Ausgabe 
23.6.1937
 
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Heimat ei»

Türkische MivitA nach Osten.

Von unserem ac.-Mitarbeiter.

Nachdruck, auch mit Quellengabe, verboten!

Ankara, Juni 1937.

In der türkischen Außenpolitik ist in den letzten Jahren überraschend klar und deutlich zu erkennen, mit welcher Planmäßigkeit man in Ankara die Lö­sung der verschiedenen Probleme zu betreiben be­müht ist. War die Wiederbefestigung der Meerengen das wichtigste Moment, durch das die Schlüsselstellung der Türkei endgültig wieder be­festigt wurde, so zeigt die außerordentlich starke Teilnahme der Türkei an der Balkanpolitik, das enge Bündnis mit Jugoslawien und nun­mehr auch die Wiederannäherung a n I t a- lien, daß man in Ankara nicht gesonnen ist, die Balkanstellung aufzugeben oder sich an den Entwick­lungen im Ostmittelmeerraume uninteressiert zu er­klären. Im Gegenteil: durch die Neuregelung der Meerengenfrage war ja für die Türkei eine neue Stütze entstanden für die Stärkung der politischen Front nach Westen hin.

Nachdem nun nach dieser Richtung hin die tür­kische Stellung gesichert scheint, kann sich Ankara wieder stärker der Verfolgung seiner politischen Ziele in der Richtung nach Osten hin widmen. Be­kanntlich schweben schon seit langer Zeit Verhand­lungen zwischen der Türkei und den Regierungen Irans, Afghanistans und des Irak über den Abschluß eines Nichtangriffspaktes. Wenn auch dieser Pakt in seinen Grundzügen fertig ist und wenn auch sonst das Verhältnis der neuen Türkei zu diesen seinen östlichen Nachbarn recht freund­schaftlich ist, so ist man doch in Ankara hinreichend realpolitisch geschult, um sich dessen bewußt zu sein, daß Freundschaftspakte nichts bedeuten, wenn nicht eine starke Macht und ein entschlossener nationaler Wille die Gewähr für ihre Aufrechterhaltung bietet. Man hat aus diesen Erwägungen heraus in An­kara das Bestreben, die Sicherheit der türkischen Ost­grenze durch eigene Maßnahmen noch weiter zu er­höhen.

Ein Blick auf die Karte zeigt, daß schon geo­graphisch und verkehrstechnisch die Sicherung der Ostgrenze Anatoliens nicht ganz leicht ist. Vielleicht ist auch in dieser Tatsache die Erklärung dafür zu suchen, daß die Türkei bisher so großen Wert auf ein freundschaftliches Verhältnis 311 S 0 wjetruß - land legte, obwohl ja weltanschaulich und innen­politisch diese beiden Staaten durch eine tiefe Kluft getrennt sind. Schließlich ist aber die Tatsache nicht zu leugnen, daß ein Teil der östlichen anatalischen Provinzen früher zum zaristischen Rußland gehört hatten. In Anbetracht der Tatsache, daß angesichts der heutigen kriegstechnischen Verhältnisse jene Ge­biete von der Türkei kaum verteidigt werden kön­nen, so scheint man es in Ankara für zweckmäßiger gehalten zu haben, durch eine freundliche Politik gegenüber dem nordöstlichen Nachbarn sich eine allzu große Belastungsprobe zu ersparen.

