den in Gemeinschaftsarbeit zwischen der SA. und der NSKOV. fertiggestellt. Liese Siedlungen werden in Aufbau und Charakter der jeweiligen Landschaft angepaßt sein und in der Vielgestaltigkeit der Ausführungen das Gesicht des Landes beleben. Die Besetzung dieser Sie'dlerstellen erfolgt in der Aufteilung von 70 Stellen für SA. -Männer uni) 30 Stellen s ü r Kriegsopfer bei 100 insgesamt. Die Vorarbeiten für die erste Großsiedlung aus dem Dankopfer der SA. bei Gleiwitz in Schlesien sind in vollem Gange. Die feierliche Grundsteinlegung wird voraussichtlich am Geburtstag des Führers stattfinden und der Aufbau des Dorfes an diesem Tage in Angriff genommen. Wie immer wird die SA. auch bei dieser sich selbst gestellten Aufgabe in Pflicht- erfülluvg mit restlosem Einsatz das Ziel erreichen, aus dem deutschen Volk mit dem Dankopfer der SA. für die Kämpfer Adolf Hitlers Eigenheime in ständig größerem Maße zu schaffen.
Milderung der Zulassungesperre zum Oentistenberuf.
Berlin, 20. März. (DNB.) Der Reichsminister des Innern Dr. Frick gibt u. a. bekannt: Ich hatte wegen der festgestellten Ueberfüllung der Berufe der Zahnärzte und Dentisten für Dentisten eine Berufssperre ausgesprochen. Personen, die nach dem 3. August 1936 die Ausbildung zum Dentistenberuf aufnahmen, wurden bis auf weiteres nicht zur staatlichen Prüfung zu- ?[Haffen. Auf meine Veranlassung wurde eben- alls der Neuzugang zum Zahnärzte- st u d i u m einstweilen gesperrt, um alle Schwierigkeiten durch eine Verbesserung der Ausbildung der Zahnbehandler und eine planwirtschaftliche Verteilung ihrer Niederlassungssitze zu überwinden. Der Stand dieser Angelegenheit ermöglicht es jetzt, daß der Neuzugang zum Dentistenberuf in einem mit dem Dentistenführer noch zu vereinbarenden stark beschränkten Umfang wieder freigegeben wird. Ich mache dabei aber darauf aufmerksam, daß die st a r k e Ueberfüllung des Dentistenberufes nach wie vor besteht, und ich muß daher vor Ergreifen dieses Berufes nachdrücklichst warnen. Entsprechend wird gegenüber dem Neuzugang zum zahnärztlichen Studium verfahren werden.
SOjährigeS Militärjubiläum des Generals von Fabeck.
Generalleutnant v. F a b e ck beging am 21. März die 50. Wiederkehr des Tages seines Eintritts in die Armee. Der Jubilar steht nicht mehr im aktiven Dienst, widmet sich aber den zahlreichen Ausgaben, die mit der Fürsorge für die bedürftigen Kameraden des Reichskriegerbundes sowie für deren Witwen und Waisen verbunden sind. Generalleutnant von Fabeck, 1867 in Hannover geboren, trat 1887 in das Gardegrenadierregiment Nr. 3 ein. Viele Jahre hat er im Großen Generalstab gearbeitet. 1913 wurde er als Oberstleutnant zum Chef der Zentralabteilung im Großen Generalstab ernannt. Bei Be- ainn des Weltkrieges wurde v. Fabeck Chef der Zentralabteilung beim Chef des Generalstabes. In dieser Eigenschaft lag ihm das Gesuch Hindenburgs um Wiederverwendung im Heere vor: Fabeck machte den Vorschlag, Hindenburg die Führung der 8. Armee im Osten zu übertragen. Während des Krieges hatte v. Fabeck verschiedene Kommandos an der Front und nahm an zahlreichen Schlachten teil. Nach dem Ende des Krieges übernahm er die Reichswehrbrigade 15, wurde bald darauf Jnfanterieführer der 3. Division und nahm 1921 seinen Abschied. 1930 wurde er in das Präsidium des Deutschen Reichs- kriegerbundes berufen.
„Große Wassersport-Ausstellung Berlin 1932."
