Stück "4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse B 12, Klasse C 11/., Klasse D 10%, Wirsing, % kg 10 bis 15, Weißkraut 7 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 50 g 10 bis 12, % kg 80 Pf. bis 1 Mk., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, Vz kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,50 bis 3,70 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 45 Pf., Birnen 15 bis 25, Blumenkohl, das Stück 30 bis 50, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf.
** Eine Skebzigjährige. Am heutigen Dienstag kann Fd- Marie F e l ch n e r, Goethe- straße 67, in geistiger und körperlicher Frische ihren. 70. Geburtstag feiern.
** Silberne Hochzeit. Die Eheleute Heinrich F a u l st i ch , Bahnhofstraße, feiern am morgigen Mittwoch das Fest der Silbernen Hochzeit. Gleichzeitig waren es am vergangenen Sonntag 25 Jahre, daß Herr Faulstich die Metzgerei und Wirtschaft Bahnhofstraße 59 übernahm. In diesen langen Jahren gelang es ihm, das Geschäft auf beachtliche Höhe zu bringen und sich, die Ächtung seiner Kunden und Berufskollegen zu erwerben.
Schicksals« ahre des Memellandes.
Sin aufschlußreicher Blick
Der Oberhessische Geschichtsverein hat sich mit dem Vortrag am gestrigen Montagabend ein besonderes Verdienst erworben. Er hat einen Mann au Worte kommen lassen, der als Ostdeutscher und als aktiver Offizier nicht nur Land und Leute unseres schönen Ostpreußens genau kennt, sondern der auch die für Reich und Volk schicksalsschweren Jahre nach dem Versailler Friedensdiktat im Dienst an einer Stelle miterlebte, die eine bis heute noch ungeheilte Wunde am deutschen Volkskörper aufriß: nämlich im deutschen M e m e l l a n d. Vortragender war
Oberstleutnant Döring, der Kommandeur der III. Abt. A.-R. 9 in Gießen,
der in der vollbesetzten Aula des Gymnasiums zu einigen hundert Männern und Frauen über das Thema „Schicksalsjahre des Memellandes" sprach und seine außerordentlich fesselnden Darlegungen auf eigenen Erlebnissen als aktiver Offizier aufbaute.
Es ist schon oft und mit Recht beklagt worden, daß viele Volksgenossen im Westen des Reiches wenig vom deutschen Osten wissen, daß sie sogar in wichtiaen Dingen unseres Ostlandes nur sehr mangelhaft unterrichtet sind. Es wäre zwecklos, zu leugnen, daß derartige Lücken des Wissens um den deutschen Osten auch bei vielen Gießener Volksgenossen bestehen. Overstleutnant Döring erfüllte daher eine schöne und dankbare Aufgabe, daß er durch seinen Vortrag nicht nur der großen, mit äußerster Spannung lauschenden Zuhörerschaft einen umfassenden Ueberblick und wertvolle Einzelaufschlüsse über den äußersten Nordosten Deutschlands, das Memelland, gab, sondern daß er ihnen zugleich das Rüstzeug in die Hand drückte, mit dessen Verwertung in der Aufklärung weiterer Volksgenossen ein gutes Stück deutscher Aufbauarbeit zum Nutzen unseres herrlichen und für das ganze Reich außerordentlich wichtigen Ostlandes, insbesondere Ostpreußens, geleistet werden kann.
Oberstleutnant Döring vermittelte seinen, Hörern zunächst einen aufschlußreichen Blick auf die Struktur des Memellandes und die Zusammensetzung seiner Bewohner. Wer es nicht schon aus eigenem Augenschein gewußt hat, erfuhr hier, daß das Memelland ein waldreiches Stück deutscher Erde ist, das gute Vieh- und Weidewirtschaft aufweist,
nach dem deutschen Osten.
in der Holzwirtschaft eine bedeutsame Rolle spielt, ebenso in der Fischerei und in der Schiffahrt. Durch eingehende Darlegungen führte der Redner weiter den Nachweis, daß
das rllemelland feit Jahrhunderten auch in seiner Bevölkerung sich eng mit den preußischen Landen und dadurch dem Deutschen Reich verbunden gefühlt hat und im deutschen Volkstum auch heute noch unverbrüchlich der Gemeinschaft des deutschen Volkes angehört.