Das zweite Problem, das für die Türkei hier an der Ostgrenze eine große Rolle spielt, ist die be­völkerungspolitische Frage. Einmal sind die östlichen Provinzen Anatoliens außerordentlich dünn bevölkert, was natürlich im Falle kriegeri­scher Verwicklungen eine nicht zu unterschätzende Ge­fahr bedeutet, und zum anderen wohnen in den ast- anatolischen Provinzen viele Kurden, die beson­ders in den ersten wahren der neuen türkischen Re­publik eine feindli- ' Haltung Ankara gegenüber einnahmen. Es sei hier nur erinnert an die ver­schiedenen Kurdenaufstände, die besonders in den ersten Jahren nach der Machtergreifung der türkischen Regierung viel zu schaffen machten. Diese Kurdenaufstände hatten einmal soziale Ur­sachen, da sich die feudalwirtschaftlich organisier­ten Kurden geacn die reformerischen Bestrebungen der nuen türkischen Regierung auflehnten, und zum anderen nationalpolitische, insofern, als die Kurden vielfach für einen Autonomiegedanken kämpften. Hierbei wurden sie durch ihre Stammes- genossen im Iran und im Irak unterstützt, so daß zeitweise in der Tat die Lage an der Ostgrenze der Türkei bedrohlich schien. Man muß sich dabei vor Augen halten, daß die Gesamtzahl der Kurden heute etwa 2,5 Millionen Menschen beträgt, von denen 1,6 Millionen auf türkischem Boden wohnen, 800 000 im westlichen Iran und 50 000 im heutigen Rußland. Dazu kommen noch Kurden im heutigen Irak, in der Mossul-Gegen'd. Eine Autonomiebewe­gung der Kurden bedeutete also für die Türkei von vornherein eine Bedrohung, weil ein selbständiger Kurdenstaat hauptsächlich auf Kosten der Türkei zu- standegekommen wäre.

Diesen hier geschilderten Schwierigkeiten und Ge­fahren an der türkischen Ostgrenze sucht nun die Politik Ankaras immer mehr zu begegnen, nachdem die Front nach Westen einigermaßen ausgebaut werden konnte. Dor allem ist die Türkei bestrebt, das Verkehrsnetz in Ostanatolien auszubauen, und zwar einmal nach dem Iran hin und dann auch zur russischen Grenze hinauf. Nur wenige Jahre wird es noch dauern, dann wird man, ohne umzusteigen, von Adrianopel von der türki­schen Westgrenze über den Bosvorus und Ankara bis nach Erzerum fahren können: quer durch ganz Anatolien. Schon heute gibt es verschiedene gute Autostraßen in Ostanatolien, für die auch be­sondere leistungsfähige große Autobusse gebaut wurden. Von Erzerum aus besteht aber bereits eine Bahnverbindung bis hinüber narf) Xiflts in Russisch-Kaukasien. Eine weitere Bahnlinie wird von der Türkei durch die östlichen Gebiete Mittel- anatoliens gebaut bis Van, unweit der iranischen Grenze. Außerdem ist eine Verlängerung der Bahn­strecke von Dinarbekir in südöstlicher Richtung bis zum Anschluß an die B a g d a d b a h n geplant. So werden dann drei Eisenbahnwege wie drei Fin­ger nach Osten weisen und die bisher |o vernach­lässigten ostanatolischen Gebiete stärker an die Zen­trale von Ankara binden. , .

Auch sonst ist die türkische Regierung bestrebt in diesen ostanatolischen Gebieten die wirtschaft­lichen Verhältnisse zu bessern einmal durch die Anlagen von Bewässerunqsemrichtungen dann durch den Abbau der verschiedenen hier zu finden­den Erze und schließlich durch die Einrichtung eines modernen Verwaltungs-, Unterrichts- und Siche heitswesens .Der Osten, den man bisher seinem Schicksale überlassen hatte, mußte Jahre hindurch warten, bis er jetzt die Wohltaten des neuen Re- gimes zu spüren bekommt. Die vorzügliche Wesens­art der Bevölkerung in diesen Geb.e en und der ausgezeichnete Boden, den es hier g , schafft die Möglichkeit, bald Fruchte der Entw^- lungsarbeit in diesen Provinzen zu ernten So schrieb kürzlich das offiziöse türkische BlattAn­kara" in einem Bericht über die Arbeiten in den ostanatolischen Provinzen. Selbstverständlich hat man dabei im Auge, durch eine Inten imerung d Wirtschaft in diesen Gebieten auch allmählich die Bevölkerungsziffer zu heben, was angesichts.der be­sonderen Verhältnisse hier gleichzeitig auch eine E

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Höhung der wehrpolitischen Sicherheit bedeuten würde. Die Aktivität der türkischen Regierung hier im Osten trägt also starken nationalpolitischen Cha­rakter und hat besondere Bedeutung für die künf­tige Sicherheit der Ostgrenze.

