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Die SWie Kung des italienischen Imperiums in Ostafrika.

R o m, 22. Mai. (DNB.) Im italienischen Senat hc^ Minister L e s s o n a die politische und militäri­sche Lage in Jlalienisch-O st afrika geschil­dert. Heute seien für alle Rassen und Völkerschaften in Jtalienisch-Ostafrika die gleichen rechtli­chen Garantien vorhanden. Italien habe auch der arabischen Kultur den ihr gebührenden Platz eingeräumt. Rach der Aufhebung der Skla­verei sei man bestrebt, die freigelassenen Sklaven mit öffentlichen Arbeiten zu beschäftigen oder sie in neu zu gründenden Dörfern anzusiedeln. Das von einigen Unruhestiftern gegen den Vize­könig und die höchsten Würdenträger des Impe­riums verübte Attentat sei nur der Ausfluß des Hasses einiger letzter Anhänger der alten Feudal­kaste, die für immer ihre Herrschaft verloren habe, sowie einer kleinen Gruppe intellektualistscher Po­litiker, die unter dem Schutz interessier­ter Kreise im Haß gegen Italien aufgezogen wurden und auch heute noch durch Spionage­gelder des Antifaschismus unter st ützt würden.

Lessona wies die Behauptungen zurück, daß die zum Schutze der Rassen getroffenen Bestim­mungen eine feindselige Haltung gegenüber der ein­geborenen Bevölkerung darstellten. Italien habe nur verhindern wollen, daß das italienische Volk nun ein Volk von Mischlingen werden könne. Es werde daher in der Politik einer absoluten Rasseneinhaltung fortfahren. Auf dem Gebiete des Missionswesens habe man die katholischen Missionen mit ihren Schulen und Lazaretten zur Mitarbeit an der zivilisatorischen Tätigkeit her- ongezogen und werde demnächst mit dem Heiligen Stuhl sämtlichen Fragen der religiösen Organi­sation in Aethiopien regeln. Dagegen habe Italien gegenüber ausländischen protestantischen Missionen, die während des Feldzuges eine feindselige Haltung einnahmen, e i n s ch r e i t e n müssen.

Wirtschaftlich fei Italien zu einer Zusammen­arbeit mit anderen Saaten bereit, soweit sie das Imperium anerkannt haben. Die mit Deutschland und Ungarn abgeschlossenen Handelsabkommen hätten sich bereits für beide Teile als vorteilhaft erwiesen. Mit England habe Zkalien gern diejenigen Fragen geregelt, die sich auf die beiderseitigen Grenzinteressen und die britischen Häfen in Somaliland bezogen. Italiens Politik könne man in folgende sechs Punkte zusam- menfafsen: 1. Freies Betätigungsfeld für jede ge­

sunde Initiative, 2. Entwicklung aller Formen einer rationellen Kolonisation unter. Bevorzugung land­wirtschaftlicher Kleinbetriebe, 3. me­thodische Ansiedlung, 4. ausreichende wirtschaft­liche Selbständigkeit des Imperiums unter Sicherstellung der Rohstoffbelieferung des Mutterlandes, 5. keine Monopole, außer, wenn dies im öffentlichen Interesse liegt, 6. Sicher­stellung des Außenhandels zur Erweiterung der ausländischen Absatzmärkte.

Italien sei, so betonte Minister Lessona, entschlos­sen, die Unantastbarkeit seines Imperiums mit allen Mitteln zu verteidigen, und das Impe­rium sei auch hinreichend geschützt. In Jta- lienisch-Ostafrika stehen zur Zeit 2500 Offiziere des Heeres und der Miliz, 1600 Unteroffiziere, 11000 Soldaten und Schwarzhemden sowie 43 000 einge­borene Truppen. Zu diesen ausgebildeten Kräften kommen noch das Fliegerkorps mit 730 Offi­zieren, 1600 Unteroffizieren, 10 000 Mann, 1500 Spezialarbeitern und über 300 Flugzeugen. Diese Kräfte würden jederzeit die innere Ordnung, die Sicherheit an den Grenzen und das italienische Prestige gewährleisten.

