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Betrieb zu nehmen, scheiterten zum Teil an der Rohstoffknappheit. So sehen wir international sich gewisse Linien abzeichnen, die in allen führenden Industrieländern sichtbar werden. Nicht nur in Deutschland! Wie falsch und töricht wäre es darum, wollte man z. B. etwa Deutschland für gewisse Rohstoffknappheiten verantwortlich machen bzw. ihm seinen berechtigten Anspruch auf eigene Rohstoff­quellen verwehren, wenn, international gesehen, die führenden Industrienationen mit noch erheblicheren Schwierigkeiten zu kämpfen haben, obwohl ihnen Rohstoffquellen in ganz anderem Maße als uns zur Verfügung stehen.

Gin Sporlskanval in Wien.

Das Länderspiel

OesterreichItalien abgebrochen.

W i e n, 21. März. (DNB.) JmKampfumden Europapokal wurde am Sonntag im Wiener Stadion von 50 000 Zuschauern das Fußball- Länderspiel zwischen Oe st erreich und Italien begonnen, in der 28. Minute nach dem Wechsel aber beim Stande von 2:0 für Oesterreich von dem schwedischen Schiedsrichter O h l s s o n ab­gebrochen, um die Gesundheit der Spieler nicht zu gefährden. Schon vor Beginn des Kampfes, als die Italiener den Faschistengruß ausführten, kam es auf den Zuschauerrängen zu Mißfal­lenskundgebungen. Die Oesterreicher hatten in der ersten halben Stunde leichte Vorteile, als ein italienischer Spieler wegen eines Regelverstoßes ver­warnt wurde. Wenig später fiel das erste Tor für Oesterreich. Der Wiener war dabei von einem Italienergerempelt" worden, er spielte darauf derart unsportlich, daß Ohlsson ihn vom Platze stellte. Von da ab war das Spiel lediglich noch eine Kette von Regelwidrig­keiten. Die Spieler wurden von den immer lauter und hitziger werdenden Zuschauern aufgepeitscht und schienen schließlich kaum noch Herr ihrer selbst. Die Offiziellen beider Verbände begaben sich auf das Spielfeld und berieten mit dem Schiedsrichter und den Linienrichtern. Nachdem Oesterreich durch Verwand­lung eines Strafelfmeters in der 19. Minute nach der Pause zu 2:0 gekommen war, war es ganz aus, so daß Ohlsson in der 73. Minute den Kampf ab­brach.

Der belgische Königsbesuch in London

London, 22. März. (DNB. Funkspruch.) König Leopold von Belgien wird Montag in London erwartet. Voraussichtlich wird er bereits während eines Essens, das Montagabend in der belgischen Botschaft veranstaltet wird, mit dem» englischen Außenminister Eden zusammentreffen, und bei die­ser Gelegenheit wird sich eine Besprechung über das belgische Neutralitätsproblem ergeben. Am Mittwochabend wird König Leopold Gast des englischen Königs im Buckingham-Palast sein, und bei dieser Gelegenheit mit mehreren briti­schen Ministern zusammentreffen.

DieTimes" erklärt, als König Leopold im ver­gangenen Oktober seine berühmte Neutralitätser­klärung abgab, habe er die Auffassung beinahe seiner sämtlichen Landsleute ausgedrückt. Es sei die Auffassung sowohl der Flamen, die dem französischen Bündnissystem stets mißtraut hätten, als auch der W a l o n e n, deren besonderer Ver­dacht sich gegen den Franco-Sowjetpakt richtet. England habe volle Sympathie für Belgien. Aber Belgiens Wunsch nach einseitigen Garantien habe unvermeidlicherweise mehrere wichtige Fragen aufgeworfen und der bevorstehende Meinungsaus­tausch hierüber könne daher nur von Nutzen sein. Daily Telegraph" meldet, daß König Leopold den englischen Außenminister Eden vielleicht zu einer nichtpolitischen" Zusammenkunft in Bel­gien einladen werde. Dies würde Gelegenheit zu einer wichtigen öffentlichen Erklärung geben, falls bei den Londoner Vorverhandlungen genügende Fortschritte erzielt würden.

