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Sechs Monate Gefängnis für gestohlene Fische.

Die in Gießen wohnenden Pächter des Fischerei­reviers in der Lahn bei Argenstein (Kreis Mar­burg) mußten schon oft die Wahrnehmung machen, daß Fischerei-Wilderer in ihrem Pachtbezirk an derArbeit" waren. Endlich gelang es am 22. Mai dieses Jahres abends einem Aufsichtsbeamten, den aus Argenstein stammenden, jetzt in Marburg wohn­haften Heinrich Mattern bei der Fischwilderei in dem Lahnbezirk der Gießener Pächter zu er­wischen. Um diesen Fischdieb, aber auch andere Freunde" der Fischerei in fremder Leute Revier, von zuständiger Stelle darüber belehren zu lassen, daß nach den neuen, scharfen Strafbestimmungen vom 1. September 1935 zum Schutze von Jagd und Fischerei die Fischerei-Vergehen nicht mehr als Harmlosigkeit angesehen werden, erstatteten die Fischereipächter gegen Mattern Strafanzeige. Das Amtsgericht in Fronhausen (Lahn) verurteilte den Angeklagten Mattern wegen Fischdiebstahls (Ver­gehen nach § 293 Abs. 2 StGB.) zu einer Ge­fängnisstrafe von sechs Monaten. Die­ses Urteil dürfte wohl dem Angeklagten eine War­nung für die Zukunft, aber auch anderen Flscherel- liebhabern ohne Berechtigung eine Mahnung sein, sich von anderer Leute Fischereirevier fernzuhalten.

Gießener Wochen marktpreiie.

* G i e ß e n, 23. Sept. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, kg 1 57 Mark feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, kg 9 bis 12, Weißkraut 6, Rotkraut 9 bis 12, gelbe Rüben 9, Karotten 8 bis 12, rote Rüben 9 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 18 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Erbsen 20 bis 35, Feldsalat, Vio 10 bis 11, Tomaten 12 bis 17, Zwiebeln 6 bis 7, Meerrettich 30 bis 80, Schwarz­wurzeln 25, Kürbis 5 bis 6, Pilze 40 bis 50, Kar­toffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,45 bis 3,50 Mark, Aepfel, kg 10 bis 25 Pf., Birnen 5 bis 25, Brombeeren 33, Preiselbeeren 35, Zwetschen 15 bis 16 Pf., Hähne, junge 1 bis 1,10 Mark, ältere 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Nüsse, Vt kg 35 bis 40, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 9 bis 11, Salatgurken 5 bis 30, Einmach­gurken 1 bis 3, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.

** Arbeitsjubiläum. Der beim Gas- und Wasserwerk der Stadt Gießen beschäftigte Installa­teur Wilhelm Obwald kann heute auf eine un­unterbrochene Dienstzeit von 25 Jahren zurück­blicken. Der Herr Oberbürgermeister hat aus diesem Anlaß dem Jubilar ein Glückwunschschreiben über­sandt, das ihm im Kreise seiner Arbeitskameraden während einer Ehrung überreicht wurde.

** Obstoersteigerung der Stadt Gie- ß e n. Dieser Tage fand die Obstversteigerung der Stadt Gießen statt, bei der etwa 60 Zentner Aepfel zum Ausgebot gelangten. Es handelte sich um die Erträge der städtischen Bäume in Throns Garten (An der Kläranlage) und der Bäume am Leihgesterner Weg. Es wurden bei der Versteige­rung Durchschnittspreise von 7,50 bis 8 Mark je Zentner erzielt.

** E i n Junge beim Kastanienholen schwer verunglückt. Gestern nachmittag klet­terte der 10 Jahre alte Schüler Kurt Schwing, Lindenplatz 12 wohnhaft, auf einen Kastanienbaum an der Reitbahn von Schömbs auf dem Brand­platz, um die von den Buben letzt so eifrig begehr­ten Kastanien zu holen. Dabei stürzte der be­dauernswerte Junge aus nicht allzu großer Höhe ab, fiel aber so unglücklich, daß er einen schweren Schädelbruch daoontrug. In ernstem Zustand mußte der Kleine nach der Chirurgischen Klinik gebracht werden.

