Einzelbild herunterladen

Organisatorisch ist die SS. eine selbständige Par­teigliederung und untersteht unmittelbar dem Füh­rer. Der SS. - Reichsführung (SS.-Reichs- führer Himmler) unterstehen die 11 Ober- a b s ch n i t t e : Süd, Südwest, West, Nordwest, Nord, Nordost, Ost, Südost, Elbe, Mitte, Donau, die sich wiederum aus Abschnitten zusammen­setzen. Die weitere Gliederung in Standarten, Sturmbanne, Stürme, Trupps und Scharen ent­spricht der SA. An Rangstufen haben wir den SS.-Mann, den SS.-Sturmmann, den SS.-Rotten- führer, den SS.-Unterscharsührer, den SS.-Schar- führer, SS.-Oberscharführer, SS.-Hauptscharführer, SS.-Untersturmführer, SS.-Obersturmführer, SS.° Hauptsturmführer, SS. - Sturmbannführer, SS.- Obersturmbannführer, SS.-Standartenführer, SS.- Oberführer, SS.-Brigadeführer, SS.-Gruppenfüh- rer, SS.-Obergruppenführer und den Reichsfüh­rer SS.

Die SS. marschiert nach unabänderlichen Ge­setzen als ein nationalsozialistischer Orden nordisch bestimmter Männer, und als eine geschworene Ge­meinschaft ihrer Sippen, unbeirrbar den Weg in die Zukunft, die Schutzgarde des Führers, die antibolschewistische Kampforganisation des Drit­ten Reiches, getragen und durchglüht von einem durch nichts ins Wanken zu bringenden Glauben an die Mission des nationalsozialistischen Staates und des Führers.

Das Aeichsführerlager her HI.

Weimar, 23. Mai. (DNB.) Am Sonntag sprach zunächst Stabsleiter Lauterbacher zu den 1300 in Weimar versammelten Bann- und Jungbannführern der HI. über die weitere Aus­wirkung des Gesetzes vom 1. Dezember 1936. Er betonte, daß die HI. nach dem Gesetz Gliederung der NSDAP, bleibe. Der Erfolg ihrer Arbeit werde auch in Zukunft gesichert sein, da die Partei mit dem Staat und der Staat mit der Partei arbeite. Der Stabsleiter äußerte sich weiter über Fragen der Eingliederung der gesamten deutschen Jugend, über das Landjahr und über staatliche Jugend­pflege. Die Reichsreferentin des BDM., Trude Brückner-Mo^hr sprach über grundsätzliche Er- ziehungsfragen im BDM. Aus der Kameradschaft der Führerschichten der HI. und des BDM. wachse zwangsläufig die saubere klare Haltung der Ge­schlechter zu einander.

Veichsorganisationsleiter Or. Ley

hielt einen Vortrag über die Kunst der Men­schenführung und den schöpferischen künstleri­schen Geist, der sich in der Organisations- arbeit der Partei offenbart. Er erinnerte an das Wort des Führers:Man solle nur das orga­nisieren, was man muß, nicht was man kann!" Es gibt keinen größeren Gegner des wilden Organi­sierens als den Führer. Organisieren muß man, um einer Idee für Jahrtausende zum Siege zu verhelfen. Organisieren hat bei uns einen tiefen weltanschaulichen Grund. Wir wollen für Tausende von Jahren den Weg vor­zeichnen, den der Nationalsozialismus gehen muß. Die gebundene Ordnung, die der Na­tionalsozialismus gebracht hat, ist die größte Freiheit. Die Organisation der Partei muß mit ihren Verbänden in der Lage sein, jeden deutschen Menschen zur Stellungnahme für unsere Ideen zu zwingen. Die früher in Deutschland regierenden Parteien machten aus der Volksführunq ein Ge­schäft, und die Folge war, daß das Polk ihnen nicht mehr glaubte. Die Partei hat das einzigartige Verdienst, daß sie dem Volk klarmachte, daß der Mensch im Mittelpunkt aller Dinge steht, und daß die Führung des Menschen wichtig ist. Eine Sache ordnet sich selbst, wenn die Menschen richtig erzogen sind und richtig behandelt werden. Die Erziehung in zweijähriger Dienstzeit genügte vor dem Kriege, um unser Volk zu einem gewaltigen Erfolg zu führen. Was muß das deut­sche Volk erst in Zukunft leisten können, wenn mit der Gemeinschaftserziehung schon beim zehn­jährigen Pimpfen begonnen wird. Der

Aufbau der deutschen Volksgemeinschaft geht über die lebendige Zelle. Da der Kampf um die Macht beendet ist, ist unsere wichtigste Aufgabe jetzt die Schulung und Auslese, bei der NS- GnneinschaftKraft durch Freude", stelle die deut­sche Jugend den Stoßtrupp. Es sollte in Zukunft keine KdF.-Fahrten mehr ohne die deutsche Jugend durchgeführt werden.