Neue Unruhen in Nordwest-Zndien.

London, 22. März. (DNB. Funkspruch.) In W a z i r i st a n in Nordwest-Jndien, das als Schau­platz politischer Unruhen den britischen Behörden in letzter Zeit ernste Sorgen bereitet, unternahmen aufständische Moslem am vergangenen Sonntag Raubzüge, bei denen sie die Basare in drei Ortschaften erstürmten, plünder­ten und neun Hindu-Kaufleute und ein Hindu- Mädchen mit sich f o r t s ch l e p p t e n. Trotz eifrig­sten Bemühungen ist es den Behörden nicht ge­lungen, die Gefangenen frei zu bekommen. Der berüchtigte Fakir von Jpi hat ein ihm gemachtes englisches Friedensangebot zurückgewiesen. Man muß also damit rechnen, daß weitere Unruhen an der Nordwestgrenze Indiens bevorstehen.

Schwere Unruhen auf Puerto nico.

Neuyork, 22. März. (DNB. Funkspruch.) Auf der den Vereinigten Staaten gehörenden Antillen- Insel Puerto Rico hat sich ein Zusammenstoß zwischen amerikanischer Polizei und eingebore­nen Nationalisten während einer von dem nationalen VerbandFechter der Freiheit" einberufenen öffentlichen Kundgebung ereignet. 1 2 Kundg e b e r wurden durch die Schüsse der Po­lizei getötet, 125 verletzt. Der nationale Ver­band, der die Loslösung Puerto Ricos von den Vereinigten Staaten besonders energisch propagiert hatte von dem Oberbürgermeister von Ponce die Erlaubnis zu der Kundgebung erhalten, jedoch wurde die Genehmigung von der Poli­zei widerrufen. Als die Kundgeber dann trotz des Aufmarsch-Verbotes nach dem Versamm- lungsplatz marschierten, eröffnete die amerikanische Polizei Maschinengewehrfeuer auf den Zug. Die Polizei behauptet allerdings, daß der erste Schuß aus den Reihen der Kundgeber gefallen sei, 84 Nationalisten wurden in Haft genommen.

Seiger kommunistischer Ueberfail auf eine evangelische Gemeinde in Srankreich.

Paris, 21,März. (DNB.) In einer Ortschaft bei Rouen verübte eine hundertköpfige kom - munistische Bande am Samstag einen feigen Ueberfall auf eine kleine evangelische G e - meinte, die sich in einem Privathaus zum Beten versammelt hatte. Die Kommunisten drangen zunächst in den Garten des Hauses ein und zerstörten dort alles, was sie vorfanden. Dann forderten sie durch Zurufe die Gläubigen auf, das Beten sofort einzustellen. Als diese sich weigerten, drangen \ i e in das Haus ein, zerschlugen die Fensterscheiben, stahlen Wein im Keller sowie

Oie Abwehr -er Wiener preffeverleumdungen.

Wien verdreht die Tatsachen.Neue Angriffe gegen die deutsche preffe.

Die großaufgezogene Beschwerde über die Nach­mittagsblätter erfolgte übrigens am gleichen Tage, an dem ein österreichisches Blatt ein Bild mit­teilte, das im Deutschen Reich kaum beanstandet veröffentlicht und verbreitet werden konnte und zu den rohesten Beschimpfungen gehört, die je gegen Oesterreich gerichtet wurden. Das österreichische Presseregime ist nach wie vor auf die Herstellung

Sine notwendige deutsche Antwort.