Wenn kürzlich englische Blätter in alarmierender Weise über angebliche türkische Aspirationen auf das Oelgebiet von Mossul schrieben, so dürften diese Darstellungen weit über das Tatsäch­liche hinausgehen. Sicher ist, daß die Türkei eben im Zuge ihrer Bemühungen, die Ostgrenze für immer zu sichern und vor Aufständen zu schützen, bestrebt ist, ihr Verhältnis zu den hier wohnenden Kurden möglichst freundlich zu gestalten. Wenn unlängst von englischer Seite in diesem Zusammen­hänge von einer türkischen Absicht die Rede war, im Gebiet von Mossul einen autonomen Kur­de n st a a t unter türkischem Protektorat zu schaf­fen, so dürfte diese Auffassung nicht den Kern der Sache treffen. Ein selbständiger Kurdenstaat würde ja eben doch auch Teile des heutigen türkischen Ost­anatolien für sich beanspruchen und außerdem durch­aus kein Beruhigungsmoment hier im Nahen Osten sein. Wie sich die Dinge einmal in späterer Zu­kunst entwickeln werden, das freilich ist eine andere

Frage. Schon heute kann festgestellt werden, daß die Türkei alles daran setzt und auch Opfer zu bringen bereit ist, um die Kurden, die ja nach tür­kischer Auffassung ein verwandter Dolksstamm sind, zu einem wirklich engen und freundschaftlichen Ver­hältnis mit der Türkei zu bringen. Wie' sich dann das Verhältnis dieser außerhalb der Türkei woh­nenden Kurden zu Ankara gestaltet, das wird im wesentlichen davon abhängen, ob und was für eine Anziehungskraft die neue Türkei besitzt. Man wird nicht fehlgehen in der Annahme, daß gerade die neuerdings zu beobachtende Aktivität der Türkei nach Osten das Ziel verfolgt, diese Anziehungskraft immer mehr zu vergrößern, um so die Möglichkeit zu bekommen, auch die kurdische Frage sozusagen spielend zu lösen. Zweifellos hat die Türkei, und die heutige Türkei ganz besonders, nicht die Zeiten vergessen, in denen all jene Gebiete, wie Mossul, Aleppo, Alexandrette usw. einmal türkisch waren. Und zweifellos liegt das Schwergewicht der tür­kischen Politik in dem Ausbau der türkischen Macht­stellung im Vorderen Orient. Darum besitzt die jetzt zu beobachtende türkische Aktivität nach Osten zwei­fellos eine grundsätzliche Bedeutung.

MerIahre Wirtschastskammer Hessen.

Oer Dierjahresplan und die rhein-mainische Wirtschaft.

