Aus aller Welt.
Reichskriegertag 1937 in Kassel.
Die Veranstaltungen des Reichskriegertages in Kassel beginnen am 25. Juni mit dem Empfang des Bundesführers, SS.-Brigadeführers Oberst a. D. Reinhard. Die feierliche Eröffnung, verbunden mit der Führertagung, erfolgt in der Stadthalle. Am 27. Juni treten die Kyffhäuser- Landesgebiete zum Aufmarsch auf der Karlswiese an. Es nehmen an dem Aufmarsch teil: eine Fahnenkompanie der Wehrmacht, Marine, Luftwaffe, SS.-Verfügungstruppe, ausländische Frontkämpferabordnungen, Ehrenabordnungen der Parteigliederungen und Verbände und die Kyffhäuser-Ehren- kompanie. Anschließend ist der Vorbeimarsch auf dem Friedrichsplatz. Für den Abend ist eine Festaufführung mit Feuerwerk und großem Zapfenstreich vorgesehen.
Reichstagung des Gustav-Adolf-Vereins.
Der Gustav-Adolf-VereiNf das große volksdeutsche Hilfswerk der evangelischen Kirche, wird seine diesjährige Reichstagung Ende August in Kaiserslautern in der Pfalz abhalten. Mit ihr werden Schulungsfreizeiten für Pfarrer, für Lehrer und Pfarrfrauen verbunden sein. Etwa hundert Teilnehmer aus den verschiedenen Gebieten der Auslandrdiaspora werden an der Tagung als Gäste des Zentralvorstandes teilnehmen. Außerdem kommen eine größere Anzahl von Jungbauern aus Jugoslawien und Galizien, Nachkommen von Pfälzern, die vor 150 Jahren ausgewandert sind, zu der Tagung in ihre pfälzische Urheimat.
Frühlingsfest der rheinmainischen Presse.
Für das alljährlich wiederkehrende Frühlings- feft der rhein-mainischen Presse, das gemeinsam von den Verlegern und den Schriftleitern des -Rhein-Main-Gebiets im Wiesbadener Kurhaus veranstaltet wird, sind die Vorbereitungen in vollem Gange. Das Interesse in allen größeren Städten unseres Gaues läßt erwarten, daß sich in den geräumigen Sälen 3000 bis 4000 Teilnehmer versammeln werden, eine erfreuliche Aussicht, weil der Ueberschuß der Veranstaltung ausschließlich sozialen Zwecken zugute kommt.
Internationale Hotelbesihertagung in Wien.
Unter Beteilgung von 500 Vertretern des Hotel- und Beherbergungswesens aus 40 Ländern begann in Wien eine internationale Hotelbesit- zertagung. Die Beratungen werden vom Präsidenten des Internationalen Hötelbesitzervereins in Köln, Burkard S p i l l m a n - Luzern, der den Kongreß durchführt, und den Vizepräsidenten B o h y - Paris, König- Bonn, Z a m a r e - Mailand geleitet.
Ein Lehrgang über Landschaftspflege.
Die Frage der L a n d s ch a f t s g e st a l t u n g ist heute im Zeichen des Vierjahresplanes besonders dringlich geworden. Gilt es doch eine Lösung zu finden für die Aufgabe, den deutschen Gauen höchste wirtschaftliche Leistung abzügewinnen unter weitgehender Sch nung ihrer natürlichen Schönheit und Eigenart. Zur Schulung auf diesem wichtigen Arbeitsgebiete veranstaltet die Reichsstelle für Naturschutz vom 24. bis 29. Mai in Schwaben einen Lehrgang, der unter der Leitung von Hauptkonservator Prof. Dr. Schwenke!, württembergischem Landesbeauftragten für Naturschutz, steht. In Vorträgen auf Geländebesichtigungen soll der Lehrgang die mannigfaltigen Aufgaben der Landschaftspflege aufzeigen und Wege zu ihrer Lösung weisen. In den Vorträgen sollen u. a. behandelt werden: Gesetzliche Grundfragen und Grundforderungen der Landschaftspflege-, die praktischen Aufgaben der Landschaftspflege-, Wald und Erholung: Haus und Siedlung im Landschaftsbild; die technischen Bauten im Landschaftsbild. Anmeldungen nimmt die Reichs
stelle für Naturschutz in Berlin-Schöneberg, Grune- waldstraße Nr. 6/7, entgegen.