Hierzu schreibt die Deutsche Diplomati­sche Korrespondenz:

Schon seit längerer Zeit mußte die Beobachtung gemacht werden, daß ein großer Teil der österrei­chischen Presse sich ungeachtet der Abmachungen vom 11. Juli dazu hergab, ihre Leserschaft un­günstig gegen das Reich z u beeinflus- s e n, offenbar um damit die auf eine erfreuliche Basis gestellten guten Beziehungen zwischen beiden Staaten zu stören. Von deutscher Seite wurden, obwohl zweifellos System in diesem Treiben lag und sich hinter dieser Kampagne die erbittersten Gegner der Abmachung vom 11. Juli versteckten, jene Elaborate im allgemeinen stillschwei­gend hingenornrnen. Erst die immer massi­veren Versuche der letzten Zeit, nicht nur an irgend­welchen Einzelvorgängen im öffentlichen Leben Deutschlands Kritik zu üben, sondern seine politische Zielsetzung als solche auch vor dem Ausland zu ver­dächtigen und herabzuwürdigen, haben zu den er­forderlichen Antworten in der deutschen Presse ge­führt.

Um soeigenartiger muß es daher erscheinen, wenn von österreichischer Seite nunmehr der Versuch ge­macht wird, die Verantwortung für die Störung des Pressefriedens in erster Linie der reichsdeutschen Presse zuzuschieben und die Ausfälle der österreichi­schen Presse zu bagatellisieren. Zunächst dürfte davon auszugehen fein, daß die österreichischen Be­lange in der reichsdeutschen Presse ganz natur­gemäß nur einen relativ geringen Raum einnehmen können, während die reichs­deutschen Angelegenheiten in der österreichischen Presse in unvergleichlich breiterer Form be­handelt zu werden pflegen. Wobei weiter festzustel­len ist, daß dies meist keineswegs in einem positiven G e i st geschieht, sondern daß eine Reihe von innerdeutschen Fragen ständig in pole­mischer Form und offenbar ohne jede Sorge um die Rückwirkungen aufgegriffen werden. Man hat dabei häufig den Eindruck, daß die Sprache der Wiener und der Prager Blätter kaum noch einen Unterschied aufweisen. In der österreichischen Ver­lautbarung ist darauf hingewiesen worden, daß die deutschen Beanstandungen sich gegen einzelne Boule­vard-Blätter gerichtet hätten, die nicht mit amtlichen Stellen in Verbindung stünden, während umgekehrt die große Presse des Reiches sich in Ausfällen gegen Oesterreich ergehe. Demgegenüber wäre festzustellen, daß einmal der Kreis der österreichischen Zeitun­gen sich durchaus auch auf eng mit amt­lichen Stellen verbundene Blätter erstreckt und daß die Hetze der Boulevard-Blätter nur die letzte Veranlassung zur deutschen Presseab­wehr gegeben hat. Was im übrigen den gegen die reichsdeutsche Presse erhobenen Vorwurf betrifft, so ist er in dieser verallgemeinerten Form sicher unberechtigt. Vor allem wäre hier auch anzu-

lieoflädter=Stürmer seines Amtes enthoben.

eines wahren Pressefriedens bedacht und immer bereit, seinen Teil dazu beizutragen. Es ist jedoch nicht geneigt, die betont unfreundliche Haltung der reichsdeutschen Presse, auch zugelassener Blätter, widerspruchslos zur Kenntnis zu nehmen, Ein­schüchterungsversuchen nachzugeben und einseitige Zugeständnisse zu machen."

erkennen, daß in jedem Falle berechtigter Be­schwerde sofort von reichsdeutscher Seite eingegrif­fen wird.

