Ausgabe 
24.3.1937
 
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Mittwoch. 24. Marz 1YZ7

187. Jahrgang

Nr. 70 Erstes Matt

Eichener Anzeiger

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Steigerung der landwirffchafflichen Produktion

Mlioralion

le-

Förderung des Kartoffelanbaus

das Werk unseres Führers einsetzt, dann kann auch

mir hierbei besonders darauf an, die schwachen nach meiner festen Ueberzeugung der Segen des Schultern des marktfernen und mit schlechteren-1 Himmels für unsere Arbeit nicht ausbleiben und

Es hat sich erwiesen, daß der R o g g e n p r e i s , der entscheidend für die Produktion der leichten Böden des Ostens ist, in einem falschen Ver­hältnis zum Futtergetreidepreis steht. Mein Aufruf zur Ablieferung von Brotroggen hat infolge des niedrigen Roggenpreises zu volkswirt­schaftlich nicht vertretbaren Verlusten bei den Be­trieben geführt, die den Roggen abgegeben haben und dafür teurere Futtermittel kaufen mußten. Nun ist es aber einerseits nicht möglich, den Durchschnittsbrotpreis in Deutsch­land zu erhöhen. Andererseits kann es nicht Aufgabe des Staates sein, künstlich den Brot­preis zu ermäßigen. Ich habe daher angeord­net, daß zwar der R o g g e n p r e i s je Zentner im gewogenen Durchschnitt von 8 Mark a u f 9 Mark erhöht wird, die Zuschüsse hierzu je­doch aus anderen Einnahmesparten der deutschen Landwirtschaft, in erster Linie beim Brau­gerstenpreis, abgeschöpft werden. Es kommt

Es ist klar, daß eine weitere Intensivierung der Landwirtschaft, die volkswirtschaftlich notwendig ist, einen stärkeren Einsatz von Betriebsmit­teln erfordert. Nun sind gerade die weiten Gebiete des Ostens und Südens nicht in der Lage, aus eigenen Mitteln ihr Betriebskapital zu vergrößern, und auch wegen ihrer Verschuldung nicht m der Lage gewesen, bisher genügend Kredite auf­zunehmen. Die Hergabe von Krediten richtete sich bisher danach, ob bankenmäßige Sicher­heiten gegeben waren. Um jedoch die landwirt­schaftliche Produktion zu erhöhen, müssen volks­wirtschaftlich notwendige Kredite gegeben werden. In Zukunft müssen hierfür selbstverständlich die Mittel des allgemeinen Kreditmark­tes in weitestgehendem Maße eingesetzt werden. Vorerst habe ich eine erhebliche Summe von Reichsmitteln für mittelfristige Kre­dite zur Verfügung gestellt, aus dem Sonderver- mögen der Rentbankkreditanstalt nicht nur für Ent- schuldungsbetriebe, sondern für alle schwachen Be­triebe, gleich ob Erbhof oder nicht, die bisher einen Kredit nicht erlangen konnten. Diese Kredite sollen nur als Betriebsaufbaukredite verwen­det werden.

Die IV. Durchführungsverordnung zum Erbhof­gesetz gibt die Möglichkeit, Bauern, die ihrem Be­trieb nicht gewachsen sind, durch Betriebsaufsicht und Einsetzung eines Treuhänders zur besseren Betriebsführung anzuhalten oder schließlich durch Zwangsverwaltung einen ungeeigneten Mann durch einen besseren zu ersetzen. Analog habe ich eine Verordnung fürdieübrigenlandwirt- schaftlichen Betriebe erlassen. Auch hier wird von der Verwarnung über die Aufsicht und den Treuhänder bis zu der Zwangsverpachtung durch Gerichtsbeschluß eingegriffen werden können.

dann in längerer Rede die Maßnahmen, um durch stärkste Steigerung der landwirtschaftlichen Er­zeugung die Ernährung des deutschen Volkes, so­weit irgend möglich, auf deutschem Boden sicher-