Die „Große Wassersportausstellung Berlin 1937" ist durch den Oberbürgermeister und Stadtpräsidenten der Reichshauptstadt Dr. L i fixer t eröffnet worden. Dr. Lippert verwies auf die deutschen Erfolge in den Olympischen Wasser- sportwettbewerben, die in unserem Volke die Erkenntnis gefestigt hätten, daß der Wassersport vvlks- gesundheitlich und volkswirtschaftlich von nicht zu unterschätzendem Werte sei. Welch bedeutenden Faktor das deutsche Bootshandwerk zur Arbeitsbeschaffung und der Export darstelle, ergebe sich daraus, daß die Reichsfachgruppe Boots- und Schiffbau etwa 1100 Handwerksbetriebe umfasse, die in der Hochsaison je 80 bis 90 Volksgenossen beschäftigen. Das deutsche Bootsbauhandwerk versorge eine vielfach verästelte Zubringerindustrie, und für seine Weltgeltung gebe es keinen besseren Beweis als die Tatsache, daß von 25 Mannschaften, die zur Olympischen Ruderregatta antraten, 15 Mannschaften ihre Rennboote in Deutschland hatten auf Kiel legen lassen.
Kleine politische Nachrichten.
Mit dem zum Geburtstag des Führers erscheinenden Markenblock von vier Sechs- Reichspfennig-Marken wird eine Stiftung für kulturelle Zwecke verbunden fein. Der Preis des Markenblattes mit einem Freimachungswert von 24 Reichspfennig wird eine Reichsmark betragen. Der Verkauf soll am 5. April 1937 beginnen und wird nur von beschränkter Dauer fein.
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Der Führer und Reichskanzler hat an die Gräfin Bothmer folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Zu dem schweren Verlust, den Ew. Exzellenz durch das Ableben Ihres Herrn Gemahls, des Generalober st en Felix Gras von Bothner erlitten haben, spreche ich Ihnen meine herzliche und aufrichtige Teilnahme aus. Die hohen Verdienste, die sich der Dahingeschiedene im Kriege um sein Vaterland erworben hat, werden in der Geschichte der deutschen Wehrmacht unvergessen bleiben. Adolf Hitler."
Der Führer und Reichskanzler empfing den Fürsten Adolf zu Bentheim-Tecklenburg, der an der Spitze der Deutschen Adelsgenossenschaft steht. Der Adelsmar- schall berichtete über deren Arbeit, die darauf hinzielte, die Familien des reinblütigen deutschen Adels auf dem Boden des Nationalsozialismus zusammen- zuschließen. Er entwickelte bann seine weiteren Pläne, an die Angehörigen der Deutschen Adelsgenossenschaft erhöhte Anforderungen an Blut, Leistung und Haltung stellen zu wollen. Der Führer brachte sein Einverständnis mit den bisherigen Leistungen und den Bestrebungen der Deutschen Adelsgenossenschaft zum Ausdruck.
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Wie Reuter aus Berlin meldet, hat der Führer dem scheidenden britischen Botschafter in Berlin S i r Eric Phipps zum Abschied sein Bild in fcinem Silberrahmen geschenkt.
Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront hat den Chef des Sozialen Amtes der Reichsjugendführung, Obergebietsführer A x m a n n, mit der Leitung des Berufswettkampfes aller schaffenden Deutschen beauftragt. Die Durchführung erfolgt in engster Zusammenarbeit mit dem Leiter des Amtes für Berufserziehung, Pg. Dr. Arn- hold, und dem Leiter des deutschen Handwerks, Pg. Walter.
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Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg stattete der Führerschule der Sicherheitspol iz ei in Berlin-Charlottenburg einen Besuch ab. Der Chef des Hauptamtes Sicherheitspolizei, SS.-Gruppenführer H e y d r i ch, übernahm die Führung durch die Räume und die Lehrmittelsammlung, die Generalfeldmarschall von Blomberg mit großem Interesse besichtigte.
Zu dem gemeldeten Majoritätswechsel bei der Universum Film-Aktiengesellschaft (U f a) teilt die Deutsche Bank und Diskontogesellschaft mit, daß sie im Zusammenhang mit dieser Transaktion ein eigenes Engagement nicht eingegangen ist.