Das italienische Herrscherpaar wieder in Iiom.

Rom, 24. Mai. (DRB.) Das italienische Herr­scherpaar ist in Begleitung der Prinzessin Maria von Savoyen und des italienischen Außenministers Graf Ciano am Sonntag wieder in Rom einge­troffen. Uebereinstimmend wird der Besuch in der ungarischen Hauptstadt als ein weiterer Beweis der innigen italienisch-ungarischen Freundschaft hervor­gehoben. Die amtliche Verlautbarung über die Be­sprechungen des Grafen Ciano wird ebenfalls in ihrer Bedeutung gewürdigt, wobei die Blätter auch auf die Besuche der deutschen, österreickischen und jugoslawischen Botschafter beim italienischen Außen­minister Hinweisen, um zu erklären, daß damit die völlige Uebereinstimmung der mit Italien befreundeten Mächte zum Aus­druck gekommen fei, die bisherige politische Linie beizubehalten. Unzweideutig sei da­durch die Unerschütterlichkeit der Politik des faschi­stischen Italiens zum Ausdruck gekommen, eine Politik, die auf den festen Pfeilern der römischen Protokolle und der Achse Rom Berlin beruhe.

flaamsche leuw" gesungen wurde, reckten sich die Hände empor. Unaufhörlich ertönte der Ruf:Wir fordern Amnestie!" Die Disziplin war vorbildlich. Oie britische Reichskonseren?.

Europäische Probleme.

Der pazifische Nichtangriffspakt.

London, 22. Mai. (DNB.) Zur Samstag­sitzung der britischen Reichskonferenz schreibt Reu­ter, daß Eden völlig frei und offen ohne jede Zurückhaltung über die europäischen Ange­legenheiten gesprochen habe. Er habe vor allem die Möglichkeiten gestreift, die sich aus den Kämpfen in Spanien hätten ergeben kön­nen und habe Anregungen gemacht, wie die Em­pire-Mitglieder Helsen könnten, falls sich gewisse Situationen ergeben sollten. Der Außen­minister habe auch einen Ueberblick über die Lage im Fernen Osten gegeben. Lyons Vorschlag eines Paktes der Mächte am Pazifischen Ozean fei zur Sprache gekommen, werde aber erst später näher erörtert werden. Es sei möglich, daß der australische Ministerpräsident eine Denk­schrift vorlegen werde. Die Behauptung, daß der australische Vorschlag wegen offensichtlicher Schwie­rigkeiten fallen gelassen worden sei, stimme nicht. Lyons sei entschlossen, daraus zu bringen, daß fein Vorschlag von der Vollkonferenz erörtert werde. Die Sitzung sei wieder völlig geheim gewesen. Es liege aber Grund zu der Annahme vor, daß auch die Anerkennung des italienischen Im­periums und die Anerkennung der Krieg­führenden in Spanien erörtert worden feien.

Raiionalspanische Fortschritte an der Bilbao-Front.

Durango, 24. Mai. (DNB.) Am Samstag früh fetzte an der Bilbao-Front im Abschnitt der 2. und 4. Brigade ein Angriff auf die im Südosten von Amorebieta liegenden Bergketten ein. Etwa 30 Flugzeuge bombardierten beim Morgengrauen die bolschewistischen Stellungen im Bergmolsiv von Santa Lucia und Manaria. Südlich der Straße DurangoAmorebieta begann anschließend der Vormarsch der Infanterie, die um 10 Uhr die von hohen Bergen umgebene Ortschaft Bernagoitia stürmte und die nationale Fahne hißte. Die im Osten von Amorebieta und im Gebirgspaß von Barazar und Urquiola stehenden Batterien belegten den westwärts in Richtung Bilbao fliehenden Feind mit schwerstem Feuer. Kampfflieger unterstützten den Vormarsch der Infanterie durch Tiefangriffe. Die nationalen Truppen standen am Samstagabend in unmittelbarer Nähe von ßemona, nur noch 13 Kilometer von Bilbao entfernt. Als sich am Nachmittag das schwere Fliegerbombarde- ment und heftiges Artilleriefeuer des Vormittags wiederholte, gab der Gegner den Widerstand auf und 30 g s i ch auf die Befestigungen der El Gallo-Linie zurück. Das bolschewistische Bataillon" Chucarrieta geriet vollständig in Gefangenschaft der nationalen Truppen. Der amt­liche Heeresbericht vom Sonntag meldet, daß die nationalen Truppen Sima besetzten und Urtemon- don und AranAazugonia in der Nähe von Purre erreichten. Die nationalen Streitkräfte verfolgten die zersprengten Reste der Bolschewisten in die Berge.