Es wäre bedauerlich, wenn dieser Tatbestand der österreichischen Regierung entgangen wäre und wenn sie es ferner übersehen würde, daß hinter den An­griffen der Zeitungen Kräfte stehen, die vom ersten Tage des deutsch-österreichischen Abkommens an das Bestreben zeigten, Oesterreich von der außenpoliti­schen Linie, wie sie der 11. Juli darstellt, abzubrin­gen, Versuche, die übrigens nicht nur in der Presse anzutreffen sind. Gerade wenn man die ganzen Z u - sammenhänge von dieser Warte aus betrachtet, erscheint es eigenartig, daß die österreichische Regie­rung, die sonst auf die strikte Innehaltung ihres innerpolitischen Kurses bedacht ist, sich in diesem Falle austechnischen Gründen" außerstande er­klärt, solchen Entgleisungen, die die Form einer systematischen Kampagne angenommen hatten, ent­gegenzuwirken. Es wäre daher gut, wenn von öster­reichischer Seite aus die beiden Elemente der ganzen Mißverhältnisse, nämlich die Ausdehnung und der Ausgangspunkt jenes von österreichischer Seite aus­gehenden Pressefeldzuges, einmal näher nachgeprüft würden, um dann auch in der Lage zu sein, zu dem auch für die Presseverhältnisse maßgebenden Richtungspunkt vom 11. Juli zurückzufinden.

Daß von reichsdeutscher Seite nichts unterlassen und nichts unversucht bleiben wird, um den Geist dieses Abkommens zu bewahren, zu pflegen und zu fördern, bedarf keiner weiteren Erörterung. Aber gerade weil im Reich dieser unerschütterliche Wille vorhanden ist, mußte einmal mit aller Deut­lichkeit gesagt werden, daß die bisherige Haltung eines großen Teiles der österreichischen Presse nicht geeignet ist, unbedingtes Vertrauen zu erwecken. Vor allem nicht in der Hinsicht, daß jene verschwin­dende aber aktive Minderheit, die unablässig an der Abkehr vom deutsch-österreichischen Abkommen in­teressiert ist und unbeirrt auf dieses Ziel hinarbeitet, von österreichischer Seite mit der gleichen Schärfe zurechtgewiesen wird, die s o n st zur Verfügung steht. Wenn Störungsmanöver nicht nur von Seiten der österreichischen und ausländi­schen Presse zu verzeichnen, sondern neuerdings ausländische Kräfte an der Entzweiung der beiden deutschen Staaten mit welchen Mitteln auch imitier tätig sind, dann wird man sich um so mehr der Pflichten bewußt sein müssen, die dem Reich und Oesterreich unter dem Gesichtspunkt des Deutschtums ganz allgemein obliegen. Dann wird auch der Grundsatz des Zusammengehens der bei­den deutschen Staaten, mte er im Abkommen vom 11. Juli festgelegt worden ist, auf reichsdeutscher wie auch auf österreichischer Seite man kann dessen gewiß sein über jede Diskussion e r haben sein.

Wien, 20. März. (DNB.) Zu der dringend not­wendigen Abwehr der außerordentlich gesteigerten Hetze der Wiener Boulevard-Presse gegen Deutschland, die mit zahlreichen Verleumdun­gen und Falschmeldungen geführt wurde, wird von amtlicher Seite in Wien folgende Erklä­rung veröffentlicht:Die reichsdeutsche Presse vom 18. d. M. richtete außerordentlich heftige Angriffe gegen einige Wiener Blätter, insbesondere gegen denTelegraf",Die Stunde" undDas Echo". Den unmittelbaren Anlaß hierzu bot eine Falsch­meldung desTelegraf" über eine angeb­liche Verhaftung des Reichspressechefs der NSDAP., Dr. Otto Dietrich. Die Aeußerungen der reichsdeut­schen Zeitungen, die dem Inhalt und dem Ton nach im wesentlichen übereinstimmen, befassen sich aber nicht nur mit den genannten Wiener Blättern, son­dern versuchen unter Berufung auf den vereinbar­ten Pressefrieden eine Verantwortlichkeit der Bundesregierung festzustellen. Das amtliche DNB. und zum Teil auch der reichsdeutsche Rundfunk verbreiten diese Angriffe und geben ihnen dadurch einen über die Bedeutung einer Presfepolemik hinausgehenden Sinn.