Frankfurt a. M., 21. Juni. Zum viertenmal jährt sich im Herbst dieses Jahres der Tag, an dem sich die Wirtschaft des preußischen und hessischen Rhein-Main-'Gebietes organisatorisch zusammen­schloß. Der damals errichtete Rhein-Mainische Industrie- und Handelstag ist inzwischen unter Erweiterung auf die Industrie- und Handels­kammern Kassel-Mühlhausen, Siegen-Olpe-Dillen- burg sowie auf alle fachlich-bezirklichen Organisatio­nen in die Wirtschaftskammer Hessen übergegangen. Anläßlich einer Kundgebung der Wirtschaftskammer Hessen gab Prof. Dr. Lüer einen Rückblick auf die gemeinsame Arbeit in den letzten vier Jahren. Im ersten Stadium nach der Machtübernahme mußten alle Kräfte darauf ge­richtet werden, durch ein sofortiges und kühnes Arbeitsprogramm möglichst viele Volksgenossen in kürzester Zeit wieder an die Arbeit zu bringen. Durch öffentliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wurden unmittelbare Arbeitsgelegenheiten bereit- gestellt und weiterhin der Wirtschaft neue Kräfte zugeführt, so daß sie auch selbst Arbeitsplätze be­reitstellen konnte. Der zweite Abschnitt begann im März 1935 mit der W e h r h a f t rn a ch u n g des deutschen Volkes, die einen Strom öffentlicher Auf­träge in die verschiedenen Gebiete und Wirtschafts­zweige ergoß, während die Grenzgebiete hierin noch zurückstehen mußten. Durch denNeuen Plan' wurde die Arbeit der Kammer außerordentlich stark in Anspruch genommen. Die dritte Periode beginnt etwa im Herbst 1936, als nach der Wiedergewin­nung der Wehrhoheit am Rhein auch unser Grenzgebiet in den Aufbau der Wehrmacht einbezogen wurde, und mit der Verkündung des

zweiten Vierjahresplanes. Die Bemü­hungen, das Rhein-Main--Gebiet in verstärktem Matze zu den Arbeiten des Vierjahresplanes her­anzuziehen, erstrecken sich vor allem auf die hier vorhandenen R 0 h st 0 f f e. Wenn man sich bemühe, neue industrielle Anlagen au errichten, so müsse doch darauf hingewiesen werden, daß so- gar ein weitaus wichtigerer Erfolg der Arbeits­beschaffung darin bestehe, daß die bereits vor­handenen zahllosen Unternehmungen zur vollen Ausnutzung! hrer Kapazität kamen. Das Problem des Facharbeitermangels könne nur gelöst werden, wenn sofort an eine großzügige Lehrlingsausbildung herangegangen werde. Hier liege eine der großen Aufgaben oer Wirt­schaftsorganisation. Das Wichtigste, auch in sozialer Beziehung, sei, daß der Unternehmer mit seiner ganzen Kraft dafür sorge, seinen Betrieb zu erhalten und so zu befeftigen, daß die Wurzeln tief genug bringen, um auch kommenden Stürmen und kommender Dürftigkeit Widerstand leisten zu können. Die Anforderungen an die gewerbliche Wirtschaft seien in jeder Weise gesttegen, der Unter­nehmer sei heute mit mehr Verantwortung beladen, als jemals. Der Unternehmer mit persönlichstem Einsatz, mit Wagemut und Verantwortung und mit allen anderen Führereigenschaften, vor allem mit dem harten Willen zur Erhaltung und Vermehrung seines Werkes, fei eine Forderung des National­sozialismus. Es genüge aber nicht, daß für einige große Werke oder Konzerne solche Führerpersönlich- keiten gefunden werden, sondern dies müsse der TypdesdeutschenUnternehmersüber- h aup t werden.

Das Unglück am Nanga parbat.

Or. Lust und Professor Troll wohlbehalten.-Ein Suchkommando unterwegs. Vermutungen über die llrsache der Katastrophe.

Berlin, 22.3uni. CDKB.) Me Revier aus Simla (Indien) meldet, ist dort offiziell bekanntge­geben worden, daß Dr. Luft der einzige Ueberlebende der deutschen Ranga-Parbat- Expedition ist, deren übrige Mitglieder am Sonntag durch eine Schneelawine verschüttet worden sind. Der Leiter der Expedition, Dr. Wien, ist nach dieser Meldung mit den anderen Bergsteigern ebenfalls ums Leben gekommen. Bon Dr. Luft ist inzwischen in Deutschland eine Telegramm

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Unsere Karte zeigt den Teil des Himalajagebirges, wo die deutsche Nanga-Parbat-Expeditton verun­glückte. (Scherl-Bilderdienst-M.)

eingetrofsen, in dem er die Tatsache seiner Rettung bekanntgibt, wie die Deutsche Himalaja-Stiftung in München mitteilt, befindet sich Professor Troll von der deutschen Ranga-Parbat-Expedition nach einer der Stiftung vorliegenden Meldung wohl­behalten in Astor in Indien.

