Ausgabe 
23.9.1937
 
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Tr.), Grunwald und Heidersdorf. Am Ausfchei- dungskampf für die deutsche Meisterschaft im KK.- Schießen naä) Olympia-Bedingungen beteiligten sich 12 Schützen, aber nur einer erfüllte die hochgesteck­ten Anforderungen: Franz Post (SD. Frankfurt) schaffte einen Durchschnitt von 388,9 bei 400 mög­lichen Ringen. Im Derbands-Städtefernkampf er­reichten die zehn Frankfurter 3251 Ringe.

Ileberragende finnische Leichtathleten.

rNatti Iärvinen sprang 7,26 Meter weit.

Matti Iärvinen, der Welt bester Speerwerfer, be­wies in Björneborg wieder einmal seine Vielseitig­keit. Er gewann das Speerwerfen mit 74,63 Meter, das Kugelstoßen mit 14,03 Meter, das Diskus­werfen mit 40,84 Meter und den Weitsprung mit 7,26 Meter. 3m Dreisprung stellte K. Jlovaara mit 15,62 Meter einen neuen finnischen Rekord auf: bemerkenswert, daß keiner seiner drei Sprünge un­ter 15 Meter, sein bester sogar 15,85 Meter lag. Da Jlovaara jedoch übergetreten war, konnte die­ser Sprung nicht al- gültig anerkannt werden.

Der finnische Dreisprung-Meister Rajasaari kam in Fiskars nur auf 14,84 Meter. In Tammers- fors gewann Askola ein 3000-Meter-Laufen in 8.33,4 ' vor H. Piispanen (8:39,5) und Tuominen (8:42,8). Ausgezeichnete Leistungen gab es auch in Reval, wo Rikkanen den Speer 71,57 Meter weit schleuderte. Sule belegte mit 70,02 Meter den zweiten Platz vor seinem Landsmann Jssak mit 69,54 Meter.' Kreek erzielte im beidarmigen Kugel­stoßen mit 28,25 Meter einen neuen estländischen Rekord und gewann das Kugelstoßen bestarmig mit 15,95 Meter! Diding war hier mit 15,36 Meter Zweiter.

Kurze Sportnotizen.

Drei neue Automobil-Rekorde stellte der amerikanische Rennfahrer A. Jenkins in Bonne­ville am Großen Salzsee auf. Zusammen mit dem dreifachen Indianapolis-Sieger Lou Meyer erzielte er 279,4 km/st für 500 Kilometer und 276 km/st für 3 Stunden und 500 Meilen.

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Heinrich Henkel, unser Tennismeister, hatte beim Turnier in Los Angeles großes Pech. Im Kampf gegen den Amerikaner Mako kam er schon im ersten Satz zu Fall und zog sich eine schmerz­hafte Knöchelverletzung zu, die seine Einlieferung ins Krankenhaus notwendig machte. Gottfried von Gramm schlug den Amerikaner Anderson mit 6:2, 4:6, 6:3, dagegen verlor Frl. Horn gegen die Ame­rikanerin Blank mit 3:6, 3:6.

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Deutsche Tennissiege gab es beim Tur­nier in Capri. Edith Sander siegte zusammen mit Kucel im Gemischten Doppel und der Dresdner Louis Haensch war an der Seite von Bankert im

Mannerdoppel erfolgreich. Die Fraueneinzel-Schluß­runde bestreiten Edith Sander und Totti Zehden.

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Manger und Jsmayr, unsere Olympia­sieger im Gewichtheben, treffen am Samstag, 25. September, in Kempten auf die besten Allgäuer Gewichtheber. Der SD. Freising entsendet seine komplette Staffel.

Kunst und Wissenschaft.

12 Uraufführungen

beim Fest der deutschen Kirchenmusik.

