Ausgabe 
23.8.1937
 
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Wer sind dieSauerkrautfresser"?

Lleberraschungen in pariser Gaststätten.

Don 3- Mahl.

erst habe die Pflege alten Brauchtumes in ihrer Bedeutung für das deutsche Volk wieder richtig er­kannt. Die landsmannschaftlichen Vereine feien die treuen Wächter einer großen Tradition. Sie in jeder Hinsicht zu fördern, fei eine Ehrenpflicht, deren sich die Reichshauptstadt bewußt sei. Dann traten die Vertreter der deutschen Stämme vor, um dem Oberbürgermeister mit einem Sinnspruch Gaben ihrer Heimat zu überreichen. Anschließend klangen wieder die fröhlichen Weisen der Trachtenkapelle auf, und die verschiedenen Landsmannschaften ver­einigten sich zu ihren Heimattänzen.

500 Jahre Bad Order Sladlkirche.

Die Stadtkirche von Bad Orb hat bereits fünf Jahrhunderte überdauert. Im Laufe dieses Jahres erfuhr das Gotteshaus eine eingehende Wieder­herstellung. Zuerst entfernte man den barocken Hoch­altar, Nebenaltäre und Kanzel, die von dem goti­schen Stil des Kircheninneren ablenkten. In mo­natelanger Arbeit stellten die Künstler den gotischen Stilcharakter wieder her. In der Sakristei traten wertvolle Malereien zutage, die nun eine sachge­mäße Restaurierung erfahren. Aufgefundene In­schriften geben die Gewißheit, daß die alte Sakri­stei 1445 erbaut wurde. Das Mittelstück des wäh­rend der Barockzeit verschwundenen Flügelaltares erhält seinen Platz wieder im Chor.

Die Beisetzung von Ministerialrat Dr. Seeger.

Auf dem Alten Matthäi-Friedhof in Berlin wurde der vor einigen Tagen verstorbene Leiter der Filmabteilung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, Ministerialrat Dr. Seeger, zur letzten Ruhe geleitet. An der Beisetzung nahmen Reichsminister Dr. Goeb­bels, Staatssekretär Funk und zahlreiche füh­rende Männer des deutschen Filmschaffens teil. Am Grabe sprach Staatssekretär Funk.

Ein treuer Kurgast.

Wiesbaden konnte wiederum einen treuen Kur­gast ehren. Das Ehepaar Weingutsbesitzer und Ju- stizrat Middeldorf und Frau aus Carden an der Mosel, das 1887 auf feiner Hochzeitsreise in Wiesbaden weilte und seitdem jedes Jahr seine Ferien dort verbrachte, hat auch jetzt hier seine gol­dene Hochzeit gefeiert.

Todesurteil vollstreckt.

Am 21. August ist der Anton D 0 tz a u e r aus Rastatt hingerichtet worden, der von dem Schwurgericht in Karlsruhe wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Der Verurteilte, ein vielfach vorbestrafter Gewohnheitsverbrecher, hat in der Nacht zum 8. September 1936 den Wacht- mann des Schutz- und Sicherheitsdienstes Baden- Baden Artur Nock, der ihn bei einem Diebstahl gestellt hat, niedergeschossen.

Fünf Todesopfer eines Autounglücks in der Wojewodschaft Posen.

Ein schweres Kraftwagenunglück trug sich bei Warschau in der Wojewodschaft Posen zu. In­folge der Unachtsamkeit des Chauffeurs durchfuhr ein Lastwagen mit 18 Landarbeiterinnen und Land­arbeitern bei einer Bahnkreuzung die geschlossene Bahnschranke und stieß mit einer rangierenden Lokomotive zusammen. Fünf Insassen des Last­wagens waren sofort t 0 t. Sieben weitere Perso­nen wurden schwer verletzt; drei von ihnen befinden sich in Lebensgefahr. Der Chauffeur hatte sich, als er sah, daß sich der Lastwagen nicht mehr