Aus aller Welt.
Senatspräsident Dr. Dünger f.
Im Alter von 67 Jahren starb in Leipzig Dr. h. c. Wilhelm Bänger, Senatspräsident beim Reichsgericht i. R. Dr. Bänger, der 1870 in Elsterwerda geboren wurde, gehörte feit 1921 der Reichsanwaltschaft an. Im vierjährigen Kriegsdienst an der Front erwarb er sich hohe Auszeichnungen. Von 1924 bis 1927 war er sächsischer Justizminister und von 1929 bis 1930 sächsischer Ministerpräsident und Minister für Volksbildung. Im Jahre 1931 erfolgte seine Ernennung zum Senatspräsidenten beim Reichsgericht und zum stellvertretenden Präsidenten im Reichsdisziplinarhof. Im Reichstagsbrandstifter- prozeß führte Dr. Bänger den Vorsitz. Mit Rücksicht auf feinen Gesundheitszustand trat Dr. Bünger zum 1. April vorigen Jahres in den Ruhestand.
Der Frankfurter Diphtherie-Prozeß.
Das Landgericht Frankfurt hatte am 20. Oktober vorigen Jahres gegen einen 38jährigen praktischen Arzt verhandelt, der unter der Anklage stand, den Tod dreier an Diphtherie erkrankten Patienten dadurch verschuldet zu haben, daß er keine Serumeinspritzungen vorgenommen hatte. Die Strafkammer, die zahlreiche Sachverständige gehört hatte, war zu dem Ergebnis gelangt, daß dem Angeklagten, der nach der homöopathischen Methode behandelt hatte, ein schuldhaftes Verhalten nicht nachgewiefen werden könne und daß sich kein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Nichtbehandlung mit Serum und dem Tod der Patienten erkennen lasse. Der Arzt war deshalb auf Kosten der Staatskasse freigesprochen worden. Mit diesem Fall hat sich nunmehr auch das Reichsgericht beschäftigt, da von der örtlichen Staatsanwaltschaft gegen den Freispruch Revision eingelegt worden war, die die Reichsanwaltschaft indessen nicht vertrat. Unter Bezugnahme auf die Rechtsausführungen des Reichsanwalts wurde die Beschwerde vom Ersten Strafsenat antragsgemäß als unbegründet verworfen. Das frei- sprechende Urteil ist damit rechtskräftig geworden.
Von einem Orang-Utan gebissen.
Als eine Studentin der Münchener Zoologie, die in der Menschenaffenstation des Tierparks Hellabrunn die praktische Tierpflege erlernt, den Käfig eines Orang-Utan-Paares säuberte, näherte sich ihr das erwachsene Orang-Utan-Weibchen „Joliette", das ein Gewicht von ungefähr 100 Pfund hat, riß ihr einen Arm vom Arbeitsgerät weg und biß ihr in die Finger. Das Tier war nicht zu bewegen, loszulassen, anderseits wollte die Studentin nicht ernstlich auf „Joliette" losfchlagen, da das Orang-Utan
Weibchen trächtig ist, und hielt kaltblütig den Biß des zur Zeit etwas launenhaften Menschenaffen aus. Erst als ein herbeieilender Aufseher dem Orang-Utan außerhalb des Käfigs einen Gummiknüppel zeigte, ließ der Orang-Utan los. Erfreulicherweise sind die Verletzungen der mutigen jungen Studentin nicht ernstlich.
Heue Dienstkleidung der heeresgeisilichen.
Unter Aufhebung entgegenstehender Bestimmungen hat der R e i ch s k r i e g s m i n i st e r eine neue Dienstkleidung für die Heeresgeistlichen verfügt. Sie besteht aus einer Feldbluse ohne Schulterstücke mit violetten Kragenpatten und Hoheitsabzeichen, langem feldgrauen Rock, der die Knie bedeckt, und langer grauer Tuchhose mit violetten Vorstößen in den Seitennähten. Die Feldmütze und Schirmmütze richten sich nach dem Muster für Offiziere, sind aber mit violetten Vorstößen und gotischem Kreuz versehen. Für das Anlegen liturgischer Gewänder gelten die kirchlichen Bestimmungen.