Beim Begräbnis der Schwester verkästet.

Dresden, 22. Mai. (DNB.) DieSudetendeut­sche Tageszeitung" meldet: Der Maurer Wunderlich

aus Krugsreuth bei Asch, der seit Jahren in der sächsischen Gemeinde Neukirchen bei Adorf wohnt, war zum Begräbnis seiner in Krugs- rcuth verstorbenen Schwester über die Grenze gekommen. Während der Trauerfeier am Grabe erschienen auf dem Friedhof zwei Gendarmen und nahmen nach Beendigung der Zeremonien Wunderlich fest, um ihn ins Ascher Bezirksgericht einzuliefern, weil er in seinem sächsischen Wohnort Mitglied der SA. sei, wodurch er als tsche­choslowakischer Staatsbürger gegen den § 17 des Schutzgesetzes verstoßen habe. Wie wir von der SA- Gruppe Sachsen erfahren, ist ein Maurer Wunder­lich niemals Mitglied der SA. gewesen.

Die Misterwettkämpse des deulschen Handwerks

Frankfurt a. M., 22. Mai. (LPD.) Die Reichsrvettkampfausschüsse, die in Frankfurt a. M. zusammengetreten waren, um die Reichssieger der verschiedenen handwerklichen Berufe zu ermitteln, haben ihre Arbeit beendet. Damit ist die Ent­scheidung im M e i ste r- W e tt.k am p f, der anläßlich des diesjährigenTages des deutschen Handwerks" zum ersten Male ausgetragen wurde, gefallen. Es haben sich insgesamt 40 Hand­werksberufe innerhalb der folgenden sechs Wett­kampsgruppen beteiligt: Nahrungsmittelhandwerker, Bekleidungshandwerker, Holzhandwerker, Metall­handwerker, Bauhandwerker und Spezialhandwer­ker. Lediglich im Nahrungsmittelhandwerk steht die Entscheidung noch aus, weil die hier zu wertenden Arbeiten keine allzulange Aufbewahrung und Lage­rung vertragen, trotzdem aber in der Ausstellung gezeigt werden sollen. Die Entscheidung in dieser Gruppe wird voraussichtlich am Mittwoch, 26. Mai, fallen. Insgesamt wurden bis jetzt 2 3 Reichs- jieger ermittelt. Von den 40 teilnehmenden Berufen hat also etwa nur die Hälfte einen Reichs­ieger hervorgebracht, eine Folge der hohen An­orderungen, die beim Reichsentscheid sowohl in achlicher wie in kultureller und schöpferischer Hin- icht an die Teilnehmer gestellt wurden. Maßgebend berücksichtigt wurde bei der Bewertung auch, ob der Meister seinen Betrieb den Anforderun­gen der heutigen Zeit entsprechend führt, der DAF. anaehört und wie seine Grundhaltung in welt­anschaulicher Beziehung ist. Der bei der Reichs­bewertung angelegte strenge Maßstab ließ bei ver­schiedenen Berufen die Erklärung eines Reichs- s i e g e r s nicht zu, so daß nur a u f einen zweiten oper dritten Preis erkannt wurde.

Von den Wettkampfgruppen hat, im Durchschnitt

gesehen, das Bekleidungshandwerk am besten abgeschnitten. Gute Arbeiten lieferten auch Tischler, Maler sowie Glaser und Ofen­setzer. Beim Metallhandwerk waren es die Schmiede und Kraftfahrzeughandwer­ker, die gut abschnitten. Beim Spezialhandwerk war wie bei dem Bekleidunashandwerk durchschnitt­lich ein gleiches Niveau festzustellen.