** Don einem Auto überfahren. Am gestrigen Mittwoch gegen 15 Uhr ereignete sich in der Nähe der Wellersburg ein schwerer Verkehrs­unfall. Dort befand sich die 48 Jahre alte Krieger­witwe Luise Brück aus Wieseck mit einem Hand­wagen, auf den sie Holz geladen hatte, unterwegs nach Wieseck. Aus der Richtung von Gießen her kam ihr ein Personenkraftwagen aus Stuttgart ent­gegen, der plötzlich ins Schleudern geriet und dabei die Frau erfaßte. Die Bedauernswerte wurde über­fahren und von dem Auto noch ein Stück geschleift, bevor der Wagen zum Stehen kam. Die Frau mußte mit schweren inneren Verletzungen der Chir­urgischen Klinik zugeführt werden.

** UnfallimBahnhof Gießen. Im Laufe des gestrigen Tages ereignete sich im hiesigen Bahn­hof beim Rangierdienst ein Unfall. Der 35 Jahre alte Bahnarbeiter Karl Schneidmüller aus Watzenborn-Steinberg erlitt eine erhebliche Kopf­verletzung, sowie eine Gehirnerschütterung. Der Verunglückte mußte in die Chirurgische Klinik ge­bracht werden.

Amtsgericht Gießen.

Gestern hatte sich der I. R. aus Hamborn wegen fortgesetzten Betruges in mehreren Fällen, sowie wegen Diebstahls vor dem Amtsgericht Gießen zu verantworten. Der Angeklagte, der schon mehrfach, auch einschlägig vorbestraft ist, war 1935/36 im hie­sigen Bezirk als Werber eines Frankfurter Ver­lags tätig. Als solcher mietete er sich in Gießen eine Wohnung, bezahlte auch zunächst, stellte jedoch nach einiger Zeit die Zahlungen ein. Dasselbe wie­derholte der Angeklagte in vier weiteren Wirtschaf­ten der Umgebung, obwohl ihm genau bekannt war, daß ihm die nötigen Mittel zur Bezahlung fehlten. Weiterhin pumpte er in Gießen einen Be­kannten an. Die Rückzahlung dieser Summe steht heute noch aus.

Ein tolles Stückchen leistete er sich ebenfalls, in­dem er zu einem bekannten Vertreter desselben Verlags nach Wallau fuhr und diesem vorspiegelte, er sei inkassoberechtigt. Da er an dem Tage sowieso nach Frankfurt fahren wolle, sei es doch beque­mer, wenn dieser ihm das Geld, das der Zeuge im Laufe der Woche kassiert hatte, gleich mitgebe. Dies tat dieser denn auch. Der Angeklagte führte jedoch die Summe nicht ab, sondern steckte sie in seine Tasche.

Weiterhin legte ihm die Anklage zur Last, in einem hiesigen Lokal einen Mantel gestohlen zu haben. Es stellte sich jedoch heraus, daß hie ein­wandfrei eine Verwechselung vorlag, denn als der Angeklagte spät abends aus dem Lokal aufbrach, stellte er fest, daß sein Mantel weg war. Darau gab ihm der Wirt einen anderen Mantel, der hän­gen geblieben war. Das Mißverständnis klärte sich jedoch bald auf, und die Beteiligten erhielten ihre Mäntel zurück. In diesem Falle mußte natürlich Freispruch erfolgen.

Bezüglich der Betrügereien behauptete der Ange­klagte, der den Sachverhalt an sich zugab, nicht in

betrügerischer Absicht gehandelt zu haben, sondern erst dann in Rückstand geraten zu sein, als sein Verdienst nachließ. Im Falle des Wallauer Ver­treters mußte er allerdings einen glatten Betrug eingestehen. Im übrigen konnten ihm noch zwei weitere Fälle nachgewiesen werden.

Da das Gericht eine fortgesetzte Handlung an­nahm, durfte naturgemäß in den nicht nachgewiese- nen Einzelfällen keine Freisprechung erfolgen. Das Urteil lautete auf insgesamt sieben Wochen Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Der Angeklagte nahm das Urteil ofort an.

Rundfunkprogramm

Freitag, 24. September.