Als erste Aufgabe ist die Erweiterung und Ver­besserung der Nutzflächen von e:"h p; fordert worden. Auf meine Veranlassung sind für das Jahr 1937 200 Millionen Mark zur Förderung von Landeskulturarbeiten vorgesehen, davon 110 Millionen Mark als Beihilfen des Reiches und der Länder. Diese Mittel werden in erster Linie für rasch wirkende Maßnahmen eingesetzt werden, ins­besondere zur F ö r d e r u n g der Acker- und Grünlanddränage, der landwirtschaftlichen Folgeeinrichtung nach vollendeter wasserwirtschaft­licher Regelung und der O e d l a n d k u l t u r vom Hose aus. Diese Mittel erhöhen sich von Jahr zu Jahr bis auf 300 Millionen Mark im Jahre 1940. Mit der gesamten Summe von über einer Milliarde Mark wird die Ver­besserung von rund 2 Millionen Hek­tar möglich fein. Da der einzelne Betrieb in den Genuß der Beihilfe kommen kann, ist die Gewähr dafür gegeben, daß auch der k l e i n st e Bauer und Landwirt mit voller Kraft an die Verbesserung seiner Nutzflächen Herangehen kann.

mentlich des N o r d w e st e n s , gleichfalls durch Erweiterung ihrer Kartoffelanbaufläche von der reinen Getreidemast zur Kartoffelmast übergehen.

Erhöhung des RoMlwreises.

den bedachten Ostens auf Kosten der starken Schultern der Landwirtschaft Mittel- und W e ft* deutschlands zu entlasten.

Kredtthilfe

Roch mehr leisten als bisher!"

Ministerpräsident Göring schafft die Voraussetzungen für verstärkten Einsatz des Bauern tm Dienst der Sicherstellung unserer Ernährung.

die Lage versetzen werden, die noch vorhan­denen Produktionsreserven in be­schleunigtem Tempo zu mobilisieren mit dem Ziel einer wesentlichen und alsbaldigen Steigerung unserer inländischen Nah­rungsmittelproduktion. Ich bin mir be­wußt, daß man in der Landwirtschaft niemals die Produktion in der Weise steigern oder senken kann, wie das in der Industrie der Fall ist. Jedoch müssen alle die Voraussetzungen geschaffen wer­den, die von Menschenhand für eine Produktions- | steigerung geschaffen werden können. Um Ihnen,

Ausbau der Wirlschafisberatung

Alle diese Maßnahmen werden sich nur dann rasch und richtig auswirken, wenn sie ergänzt wer­den durch einen stärkeren Ausbau und eine Ver- einerung der Wirtschaftsberatung. Zu die- em Zweck sind große Mittel zur Verfügung gestellt. Die Wirtschaftsberatung muß bis zum letzten H o f durchstoßen. Grundvoraussetzung für eine zu­verlässige, den Verhältnissen des einzelnen Hofes entsprechende Wirtschaftsberatung ist die H o f - karte, die nicht nur dem Wirtschaftsberater einen zuverlässigen Einblick in die betriebswirtschaftliche Lage des Hofes zu geben bestimmt ist, sondern uns selbst ein sicheres Urteil für die Beurteilung der gesamten Produktionslage der Landwirtschaft geben wird.

Landarbettersrage.

Gorinas Rundsunkansprache.

Ministerpräsident Generaloberst Göring sprach am Dienstagabend zu den Führern des Reichsnährstandes über Fragen der Stei­gerung der landwirtschaftlichen Er­zeugung im Rahmen des Vierjahresplanes. Die Kundgebung wurde auf alle deutschen Sen - der übertragen und vom gesamten deutschen Landvolk in G e m e i n s ch a f t s e m p f a n g e n ge­hört. Reichsbauernführer Reichsmmister Da r r 6 meldete anwesend 359 obere Führer und Beamte des Reichsnährstandes und des Reichsernährungs­ministeriums. Ministerpräsident Göring entwickelte

Preiserhöhung für Fabrittarwffeln.