Mit den Operationen im Süden von Amorebieta und der Säuberung des Felsmasivs voä Manaria ist die von Durango nach Vitoria führende Land­straße für den Verkehr frei geworden. Mit der Besetzung der südlichen Verbindungswege von Amo­rebieta sind die feindlichen Stellungen in der Sierra de Mendoya, im Süden der baskischen Hauptstadt in d e r Flanke bedroht. Dieses Operations­gebiet ist für den Angreifer sehr schwierig, da es von st eilen Felsmassiven durchsetzt ist, die bis über 1000 Meter ansteigen. Die höchsten Erhebungen sind z. T. noch mit Schnee bedeckt. Im nördlichen Abschnitt der Bilbao-Front hat sich eine von Nordwesten nach Südosten verlausende, von der Küste über das Iata-Gebirge, die nördliche Höhe von Mungunia und den Bicargui nach Amorebieta erstreckende nationale Angriffsfront herausgebildet, die in fast gerader Linie in einem durchschnittlichen Abstand von 6 Kilometer parallel zum östlichen Teil des Bilbao-Festungsgürtels verläuft. Von der höchsten Erhebung des Biscargui erblickt man deut­lich die Umrisse der El Gallo-Linie, fer­ner einen Teil der Stadt Bilbao.

Rückflug des sowjeispanischen Geschwaders von Pau.

Paris, 22. Mai. (DNB. Havas.) Am Sams- tagfrüh find die sowjetspanischen Militär­flugzeuge, die sich seit Montag auf dem franzö­sischen Flugplatz von Pont Lang befanden, in zwei ©taffeln gestartet, um nach Sowjetspanien zurückzufliegen. Fünf französische Flugzeuge gaben das Geleit. An Bord eines der französischen Apparate befinden sich zwei Mitglieder der inter­nationalen Nichteinmischungskontrolle.

Matin" berichtet, daß ein Offizier des Luftfahrtmini st eriums sich zum Nichtein- mischungsüberwachungskommifsar Oberst Lunn nach Tarbes begeben tjabe, der vorgestern noch gegen die Freigabe der sowjetrussischen Flugzeuge gewesen sei. Der Offizier habe dann in Pau lange mit dem dortigenK o n s u l" des bolschewistifchen Spaniens verhandelt, früh um 4 Uhr habe man die 35 spanischen Flieger in ihren Hotels wecken lasten und in bereitstehenden Kraftwagen nach dem Flugplatz Pont Lang ge­fahren, von wo sie dann mit ihren Apparaten um 7 Uhr zum Rückflug starteten. Nach demJour­nal" sollen die Flugzeuge vor ihrem Ruckflug ent­waffnet worden fein.

EineFront der Freiheit" in Frankreich.