Großer Erfolg des letzten Winterhilfs-Wunsch- konzerles des Deutschlandsenders.
Am vergangenen Sonntag hat der Deutschlandsender die Reihe seiner Wunschkonzerte für das Winterhilfswerk 1936/37 abgeschlossen. Neben vielen Sachspenden und Devisensendungen aus dem Auslande erreichte der Bargeldeingang die stattliche Summe von 17 690,25 Mk. Damit hat der Deutschlandsender bei seinen im Laufe der Jahre durchgeführten neun WHW.-Wunschkonzerten insgesamt einen Reinertrag in Höhe von 124 697 Mark erzielt.
Seeschiff auf dem Rhein.
Dieser Tage fuhr zum erstenmal ein neues See- Güterschiff durch die Koblenzer Schiffsbrücke. Das Schiff, das der Großreederei Franz Haniel gehört, ist gebaut, um eine Verkehrsoerbindung von Hamburg über die Nordsee, Rotterdam, den Rhein hinauf bis Basel bewerkstelligen zu können. Auf diesem Verkehrsweg werden künftig Verfrachtungen ohne Umladung möglich fein, so daß die Einrichtung der See-Flußschiffahrt bis in die Schweiz eine wertvolle Neuerung darstellt. Das Schiff trägt den Namen „Duisburg", ist 76 Meter lang, 10,50 Meter breit und hatte auf der Jungfernfahrt 1300 Tonnen Getreide, die es in Hamburg geladen hatte, für die Schweiz an Bord.
Jüdischer Hochverräter zum Tode verurteilt.
Der staatenlose Jude Hellmuth Hirsch ist durch Urteil des II. Senates des Volksgerichtshofes Berlin vom 8. März 1937 wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Sprengstoffverbrechens zum Tode verurteilt worden.
Wahrscheinlich 55 Todesopfer des Grubenunglücks in Germinsion.
Der Gasausbruch in dem südafrikanischen Goldbergwerk in Germinston hat bei insgesamt 487 Personen Gasvergiftung en hervorgerufen. Von den durch Gas Vergifteten sind 29 gestorben. Weitere 26 Personen sind aufgegeben worden. Das Grubenunglück wird also voraussichtlich 55 Todesopfer fordern. 79 weitere Gasvergiftete befinden sich noch im Krankenhaus. Das Unglück ist durch einen unterirdischen Brand entstanden, der das Holzwerk der Stollen ergriff. Dabei entwickelten sich dann die Brandgase.
Furchtbare Mordtat in Neuyork.
Einer der brutalsten, jemals in Neuyork verübten Morde, dessen Opfer ein kleines deutsches Mädchen wurde, versetzt die Neuyorker Bevölkerung in große Aufregung. Fußgänger fanden auf der Steintreppe eines Hauses im Brooklyner Stadtviertel Ridgewood, wo viele Deutschamerikaner wohnen, einen blutgetränkten Sack, der die Leiche eines neunjährigen Mädchens barg. Anderthalb Stunden nach dem grausigen Fund verhaftete die Polizei den 26jährigen Salvatore O f f i d o , der nach kurzem Verhör gestand, das Kind mit Zuckerwerk in feinen
Was alles zu einem Flug um die Well gehört
Das „Fliegende Laboratorium" der Amelia Earhardt.
Wir wissen alle, was zu einer längeren Reise Zu einem gewöhnlichen sportlichen Unternehmen zu bedenken und vorzubereiten ist. Wie aber, wenn jemand sich anschickt, im Flugzeug um die Welt ZU fahren, und zwar auf der längsten möglichen Strecke, nämlich möglichst nah dem Aequator folgend, der auf der Reise viermal überquert werden soll? Und wenn nun dieser Jemand noch dazu eine Frau ist, die die Absicht hat, den größten Teil der Reise allein zurückzulegen und sie in einer Rekordzeit zu bewältigen.