6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 10.45: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mit­tagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: O holde Frau Musical 15: Volk und Wirtschaft. 16: Unterhaltungs­konzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Kleiner Knigge für verliebte Leut'. 20: Nachrichten. 20.10:

Anerkennung

nicht krebsfester Kartoffelsorten.

Fwd. Das Verwaltungsamt des Reichsbauern­führers ordnet zum Zwecke des Ausschlusses nicht krebsfester Kartoffelsorten von der Pflanzguterzeu­gung folgendes an: Bestände der Sorten Aller- früheste Gelbe, Frühe Rosen, Zwickauer frühe Gelbe, Centifolia, Industrie und Prof. Wobltmann dürfen als Hochzucht ab Anbaujahr 1938 lediglich noch zur Aufrechterhaltung der Ausfuhr in einem für jede Sorte vom Derwaltungsamt festzulegenden Um­fange anerkannt werden. Für die Sorte Erstling werden zur Anerkennung als Hochzucht im Anbau­jahr 1938 600 Hektar, im Anbaujahr 1939 letztmalig 400 Hektar zugelassen. Bestände der vorhergenann­ten Sorten dürfen als anerkannte Saatware 1938 und letztmalig 1939/nur noch in denjenigen Betrie­ben anerkannt werden, in denen sie auch 1937 zur Anerkennung angebaut und gemeldet worden sind. Der Umfang der Anerkennungsfläche dieser Sorten wird für den einzelnen Betrieb beschränkt, und zwar 1938 auf 75 v. H. und 1939 auf 50 v. H. der zur Anerkennung im Jahre 1937 gemeldeten Fläche. Die Betriebe, in denen 1937 letztmalig Hochzucht dieser Sorten anerkannt wurden, dürfen im Rah­men der genannten Einschränkungen noch bis ein­schließlich 1939 anerkannte Saatware anerkennen lassen. Soweit noch 1939 Bedarf an anerkannter Saatware dieser Sorten für die Ausfuhr besteht, werden Sonderbestimmungen hinsichtlich des Um­fanges und der Anbaugebiete erlassen.

Garbenteicher Gänger im Rundfunk.

Der GesangvereinFrohsinn" Gar­tz e n t e i ch , der am vergangenen Sonntagvormit­tag die Stunde des Chorgesangs im Reichssender Frankfurt bestritt, bereitete den Rundfunkhörern eine große Freude. Der Chor unter Leitung seines bewährten Chormeisters Harnisch (Watzenborn- Steinberg) zeugte von guter Schulung. Die zu Be­ginn vorgetragenen ChöreLustiger Matrosensang" (Nellius),In den Alpen" (Hegar) undDer Berg- sttom" (Baumann) wurden ausgezeichnet wieder­gegeben. Die ferner zu Gehör gebrachten Volks­liederLiebesklage" (Neumann),An einem Bäch­lein" (Nagel),Wie Gott will" undSchön ist die Jugend" (Lewalter) sowieVerschmähte Liebe" (Heinrichs) gefielen nicht weniger gut. Mit dem ChorSchlußgebet" (Wüst) wurde dem Konzert ein feierlicher Abschluß gegeben.

Landkreis Gießen.

A Oppenrod, 23. Sept. Am gestrigen Mitt­woch fand hier die hiesige Gemeindeobstver- st e i g e r u n g statt. Der Behang der Bäume war gut, so daß man von einer mittelguten Ernte spre­chen kann. Bei guter Beteiligung wurde je nach Sorte 7 bis 10 Mark erzielt. Der hiesige Land­wirt Heinrich Balser erntete eine Kartoffel, die das stattliche Gewicht von 2lh Pfund hatte. (Sorte Ackersegen.)

& Steinbach, 22. Sept. Die Eheleute Weiß­binder Johann Jakob Burk und Frau Margarete, geb. Arnold, feierten am heutigen Tage das Fest der silbernen Hochzeit.

* Steinbach, 23. Sept. Der Bierbrauer Hahn von hier stürzte gestern abend, als er auf dem Motorrade von feiner Arbeitsstätte in Lich hierher zurückkehrte, dadurch mit seiner Maschine, daß er von einem entgegenkommenden Auto geblendet wurde. Der bedauernswerte Mann mußte mit er­heblichen Gesichts- und Handverletzun­gen nach Gießen in die Klinik gebracht werden.

