Ausgabe 
23.10.1937
 
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Ur. 248 Erstes Blatt

187. Jahrgang

Samstag, 23. Oktober 1937

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Nach Gijons Soll

Die Nordfront hat aufgehört zu existieren." Dieser lapidare Schlußsatz des nationalspanischen Heeresberichts vorn Donnerstagabend läßt bereits Men, welche vielleicht einmal ausschlaggebende Be- di_itung für den ganzen weiteren Verlauf des fpani- scen Bürgerkrieges der Einnahme von Gijon durch d: Truppen des Generals ~ Frattco zuzuschreiben (wird. Daß der Fall Gijons, des letzten Hafens an spanischen Atlantikküste, der sich noch in bolsche- ischer Hand befand, nahe bevorstand, wußte schon aus Mitteilungen sowjetspanischer Flie- die zusammen mit roten Funktionären recht- g das Weite gesucht hatten und bei ihrer Lan- 1 auf dem französischen Flugplatz Biarritz von eren Tumulten, Brandstiftungen und Plünde­rn berichtet hatten, die die bolschewistischen den nach bekannten Mustern verübt hatten, v)or sie Gijon hatten räumen müssen, um der mit d' von ihnen monatelang bis auf Blut gepeinigten u b nun durch das schnelle Herannahen der Be- früer zu offenem Widerstand ermutigten Bevölke- mg zu entgehen. Es kann kaum noch jemand ver- Wndern, daß die marxistische Boulevardpresse von

Wie ist die deutsche Ernte ausgefallen?

Mit tiefer Befriedigung lieft jeder achtsame Deutsche die eben erschienene Erntevorschät­zung des Statt st ischen Reichsamtes ür den Monat September. Wir erinnern uns, daß dieses Jahr mit seinen vielen Auswinterun­gen, mit seinem späten Frühjahr, mit seiner hefti­gen Hitzeperiode Ende Mai und mit seiner Feuch­tigkeit im Hochsommer zu mancherlei Befürchtun­gen Anlaß gegeben hat. Es ist viel besser gekommen als selbst Optimisten zu hoffen wagten. In Kartoffeln und Zuckerrüben haben wir eine Rekordernte:Wie noch nie!" Das ist ganz wörtlich zu nehmen. Die Getreideernte teht allerdings hinter der vorjährigen Ernte teil­weise zurück. An Brotgetreide werden 1937 voraussichtlich 11,25 Millionen Tonnen gegen 11,91 im Vorjahr geerntet werden, was eine Verringe­rung von rund 658 000 Tonnen bedeutet. Umge­kehrt bringen Gerste, Hafer und Meng- getreibe in diesem Jahr etwa 584 000 Tonnen

mehr. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Anbau­flächen veringert worden sind und daß eben wegen der erwähnten Auswinterungsschäden vielfach Nachsaaten von Sommergetreide vorge­nommen werden mußten. Teilweise dürfte das Stroh wenig befriedigt haben, weil durch die klimatischen Wechsel von Hitze und Regen je­weils zur unrechten Zeit die Strohentwicklung besonders auf leichteren Böden gehemmt war. Um­gekehrt haben gerade diese leichteren Böden ent­scheidend zur Rekordernte an Kartoffeln und Zuckerrüben beigetragen, während die schweren Böden für die Hackfrüchte etwas zu viel Regen be­kamen. Im ganzen ist die Ernte 1937 eine ange­nehme Enttäuschung. Um mit einer verhältnis­mäßigen Nebensache zu beschließen: der Anbau von Zwischenfrüchten und auch von Mais hat stark zugenommen und hilft Lücken zu stopfen. In vielen Gegenden Deutschlands war es geradezu eine Neuheit", ausgedehnte Maisfelder anzutreffen.

ertrüge auf 50,58 Millionen Tonnen zu beziffern sein. Unter Berücksichtigung der Frühkartoff eern t e, deren Erträge sich endgültig auf 1,71 Mil­lionen Tonnen beziffern, ergibt sich für das Reich ein Gesamtertrag von rund 52,3 Millionen Tonnen, das sind 7,5 Millionen Tonnen --16,7 v. H. mehr als im sechsjährigen Mittel. Die diesjährige Kartoffelernte verspricht somit jeden früheren Rekord zu übertreffen. Die bisher größte Ernte ist im Jahre 1936 mit 46 Millionen Tonnen erzielt worden.

