Dienstag, 25.Mai 1957
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Kr.llS Zweites Blatt
Aus der Stadt Gießen
Sonntag früh auf dem Bahnhof. Kaum war es möglich, durch das Gedränge bis in die Nähe der Schalter zu gelangen. Und als ich endlich in der langen Reihe stand, da hieß es warten und nochmal warten, bis einige zwanzig Vordermänner ihre Fahrkarten hatten.
Schrittweise ging es vorwärts. Rucksäcke kamen in bedrohliche Nähe der Nase. Wimpel und Fahnen flatterten mir zu Häupten. Plötzlich stand jemand neben mir, in der Uniform des Jungvolkes und mit einem umfangreichen Tornister auf dem Rücken. Bescheiden begann er: „Würden Sie mir aus der Not helfen? Ich bitte Sie sehr herzlich. »Ich habe eben eine Mark verloren und kann nun meine Fahrkarte nicht befahlen. Nach Hause kann ich nicht mehr, das ist zu weit. Leihen Sie mir bitte eine Mark und geben Sie mir Ihre Anschrift. Ich bringe Ihnen das Geld bestimmt wieder."
Sehe ich aus wie ein Krösus, dachte ich, daß mich ein wildfremder Junge anpumpen will? Das kennt man ja! Abör da doch Sonntag war und meine Stimmung gut, und da er doch so treuherzig bitten konnte, so hatte er schließlich seine Mark und auch meine Anschrift. i
Und ich habe meine Mark pünktlich wiederbekommen. Am Montagmittag, ich dachte schon nicht mehr daran, klingelte es. Und als ich öffnete, da stand der Junge vor mir. Geradewegs von der Schule war er gekommen, um mir mein Geld wiederzugeben und mir „ganz, ganz herzlich zu danken." Denn die Fahrt war doch zu schön gewesen, und ohne die Mark hätte er nicht fahren können.
Ehe ichs versah, hatte ich meine Mark in Händen. Am liebsten hätte ich sie ihm geschenkt. Aber davon wollte er nichts wissen.
„Torheiten" eine bezaubernde und unverwechselbare Folie verleiht. Es ist auch die Entwicklung der Liebesgeschichte in manchen Szenen und Stationen jener andern in „Maskerade" überraschend ähnlich: und endlich ist das im „Burgtheater" so bewundernswert entwickelte Jneinanderspielen von Theaterwelt und Wirklichkeit wieder aufgegriffen, und ge-
nacherzählen: das mag der Beschauer selbst von der Leinwand her auf sich wirken lassen. Aber es soll darauf aufmerksam gemacht werden, wie kultiviert, mit welch leichter und empfindlicher Hand, mit welchem künstlerischen Blick und psychologischen Verständnis der Spielleiter Carl Froelich diesen Stoff, der auf so sonderbaren Umwegen in sein Atelier gelangte (das Drehbuch schrieb Erwin 5) e ß), ausgeschöpft und lebendig gemacht hat: mit welchem sicheren Blick und Gefühl für Situationen und Schauplätze, für Menschen und Stimmungen sind die entscheidenden Szenen aufgebaut. Ein billiges und nicht ganz einwandfreies Hotel am Bahnhof, ein vorurteilsloses Nachtlokal mit schmelzender Zigeunermusik, die nervöse Spannung einer Vorsprech- Prüfung vor der Kommission oder einer Theaterprobe, der Glanz und die mit den feierlichen Klängen der „Egmont"-Ouvertüre nachschwingende Stimmung einer Schauspiel-Premiere, der Blick vom Hochhaus über die in, den Wogen eines großen Glockengeläutes gleichsam verschwimmende Landschaft der Stadt Wien —: das alles ist mit einer bezwingenden Echtheit und Lebensnähe gesehen, empfunden und gestaltet: das gehört zu den großen Eindrücken und den unwiderstehlichen, eigentlich auch unbeschreiblichen Reizen dieses Films.