Das Fe st der deutschen Kirchenmusik vom 7. bis 13. Oktober in Berlin bietet in feiner reichhaltigen Programmfolge 13 große Konzertver­anstaltungen: fünf zeitgenössischen Komponisten wurde ein eigener Abend eingeräumt, nämlich Joh. Rep. David, Hugo Distler, Heinrich Ka­minski, Ernst P e p p i n g und Kurt Thomas. Richt weniger als 12 Werke kommen zur Urauf­führung: es handelt sich um Kompositionen von Joh. Rep. David, Kurt Fiebig, Wolfgang Fort- n e r, Paul Höffer, Wilhelm Maler, Werner Penndorf und Ernst P e p p i n g. Hierzu treten Metten, Festgottesdienste und die Aufführung geist­licher Spiele aus der Gegenwart. Die Tatsache so vieler Uraufführungen beweist, daß heute zahlreiche Kräfte auf kirchenmusikalischem Gebiet schöpferisch tätig sind. Das Gesamtprogramm ist so gehalten, daß es einen charakteristischen Ausschnitt aus der zeitgenössischen Kirchenmusik bietet.

Zur Tagung der Neurologen und Psychiater in München.

Dom 20. bis 23. September tagt in München die Gesellschaft Deutscher Neurologen und Psychiater. Im Mittelpunkt der Bera­tungen werden Berichte und Dorträge über fol­gende Themen stehen: Die Hirngeschwülste und ihre Behandlung: die Bedeutung des Experiments in der seelischen Krankenbehanolung und in der Be­rufsberatung: die Epilepsie, unter besonderer Be­rücksichtigung der Unterscheidung der erblichen For­men, von den durch äußere Ursachen hervorgeru- fenen Fällen. Weiter sollen die neuen Methoden der Behandlung der als Schizophrenie bezeichneten Geisteskrankheit besprochen werden. Bei dieser häu­figsten und deshalb auch sozial wichtigen Geistes­krankheit hat die Insulinbehandlung sehr beacht­liche Erfolge gezeitigt, während die Vererbbarkeit des Leidens durch die Behandlungserfolge natür­lich in keiner Weise beeinflußt wird. Endlich wird die Gesellschaft, welche sich als erste M" arbeiterin der Regierung und der Partei auf ihrem Sebiete in den Dienst der Erb- und Rassenpflege des deut­schen Volkes gestellt hat, Organisations-, Berufs­und Standesfragen aller Art besprechen, deren Lö­sung im Interesse einer fruchtbaren Zusammenar­beit mit Staat und Partei liegt.

Beruf und krebs.

Nachdem die Deutsche Pathologische Gesellschaft am ersten Tage ihrer 30. Tagung in Frankfurt Probleme der Allergie behandelt hatte, galt der zweite Tag der Klärung der Beziehungen zwischen Beruf und Krebs. Es wurde zu­nächst darauf hingewiesen, daß der Berufskrebs nicht zu leugnen sei, wenn er auch durch die ge­werbehygienischen Maßnahmen im Aussterben oder im Rückgang begriffen sei. Für die Wissenschaft ist der Berufskrebs von besonderer Bedeutung, weil hier die Krebsursachen bekannt und im einzelnen erforschbar sind. Dr. Staemmler (Breslau) be­schäftigte sich mit der statistischen Erfassung der Be­rufskrebskranken und wies auf die großen Schwie­rigkeiten hin, die sich solchen Statistiken in den Weg stellten. Professor Bauer (Breslau) behandelte die ursächlicher Faktoren des Berufskrebses. Er schil­derte Art und Auftreten des Berufslichtkrebses, des Röntgen- und Radiumkrebses, des Lungenkrebses, der durch Chromate hervorgerufen ist, wie auch des Arsenkrebses und des Teer- und Anilinkrebses. Pro­fessor Bauer ist es gelungen, krebserzeugende Stoffe auf Krebsgewebe so anzuwenden, daß sie eine krebshemmende, ja, in günstigen Fällen sogar eine krebsheilende Wirkung hatten. In einer aus­gedehnten Diskussion wurden alle Einzelheiten be­handelt. Dabei zeigte es sich, wie die deutschen Wis­senschaftler in immer neuen Versuchen alle Gele­genheiten ausnutzen, um Mittel zur Bekämvfung des Berufskrebses zu finden. Auf fast allen Gebie­ten konnten erfreuliche Erfolge mitgeteilt werden. Im Namen der Deutschen Gesellschaft für Arbeite schütz berichtete Professor Dr. Kölsch von den Maßnahmen, die die Gesellschaft zur Bekämpfung des Berufskrebses unternommen habe.

Das Svensk Trolltheater in Frankfurt.