Die Zuckerrübenernte im Reich insgesamt wird nach voraussichtlicher Schätzung auf 14,01 Millionen Tonnen veranschlagt, das sind 15,9 v. H. mehr als im Vorjahr und 38,8 v. H. mehr als im sechsjährigen Mittel. Im Vergleich zum Vor­jahr ist dieser erhebliche Mehrertrag auf die Ver­größerung des Anbaues um 17,2 v. H. zurückzu­führen, im Vergleich zum langjährigen Mittel außerdem noch auf die wesentliche Erhöhung des Hektarertrages.

(Scherl-Bilderdienst-M.)

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Hcris diesen völlig klaren und bei zahllosen frühe­re? Vorfällen ähnlicher Art dokumentarisch bewie- jftn Tatbestand schleunigst dahin umzufälschen veisucht, daß sie dreist behauptet,faschistische glmeuge" hätten Gijon in Brand gesteckt. Die 2e«denz dieses neuen Greuelmärchens im Stil von Oiernica liegt zu eindeutig auf der Hand, als daß nm annehmen könnte, diese Zwecklüge fände im Msland noch ein gläubiges Publikum. Niemand kirn ja in Wahrheit weniger Interesse haben an bei Zerstörung einer Stadt, deren Uebergabe, wie e- ffich ja inzwischen erwiesen hat, damals nur noch eirc Frage von Tagen war, als General Franco, de en ganzes Bemühen ja dahin geht und auch da in gehen muß, die von den Bolschewisten be- fe|cen Landesteile in einem Zustand in seine Hand (tu bekommen, der für das ohnehin schwere und !fo; fpielige nationale Aufbauwerk die denkbar gün- ftijten Voraussetzungen bietet. Daß aber zerstörte Feder, niedergebrannte Städte und eine ausge- iplinberte Bevölkerung es der nationalspanischen Steuerung außerordentlich erschweren, den durch b?r nationalen Vormarsch befreiten Provinzen die {Segnungen einer auf Hebung des allgemeinen Wohl- flaibs gerichteten Verwaltung zuteil werden zu iajiLn, muß auch in dem Franco mißgünstigen Ausland jedem einleuchten, der stch in dem Wust Marxistischer Greuellügen einen Rest gesunden Men- syimverstandes bewahrt hat.

1 Die Bedeutung des Erfolges, den General Franco bmrf) die Einnahme von Gijon und des 40 Kilo- W er weiter westlich gelegenen Hafenstadtchens I 2v les an die nationalspanischen Fahnen geheftet