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Darstellerisch versammelt sich natürlich alle Aufmerksamkeit des Zuschauers auf die Gestalten Rudolf F o r st e r s und der Wessely, die nun zum erstenmal als Partner in einem Film nebeneinander erscheinen. Die Wessely spielt hier eine Rolle, die an jene erste in „Maskerade" stellenweise recht sehr erinnert, und auch wenn man zugeben muß, daß die wundervoll reiche und strömende Entfaltung, die ihr dort (und auch noch später in der „Episode" und als Julika) vom Drehbuch her geboten und angeregt worden war, hier, wiederum vom Buch aus, nicht ganz in gleicher Fülle gestattet ist, so bleibt doch das, was sie geben kann, noch bezaubernd genug — vom ersten Auftauchen des im Halbschatten liegenden Gesichtes und von den ersten, noch kaum belangvollen Worten an, die sie im Abteil auf der Fahrt nach Wien hören läßt. Das Natürliche und Naturkindhafte, das ihr angeboren ist — die Wessely ist die herrlichste „Naive", über die der deutsche Film gegenwärtig verfügt —, paßt zu keiner ihrer früheren Rollen (außer der Julika) so gut wie zu dieser blutjungen Schauspielerin Therese Brandl, die da mit einem steirischen Wettermantel und einem rührenden Hütchen angetan nach Wien gereist kommt und dort ihr neues Leben beginnt — ganz anders, als sie und ihre Gönnerin es sich gedacht haben. Sie spielt
Schienen-ErlebniS.
Man denkt an einen Flußlauf, wenn man auf einer Brücke steht, unter der der Schienenweg einer Eisenbahnstrecke hinführt. Manchmal zweigt bald einEGleispaar ab und entzieht sich rasch dem schweifenden Blick. Oft aber kann man die messerscharf in der Sonne blitzende Bahnspur weit verfolgen, und es ist, als ob sie sich in der Ferne in den Horizont hineinbohre. Wie die Wasser eines Stromes am äußersten Rand des Gesichtskreises zu versickern scheinen. Aber die Schiffe gleiten und ziehen, die Züge der Eisenbahn rollen, rasen, donnern dahin. Obschon das Schiff auch keine Zeit hat, tut es wenigstens so, oder zum mindesten sieht es so aus. Aber die Eil- und Schnellzüge der Eisenbahn sind geradezu Ausgeburten der Hast und des Hetzens.
Es ist das Komische, oder besser gesagt, das Tragische im Menschenleben, daß uns fast alles ins Gegenteil gerät. Die Postkutsche war zu langsam, die Eisenbahn mußte einen schneller von Ort zu Ort befördern. Aus Personenzügen wurden Eilzüge, Schnellzüge, wurde der Schienenzepp, der fliegende Hamburger, und noch ist die Entwicklung nicht abgeschlossen. Aber je mehr Zeit wir mit diesen Errungenschaften zu gewinnen glaubten, um so weniger hatten wir wirklich, um so allgemeiner wurde die heute in aller Mund Gemeinplatz gewordene Klage: „Ich habe keine Zeit!" Zeit nämlich für den eigenen, inneren Menschen, für eine Stunde Einkehr und Sammlung, Zeit für die Seele, die in der Hast des Tages und der wasserfallartig einander überstürzenden Ereignisse zu kurz kommt.
Einen Augenblick lang sind die Gleise frei. Aber man hat nicht das Gefühl, daß die Schienen in Ruhe sind. Wie zwei Läufer rasen sie nebeneinander her, immer in gleichem Abstand, einem fernen Ziele zu. Legt man sein Ohr auf die Schiene, spürt man die Ruhelosigkeit deutlicher. Es dröhnt in der Ferne, es rattert und hämmert näher. Der Rhythmus der rasenden Räder klopft in der Schiene wie das Herz hinter einem Harnisch. Die Gleise gehören zum Eisenbahnzug wie ein Teil seines Selbst. Sie sind in anderer, viel engerer Weise miteinander verbunden, als sonst ein Weg und ein Fahrzeug. Eine Landstraße ist auch ohne Auto eine Landstraße, aber ein Schienenpfad ohne Eisenbahnzug ist ein Unsinn, genau wie ein Eisenbahnzug ohne Gleise hilflos und unmöglich wäre. Erst die rollenden Räder machen ein Schienenpaar
Mater, Tobis Europa
Paula Wessely als Therese Brandl, rade von hier aus ergeben sich auch in diesem jüngsten Wessely-Film einige der stärksten und nachhaltigsten Eindrücke. *
Wir wollen den Verlauf des Abenteuers, welches, wie wir andeuteten, recht eigentlich den Anstoß bildet und schon am folgenden Tage sich als sehr viel ernsthafter und schwererwiegend herausstellt, als Abenteuer in lustigen Wiener Nachtlokalen zu enden pflegen nicht in allen Einzelheiten der Entwicklung bis zum glücklichen und beglückenden Ausklang mit der Vereinigung der beiden Liebenden
„Freuteuch des Lebens
Steppke als Erzieher. — Kleine Erlebnisse mit Großstadtkindern.