Der Flug der Amerikanerin Amelia Earhardt um die Welt von San Franzisko aus ist auf 14 Tage berechnet, aber für diese 14 Tage waren viele Monate sorgfältigster Vorbereitungen unter Mitwirkung vieler Fachleute und Spezialisten notwendig. Das Flugzeug, dessen die kühne Fliegerin — wegen ihrer erstaunlichen Aehnlichkeit mit Linddergh „Lady Lindy" geheißen — sich bedienen will, ist eine Lockheed-Elektra-Zweimotoren- Mafchine mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 300 Kilometer. Ganz ähnliche Apparate sind für die täglichen Verkehrsflüge in den Vereinigten Staaten im Gebrauch, doch eine unendliche Menge von Sondervorrichtungen haben dem Flugzeug der Lady Lindy den Namen des „F l i e g e n d e n L a- boratoriums" eingetragen. Die zehn, fönst für Passagiere vorgesehenen Sitze sind entfernt worden, und den freigewordenen Raum nehmen zur Hälfte große Brennstoffbehälter ein, die einen Aktionsradius von über 6000 Kilometer erlauben. Die andere Hälfte ist einem riesigen Tisch vorbehalten, der mit Karten bedeckt und mit Glasplatten belegt ist und es ermöglicht, die Angaben eines ungeheuren Kompasses, dreier Chronometer, eines Thermometers und eines Höhenmessers abzulesen. Gucklöcher von gradflächigem Glas ermöglichen es dem Flieger, mit Hilfe eines Sextanten feine Himmelsbeobachtungen anzustellen. Natürlich fehlt nicht das Radio-Sende- und Empfangsgerät. Während ihrer letzten Reife waren die Funksprüche der Fliegerin auf 3000 Kilometer im Umkreis zu hören.
Es hat allein Monate in Anspruch genommen, um die klaren und einfachen Karten herzustellen, die Amelia Earhardt auf ihrem Flug begleiten, Monate, um alle die unerläßlichen Nachrichten über die atmosphärischen Bedingungen und die Möglichkeiten zur Landung in den verschiedenen Gebieten zu sammeln. Alles, was irgendeine der Etappen betrifft (Entfernung, vorgesehene Zeit usw.) ist mit allen nützlichen Angaben zusammen in einem Memorandum zusammengefaßt, und bei jedem Start wird einer der zahlreichen Chronometer auf den Punkt Null gestellt, um jeden Augenblick die feit dem Start verflossene Zeit ersehen zu können. Der Gatte der Fliegerin, der Verleger Georges Palmer P u t m a n , hat sich insbesondere um die Frage der Bedarfsergänzung gekümmert. Große
Vorräte von Brennstoff und Del wie von Ersatzteilen erwarten sie in dreißig verschiedenen Plätzen. Sie hat zwar nicht die Absicht, an allen diesen Plätzen zu landen, das wird von den Umständen abhängen.
Zahlreiche Schritte mußten auch unternommen werden, um von einigen Regierungen die Erlaubnis zum Ueberfliegen ihres Gebietes zu erlangen, und die Fliegerin braucht verschiedene Impfscheine, so gegen Typhus und Pocken. Das, was Frauen auf Reifen mit das Wichtigste zu fein pflegt, die Toilettenfrage, spielt bei dieser Reise die geringste Rolle. Ein winziges Köfferchen enchält die persönlichen Bedürfnisse von Frau Earhardt, doch bei aller Sparsamkeit, mit der diese Dinge auf das Allernotwendigste beschränkt sind, sind doch ein Paar derbe Laufschuhe vorgesehen — für den Fall, daß... Aus demselben Grunde gehört zur Ausrüstung auch ein kleiner Erdkompaß, eine wasserdichte Schachtel mit Streichhölzern, ein Messer, eine Axt, ein kleines Kautschukboot, das aufgepumpt werden kann, und nicht zu vergessen die Pistole, um Notschüsse abzugeben. Denn, so sagt die Fliegerin, „wenn wir mitten auf dem Pazifik treiben, so möchte ich schon, daß man uns bemerkt". Aus demselben Grunde hat sie auch die Flügel ihrer Maschine mit großen Streifen in schwarz, orange und rot anmalen lassen, die weithin sichtbar sind.