Von den Reichssiegern sind etwa die Hälfte jüngere Meister, die der Generation von 1900 an­gehören. Der jüngste Reichssieger ist 25 Jahre alt. Die Reichssieger erhalten eine Bronzeplakette, die zweiten und dritten Preisträger Holzplaketten nebst Ehrenurkunde. Die Verkündung der Preis­träger erfolgt bei der Eröffnung der Ausstellung Meisterwettkampf 1937"; eine besondere Ehrung der Sieger erfolgt am Festabend des deutschen Handwerks.

In der Veranstaltungsfolge zumTag des deutschen Handwerks" haben sich folgende Aenderungen ergeben: Am Samstag, dem 29. Mai, beginnt die Arbeitstagung des Deutschen Handwerks erst um 10 Uhr, nicht wie vorgesehen um 9 Uhr. Der Beginn der Handwerklichen Feierstunde in der Festhalle am Sonntag, den 30. Mai, wurde auf 10.30 Uhr festgesetzt (statt 9.30 Uhr). Die Arbeiten 3ur Gestaltung des Festwagenzugs sind in vollem Gange. In Ge­meinschaftsarbeit find daran beteiligt die Vereini­gung bildender Künstler in Mainz und handwerk­liche Werkstätten in Frankfurt a. M., Mainz und Gießen. Der Festzug wird etwa 50 Festwagen umfassen; außerdem werden größere Formationen der SA., SS., Werkscharen usw. mitmarschieren. Der Vorbeimarsch vor der Ehrentribüne dauert etwa eine Stunde.

Führer und Volk sind eins.

Eindrücke eines französischen Journalisten von einer Unterredung mit dem Führer.

Paris, 22. Mai. (DNB.) DasJournal" ver­öffentlicht im Rahmen seiner UmfrageW o h i n steuert Europa?" einen Artikel des Mit­gliedes der Französischen Akademie Abel Bon- n a r d über seine Begegnung mit dem Führer und Reichskanzler. Bonnard sagt u. a.: Das, was der Führer mir sagte, entspricht vollkommen dem, was ich in den vorhergehenden Tagen in Deutschland gesehen hatte. Abgesehen von einem Hinweis auf die ehemaligen Frontkämpfer, die, wie er mir sagte, diejenigen Männer sind, zu denen er in allen Ländern das meiste Zutrauen hat, weil sie wirkliche Erfahrung haben und er sich auf ihre Klugheit verlassen kann, handelte alles, was er sagte, von den sozialen Bestrebun­gen der Reaierung, deren Chef er ist.

Der Führer sprach von der OrganisationKraft durch Freude", die das Gefühl der Freude in die Massen bringe und das Volk lehren soll, sich zu freuen. Kurz sage ich, der Mensch soll sowohl in seiner Seele als auch in seinem Beruf wieder­erfaßt werden, also in dem, was er auf Grund seines Schaffens und auf Grund feiner Persönlich­keit ist. Es handelt sich nicht nur darum, ihm ein

Haus zu bauen, sondern man muß darin auch ein Licht erstrahlen lassen. Der Kanzler fährt fort: Im Auslande glaubt man, Deutschland lebe unter einer Diktatur, aber vor 1933 ging es viel diktatorischer zu. Eine Regierung wie die unfrige könnte sich gegen den Willen des Volkes nicht an der Macht halten. Das Volk ist für mich, weil es weiß, daß ich mich wirklich mit feinen Nöten beschäftige, daß seine seelischen Probleme mich interessieren. Der Kanzler erwähnte den Unterschied, den man früher zwischen Hand - und Kopfarbeitern machte und sagte mit Recht, sie zu unterscheiden sei nicht so leicht, wie man glaubt, denn die Geistesarbeit greift stellenweise in den Bereich der Handarbeit hinein und gewisse Mechaniker und Monteure leisten in Wirklichkeit Kopfarbeit, während gewisse Buch­halter, die sich einer höheren Kathegorie zurechnen, doch eine mechanische Tätigkeit verrichten. Aber der Gedanke des Kanzlers kommt immer wieder auf dasselbe Problem zurück, d. h. darauf, was zu machen ist, um der zahlreichsten Volksschicht zu einer anderen Einstellung zum Leben zu verhelfen. Bis in die letzte Zeit hinein, so sagt er, bestand auf den Schiffen der großen Reedereien

Gießener Gtadttheater.

Rückblick und Ausblick.