(afp) Seither glaubten wir immer,Mangeur de choucrouteSauerkrautfresser" sei eines jener Schimpfworte, mit denen die Franzosen u n - seren barbarischen Charakter kennzeichnen wol­len. In Paris wurden wir eines besseren be­lehrt. Man traut seinen Augen kaum, wenn man als Deutscher fast an jedem Restaurant oder Kaffee­haus ein Schild liest:Garniertes Sauer­kraut zu jeder Tageszei t." Also nicht nur die Amerikanerin, die das rohe Sauerkraut neben ihrer Grape fruit als Schönheitsmittel genießt, hat umgelernt, auch die Pariser sind unter die Sauerkrautfresser" gegangen.

Garniertes Sauerkraut auf Frankfurter oder El­sässer Art ist in Paris das beliebte Dauergericht, das immer und überall in jedem Quantum und in jeder Preislage zu haben ist und das man sich be­stellt, wenn man nicht viel Zeit hat und für wenig Geld rasch satt werden will. Auch der Deutsche, der eines Tages Sehnsucht nach der heimischen Speisekarte bekommt, läßt sich das garnierte Sauerkraut nicht entgehen. Er setzt sich also vorausgesetzt, daß nicht gerade wieder einmal ein Sitzstreik ausgebrochen ist und die Erlaubnis man­cher Ausflugslokale, mitgebrachte Speisen zu ver­zehren, auch an den großen Boulevards erteilt wer­den muß in ein Restaurant und bestellt sich ein Elsässer Bier und eine Portion garniertes Sauer­kraut, für die er, wenn es ein besseres Lokal ist, etwa 70 Pfennig bis eine Mark bezahlt. Dafür be- komrnt er dann eine große Platte Sauerkraut, Salz­kartoffeln, zwei dicke Scheiben heißen Schinken und zwei Würstchen in der Art unserer Frankfurter. Und er muß feststellen, daß das Sauerkraut in Paris recht gut schmeckt. Kein Wunder also, wenn es auch von den Einheimischen gern gegessen wird.

Für den, der zum erstenmal nach Paris kommt, ist es im übrigen etwas schwer, sich auf der Karte zurechtzufinden. Es ist dann am besten, man geht in ein kleineres Lokal, wo manä prix fixe essen kann und wo die Auswahl nicht zu groß ist. Das entspricht etwa unserem Menu, und man be­kommt statt der Suppe in der Regel zunächst als Bors d'oeuvre verschiedene Salate, ein bißchen Fisch oder ein paar Wurstscheiben mit Butter. In größeren Lokalen wird ein riesiges Tablett mit einem Dutzend und mehr Schüsselchen angefahren, und zu den Salaten kommen hier noch verschiedene

rechtzeitig zum Stehen bringen ließ, durch Ab­sprung in Sicherheit gebracht und den führerlosen Wagen seinem Schicksal überlassen.

Schweres Autounglück bei Stockholm.

Auf einem Bahnübergang bei Stockholm wurde ein Privatkraftwagen von einem Zuge e r - faßt. Drei Insassen des Kraftwagens wurden getötet, während drei weitere schwere Ver­letzungen davontrugen. Die Lokomotive des Zuges entgleiste.

Acht Tote bei einem Waldbrand in Amerika.

Bei der Bekämpfung eines Waldbrandes i m Shofhone-Nationalpark im Staate Wyo-

Gemüse, mit Mayonnaise angemacht, Eier, Sar­dellen, Krabben, kalter Braten und ähnliches.

Man darf nun aber als Fremder nicht meinen, daß man das alles essen soll und daß man sich das, was man nicht zwingt, einpacken lassen kann. Es ist, wie z. B. auch in Italien mit der Obst- und Käseplatte, nur üblich, sich ein paar Bissen auszu­suchen, da ja die Hauptsache noch kommt.