Paris, 24. Mai. (DNB. Funkfpruch.) Auf dem Prooinzialkongreß des Departements Gironde in Bordeaux erklärte der Vorsitzende der Kammerfrak­tion der französischen S o z i a l p a r t e i, Jdarne- garay, zu der von Doriot erlassenen Aufforderung, daß alle nationalen Parteien sich zu einerF r o n t der Freiheit" zusammenschließen sollten die Partei des Obersten de la Rocque sei grundsätzlich zu dieser Frontbildung bereit. Auch der Vor­sitzende der Republikanisch-nationalen und der so­zialen Partei, Taittinger, erklärte, er stehe

a us^S eiten D ori o ts. Eigennützige Fragen hätten auszuschalten, wenn die Interessen des Lan­des auf dem Spiel stehen. Doriot selbst, der Füh­rer und Gründer der französischen Volkspartei, er­klärte, die Einigung aller nationalen Parteien gegen den Marxismus fet eine unbedingte Notwendigkeit.

Gittttchkeitsverbrechen katholischer Geistlicher.

Meiningen, 22. Mai. (DNB.) Nach drei­tägiger Verhandlung verurteilte die Große Straf­kammer Meiningen den 27 Jahre alten Kaplan Dr. Ludwig Jeßberger, der unter der Anklage stand, während des Religionsunterrichts unsittliche Handlungen an Kindern unter 14 Jahren in 22 Fäl­len vorgenommen zu haben, zu vier Jahren Zucht­haus. Es war Mitte vorigen Jahres, als Pfarrer Dr. Burg, der Vorgesetzte des Kaplans, von einer Einwohnerin Kenntnis erhielt, daß sich der Ange­klagte gegenüber ihren Söhnen im Religionsunter­richt unsittlich benommen habe. Zur Rede gestellt, bestritt der Kaplan diese Angaben entschieden und tat sie alsunwahr" ab. Jrn Oktober vergangenen Jahres mußte aber Pfarrer Dr. Burg, der den An­geklagten unverständlicherweise immer noch großes Vertrauen entgegenbrachte, erleben, daß eine Schulklasse einstimmig erklärte:Wir wollen uns vom Kaplan nicht mehr unter­richten lassen!" Auch nach diesem Vorfall leug­nete der Angeklagte hartnäckig, obwohl die Kinder ihre Weigerung durch übereinstimmende Schilderun­gen seiner sittlichen Verfehlungen begründeten. Als Dr. Burg daraufhin bei den Eltern der Schulkinder Erkundigungen einzog, kam er lediglich zu dem Ent­schluß, für die Versetzung des Kaplans (!) Sorge zu tragen. Inzwischen aber griff die Staats­anwaltschaft ein und verhaftete den Kaplan. Wie der Vertreter der Staatsanwaltschaft ausführte, habe es sich gezeigt, daß das Vertrauen der Eltern, die ihre Kinder in die Obhut des Kaplans gegeben hatten, in der erbärmlichsten Weife hintergangen wurde. Pflicht der vorgesetzten Behörde des Angeklagten wäre es gewesen, sofort in aller Gründlichkeit eine Klärung herbeizuführen. Da das nicht geschehen sei, könne die Staatsanwaltschaft auch den Verantwort­lichen einen ernsten Vorwurf nicht ersparen. In der Urteilsbegründung wird u. a. darauf hingewiesen, daß der Angeklagte schon im Hinblick auf die Tat­sache, daß er seine widerlichen Verbrechen während des Religionsunterrichtes, als die Kinder beteten und fromme Lieder fangen, begangen habe, keinerlei mildernde Behandlung verdient habe.

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Glatz, 22. Mai. (DNB.) Dor der Ersten Straf­kammer am Glatzer Landgericht hatte sich der römisch-katholische Pfarrer i. R. Emil G ö r i ck aus Friedrichswartha wegen widernatürlicher Un­zucht zu verantworten. Seine Opfer suchte er unter jungen Burschen im Alter von 16 bis 20 Jahren. Wie groß die Zahl der jungen Leute war, geht aus dem ungewöhnlich starken Bündel von Postkarten und Briefen hervor, die man bei ihm beschlag­nahmte, und die Anreden und Unterschriften auf­wiesen, wie sie zwischen halbwüchsigen Jungen und einem Pfarrer normalerweife nicht üblich sind. Der Angeklagte versuchte seine Verfehlungen zu ent­schuldigen, daß er von den Gesetzesbestimmungen keine Kenntnis gehabt und daß er fein ganzes Leben lang unter dem Zwang des Zöli­bates sehr gelitten habe. Pfarrer (Borut wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Aehnlich wie bei dem kürzlich abgeurteilten Domkapitular Kreth aus Braunsberg in Ostpreußen war das Treiben des Görick geeignet, die Jugend der weitesten Um-

