Montag, 2'.Februar 1957
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)
Hr.44 Drittes Statt
Die militärische Feier
Einführungsansprache daran,
Heldengedenkseier in der Siadikirche
Generalleutnant Oßwald begrüßt die Kriegsopfer. - Die 116er beim Vorbeimarsch vor dem General. - (Ausnahmen [2J: Psaff, Gießen.)
und dort
wieder ha^en.
Der Abend
i eine dankbare melden den schön-
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>rebue
bestellt.
Die Paradeaufstellung kommandierte an Stelle ses dienstlich von Gießen abwesenden Kommandeurs unseres J.-R. 116, Oberst Herr le in, der Kommandeur unserer III. Abteilung Art.-Regt. 9, Oberstleutnant Döring. Punkt 10 Uhr traf der Standortälteste, Generalleutnant Oßwald, mit lern Hoheitsträger der Partei, Kreisleiter Dr. Hildebrandt, dem Vertreter des Staates, treisdirektor Dr. Lotz, und dem Generalmajor V i l l i ch am rechten Flügel der Front ein. Hier chloß sich als der älteste anwesende inaktive Soldat Generalmajor a. D. Fritz den Herren an, die nach er Meldung des Oberstleutnants Döring an den Jtandortältesten unter den Klängen des Präsentier- larsches die Front abjchritten. Dabei begrüßte Ge- >eralleutnant Oßwald die Truppen und die Formationen in militärischer Weise, ferner galt sein
Gebrauch geschaffen haben.
Die Choralvereinigung der Stadtkirche, unter Leitung von Organist Lehrer H. Simon, hat sich als unverrückbares Ziel gesteckt, durch Pflege des Chorals Dienerin an der Verkündigung des Gotteswortes zu sein. Diese Aufgabe erfüllte auch ihre gestrige Mitwirkung in guter eigner Darbietung und sicherer Führung des Gemeindegesanges. Daß ein Choral auch dann seine tiefe Wirkung auf die Seele des Menschen auszuüben vermag, wenn er solistisch vorgetragen wird, haben wir in der Feierstunde erlebt. Freilich ist Voraussetzung, daß die Persönlichkeit des Sängers innerlich darauf gestimmt ist und es — wie der Solist Alfons Forftner — versteht, in abgeklärter, demütiger Weise sich unter die schlichte Echtheit des Chorals zu stellen. Auch die Verwendung des Oboe als kirchenmustkalisches Instrument fällt durchaus nicht aus dem Rahmen der gottesdienstlichen Kunst. Bach selbst hat dieses in die Seele sprechende Instrument sehr geliebt. Die in den Bachschen Kantaten vorkommenden Arien für Singstimme, ein Solo-Instrument und Orgel setzen freilich ein exaktes Zusammenspiel voraus. Die Wiedergabe der Arie „Endlich wird mein Joch" aus der Kreuzstab-Kantate durch Alfons Forft- n e r (Baß), Willi Weber (Oboe) und Heinz S t - mon (Orgel) bewegte sich auf durchaus künstlerischer Höhe, was in gleicher Weise gesagt werden muß von dem feinen Präludium für Oboe und Orgel von G. F. Händel.
Würdigung des Opfers unserer , sten Ausdruck findet in unserer Bereitschaft, der Heimat zu dienen, für die unsere Feldgrauen ihr Leben ließen. Der Weg hierzu führte auch über ein beschauliches Nachspüren nach dem Werden
die Dienste des Landschaftsbundes gestellt hatte, sagte der Ortsringleiter besonderen Dank.