Die Politische Korrespondenz ist er­mächtigt, zu dieser Angelegenheit folgende Erklä­rungen 3U veröffentlichen: Die Bundesregierung mißbilligt s ch ä r f st e n s die Veröffentlichung unwahrer Nachrichten ober tendenziöser Artikel, die dem Geiste des Abkommens vom 11. Juli wider­sprechen, und wünscht, daß auch dort, wo schwer­wiegende Meinungsverschiedenheiten vorliegen oder eine Kritik auszusprechen ist, der Ton ruhiger Sachlichkeit eingehalten werde. Sie miß­billigt insbesondere gehässige persönliche Angriffe oder leichfertige Verbreitung von dif­famierenden Falschmeldungen, gleich­gültig welchen Rang die betroffenen Personen im öffentlichen Leben emnehmen. Das Erscheinen der­artiger Meldungen, die aus privaten Quellen kom­men, überhaupt zu verhindern, ist jedoch technisch unmöglich. Darüber hinaus ist festzustellen, daß die Bundesregierung in ihren Bemühungen um die Wahrung des Pressefriedens durch die Haltung der reichsdeutschen Presse schon seit einigen Monaten entscheidend gehemmt ist."

Nach dieser völligen Verdrehung der Tatsachen, namentlich der Behauptung, daß die deutsche Presse, die sich kaum mit österreichischen Angelegenheiten beschäftigt, b e n Anlaß zur Hal­tung der Wiener Presse gegeben habe, werden in der Erklärung dann die weiteren unerhörten A n - griffe gegen die deutsche Presse ge­richtet, die jeder Grundlage entbehren: Während sich die Beschwerden von reichsdeutscher Seite fast ausschließlich gegen Wiener Nachmittags­blätter richten, die als Boulevard-Blätter bezeichnet werden und weder mit der Bundesregie­rung noch mit anderen amtlichen Stellen oder mit der Vaterländischen Front in Verbindung stehen, ist es im Deutschen Reiche gerade die offiziöse deutsche Presse, die sich in Angriffen gegen Oesterreich ergeht, in ihrer artikelmäßigen Bericht­erstattung sich fast täglich in innere Angelegenheiten Oesterreichs einmengt, oppositionelle Bestrebungen ermuntert, politische ober wirtschaftliche Schwierig­keiten übertreibt ober mit Genugtuung registriert, unerfreuliche Ereignisse, wie sie sich in aller Welt ereignen, in größter Ausmachung wieder gibt und in manchen Fällen auch vor Lüge und Verleumdung nicht zurückschreckt. Die Taktik der führenden reichs­deutschen Blätter, deren Schreibweise die Haltung der übrigen reichsdeutschen Presse bestimmt, wiegt um so schwerer, als es im Deutschen Reich eine be­tont österreichfreundliche, gegenüber dem National­sozialismus kritisch eingestellte Presse nicht gibt und nicht geben darf, während das außerordentlich tolerante Presseregime in Oesterreich den Bestand zahlreicher Blätter ermöglicht, die zwar an öster­reichischen Angelegenheiten oft recht weitgehend Kritik üben, aber keine Zeile veröffentlichen, Die im Deutschen Reich mißfallen könnte. Im Hinblick auf die krisenhafte Gesamtlage Europas, die wie gerade von reichsdeutscher Seite immer wieder be­tont wird eine klare allgemeine Verständigung zwischen den beiden deutschen Staaten verlangt, ist es unverantwortlich, die Kampagne gegen zwei ober drei Wiener Nachmittagsblätter auf bas gesamte österreichische Presseregime auszudehnen und da­durch einen wichtigen Teil der österreichisch-deut­schen Beziehungen zu stören. Diese Vorgangsweise ist aber auch unverständlich, wenn man sich die Toleranz des österreichischen Presseregimes und die korrekte Schreibweise der führenden österreichischen Presse vor Augen hält, die auch in diesen Ange­legenheiten stets vorbildliche Zurückhaltung bewahrt hat."