Ihre Nahrung setzt sich zum größten Teil aus heißer Schokolade in Thermosflaschen und bestimmten Mengen von konzentriertem Fleisch zusammen, ferner aus Tabletten von Malzmilch mit Rosinen und Schokolade. Zur Erfrischung und Anregung soll ihr Tomatensaft dienen. Um die Ermüdung der Augen zu bekämpfen, eine der größten Gefahren, die den Flieger auf langen Fahrten bedroht, nimmt Lady Lindy neunerlei verschiedene Brillen mit, außerdem einen Apparat, der die Stärke des Lichtes mißt und es der Fliegerin ermöglicht, jederzeit die richtige Brille zu wählen. Besondere Kappen für die Schrauben und Motoren, um Staub und Regen abzuhalten, wo keine Halle vorhanden ist, starke Seile und Pfähle für Notlandungen, ein Fallschirm bilden die Waffen gegen unvorhergesehene Zwischenfälle.
Der Weg, den Amelia Earhardt gewählt hat, ist ungefähr derselbe, den vier Militärflugzeuge verfolgten, die am 6. April des Jahres 1924 von Seattle aufbrachen. Zwei von ihnen kehrten, nachdem sie Alaska, Japan, Indien, Persien, den Irak, die Türkei, Oesterreich, England, Grönland und Neufundland überflogen hatten, am 28. Sepetmber an ihren Ausgangspunkt zurück, das heißt 175 Tage später, nach einer Flugzeit von 371 Tagen und 11 Minuten. Sie hatten beinahe 5 Monate für die Strecke gebraucht, die Amelia Earhardt in 14 Tagen zu schaffen hofft.
Laden gelockt, dort vergewaltigt und dann mit einens Hammer erschlagen zu haben. Im Hinterzimmer des Ladens fand die Polizei eine große Blutlache. Die Untersuchung der Leiche ergab, daß das unglückliche Opfer noch lebend in den Sack gesteckt worden ist. Während des polizeilichen Verhörs im Laden des Mörders sammelte sich auf der Straße eine riesige Menschenmenge an, die Verwünschungen gegen den Verbrecher ausstieß. Der Täter mußte von einem starken Polizeiaufgebot abtransportiert werden. Ossido war bereits früher wiederholt unter dem Verdacht von Sittlichkellsverbrechen verhaftet wor» den.
Banditenüberfall auf eine mandschurische Stadt.
Eine aus 500 Mann bestehende Banditen» Horde überfiel die kleine Handelsstadt Ilan am südlichen Sungari in der Mandschurei. Vom Dunkel der Nacht begünstigt, stürmten die Räuber nach wiederholten vergeblichen Versuchen das westliche Stadttor und drangen in die Stadt ein. Nach Plünderund der Häuser und Verübung zahlreicher Grausamkeiten zündeten sie die Stadt an, die vollkommen niederbrannte. Das Feuer vernichtete auch die Zweigstelle der Bank von Mandschukuv und andere öffentliche Gebäude. Ein Teil der Einwohner Ilans flüchtete rechtzeitig in den Schutz der dortigen japanischen Garnison, die gemeinsam mit mandschurischer Polizei den Banditen erbitterten Widerstand leistete. Erst nach mehrstündigem heftigem Kampfe gewannen die japanischen Soldaten die Oberhand und trieben die Räuber in die Flucht. Bei der Verfolgung wurden zwei japanische Soldaten getötet.
Hunde verursachen den Tod von über 200 Schafen.
Als eine Wanderschafherde von 645 Köpfen in der Nähe von Trubenhausen, Bezirk Kassel, übernachtete, drangen einige Hunde in die Herde ein, wodurch ein großer Teil der verängstigten Tiere in das nahe gelegene Flußbett der Gulster getrieben wurde. Dabei fanden 196 Schafe den Tod. Sieben Tiere hatten so schwere Verletzungen davongetra- gen, daß sie an Ort und Stelle notgeschlachtet werden mußten. Eine weitere Anzahl von Tieren, die schwer verletzt worden waren, wurde später ebenfalls notgeschlachtet.
Folgenschweres Gasunglück in Nantes.
