten u. a. der Angriff auf deutsche, englische und italienische Schiffe im Hafen von Palma. Sechs italienische Offiziere sind dabei durch die Bombenangriffe der roten Piraten ums Leben gekommen. Der Nichteinmischungsausschuß nahm diese Vorfälle zur Kenntnis, ohne sich natürlich zu irgendeiner Entscheidung aufraffen zu können oder zu wollen/ Um den roten Machthabern in Valencia jeden Vorwand für neue Angriffe zu nehmen, zog Deutschland seine Schiffe aus dem Hafen von Palma zurück und verlegte die Liegeplätze für die Uebernahme von Del ober sonstige Vorräte auf d i e Reede von Ibiza, einem militärisch gänzlich belanglosen Ort. Nunmehr schritten die Machthaber von Valencia in Verfolg ihrer Absichten zu einem neuen Anschlag und ließen das Panzerschiff „Deutschland" vor Ibiza durch Bombenflugzeuge angreifen. Das Panzerschiff selbst hat im ganzen Verlaus dieses Heber» falles nicht einen Schuß abgefeuert. Seine eigenen Opfer aber betrugen 31 Tote und 77 Verwundete, unter den letzteren viele leider sehr schwer Verletzte.
Da die deutsche Reichsregierung, durch die zurückliegenden Erfahrungen belehrt, der festen Heberzeugung war, daß auch in diesem Falle weder die Kontrollkommission noch der Nichteinmischungsausschuß die geringsten Entschlüsse fassen würde, hat sie von sich aus die notwendige und für eine Großmacht selbstverständliche Vergeltung geübt. Nicht um einen Racheakt zu begehen; denn durch das Bombardement von Almeria konnten weder die Toten unseres Panzerschiffes lebendig, noch die Krüppel wieder gesund werden. Nein: diese Beschießung erfolgte nur, um durch diese Vergeltung den Verbrechern in Valencia die Lehre zu geben, wenigstens für bie Zukunft weitere derartige Angriffe auf deutsche Kontrollschiffe zu unterlassen. Ebenso wurde, um Heberfälle ähnlicher Art künftighin von vornherein unmöglich zu machen, den deutschen Seestreitkräften der Befehl gegeben, von jetzt ab auf sich annähernde Lust- oder' Seestreitkräfte der bolschewistischen Machthaber von Valencia sofort das Feuer zu eröffnen.
Die vier an der Seekontrolle in den spanischen Gewässern beteiligten Mächte hatten nun unter dem Eindruck dieser Vorgänge am 12. Juni ver
langen, die das nicht verstehen und begreifen, stellen sich selbst ein schlechtes Zeugnis aus; sie versagen auch vor der Ausgabe der Presse, die öffentliche Meinung eines Landes sachlich und überlegt zu führen. Daß diese Presse sich auch herausnimmt, üble Verdächtigungen auszustreuen, zeigt, daß gerade die sogenannten demokratischen Länder alle Hrsache haben, die Pressefreiheit nicht in Pressefrechheit ausarten zu lassen.
Ein gemeinsames Handeln den roten Piraten von Valencia gegenüber hätte nicht nur dem Frieden gedient, es hätte sicher auch dazu beigetragen, bie Schrecken bes Bürgerkrieges in Spanien abzukürzen. Wer biefe Abkürzung wirklich will, kann unb darf sich auf irgendwelche Hnterftützung der roten Piraten von Valencia nicht einlassen. Das ist keine Parteinahme, es ist vielmehr das Gebot einer klugen und überlegten Politik, die sich vor allem sagen muß, daß ein Sieg der roten Piraten weder Spanien noch Europa Ruhe geben wird. Es wäre doch nicht Valencia, es wäre nicht einmal ein Teil des spanischen Volkes, das sich als Sieger ansprechen ließe, denn Sieger wären die Komintern, also der Stoßtrupp des Völkermörders Bolschewismus. In gewissen Zeitungen der westlichen Demokratien wird so getan, als fürchte man weder den Kommunismus noch Bolschewismus, als sei auch keine Gefahr vorhanden, baß diese politische Pest einmal
Frankreich oder gar England überrennen könnte. Das deutsche Volk wird sich gewiß darüber freuen, wenn es so ist. Aber es handelt sich hier nicht um England oder Frankreich, sondern um die Gefahr, die ein bolschewi st isches Spanien für Europa bedeutet. Diese Gefahr deshalb zu unterschätzen, weil Spanien für gewisse Länder ein Staat ist, der besser schwach bleibt oder gar zerrüttet ist, als sich national zu erneuern, ist eine ebenso leichtfertige wie verantwortungslose Auffassung. Für den Frieden Europas ist es eine Voraussetzung, daß ein freies und wirklich unabhängiges Spanien sich entwickeln kann, ein Land also, das sich von keiner anderen Macht ausbeuten oder mißbrauchen läßt. Ein bolschewistisches Spanien wird niemals frei und unabhängig fein, wird ein Seuchenherd bleiben, so daß es sich schon fast von selbst versteht, wenn Moskau wie bisher die Schwäche Spaniens ausnützt, um sich Stützpunkte zu schassen.
Was von einer bolschewistischen Verseuchung (Spaniens zu erwarten ist, das haben wir seit Jahr und Tag erlebt, insbesondere seit der Zeit, in der die bolschewistischen Verbrecher von Valencia auf Befehl Moskaus internationale Verwicklungen heraufzubeschwören suchen. Wer leistet Gewähr dafür, daß, wenn die roten Banditen in Valencia sich behaupten, sich nicht immer neue Zwischenfälle ereignen, die nach
bolschewistischer Hebung von den roten Verbrechern dreist und frech abgeleugnet werden. Diese Zwischenfälle können so beschaffen sein, daß heute ein fremdes Schiff angefallen wird, während morgen über einen roten Sender eine neue Lüge verbreitet wird, dazu bestimmt, die kapitalistischen und „faschistischen" Großmächte gegeneinander aufzuhetzen. Deutschland wird sich einem solchen System nicht beugen, denn was immer die roten Verbrecher von Valencia gegen die Sicherheit des Friedens in Europa planen, indem sie deutsche Schiffe oder deutsche Menschen belästigen, das wird nach völkerrechtlichem Brauch auf der Stelle so geahndet, daß eine Wiederholung nicht zu fürchten ist. Das allein sichert den Frieden (Europas gegen die roten Piraten sowie gegen ihre Helfershelfer, die gedungenen Verleumder in einer gewissen Presse der westlichen Demokratien. B. R.
Panzerschiff »Admiral Sraf (5pce* nach Spanien ausgelaufen.
Berlin, 23. Juni. (DRV.) Das Panzerschiff „Admiral Graf Spee" ist Mittwochabend zur Wahrnehmung deutscher Interessen nach Spanien ausgelaufen.
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