Wien, 20. März. (DNB.) Auf Antrag des Bundeskanzlers hat der Bundespräsident den Bun­desminister Neustädter-Stürmer seines Amtes enthoben. Der Bundespräsident dankte dem Scheidenden für feine unermüdliche Tätigkeit, die er im Dienste des Bundesstaates Oesterreich entfaltet habe. Die Besorgung der Geschäfte des Sicherheitswesens, die Bundesminister Neustädter- Stürmer oblag, übernimmt der Bundeskanz- ler selb st. Der Polizeipräsident in Wien Dr. Michael Skubl wurde Staatssekretär für das Sicherheitswesen.

Die Veränderung ist insofern von politischer Be­deutung, als sich Neustädter-Stürmer zusammen mit dem Innenminister Glaise-Horstenau für die Heranziehung der nationalen Oppo­sition zur aktiven Mitarbeit am Staatsleben ein­gesetzt hatte. Der Polizeipräsident Skubl gilt in­dessen als einer der schärfsten Gegner der nationalen Opposition. Auch die Blätter lassen durch- blicken, daß der Rücktritt Neustädter-Stürmers mit

seinem Eintreten für den als Sammelpunkt der nationalen Bewegung gedachten Volkssozialen Volksbund, dessen Gründung von der Regie­rung verboten wurde, zusammenhängt. Die in Linz erscheinende Neue Zeit bezeichnet die Amtsent­hebung Neustädter-Stürmers als bezeichnend für das Schicksal derBefriedungsaktion". Es sei von außerordentlicher Bedeutung, daß es der Hetze der jüdischen Presse und den Bemühungen gewisser anderer Faktoren, die darauf ausgehen, den außenpolitischen Kurs des Bundeskanzlers ab­zubiegen und Oesterreich in eine andere innen­politische Konstellation hineinzuführen, gelungen sei, den Sturz Neustädter-Stürmers herbeizuführen. Wir freilich glauben", sagt das Blatt,daß mit dem Ausscheiden des Sicherheitsministers, eines hervorragenden Exponenten der nationalen Be­friedung, diese selbst auf das empfind­lichste getroffen wurde, und daß Oesterreich schweren Zeiten entgegengeht."

die Brieftasche eines Anwesenden und erklärten auf die Proteste eines der Mitglieder der Betgemeinde hin:Laßt das Beten sein, und wir lassen euch in Frieden!"

Wettrevolutionäre Bestrebungen im Wappen der Sowjetunion.

Moskau, 20. März. (DNB.) Das Präsidium des Zentralausschusses der Sowjetunion hat den Entwurf eines Staatswappens der Sow­jetunion genehmigt. Mit der Genehmigung die­ses Wappens bestätigen die Sowjetmachthaber er­neut und in zynischer Offenheit ihre weltrevolutio- nären Ziele. Auf dem Wappen ist der Erdball dargestellt, über den si ch Sichel und Ham­mer kreuzen. Daneben befindet sich die kom­munistische RevolutionsparoleProletarier aller Länder vereinigt euch!" lieber dem Wappen steht ein fünfzackiger Stern! Diese neuerliche und sym­bolische Unterstreichung der Tatsache, daß Moskau auf den ganzen Erdball Anspruch er­hebt, sollte gewissen Leuten zu denken geben, die immer noch nicht die weltrevolutionären und impe­rialistischen Absichten der Sowjets wahr haben wollen.

Der Reichsarbeitsführer verabschiedet 160000 Arbeitsmänner.

