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Oberheffen.

Eisenbahnunglück auf dem Bahnhof Echzell.

Am Samstag gegen 1930 Uhr ereignete sich auf dem Bahnhof Echzell an der Strecke Fried­berg-Nidda ein Zusammen st oh zwischen dem aus Friedberg kommenden Abend-Personenzug und einer Rangiergruppe von vier Güterwagen. Die Güterwagen rollten, nachdem sie beim Rangieren an einer anderen Güterwagengruppe angestohen waren, wieder rückwärts und im Weichenneh des Bahnhofs dem in den Bahnhof einfahrenden Per- fonenzug in die Flanke. Bei dem Zufammenftoh wurden 13 Personen verletzt, zum Glück sämtlich nur leicht. Die Lokomotive und zwei Güter­wagen wurden schwer beschädigt und entgleisten. Die Strecke war bis Sonntag mittag gesperrt, von da an aber wieder fahrbar, nachdem die Nacht- und die Vormittagsstunden eifrig zu Rufräumungs- und Mederherstellungsarbeiten benutzt worden waren. Die Ermittlungen über die Schuldfrage sind im Gange.

Treue Verbundenheit in der Gemeinschaft der Arbeit.

Der Holzhauer-Rottmeister August Keßler I. in Steinbach (Kreis Gießen) blickt jetzt auf eine Tätigkeit von fünfzig Wintern ununter­brochener Arbeit abgesehen von zwei Kriegswintern in den fürstl ich Solms- Lich'schen Waldungen in dem von Förster Heuser betreuten Revier zurück. Seit dem Aus­scheiden seines verstorbenen Vaters vor 25 Jahren führte er die Rotte als Rottmeister weiter. Der Vater, Heinrich Keßler I., war 5 6 Winter bei demselben Arbeitgeber ununterbrochen als Holz­hauer- bzw. Rottmeister tätig. Dieser alte Herr bil­dete mit seinen acht Söhnen eine ansehnliche Holz­hauer-Rotte für sich, die bei den Akkordarbeiten im­mer die höchsten Leistungen erzielte. Wie mag es der Keßler-Mutter manchmal schwer geworden sein, morgens beim Weggang achtRanzen" zu packen (der älteste Sohn hatte bereits seinen eigenen Haus­stand). Damals, vor 30 Jahren, war es allgemein Brauch, daß jeder Holzhauer zum Frühstück sein Viertelchen" Branntwein mitnahm. Also mußte die Keßler-Mutter jeden Morgen sieben steinerne Brannt- weinkrüglein mit einemViertelchen" Inhalt versehen. Rur sieben, denn der Jüngste, kaum aus der Schule entlassen, durfte noch keinen Schnaps trinken. Da­für nahm der alte Herr zweiViertelchen" mit, von denen der Jüngste einmallecken" sollte. Gewöhn­lich aber durfte er nur zusehen, wenn der alte Herr für sich noch einen Schluck für den Nachmittag auf­sparte. Ungebührlichkeiten sind aber durch das Branntweintrinken niemals voraekommen. Zum Mittag wurde bann in einem großen sog. Familien- kessel gemeinschaftlich Kaffee gekocht. Ein Kännchen voll Kaffee zum Anwärmen von zu Hause mitzuneh­

men, kannte man damals noch nicht. Jetzt ist dies allgemein üblich.

Ein zweiter, ähnlicher Fall treuer Arbeitsverbun- denheit liegt in der Fürstlich Lich'schen Gärtnerei vor. Der Obergärtner Heinrich Müller aus Birklar kann am 1. Mai d. I. auf eine 49jährigs ununterbrochene Tätigkeit im fürst­lichen Dienst mit Stolz zurückblicken. Er legt den Weg von Birklar nach Lich und zurück täglich zu­rück. Rechnet man wöchentlich nur 35 Kilometer, so hat Müller durch diese Berufsgänge schon mehr als zweimal die Erde am Aequator umwandert.

Beiden Jubilaren gilt der Wunsch, sie möchten in guter Gesundheit noch lange in ihrem Berufe wirken können.

Landkreis Gießen.

< Saubringen, 20. März. Unsere Einwoh­nerin Frau Juliane Schultheiß feierte heute ihren 8 0. Geburtst ag.

< Climbach, 21. März. Heute feierte Frau Helene Conrad Wwe hierselbst in körper­licher und geistiger Frische ihren 8 2. G e b u r t s- t a g.