An diesen Tatsachen kann auch alle litauische Propaganda nichts ändern, denn es ist' unbestreitbar, daß zwischen den preußischen Litauern, die evangelisch sind, und den russischen Litauern, die der römisch-katholischen Kirche angehören, nicht nur ein unüberbrückbarer konfessioneller Gegensatz besteht, sondern beide Gruppen sich auch sprachlich kaum verständigen können. Wie tief und stark sich die Bewohner des Memellandes mit Deutschland verbunden fühlen, wird ja auch bewiesen durch die vortreffliche Pflichterfüllung aller deutschen Soldaten aus dem Memelland im Weltkrieg, aber auch durch die Tatsache, daß vor dem Kriege und nach dem Kriegsausbruch selbst die Groß-Litauer nicht an eine Loslösung vom Reiche gedacht haben, ja, von führender litauischer Seite sogar Bekenntnisse zum Reich abgelegt wurden, der Stellungswechsel vielmehr erst kam, als gewisse Kreise im Memelland nach dem für Deutschland unglücklichen Kriegsausgang auf materielle Vorteile durch Anschluß an die Feinde Deutschlands spekulierten. Wie eng das Memelland sich von jeher mit Deutschland verbunden fühlte, konnte der Vortragende u. a. auch dadurch beweisen, daß der alte Generalfeldmarschall von Moltke — was vielen nicht bekannt ist — von 1867 bis zu seinem Tode im April 1891 ununterbrochen der deutsche Vertreter des Memellandes im Deutschen Reichstag war.
Zusammenfassend besteht unverrückbar die Tatsache, daß das Memelland geschichtlich, volklich und auch in seiner ganzen Struktur deutsches Land ist und bleiben wird, das Deutschland in der Zeit des deutschen schmachvollen Rieder- ganges nur durch einen Gewaltakt entrissen werden konnte.
Nach diesem Ueberblick erzählte der Vortragende außerordentlich fesselnd über die Jahre, in denen er vom Sommer 1919 ab als Mitarbeiter des da
mals von der deutschen Regierung zum Reichsund Staatskommissar für das Memelland ernannten Grafen Lambsdorff im Memelgebiet für die deutsche Sache gewirkt hat. Man erfuhr durch diese Mitteilung vielseitiger persönlicher Erlebnisse mit den Volksgenossen des Memelgebietes, den dorthin zunächst entsandten Engländern und dann mit den Franzosen mancherlei von den Dingen, die damals dort oben in der äußersten Nordostecke des Deutschen Reiches sich ereigneten. Ueberzeugend war zu erkennen, wie stark die innere Unsicherheit und die Ratlosigkeit der damaligen Feindbundmächte waren, soweit das Memelland in Betracht kam. Das ergab sich von selbst aus der Tatsache, daß man dieses Stück deutscher Erde lediglich unter dem Gesichtswinkel vom Mutterlande abgetrennt hatte, das Deutsche Reich zu schwächen, wo es nur ging, keinerlei naturgegebene Bindungen und sachliche Vernunft gelten zu lassen, sondern alles zu begünstigen, was geeignet war, die Feinde Deutschlands stark zu machen und in ihrer maßlosen Habsucht auf Kosten des Reiches zu unterstützen, um sie dadurch in die deutschfeindliche Front einzugliedern. Aus diesem Wirrwarr der Verhältnisse möglichst gut herauszukommen, war das Streben der memelländischen Deutschen.
Der Vortragende schilderte sehr aufschlußreich, wie vielseitig und wie aufopferungsvoll von den deutschen Männern im Memelland gearbeitet wurde, um die aus ihrem deutschen Volkstum sich von selbst ergebenden Bindungen zum gesamtdeutschen Vaterlande zu erhalten, 3um mindesten aber den deutschen Charakter und den ungeschmälerten deutschen Bestand des Memellandes, eventuell auch als autonomer deutscher Staat, zu sichern. Man erfuhr bei dieser Schilderung mancherlei Interessantes und Neues aus der Zeit der französischen Besatzung im Memelland. Es trat dabei auch zutage, daß die Franzosen selbst damals, als Deutschland niedergebrochen war, noch eine heillose Angst vor den deutschen Soldaten hatten. Es wurde aber
auch ersichtlich, daß das durch den Parteienkampf und die innere Not sehr geschwächte Deutsche Reich nichts tun konnte, was dem Memelland Hilfe oder Erleichterung hätte bringen können. Die Memelländer waren ganz allein auf sich gestellt in ihrem Kampf für die deutsche Sache, dessen unglücklicher Ausgang nicht verwunderlich ist, wenn man daran erinnert wird, daß nach der möglichst nach Gerechtigkeit strebenden französischen Militärverwaltung eine französische Zioiloerwaltung kam, deren ganze Arbeit darauf gerichtet war, die deutsche Sache zu schädigen und die Habsucht der Litauer zu stärken und zu befriedigen.