= Steinbach, 22. Sept. Die Gemeinde Stein- tzach versteigerte am Montag ihr Obst. Die Ernte fiel ziemlich mäßig aus, wie überhaupt die hiesige Obsternte nur strichweise befriedigend aus­gefallen ist. Nachmittags fand die Versteigerung des Obstes der Pfarrei Steinbach statt. Im Vor­jahr hatte die Gemeinde Steinbach eine gute Obsternte, die Pfarrei dagegen eine ge­ringe. Dieses Jahr war es umgekehrt: die Pfarrei hatte eine gute Mittelernte. Da l)ie Zahl der Steiaerer groß war, wurden angemessene Preise erzielt. Der Ertrag der höchste seit Anlage des Obstgutes durch Pfarrer Haacke übersteigt 1500 Mark. Die gute Ernte dieses Jahres ist neben der Lage der Obstanlage der seit mehreren Jahren plan- mätzig durchgeführten Auslichtung und Spritzungen der Bäume zu verdanken. Auch wurden Nistkästen aufgehängt, um die Vögel zur Unterstützung des Kampfes gegen die Schädlinge anzusiedeln. Die Arbeiten in der Anlage wurden durch den hiesigen Obst- und Gartenbauverein durchgeführt, dessen Vorsitzender Balthasar Jakob Haas auch Baurn- wart der Pfarrei ist und das Auslichten der Bäume ausführte. Die nicht unbeträchtlichen Kosten haben sich rentiert.

# Staufenberg, 23. Sept. Das an den letz­ten Sonntagen durchgeführte Preis schi-ßen der hiesigen Krieger-Kameradschaft fand nun seinen Abschluß. Geschossen wurde mit Klein- kaliber, stehend aufgelegt. Die drei besten Schützen waren: 1. Karl Zecher, 2. L. Zecher V. (Stau­fenberg), 3. Karl Erdmann (Ruttershausen).

# Daubringen, 23. Sept. Frau Elisabeche Stecker von hier feierte dieser Tage bei guter Gesundheit ihren 7 6. Geburtstag.

I Großen-Linden, 22. Sept. Gestern wurde das Gemeindeobst ver steigert. Die Bäume hatten zum Teil einen guten Behang. Die Beteili­gung an der Versteigerung war sehr stark. Die

Ins herbstliche Land. Ein froher Marsch- und Lie- derreigen. 21.15:Hört ihr Herren und laßt euch sagen ...". Eine wundersame Streife durch die Nacht mit Pike und Wächterhorn. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Sportbericht. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert.

Samstag, 25. September.

6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Morgenstund. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Da bleibt kein Auge tränenleer! Neue Dieche- reien um und von Carl Valentin. 15.15:. Volk und Wirtschaft. 15.30:Es taget vor dem Walde ." Musikalische Hörfolge. 16: Bunte Melodien. 18: Zeit­geschehen im Funk. 19:Der Preußen König " Ein Militärkonzert um Friedrich den Großen und ferne Zeit. 20- Nachrichten. 20.10:Mein Sohn, wenn du zum Weine gehst." Eine frohe Fahrt auf Deutsch­lands Weinstraßen. 22; Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Sportbericht. 22.30: Wir tanzen m den Sonntag. Als Einlage: Hörbericht vom Tanzturnier Deutsche Meisterschaft" im Kurhaus Wiesbaden. 24 bis 1: Nachtmusik.

Preise waren durchschnittlich hoch; auch haben ein­zelne Steigerer sehr gut gekauft. Die Gemeinde hatte eine gute Einnahme. Die Drescherei hat bereits ihr Ende erreicht. Der Körnerertraa war gut. Zur Zeit sind die Leute mit der Kartoffel­ernte beschäftigt, die ebenfalls gut ist. Es besteht großer Mangel an Arbeitskräften.

* Leihgestern , 23. Sept. Der 31 Jahre alte Ziegeleiarbeiter Richard M ö b u s von hier kam, als er mit seinem Fahrrad unterwegs zu seiner Ar­beitsstätte war, schwer zu Fall. Der bedauerns­werte Mann erlitt Beckenprellungen und Quetschungen und mußte zur ärztlichen Be­handlung in die Klinik nach Gießen gebracht wer­den.