Mit dem von Carl Maria von Weber vertonten „Schwertlied" Theodor Körners und mit dem Chor der Lützower Jäger bereitete die „Heiterkeit" unter Leitung ihres Dirigenten Musiklehrer Schüttler eine würdige Ueberleitung von dem Heldengedenken zu dem Vortrag von Professor Erich M i n d n e r (Darmstadt) über „Denkmalspflege und Heimot- schutz". Zur Einführung besprach der Vortragende die Merkmale der Kultur, wie sie aus einer gefestigten Geisteshaltung wachsend für die Gemütstiefe und Seelengröße eines Volkes Zeugnis ablegen. Leider war dem deutschen Volke diese gereifte Haltung mit dem Anbruch des 19. Jahrhunderts verlorengegangen. Die Baukunst wurde zum Spielzeug intellektueller Kreise und für viele Menschen zur Mode. Die Baustoffe wurden zwar gut gemacht, aber sie waren nicht mehr handwerklich brauchbar. Erst mit dem Durchbruch des Nationalsozialismus ist die Ueberwindung jener Kräfte durch die neue Weltanschauung zugunsten einer im Werden begriffenen neuen Kultur möglich geworden. Die Reichsregierung hat diesem Reifeprozeß ihre volle Aufmerksamkeit zugewandt. Dadurch wird es möglich sein, die schon um 1900 eingeleiteten Bestrebungen zum Schutze der Heimat wirksam auf das ganze Reich auszudehnen und das neu zu Schaffende den Künstlerhänden zu übergeben. In erster Linie wird durch Aufklärung und Erziehung dem Heimatschutz eine praktische Wirkung beschafft werden. Mit dem wachsenden Verständnis für das handwerkliche Kunstgewerbe und für gediegene Arbeit wird auch jener entartete' Geist verschwinden, der unsere Dörfer und Städte verunzierte. Die schon jetzt eingeleitete Erziehung der Jugend zu handwerklicher Anschauung wird sie befähigen, Kunstwerke zu unterscheiden und selbst mitzuhelfen, unsere Häuser und Dörfer und Städte nach dem natürlichen und gesunden Volksempfinden auszugestalten.
Daß das eine sehr langwierige und schwere Aufgabe ist, machte der Vortragende an einer Reihe von Lichtbildern verständlich, an gegenübergestellten Beispielen aus den Anlagen der Städte und Dörfer, an Häuserbauten und schließlich an Kriegerdenkmälern. Die Ausführungen des Redners gipfelten in einem Aufruf zur tätigen Mithilfe. Der Gesangverein „Heiterkeit" ließ den anregend verlaufenen Abend durch einige Volkslieder und die Hymne an das Vaterland festlich ausklingen.
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unserer Häuser, Dörfer und Städte, das uns zu den Quellen der darin sichtbar gewordenen Kräfte führe, denen wir eine reiche und tiefgründige Volkskultur verdanken. Dafür, daß sich der Gesangverein „Heiterkeit" in selbstloser Weise erneut in
Kein andere Tondichter hat so wie der fromme I. S. Bach die Gottesgabe, die Todessehnsucht im Sinne irdischer Erlösung und freudigen Eingangs in himmlische Ewigkeit in Tönen zu künden. Bachs Kirchenmusik verneint zeitliche, irdische Weltgebundenheit und führt hin zur Ewigkeit. In diesem Sinne war der Ausklang der Totenfeier gehalten, die in ihrer ganzen Gestaltung ja eine Botschaft des ewigen Lebens war. Vielleicht wird in keiner anderen von den vielen Todessehnsuchts-Arien Bachs dieser Ewigkeitsgedanke und die christliche Lebensgewißheit so"tief und wahr symbolisiert, wie in der Arie „Komm, süßer Tod". Dem Sänger (Alfons F o r st- n e r) wie dem Organisten (Heinz Simon) gebührt Dank für dies tiefe Erlebnis.