Ejal, wird durch diese journalistische Begleitmusik aus f hjtaris und London nicht geschmälert. Man kann sich st mich dort nicht länger der Erkenntnis versagen, i baf General Francos militärpolitische Lage i tilg dem Zusammenbruch der Asturienfront sich gar 3 erheblich verbessert hat, da er nun sich mit 6js satz seiner ganzen Kraft nach Osten und Süden ; »erfen kann, ohne befürchten zu müssen, durch bol- sh-wistische Operationen in seinem Rücken aufge- fpl-en zu werden und eigene Pläne durchkreuzt zi sehen. Diese unerträgliche und gefährliche |3acngslage des Zweifrontenkrieges zu beseitigen, Nutzte' das wichtigste Ziel der nationalspanischen ^ügrung werden, sobald es sich nach der nationalen (rxebung im Sommer 1936 her ausgestellt hatte, W- über das ganze Land verstreut beträchtliche - Huwinzteile im festen Besitz der Bolschewiken ge- iütben waren, die nacheinander von den nationalen Srippen regelrecht erobert werden mußten. In den folc enlben Monaten bildeten sich erst die mehr oder Williger zusammenhängenden Fronten heraus, Aigdem der Versuch, Madrid im ersten Ansturm zu mimen, mißlungen war und der Vormarsch auf fBcrcelona am Ebro steckengeblieben war, und man quq im Süden nicht über die Provinz Granada hin­an- gelangt war. Im Rücken der in riesiger Aus­übung von den Pyrenäen bis zur Sierra Nevada Ecr.pfenben nationalspanischen Truppen waren die Itm Besitz der Bolschewiken befindlichen drei bas* fildi en Provinzen, Asturien und das nördliche Leon, ein. ständige Bedrohung, die dadurch noch ärger itlirbe, daß das Loch von Jrun an der französisch- sfaiiischen Grenze den Bolschewiken den Nachschub Da ausländischen Hilfsvölkern aus aller Herren Ludern und von Kriegsmaterial meist französischer uni sowjetrussischer Herkunft in fast unbeschränk- tirr Ausmaße erlaubt. Hier durch einen entscheiden­de Schlag eine Wandlung herbeizuführen, sobald dir Lage an den verzettelten und unübersichtlichen

Fronten im Osten und Süden eine Sonderoperation gegen Norden erlaubte, mußte das nächste Ziel sein, zumal auch hier ähnlich wie im Alkazar von Toledo eine Insel der nationalen Erhebung in bas rote Asturien eingesprengt und von den Bolschewiken immer wieder erbittert bestürmt, auf ihre Befrei­ung wartete: Oviedo, die alte Hauptstadt Astu­riens. Der erste Schlag wurde im Frühjahr gegen San Sebastian im äußersten Nordosten geführt, im Juli fiel Bilbao und Ende August auch San­tander den nationalspanischen Truppen in die Hände, damit waren die bedeutenden Industrie- und Hafenstädte der baskischen Provinzen samt diesen selbst den Bolschewiken entrissen.

Aber die militärisch schwierigste Aufgabe erwar­tete die Truppen des General Franco in Astu­rien, in dem das wild zerrissene, an romantischen Klüften und Schluchten reiche, zwar überaus male­rische, aber.füt militärische Operationen auch ebenso beschwerlich Kantabrische Gebirge mit dem beinahe das ganze Jahr über schneebedeckten Felsmassiv der Penas de Europa fast 3000 Meter erreicht. Jeder dieser steilwandigen Gipfel ist eine natürliche Festung. Das haben schon vor Jahrhunderten alle fremden Eroberer erfahren müssen, die wie Römer und Mauren an den Gipfeln dieses Karstgebirgcs gescheitert sind. So wurde Asturien das letzte Wider­standsnest der in den maurischen Kriegen zerspreng­ten Westgoten. Don hier aus wurde die Rückerobe­rung des Landes eingeleitet. Von der heute als Wallfahrtsort berühmten Höhle von Covadonga aus, dem in den letzten nationalen Heeresberichten mehrfach genannten asturischen Städtchen nicht weit von Oviedo, begann im 8. Jahrhundert Pelagms den Befreiungsfeldzug gegen die Mauren, der schließlich fast achthundert Jahre später mit der Ver­treibung der Mauren von der Halbinsel nach dem Fall Granadas 1492 sein ruhmreiches Ende fand. In Erinnerung dessen, daß hier in Asturien die Wiege der spanischen Monarchie stand, trug der spanische Thronfolger den Titel eines Fürsten von Asturien. Die Kargheit der Gebirgslandschaft Astu­riens hat auch ihre Bewohner geformt. Sie gelten