Von Adolf 7leß.
vollkommen, geben ihrem Weg Sinn und Erfüllung.
Darum warnen Schilder und Tafeln, Lichter und Läutesignale vor dem Betreten des Bahnkörpers. Wenn die Schienen donnern und dröhnen, rennt der Tod tückisch und grinsend nebenher. Dennoch kennt die Natur keine Scheu vor dem Schienenweg. Schon grünen wieder die Gräser zwischen den Schwellen, und bald werden hochstengelige Schafgarben und Ampfer sich vor den anstürmenden Zügen beugen und sie über sich Hinwegbrausen lassen, ohne Schaden zu nehmen. Einmal sah ich sogar ein Rotschwänzchennest in eine Ecke zwischen Schiene und Schwelle gebastelt. Es war an einer Stelle, wo das Bahngleis über einen Bach führte. Die Vögelchen duckten sich wohl — vielleicht waren sie anfangs ängstlich davongeflattert — in ihrem Nest, wenn das schattende und fauchende Ungetüm über sie hinwegpolterte, aber dann werden sie sich daran gewöhnt haben und zwitschernd und huschend mit ihrer Neftwahl zufrieden gewesen sein, denn Unterhalt für sich und ihre Jungen fanden sie zwischen den Schwellen genug.
Eben schießt wie eine zischende Schlange ein Schnellzug in die Ferne. Wieviel frohe, wieviel wehmütige Herzen jagen mit? Wie viele erreichen ihr Ziel? Wie viele haben es aufgegeben, überhaupt eines zu haben und wissen gar nicht, wo sie von neuem anfnngen sollen! So ist das Leben. Es fahren Züge nach Nord und Süd, nach Ost und West. Heimkehrende und Abschiednehmende sitzen in ihnen. Manche suchen nur die flüchtige Begegnung einer Stunde, eines Taaes, manchen wird eine Station zur Haltestelle ihres Lebens, zur glücklichen Schicksalswende... PB.
Dornoiizen.
Tageskalender für Dienstag.
NSLB. Fachschaft 2: 16.30 Uhr Kreisversammlung im Singsaal des Realgymnasiums: Vortrag: „Die Höhere Schule des Dritten Reiches im Aufbau" von Gaufachschaftsleiter Oberstudiendirektor Dr. Ratz. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Die Kleider meiner Frau". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die ganz großen Torheiten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Sequoia, Herrin der Wildnis". — Bekenntnisgemeinschaft Gießen: 20.15 Uhr Bibel- und Bekenntnisabend im Johannesfaal.
Abschiedsvorstellung für Inge Virkmann.
Heute abend findet im Stadttheater eine Abschiedsvorstellung für Inge Birkmann statt. Es geht
„Oie ganz großen Torheiten."
Gloria-Palast.
Marianne von A n g e r n ist die Autorin des Romans „Die ganz großen Torheiten ; mit diesen Roman ist es merkwürdig gegangen: der Stoss ist schon fünf Jahre alt und wurde als Filmmanuskript gestaltet, als man auf der Suche nach einem Drehbuch für den allerersten Wessely-Füm war. Merkwürdigerweise scheiterte das Projekt, das skript kam in die Schreibtisch-Schublade, in Wien entstanden „Maskerade" und „Episode und machten die Wessely weltberühmt. Viel spater ent sann sich die Autorin des lange vergessenen Manuskriptes, holte es aus dem Schreibtisch hervor, fand es als Roman-Stoff nicht übel und machte auch einen Roman daraus; kaum war er, im vorigen Jahr, in Berlin erschienen, als der Regisseur Carl Froelich, wiederum auf der Suche nach einem Stoff für die Wessely, das Buch erwarb und diesen Film daraus machte. Wahrhaftig ein kurioser Umweg vom Schreibtisch zum Atelier.