L 0 n d 0 n , 22. Juni. (DNB.) lieber das Unglück der Ranga-Parbat-Expedition meldet Reuter aus Srinagar, daß der englische Leutnant Smart die Bergsteigergruppe in der vorigen Woche bei La­ger IV verlassen hatte, um einige kranke Träger herunterzubringen. Die Bergsteigergruppe habe sich um diese Zeit darauf vorbereitet, nach Lager V vorzudringen. Dr. Luft, den Leutnant Smart im Ausgangslager ablöste, erreichte, wie es weiter heißt, Lager IV am Freitag vergangener Woche. Er fand es von einer Eislawine bedeckt vor. Drei Rucksäcke wurden gefunden. Ls besteht aber leider keine Hoffnung mehr, die Verunglückten lebend auf- zusinden. Hingegen sei eine, allerdings auch nur

geringe Aussicht gegeben, daß ihre Leichen ge­borgen werden können. Lin Suchkom­ni a n d 0 unter Führung eines Ingenieurs ist nach dem Ausgangslager aufgebrochen.

Paul Bauer begibt sich nach Indien.

Der Münchener Notar Paul Bauer, der an der Vorbereitung der Nanga-Parbat-Expeditton mitwirkte und selbst schon am Nanaa Parbat war, wird sich in den nächsten Tagen auf dem Luftwege nach Indien begeben, um weitere Feststellungen über die Bergkatastrophe treffen zu können.

In aller Wahrscheinlichkeit werden wir feine Spuren unserer toten Freunde auf dem fturmge- peitschten Grat finden: auch werben wir ihnen keine würdigere Grabstätte bereiten können als die, die ihnen das Schicksal im ewigen Schnee bestimmt hat; aber sie werden wissen, daß wir, ihre Ver­ehrer, auf ihren Schultern stehen, wenn wir den Kampf wieder aufnehmen." So schrieb der Führer der deutschen Expedition, die den Nanga Parbat erobern wollte, noch am 22. April in einer großen englischen Zeitung. Es sind nicht ganz zwei Monate verstrichen und das Schicksal hat von den neun Bergpionieren noch schwerere Opfer gefordert, als sie die Expedition Willi Merkel im Jahre 1934 bringen mußte. Die Frage nach der Ursache des schweren Unglücks drängt sich auf. Wir sind nur auf Vermutungen angewiesen: Don den allgemeinen Vermutungen, die also nicht auf die Besonderheit des Falles eingehen, steht hn Vordergrund die Möglichkeit, daß durch ein Erdbeben oder durch starke Windstöße ungeheure Massen von Pulver­schnee in Bewegung geraten sind, der in den sehr hohen indischen Grenzgebirgen viel länger feinen Charakter als Pulverschnee behält als in den Alpen, wo sich der Neuschnee in der Regel in drei bis fünf Tagensetzt": oder es kann sich um einen ver­frühten Einbruch des Sommermonsuns han­deln einer regelmäßigen Windströmung, die da­durch entsteht, daß sich die Luft über den indischen Landgebieten schneller erhitzt als über dem Indischen Ozean, so daß sehr feuchte Luftströme aus südwest­licher Richtung wehen und mit ungeheurer Wucht zu den Höhen des Himalaja vorstoßen, dessen west­lichsten Eckpfeiler die Deutschen an einer Drei­länderecke, gebildet von Afghanistan, China und Indien, bezwingen wollten. Alle Teilnehmer der Expedition hatten nicht nur in den Alpen, sondern in den höchsten Gebirgen der Welt Erfahrungen gesammelt, die einen im Kaukasus, die anderen in den Anden, die dritten in Zentralafrika oder im Himalaja selbst. Die Kühnheit und die Größe ihres Zieles gibt ihrem Tode den letzten Adel.