® e r li n , 21. März. (DNB.) Im Rahmen einer Morgenfeier, die über die deutschen Sender auch in die 1300 Lager des Arbeitsdienstes über­tragen wurde, verabschiedete Reichsarbeitsführer Hl er l 160 000 nach halbjähriger Dienstzeit aus» scheidende Arbeitsmänner. Er mies die ausscheiden­den Arbeitsmänner darauf hin, daß sie unserem Volk nicht nur durch die Arbeit am Boden, sondern

auch durch die Arbeit an sich selbst einen großen Dienst erwiesen hätten.Es gibt Menschen, die in der Arbeit nur ein notwendiges Uebel sehen, weil sie sie für nichts anderes als ein Mittel zum Gelderwerb halten. Wir bedauern diese Menschen; denn sie gehen des Segens der Arbeit ver­lustig, nämlich der Befriedigung, die jede recht­getane Arbeit gibt. Das Gemeinsame, das ganze Volk Verbindende muß stets mehr gelten als alles, was die einzelnen Menschen innerhalb des Volkes unterscheidet und trennt. Dieser Grundsatz, der lei­tend für eure Lagergemeinschaft war, soll auch euren ferneren Lebensweg bestimmen, für den euch meine besten Wünsche begleiten."

Kundgebung

des deutschen Baugewerbes.

Berlin, 20. März. (DNB.) Den Abschluß der Reichstagung der Reichsbetriebsgemeinschaft Bau bildete eine Kundgebung in der Deutschlandhalle. Der Leiter der WirtschaftsgruppeBauindustrie", Dr.-Jng. h. c. Bögler, gab einen Rückblick und Ausblick auf die Wirtschaft im Dritten Reich unter besonderer Berücksichtigung der Bauwirtschaft. Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, hob die überragende Bedeutung des Werkes der R e i ch s a u t o b a h n für die Belebung der deutschen Bauwirtschaft hervor. 4 0 0 0 00 Menschen seien am Bau dieser großartigen Straßen des Führers beteiligt, die bisher Auf­träge für anderthalb Milliarden Mark gebracht hätten. Aber auch durch die vielen anderen großen Bauvorhaben in allen Teilen des Reiches habe der Führer der Bauwirtschaft einen gewaltigen Aufschwung gegeben. Zwei Millionen Arbeiter seien heute insgesamt an dem großen Werk des Aufbaues tätig. Reichsorganisationsleiter Dr.

Ley stellte fest, daß es gelungen fei, Hoffnungs­losigkeit und Verzweiflung durch Arbeitsfreude und Anstieg zu ersetzen. Vor keiner Gemeinschaft könne man besser vom Neubau des Reiches sprechen als vor den Männern vom Bau, wo der eine auf den anderen angewiesen sei, wenn ein gutes und dauer­haftes Werk zustande kommen soll. Wir brauchten zu diesem Neubau ein gutes und sicheres Funda­ment. Wir mußten es erst schaffen, dieses Funda­ment, das da heißt:Glaubst du an deine Kraft und an dein Wollen? Bist du bereit, ihm stets mehr zu geben, als von ihm zu fordern".

Wieder Nankopfer der GA.

Siedlerstellen für altgediente SA.-Männer.

Berlin, 20. März. (DNB.) Wie im vorigen Jahr die SA. mit ihrem Dankopfer am Tage des Geburtstages des Führers in das deutsche Volk gegangen ist und zur Einzeichnung geworben hat, um aus den zusammenkommenden Beträgen, die für Schaffung von Siedler- stellen für altgediente SA. - Männer Verwendung finden sollen, so tritt auch in diesem Zahr die Sturmabteilung des Führers wieder er­neut in der Zeit vom 10. April bis zum 1. Mai einschließlich überall im Deutschen Reich mit der Neuauflage des Dankopfers der SA. in die Öffentlichkeit. Wiederum soll in dieser Zeit jeder deutsche Volksgenosse die Möglichkeit haben, sich in die Ehrenlisten mit einem, wenn auch noch so kleinen Betrag, einzeichnen zu können, um auf die­sem Wege teilzuhaben am Dank der SA. für ihren Führer und seiner großartigen Leistungen für Volk und Staat. Die bereits aus dem vorherigen End- betrag öes Dankopfers in Angriff genommenen und im Bau befindlichen Siedlungen wer-