* Großen-Buseck, 20. März. In diesen Tagen fand die Prüfung der Samariterinnen und Sanitäter vom Roten Kreuz statt, die in diesem Winter in 21 Abenden von Dr. Gengnagel und Schwester Bertha B ü ch s I e r ausgebildet wurden. Bei der Prüfung waren anwesend die Kreisvor­sitzende Frau Giese, Kreisdirektor Dr. L o tz, Re­gierungsrat Grein und Kreiskolonnenführer Kratz aus Gießen, ferner Vertreter der Gemeinde, der Lehrerschaft und der NS.-Frauenschaft. Dr. Gengnagel und Herr Kratz prüften, und die Gäste äußerten sich sehr befriedigt über den Erfolg der Ausbildung. Anschließend nahmen die Kreis- gruppsnleiterin Baronesse von Rabenau und Herr Kratz die Verpflichtung der vier neuen Sa­mariterinnen und der Sanitäter aus Buseck und Beuern vor. Nach der Verpflichtung richtete Kreis­direktor Lotz herzliche Worte des Dankes an Dr. Gengnagel, der unermüdlich die ehrenamtliche Tä­tigkeit im Dienste des Deutschen Roten Kreuzes zum Wohle des Vaterlandes ausübt. Dann dankte er den Samariterinnen und Sanitätern und sprach in ernsten Worten über die Notwendigkeit eines gut ausgebildeten Sanitätspersonals und ermahnte zur treuen Pflichterfüllung. Anschließend waren alle Anwesenden mit ihren Angehörigen und den Kriegsschwestern bei Kaffee und Kuchen in der Wirtschaft Siegfried kameradschaftlich beisammen.

= Saasen, 19. März. Die hiesige evange­lische Frauenhilfe hielt im Saale von Schepp ihre Winterschlußfeier ab. Fast alle Mit­glieder nahmen daran teil. Gemeinsam gesungene Lieder und unterhaltsame Vorträge aller Art füllten die Stunden des Beisammenseins aus. Am ver­gangenen Sonntag fand die Prüfung und Vor­stellung der diesjährigen sechs Konfirmanden in der Kirche auf dem Veitsberg statt. Die Einseg­nung wird am zweiten Osterfeiertag erfolgen.

kreis Friedberg.

'+ Butzbach, 18. März. Gestern abend ver­anstaltete die Weidig-Werner-Oberreal- schule einen Gemeinschaftsabend. Der Leiter der Anstalt, Oberstudiendirektor Dr. Gan s, schilderte nach kurzer Begrüßung den Wert und die Bedeutung des Schulsilms. Nach einigen Mit­teilungen und Wünschen an die Eltern der Schüler sprach der stellvertretende Jungbannführer V o l p überElternhaus, Schule, Hitlerjugend", die drei Erziehungsfaktoren des Dritten Reiches. Im An­schluß daran wurden Lehrfilme vorgeführt, um den Eltern zu zeigen, welche bedeutsame Verwendung der vierteljährliche Lernmittelbeitrag von 20 Pf. je Kind findet.

Kreis Alsseld.

8 Deckenbach, 19. März. Die ä 11 e ft e Ein­wohnerin unseres Dorfes, Frau Anna Katha­rine Müller Witwe, kann am kommenden Mon­tag ihren 8 3. Geburtstag feiern. Am näch­sten Sonntag werden in unserer Kirche die Kon­firmanden aus den Orten Deckenbach, Höingen, Schadenbach und Büßfeld konfirmiert. Aus Decken­bach sind es drei Knaben und vier Mädchen, aus Höingen ein Knabe und drei Mädchen, aus Scha-

tzenbach ÄnMädchen vnd üusDüßfekd Miftna&fl uni) drei Mädchen, insgesamt also 17 Konfirmanden»

RunDfunfprogramm.

Dienstag, 23. TNärz.