Die zweite entscheidende Maßnahme ist ide Schaf­fung der Voraussetzung für einen erweiterten Kartoffelanbau. Da der Weltmarkt mit seinen Futtermitteln uns nicht mehr zur Verfügung steht, muß Deutschland auf seinem Boden durch Ausdehnung der intensiven Hackfrüchte mehr Futtermittel produzieren als bisher. Hierbei spielen neben der Futterrune die Kartoffel­erzeugnisse eine entscheidende Rolle. Daher habe ich für das neue Wirtschaftsjahr 1937/38 un­geordnet, daß die Preise für Fabrikkartos- feln von 17 auf 20 Pf je Kilogramm Starke er­höht werden, wozu jeweilig ab 1. Januar ein Einmietungszuschlag von einem weiteren Pfennig je Kilogramm Stärke hinzukommt. Das Ziel ist, die F l o ck e n p r o d u k t i o n zu verviel­fachen und mit diesem Futtermittel eine erweiterte Grundlage der S ch w e i n e m a st zu erreichen. Die Preise für S p e i s e k a r t o f f e l n werden natürlich nicht erhöht. Die durch die neuen Fabrikkartoffel­preise gestiegenen Preise für Flocken werden durch öffentliche Mittel gesenkt und damit den Preisen anderer Futtermittel angepaßt. Ich setze als selbstverständlich voraus, daß alle Betriebe, na-

Jch bin mir bewußt, daß eine der entscheidendsten Fragen einer Mehrerzeugung in der Landar- beiterfrage liegt. Ich werde für einen weit­gehenden Einsatz des Arbeitsdienstes sorgen. Ich habe unter Heranziehung der Preußi­schen Landesrentendank die Voraussetzung für den Einsatz von 44 000 000 Mark für den Bau von Werkswohnungen, Heuerlingswohnungen und ländlichen Eigenheimen geschaffen. Gegen eine ge­ringe monatliche Rente von 12 bis 14 Mark kann danach eine Landarbeiterwohnung erstellt werden. Damit wird gerade den kapitalarmen Betriebs­inhabern die Möglichkeit gegeben, die notwendigen anständigen Wohnungen für ihre Gefolgschaftsmit­glieder zu bauen. Bis dieses Programm sich aus­wirken kann, wird die Reichsanstalt für Arbeits­vermittlung verstärkt für Landarbeiterwerkswoh- nungen jeglicher Art Zuschüsse aus ihren Mitteln bewilligen, besonders in denjenigen Gebieten, in denen der Hackfruchtbau vorwiegt. Bauern und Landwirte können für den Bau einer Lanb- arbeiterwohnung einen Gesamtzuschuß von 1 8 0 0 Mark innerhalb von sechsJahren erhalten, wenn der Wohnungsbau am 1. Juli 1937 begonnen und spätestens am 1. November 1937 im Rohbau erstellt ist. Die Landflucht, an die mancher heute noch wegen einer momentanen Besserstellung bei städtischer Arbeit benft, muß aufhören. Ich werde die Landflucht in Zukunft als ein Ausweichen vor der Verantwortung gegenüber der gesamten Volkswirtschaft behandeln.

Im übrigen wird die Not an Landarbeitern auch noch durch verstärkten Einsatz arbeitsparen­der Maschinen erleichtert werden. Auch hier­für habe ich größere Mittel zur Verfügung gestellt. Habt keine Sorge, daß ihr in der Ernte keine Leute haben werdet, um das in die Scheuern zu holen, was ihr im Herbst und Frühjahr gesät habt. Deutschland braucht die Ernte. Ich habe daher be­reits jetzt Mttel und Wege gefunden, um euch die jetzt noch fehlenden Kräfte für Pflege und Ernte­arbeiten voll und ganz zur Verfügung zu stellen. Keiner darf daher von heute ab aus der Sorge her­aus, daß ihm für diese Pflege- und Erntearbeit die Arbeitskräfte fehlen werden, sich meiner Forderung zur Mehrerzeugung entziehen. In den vergangenen Wochen haben wir unaufhörlich gearbeitet, um die Maßnahmen vorzubereiten, die euch helfen sollen. Es war eine schwere Arbeit, besonders für mich, der ich mich erst in die Probleme bineinarbeiten mußte. Wenn ihr so an die Arbeit geht und das ganze deutsche Landvolk, ob Grundbesitzer ober i Kleinbauer, sich mit nicht mehr zu übertreffender ; Tatkraft für die Erzeugungsschlacht und damit für