In der gestrigen letzten Morgenfeier gab Inten­dant Schultze-Griesheim zunächst einen Rückblick auf die jetzt abgelaufene und eine Vor­schau auf die kommende Spielzeit des Stadttheaters; er dankte für den trotz dem herrlichen Wetter und anderweitigen Veranstaltungen bemerkenswert guten Besuch, hieß die Vertreter der Behörden, der Wehr­macht und der Partei willkommen und führte dann etwa folgendes aus:

Wir stehen nunmehr an einem entscheidenden Punkt in der Entwicklung unserer Bühne: der äußere Aufbau, der mit der Uebernahme der Theaterleitung durch den Intendanten Schultze- Griesheim begonnen wurde, ist rein zahlenmäßig abgeschlossen in einem Umfang, wie er zu Beginn kaum erwartet werden konnte: das Personal ist vor allem durch die Einführung der Oper von 120 auf 160 Köpfe vergrößert worden; mit dem neugeschaffenen Opernensemble ist auch der Chor und die Tanzgruppe verbunden; das Orchester wurde von 23 auf 50 Mann verstärkt. Dabei ist zu bemerken, daß die Steigerung der Kosten nicht, wie verschiedentlich befürchtet wurde, eine Ueberbelaftung des städtischen Etats bedeutet. Der städtische Zu­schuß übersteigt heute noch nicht die Summe, die er in früheren Jahren mit reinem Schauspiel­repertoire aufwies; das wurde ermöglicht sowohl durch anderweitige Zuschüsse als auch durch eine starke Steigerung der Einnahmen, was durch zah­lenmäßige Gegenüberstellung der Bilanzen der letzten Spielzeiten belegt wurde. Da der Personal­aufbau nur geringe Mehrkosten beanspruchte, konnte auch der technische Apparat ausgebaut werden. (Be- leuchtung; Drehbühne.) Ebenso konnte die Abstecher­tätigkeit erfreulich erweitert werden: Siegen wurde neu gewonnen; auch die Zahl der Marburger Gast­spiele wird erhöht werden, und vor allem kann in Bad-Nauheim infolge der Orchesterverstärkung nun­mehr neben dem Schauspiel auch die Oper und die Operette gepflegt werden. Dadurch ist es wiederum möglich, den hiesigen Kräften ganzjährige Verträge zu bieten, was naturgemäß einen starken Anreiz bilden wird. Dies wird sich voraussichtlich schon in der kommenden Spielzeit auswirken, für die die Verpflichtung hervorragender Kräfte in Aussicht ge» stellt wurde. Sehr erfreulich war die Mitwirkung der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude", die mit insgesamt 19 Vorstellungen einen wichtigen Faktor in der Besuchssteigerung während der letzten Spielzeit bedeutete. Dankbar gedachte der Inten­dant ferner der ständig wachsenden, treuen Besucher­gemeinde der Morgenfeiern, die ebenso wie die Kunstausstellungen im Foyer auch in der kommen­

den Spielzeit gepflegt werden sollen. Den Auffüh­rungsrekord der letzten Spielzeit erbrachte mit ins­gesamt 17 Vorstellungen die OperetteDer Zare­witsch". (Bettelftudent": 16.)

Berechtigter Stolz auf die geleistete Aufbauarbeit, die beispielgebend genannt werden darf, kann aber, wie Intendant Schultze-Griesheim weiter ausführte, nicht hindern, auch die Fehler freimütig zu bekennen, die gemacht worden find: das Pre- mieren-Abonnement (Freitag) hat sich nicht bewährt und wird zugunsten der alten Mietverteilung wieder ab geschafft; der Spielplan des Schauspiels konnte nicht so gepflegt und ausgebaut werden, wie es ursprünglich beabsichtigt war. (Daran trug wesentlich die Neuverpflichtung des Oberspielleiters H a e r t e n nach Berlin schuld; auch sonst gab es Verpflichtungs­schwierigkeiten, dazu ungewöhnlich zahlreiche Krank­heitsfälle im Personal.) Wenn infolgedessen der ab­gelaufene Spielplan etwas leicht genannt werden durfte, fo wird für den kommenden Theaterwinter eine Neubetonung und Verstärkung des Schauspiel- repertoires in Aussicht gestellt. Immerhin konnte mit Genugtuung auf die Auswirkung der Gießener Uraufführungen (Stern von Seoilla" undDie weiße Fürstin") hingewiesen werden.