Die Feier als Ganzes gesehen verlor in keiner Weise den Charakter als Gottesdienst und verlief sich nicht ins Konzertmäßige. Das Bibelwort in Lesung und Auslegung (Predigt) stand im Mittelpunkt.' Die Predigt, gehalten von Pfarrer Becker, ging aus von dem 'Paul-Gerhardt-Wort „Wer so stirbt, der stirbt wohl", das soeben von der Gemeinde gesungen war, und stellte ergänzend hinzu das Bibelwort „Ihre Namen sind in dem Buch des Lebens" (Phil. 4,3). I mRückblick auf die müde, oft verworrene Nachkriegszeit zeigte sie in dankbarem Bekenntnis zur nationalen Erhebung, wie wir als deutsches Volk heute keinen Volkstrauertag mehr feiern voll wehmütigen Fragens: „Wozu diese Opfer?", sondern einen Heldengedenktag voll neuer Zuversicht und starker Hoffnung für den Weg unseres Volkes aus der Tiefe zur Höhe. Persönliche Erlebnisse aus dem Felde gaben die Bilder zu der Tatsache, daß die Gefallenen, deren wir an diesem Tage gedenken, auf ihrem Opfergang immer wieder erfüllt und getragen waren von einem starken Glauben an das ewige Leben, wie es uns in unserem christlichen Glauben durch Jesus Christus errungen in seinem Tod und gewiß geworden ist in seiner Auferstehung. Nicht immer war es singende Begeisterung — wie bei den jungen Regimentern von Langemarck —, die sie erfüllte, aber allemal war es ernster Gehorsam zum Opfer, der sie in tapferer Treue in den Tod gehen hieß. Und damit rücken all die vielen Kreuze auf den Gräbern unserer Ge- । fallenen unter das Licht des sie alle überragenden und sie alle segnenden Christuskreuzes, wie es
Nunmehr klang das Kommando „Still- gestanden!" über den Platz. Die Ehrenkompanie unter dem Kommando ihres Chefs, Hauptmann B e i g a n g, präsentierte das Gewehr, die Musik spielte das Lied vom guten Kameraden, die Fahnen senkten sich, es wurde der Gefallenen gedacht. Dann sprach nach dem Kommando „Rührt euch!" der Standortälteste weiter:
Und so gedenken wir Soldaten in tiefer Wehmut, feierlich-ernstem Erinnern und in stolzer Trauer in dieser Stunde unserer Kameraden, denen ein hartes Geschick die Gesundheit des Leibes nahm gedenken besonders unserer toten Kameraden draußen und ihrer Hinterbliebenen daheim.
Das Heldenbuch von Nonnenroth
In diesen Tagen erscheint eine Ehrung gefallener Söhne unseres Volkes, wie sie in dieser Art unseres Wissens in Oberhessen noch nicht besteht. Der Verfasser Ernst Ploch, Lehrer in Nonnenroth (Kreis Gießen), erkannte bei seinem Dienst an der Gemeinde, daß das Bild der Gefallenen trotz des Ehrenmales auf dem Bergkirchhof der Gemeinde Nonnenroth und der alljährlichen Erinnerungsfeiern am Heldmgedenktag zu verblassen begann. Schon ist eine junge Generation erwachsen, die von den Opfern des großen Völkerringens nur noch die Namen kennt. Da der Verfasser es für eine Pietätlosigkeit hielt, wenn den kommenden Geschlechtern nur ein Steindenkmal der Gefallenen überliefert würde, so begab er sich im Einvernehmen mit der verständnisvollen Gemeindeführung daran, Lebensbild, Charakter und Kriegserlebnisse der N o n - nenröther Gefallenen der drohenden Vergessenheit zu entreißen.
In sehr mühevoller und hingebender Kleinarbeit sammelte er seinen Stoff. Mündliche Schilderungen der Angehörigen und Dorfgenossen oder des früheren Lehrers bildeten die Grundlagen der Arbeit. Dazu wurde Einsicht genommen *in den gesamten brieflichen Nachlaß der Helden. Durch gründliches Studium der Regiments-Tagebücher und der einzelnen Regimentsgeschichten, soweit sie bereits im Druck vorliegen, wurden die großen militärischen Zusammenhänge aufgezeigt.