Die Kalidüngemittel werden also am 16. Mai 1937, einschließlich einer vorgesehenen Frachtermäßigung um 25 v. H. gesenkt.

Dom 1. Juli 1937 ab werden die Frachten für Kalidüngemittel praktisch gesenkt. Kalk ist die Grundlage für die richtige Ausnutzung sämtlicher Düngemittel. Ich erwarte daher, daß diese Hilfe euch, deutsche Bauern und Landwirte, veranlaßt, weitgehend den Kalkzustand eurer Böden zu verbessern. Die Preissenkungen können nur bann auch nach Beendigung des Vierjahresvlanes durch­gehalten werden, wenn der D ü n g e r a b s a tz für jedes einzelne Düngemittel erheblich gestei­gert wird. Mindestens müssen nach vier Jah­ren für jedes Düngemittel 3 0 v. H. mehr ver­braucht werden als im letzten Wirtschaftsjahr. Ich erwarte jedoch, daß der Absatz ein wesentlich höherer sein wird, denn es handelt sich nicht darum, den Reinertrag der landwirtschaftlichen Be­triebe zu verbessern. Ich habe mit dieser Maß­nahme eine Vorausleistung bewirkt. Ihr Bauernsührer steht mir dafür ein, daß dieser Vor­ausleistung bei jedem Bauern und Landwirt die Gegenleistung gegenübersteht. Die erstrebte Ertragssteigerung würde trotzdem nicht voll erreicht werden, wenn nicht für eine ausreichende Humusversorgung der stärker zu düngenden Böden Sorge getragen wird. Es ist notwendig, die Mehrerzeugung und Verwendung von hochwer­tigen wirtschaftseigenen Düngemit­teln zu fördern. Daher habe ich beträchtliche Reichsbeihilfen zum Bau zweckmäßiger neuzeitlicher Dungstätten und Jauchegruben bereit­gestellt.

eine Möglichkeit der Ausdehnung ihrer Dün­gergaben möglich, wenn dem nicht das Risiko der Witterung entgegenstehen würde. Man wagt nicht den letzten Einsatz, der volkswirtschaftlich not­wendig ist, weil privatwirtschaftlich gesehen, jede Witterungsungunst bei hohem Düngerkonto zu einem schweren Rückschlag und sogar zu einer Ver­schuldung führen kann. Heute aber geht es um höch ste Roherträge. Ich habe für die näch­sten vier Jahre folgende Düngerpreiser- mäßrgungen angeordnet:

Die Preise für Stickstoffdüngemittel werden im Durchschnitt um 3 0 v. H. gesenkt. Diese Preissenkung wird die verschiedenen Stick­stoffdüngemittel verschieden treffen, je nachdem, ob die Leistungsfähigkeit der Werke für em Stickstoft- düngemittel bereits voll ausgenutzt ist oder nicht. Die Preissenkung wird rückwirkend vom 1 Ja­nuar 1 9 37 durchgeführt. Die Differenz zwischen dem alten und neuen Preis wird durch entspre­chende Gratislieferung von weiterem Dünger zu- rüämrgütet, um noch für dieses Frühjahr die Vor­aussetzung für einen stärksten Einsatz van Stickstoff­dünger zu gewährleisten.