Ullendorf (Lahn), 22. Sept. Gestern vor­mittag wurde das Obst unserer Gemeinde ver - steigert. Es wurden verhältnismäßig gute Preise erzielt. Zu der Versteigerung hatten sich viele Bie­ter aus den umliegenden Ortschaften und auch aus Gießen eingefunden. Der Durchschnittspreis je Zent­ner belief sich auf 8 bis 10 Mark. Die Kar­toffelernte ist in unserer Gemarkung voll im Gange. Der Ertrag ist gut.

s. Lang-Göns, 23. Sept. Bei der Werbung für den Volksbund für das Deutschtum im Ausland (VDA.) wurden hier beträchtliche

Gern und freiwillig gib Dein Opfer, denn Der Sammler pehl freiwillig im Dienste Der Volks- Gemeinschaft.

Erfolge erzielt. Die Zahl der Mitglieder wurde ver­doppelt. Bei der Sammlung für den VDA., die von den Schulkindern durchgeführt wurde, kamen rund 50 Mark zusammen.

cxd Langsdorf, 22. Sept. DerOpfer tag für d i e Innere Mission" erbrachte in der Pfarrei Langsdorf-Bettenhausen den ansehnlichen Betrag von 103 Mark, von denen 85 Mark aus Langsdorf, 18 Mark auf Bettenhausen entfallen. Da es sich nur um eine Kirchenkollekte handeln konnte, ist es ein Kollektenergebnis, wie es feit Jahren nicht vorgekommen ist. Es darf als ein tatkräftiges Bekenntnis der christlichen Gemeinde zu den Werken evangelischer Liebestätigkeit gewer­tet werden.

Kreis Friedberg.

ch Butzbach, 22. Sept. Das städtische Spät ob st wurde gestern versteigert. Die Preise waren recht hoch. Wirtschaftsäpfel galten am Baum bis zu 8 Mark, bessere Sorten, wie Blenheim, Har- bertsrenette, Schöner von Boskop, bis zu 15 Mark pro Zentner. Birnen, wie Pastorenbirne, wurden mit 6 bis 7 Mark, Gellerts Butterbirne, Mollebusch u. a. mit 10 bis 11 Mark pro Zentner bezahlt. Der Obstertrag ist eine knappe Mittelernte.

Kreis Bübingen.

* Babenhausen I, 23. Sept. Wie wir auf Nachfrage in der Chirurgischen Klinik erfahren, hat sich das Befinden des in R a n st a d t in der^Molke- rei verunglückten Landwirts Heinrich H e r r ch e ge­bessert. Man hofft, ihn am Leben erhalten zu können.

Kreis Schotten

)-( Ruppertsburg, 22. Sept. Die hiesige Schule veranstaltete im Saale des Gastwirts

S ch l ö r b eine Feier aus Anlaß des Tages des deutschen Volkstums. Auch etwa 150 Erwachsene nahmen teil. Im Mittelpunkt der Ver­anstaltung stand eine Ansprache des Pfarrers H ö r r , der angesichts der großen Not unserer Brü­der im Grenz- und Ausland dazu ermahnte, die wichtige Arbeit des VDA. tatkräftig zu unterstützen. Gedichte und Lieder der Schulkinder umrahmten den Vortrag. Im zweiten Teil der Feier trugen die Kinder der 2. Klasse unter Leitung von Lehrer Eucken schöne Gedichte vor. Auch Reigen erfreu­ten die Anwesenden. Einen Unfall erlitt der hiesige Bergmann Fritz Zimmer. Beim Aepfel- pflücken brach ein Ast. Zimmer stürzte und erlitt Prellungen und Quetschungen.

Fristsetzung für die Lieferung von Industriegetrei^e.