So konnte es denn dahin kommen, daß trotz wiederholter unzweifelhafter deutscher Bekenntnisse der Bevölkerung bei allen Abstimmungen schließlich litauische Banditen über die offene „grüne Grenze" strömten, das französische Militär keinerlei Widerstand leistete, sondern bedingungslos die Segel strich und verschwand, um das Memelland der Gewaltherrschaft der Litauer zu überlassen, denen Deutschland damals leider nicht entgegentreten konnte.
Am Schlüsse seines Vortrages erinnerte der Redner daran, daß das Memelland nun schon seit über zehn Jahren unter Kriegszustand steht, der auch heute noch herrscht, daß dort eine unerhörte Gewaltherrschaft der Litauer gegen die deutsche Bevölkerung am Werke ist und auch die selbstverständlichste Arbeit für deutsches Volkstum von den Litauern schon als Staatsverrat an- aesehen wird. Er erinnerte in diesem Zusammenhang weiter an den unheuerlichen Prozeß vor dem Kownoer Kriegsgericht, der im vorigen Jahre gegen eine Anzahl memelländischer Deutscher geführt wurde, die sich keinerlei Straftat hatten zuschulden kommen lassen, sondern nur ihr deutsches Volkstum vertraten. Die Todesstrafe und die schweren Freiheitsstrafen in jenem
Oie Kirchensteuer 1937 in Hessen.
Der „Anzeiger der Hessischen Landesregierung" bringt eine Bekanntmachung des Herrn Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — über die Religionsgesellschaftssteuer für das Rechnungsjahr 1937, in der es u. a. heißt:
„Die Besteuerungsgrundlagen für die Religions- aesellschaftssteuer 1937 der evangelischen, katholischen und altkatholischen Kirche sind:
a) Das Ergebnis der Einkommensteuerveranlagung 1935 (in 1936).
b) Die im Kalenderjahr 1936 einbehaltene Lohnsteuer.
c) Der Wert des land- und forstwirtschaftlich oder aärtnerisch genutzten Grundbesitzes nach der hessischen staatlichen Grundsteuer.
Hierbei ist bei den Kirchensteuerpflichtigen, die der Einkommensteuer für Ledige unterliegen, von der Einkommensteuer als Maßstabsteuer ein Abschlag von 25 v. H. zu machen.
Als Religionsgesellschaftssteuer (Landeskirchensteuer) habe ich für das Rechnungsjahr 1937 folgende Steuersätze genehmigt:
a) Der evangelischen und der katholischen Kirche: 7Vz v. H. des Einkommensteuerbetrages (Steuerabzugs) bzw. des um 25 v. H. ge
senkten Einkommensteuerbetrages (Steuerabzugs) für Ledige und 4,5 Rpf. auf je 100 Mark Steuerwerk des land- und forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Grundbesitzes nach der hessischen staatlichen Grundsteuer.
Hierzu tritt sowohl bei der evangelischen, als auch bei der katholischen Kirche eine Kopfsteuer (Kirchennotgeld), die von allen Angehörigen der beiden Kirchen erhoben wird, die zu Beginn des Rechnungsjahres 1937 das 21. Lebensjahr vollendet haben. Die Kopfsteuer beträgt für das Rechnungsjahr 1937 1,— Mark für diejenigen Kirchenmitglieder (auch verheiratete), die zu keiner Maßstabsteuer veranlagt sind, und 2,— Mark für alle übrigen Steuerpflichtigen. Ehefrauen sind von der Kopfsteuer befreit, auch dann, wenn die Ehegatten verschiedenen Bekenntnisses sind.
b) Der altkatholischen Kirche: 8 v. H. des Einkommensteuerbetrags (Steuerabzugs) bzw. des um 25 v. H. gesenkten Einkommensteuerbetraas (Steuerabzugs) für Ledige und 4 Rpf. auf Je 100 Mark Steuerwert des land- und forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Grundbesitzes nach der hessischen staatlichen Grundsteuer."