So entstand ein Heldenbuch von vorbildlicher Eigenart, das allerdings nur geschaffen werden konnte von einem Autor, der einerseits die häuslichen Verhältnisse seines Dorfes und der Gefallenen genau kennt, der anderseits als Frontkämpfer die Fähigkeit besitzt, die einzelnen Kriegshandlungen so bildhaft darzustellen, daß jeder Leser einen deutlichen Begriff von den geschilderten Vorgängen bekommt. Besonders gut gelungen sind die Ereignisse vom westlichen Kriegsschauplatz, die der Verfasser in jahrelangem Erlebnis selbst durchgekostet hat.
Nach einem erläuternden Vorwort folgen die Lebens- und Charakterbilder jedes
durch das große Leuchtkreuz aus dem Kriegerfried- Hof am Hartmannsweilerkops symbolhaft dargestellt ist. So ist ihr tapferes Sterben und ihr gewisser Glaube an ewiges Leben für alle Zeit für unser deutsches Volk ernste Mahnung und große Werheißung:
Millionen Kreuze klagen den Tod, den Männer starben, als Heimat in Not. Millionen Kreuze hoffen zu Gott, daß nicht sein wird ewiger Tod.
Heldengedenlen undHermaNiebe
Vortragsabend des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat.
Eine kleine Gemeinde von Volksgenossen vereinigte sich am Samstagabend in der Aula des Gymnasiums mit den Sängern der „Heiterkeit" zu einer stimmungsvollen Gedenkstunde für unsere Gefallenen.
Ortsringführer Dr. Michel vom Landschaftsbund Volkstum und Heimat erinnerte in seiner
Und noch anderer deutscher Männer gedenken wir heute, deren Opfertod für die Idee eines Frontsoldaten, ihres Führers, heute unseres Führers, es erst ermöglichte, daß wir wieder ein großes, freies, mächtiges, starkes, stolzes Volk wurden, ein Volk, das seine Ehre über alles stellt kraft seines fanatischen Glaubens an den, der uns führt. Auch dieser Helden, deren Opfertod wir es verdanken, daß wir eine starke, achtunggebietende Wehrmacht auch ihrer gedenken wir heute in Stolz und
3ruß den Kriegsopfern und den alten Soldaten in en Soldaten-Kameradschaften. Nach anschließender '.horalmusik durch das Musikkorps des JR. 116 lolgte die nachstehende
Gedenkrede des StandorMesten Generalleutnant Oßwald:
Helden-Gedenktag!
Ein trüber, grauer, nebeloerhangener Abend. An ter Front herrscht Ruhe. Im englischen Graben trüben hört man zuweilen Lärmen, Husten.
Gefangene sind fällig. Man muß wissen, wer trüben steht. Eine Patrouille unter einem Gefreiten zeht raus ins Niemandsland, liegt stundenlang vor bem englischen Graben auf dem Bauch, belauscht Den Schritt des englischen Postens. Endlich ist es io weit, durch ein von einer Mine gerissenes Loch im Drahthindernis kriechen sie wie die Katzen, jetzt ein Sprung in den feindlichen Graben, ran an den posten, der, völlig überrascht, in tödlichem Schreck unfähig zur Gegenwehr ist. Raus mit ihm. Das macht Lärm. Andere Posten werden aufmerksam, Leuchtkugeln gehen hoch, es wird hell, Maschinengewehre fangen zu bellen an, andere fallen ein, im Nu ist ein Höllenlärm. In jagenden Sprüngen eilt die Patrouille mit dem Gefangenen in den eigenen Graben zurück. Gleich ist's geschafft. Doch die englische Kugel ist schneller. Am eigenen Graben hascht es den Führer, er bricht — tödlich verwundet zusammen. Die Patrouille gelangt mit dem Ge- iangenen glücklich in den Graben. Spät nachts holen die drei anderen ihren toten Führer, den Gefreiten, herein, denn diese Patrouille war auch damals schon eine auf Leben und Tod verschworene Kampfgemeinschaft, in der keiner den anderen im Stich ließ, im Leben nicht und nicht im Sterben.