6.30 Uhr: Gymnastik. Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Aus dem Betrieb der Bude» russchen Eisenwerke, Lollar: Werkskonzert. Ausge» führt von dem Werksorchester der Buderusschen Eisenwerke, Wetzlar. Jägermusik. Leitung: Kapell- meister Hermann Topp. 9.30: Von Freiburg: Musik am Morgen, 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Sport­funk für die Jugend. Dorn Reichsberufswettkampf der HI. 11.45: Landfunk. 12: Don München: Mit­tagskonzert I. 13.15: Mittagskonzert II. 14.10: Kleine musikalische Revue. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15t Das deutsche Lied. 16. Unterhaltungskonzert. 17.30: Der Sozialdienst. 1. Aus Arbeit und Beruf. 2. Wie komme ich zu meinem Recht? Durch die Rechts­beratungsstellen. 18: Don Königsberg: Konzert. 19t Von Kassel: Märchen, die noch keiner hörte! 19.30: Kampf dem Verderb. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.10: Unterhaltungsmusik der Kapelle Franz Hauck. 21: Von Breslau:Revo­lution um Luther." Hörspiel von Kurt Eggers. 22.30: Von Hamburg: Tanz- und Volksmusik.

Oie Frühjahrsarbeit der Linker.

Lortragsnachmittag in der Gießener Ortsfachgruppe der Imker.

Die Mitglieder der Ortssachgruppe Gießen der Reichsfachgruppe Imker versammelten sich am gestrigen Sonntagnachmittag im Hotel Hopfeld.

Zunächst hielt der Leiter der Ortsfachgruppe, Bodenbender (Gießen), einen Vortrag über das ThemaDas Brutnest im Frühjahr." Er stellte fest, daß die Bienenvölker den Winter gut über­standen und bereits die ersten Ausflüge gemacht haben. Bel der Ueberrointerung hat sich die alte These, daß in einem warmen, unruhigen Winter mit vielen Wetterumschlägen, wie in diesem Jahr, die Völker mehr zehren, als in einem ruhigen, durchgehend kalten Winter, nicht bestätigt. Die Tat­sachen beweisen, daß die Völker in diesem Winter sehr wenig gezehrt haben. Weiterhin berichtete der Redner über die Art des Futters, das er 1:2 ge* reicht, ein Drittel Wasser und aroei Drittel Zucker, das sich gut bewährt hat. Es hat sich auch erwie­sen, daß, je dünner das Futter ist, die Bienen desto mehr Arbeit haben und daß ein weniger flüssiges Futter besser ausgenützt werden kann und sich er­tragreicher auswirkt. In diesem Frühjahr ist zur rationellen Auswertung der Bienenzucht das Hei­zen ausprobiert worden, die vorzeitige Fütterung der Bienen zur Anregung für ihre Arbeit. Die größte Aufmerksamkeit ist jetzt dem. Brutnest zu­zuwenden. Es erfordert als die unzählige Kinder­wiege der Bienen sorgfältigste Betreuung. Wichtig ist, daß es in der Körperwärme des Menschen von 35 bis 36 Grad Celsius erhalten wird, also wär­mer als im Winter gehalten werden muß, damit die kleinen Tierchen gefördert werden. Die Vorarbei­ten für die Honigtracht müssen rechtzeitig getroffen

werden. Namentlich die Gießener Züchter müssen den Honig im Juli ernten, denn im Juli blühen hier die zahlreich vorhandenen Linden. Wenn die Lindenblüte fort ist, sind auch die Bienenvölker! nicht mehr in der Lage, etwas zu tun. Ergänzend sagte der Redner, daß die Frühjahrsarbeiten starke Anforderungen an den Imker stellen, der versuchen muß, sinngemäß das Aufbauwerk seines kleinen, ungeheuer fleißigen Arbeitswerkes zu erfassen, bat mit er es fördern kann; denn nur dadurch wird feine Arbeit erfolgreich und ertragreich werden^ Eingehend besprach der Redner dann die erfolgt reichen Arbeiten am Brutnest, dessen Erneuerung er aus praktischer Erfahrung heraus empfahl. Das Brutnest muß so ausgebaut werden, daß im April und Mai schon die Winterarbeit getan wird, damit neben dem Ausbau des Wachswerkes sich starkö Völker entwickeln.

Herr Pfeiffer sprach anschließend über den Zwei-Völkerbetrieb" zur Ausnützung der Zucht und gab praktische Winke für diese Arbeiten. Diese Ausführungen wurden von Herrn Bodenben­der ergänzt.

Der Ortsfachgruppenleiter führte dann das Wa­bengießen praktisch vor. Er wies auf diese einfachen, aber notwendigen Arbeiten hin und betonte dabei, daß im Interesse der Sauberkeit kein Imker an­dere als seine eigenen Wabenpressen hierfür ver­wenden sollte.

Ein Lichtbildervortrag überDie Königinnen« zücht" nach dem Erlanger Professor Dr. Zander beendete den Vortragsnachmittag.

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