Das Hauptgericht,E n t r 6 e genannt in größeren Lokalen geht ihm noch ein Fischgericht voraus besteht zumeist aus einem Stück Fleisch Schnitzel, Kotelette, Roastbeef, Rumpsteak, Leber das auf englische Art nur kurz gebraten wird, und ein paar Kartoffeln. Bratenscheiben, vom gro­ßen Stück heruntergeschnitten, sind nicht üblich. Ge­müse oder Salat ist ein besonderer Gang, und man ißt das erst nach dem Fleisch.

Den Salat macht man sich selbst an, indem man auf Pariser Art etwas Senf im Löffel mit Essig verrührt und Oel darüber gießt. Es ist aber ratsam, den Salat erst anzumachen, wenn man sein Fleischgericht gegessen hat, so ungewohnt es auch sein mag, denn der Kellner könnte das miß­verstehen und den zur Seite gestellten Teller weg- nehmen. Zum Nachtisch gibt es wie bei uns Käse, Obst, Kompott oder Kuchen. Im Essenä prix fixe ist auch der leichte Tischwein inbegriffen, ebenso das Weißbrot, in teureren Lokalen sogar der Mokka. Die Preise bewegen sich zwischen 70 Pfennig und 2,50 Mark.

Im übrigen kann man in Paris den Küchen­zettel der ganzen Welt studieren, wenn man Zeit und Lust dazu hat. Immer wieder entdeckt man auf den Streifzügen durch die Gassen des Quartier Latin ein neues Lokal, sei es ein chinesisches, ja­panisches, russisches, kaukasisches oder türkisches. Und auch auf dem Gelände der Weltausstellung haben die verschiedenen Länder an den Hunger und die Neugierde der Besucher in Dingen des Speisezettels gedacht und der nationalen Eigenart entsprechend Erfrischungsräume aufgezogen. Wenn der Ausstel­lungsbesucher will, kann er also ohne große Mühe in Deutschland Mittagessen, in Oesterreich Kaffee trinken, in Italien abendessen und sich zwischen­durch noch in der Schweiz, in Luxemburg, in Nor­wegen oder Rumänien erfrischen. Aber, bitte sehr, auf eigene Verantwortung!

ming würden etwa 50 freiwillige Arbei - t e r und Beamte des Amtes für Straßenbau in­folge plötzlichen Umschlagens des Windes vom Feuer umzingelt. Acht Mann verbrannten, zwei wurden schwer und die übrigen leicht verletzt. Die Bergung der Toten und Verletzten war in dem wilden, zerklüfteten, bis zu 3000 Meter hohen Ber­gen äußerst schwierig.

Aus der Alpspihe vom Blitz gelötet.

Aus der Alpspitze im Wettersteingebirge wunde der Student der Medizin Müller aus Düsseldorf durch Blitzschlag getötet. Die Leiche des Bergsteigers wurde von Bergwachtleuten zu Tal gebracht. Ein

Begleiter Müllers hatte nur leichte Verletzungen erlitten und konnte selbst den Weg nach Mitten­wald antreten.

Seine Familie ermordet.

In Waiblingen (Württemberg) schnitt der 39 Jahre alte Albert G a i s e r seiner 40jährigen Ehefrau und seinen beiden 10jährigen Zwillings­mädchen mit einem Messer den Hals durch. Nach­barn hörten Schreie aus der Wohnung des Gaijer und stellten starken Gasgeruch fest. Die Polizei fand im Flur die Ehefrau tot vor. Von den Zwil­lingsmädchen lag das eine tot im Bett, das andere starb in den Armen des herbeigeeilten Arztes. Gai­ser selbst lag ebenfalls tot am Boden. Der Täter hatte vor einigen Wochen seine Stellung aufgegeben und ein eigenes Geschäft eröffnet. Neuerdings bat er darum, ihn in seiner alten Stellung wieder auf­zunehmen, was ihm jedoch versagt wurde. Auf diese Ablehnung hin scheint er den Entschluß zu der furchtbaren Tat gefaßt zu haben.

Erdbeben in Manila.