Uebrigens endet der Roman unseres Wissens nicht so glücklich wie der Film, aber darauf soll es hier chcht antommen. Die Handlung ist einfach, i- ne Liebesgeschichte in Wien, wie wir — im Film und auch sonst - schon manche erlebt haben Em blutjunges Fräulein aus emem klemstadti chen Pensionat in der Steiermark bekommt em großzügiges Stipendium um an der Schauspielakaderme m Wien für die Bühne ausgebildet zu werden. Sie fährt also eines Tages allem nach Wien und erlebt dort am ersten Abend das entscheidende Abenteuer ihres jungen Lebens. Sie ahnt nicht, daß der Mann in den sie sich in einem luftigen Lokal im Gluck ihrer iunaen Freiheit und ihres neuen Lebens, in der Erwartung einer glänzenden ^"^unft verliebt, ihr künftiger Schauspiel-Lehrer an der Akademie ist: so wenig wie er - von. ihr m einer Schwips- Laune beschwindelt - in diesem nach Wien verschlagenen Naturkinde feine neue Theater chulerin vermuten kann. So beginnt wie em Lustspiel die große Torheit, die Geschichte emer ganz großen Liebe, die Schicksal und Lebensweg Zweier Menschen umstürzend und verwandelnd beeinflußt.
Die Geschichte, die da erzählt wird und den eigentlichen „Inhalt" des, Films ausmacht, erinnert sowohl an .Maskerade als auch an „Burg tbeater": es ist hier wieder wie dort die schwer zu beschreibende Atmosphäre der Stadt Wien, die den
es nicht, mutig sang er weiter. Und als die Mutter all die vergnügten Gesichter sah, auf die ihr Kind strahlendes Gelächter gezaubert hatte, da konnte auch sie nicht anders, sie mußte lachen. Stolz vlick- ten ihre Augen, als sie von ihrem Vierjährigen, der die Menschen für Augenblicke ihre kleinen Sorgen vergessen ließ, erzählte: „Ja, so vergnügt ist unser Hans immer!"
Wenige Minuten hatte dieses kleine Zwischenspiel im hastenden Großstadttreiben gedauert. Das Fenster wurde geschlossen und jeder setzte seinen Weg fort. Auf allen Gesichtern aber lag noch ein Schimmer von Freude. „Schade", meinte einer, „daß es nicht überall im Leden so ein kleines Hänschen gibt, das uns. die helle Seite unseres Daseins zeigt!"
„Es war einmal ..." So müßte diese Geschichte von einem braven Großstadtjungen eigentlich anfangen; denn wer sie liest, wird sie vielleicht für erfunden halten. Aber es ist erst wenige Tage her, daß sie sich zutrug, und sie ist buchstäblich wahr.
Da stand ein altes Mütterchen ratlos vor den Stufen der Treppe, die zum Bahnhof hinaufführt, und sah mit müden Augen in den Strom haftender Menschen. Was sollte werden? Würde sie es allein schaffen. Manchmal schien ihr Blick den Entschluß zu dem großen Wagnis auszusprechen, aber der schwere Koffer, der neben ihr stand, ließ sie wieder zaudern.
Und dann geschah das Wunder. Neben ihr stand plötzlich ein Junge, ein ganz echter, mit blondem Schopf und nackten Knien. Zehn oder zwölf Jahre alt. Ihn dauerte Mütterchens Not, und so machte es einen schönen Bückling und erbot sich, ihr den Koffer hinaufzutragen. „Bis an die Sperre, und ich will nichts dafür haben."
Das alte Mütterchen warf noch einen mißtrauischen Blick auf den kleinen Retter und einen ängstlichen auf den Koffer. Dann stiegen beide die Treppe hinaus, und Mütterchens Augen waren bald gar nicht mehr so trübe.