Fwd. In Abänderung von Bestimmungen über das Getreidewirtschaftsjahr 1937 38 vom 1. Juli wird durch Anordnung Nr. 65 über die Fristsetzung über die Lieferung von Jndustriegetreide folgendes festgelegt: Der Ankauf und Verkauf von Jndustne- gerste außer Braugerste darf im Getreid-ewirtschafts- jahr 1937'38 nur bis zum 30. September 1937 er­folgen. Die bis dahin abgeschlossenen Kaufverträge müssen hinsichtlich der Lieferung spätestens bis zum 15. Oktober 1937 erfüllt sein. Für Braugerste bleibt es bei der in der Anordnung vom l.Juli 1937 ge­troffenen Regelung, wonach der Verkauf und die Lieferung von Braugerste bis zum 28. Februar 1938 zulässig ist. Jndustriehafer darf nur bis zum 31. Ok­tober 1937 verkauft und geliefert werden. Soll der Verkauf und die Lieferung von Jndustriegerste (außer Braugerste) und Jndustriehafer in einem päteren als dem obengenannten Zeitpunkt erfolgen, o ist dazu die ausdrückliche Genehmigung der Hv. der deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft erforderlich. Ausnahmen werd.n nur auf Antrag unter Beschränkung des Bezuges auf bestimmte ' Gebiete bewilligt.

Einführung des neuen Kreisleiiers in Marburg.

LPD. Marburg, 20. Sept. Der gestriae Sonn­tag war für die NSDAP, in Stadt- und Landkreis Marburg dadurch von besonderer Bedeutung, daß in Durchführung der Verordnung des Stellver- treters des Führers der seitherige Kreisleiter und Landrat K r a w i e l i tz k i durch Gauleiter ©ein« r j ch von seinem Amt als Kreisleiter entbunden und der frühere Leiter des Kreises Hofgeismar, Rudolf vonLöwenftein, feierlich in fein neues Amt als Kreisleiter des Kreises Mar­burg eingeführt wurde.

Gauleiter und Staatsrat Weinrich würdigte in ehrenden Worten die nie versagende Arbeitskraft des jungen Kreisleiters, welche vor drei Jahren ihren Dank in feiner Ernennung zum Landrat des Kreises Marburg fand. Das Doppelamt des Land­rats und Kreisleiters konnte aber infolge der zu­nehmenden Aufgaben nur vorübergehend fein, und wenn er nun das Amt des Kreisleiters abgebe, könne er auf die feit zehn Jahren geleistete Arbeit tolz fein. Gauleiter Weinrich ernannte Landrat Krawielitzki vom heutigen Tage an zum ehren­amtlichen Kreisrichter für den Kreis Marburg und übergab anschließend das Amt des Kreisleiters an Zg. von Löwenstein.

Landrat Krawielitzki dankte in herzlichen Worten für die Anerkennung seiner Arbeit, welche er mit heißem Herzen für Volk und Vaterland ge­leistet habe. In seinen Erinnerungen an die Kampf­jahre gedachte er insbesondere seiner getreuen Mit­arbeiter und ermahnte die Politischen Leiter zu weiterer vorbildlicher und kameradschaftlicher Arbeit.

Der neue Kreisleiter von ßöroenftein dankte für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und ver- prach den Einsatz seiner ganzen Kraft im neuen Amt.

Kreisamtsleiter Oberbürgermeister Dr. Schel­ler dankte im Namen der Kreisamtsleiter und Ortsgruppenleiter dem scheidenden Kreisleiter für das von ihm geleistete große Aufbauwerk. Im Namen der Amtsträger und der Stadt Marburg überreichte er in dankbarer Anerkennung der ge­leisteten Arbeit an Landrat Krawielitzki ein von Meister Bantzer gefertigtes Bist) sowie ein solches von der großen Marburger Hitler-Kund­gebung aus dem Jahre 1932.

Mit der Führerehrung durch Landrat Krawie­litzki und dem Gesang der beiden Lieder der Nation fand die Feierstunde ihr Ende.

Hauptversammlung desVogelschuhvereinsfürHeffen.

LPD. Bingen, 20. Sept. Am Sonntag fand in Bingen die diesjährige Hauptversammlung des Dogelschutzoereins für Hessen statt.Aus allen Teilen des Hessenlandes hatten sich etwa 400 dem Vogelschutzverein angehörende Vogelfreunde eingefunden. Der Vorsitzende, Landesforstmeister Hesse, begrüßte die Erschienenen, besonders den Vertreter der Partei und der Regierung.