Durch den Gefangenen ist eine neue Feinddivision vor der Front festgestellt. Für diesen für die oberste Führung wichtigen Erfolg ließ der Führer sein Leben. Er blieb in der Erinnerung feiner Kameraden als tapferer, unerschrockener, vorbildlicher Soldat, er steht auf der Ehrentafel seines i Dorfes. Sonst kündet vielleicht noch die Geschichte ■ seines Regiments von seiner Tat und ein schlichtes ; Kreuz von seinem Tode.
Brüder zu den 2 Millionen toter Helden gehören, die draußen auf den unermeßlichen Gottesäckern in Ost und West und Süd ruhen, gefallen sind, damit die Heimat vom Feinde frei bleibe, damit Deutschland lebe.
Wir Männer, die wir vier lange Jahre draußen standen, wir kennen sie, die Hunderttausende der Helden, deren Namen in das Buch der Geschichte eingetragen sind, und die andern Hunderttausende namenloser Helden.
Das Opfer all dieser Toten und dieser Lebenden, als Zeugen unerhörtesten Heldentums, legt uns die heilige Verpflichtung auf, ihnen nachzueifern im Leben wie im Sterben.
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Ehrfurcht. Auch sie fielen für die große Sache, auf i daß Deutschland lebe.
Und dieses ganz große, dieses heldenhafte Opfer der Millionen des großen Krieges und der Zehntausende aus der Zeit des Aufbruchs der Nation zum neuen Reich foLI euch, ihr jungen Soldaten, in dieser feierlichen Stunde eine ernste Mahnung sein, ein Ansporn, es ihnen gleich zu tun, wenn der Tag kommt, wenn die Zeit erfüllt ist, wenn der Führer uns ruft.
Wieder erklang das Kommando „Stillgestanden!", wieder präsentierte die Ehrenkompanie das Gewehr, während der General seine Rede mit den Worten schloß:
Dieses- Gelöbnis unserer Bereitschaft zum Opfer, zum Einsatz unseres Leben, diesen unseren Glauben an Deutschlands Größe und unsere Treue zu Eid und Pflicht bekräftigen mir durch den Ruf:
Unser Führer, der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht, und unser Volk und Vaterland: „Sieg- Heil!"
Brausend erklangen die dreimaligen Rufe über den Platz, gefolgt von dem Gesang der Nationallieder. Damit war dieser Teil der Feier beendet.
Der Vorbeimarsch.
Nunmehr rückten die Truppen und die Formationen zum Vorbeimarsch nach der Grünberger Straße vor. Generalleutnant Oßwald, begleitet von den Herren, mit denen er die Front abge- schrittten hatte, nahm den Vorbeimarsch vor der Volkshalle ab. Eine große Menschenmenge folgte mit starkem Interesse dem fesselnden Ereignis. Es marschierten vorbei: die Infanterie, die Artillerie, ferner die SA., Politische Leiter, HI., Jungvolk, Arbeitsdienst mit geschultertem Spaten, SS., die alten Soldaten, Werkscharen, Sanitätskolonnen vom Deutschen Roten Kreuz, die Abteilung Heeresange- stellte der DAF. Es war ein prächtiger Anblick, alle diese Kolonnen in guter Haltung vorbeimarschieren zu sehen, die auch dadurch ihr Bekenntnis zum Führer und seinem Werk dokumentieren wollten.
Kranzmederlegunsen
Als äußere Zeichen des Dankes an die Gefallenen hatten an den Denkmälern bzw. auf dem Friedhof Kränze niedergelegt: die Partei, die Wehrmacht, die NSKOV., die Kreisgruppe Gießen der Kriegs- gräberfürforge, die Kameradschaften der alten Soldaten und der Kameradschaftsbund deutscher Polizeibeamter.