Als sie in der langen Reihe vor dem Fahrkartenschalter standen, holte Mütterchen aus den weiten Falten ihres Rockes eine uralte Geldtasche, schob umständlich die Druckknöpfe auseinander und suchte mit prüfenden Fingern das Fahrgeld. „Es geht mir alles zu rasch", lächelte sie verlegen den kleinen Knirps an. „Hoffentlich komme ich noch zur rechten Zeit."
Aber Steppke wußte Rat. „Ich bringe Sie schon sicher hin", sagte er beruhigend. Dann trat er auf die Schlange wartender Menschen zu, machte abermals einen schönen Bückling und begann, auf das Mütterchen deutend: „Würden die Herren vielleicht so gut sein ...?"
Er hatte noch nicht ausgesprochen, da nahm das zweite Wunder seinen Anfang. Alle die eiligen und schweigsamen Männer ließen Mütterchen die Fahrkarte außer der Reihe kaufen.
Und es fiel fein.
Die kleine Straße, in der ich das erlebte, unterscheidet sich durch nichts von vielen anderen der Großstadt. Eng aneinander gedrückt stehen die Häuser, als hätten sie es nötig, sich gegenseitig zu stutzen. Grau und düster zieht sich die Häuserfront hm, nur unterbrochen durch das fahle Weiß der Fenstervor- hänge. Und die Menschen? Schweigend hasten sie aneinander vorbei, nur selten seht man sie einen kurzen Gruß tauschen oder wenige Worte wechseln.
Aber das war in den Morgenstunden eines der letzten Tage anders. Vor einem offenen Fenster im Erdgeschoß eines Hauses hatten sich Menschen an- gesammelt. Und ihre Augen waren nicht so ernst wie sonst. Leises Schmunzeln ging über ihre Züge. Man unterhielt sich lachend, und die Blicke wanderten immer wieder zu dem Fenster, aus dem em dünnes Kinderstimmchen klang: „Freut auch des Lebens ..." r . _ . .
Da saß Hänschen zwischen seinen Spielsachen, einigen Bleisoldaten und einem Bären mit abgeschabtem Fell. Die Zuschauer kümmerten ihn wenig. Er stellte seine Krieger in schnurgerader Lime auf. gab dem Bären einen wohlgemeinten Klaps und fang immer van neuem fein „Freut euch des Lebens ..." Wie eine Mahnung an die Menschen klang es. Und sie nahmen sie sich zu Herzen. Die Gesichter hellten sich auf, man kicherte, freute sich und lobte den kleinen Sänger.
Aber dann wurde der kleine Hans ernst. Die Mutter war erschienen und hatte ein ganz klein wenig vorwurfsvoll seinen Namen qerufjn. „Hänschen, kannst du nicht ruhig sein?' Hänschen kannte^
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zum letztenmal das Lustspiel „Die Kleider meiner Frau" von Waldemar Frank in Szene. Spielleitung der Intendant. — Diese Vorstellung findet als 32 Dienstag-Miete, als letzte Vorstellung der Dienstag-Miete, statt. Anfang der Vorstellung 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. — Schluß der Winterspielzeit 1936/37.
Hitler-Jugend Bann 116 Gießen.
Heute 20.15 Uhr haben alle Führer des Unterbannes 1/116 (Gefolgschaft 1 bis 5/116, MHI., Motorschar, Nachrichten schar und Fliegergefalgschast) auf dem Ludwigsplatz anzutreten. Die Standartführer von Heuchelheim, Klein-Linden und Allen- dorf (Lahn) sind für die Anwesenheit ihrer Unterführer verantwortlich. Die Führerausweise werden heute abend ausgegeben.
BDM., Unterbau 116, Gießen.
Bett. BDM.-Schwimmen.
Das Schwimmtraining wird jetzt in der Müller- schen Badeanstalt fortgesetzt. Dienstags von 19 bis 20 Uhr. Eintritt 10 Pfennig. Ausweis mitbringen.
Die Untergausportwartin.
ZM. Unferflau 116, Gießen.
Dienstbefehl.
Alle IM.-Gruppen- und Scharführerinnen des Standortes Gießen kommen Dienstag, 25. Mai, um 18.30 Uhr, zu einer wichtigen Besprechung auf die Dienststelle des Untergaues.