Nach Begrüßungsworten des Bürgermeisters Nachtigall erstattete Dr. Mansfeld von der Vogelschutzwarte Seebach Bericht über die Tagung der Leiter der Dogelschutzwarten. Bemerkenswert ist, daß in Zukunft alle in Deutschland bestehenden Vogelschutzvereine und -verbände in einer Reichs- vogelschutzstelle vereinigt werden. Wie der Vorsitzende hierzu ausführte, werden in dieser Reichsstelle drei große Untergliederungen zusam­mengefaßt werden. Im Jahre 1938 wird der Vo­gelschutz in dem noch zu bildenden Naturschutz- ring aufgehen. Es gibt heute noch eine ganze Reihe von Dogelschutzoereinen, die alle noch zu­sammengelegt werden müssen. In Zukunft wird es nur drei Vogelwarten und sieben Vogelschutzwarten geben. Die fie'bente wird demnächst in Frank­furt a. M. errichtet, die für das Land Hessen zuständig ist. Naturschutzgebiete werden eingerichtet in Lampertheim auf einer Fläche von 516 Hektar und in Heppenheim. Es wurde darauf hingewielen, daß bei Neuanlagen die Kleinhecken nicht vergessen werden sollen, da hier den Vögeln Nistgelegenheit geschaffen würde. Im Jahre 1936/37 kamen 900 Nistkästen seitens des Vogelschutzoereins zur Ver­teilung. Im Lande Hessen befindet sich nur noch in Bingen eine Vogelausstellung, die auch von vielen Ausländern besucht wird.

Schriftführer Schäfer gab bann einen lieber- blick über das Geschäftsjahr 1936/37. Der Verein verfügt über ein Vermögen von 4132 Mark. Der Voranschlag für das kommende Geschäftsjahr schließt mit 7120 Mark ab. Die nächstjährige Tagung wird in Bad-Nauheim abgehalten. Für den aus dem Dorstandsrat (stellvertretender Vorsitzender) ausgeschiedenen Dr. U r st a d t wurde Forstrat Klamm (Bingen) bestimmt, an dessen Stelle im Vorstandsrat Forstassessor Walter (Mainz) tritt.

Zum Schluß hielt Dr. Mansfeld einen Licht­bildervortrag überNeue Erfahrungen auf dem Gebiete des praktischen Vogelschutzes". Am Sonn­tagnachmittag erfolgte unter Führung von Forst­rat Klamm ein Gang durch die Pogelschutzan- lagen auf dem Rochusberg. Der Abend vereinigte die Teilnehmer zu einem gemütlichen Beisammen­sein.

Me Hauspuhkimst wird wieder lebendig.

Holzhausen das Kratzpuhdorf.

LPD. Im Kreis Biedenkopf, unweit von Gla­denbach, liegt das 1200 Einwohner zählende Dorf H o l z h a u f e n , das die Bezeichnung Kratzputz-Dorf" führt und verdient. Die alten schönen Fachwerkhäuser zeigen einen beson­deren Schmuck, den Kratzputz. Alle Gefache sind leicht farbig getönt, und aus dem farbigen Unter­grund sind Tier- und Blumenornamente heraus­gekratzt. So entsteht ein lebendiges und farben­frohes Bild.

Der Kratzputz, der tn besonderem Maße in den Kreisen Biedenkopf und Marburg heimisch war, ist eine mehr als 300 Jahre alte Hausputzkunst, die heute fast völlig in Vergessenheit geraten ist. Längst ist seit Jahrzehnten der jchöne Kratzputz von den Häusern abgefallen, die alten Kratzoutzmeister sind tot, und wo der Hausanstrich erneuert wurde, hat man die alte Handwerkskunst meist übertüncht. Nur in Holzhausen hat man die alte Kunst bis auf den heutigen Tag erhalten und wird auch von den jüngeren Meistern wieder geübt. Hier wurden die ausgestockten Gefache von beiden Seiten mit Stroh­lehm (eine Mischung von Lehm und kurzgeschnit­tenem Stroh) verputzt. Auf die äußere Seite wurde eine dünne Mörtelschicht aufgetragen, die aus Fluß- sand, Wasserkalk und Rindoiehhaaren bestand. In die Mörtelschicht, die zunächst mit einem Kamm- stampfer bearbeitet wurde, bildete der Meister, so-

Aus der engeren Heimat