aegend zu verseuchen. Der Geistliche hat nach Jugendlichen auf der Straße im nahen Warthapaß Ausschau gehalten. Besonders beliebt waren bei ihm Radfahrer. Wenn diese der Steigung wegen bon ihren Rädern absprangen, um sie bergauf zu führen, näherte sich ihnen der Pfarrer aus dem Hii terhalt", um sie zu begleiten. Er versuchte dann, seine Opfer flbfeits von der Chaussee auf einsame Waldpfade zu führen und sie dort durch Geld­geschenke feinem Willen gefügig zu machen. Der Angeklagte hat die Verbrechen, die zu seiner Ver­urteilung führten, ohne Einschränkung zugegeben.

Aus aller Welt.

Or. Eckener vor dem Untersuchungs­ausschuß in Lakehurst.

Der Untersuchungsausschuß in Lakehurst vernahm am Samstag Dr. Eckener, der die Ex­plosion als außerordentlich mysteriös bezeich­nete und der Annahme zuneigte, daß ein Funke statischer Elektrizität außerhalb der Zelle angesam- meltes Gas entzündet haben könne. Dr. Eckener erklärte, er sei überzeugt, daß durch einen noch ungeklärten Vorgang im Heck ein Leck entstanden sei, durch das eine Gasansammlung ermöglicht worden sei. Das Gas sei nach oben entwichen, habe den Raum zwischen den Heckzellen und der Außen­hülle des Luftschiffes angefüllt und fei schließlich von einem statischen Funken entzündet worden. Die­ser sei offenbar aus den Luftmassen über dem LZ Hindenburg" gekommen, die infolge eines Nach- gewitters höher geladen gewesen seien als das Luftschiff. Vorher hatte Staatsingenieur Hoff­mann von der Deutschen Versuchsanstalt für Luft­fahrt die außerordentlich strengen und gründlichen Materialproben beschrieben, denen das Luftschiff vor feiner Inbetriebnahme unterzogen worden war.

Weiter erklärte Dr. Eckener, die Ursache des Lecks in einer der Heckgaszellen könne er sich nur so erklären, daß infolge einer scharfen Wendung des Luftschiffes beim Landungsmanöver und einer dadurch ausgeübten Spannung besonders im Heck ein Verbindungsdraht gesprungen sei und in eine Der Gaszellen ein Loch gerissen habe, daß also das Zusammentreffen zweier unglück­licher U m stä n d e, nämlich das Reißen des Drah­tes und die Bildung eines Funkens die Katastrophe auslöste. Die Erklärungen Dr. Eckeners, in denen er seine Beobachtungen zusammenfaßte, dauerten über zwei Stunden. Alle anderen Theo- rieen bezeichnete Dr. Eckener als unmöglich oder sehr unwahrscheinlich. Auf die Frage, was er von Sabotage halte, erwiderte er, es lägen hierfür keine genauen Anhaltspunkte vor. Er könne Sabotage deshalb nur als theoretische Möglichkeit betrachten.

29. Deutscher Mietertag.

In München vereinigten sich 2500 Vertreter aller deutschen Mietervereine zu einer Kundgebung im Nahmen des 2 9. Deutschen Mietertages. Nach der Begrüßung durch den Bundesführer, Rechtsanwalt Dr. Groß, ergriff Ministerialdirek­tor Dr. Volkmar das Wort Er stellte die auf das Gesamtwohl gerichtete Zielsetzung des Bundes Deutscher Mietervereine und des Zentralverbandes deutscher Haus- und Grundbesitzervereine heraus, deren erste gemeinsame Tat die Schaffung des deut­schen Einheitsmietvertrages gewesen sei. Bürgermeister Dr. Tempel (München) zeigte die Ziele, gerechte Mietpreise und eine gesunde Woh­nung für jeden Volksgenossen auf. Staatssekretär Däuser erklärte, das Bestreben gehe dahin, be­sonders den Minderbemittelten ein Heim zu beschaf­fen. Die bayerische Landesregierung werde deshalb