Das schwedische Svensk-Trolltheater, das im vergangenen Jahre seine erste Gastspiel­reise in Deutschland mit größtem Erfolg durchfüh­ren konnte, wird auch in diesem Jahre in einer Reihe deutfcher Städte mit dem Märchenspiel vom UrtrollD u n ö e r g u b b e n" gastieren. Oda vom Hau, die Schöpferin und Leiterin des Theaters, hat darin dem Stoff schwedischer Mythologie in Tänzen, schönen Liedern, eigenartigen Kostümen und Masken Gestalt gegeben. Die Ausführenden des Märchenspiels sind junge Laienspieler mit einer naturhaften Begabung, zu denen sich der schwe­dische Komponist Sixten Damm als musikalischer Gestalter und Walter Falke, der Sohn des Dich­ters Gustav Falke, als deutscher Sprecher gesellen. Dem Werk geht ein Vorspiel voran, das in Ge­danken an die Volksverwandtschaft der Länder Deutschland und Schweden nach dem ersten Gast­spiel im vergangenen Jahr geschrieben wurde. Mit dieser unverfälschten schwedischen Volkskunst soll allen Deutschen eine festliche Feierstunde gegeben

und die Seele des verwandten schwedischen Volkes nahe gebracht werden. Das Svensk-Trolltheater wird am 19. September in Frankfurt gastieren. Das Gastspiel findet in der Reihe der Veranstaltungen des Amtes Feierabend in der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" statt.

Jahrestagung der Deutschen Dante-Gesellschaft

In Weimar versammelten sich die Mitglieder der Deutschen Dante-Gesellschaft zu ihrer Jahrestagung unter dem Vorsitz von Geheimrat Professor Dr. G o e tz. Der verdienstvolle Heraus­geber des Dante-Jahrbuches, Professor Dr. Fried­rich Schneider (Jena), gab einen Ueberblict über das neuerschienene Dante-Schrifttum. Neben Ita­lien habe nunmehr Deutschland und Nordamerika die Führung in der neuzeitlichen Dantewissenschaft übernommen. Deutschland habe vor allem auf dem Gebier der Dante-Uebersetzung Leistungen pufzu- weisen, die über die bloße Übersetzung hinaus in die Bezirke gereifter Nachdichtung vorstießen. In diesem Zusammenhang wurde neben der Ueber- sctzungskunst des kürzlich verstoßenen Oskar Hecker besonders des anwesenden Freiherrn von Falkenhausen gedacht, dessen neuerdings er­schienene Nachdichtung derGöttlichen Komödie" dank ihrer sprachlichen und metrischen Vollkommen- heit außerordentliche Eindrücke vermittelt. Zu Be­ginn der wissenschaftlichen Hauptversammlung trug Freiherr von Falkenhausen den 27. Gesang des Purgatvriv aus seiner deutschen Nachdichtung derGöttlichen Komödie" vor. Dann sprach Geheim­rat Professor Dr. Dyroff (Bonn) über Dantes Stellung zur Antike: Dr. v. d. Gabelentz, der Burghauptmann der Wartburg, entwickelte Dantes visionäre Kraft und Gabe der malerischen Offen­barung aus seinen Sprach- und Bersbildern.

Sofortige Rückgabe der Leihfäffer - dringendes Gebot!

Fwd. Im Interesse einer reibungslosen Anliefe­rung der Patenweine sowie für die Sicherstellung des Faßraumes für die bevorstehende Ernte ist die Bereitstellung der erforderlichen Derfandfäffer drin­gend geboten. Die Weinverfrachter können ihre Auf­gabe und die an sie gestellten Anforderungen nur erfüllen, wenn das vorhandene Faßmaterial laufend für die Beförderung der Weine zur Verfügung steht. Es ist nicht angängig, daß die Leihfässer von den Weinverteilern zur Lagerung benutzt und da­durch der Allgemeinheit entzogen werden. Ein aus­reichender Bestand an betriebseigenen Lagerfässern muß in jedem Kellereibetrieb vorhanden sein. Der Vorsitzende der HV. der deutschen Weinbauwirtschaft hat alle Weinverfrachter angewiesen, alle Firmen, die bis zum 15. September 1937 diesem Ersuchen nicht entsprochen haben, zu bennnen, damit er den betreffenden Betriebsführern gegenüber geeignete Maßnahmen ergreifen kann.