Hs
PtȀ> le wjti
Das ist alles.
Und ist doch einer der Hundertausende von namenlosen Helden, für die Treue und Erfüllung der Pflicht das Höchste waren und die hundertfach ihr Leben einsetzten, um es einmal — draußen — für die große Sache, für das Vaterland dahinzugeben.
Heute, an diesem feierlich-ernsten Gedenktage, sind viele Männer unter uns, die ihr Leben draußen einfetzten und dabei ihre Gesundheit — oft für immer — verloren. Hier stehen sie und sitzen sie, die Helden, in unserer Mitte, unter den Tausenden junger Soldaten, der Waffenträger unseres Volkes.
Und daneben die Mütter, die Frauen und Schwestern, deren Söhne, deren Männer und
starke Besuch der Feierstunde am gestrigen ______ in der Stadtkirche war auch nach außen hin ein Zeichen, daß das Opfer unserer gefallenen Brüder nicht vergessen ist und daß viele Menschen gern auch durch solche ernste Feier an heiliger Stätte ihrem dankbaren Gedenken Ausdruck geben. Die Gedenkstunde stand als Ganzes unter dem Paul-Gerhardt-Wort „Wer so stirbt, der stirbt wohl." Die Sinngebung der Feier war, wie der Opfergang unserer Gefallenen in dem Kreuzestod des Heilandes fein Vorbild, feine Kraftquelle und Weihe hat. In mosaikartiger Aufeinderfolge dienten diesem Ziel die kirchenmusikalischen Ausdrucksmittel, wie Choralgesang der Gemeinde, Chor und Solostimme, sowie gottesdienstliche Instrumentalmusik in der Form, wie sie I. S. Bach, G. Fr. Händel und deren Vorläufer für den kirchenmusikalischen
Auf dem Trieb vor dem 1900er-Platz standen die Sruppen des Standorts Gießen in offenem Viereck jur Heldengedenkfeier aufmarfchiert. Ferner waren Sie Formationen der Partei und ihrer Gliederungen hroie die Kameradschaften der alten Soldaten zu tiefer Feier angetreten; diese Einheiten schlossen mrallel zur Grünberger Straße das Viereck. Hier batten auch die in der NSKOV. vereinigten Kriegs- tpfer sowie die Ehrengäste ihre Plätze gefunden; Heide befanden sich in unmittelbarer Nähe des Standortältesten. Die große Masse der übrigen Zesucher hatte sich rund um dieses Viereck auf-
Führers in feinem Kampf um Deutschlands Befreiung wehten in allen Straßen viele Fahnen als Trauerbeflaggung. Wenn auch das Wetter mit Schnee und Regen, kaltem Wind und viel Schmutz in den Straßen und vor der Stadt den gestrigen Sonntag sehr ungünstig beeinflußte, so machten sich doch große Massen von Volksgenossen auf zur Beteiligung an den Feiern, um sich dabei mit unseren auf dem Felde der Ehre gefallenen Brüdern in pietätvollem Gedenken zu vereinen.
Der gestrige Heldengedenktag vereinte viele Gie- jener Volksgenossen mit den Truppen des Standorts Gießen am Vormittag auf dem Trieb in der stähe der Volkshalle zur militärischen Heldengedenk- ;>ier, ferner bei Kranzniederlegungen an den Ge- □Üenenöenfmälern und am Spätnachmittag noch iu einer Feierstunde in der Stadtkirche. Als sichtbares Zeichen des unvergänglichen Dankes und des treuen Gedenkens an unsere Gefallenen des großen Krieges und an die ermordeten Gefolgsmänner des
Gießen ehrt die gefallenen Helden der Nation
Oie militärische Feier. — Kränze an den Denkmälern. — Feier in der Giadtkirche.
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