Benachteiligung der Minderheiten- schulen in Estland?

Reval, 22. Juni. (DNB.) Die Nationalver­sammlung hat den vom Staatspräsidenten vorgeleg­ten Neuentwurf der Verfassung zu be­raten. Bei der Behandlung der darin enthaltenen Bestimmungen über die Schulen der völki­schen Minderheiten hat sich die Erste Kam­mer im Gegensatz zur Zweiten Kammer dagegen ausgesprochen, die muttersprachliche Grundlage beizubehalten. Sie nahm eine Fas­sung an, wonach der Unterricht in den für die völ­

kischen Minderheiten eröffneten Schulen und Lehr« anftalten in d e r Staatssprache und in der Sprache der Minderheit erfolgen soll. Dabei bleibt offen, in welchem Umfange der Unter­richt in der Volkssprache der Minderheit stattzufin­den hat. Der der Ersten Kammer angehörende So­zialminister hat erklärt, diese Fassung schaffe die Gefahr, daß die künftige Gesetzgebung die mutter- prachlichen Schulen der Minderheiten völlig an­nullieren könnte. Die Beschlüsse der Ersten Kammer gelangen nun an die Zweite Kammer. Zum Schluß findet eine gemeinsame Tagung zur endgültigen Festsetzung der neuen Verfassung statt. Hingewiesen sei auf die alte Regelung von 1920 bzw. 1933, die Estland den Ruf einer gerechten und toleranten Schulpolitik den Minderheiten gegenüber eingetragen hat.

Erleichterter Zutritt zum Postdienst.

Berlin, 22. Juni. (DNB.) Die Reichspost hat ür die Laufbahn des gehobenen mittleren Po ft dien ft es bisher nur Bewerber mit Abi­tur eingestellt. Diese Maßnahme hat dazu geführt, daß die Anwärter in den weitaus meisten Fällen nach Ableistung der Arbeitsdienstpflicht und der allgemeinen Wehrpflicht erst in recht vorge­rücktem Lebensalter zur Reichspost kom­men und erst spät an die Gründung einer Familie denken können. Außerdem hat sich die Zahl der Abiturienten erheblich vermin­dert. Das Reichspostministerium läßt des­halb Bewerber zu, die das Reifezeugnis für die Obersekunda besitzen, das 16. Lebens­jahr vollendet, aber das 20. Lebensjahr nicht über- schritten haben. Für Bewerber, die ihrer Arbeits­und Militärdienstpflicht genügt haben, wird die Höchstaltersgrenze auf 23 Jahre festgesetzt. Alle Be­werber müssen der HI., der SA., der SS., dem NSKK. bzw. NSFK. oder der NSDAP, ange­hören. Bevorzugt werden diejenigen, die sich vor dem 30. Januar 1933 für die nationalsozialistische Volkserhebung außergewöhnlich betätigt und ihrer aktiven Dienstpflicht bei der Wehrmacht genügt ha­ben. Auf sportliche Durchbildung wirb besonderer Wert gelegt. Einstellungsgesuche sind an die Reichs­postdirektion zu richten, in deren Bezirk der Be­werber seinen Wohnsitz hat. Sie müssen bis zum 1. August 1937 vorliegen.

Einstellung von Freiwilligen in die Lustwaffe im Frühjahr 1938.

Berlin, 19. Juni. (DNB.) Das Reichsluftfahrt- Ministerium gibt bekannt: Im Frühjahr 1938 wer­den bei der Fliegertruppe und der Luft­nachrichtentruppe Freiwillige eingestellt. Den Bewerbern wird angeraten, sich sofort bei einem Truppenteil der Fliegertruppe oder der Luft­nachrichtentruppe zu melden. Auskunft erteilen die Truppenteile, die Wehrbezirkskommandos und die Wehrmeldeämter. Einftellungsgefuche bei anderen militärischen Dienststellen sind zwecklos. Bei der Flakartillerie und beim Regiment Ge­neral Göring werden im Frühjahr 1938 keine Freiwilligen eingestellt. Der Zeit­punkt für die Meldungen von Freiwilligen für die Herbsteinstellungen 1938 bei der Flieger­truppe, der Flakartillerie, der Luftnachrichtentruppe und im Regiment General Göring wird noch be- fahntgegeben.