Das Mädchen mit dem Gilderhaar.
Roman von Anny von panhuys.
11. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
7.
Günther Grevenstein saß im Lesezimmer des Hotels Meudon in Paris. Es war der zehnte März, und er hatte sich vorgenommen, bis gegen Mittag zu warten, ob sich vielleicht jemand auf feine Offerte in der Adoptionsangelegenheit melden würde. Er hatte geschrieben, daß ihn Nachrichten ab zehnten März im Hotel Meudon erreichen würden. Wenn dieser Graf auf seine Offerte also rea= gierte, könnte er heute schon etwas von sich hören lassen.
Die Sache beschäftigte ihn ungemein, schien ihm immer günstiger für sich. Die dummen Zwanzigtausend Mark, die er Tilli Bergschlags Vater abgenommen, sollten unter einem neuen Namen vergessen werden, alle immerhin möglichen Spuren, die auf den Diademfinder Hinweisen konnten, sollten ebenfalls ausgelöscht werden und dazu der Schmerz um seine so jäh vernichtete Künstlerexistenz.
Er laß eine Pariser Zeitung, und ein Artikel fing gerade an, ihn besonders zu fesseln, da stand plötzlich ein Hotelboy vor ihm, brachte ihm eine Visitenkarte.
Er las:
Jean Luis, comte de Rethel Rue de Grenelle, Paris.
Es gab ihm einen Ruck. Also um einen Grafen von Rethel handelte es sich, und er kam selbst, zog das einer schriftlichen Nachricht vor.
Er schaute sich um. In einer behaglichen Ecke faß ein Ehepaar und las eifrigst, die beiden würden kaum störend wirken, auf jeden Fall war es besser, die Unterhaltung mit dem Besucher in seinen Salon zu verlegen. Er hatte hier Salon und Schlafzimmer gemietet, schon im Hinblick auf einen solchen Besuch.
Er erhob sich langsam.
„Ich bitte, Monsieur le comte nach oben zu führen in meinen Salon, ich werde sofort kommen."
Er wartete noch ungefähr zwei Minuten, dann ging er hinauf.
Er betrat den Salon, sah sich einem eleganten großen Herrn gegenüber mit weißem, sorgfältig zurechtgelegtem Haar und weißem kurzen Spitzbart, aber dunklen Brauen und vorspringender Nase.
Gegenseitige Verbeugungen. Günther Grevenstein nannte liebenswürdig seinen Namen, lächelte: „Ich freue mich sehr, Herr Graf, über Ihren so baldigen Besuch, wir können hier ganz ungestört über alles
reden. Falls Sie sich mit mir aber lieber an irgendeinen neutralen Ort besprechen wollen, können wir ja frühstücken gehen."
Der andere lächelte auch.
„Bewahre, wir können uns hier unterhalten, es handelt sich ja zunächst nur darum, gegenseitig Fühlung zu nehmen, ob zwischen uns beiden überhaupt eine volle Verständigung möglich wäre. Diskretion ist natürlich Ehrensache, ganz gleich, ob wir einig werden oder nicht."
„Das ist selbstverständlich", beteuerte der Jüngere und lud zum Platznehmen ein.
Der Graf fingerte mit feiner Rechten, die einen sehr schön geformten Wappenring trug, ein wenig an seinem Rock herum.
„Ich habe dreißig Antworten auf meine Annonce erhalten, aber teilweise gefielen mir die Zuschriften nicht. Ihre Zuschrift imponierte mir eigentlich am meisten, weil Sie gleich hierherkommen wollten. Ich sagte mir, hinter dem Brief steckt jemand, der schnell handelt und sich nicht mit allerlei Verschleppungen aufhält. Also machte ich mich auf den Weg zu Ihnen und legte die anderen Briefe zunächst beiseite."
Günther Grevenstein verneigte sich leicht.