In der Stadt Nantes hat sich ein verhängnisvolles Gasunglück ereignet. Durch den Bruch eines Gasrohres war Leuchtgas in den Kanalisationsschacht und vor dort in mehrere Häuser gedrungen, wodurch zahlreiche Bewohner schwere Gasvergiftungen erlitten. Bisher sind drei Personen ums Leben gekommen. Zwei weitere liegen im Sterben und 18 find mehr oder weniger bedenklich erkrankt.
Kunst und Wissenschaft.
Professor Eugen Fischer über Rasse und Kultur.
Auf dem von der Deutschen Gesellschaft für Vererbungswissenschaft veranstalteten Kongreß in Frankfurt hielt der Direktor des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Anthropologie in Berlin-Dahlem, Professor Dr. Eugen Fischer, einen Vortrag über „Rasse und Kultur". Unter den Zuhörern bemerkte man Gauleiter, Reichsstatthalter Sprenger. Professor Fischer führte u. a. aus: Rasse ist Erbe, und Kultur ist die Lebensäußerung eines Volkes. Begrifflich sind also beide streng zu trennen, doch können sie sehr wohl in engster Verbindung stehen. Auf die Beweisführung für diese These kam es dem Vortragenden an; die Voraussetzung dazu war die Beweisführung, daß die geistigen Anlagen nicht bei allen Menschengruppen gleich sind, sondern verschieden. Mit seiner raffe* und erbpvlitischen Gesetzgebung hat der Führer dem deutschen Volke den Weg gezeigt und geebnet, der eingeschlagen werden muß, um der drohenden Gefahr zu begegnen. Der Wille zum Kinde muß wieder wach werden, dann wird es um die Zukunft unseres Volkes wieder gut bestellt fein.
Empfang deutscher Aerzte durch die Königin von Italien.
Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes Professor Dr. Reiter-Berlin und der praktische Arzt Dr. Völler-Kassel sind von der Königin von Italien und Kaiserin von Aethiopien im Quirinal empfangen worden. Königin Elena, die während ihres letzten Aufenthaltes in Deutschland von Dt. Völler behandelt worden war, hatte die deutschen Aerzte zur Besichtigung der Heilstätten für Gehirnerkrankungen, die der Schirmherrschaft der Königin unterstehen, eingeladen.
„Scharnhorst" in den Marburger Festspielen.
Die Festspielleitung hat den Spielplan für die diesjährigen „M arburgej Festspiele" festgelegt. in dem Bestreben, im „Festjahr der deutschen Kultur" ein Stück herauszustellen, das der heutigen Zeit in besonderer Weise gerecht wird, ist die Wahl auf das Schauspiel „Scharnhorst" von Gerhard Menzel gefallen. Das Werk behandelt die Erneuerung des deutschen Volkes aus dem Wehrwillen. Der Autor hat die Filme „Flüchtlinge", „Das Mädchen Johanna", „Morgenrot" und „Savoy Hotel 217" geschrieben und ist auch mit Romanen und Novellen an die Oeffentlichkeit getreten. Für die Hauptrollen sollen bekannte Künstler verpflichtet werden.
Wetterbericht
des Relchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Durch den Abbau des Azorenhochs hat der Nach- schub neuer Störungsgebiete vom Atlantik her zunächst aufgehört. Die über Europa herrschende Luftdruckoerteilung ist jedoch noch sehr unregelmäßig, so daß trotz verstärkter Neigung zu Auf- heiterung durchaus beständiges Wetter keinesfalls gesichert ist. Durch die im Zufuhrbereich verhältnismäßig kalten Luftmassen aus Nordeuropa werden die Temperaturen unter dem jahreszeitlichen Durchschnitt gehalten und die zu erwartenden Niederschläge meist in Schauerform und im Gebirge als Sdjnee fallen.
Aussichten für Dienstag: Wechselnd bewölktes Wetter und auch einzelne Schauer, bei lebhaften, aus westlichen und nördlichen Richtungen stammenden Winden zimlich mild.
Aussichten für Mittwoch: Vielfach aufheiternd und meist trocken, tagsüber wieder wärmer und nachts frisch.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr -Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen» leitet: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. II 37: 10 933. Druck- und Verlag: Briihl'sche Universitäts-Buch» und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags
15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom I.Juni 1935 gültig.