ein zusätzliches Bauprogramm durchführen. Nach­dem Bundesführer Dr. Groß einen Ueberblick über die Arbeiten des Bundes gegeben hatte, wies der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermitt­lung und Arbeitslosenversicherung, Geheimrat Dr. S y r u p, auf die Bedeutung der gesunden Woh­nung für das Volk hin.

Osttagung desBundesDeutscher Osten.

In Marienburg (Westpreußen) begann eine O st« tagung des Bundes deutscher Osten, an der Vertreter des Bundes aus allen deutschen Gauen sowte Vertreter der Partei und des Staates teilnahmen. /Der Bundesleiter, Professor Dr. Obe r- länder, eröffnete die Tagung und stellte fest, daß auch in der Ostpolitik der Wille des Führers für alle Deutschen das oberste Gesetz sei. Gerade deshalb bedauere der Bund die jüngsten Demon­strationen des polnischen Westverbandes, über die sich nur der gehässige bolschewistische Gegner freuen könne. Der stellvertretende Gauleiter Großherr überbrachte die Wünsche Ostpreußens für einen er­folgreichen Verlauf der Tagung. Nach einem Will­kommensgruß des Regierungspräsidenten Dr. von Keudell begann die Arbeitstagung. Es sprachen u. a. Professor Dr. Freiherr von Richthofen (Königsberg), Professor Dr. Recker (Danzig) und Professor Dr. Oberländer (Königsberg). Sämt­liche Vorträge trugen dazu bei, das Verständnis für unsere östlichen Nachbarn zu vertiefen. Dabei kam zum Ausdruck, daß die starke deutsche Pro­paganda in der Wahrhaftigkeit liege. Mit Nachdruck wurde auf die bedauerlichen Entgleisungen des pol­nischen Westoerbandes hingewiesen, die sich in letz­ter Zeit örtlich gehäuft hätten, daß man im Hin­blick auf die Erhaltung gutnachbarlicher Beziehun­gen von deutscher Seite nicht länger schweigen könne. Es wurde u. a. auf folgende Vorgänge hinge- wiesen: Die jüngsten Vorfälle in Graudenz, die jeg­licher Grundlage entbehrenden Behauptungen, wo­nach in Deutschland 2 Millionen Polen, davon in Ostpreußen allein eine halbe Million, ansässig seien, die Propagierung einer Urslawentheorie, die keiner historischen Prüfung standhalte und nur geeignet sei, in der Bevölkerung des deutschen Ostens Miß­trauen zu erzeugen, das in Form eines Reisebe­richtes über Ostpreußen gehaltene Buch eines pol­nischen Schriftstellers, W a n k o w i c z, das Der­artige Herabwürdigungen der deutschbewußten Ma­suren enthielt, daß man auf Grund der Abmachun­gen zwischen der deutschen und der polnischen Re­gierung ein Einschreiten der verantwortlichen pol­nischen Stellen habe erwarten müssen.

Ueber 30 Todesopfer einer Unwetterkatastrophe in polen.

Ein ungewöhnlich schwerer Wolkenbruch, der viele Todesopfer forderte, hat sich in der pol­nischen Woiwodschaft Kielce ereignet. Es muß damit gerechnet werden, daß die Zahl der Todesopfer 31 überschreitet. Sturm und Ueberschwemmung ver­nichteten in vier Kreisen der Woidwodschaft Kielce rund 120 Wohnhäuser und beschädigte weitere 300 Gebäude schwer. Wege sind vielfach zerstört und die Eisenbahndämme unterspült. Was auf den Fel­dern Hochwasser und Sturm verschonte, vernichtete der Hagel. Auch in der Gegend von Krakau gingen außerordentlich schwere Gewitter nieder, die teilweise Ueberschwemmungen mit sich brach­ten. Bei den Rettungsmaßnahmen kenterte ein Pio­nierponton, wobei zwei Pioniere ertranken. Unwetter bei Staßfurt fordert mehrere Todesopfer.