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Eemüsesaft

und das Earwerben statt durch Kochen durch Dämpfen erzielen. Das Eemüsewasier verwendet man bei der Zubereitung des Gemüses und zu Suppen. Gemüse werden je nach der Verwendbar­keit des Pflanzenteiles in Blatt-, Stengel- und Fruchtg. unterschie­den. Die Eigenheiten der einzel­nen Arten verlangen einen be- stimmten Boden und haben be­sondere Düngeransprüche. Man pflanze das in die jeweilige Gruppe gehörende G. benach­bart an.

Gemüfesafl, von frischem, roh ausgepreßtem Gemüse enthält Mineralsalze und Vitamine und ist für die Ernährung des Kin­des vorteilhaft. Tomatensaft kann bereits Säuglingen gegeben wer­den, etwas älteren Kindern der Saft von rohen Mohrrüben.

Gemütsleiden sind Störungen des Affektlebens, bje mit gesteigerter Lebenslust oder mit schweren De­pressionen einhergehen.

Genehmigung ist die nachträglich erteilte Zustimmung zu einem Rechtsgeschäft die vorher er­teilte Zustimmung heißt Einwil­ligung (s. dort); mit der Ge­nehmigung wird das vorher un­wirksame Rechtsgeschäft von An­fang an gültig, wenn die G. nicht vorher ausdrücklich versagt wor­den war. Eine wegen der fehlen­den Zustimmung des gesetzlichen Vertreters des einen Ehegatten ungültige Ehe wird mit der G. durch den gesetzlichen Vertreter von Anfang an gültig. Wegen der

genehmigungsbebürftigenRechts- gefchäfte f. Einwilligung.

Genickstarre, s. Gehirnhautentzün­dung!

Genieren, entbehrliches Fremd­wort, aus dem Französischen stam­mend, für sich zieren, sich Zwang antun, oder zum Ausdruck, daß jemand etwas peinlich ist.

Genußmittel, Lebensmitlel, bei denen es weniger auf Nährwert als auf den Wohlgeschmack an­kommt, Kaffee, Tee, Tabak.

Georg, männlicher Vorname grie­chischer Herkunft mit der Bedeu­tungder Ackerbauer".

Gepäck, die Ausrüstung zur Reise soll nicht mehr als das wirklich Notwendige enthalten, damit man sich nicht unnötig abschleppt. Gerben, das Haltbarmachen von Leder. Das Verfahren ist zu müh­selig und umständlich, um es selbst anzuwenden. Man überläßt am besten das Gerben dem Kürsch­ner.

Gerda, weiblicher Vorname ger­manischer Herkunft mit der Be­deutungdie Kämpferin".

Gerhard, männlicher Vorname germanischer Herkunft mit der Bedeutungder Speerstarke".

Gericht. Wenn man als Zeuge vor Gericht geladen wird, muß man pünktlich erscheinen, sonst kann man mit Geldstrafe oder Haft belegt und in die durch das Fernbleiben entstandenen Kosten verurteilt werden. Das E. kann auch polizeiliche Vorführung an­ordnen. Die Ladung und über­haupt jedes gerichtliche Schrift­stück sehe man genau an. Ist etwas unverständlich, so frage

kochen oder dämpfen?

Bei Gemüse und auch bei Reis und Kartoffeln ist dämpfen vorteil­hafter. Die Nährwerte bleiben bann voll erhalten, unb die Speisen schmecken besser. Bei Häuser gibt es Gemüsedämpfer aus Aluminium, die sich für die vorhandenen Töpfe verwenden lassen.

3. B. Häuser, Gießen, am Osroalbsgarfen, Fernsprecher 2145/2146.

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Die Beerdigung findet Freitag, den 24. September, 15% Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt

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Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Luft

Gießen (Riegelpfad 24), den 22. September 1937.

Heute entschlief sanft meine Hebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter

Philippine Luft, geb. Lieh.

Borrmann «:

Gießen Neustadt 5 Ruf 4165

Für die wohltuende Anteilnahme und die vielen Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen danken wir herzlichst

Gießen (Marktstraße 15), den 23. September 1937.

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