Auf die Gestaltung der kommenden Spielzeit ein­gehend, bemerkte der Intendant, daß ein starker Personalwechsel nicht zu umgehen sei; das läßt sich bei einer Bühne, wie wir sie hier haben, nicht ver­meiden und kann und soll durch die innere Aktivität des Ensembles wettgemacht werden. Besonders das Damenpersonal des Schauspiels wird eine tief­greifende Umschichtung erfahren; als neuer Ober­spielleiter des Schauspiels wurde Dr. Erich Schu­macher (Saarbrücken) gewonnen, der sich hier be­reits als Gastregisseur vorgestellt hat. Auch in Chor und Ballett ist mancher Wechsel vorgesehen. Der Intendant dankte allen ausscheidenden Mitgliedern, besonders dem verdienstvollen Oberspielleiter Paul W r e d e , der nach Mainz verpflichtet wurde. Schon während des Sommers sollen auch in Gießen einige Vorstellungen gegeben werden; Ende Sep­tember wird bann die neue Spielzeit mit Shake­spearesMaß für Maß" eröffnet. Im Schau­spiel sind ferner vorgesehen: Shakespeare:Som­mernachtstraum" mit der Musik von Wagner- R6geny; Lope de Vega:Die kluge Närrin", lieber« tragung von Hans Schlegel, Uraufführung; Schiller: Wilhelm Tell"; Kleist:Penthesilea"; Hebbel: Demetrius", Neubearbeitung von Friedrich Forster; Eichendorff:Die Freier". Wilde:Lady Windermeres Fächer"; Hauptmann:Fuhrmann Henschel"; Eckart:Ein Kerl, der spekuliert"; For­ster:Die Weiber von Redditz"; Müller-Scheld: Anna Maria" (Urfassung); Zander:Verzicht" (Uraufführung); Stanietz:Der Weg der Maria Tschentscher"; Dhünen:Uta von Naumburg";

Aichinger:Kleinod in die Silbersee gefaßt"; Giono: Das Salz der Erde". Lustspiele: Thoma: Moral"; Verhoeven und Impekoven:Das kleine Hofkonzert"; Goetz:Tote Tante"; Birabeau: Mein Sohn, der Herr Minister"; Lenz:Heimliche Brautfahrt"*, Apel:Hans Sonnenstötzers Höllen­fahrt"; Niewiarowicz:I love you! (Ich liebe dich!"); Scribe:Das Glas Wasser". Oper: Mozart:Don Juan"; Weber:Euryanthe"; Lortzing:Der Wildschütz"; Flotow:Martha"; Verdi:Der Troubadour"; Puccini:Die Boheme"; de Falla:Ein kurzes Leben"; 21 über:Fra Dia- volo". Operette: Strauß:Eine Nacht in Venedig"; Zeller:Der Obersteiger"; Jones:Die Geisha"; Supps:Dichter und Bauer"; Lehar: Die lustige Witwe"; Kollo:THarietta"; ferner ein Tanzabend der Tanzgruppe mit modernen Tanz­werken. Morgenfeiern:Esmoreit und Damiet", ein Spiel nach dem Altflämischen, Ur­aufführung; Reinacher:Der Narr mit der Hacke", Uraufführung; Basner:Der Ritter", Urauffüh- rung; Dillinger:Die Windsbraut", Uraufführung; Lessing:Die Matrone von Ephesus"; politische Satiren: Goethe:Pater Brey", Paul Ernst:Er­dachte Gespräche"; Mirbt:Die Männer von Calais"; Hauptmann:Helios" (Fragment). Außerdem musikalische Morgenfeiern.

Eine enge Zusammenarbeit mit der HI. wird dem Theater wertvolle Anregungen geben; schon jetzt darf auf ein im August geplantes Theaterlager der HI. in Gießen hingewiesen werden, wo nam­hafte Persönlichkeiten der Reichsjugendführung zu Worte kommen sollen. Endlich gab Intendant Schultze-Griesheim seiner Freude darüber Ausdruck, daß die bisherigen Platzmieter so zahl­reich erhalten geblieben sind, und daß er mit seiner Arbeit dem Theater eine neue Publikumsschicht ge­wonnen habe; mit der Bitte, dem Theater auch ferner treu zu bleiben und neue Freunde zu wer­ben, schloß der Intendant seine mit großem Bei­fall aufgenommene Ansprache.