Die Stadt Manila auf den Philippinen und ihre weitere Umgebung wurde durch zwei heftige Erd­stöße, die innerhalb von 20 Minuten erfolgten, er­schüttert. Mehrere große Gebäude und eine An­zahl Kirchen wurden beschädigt. Das Elektrizi- tätswerk wurde lahmgelegt, so daß die Stadt i n D u nkelheit gehüllt wurde. Die Einwohner flüchteten von Panik ergriffen aus den Wohnhäu­sern und Hotels. Es gab zahlreiche Verletzte. Der erste Erdstoß erfolgte gerade, als amerikanische Flüchtlinge aus Schanghai im Hasen landeten.

Wetterbericht

des Nelchswetterdienstes. Ausaabeort Frankfurt.

Begünstigt durch ein Tiefdruckgebiet über Deutsch­land konnte sich von Südosten her zuströmende Warmluft, die an der vorgelagerten Kaltluft zum Aufgleiten kam, jetzt auch im Westen und Süden des Reiches in ausgedehnten, meist recht ergiebigen Regenfällen auswirken. Die Störungen werden jetzt ostwärts abgedrängt, so daß zunächst Hochdruckein­fluß stärker hervortritt, ohne jedoch zu beständigem Schönwetter überzuleiten.

21 u 5 f i d) t e n f ü r Dienstag: Morgens viel­fach dunstig, sonst zeitweise heiter und meist trocken, im ganzen etwas wärmer, veränderliche Winde.

Lufttemperaturen am 22. August: mittags 15,4 Grad Celsius, abends 13,1 Grad; am 23. August: morgens 15,7 Grad. Maximum 15,3 Grad, Minimum ^ute nacht 12,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. August: abends 15,9 Grad; am 23. August: morgens 15 Grad. Niederschläge 4,7 mm.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum-

schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), t. V.: Dr Fr. W Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D. A. VII. 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 qüftig.

Herr Wilhelm Rinn II

im 67. Lebensjahre.

5479 D

Friedericke Launspach und Kinder

Gießen, den 23. August 1937.

5474 V

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Für die so überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teil­nahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir nur auf diesem Wege unseren innigsten Dank

jF

Gestern morgen 4% Uhr verschied nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber A4ann, unser lieber Vater, Schwieger- vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel

Heuchelheim, den 23. August 1937.

Die trauernden Hinterbliebenen: Elisabethe Rinn, geb. Gernandt Familie Otto Rinn VI.

Familie Ernst Hofmann Erhard Rinn.

Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. August, nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause Bachstraße 5 aus statt.

Am Donnerstag, dem 19. August 1937, verschied unerwartet

Frau Rosine AlkerWw.

Sie war uns stets eine treue Wander­kameradin und wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.

Westerwaldverein, Ortsfir. Gießen.

Beerdigung Montag. 23. August, nachm. /<2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten.

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Gewmnauszug

5. Klaffe 49. Preußisch-Süddeutsche (275. Preuß.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten

13. öiehungötag 21. August 1937

Auf

jede gezogene Nummer sind zwei gleich

hohe

Gewinne gefallen, und zwar je einer

auf

die Lose gleicher Nummer in den beide» Abteilungen I und II

3n der heutigen DormittagSziehung wurden gezogen

339672 358148

128 Gewinne zu

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1000 RM. 129778 201467 272573 369653

500 RM

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64 Gewinne zu

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2 Gewinne zu 10000 RM. 172940

6 Gewinne zu 6000 RM. ' ' '

6 Gewinne zu 3000 RM.

24 Gewinne zu

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§4424 71220 80954 81635 82488 83173 91016

Ön der heutigen NachmittagSzlehung wurden gezogen

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186023

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3000 RM.

2000 RM. 336006

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2 Gewinne zu 6000 RM.

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32 Gewinne zu 181480 202347 275881 291657 390766

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304354 322134 345087

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184 Gewinne zu 300 RM

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33649

35166 35488 48212 55537 59431

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