Um die Flurbereinigung schneller vor­wärts zu treiben, sind gleichfalls höhere Mittel in den Reichsetat eingesetzt worden. Das wird zum raschen Abschluß der Verfahren führen. Eine be­sonders wichtige Hilfe leistet der Staat bei der Umwandlung von schlechtem. Grün­land in Ackerland und Weide. Die Zu­schüsse des Reiches betragen hier pro Hektar im ersten Jahr durchschnittlich 100 Mar?, die in den nächsten Jahren ermäßigt werden. Ich verlange von der Landwirtschaft, von diesen Beihilfen weitestgehend Gebrauch zu machen, um die knappe Ackerfläche Deutschlands zu erweitern.

Für die Steigerung der Intensität der deutschen Landwirtschaft habe ich fünf entscheidende Maßnahmen getroffen:

Senkung her Düngennttelpreise

Das nationalsozialistische Deutschland sieht eine 1 seiner wichtigsten Aufgaben darin, die Ernährung i des deutschen Volkes aus eigener Scholle soweit nur < irgendmöglich sicherzustellen, also im Verbrauch i landwirtschaftlicher Erzeugnisse das Schwergewicht , auf die heimische Produktion zu legen und nicht mehr, wie das einst der Fall war, wähl- und hem­mungslos Nahrungsmittel aus dem Auslande her­einzunehmen. Diese in der Vergangenheit geübte Politik hat den deutschen Nährstand an den Rand des Abgrundes gebracht und hat seine Kräfte derart verbraucht, daß es erst jahrelanger harter Arbeit bedurfte, um dem deutschen Bauern in der Lebens- mittelerzeugung wieder den Platz einzuräumen, der ihm van Reichs wegen zukommt. Wir haben ge­sehen, daß die Erzeugungsschlacht steigende Erfolge brachte, daß es also durchaus möglich ist, einen ganz erheblichen Teil der Volksernährung aus dem deutschen Acker zu gewinnen.

Ader noch sind wir nicht soweit, um sagen zu können, daß in dieser Beziehung das Letzte erreicht ist. Zwischen dem Reichsbauernführer Darre und dem preußischen Ministerpräsidenten Generaloberst Göring, dem Beauftragten für den Vierjahresplan, ilt ein Abkommen geschlossen worden, daß darin gipfelt, alle Kräfte zum Nutzen der Volksernährung aufzubieten und dafür zu sorgen, daß der deutsche Boden noch höhere Erträgnisse abwirft, als das bisher der Fall war. Wir stehen also am Anfang einer neuen Offen­sive auf dem Gebiete der Ernährung, die in ver­hältnismäßig kurzer Zeit das schaffen soll, was unter normalen Verhältnissen erst in einem langen Zeitraum erreicht werden kann. Die Gründe, wes­wegen ein beschleunigtes Tempo angewandt werden muß, liegen auf der Hand. Sie sind vornehmlich in den Devisenschwierigkeiten begründet, sie resultieren aber auch aus der Erkenntnis, daß es durchaus möglich ist, bei sachgemäßem Vorgehen die Entwick­lung zu beschleunigen und bestimmte Ziele schneller zu erreichen. .

Im einzelnen haben Darre und ©bring Verein­barungen getroffen, die sich auf die Hebung der Leistungsfähigkeit des Ackerbodens beziehen. Preissenkungen für Stickstoff- und Kali­düngemittel werden zu vermehrter Verwendung die­ser Düngemittel führen. Da es aber nicht angeht, nur mit Mineraldünger zu arbeiten, also auch die natürlichen Düngemittel verbraucht werden müssen, ist beschlossen worden, der Landwirtschaft durch den Bau von Dünge- und Jauchegruben beizuspringm. Was zu diesem Zweck in die Landwirtschaft hinein­gesteckt wird, ist eine sorgfältig durchdachte Kombi­nation. Es handelt sich, wenn man Düngemittel­aktion, Meliorationsprogramm, Kredithilfen, Rog­gen- und Kartoffelpreiszuschüsse zusammenrechnet, um gewaltige Summen. Sie werden zum größeren Teil durch den alten Grundsatz der nationalsozia­listischen Wirtschaft beschafft: Steigerung des Umsatzes als Ersatz für bie Prelsver- b i l l i g u n g. Die Düngemittelindustrie erhält für die so einschneidenden Preisermäßigungen die Ge­wißheit einer selbst für ihre Verhältnisse mächtigen Steigerung der Düngemittelabnahme. Die E'sen- bahn hat bei dieser Gesamtregelung erhebliche Opfer gebracht, denn bei der Vernachlässigung der Kalk­düngung in der deutschen Landwirtschaft im letzten Jahrzehnt steht bas Problem der höheren Kalkung des Bodens mit im Vordergrund der Leistungs­steigerung. Soweit wir unterrichtet sind, wird in Zukunft das Problem der Gewinnungfteuen Ackerlandes aus Oedland, Moor, Wiesen usw. mehr als bisher unter dem reinen Gesichtspunkt möglichst rascher Steigerung der Erzeugung gesehen werden. Dem Arbeitsdienst steht ebenso wie der HI.