als stolz und verschlossen, vorzügliche Soldaten und kühne Seefahrer, die sich auch in den fernen Län­dern Südamerikas als Kolonisten besonders be­währt haben. Und dazu bot sich ihnen leider in den vergangenen Jahrhunderten mehr als reichlich Ge­legenheit, denn der karge Boden, die geringe Sorg­falt, die man auf seine Verbesserung verwandte, die schlechten Verkehrsverhältnisse, die den Absatz der landwirtschaftlichen Erzeugnisse erschwerten, und der niedrige Stand der Volksbildung, der keine Voraussetzungen für die Ausübung anspruchsvol­lerer Gewerbe bot, zwangen früher viele Bewohner Asturiens, fern der Heimat ihrem Nahrungsunter­halt nachzugehen, soweit sie nicht in den meist von ausländischen Unternehmungen ausgebeuteten Berg­werken Arbeit fanden. Es ist verständlich, daß bei dieser wirtschaftlichen Lage der Provinz gerade hier die kommunistische Propaganda fruchtbaren Boden fand, zumal die Bevölkerung durch die Hüt­tenindustrie vielfach auch mit aus dem Auslande zugewanderten Bergarbeitern in Fühlung kam. Sv wurde Asturien das Land der berüchtigten Dynamiteros, die ihre Erfahrungen, die sie als Bergarbeiter nut dem Sprengstoff gemacht hatten, nun im kommunistischen Aufstand auf so Üble Weise zur Niederlegung ganzer Dörfer und Stadtviertel mißbrauchten. Die asturischen Bauern in den ein­samen Bergtälern blieben diesem Treiben meist fern, Städte und Dörfer wurden von einem kom­munistisch verseuchten Jndustrieproletariat terrori­siert. Erst langsam wird sich hier die Erkenntnis durchsetzen daß man das Opfer falscher Propheten geworden war, die weder ernstlich daran dachten, noch überhaupt fähig waren, die schwere wirtschaft­liche Not des Landes zu beheben. Hier erwächst den nationalen Befreiern eine, wenn auch schwie­rige, so doch besonders schöne und auf weite Sicht gesehen, im Hinblick auf den Wunsch, rassemäßig wertvollste Kräfte des spanischen Volkes dem Lande zu erhalten, auch überaus lohnende Ausgabe.

Aus dem Gesagten erhellt, daß der Vormarsch der nattonalspanischen Truppen geren das astu­rische Gebirgsmassio Führung und Truppe vor die

Die VorschäHung der Gelreide-Srnle.

Berlin, 22. Okt. (Fwd.) Die endgültige Fest­stellung der deutschen Getreideernte findet Ende Januar, also zu einem Zeitpunkt statt, wo das Getreide so gut wie restlos ausgedroschen ist. Nach den von den amtlichen Berichterstattern abge­gebenen Schätzungen ergibt sich zu Anfang September, wie das Statistische Reichsamt meldet, folgendes: Die ermittelten Hektarerträge lie­gen allgemein über den Ergebnissen der August-Vorschätzung. Gegenüber den end- aültigen Hektarerträgen des Vorjahres und dem Durchschnitt J 931/36 liegen abgesehen vyn Win­tergerste und Winterroggen die- Hektarerträge sämtlicher Getreidearten, namentlich von Sommer­weizen, Hafer und Menggetreide, höher. Zusam- menfassend ergibt sich, daß die diesjährige Ge­treideernte im Reichsdurchschnitt je Flächeninhalt einen etwas über dem Durchschnitt 1931/3 6 liegenden Ertrag erwarten läßt. Unter Zugrundelegung der für Mai 1937 ermittel­ten endgültigen Anbauflächen wären nach den An­fang September abgegebenen Schätzungen im Deut­schen Reich die folgenden Gesamt-Ernte- mengen z u erwarten:

Vorschätzung Endgültige

Septbr. August Ernteermittlung 1937 1936

Millionen Tonnen

Winterroggen

6,68

6,69

7,32

Sommerroggen

0,08

0,08

0,07

Winterweizen

3,90

3,84

4,11

Sommerweizen

0,49

0,46

0,32

Spelz

0,10

0,10

0,09

Wintergerste

0,99

1,00

1,13

Sommergerste

2,55

2,42

2,27

Hafer

5,87

5,68

5,62

Wintermeng­

getreide

0,18

0,17

0,17

Sommermeng­

getreide

0,95

0,91

0,77

der Sep-

tembervorschätzung mit 21,79 Millionen Tonnen eine um rund 440 000 Tonnen = 2,1 v. H. größere Getreideernte, als nach der Auguft-Vorschätzung zu erwarten war. Don diesem Mehrertrag entfallen auf Weizen einschließlich Spelz rund 91000 Tonnen, auf Gerste rund 127 000 Tonnen, auf Hafer rund 190 000 Tonnen und auf Menggetreide rund 40 000 Tonnen. Die Schätzung der Roggenernte ist mit 6,76 Millionen Tonnen gegen 6,77 Millionen Tonnen Anfang August praktisch unverändert geblieben.

Im Vergleich zur Erntemenge des Jahres 19 3 6 bleiben die Ergebnisse der dies­jährigen September-Dorschätzung bei Roggen um 624 000 Tonnen, bei Winterweizen um 204 000 Tonnen zurück. Diese Minderung von 828000 Tonnen ist ausschließlich auf die Verkleine­rung des Anbaues zurückzuführen. Auch die Wintergerstenernte ist infolge eines niedrigeren Hektarertrages um rund 136 000 Tonnen kleiner als der Vorjahrsertrag. Die Minderungen beizn Wintergetreide sind durch die Mehrerträge beim Sommergetreide, insbesondere bei Sommerweizen, Sommergerste und Hafer, bis auf 74 000 Tonnen ausgeglichen worden.

Zusammenfassend ergibt sich, daß die voraussicht­liche Brotgetreideernte mit 11,25 Millionen Tonnen gegen 11,91 Millionen Tonnen 1936 trotz der im Vergleich zur August-Vorschätzung festge­stellten Mehrerträge noch um rund 658 000 Tonnen zurückbleibt, dagegen die Ernten von Gerste, Hafer und Menggetreide mit 10,54 Millionen Tonnen gegen 9,96 Millionen Tonnen die Vorjahrserträge um insgesamt rund 584000 Tonnen übertreffen. Infolge der Aus­winterungsschäden und der damit notwendig ge­wordenen umfangreichen Umpflügungen ist demnach 1937 notgedrungen eine Verlagerung von Brot­getreide zu Futtergetreide eingetreten.

VorschäHung der Hackfruchternte.

Im Reich (ohne Saarland, für das Vergleichs­zahlen aus den Jahren 1931/35 nicht vorliegen) dürften die voraussichtlichen Spätkartoffel-

Die Futterrübenernte (Runkeln) ist mit 35,86 Millionen Tonnen infolge eines geringeren Hektarertrages um 5,2 v. H. kleiner als bei der endgültigen Ermittlung im Vorjahre, übertrifft aber das sechsjährige Mittel um rund 2,2 Millionen Sonnen = 6,4 v. H. Die K o h l r ü b e n e r n te beziffert sich nach vorläufiger Schätzung auf 8,68 Millionen Tonnen, das sind rund 223 000 Tonnen 2,5 v. H. und rund 39 000 Tonnen 0,5 v. H. weniger als im Vorjahr und im Mittel 1931/36. Bei der Beurteilung der H e f t a r e r t r ä g e von Hackfrüchten ist grundsätzlich zu berücksichttgen, daß die Schätzungen zu einem Zeitpunkt abgegeben wurden, wo die Hackfrüchte, namentlich die Rüben, zum größten Teil noch nicht geerntet waren. Je nach der Auswirkung der Witterungsverhält- niffe können sich insbesondere bei den Rüben bis zur endgültigen Ernteermittlung noch Abweichungen ergeben.