Goethe:Der Bürgergeneral".

Das einaktige Lustspiel vom Bürgergeneral ist ein Nebenwerk Goethes, 1793 in wenigen Ta­gen niedergeschrieben, eine rechte Gelegenheitsarbeit, die ihm aus der Praxis der Weimarer Theater­leitung erwuchs: das Stück trägt auf dem Titel den zunächst rätselhaften VermerkZweite Fort­setzung der beiden Billets"; diesebeiden Billets" undDer Stammbaum" sind kleine Lustspiele, die ein gewisser Anton Wall nach dem Franzö­sischen des I. P. Claris de Florian bearbeitet hatte. Sie gefielen den Weimarern, und Goethe entschloß sich, da sie allein den Abend nicht füllten, noch eine weitere Fortsetzung dazuzuschreiben, eben denBür­gergeneral", einen Spaß oder Kostümschwank, in

ein erschütternder Gegensatz zwischen dem Luxus, der den Passagieren Vorbehalten war, und dem Leben der Besatzung. Heute hat die Besatzung auf den neuen Schiffen anständige Kajüten, sie hat ein Deck zu ihrer Verfügung, wo sie sich in Liegestühlen erholen kann, sie hat Radioapparate, um sich zu zer­streuen, sie hat einen Speisesaal, wo sie zusammen mit einem Deckofsizier ihre Mahlzeiten einnimmt und all diese Verbesserungen waren nicht so sehr teuer; man mußte nur wollen.

Der Führer spricht von den S ch i f f 5 r e i f e n, bie die Arbeiter bis nach Madeira und den Kana­rischen Inseln führen, von der Insel Rügen, wo ein Badestrand hergerichtet wird, der jährlich 800 000 bis 900 000 Menschen aufnehmen kann. Auf diese Weise werden gewisse Annehmlichkeiten nicht mehr einer kleinen Zahl Vorbehalten, und dem Neid wird die solange gewährte Nahrung fehlen. In Berlin selbst wird ein großes Luxushotel ge­baut, aber zu gleicher Zeit und in derselben Straße wird man ein Haus für die OrganisationKraft durch Freude" errichten, das den Zweck haben soll, Licht in das Leben des Volkes hineinzubringen. Es handelt sich also nicht darum, einigen etwas weg­zunehmen, sondern vielen etwas zu geben.

Der Kanzler spricht mit einer ruhigen Stimme, kaum, daß er sich für einige Augenblicke unterbricht. Sein Gesicht ist ernst, vielleicht aus Sorge über die Dinge, von denen er nicht spricht.

Der Führer sprach mehr vor mir, als daß er zu mir sprach. Er gibt sich ganz seinen Ideen hin und hat nur diese im Sinn. Was ich empfand, während ich ihm zuhörte, war vor allem der Ein­druck, wie sehr er mit seinem Volke eine Einheit bilde. Er spricht von ihm weniger mit der Fürsorglichkeit eines Mannes, der sich zum Volke herabneigt, als vielmehr mit der Zuneigung und dem Verwandschaftsgefühl eines Mannes, der aus dem Volke heraufgestiegen ist.

Auch in den Einzelheiten, auf die er eingeht, als er von Luxus sprach, zeigte sich der Mann, der den Luxus anfänglich von außen angesehen hat, und der ihn im übrigen nur verschmäht, wo es nur von ihm selbst abhinge, ihn kennen zu lernen. Alles, was ich an den vorhergehenden Tagen gesehen hatte, hat mir klargemacht, wie sehr das national­sozialistische Regime bemüht ist, die Arbeit zu verherrlichen. Die Worte des Führers zeigten mir, welchen Wert dieses Regime auch darauf legt, daß wieder Freude herrschen soll, denn diese beiden Dinge lassen sich nicht trennen. Man muß zur Freude zurück. Sie muß herrschen bei der Arbeit sowohl wie in den Mußestunden.

Oie Flamen demonstrieren für Amnestie.

Große Amnestiekundgebung in Brüssel.