Sonnenwendfeier der HI. auf dem Feldbera.

Auf dem Feldberg, 22. Juni. (LPD.) Die HI. des Gebietes XIII (Hessen-Nassau) veranstaltete ihre Sonnenwendfeier auf dem Feldberg im Taunus, zu der auch Gauleiter Sprenger erschienen war. Auf dem Gipfel des Berges war ein riesiger Holz­stoß aufgeschichtet, um den die HI. Aufstellung ge­nommen hatte, brennende Fackeln in den Händen. Fanfaren verkündeten den Beginn der Feier mit dem Spruch:Deutschland über die Zeiten sei du gebenetieit". Gauleiter Sprenger hielt die Feuer­rede. Er erinnerte daran, daß schon seit der Zeit, wo der Führer bei seinen Gefolgsmannen die Flamme der Begeisterung für seine Idee erweckt habe, diese hinausgezogen seien auf die Höhen, um die Sonnenwendfeier zu begehen, die Feier des Symboles der Freiheit. Mit der Her­stellung dieser Freiheit habe auch der Wiederaus- stteg auf allen Gebieten begonnen. Besonders die Jugend habe wieder ein Ziel, die Mög­lichkeit sich zu entfalten und eine Stelle einzuneh­men, die wert sei sie zu verteidigen. Licht sei wieder geworden über Deutschland. Während des gemein­samen Gesanges des LiedesFlamme empor" wurde der Holzstoß in Brand gesetzt: die Flammen leuchteten über die benachbarten Höhen. Sprech­chöre und Lieder der Hitler-Jugend, des Jung­volkes und des BDM., das Sieg-Heil auf Führer, Volk und Vaterland schloffen die Feier.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer empfing in Gegenwart des Reichs- organifationsleiters Dr. Ley die ausländischen Ehrengäste und Trachtengruppen der Hamburger Reichstagung der NSG.Kraft durch Freude". Exzellenz L 0 u v a r i s (Athen) verband mit seinem im Namen der ausländischen Gäste aus­gesprochenen Dank aufrichtige Wünsche für das neue Deutschland. Der Führer betonte die Not­wendigkeit, d e n schaffenden Menschen an allen kulturellen Gütern der Nation teilhaben zu lassen und sowohl ihre Arbeit als auch ihre Frei­zeit mit Freude zu erfüllen.

Das im Reichskriegshafen Kiel liegende II. ame­rikanische Linienschiff - Geschwader ehrte die gefallenen deutschen Seehelden im Marine­ehrenmal Laboe. Konteradmiral Brown legte in Begleitung der Kommandanten der drei amerika­nischen SchlachtschiffeNew Port",Arkansas" undWyoming" einen großen Lorbeerkranz mit den rot-weiß-blauen amerikanischen Farben am Ehrenbuch nieder.

Das englische Unterhaus nahm mit 325 gegen nur 17 Stimmen die Vorlage Chamberlains an, wonach die jährlichen Bezüge der Unterhausabge­ordneten von 4 0 0 a u f 600 Pfund erhöht werden.

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In Stockholm traf Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller als Gast des Generaldirektors der schwedischen Staatseisenbahn zu einem einwöchigen Besuch ein. Der Reichsverkehrsminister wird Ein­richtungen der schwedischen Eisenbahnen und der mit ihr zusammenhängenden Unternehmungen be­suchen.

Aus aller Wett.

Ernste Lage auf Trinidad.

Die Streikunruhen in Trinidad haben einen beunruhigenden Umfang angenommen. Am