„Wenn Ihre Bedingungen für mich erfüllbar sind, dürfte alles sehr schnell gehen. Aber damit Sie orientiert sind über mich, mache ich Ihnen gleich die wichtigsten Angaben. Also, ich war ein schon ziemlich berühmter Violinvirtuose, als ich das Unglück hatte, mir durch einen Autounfall drei steife Finger an der linken Hand zu holen. Damit war meine Karriere endgültig aus. Nun stört mich mein Name, um den das Mitleid herumschleicht und mich immer wieder von neuem erregt. Ich verkrieche mich unterwegs hinter falschen Namen, weil mich der eigene ärgert. Ich mag es nicht mehr hören: Ach, ich kenne Sie noch von Ihren Konzerten her, Herr Grevenstein, ich bebaure Sie. Sagen Sie, wie konnte das Unglück nur geschehen?" Er zuckte die Achseln. „Ich las Ihre Annonce in einer Wiener Zeitung, und dabei kam mir die Idee, meinen Namen zu ändern."
„Einen anderen Grund haben Sie nicht dazu?" fragte der Graf und zog die Brauen hoch.
Es klang ein wenig felbftspöttisch.
Günther Grevenstein lachte belustigt.
„Natürlich liegt mir auch an dem Titel, Herr Graf."
Der Graf sah ihn freundlich an.
„Sie gefallen mir, Herr Grevenstein, Sie sind mir sympathisch, und es besteht sogar seltsamerweise, aber unleugbar, eine gewisse äußere Aehn- lichkeit zwischen uns beiden, wodurch Sie, Uneingeweihten gegenüber, wirklich als mein leiblicher Sohn gelten könnten. Doch nun zu Ihrer Orientierung das Folgende: Ich bin seit einigen Jahren Generalvertreter einer großen ausländischen Firma, die Wert auf einen klingenden Namen legt. Ich beziehe ein anständiges Gehalt und Prozente, aber
es reicht nicht, um mir Spezialwünsche zu erfüllen. Ich wohne in einer kleinen möblierten Wohnung, dem ehemaligen Palais Rethel gegenüber, und jetzt hätte ich Gelegenheit, mein früheres Heim mietweise wieder zu beziehen. Dies 5)eim mit vielen alten Möbeln meiner Familie. Aber dazu reichen meine Einnahmen leider nicht. Ich bin Witwer, lebe ein bißchen großzügig und — Sie verstehen, nicht wahr?"
Günther Grevenstein fragte mit diskret gedämpfter Stimme: „Wieviel glauben Sie für ihre Zwecke zu brauchen, Herr Graf?"
Der sah vor sich nieder, schien nachzudenken, obwohl er längst eine Mindestsumme feftgelegt hatte. Erst nach Minuten eines Schweigens, das dem Frager endlos schien, erfolgte die Antwort.
Günther Grevenstein atmete auf. Die genannte Summe lag für ihn im Bereich der Möglichkeit.
Er erklärte: „Ich verfüge über sehr reichliche Ersparnisse aus meinen Glanztagen und etwas Ererbtem, also können wir, wenn ich Ihnen gefalle, der Sache nähertreten."
Er überlegte, er besaß schon saft so viel in bar, wie der Graf beanspruchte. Wenn er noch einen großen Stein verkaufte, verblieben ihm noch Geld und eine Menge Juwelen. Gehörte ihm erst der Name, konnte er weitere Pläne machen. Am besten war es bann, eine reiche, nein, eine sehr reiche Frau zu suchen.
Der Graf verneigte sich im Sitzen und antwortete: „Sie gefallen mir sehr gut. Ich sagte Ihnen schon vorhin, Sie wären mir sympathisch. Ich schlage vor, wir wollen in der nächsten Zeit recht viel zusammensein, damit wir uns besser kennenlernen. Dabei ergibt sich alles Weitere schon von selbst." Er lächelte scharmant. „Wenn Sie Ihr Frühstücksangebot von vorhin noch aufrechterhalten, Herr Grevenstein, bin ich jetzt gern dazu bereit."
Günther Grevenstein erhob sich sofort.
„Es wird mir ein ganz besonderes Vergnügen sein, Herr Graf. Doch bitte ich freundlichst vorzuschlagen, wo wir frühstücken können."