Brüssel, 24. Mai. (DNB.) In Brüssel fand eine große flämische Amnestiekundaebuna statt. Zwei Stunden lang zogen die Massen durch die Hauptstraßen der Stadt. Der Brüsseler Bürger­meister Max, der zunächst die Kundgebung ver­boten hatte, das Verbot jedoch unter dem Zwang einer einmütigen Forderung des Parlamentes zu­rücknehmen mußte, hatte die polizeiliche Abriege­lung aller Verbindungswege zu den Straßen, durch die sich der Zug der Flamen bewegte, angeordnet, so daß es der Brüsseler Bevölkerung unmöglich war, Zeuge der Kundgebung zu sein. Nur an wenigen Stellen bewegte sich der Zug an Zu­schauern vorbei. Er wurde stürmisch begrüßt. Sonst waren die Straßen menschenleer.

An der Spitze marschierte der Vorstand des flämischen Frontkämpferoerbandes, es folgte der Ausschuß, der alljährlich die Heldengedenkfeier der Flamen am Pserkreuz in Dixmuiden organisiert. In geschlossenem Zuge kamen dann die flämischen Ab- georöneten und die Vorstände der großen flämischen Kulturvereinigungen. Das Gros des Zuges bildete die flämische Bevölkerung. Alle Städte und Dörfer hatten Abordnungen entsandt, alle Stände und Schichten waren vertreten. Die stärkste Abordnung stellte die Provinz Antwerpen. Jedesmal, wenn das flämische Nattonalliedde

dem er mitärgerlich gutem Humor" seiner Stim­mung gegen die französische Revolution Luft machte, seinemVerdruß, daß dergleichen französische Ein­flüsse sich auch nach Deutschland erstreckten und ver­rückte, ja unwürdige Personen das Heft ergriffen". Aus solcher Laune entstand die karikaturistische Spottfigur des ländlichenBürgergenerals" Schnaps, der als großmäuliger und habgierigerAbgesandter des Jakobinerclubs" entlarvt und bestraft wird.

Das Merkchen, unter der Spielleitung des Inten­danten munter und mit drastischem Witz gespielt, verfehlte auch ohne die beiden verschollenen Vor­läufer seine Wirkung nicht. Insbesondere Herr von Gschmeidler entwickelte die Titelfigur in der entscheidenden Szene, welche die Jakobiner- Taktik am praktischen Beispiel erläutert, zum Er­götzen der Zuschauer mit grotesker Beflissenheit. Frl. Gerhardt und Herr Walter, die sich als verliebtes Pärchen Röse und (Börge vom Publi­kum verabschiedeten, die Herren Geiger, Dolck und Rosenthal wirkten ferner in der mit hei­terem Beifall aufgenommenen, letzten Neueinstu­dierung dieser Spielzeit mit. Hans Thyriot.

Merkwürdiges Spiel der Natur.

In Indien wurde vor längerer Zeit im Dschun­gel ein einfarbig brauner Tiger festgestellt, der be­reits als neue Art das höchste Interesse der Na­turforscher und Jäger erregte, bis ein kluger Kopf herausfand, daß der Tiger sein Bad in einem Teich zu nehmen pflegte, an dessen Ufern ein Strauch gedieh, der von den Eingeborenen zu Färbungszwecken benutzt wurde. Blätter und Blüten dieses Strauches waren zahlreich in den Teich ge­fallen und hatten fein Wasser dunkelbraun gefärbt. Diesem Wasser verdankte auch jener Tiger seine neuartige Färbung.

Ein seltsames Spiel der Natur war eine leuch­tende Eule, die vor einer Reihe von Jahren in Nordengland beobachtet wurde. Man kann sich vorstellen, wie dieser leuchtende Nachtvogel die Phan­tasie der Bevölkerung erregte und was für Ge­schichten sich sogleich um feine Herkunft und Be­deutung bildeten. Aber auch in diesem Falle ließ die Erklärung nicht auf sich warten. In der Gegend, in der der Vogel auftauchte, gab es gekappte Wei­den, von denen viele gespaltene und hohle Stämme hatten. Wie die Landleute zu berichten wußten, wurde aus diesem Weidenholz Zunder gewonnen, der leuchtend im Dunkeln phosphoreszierte. Es ist kein Zweifel daran, daß jene Eule ihr Leuchten dem Umstand verdankte, daß sie ihre Behausung im Innern einer dieser Stämme mit phos­phoreszierendem Holz hatte.