Inangriffnahme der Werra-Kanalisierung.

Berlin, 22. Okt. (DNB.) Nachdem die vom Reichsfinanzministerium verlangten Garantiever­pflichtungserklärungen der Nächstbeteiligten vor- liegen, kann mit der auf 67,5 Million RM. ver­anschlagten Kanalisierung der rund 100 Kilometer langen Werrastrecke von Münden bis Wartha be­gonnen werden. Ein erstes Neubauamt wird am 1. November d. I. in Münden eingerichtet. Außerdem wird zur Bearbeitung des Kanalisie­rungsentwurfs für die rund 50 Kilometer lange Anschluß st recke Wartha Merkers ein Vorarbeitenamt in Eisenach errichtet. Die Werrakanalisierung, die die Weserschiffahrtsstraße nach Süden verlängert, verschafft der thü­ringischen Wirtschaft und vor allem der an der Werra beheimateten, auf die Ausfuhr nach Ueberfee eingestellten K a l i i n d u st r i e den An­schluß an das Wasserstraßennetz. In engster Ver­bindung mit den Kanalisierungsarbeiten steht die Förderung der Landeskultur durch bessere Abführung des Hochwassers, günstige Beeinflussung des Grundwasserstandes, Verbesserung der Vor- flut und Schaffung von Bewässerungsmöglich- keiten.

denkbar schwierigsten Aufgaben stellte. Erst nach sorgfältiger Vorbereitung durch Artillerie und Luftwaffe konnten die wenigen Gebirgspässe, die den Zugang zu den hinter den Bergketten wall- artig versteckt liegenden wichtigeren Siedelungen allein ermöglichen, von der nationalen Infanterie genommen werden. Die günstigsten Einbruchstel­len boten sich von Osten her, an der Küste entlang. Hier drangen Ende September die Truppen des Generals Davila über das schon genannte Cova­donga auf Ribadesella und der Küste weiter fol­gend auf Colunga vor. Villaviciosa fiel in diesen Tagen, ebenso das schon länger eingeschlossene Jn- fiefto, 30 Kilometer landeinwärts. Von Südosten rückte General Aranda über Pola de Lena und Mieres, den Hauptort des asturischen Erzbergbaues mit Eisen-, Kohlen- Schwefel- und Zinnobergruben und großen Stahl- und Zinkwerken im Caudal-Tal nach Norden vor. Eine weitere Gruppe marschierte von Westen über Pravia auf die kleine, nur durch ein Vorgebirge von Gijon getrennte Hafenstadt Aviles. Dem auf diese Weise von . allen konzen­trisch vorgetragenen Angriff vermochten die auf dem Rückzug durch das Gebirge in ihrer Disziplin gelockerten Bolschewisten nicht lange zu wider­stehen. Da die von ihren Anführern im Stich ge­lassenen Roten geschlossen und in voller Aus­rüstung zu den siegreich vorrückenden und nir­gends mehr auf Widerstand stoßenden nationalen Truppen überlaufen, so spricht der Heeresbericht Francos mit Recht von einem Zusammenbruch der Asturienfront. Damit hat General Franco nun den Rücken frei, sich mit ganzer Kraft den Operationen an der Ost- und Südfront zu wid­men. Wo hier nun das Ziel der ersten Kämpfe liegen wird, läßt sich nicht voraussagen. Die Bol­schewisten hatten versucht, durch einen Angriff im Ebroabschnitt der Aragonfront, östlich von Za- ragoffa, die Aufmerksamkeit Francos von den Kämpfen in Asturien abzulenken, aber ohne Er­folg. Die Entlastungsoffensive mißlang. Vielleicht wird hier jetzt zunächst reiner Tisch gemacht und durch einen Vorstoß ans Meer Valencia von Katalonien