Zusammenschlußallergewerbsniäßigen Krastfahrzeugvermieter.
Nichlanmeldirng wird bestraft.
DNB. Alle Unternehmer und Unternehmen, die gewerbsmäßig Personen- ober Lastkraftfahrzeuge (ohne Stellung eines Fahrers) vermieten, haben sich laut Anordnung des Reichsverkehrsministers zum Zwecke ihrer fachlichen Eingliederung bei der Reichsverkehrsgruppe Kraftfahrgewerbe, Berlin-Charlottenburg 2, Hardenbergstraße 9a, anzumelden. Dies gilt auch für Unternehmer, die bereits aus anderem Grunde dieser Reichsoerkehrsgruppe angehören. Nichtanmeldung ist unter Strafe gestellt.
Reichsbahn - Krastomnibusverbindung Frankfurt-Gießen.
Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. hat wie nach den Taunusbädern und darüber hinaus nach Süd- und Westdeutschland, nun auch nach Gießen eine Reichsbahn-Kraftomnibusoerbindung geschaffen. Vom Hauptbahnhof in Frankfurt a. M. kann man nun, wie nach Stuttgart, Baden-Baden, Mannheim, Saarbrücken oder Bad-Nauheim, auch täglich nach Gießen bequem und schnell gelangen. Die Fahrt über die Reichsautobahn ist zudem noch ein schönes Erlebnis. Der Ausblick vom Omnibus über die Taunuswälder und über die goldene
KAMILLOFLOR
FÜR BLONDES HAAR
edesÜaar braucht seine ufieqe !
das Abenteuer so locker und beschwingt, wie man eine flüchtige Stunde hinnimmt — aber sie läßt die Liebe, die daraus blüht, so mitempfinden, daß man sie als das schicksalhaft entscheidende Erlebnis zweier Menschen begreift.
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Forster, den man lange nicht im Film sah, gibt den Schauspiellehrer Dr. Dahlen: manche seiner Szenen erinnern an ähnliche Situationen in „Maskerade": aber dort war Wohlbrück der Partner, und Wohlbrück ist Wiener oder jedenfalls liegt das Wienerische seinem Wesen nahe, wie man sich vielleicht aus „Jack Mortimer" erinnern wird: Forster hingegen ist Norddeutscher von Natur und Temperament, und wenn sich das schon, um der Rolle willen, schlechterdings nicht ins Oesterreichische transponieren ließ, so wandelt sich das Wesen des Grandseigneurs, das Forster stets umgab und auch hier noch sehr spürbar ist, ein wenig ins Bohemehafte ab, lockert und mildert sich in der Nervosität des Künstlermenschen, des Theatermannes, auch in einer gewissen grüblerischen Melancholie, die fast alle seine Szenen beschattet — und mit solchen Zügen trifft er den, der hier gemeint war, vorzüglich. Forster und Wessely: welche Kontraste des Temperaments wie der äußeren Erscheinung: man begreift, was die Hersteller des Films an solcher Gegenüberstellung gereizt hat. —
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Neben beiden Gustav Waldau als Graf Hoyer: ein scharmanter alter Herr von goldnem Humor; Hedwig B l e i b t r e u, die Gräfin, sehr fein und gütig und mütterlich besorgt; Hilde W a g e n e r, mit großem Takt die nicht sehr dankbare Rolle der weiblichen Gegenspielerin dirigierend; Gretl Th ei- m e r als spritzige Chansonette vom „Großmogul"; Hans Olden als Dahlens Sekretär in einer gut beobachteten Charge. — Benatzky schrieb die geschmeidig und feinfühlig begleitende Musik. — (Tobis Europa.)
Zuvor läuft ein vielseitig interessantes Beiprogramm. Hans Thyriot.
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Ernannt wurden: der ao. Professor Dr. Werner K u h n an der Technischen Hochschule Karlsruhe zum Ordinarius für physikalische Chemie an der Universität Kiel: der ao. Professor Dr. Julius D ö r f f e I an der Universität Königsberg zum Ordinarius für Dermatologie an der Universität Halle.