Europa-Tanzmeisterschaft 1937.
In Wiesbaden wird dieser Tage die Europa- Tanzmei st erschaft 1937 im Gesellschaftstanz zum Austrag kommen und stark umstritten sein. Außer den bekannten deutschen siegreichen Tanzpaaren haben Meisterpaare aus Danzig, Dänemark, England, Frankreich, Holland, Oesterreich, der Schweiz und der Tschechoslowakei gemeldet.
Deutsche Kolonial-Vriefmarken.
Die Deutsche Kolonial-Ausstellung in Frankfurt zeigt in einer besonderen Abteilung die P o st w e r t- Zeichen der ehemaligen deutschen Kolonien Ostafrika, Südwestafrika, Kamerun, Togo, Neu-Guinea, Karolinen, Marianen, Marschall-Inseln und Samoa in ungebrauchten Originalbogen, ab- gestempelten Marken, Briefen und Postkarten. Eine besondere Seltenheit ist die Deutsch-Ostafrika-Not- ausgabe. Diese Briefmarke wurde 1916 in der Missionsdruckerei Wuga bei Wilhelmsthal (DOA.) her- gestellt, da Deutschland während des Krieges keine Postwertzeichen schicken konnte. Damit sie den englischen Truppen nicht in die Hände fiel, wurde sie von 1916 bis 1918 vergraben und gelangte dadurch überhaupt nicht zur Ausgabe. Man sieht diese seltene Marke in je zwei verschiedenen Typen zu 2V2 und 7V2 Heller. Mehrere Feldpostbriefe aus den Kolonien berichten über die Kämpfe, die damals dort stattfanden.
Das Vogelnest im Güterwagen.
Als kürzlich in Remagen am Rhein ein mit Eisen beladener offener Güterwagen entleert werden sollte, der nach mehrtägiger Fahrt aus dem Sauerlande eingetroffen war, entdeckten die Arbeiter in der Ladung versteckt das Nest eines Bachstelzenpaares mit einigen Eiern. Das Weibchen hatte die Fahrt mitgemacht und sich in dem Brutgeschäft nicht stören lassen. Selbstverständlich wurde dafür gesorgt, daß Frau „Wippschwanz" die Fürsorge für ihre im Entstehen begriffene kleine Familie fortsetzen konnte.
Französischer Fesselballon vom Vlih zerstört.
Auf dem Flugplatz Mailly in der Nähe von Vitry le Francois ereignete sich ein ungewöhnlicher Unfall. In einem Fesselballon, der mit zwei Mann besetzt war, schlug in 600 Meter Höhe ein Blitz ein. Der Ballon stand sofort in hellen Flammen. Die beiden Insassen stürzten mit den brennenden Resten ab und kamen ums Leben.
Schreckliches Vrandunglück bei einer Filmvorführung.
Die Vorführung von Filmen in einem ungeeigneten Lokal hat in dem im Kreise Pernau unweit der estnisch-lettländischen Grenze gelegenen Flecken Killinginömme ein erschüttertndes Unglück herbeigeführt. Im Gebäude der Grundschule fand eine Filmvorführung statt, zu der sich etwa 100 Schulkinder eingefunden hatten. Während des Ablaufens fing der Filmstreifen Feuer. Unter den Kindern entstand eine furchtbare Panik. Der Lehrer wies sie an, sich auf den Boden zu werden. Statt dessen liefen viele Kinder direkt ins Feuer hinein, zumal der Dorführungsapparat gerade an der Tür Aufstellung gefunden hatte. Mehrere Kinder sprangen aus dem im zweiten Stockwerk gelegenen Saal auf die Straße. Der ersten Explosion folgten nach einiger Zeit zwei weitere, und der Saal stand in hellen Flammen. Auch die Kleider der Kinder wurden von den Flammen ergriffen, und zwei Mädchen verbrannten. Zwei weitere Kinder erlagen ihren Verletzungen im Krankenhaus von Pernau, wohin 49 Kinder gebracht worden sind. Davon schweben zehn in Lebensgefahr; der Rest hat
schwere Brandwunden davongetragen. Weitere 20 Kinder wurden leichter verletzt.