Die Frage setzte den alten Herrn bestimmt nicht in Verlegenheit. Er kannte sein Paris. Er kannte alle Lokale für Feinschmecker. Bald saßen die beiden, die eine Zeitungsannonce zusammengewirbelt, die sich heute erst tennengelernt und die Vater und Sohn werden wollten, in dem behaglichen Extrazimmer eines vornehmen Restaurants in der Nähe der Opära.
Schon nach dem dritten Glas Sekt reichte der Alte dem Jungen die Hand.
„Wie wir uns verstehen ist einfach fabelhaft! Dieselben Neigungen, dieselben Ansichten und dieselbe Lebenslust. Ich bin nur zufrieden, wenn ich erst wieder in meinem kleine Bijou, dem Palais Rethel, wohnen werde und nicht mehr sehnsüchtig an meinem und dem Daheim meiner Eltern und Großeltern vorbeizulaufen brauche."
„Es ist mein letzter Lebenstraum, darin zu sterben, wo prächtige Wandgemälde von der Ver- aangenheit, von der Geschichte meiner Familie sprechen."
Er lachte. „Wir könnten zusammen leben, Vater und Sohn. Wie wär's? Ganz amüsant, was?"
Günther Grevenstein nickte xufttmmenfo und belustigt. Dachte, ein famoses awes Haus war der Graf, fein zukünftiger Adoptivpapa. Sie beide roüroen wirklich gut zusammen passen.
Nach dem Frühstück nahm man ein Auto und fuhr nach der Rue de Grenelle. Drei Zimmer im ersten Stock eines alten vornehm wirkenden Hauses bewohnte Graf Rethel dort. Graf Rethel zog den Besucher ans Fenster. „Bitte, sehen Sie sich schräg- gegenüber das graue Haus an, mit dem großen Wappen über der Tür und dem seitlichen schmiedeeisernen Tor. Das ist mein Geburtshaus, das Palais Rethel. Vor fünfzehn Jahren mußte ich es verkaufen, mit dem größten Teil des Inventars. Es wechselte inzwischen abermals den Besitzer, aber immer ist wenig verändert worden. Ich sah es mir vor einiger Zeit an, der jetzige Besitzer will es, da er zu seiner verheirateten Tochter nach Vincennes zieht, vermieten. Aber die Leute haben kein Geld jetzt, es vermietet sich sehr schwer. Die Modernen ziehen in neue Häuser und neue Stadtviertel, die Pietät vor unserem ehedem so abgeschlossenen vornehmen Saint-Germain ist geschwunden."
Er faßte Grevensteins Hand.
„Ich bin orientiert, wie die Adoption eingeleitet werden muß. Mein alter Anwalt, Monsieur Dinet, ist genau in meine Wünsche und Pläne einaeweiht, er ordnet alles schnellstens. Ich werde Sie ihm vor- stellen. Vielleicht schon heute abend."
Er bot dem Besucher wieder Platz an. Nachdem beide saßen, lächelte er: „Dor allem ist die Geldsache eine reine Privatangelegenheit zwischen uns beiden, nicht wahr? Es geht offiziell niemand etwas an, daß ich für die Adoption eine Gegenleistung erhalten werde. Sie find mir sympathisch. Wir haben uns zufällig kennengelernt und, da wir beide allein in der Welt stehen, den Entschluß gefaßt, unser Leben zu vereinen, besonders auch aus dem Grunde, weil ich nicht möchte, daß mein Name ausstirbt."
Er rieb sich die Hände.
„So klingt es gut, und schließlich so könnte es doch auch sein." Er machte ein spitzbübisches Gesicht. „Sie werden französischer Staatsbürger. Sie heiraten ein reiches schönes Mädchen, und später kaufen Sie das alte Palais Rethel, leben dort mit ftrau und Kindern und mir, wenn ich dann noch existiere, als gutem Großpapa. Diese Adoption kann Ihr Zukunftsglück ebenso sein wie jetzt das meine."
Er nickte dem Jüngeren sehr wohlwollend zu.
„Von der Voraussetzung bin ich nebst anderen Gründen natürlich auch ausgegangen", begann Günther Grevenstein, und dann besprachen sie sich weiter. (Fortsetzung folgt.)
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