, im Rahmen dieser neuen großen Welle ein so weites und wichtiges Tätigkeitsgebiet als Helfer der Er­zeugungsschlacht offen, daß mir nicht Manner ge­nug haben werden, um die Aufgaben zu losen. In diesen Rahmen hinein gehören darum auch die recht . erheblichen Mittel für den Bau von Landar­beiterwohnungen und die Sicherung der Arbeitskräfte für die Ernte. Es ist fchon öfter der Grundsatz verkündet worden zuletzt beim Grünlandumbruchhöchster Fruchtertrag aus dem Hektar", d. h. Höchstausnutzung durch An­bau neuer Früchte. Darum jetzt auch die Stei­gerung des Kartoffelanbaus, denn ein mit Kartoffeln bestellter Hektar kann doppelt so­viel Menschen ernähren wie ein mit Roggen be­bauter. Das Wichtigste: Brot- und Speise- kartoffelpreise bleiben für d e n Ver­braucher unberührt. Wichtiger ist noch, vor allem für die leistungsstarken Betriebe, die Bereit­stellung der Kredite zum Ankauf von Maschinen usw. Ein mächtiges, in sich geschlossenes Programm, von dessen Erfüllung gerade jetzt so viel abhangt!

Der Aufstieg der deutschen Landwirtschaft im letz­ten Jahrhundert und ihre heutige hohe Intensität sind neben den Erfolgen auf dem Gebiet der Saat­zucht in erster Linie durch die Einführung der künstlichen Dünguna bedingt. Aber nur ein Teil der landwirtschaftlich lands gibt heute die für eine Vl

_ _________________ z , ien Betriebe Deutsck-

lands gibt heute die für eine Vollernte erforderliche Volldüngung. Ein großer Teil der landwirt­schaftlichen Betriebe düngt heute noch zu wenig oder falsch, insbesondere in B a y e r n. Die Ur­sache liegt neben einer noch nicht genügenden A u f- k l ä r u n g im wesentlichen an dem hohen Auf­wand, den das Düngerkonto in den Gesamtaus­gaben des Betriebes emnimmt. Aber auch für die bisher voll düngenden Bauern und Landwirte wäre

zustellen. Er führte u. a. aus:

Bauernführer! Deutsche Bauern, Bäuerinnen und Landarbeiter draußen im ganzen Land! Im Zuge der Erzeugungsschlacht der letzten Jahre ist es zwar gelungen, den Grad der Abhängigkeit unserer Lebensmittelversorgung vom Auslande auf 17 v. H. des Gesamtbedarfes herabzudrücken. Deutsch­land kann sich jedoch mit diesen Erfolgen nicht 3^.,...,, friebengeben. Ich habe deshalb im Rahmen des deutsche Bauern und Landwirte, die von mirge- Vierjahresplanes eine Reihe von entscheidenden forderten Aufgaben zu erleichtern, habe ich nach- Maßnahmen eingeleitet, die die Landwirtschaft in | f 0 I g e nb e Maßnahmen angeorbnet.