Slraßenkämpfe bei einem Streif in Amerika.
Zu wüsten Straßenkämpfen kam es bei dem Streik der Belegschaften der Schuhfabriken in den Städten Auburn und Leviston im Staate Maine. Die Streikhetzer von Leviston hatten eine Menge von tausend Streikenden dazu gebracht, geschlossen nach Auburn zu marschieren, um dort die Arbeitseinstellung in zwei Schuhfabriken zu erzwingen. Die Ausständigen versuchten, in die Fabriken einzudringen. Sie wurden jedoch mit Tränengas und Gummiknüppeln von der Polizei zurückgetrieben. Die Streikenden benutzten Steine als Wurfgeschosse. Erst nach einstündigem Kampf konnte die Polizei die Ruhe wiederherstellen. Mehrere Polizisten wurden verwundet. Der Gouverneur von Maine legte je vier Kompanien Nationalgarde in beide Städte. Der Streik in den Schuhfabriken begann bereits vor 28 Tagen.
Kunst und Wissenschaft.
Reichsfestspiele 1937 in Heidelberg.
Intendant Kunze hat auch in diesem Jahre wieder die Oberleitung der Reichsfe st spiele in Heidelberg. Heinrich George wird wieder den „Urgötz" inszenieren und selbst die Titelrolle übernehmen. Wie im Vorjahre, ist auch „Pantalon und seine Söhne" von Paul Ernst für Aufführungen im Königssaal vorgesehen. In den diesjährigen Spielplan wurden neu ausgenommen „Romeo und Julia" von Shakespeare unter Spielleitung von Generalintendant Jltz (Düsseldorf) und Kleists „Am- phitrion", der unter Oberspielleiter Schweikart (München) in Szene geht. Don den aus den letztjährigen Spielen bekannten Darstellern wurde Staatsschauspieler Hans Knuth aus Hamburg wieder verpflichtet, auch Gerda Maria Terno von den Städtischen Bühnen in Köln, die in der nächsten Spielzeit am Schillertheater in Berlin auftreten wird, wird bei den Festspielen mitwirken.
Klopsiock-Tagung in Quedlinburg.
Die Klopstock-Gesellschaft und die Nordische Gesellschaft veranstalten zu Pfingsten im Schloß und im Klopstockhause zu Quedlinburg eine gemeinsame Klopstock-Tagung. Universitätsprofessor Dr. Kindermann (Münster) wird über „Klopstocks Kampf um das gesamtdeutsche Lebens ideal" sprechen. Dr. Domas (Danzig) behandelt das Thema „Klopstock und der germanische Norden", Dr. Heinrich L ü t ck e (Berlin) referiert über „Entwicklung, Stand und Aufgaben der Klopstockforschung", Uni- versitätsprofessor L. L. Hamerich (Kopenhagen) über „Kulturbeziehungen zwischen Deutschland, und Skandinavien". Der Pfingstsonntag bringt* eine Klockstock-Feier der Hitler-Jugend und eine gemeinsame Pfingstfeier am Grabe König Heinrichs I. in der Krypta des Domes zu Quedlinburg. Hier spricht Gauschulungsleiter Johannes Brennecke (Dessau). Die Tagung schließt mit einem Konzert der Klopstock-Gesellschaft, die den Freunden des Dichters auch eine Weihestunde im Klopstockhause bietet.
Roch keine Gewißheit über Filchners Schicksal.