Der Ort Hecklingen bei Staßfurt (Provinz Sach­sen) wurde erneut von einem Unwetter heim- gesucht, das die oorhergegangenen bei weitem über­traf. Der wolkenbruchartige Regen war von einem or Fan artigen Sturm begleitet, durch den zahlreiche große Bäume geknickt oder entwurzelt wurden. Durch den Druck der Wassermassen wurden Mauern und Ställe eingeriffen und Häuser stark beschädigt. In einem Hause ertranken die 82jährige Frau Ob eck und die sechsjährige Tochter des Friseur- meisters Rische. Viel Vieh ist in den Fluten um­gekommen. Auf der Sttecke StaßfurtBlumenberg mußte der Bahnverkehr eingestellt werden. Es soll noch ein drittes Todesopfer zu beklagen fein. Eine Frau, die bei Feldarbeiten von den Fluten über­rascht wurde, wird noch vermißt. SA., Arbeitsdienst, HI., Feuerwehr sowie Militär wurden eingesetzt. Die Gärten und Felder sind derartig verschlammt, daß man den Schaden noch nicht übersehen kann. Auch aus der Gegend von Burg, besonders aus den Orten Möser, Schermen und Gerwisch, werden schwere Unwetterschäden gemeldet. Vor allem rich­tete ein schwerer Hagelschlag erheblichen Schaden an.

Kraftwagen vom Personenzug erfaßt.

Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. teilt mit, daß am Sonntagabend ein mit fünf Personen besetzter Personenkraftwagen aus Groß-Um- st a d t auf dem unbeschrankten Uebergang der Reichsstraße Dieburg Gundershaufen, Strecke Dieburg Groß-Zimmern, von dem Per­sonenzug 3624 erfaßt wurde. Von den Insassen des Kraftwagens wurden zwei getötet. Drei wei­tere sind schwer verletzt.

John Rockefeller f.

John Davison Rockefeller, einer der reichsten Männer der Welt, ist in seinem Heim in Florida im Alter von 98 Jahren gestorben. John Davison, der Senior der Familie Rockefeller, hat sich als ,,Petroleumkönig" gewaltiges Vermögen erworben. Mit dem von ihm errichteten amerikanischen Oeltrust beherrschte er die ganze Petroleumproduktion. Ob­wohl Rockefeller mit seinen großen gemeinnützigen Stiftungen auch etwas für die Allgemeinheit tat, wurde er wegen seiner rücksichtslosen Trustpolitik viel angefeindet.

Sowjetrufsisches Flugzeug am Nordpol.

Die Moskauer Blätter bringen Berichte von der Landung des FlugzeugesS. S. S. R. N. 170" auf einer Eisscholle etwa 20 Kilometer vom Nordpol entfernt. Das Flugzeug wurde von dem Flieger Wodopjanow geführt. An Bord befand sich der Arktisforscher O. I. Schmidt. An der Expedition sind fünf Flugzeuge beteiligt, die sämtlich von der Kronprinz-Rudolf-Jnsel (der nörd­lichsten Insel von Franz-Joseph-Land) starten sol­len. Bis jetzt erreichte erst das FlugzeugS. S. S. R. N. 170" den Pol, wo die Landungsbedingungen für die übrigen Flugzeuge vorbereitet werden sol­len. Die Flugstrecke von der Kronprinz-Rudolf-Jn- sel bis zum Nordpol ist nicht großer als die Strecke BerlinParis, jedoch sind die atmosphärischen Be­dingungen meist schwierig.

Ob zu Hause oder auf Reisen: Chlorodont immer abends als Letztes !