Die Bemühungen zur Freilassung des noch immer in Chotan festgehaltenen deutschen Forschers F i l ch n e r und seines Begleiters Haack, die Klärung des Falles, sowie die Versuche zur Herstellung einer Verbindung mit den Zentralbehörden der Provinz Hsinkiang und der örtlichen Behörden in Cho- tan beschäftigen nach wie vor sowohl die deutsche Botschaft, als auch die zuständigen chinesischen Behörden. Der deutsche Botschafter hat die Aufmerksamkeit des Kommandeurs der im Raume von Chotan stehenden 36. Division auf diesen Fall gelenkt und um sofortige Freilassung ersucht. Ebenso ist der englische Vizekonsul in Kaschgar, der sich zur Zeit auf einer Reise nach Chotan befindet, von seinen vorgesetzten Behörden angewiesen worden, nach seiner Ankunft in Chotan alles in seinen Kräf
ten Stehende zu tun, um eine Freilassung Filch. n e r 5 und Haacks zu bewirken. Allerdings muß damit gerechnet werden, daß sich alle diese Maßnahmen erst sehr viel später auswirken werden, da Chotan, soweit in Nanking bekannt, nicht unmittelbar an das Telegraphennetz angeschlossen ist, so daß Telegramme unter schwierigen teils auch gefährlichen Verhältnissen durch Ueberlandboten nach Chotan gebracht werden müssen und daher ihre Ankunft nicht immer gewährleistet ist.
Ehrung des Erbauers der Pfahlbau-Siedlung am Bodensee.
An den Erbauer der Pfahlbau-Siedlung bei Unteruhldingen am Bodensee und Erforscher germanischer Frühgeschichte, den Bauern Georg Sulzer, hat der Reichsbauernführer R. Walther Darre folgendes Telegramm gesandt: „Zu Ihrem 70. Geburtstag spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche aus. Ich verbinde mit meinen Wünschen für Ihr persönliches Wohlergehen meine höchste Anerkennung für die von Ihnen ein ganzes Leben lang geleistete Arbeit an der Wiedererrichtung einer Stätte, die uns heute ein greifbares Zeugnis gibt von dem hochentwickelten Leben unserer Vorfahren. Sie haben damit, daß Sie durch Ihre vollendete Arbeit den Beschauer mitten in dieses Erleben hineinführen, eines der größten und wertvollsten Geschichtswerke geschaffen."
Ein neues Lehrinstitut für Dentisten.
Der Reichsverband Deutscher Dentisten hat in Düsseldorf ein weiteres Lehrinstitutfür Dentisten eingerichtet. Mit diesem Lehrinstitut stellt der Reichsverband Deutscher Dentisten wiederum eine neue Aus- und Fortbildungsstätte für die Jungdentisten zur Verfügung. Mit dem neuen Institut hat der Reichsverband insgesamt acht Lehrinstitute für seinen Nachwuchs errichtet. Das Düsseldorfer Institut ist das modernste im ganzen Reich.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Nachdem es am Mittwoch im Bereich kälterer Meeresluft noch- zu einzelnen teilweise gewittrigen Schauern gekommen war, brachte die vergangene Nacht mit Aufheiterung stärkere Abkühlung, die vielerorts bis in Gefrierpunktnähe führte. Inzwischen ist ein neues Regengebiet herangezogen. Auch für die Folge bleibt im Zufuhrbereich feuchter Meeresluft die Witterung sehr wechselhaft und unzuverlässig.
Aussichten für Freitag: Wechselnd bewölkt und zeitweise auch Niederschlagstätigkeit, lebhafte westliche Winde, Temperaturen wenig geändert.
Aussichten für Samstag: Fortdauer der wechselhaften und unzuverlässigen Witterung.
Lufttemperaturen am 22. April: mittags 9,3 Grad Celsius, abends 5,6 Grad; am 23. April: morgens 3,2 Grad. Maximum 10,1 Grad, Minimum heute nacht 0,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. April: abends 8,7 Grad; am 23. April: morgens 5,3 Grad. — Niederschläge 0,4 mm. — Sonnenscheindauer 3,3 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bildet: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig.
Danksagung
Gießen, den 21. April 1937
02091
In tiefer Trauer: Karl Mayer
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang meiner lieben Entschlafenen sage ich auf diesem Wege innigen Dank
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